Boeing VC-25A

Zwei Jumbos, ein Rufzeichen: Die Boeing VC-25A mit den Kennungen 28000 und 29000 fliegt seit 1990 die US-Präsidenten. Hier erfährst du, was in ihr steckt, wie du sie erkennst und wie du sie bei Staatsbesuchen in Europa vor die Linse bekommst.

Auch bekannt als: Air Force One · VC-25 · SAM 28000 · SAM 29000 · 82-8000 · 92-9000 · Boeing 747-200B (VIP)

USABoeingMilitärflugzeugeICAO-Typcode: B74212 Min. Lesezeit

2

gebaute Maschinen

1990

erster Einsatz als Air Force One

26

Personen Besatzung

~378 t

max. Startgewicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Flugzeuge, ein Rufzeichen: Die VC-25A sind zwei umgebaute Boeing 747-200B. „Air Force One“ heißen sie nur, wenn der US-Präsident an Bord ist.
  • Fliegendes Regierungsbüro: Präsidentensuite, Büro, Konferenzraum, medizinischer Bereich, zwei Bordküchen und umfangreiche Kommunikationstechnik auf rund 370 Quadratmetern.
  • Seit 1990 im Dienst: Die erste Maschine flog am 6. September 1990 erstmals als Air Force One, damals mit George H. W. Bush.
  • Ablösung läuft: Die Nachfolger VC-25B auf Basis der 747-8 sind verspätet; seit Sommer 2026 ergänzt eine umgebaute Ex-Katar-747-8 als Übergangslösung die Flotte (Stand Oktober 2026).
  • Spotting nur mit Geduld: In Europa siehst du die VC-25A fast nur bei Staatsbesuchen und Gipfeln – mit Sperrzonen, abgeriegelten Vorfeldern und oft späten Ankunftszeiten.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Boeing VC-25A?
  2. 2.Von der VC-137 zum Jumbo: die Geschichte
  3. 3.Ausstattung: das Weiße Haus in der Luft
  4. 4.Woran du die VC-25A erkennst
  5. 5.Die Ablösung: VC-25B und die Übergangsmaschine
  6. 6.Besuche in Europa und im deutschsprachigen Raum
  7. 7.Spotting bei Staatsbesuchen: so klappt es
  8. 8.Tracking: warum die Air Force One oft unsichtbar ist
  9. 9.Verwandte Regierungs- und Sonderflugzeuge
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing (Basis: 747-200B, Endmontage in Everett, Washington)
BetreiberUS Air Force, Presidential Airlift Group des 89th Airlift Wing, Joint Base Andrews (Maryland)
Anzahl2 Maschinen
Seriennummern82-8000 und 92-9000 (am Leitwerk als 28000 und 29000)
IndienststellungÜbergabe der ersten Maschine am 23. August 1990, erster Einsatz als Air Force One am 6. September 1990
Triebwerke4 × General Electric CF6-80C2B1, je rund 252 kN Schub
Längerund 70,7 m
Spannweiterund 59,6 bis 59,9 m (Angaben je nach Quelle)
Höherund 19,3 m
Max. Startgewichtrund 378 t
Reichweiterund 12.600 km ohne Luftbetankung
Dienstgipfelhöherund 13.700 m
Besatzung und Passagiere26 Besatzungsmitglieder, Platz für mehr als 70 Passagiere
Nutzflächerund 370 m² auf drei Ebenen
BesonderheitenLuftbetankung, Selbstschutz, abgeschirmte Elektrik, Präsidentensuite, Büro, Konferenzraum, medizinischer Bereich

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Klassische Jumbo-Silhouette mit kurzem Buckel und vier Triebwerken – die Basis ist die 747-200B
  • Keine Winglets, einfache abgerundete Flügelenden wie bei allen Classic-747
  • Hellblau-weiße Lackierung mit dunkelblauem Band, Schriftzug „United States of America“ und US-Flagge am Seitenleitwerk
  • Präsidentensiegel am vorderen Rumpf neben der Haupttür
  • Kennung 28000 oder 29000 groß am Seitenleitwerk
  • Luftbetankungsaufnahme oben auf dem Bug und zusätzliche Antennen, die eine normale 747-200 nicht hat

Aktualisiert: Oktober 2026 – Hellblau, Weiß, das Präsidentensiegel am Bug und darüber der kurze Buckel eines Classic-Jumbos: Kaum ein Flugzeug der Welt ist so bekannt wie die Boeing VC-25A. Seit 1990 fliegen die beiden Maschinen mit den Kennungen 28000 und 29000 die Präsidenten der USA um die Welt – mit dem Präsidenten an Bord unter dem berühmten Rufzeichen „Air Force One“. Hier erfährst du, was die zwei umgebauten Boeing 747-200 von einem normalen Jumbo unterscheidet, wie es um ihre Ablösung steht, wo sie in Europa schon gelandet sind und wie du bei einem Staatsbesuch zu einem Foto kommst.

Die seltenste 747 im Hangar

Mit Planetrack hältst du deine Sichtung der Air Force One mit Foto, Kennzeichen, Typ und Spot fest und sammelst sie in deinem Hangar – direkt neben den anderen Regierungsjets. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Boeing VC-25A?

Die VC-25A ist die militärische Bezeichnung für zwei Boeing 747-200B, die die US Air Force als Präsidentenflugzeuge betreibt. Das „V“ steht im US-Bezeichnungssystem für VIP-Transport, das „C“ für Transportflugzeug. Gebaut wurden die beiden Jumbos bei Boeing in Everett, anschließend wurden sie für ihre besondere Aufgabe umfassend umgerüstet.

Wichtig für das Verständnis: „Air Force One“ ist kein Flugzeugname, sondern ein Rufzeichen. Es gilt für jedes Flugzeug der US Air Force, in dem der Präsident sitzt. Steigt er in eine kleinere Boeing C-32 um, ist eben diese für den Flug Air Force One. Fliegen die VC-25A ohne Präsident, etwa zu Trainings- oder Überführungsflügen, nutzen sie Rufzeichen wie „SAM 28000“ – SAM steht für Special Air Mission. Mit dem Vizepräsidenten an Bord heißt der Flug „Air Force Two“. Den Unterschied zwischen Rufzeichen und Flugnummer erklärt der Beitrag Callsign und Flugnummer.

Betrieben werden beide Maschinen von der Presidential Airlift Group innerhalb des 89th Airlift Wing. Heimatbasis ist die Joint Base Andrews in Maryland, wenige Kilometer südöstlich von Washington, D.C.

2Maschinen: 28000 und 29000
~370 m²Nutzfläche auf drei Ebenen
36 Jahreim Präsidentendienst seit 1990 (Stand 2026)

Von der VC-137 zum Jumbo: die Geschichte

Vor der VC-25A flogen die US-Präsidenten in Maschinen auf Basis der Boeing 707. Die bekannteste ist die VC-137 mit der Kennung 26000, die John F. Kennedy nutzte und die das hellblau-weiße Farbschema prägte. Ein Exemplar dieser Generation steht heute im National Museum of the US Air Force in Dayton. Mehr über die 707 liest du im Beitrag Boeing 707.

In den Achtzigerjahren suchte die US Air Force unter Präsident Ronald Reagan einen größeren Nachfolger. Gefordert waren unter anderem mindestens drei Triebwerke und eine Reichweite ohne Zwischenlandung von mindestens 6.000 Meilen. Die Boeing 747 setzte sich gegen die McDonnell Douglas DC-10 durch. Die Inneneinrichtung trägt die Handschrift von Nancy Reagan, die einen Stil mit Anleihen am amerikanischen Südwesten wählte.

Die Fertigstellung zog sich hin: Probleme mit der aufwendigen Verkabelung verzögerten die Auslieferung. Erst am 23. August 1990 übernahm die Air Force die erste Maschine, inzwischen unter Präsident George H. W. Bush. Am 6. September 1990 flog sie erstmals als Air Force One – nach Kansas und Florida und zurück nach Washington. Die zweite VC-25A kam ebenfalls 1990 in den Dienst. Fertiggestellt waren beide Maschinen übrigens schon 1986, ihren Erstflug hatten sie 1987. Reagan selbst, in dessen Amtszeit das Projekt begann, flog nie als Präsident mit ihr.

Die Seriennummern 82-8000 und 92-9000 folgen nicht dem normalen Schema der US Air Force, sondern führen die Tradition der runden „Präsidentennummern“ fort. Wie US-Militärkennzeichen sonst aufgebaut sind, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen.

Classic-Jumbo mit jüngeren Triebwerken

Statt der üblichen JT9D-, CF6-50- oder RB211-Triebwerke tragen sie die jüngeren GE CF6-80C2B1, wie sie später auch an vielen 747-400 hingen.

Ausstattung: das Weiße Haus in der Luft

Von außen ein Jumbo, innen ein Regierungssitz: Auf rund 370 Quadratmetern Nutzfläche, verteilt auf drei Ebenen, ist die VC-25A darauf ausgelegt, dass der Präsident auch auf langen Flügen voll arbeitsfähig bleibt.

Bereich Was dort ist
Präsidentensuite Privaträume mit Schlafbereich, Bad und Büro im vorderen Rumpf
Büro und Konferenzraum Arbeits- und Besprechungsraum, der auch als Speisesaal dient; seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ein Büro, aus dem der Präsident sich an die Nation wenden kann
Medizinischer Bereich Behandlungsraum mit ausklappbarem OP-Tisch und Apotheke; Arzt und Pflegekraft fliegen immer mit
Bordküchen zwei Küchen, die bis zu 100 Personen versorgen können
Kommunikation Dutzende Telefone und Bildschirme, abhörsichere Sprach- und Datenverbindungen
Gäste- und Mitarbeiterbereiche Plätze für Berater, Sicherheitspersonal, Gäste und den Pressepool

Die technische Seite ist mindestens so beeindruckend. In der VC-25A stecken nach Angaben in Nachschlagewerken rund 380 Kilometer Kabel, etwa doppelt so viel wie in einer normalen 747. Die Elektrik ist gegen elektromagnetische Impulse abgeschirmt. Zum Selbstschutz gehören elektronische Gegenmaßnahmen sowie Täuschkörper gegen Flugkörper. Dazu kommt die Luftbetankung: Über eine Aufnahme oben auf dem vorderen Rumpf kann die VC-25A von Tankflugzeugen der US Air Force betankt werden.

Für den Einsatz an fremden Flughäfen ist die Maschine weitgehend autark: Sie hat eigene Bordtreppen vorn und hinten sowie einen eigenen Gepäcklader. Meist steigt der Präsident zwar über eine fahrbare Treppe an der vorderen Tür ein, die eingebauten Treppen kommen aber zum Einsatz, wenn das aus Sicherheitsgründen sinnvoller ist. Ihre Besatzung umfasst 26 Personen, dazu kommen mehr als 70 Passagiere.

Was fliegt mit?

Bei Auslandsreisen ist die VC-25A selten allein. Transportflugzeuge wie die C-17 Globemaster III bringen Fahrzeugkolonne, Hubschrauber und Ausrüstung, oft Tage vorher. Manchmal ist auch die zweite VC-25A oder eine C-32 als Reserve unterwegs. Wer früh am Platz ist, sieht so oft schon Vorboten des Besuchs.

Woran du die VC-25A erkennst

Ehrlich gesagt ist die VC-25A eines der am leichtesten zu bestimmenden Flugzeuge überhaupt – die Lackierung verrät alles. Interessant wird es, wenn du die Maschine von der Übergangslösung und den künftigen VC-25B unterscheiden willst, oder wenn du nur einen Umriss am Himmel siehst.

Classic-Silhouette prüfen

Vier Triebwerke, kurzer Buckel, runde Flügelspitzen ohne Winglets: Das ist eine 747 der Classic-Generation. Eine 747-8 wäre deutlich länger, hätte gepfeilte Flügelspitzen und einen langen Buckel.

Lackierung lesen

Hellblauer Oberrumpf, weißer Mittelteil, dunkelblaue Zierlinie und der Schriftzug „United States of America“. Am Seitenleitwerk die US-Flagge, am Bug das Präsidentensiegel.

Kennung am Leitwerk

28000 oder 29000 – mehr Möglichkeiten gibt es bei der VC-25A nicht. Damit weißt du sofort, welche der beiden Maschinen du vor dir hast.

Details am Rumpf

Die Luftbetankungsaufnahme oben auf dem Bug und zusätzliche Antennen unterscheiden die VC-25A von zivilen 747-200, die in identischer Optik praktisch nicht mehr fliegen.

Merkmal VC-25A VC-25B Bridge (Ex-Katar) VC-25B (geplant)
Basis 747-200B 747-8I 747-8I
Länge rund 70,7 m rund 76 m rund 76 m
Flügelspitzen rund, ohne Winglets gepfeilt (Raked Wingtips) gepfeilt (Raked Wingtips)
Buckel kurz lang lang
Triebwerke GE CF6-80C2B1 GE GEnx-2B GE GEnx-2B
Luftbetankung ja nicht öffentlich bestätigt nicht öffentlich bestätigt

Wie sich die 747-Generationen insgesamt unterscheiden, zeigt der Beitrag Boeing 747-100 bis 747-8. Alles zur Basis der Nachfolger findest du auf der Seite zur Boeing 747-8.

Die Ablösung: VC-25B und die Übergangsmaschine

Eigentlich sollten die VC-25A längst im Ruhestand sein. Im Februar 2018 verkündete das Weiße Haus eine Einigung mit Boeing über rund 3,9 Milliarden US-Dollar für zwei neue Präsidentenflugzeuge auf Basis der 747-8. Die Maschinen heißen VC-25B; umgebaut werden dafür zwei unverkaufte 747-8I. Das Programm verzögerte sich jedoch mehrfach; nach Angaben der Air Force aus dem Dezember 2025 ist die erste Auslieferung für Mitte 2028 vorgesehen.

Ein Bericht des US-Verteidigungsministeriums aus dem April 2024 sah die Ausmusterung der beiden VC-25A für die Haushaltsjahre 2028 und 2029 vor. Bis dahin müssen die alten Jumbos durchhalten – und das wird zunehmend aufwendig. Die 28000 steckte nach Berichten von Fachmedien rund 529 Tage in einer schweren Depotwartung; Anfang Juni 2026 landete sie bei L3Harris in Greenville (Texas), was Beobachter als Abschluss dieses Wartungszyklus werteten.

Als Entlastung steht seit Sommer 2026 eine Übergangsmaschine bereit, die als VC-25B Bridge bezeichnet wird: eine 747-8 aus der VIP-Flotte der Qatar Amiri Flight, die Katar geschenkt hat und die nach Berichten L3Harris umgebaut hat. Sie trägt bereits das neue rot-weiß-blaue Farbschema und flog Anfang Juli 2026 erstmals mit dem Präsidenten an Bord. Fachmedien gehen davon aus, dass ihr einige Selbstschutz- und Kommunikationssysteme der VC-25A fehlen.

Status Oktober 2026: Abschied auf Raten

Nach dem G7-Gipfel in Frankreich im Juni 2026 verabschiedeten Mitarbeiter des Weißen Hauses die 29000 öffentlich mit Beiträgen wie „The Last Ride“. Die US Air Force erklärte dagegen, beide VC-25A blieben vorerst Teil der Flotte. Fachmedien spekulieren, dass eine Maschine in Reserve gehen und die 29000 später als Ersatzteilspender dienen könnte. Welche Maschine wann fliegt, kann sich kurzfristig ändern – prüfe aktuelle Berichte.

Auch die Lackierung ist in Bewegung. Pläne für ein rot-weiß-blaues Farbschema gab es schon 2019; 2023 wurde für die VC-25B stattdessen eine modernisierte Variante des klassischen Designs angekündigt, im Februar 2026 dann erneut ein neues Schema. Die beiden VC-25A kennst du in der klassischen hellblau-weißen Optik. Eine VC-25A in dieser Lackierung ist damit ein Stück Luftfahrtgeschichte, das du nicht mehr lange live erleben kannst.

Besuche in Europa und im deutschsprachigen Raum

Die VC-25A ist in Europa regelmäßig zu Gast – allerdings nie nach Flugplan. Sie kommt, wenn der Präsident zu Gipfeln, Staatsbesuchen oder Truppenbesuchen reist. Einige Landungen in Deutschland sind gut dokumentiert:

Anlass Ort Zeitpunkt Bemerkenswert
G20-Gipfel Flughafen Hamburg Juli 2017 laut Fachmedien erste Landung einer Air Force One in Hamburg; eigens abgegrenzte Abstellfläche; rund 100 Sonderflüge rund um den Gipfel
Rückflug aus dem Irak Ramstein Air Base 27. Dezember 2018 kurzer, unangekündigter Tankstopp mit Truppenbesuch
G7-Gipfel Schloss Elmau Flughafen München Juni 2022 Landung am späten Abend des 25. Juni, Weiterflug zum NATO-Gipfel nach Madrid
Arbeitsbesuch in Berlin Flughafen BER 17. Oktober 2024 Landung gegen 22 Uhr, Abflug am Folgetag vom militärischen Teil nach rund 20 Stunden

Das Muster ist typisch: Die Maschine landet oft am Abend oder in der Nacht, steht auf einem abgeriegelten Vorfeld und bleibt nur so lange, wie der Besuch dauert. Bei großen Gipfeln wie in Hamburg 2017 ist sie allerdings nur ein Teil eines riesigen Aufgebots an Regierungsflugzeugen aus aller Welt – für Spotter ein Ausnahmetag. Was du bei solchen Ereignissen sonst noch siehst, steht im Beitrag Regierungsflugzeuge spotten.

Ein Sonderfall ist die Ramstein Air Base in der Pfalz, das größte Drehkreuz der US Air Force in Europa. Präsidentenflüge mit Zwischenstopp dort sind selten und kommen fast immer unangekündigt. Wie Spotting rund um Ramstein grundsätzlich funktioniert, erklärt der Beitrag Planespotting an der Ramstein Air Base.

Spotting bei Staatsbesuchen: so klappt es

Die VC-25A ist kein Flugzeug, das du nebenbei mitnimmst. Wer sie fotografieren will, braucht Planung, Geduld und ein gutes Gespür für Sicherheitslagen.

Besuch früh erkennen

Staatsbesuche und Gipfel werden meist Wochen vorher angekündigt, die genauen Zeiten aber oft erst kurzfristig. Achte auf Pressemitteilungen von Bundesregierung, Ländern und Flughäfen sowie auf Berichte lokaler Medien.

Vorboten beobachten

Ein, zwei Tage vorher landen oft C-17 mit Fahrzeugkolonne und Hubschraubern. Wer sie sieht, weiß: Der Besuch findet an diesem Flughafen statt.

Spot außerhalb der Sperrzone wählen

Rund um Vorfeld und Piste gelten bei Präsidentenbesuchen oft erweiterte Sperrbereiche. Offizielle Besucherflächen und Hügel sind dann manchmal geschlossen – plane Alternativen mit Sicht auf den Anflug.

Landung bei Nacht einplanen

Viele Ankünfte fallen in den späten Abend. Lichtstarke Objektive, hohe ISO-Werte und ein Stativ helfen; realistisch ist oft nur der Abflug bei Tageslicht.

An großen Flughäfen kennst du die klassischen Plätze: in München den Besucherhügel, in Hamburg den Affenfelsen und am BER die Besucherterrasse. Ob sie bei einem Staatsbesuch zugänglich sind, entscheiden Polizei und Flughafen im Einzelfall. Rechne damit, dass Zufahrten gesperrt werden, und folge immer den Anweisungen der Einsatzkräfte.

Gute Chancen, wenn …

  • du einen Platz mit Sicht auf den Endanflug außerhalb des Zauns hast
  • der Abflug tagsüber stattfindet
  • Wind und Pistenrichtung zu deinem Standort passen

Schwierig, wenn …

  • die Ankunft spät abends geplant ist
  • Besucherflächen kurzfristig geschlossen werden
  • der Besuch über einen Militärflugplatz läuft

Lass es, wenn …

  • du dafür Absperrungen übersteigen oder Sperrzonen betreten müsstest
  • du eine Drohne starten willst – bei Staatsbesuchen gelten regelmäßig Flugbeschränkungen
  • Polizei oder Sicherheitsdienst dich wegschicken

Rechtliche Grundlagen zum Fotografieren an militärischen Anlagen erklärt der Beitrag Militärflugplätze fotografieren.

Alarm, wenn die 28000 kommt

Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für Kennzeichen und Typen an und wirst benachrichtigt, wenn eine passende Maschine deinen Flughafen anfliegt. Wetter, Wind und Pisten am Platz siehst du gleich mit. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Tracking: warum die Air Force One oft unsichtbar ist

Viele Spotter hoffen, die VC-25A einfach im Flugradar zu verfolgen. Das klappt nur eingeschränkt. Die großen kommerziellen Dienste blenden Regierungs- und Militärflüge häufig aus. Ungefilterte Community-Tracker zeigen mehr, doch auch dort sind Präsidentenflüge nicht immer zu sehen – die Übergangsmaschine flog laut Fachmedien 2026 bei einem nächtlichen Überführungsflug nach Andrews sogar ohne aktive Mode-S- und ADS-B-Aussendung.

Hilfreicher sind daher indirekte Hinweise: Ankündigungen, Bilder der Vorausflüge, Berichte aus Spotter-Foren und die Abflugzeit vom letzten Termin. Wie du Militär- und Regierungsflüge online grundsätzlich verfolgst, zeigt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen. Wie du ein einzelnes Flugzeug über sein Kennzeichen findest, steht in Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.

Typcode im Tracking

Da die VC-25A auf der 747-200B basiert, erscheint sie in Trackern in der Regel mit dem ICAO-Typcode B742. Ein Filter auf diesen Code ist in Europa recht ergiebig – zivile 747-200 sind hier praktisch verschwunden.

Verwandte Regierungs- und Sonderflugzeuge

Die VC-25A hat eine nahe Verwandte: Die Boeing E-4B Nightwatch basiert ebenfalls auf der 747-200 und dient der US Air Force als fliegende Kommandozentrale. Äußerlich unterscheidet sie sich unter anderem durch eine Antennenkuppel auf dem Buckel und eine Lackierung ohne Präsidentensiegel und ohne den Schriftzug „United States of America“.

Für kleinere Reisen und Flughäfen, deren Pisten für einen Jumbo zu kurz sind, nutzt die US Air Force die C-32 auf Basis der Boeing 757. Auch in Europa betreiben Regierungen eigene Flotten – die deutsche Flugbereitschaft des BMVg etwa fliegt unter anderem den Airbus A350-900. Wer solche Raritäten sammelt, findet weitere Ideen im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.

Fazit

Die Boeing VC-25A ist mehr als ein umgebauter Jumbo: Seit 1990 ist sie das fliegende Symbol der US-Präsidentschaft und zugleich eine der letzten aktiven 747-200 weltweit. Ihre Ablösung durch die VC-25B und die Übergangsmaschine auf 747-8-Basis hat begonnen, und ihre Einsätze werden seltener. Für Spotter in Europa bleibt sie ein Ausnahmeereignis, das nur bei Staatsbesuchen und Gipfeln möglich ist – mit Planung, Geduld und Respekt vor den Sicherheitsvorgaben.

Kurzfazit

Classic-747, hellblau-weiße Lackierung, 28000 oder 29000 am Leitwerk: Das ist die VC-25A. Sie fliegt nur zu Präsidentenreisen, landet oft spät abends und steht auf abgesperrten Vorfeldern. Wer sie noch im Original erleben will, sollte die nächsten Staatsbesuche im Blick behalten – lange wird sie nicht mehr fliegen.

Zusammenfassung

  • Die Boeing VC-25A ist die Präsidentenmaschine der USA, gebaut auf Basis der Boeing 747-200B und seit 1990 im Einsatz.
  • Es gibt genau zwei Exemplare mit den Kennungen 28000 und 29000; betrieben werden sie von der Presidential Airlift Group auf der Joint Base Andrews.
  • An Bord arbeitet der Präsident wie im Weißen Haus – mit Büro, Konferenzraum, Kommunikationszentrale und medizinischer Versorgung.
  • In Europa landete die VC-25A unter anderem in Hamburg, München, Berlin und auf der Ramstein Air Base; Spotting gelingt nur außerhalb der Sicherheitszonen.

Häufige Fragen

Ist Air Force One ein bestimmtes Flugzeug?

Nein. Air Force One ist ein Rufzeichen im Funkverkehr und gilt für jedes Flugzeug der US Air Force, in dem der Präsident sitzt. Im Alltag meinen die meisten damit die beiden VC-25A. Fliegt der Präsident in einer kleineren C-32, ist auch sie für diesen Flug Air Force One. Ohne Präsident an Bord fliegen die VC-25A unter Rufzeichen wie „SAM 28000“, mit dem Vizepräsidenten als „Air Force Two“.

Wie viele VC-25A gibt es?

Genau zwei: die Maschinen mit den Seriennummern 82-8000 und 92-9000. Am Seitenleitwerk stehen sie als 28000 und 29000. Beide basieren auf der Boeing 747-200B, wurden 1986 fertiggestellt und flogen 1987 erstmals.

Welche Triebwerke hat die VC-25A?

Vier General Electric CF6-80C2B1 mit jeweils rund 252 kN Schub. Das ist eine jüngere Triebwerksgeneration, als sie die meisten zivilen 747-200 je hatten, und ein Grund für die gute Leistung der beiden Maschinen.

Kann die VC-25A in der Luft betankt werden?

Ja. Die VC-25A hat eine Aufnahme für die Luftbetankung oben auf dem vorderen Rumpf. Damit ist ihre Reichweite theoretisch nur durch Besatzung, Vorräte und Wartung begrenzt. Ob die Übergangsmaschine VC-25B Bridge, die 2026 dazugekommen ist, ebenfalls betankt werden kann, ist öffentlich nicht bestätigt.

Wann wird die VC-25A ausgemustert?

Ein Bericht des US-Verteidigungsministeriums von 2024 sah die Ausmusterung für die Haushaltsjahre 2028 und 2029 vor. Die Nachfolger VC-25B sollen laut Air Force ab Mitte 2028 kommen. Im Juni 2026 verabschiedeten Mitarbeiter des Weißen Hauses die 29000 öffentlich, die Air Force erklärte aber, beide VC-25A blieben vorerst in der Flotte. Prüfe den aktuellen Stand, bevor du eine Reise planst.

Wo landet die Air Force One in Deutschland?

Das hängt vom Anlass ab. Belegt sind unter anderem Landungen in Hamburg zum G20-Gipfel 2017, in München zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau 2022, am BER im Oktober 2024 und ein Tankstopp auf der Ramstein Air Base im Dezember 2018.

Kann ich die VC-25A im Flugradar sehen?

Manchmal, aber nicht zuverlässig. Regierungs- und Militärflüge erscheinen in vielen Flugradar-Apps gefiltert oder gar nicht. Ungefilterte Community-Tracker zeigen mehr, doch auch dort fehlen Präsidentenflüge oft oder tauchen erst kurz vor der Landung auf. Verlass dich lieber auf offizielle Besuchsprogramme und Medienberichte.

Boeing VC-25A sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Verwandte Flugzeugtypen

Historisch

Boeing 747-200

Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.

Militär

Boeing VC-25B

Zwei ehemals für Russland gebaute Jumbos, ein Festpreisvertrag über 3,9 Milliarden Dollar und Jahre an Verzug: Die Boeing VC-25B soll die alte Air Force One ablösen. Hier liest du, wo das Programm im Oktober 2026 steht, welche Lackierung kommt und woran du die neue Präsidentenmaschine erkennst.

Militär

Boeing VC-137 (Air Force One)

Blau, Silber und Weiß, darüber in großen Lettern „United States of America“: Die Boeing VC-137 war die erste Jet-Generation der Air Force One. Hier erfährst du die Geschichte von SAM 970, SAM 26000 und SAM 27000 – und wo du sie heute besichtigst.

Militär

Boeing E-4B Nightwatch

Vier Jumbos, gebaut für den schlimmsten Fall: Die Boeing E-4B Nightwatch ist der fliegende Kommandoposten der US-Streitkräfte. Hier erfährst du, was in dem „Doomsday Plane“ steckt, wie du es erkennst und wie es um den Nachfolger E-4C steht.

Militär

Boeing C-32

Schlanker Rumpf, hohes Fahrwerk, hellblau-weiße Lackierung: Die Boeing C-32A fliegt den US-Vizepräsidenten als Air Force Two und springt sogar für die Air Force One ein. Hier erfährst du, was in der 757-Variante steckt, wie du C-32A und C-32B unterscheidest und wo du sie siehst.

Militär

Boeing C-17 Globemaster III

Entwickelt bei McDonnell Douglas, groß geworden unter Boeing: Die C-17 Globemaster III fliegt bei der US Air Force, der Royal Air Force und der multinationalen Heavy Airlift Wing in Ungarn. Hier liest du, wie das Programm lief, wer die Maschinen heute fliegt und wie du sie in Europa vor die Linse bekommst.

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du die Boeing VC-25A siehst

Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Passende Guides aus dem Blog

TT

Planetrack Redaktion

Die Flugzeugtypen-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung an Flughäfen, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Flugzeugtypen von Boeing