Das Wichtigste in Kürze
- Die F-16 ist einer der meistgebauten westlichen Kampfjets: mehr als 4.600 Exemplare seit den 1970er-Jahren, gebaut zuerst von General Dynamics, heute von Lockheed Martin.
- Schnellster Erkennungsweg: Lufteinlass unter dem Rumpf plus eine einzige Triebwerksdüse plus rahmenlose Glashaube.
- Versionen von außen: A/B und C/D sehen sich ähnlich, Unterschiede zeigen Leitwerkswurzel, Antennen und Einlassgröße – sicher bestimmt das Kennzeichen.
- In Europa fliegt sie in vielen Luftwaffen: etwa Belgien, Dänemark, Griechenland, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Bulgarien, Türkei und Ukraine – Norwegen und die Niederlande haben sie bereits abgegeben.
- In Deutschland ist die US Air Force mit der F-16 in Spangdahlem in der Eifel stationiert, in Italien in Aviano.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die F-16 Fighting Falcon?
- 2.Vom General-Dynamics-Jet zum Lockheed-Martin-Produkt
- 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Die Versionen im Überblick
- 5.Wer fliegt die F-16 in Europa?
- 6.Spangdahlem: die F-16 in Deutschland
- 7.Aviano: die F-16 südlich der Alpen
- 8.F-16, F-35, Gripen oder Eurofighter?
- 9.Spotting-Tipps für die F-16
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Entwickler | General Dynamics, Fort Worth (Texas); seit 1993 Lockheed, heute Lockheed Martin |
|---|---|
| Rolle | Einstrahliges Mehrzweck-Kampfflugzeug (Luftkampf und Luft-Boden-Einsatz) |
| ICAO-Typcode | F16 |
| Erstflug | YF-16: ungeplanter Hüpfer am 20. Januar 1974, offizieller Erstflug am 2. Februar 1974 |
| Erste Serien-F-16A | Erstflug 7. August 1978 |
| Einsatzbereit bei der US Air Force | 1980 (Hill Air Force Base, Utah) |
| Gebaute Exemplare | mehr als 4.600 |
| Besatzung | 1 (F-16A/C) oder 2 (Doppelsitzer F-16B/D) |
| Triebwerk | 1 × Pratt & Whitney F100 oder General Electric F110, je nach Version |
| Länge | 15,06 m |
| Spannweite | 9,96 m (mit Flügelspitzen-Startschienen) |
| Höhe | rund 4,9 m |
| Max. Startgewicht | rund 19,2 t (F-16C Block 50/52) |
| Höchstgeschwindigkeit | rund Mach 2 in großer Höhe |
| Bordkanone | 1 × M61A1 Vulcan, 20 mm, sechs Läufe |
| Aktuelle Fertigung | Block 70/72 in Greenville (South Carolina) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Großer Lufteinlass unter dem Rumpf, direkt hinter und unter dem Cockpit – von vorn wie ein offener Mund
- Nur ein Triebwerk mit einer einzigen runden Düse im Heck
- Rahmenlose Blasenhaube ohne Frontstrebe, der Pilot sitzt sehr weit oben und vorn
- Ein einzelnes Seitenleitwerk, darunter zwei kleine Bauchflossen schräg unter dem Heck
- Trapezförmiger Flügel, der fließend in den Rumpf übergeht, dazu lange Vorflügelwurzeln (Strakes) neben dem Cockpit
- Keine Canards, dafür ein klassisches Höhenleitwerk am Heck
- Bei vielen jüngeren Exportmaschinen: flache Zusatztanks auf dem Rumpfrücken (Conformal Fuel Tanks) beidseits hinter dem Cockpit
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein grauer Jet donnert mit Nachbrenner über die Piste, unter der Nase klafft ein großer Lufteinlass, der Pilot sitzt in einer Glaskuppel ganz vorn, und im Heck glüht nur eine einzige Düse: Das ist fast sicher eine F-16 Fighting Falcon. Kaum ein anderer Kampfjet ist weltweit so verbreitet, und auch in Europa begegnet er dir in vielen Luftwaffen. Hier erfährst du, woran du die F-16 erkennst, wie sich die Versionen unterscheiden, wer sie in Europa fliegt und was du über die US-Standorte Spangdahlem und Aviano wissen solltest.
F16 im Hangar
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Was ist die F-16 Fighting Falcon?
Die F-16 ist ein einstrahliges Mehrzweck-Kampfflugzeug aus den USA. Entstanden ist sie Anfang der 1970er-Jahre im Leichtjäger-Wettbewerb der US Air Force: Gesucht war ein kleiner, günstiger und extrem wendiger Jäger als Ergänzung zur großen F-15 Eagle. General Dynamics setzte sich mit der YF-16 gegen die Northrop YF-17 durch, aus der später die F/A-18 Hornet wurde.
Der Prototyp YF-16 ging am 20. Januar 1974 bei einem Rolltest auf der Edwards Air Force Base eher unfreiwillig in die Luft: Der Testpilot hob ab, um eine gefährliche Schwingung zu beenden. Der offizielle Erstflug folgte am 2. Februar 1974. Die erste Serien-F-16A flog im August 1978, und 1980 meldete die US Air Force die ersten Staffeln in Hill (Utah) einsatzbereit.
Technisch war die F-16 ein Sprung. Sie gilt als erstes Serien-Kampfflugzeug mit Fly-by-Wire, also elektronischer Flugsteuerung, und ist aerodynamisch leicht instabil ausgelegt, was sie sehr wendig macht. Statt eines mittigen Steuerknüppels hat der Pilot einen seitlichen Sidestick rechts, der Sitz ist stark nach hinten geneigt, damit hohe Lastvielfache besser verkraftet werden. Die Zelle ist für bis zu 9 g ausgelegt.
Aus dem reinen Schönwetter-Jäger wurde schnell ein Allrounder: Radar, Präzisionswaffen, Störbehälter und Aufklärungsbehälter machten die F-16 zum Arbeitstier vieler Luftwaffen. Insgesamt sind laut gängigen Nachschlagewerken mehr als 4.600 Exemplare entstanden, damit gehört sie zu den meistgebauten westlichen Kampfjets überhaupt. Ihr älterer Bruder aus demselben Werk in Fort Worth ist der Schwenkflügelbomber F-111.
Vom General-Dynamics-Jet zum Lockheed-Martin-Produkt
Der Name im Titel dieser Seite ist historisch: General Dynamics hat die F-16 entwickelt und in Fort Worth (Texas) gebaut. 1993 verkaufte der Konzern seine Flugzeugsparte an Lockheed, zwei Jahre später entstand durch die Fusion mit Martin Marietta Lockheed Martin. Seitdem läuft die F-16 unter Lockheed-Martin-Flagge.
In Fort Worth wurde später die F-35 gebaut, die F-16-Fertigung zog deshalb um. Die letzte F-16 aus Fort Worth ging 2017 an den Irak, seither entstehen neue Maschinen der Version Block 70/72 in Greenville (South Carolina). Als einer der jüngsten Kunden ist Marokko dabei: Lockheed Martin meldete Anfang Oktober 2026 den Erstflug der ersten marokkanischen Block 72.
Auch Europa hat die F-16 mitgebaut. 1975 entschieden sich Belgien, Dänemark, die Niederlande und Norwegen gemeinsam für den Typ – oft als „Geschäft des Jahrhunderts“ bezeichnet. Ein großer Teil der Jets entstand in europäischer Koproduktion: bei SABCA in Gosselies (Belgien) und bei Fokker in Amsterdam-Schiphol. Die vier Länder flogen ihre F-16 jahrzehntelang eng abgestimmt, und dieses Zusammenspiel prägt das Bild der F-16 in Europa bis heute.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Moderne Kampfjets wirken grau, schlank und schnell – und damit erst einmal gleich. Bei der F-16 kommst du mit drei Blicken zum Ziel.
Unter die Nase schauen
Der große, ovale Lufteinlass sitzt unter dem Rumpf, ein Stück hinter der Nasenspitze. Von vorn sieht das aus, als hätte der Jet den Mund offen.
Düsen zählen
Im Heck steckt nur eine runde Triebwerksdüse unter einem einzelnen Seitenleitwerk. Eurofighter, F-15 und MiG-29 haben zwei.
Cockpithaube prüfen
Die Haube ist eine durchgehende Blase ohne Frontrahmen. Der Pilot sitzt hoch und weit vorn, fast wie auf dem Rumpf aufgesetzt.
Dazu kommen Details, die du im Überflug oder am Boden siehst: der trapezförmige Flügel, der ohne Kante in den Rumpf übergeht, die langen Strakes neben dem Cockpit, ein klassisches Höhenleitwerk und zwei kleine Bauchflossen unter dem Heck. Am Ende bestätigt die Kennung den Typ. Wie die Seriennummern der US Air Force aufgebaut sind, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen lesen; für europäische Jets hilft eine Datenbank wie Scramble.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Im Seitenprofil achtest du auf die Glashaube ganz vorn und den Einlass darunter. Von unten im Überflug zeigt sich die schlanke Form mit nur einer Düse und dem einzelnen Seitenleitwerk – oft siehst du auch Raketen an den Flügelspitzen.
Die Versionen im Überblick
Die F-16 ist über fünf Jahrzehnte gewachsen. Bezeichnet werden die Varianten mit Buchstaben (Einsitzer und Doppelsitzer) und mit Block-Nummern, die den Ausrüstungsstand eines Bauabschnitts beschreiben.
| Version | Zeitraum | Was sie ausmacht |
|---|---|---|
| F-16A/B | ab Ende der 1970er-Jahre | Erste Serie, Blocks 1 bis 15; A ist Einsitzer, B Doppelsitzer |
| F-16AM/BM (MLU) | ab Ende der 1990er-Jahre | Modernisierte A/B der europäischen Nutzer mit neuer Avionik |
| F-16C/D | ab Mitte der 1980er-Jahre | Blocks 25 bis 52, besseres Radar, Präzisionswaffen, Nachtfähigkeit |
| F-16C/D Block 50/52+ | ab 2000er-Jahren | Exportversion, oft mit Rumpfrücken-Tanks und Rückenwulst beim Doppelsitzer |
| F-16E/F Block 60 | ab 2000er-Jahren | Speziell für die Vereinigten Arabischen Emirate, mit AESA-Radar |
| F-16 Block 70/72 (F-16V) | aktuelle Produktion | AESA-Radar APG-83, neues Cockpit, längere Lebensdauer der Zelle |
Bei der US Air Force tragen die modernisierten C/D-Maschinen häufig die Bezeichnung F-16CM/DM. Und für die Triebwerke gilt ab Block 30/32 eine einfache Merkhilfe: Endziffer 0 bedeutet General Electric F110, Endziffer 2 Pratt & Whitney F100. Hinter den Triebwerken stehen GE Aerospace und Pratt & Whitney.
Von außen sind viele Versionen kaum auseinanderzuhalten. Ein paar Indizien gibt es trotzdem: Die Doppelsitzer B, D und F haben eine deutlich längere Haube. Bei vielen Block-50/52+-Exportmaschinen – etwa in Polen und Griechenland – liegen flache Conformal Fuel Tanks wie Schulterpolster auf dem Rumpf, und manche Doppelsitzer tragen einen dicken Rückenwulst hinter der Haube. Viele F-16 mit GE-Triebwerk haben zudem einen größeren Einlass als die Pratt-&-Whitney-Varianten. Sicher bestimmst du die Version aber erst über die Kennung.
Lockheed Martin rechnet mit Betrieb bis etwa 2060
Mit der Block 70/72 und den Modernisierungen älterer Jets bleibt die F-16 nach Herstellerangaben noch Jahrzehnte im Dienst. Welche Luftwaffe gerade welche Version fliegt, ändert sich aber laufend durch Weitergaben und neue Lieferungen – prüf aktuelle Stände vor einer Tour.
Wer fliegt die F-16 in Europa?
Europa ist eine der wichtigsten F-16-Regionen. Gleichzeitig ist der Kontinent im Umbruch: Die ersten Nutzer steigen auf die F-35 um und geben ihre Jets an andere Länder weiter, vor allem an Rumänien und die Ukraine. Die Tabelle zeigt den Stand, soweit er gesichert ist.
| Land | Status (Stand Oktober 2026) |
|---|---|
| Belgien | Langjähriger Nutzer seit Ende der 1970er-Jahre, F-16AM/BM; Umstieg auf die F-35 läuft |
| Dänemark | F-16AM/BM, Ausmusterung für 2028 vorgesehen; Jets gehen an die Ukraine und an Argentinien |
| Niederlande | Seit 27. September 2024 außer Dienst; Jets an die Ukraine und an Rumänien abgegeben |
| Norwegen | Seit Januar 2022 außer Dienst, durch die F-35 ersetzt; Jets an Rumänien verkauft |
| Portugal | F-16AM/BM, nach Verkäufen an Rumänien rund 30 Maschinen |
| Griechenland | Einer der größten Nutzer Europas, rund 170 Maschinen beschafft; Modernisierung auf F-16V |
| Türkei | Größte Flotte in Europa, viele Jets in Lizenz im eigenen Land gebaut |
| Polen | 48 F-16C/D Block 52+, ausgeliefert ab 2006 |
| Rumänien | Gebrauchte Jets aus Portugal, Norwegen und den Niederlanden; Sitz des European F-16 Training Center |
| Slowakei | 14 Block 70/72 bestellt, erste Auslieferung im Januar 2024 |
| Bulgarien | Block 70, die ersten acht Maschinen bis Dezember 2025 geliefert, weitere bestellt |
| Ukraine | Erste F-16 seit August 2024, gespendet von mehreren europäischen Ländern |
Einen Sonderfall stellt Italien dar: Die Aeronautica Militare hatte in den 2000er-Jahren übergangsweise F-16 von der US Air Force geleast, bis der Eurofighter ausreichend verfügbar war. Heute fliegt in Italien nur noch die US Air Force mit der F-16.
Für Spotter bedeutet dieser Umbruch zweierlei: Einerseits verschwinden vertraute Bilder wie die niederländischen F-16 aus Volkel und Leeuwarden. Andererseits tauchen plötzlich neue Luftwaffen-Farben auf, etwa rumänische Jets mit ehemals norwegischer oder niederländischer Herkunft. Eine F-16 kann also schon unter drei Flaggen geflogen sein – ein Grund mehr, beim Fotografieren auf die Kennung zu achten.
Spangdahlem: die F-16 in Deutschland
Die einzigen fest in Deutschland stationierten F-16 gehören der US Air Force. Auf der Spangdahlem Air Base in der Eifel, rund 30 Kilometer nördlich von Trier in der Nähe von Bitburg, ist das 52nd Fighter Wing zu Hause. Seine fliegende Staffel ist die 480th Fighter Squadron „Warhawks“ mit F-16CM/DM Block 50. Ihre Spezialität ist die Bekämpfung gegnerischer Luftabwehr, im Militärjargon SEAD oder „Wild Weasel“.
Am Leitwerk tragen die Spangdahlemer Jets den Code SP. 2020 war geplant, die Staffel nach Aviano zu verlegen; dieser Plan wurde 2021 aber auf Eis gelegt und schließlich verworfen. Spangdahlem hat eine Piste in Richtung 05/23 mit gut drei Kilometern Länge. Neben den F-16 landen hier immer wieder Gäste – nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine 2022 etwa vorübergehend F-35A, Tankflugzeuge und EA-18G Growler.
Rund um den Flugplatz gibt es öffentliche Straßen und Feldwege, von denen aus Spotter Starts und Landungen beobachten. Wichtig: Spangdahlem ist ein militärisches Sperrgebiet. Bleib außerhalb des Zauns auf öffentlichem Grund, beachte Verbotsschilder und rechne damit, dass Sicherheitspersonal dich anspricht. Die Regeln im Detail erklärt der Artikel Militärflugplätze fotografieren: die Regeln. Wenn du ohnehin in der Pfalz unterwegs bist, lohnt sich ein Abstecher zur Transporter-Drehscheibe Ramstein; Tipps dazu findest du unter Planespotting an der Ramstein Air Base.
Keine Viper verpassen
Setz die F-16 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Aviano: die F-16 südlich der Alpen
Die zweite große US-Basis mit F-16 in Europa liegt in Norditalien. Die Aviano Air Base befindet sich in Friaul-Julisch Venetien am Fuß der Voralpen, rund 15 Kilometer von Pordenone entfernt. Eigentümer ist die italienische Luftwaffe, die US Air Force ist dort mit dem 31st Fighter Wing zu Gast – dem einzigen US-Kampfgeschwader südlich der Alpen.
Das Geschwader kam 1994 nach Aviano und fliegt mit zwei Staffeln F-16C/D: der 510th Fighter Squadron „Buzzards“ und der 555th Fighter Squadron „Triple Nickel“. Ihr Leitwerkscode lautet AV. Aviano war Ausgangsbasis für die NATO-Einsätze über Bosnien in den 1990er-Jahren und im Kosovo-Krieg 1999, und auch beim Libyen-Einsatz 2011 spielte der Stützpunkt eine wichtige Rolle. Zum Geschwader gehören außerdem zwei Rettungsstaffeln mit Hubschraubern.
Auch Aviano hat eine Piste in Richtung 05/23, knapp drei Kilometer lang. Die Kulisse ist ein Traum für Fotografen: Bei klarer Sicht ragen die Berge hinter dem Flugplatz auf. Für Zugang und Fotografie gelten in Italien eigene Regeln, und an militärischen Einrichtungen wird genau hingeschaut. Verlass dich nicht auf ältere Spotter-Berichte, sondern informier dich vorab über aktuelle Vorgaben.
| Basis | Geschwader und Staffel | Leitwerkscode | Was du wissen solltest |
|---|---|---|---|
| Spangdahlem (Deutschland) | 52nd FW, 480th FS | SP | F-16CM/DM Block 50, Schwerpunkt Bekämpfung der Luftabwehr |
| Aviano (Italien) | 31st FW, 510th und 555th FS | AV | Zwei F-16-Staffeln, italienische Basis mit Alpenkulisse |
Militärischer Flugbetrieb ist nicht planbar wie ein Linienflug
Flugzeiten werden nicht veröffentlicht, Staffeln sind oft wochenlang zu Übungen oder Einsätzen verlegt, und an Feiertagen ruht der Betrieb. Rechne damit, dass du auch mal einen stillen Tag am Zaun erwischst.
F-16, F-35, Gripen oder Eurofighter?
In Europa begegnen dir mehrere Kampfjets, die man auf Entfernung verwechseln kann. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: einstrahliger oder leichter Kampfjet
F-16 Fighting Falcon
Einlass unter dem Rumpf, ein Seitenleitwerk mit Höhenleitwerk und eine Düse – das ist die F-16. Prüf jetzt die Kennung, um Luftwaffe und Version zu bestimmen.
Lockheed Martin F-35 Lightning II
Zwei schräg gestellte Seitenleitwerke und seitliche Einlässe sprechen für die F-35, die in vielen ehemaligen F-16-Ländern nachfolgt.
Saab JAS 39 Gripen
Ein kleiner Deltaflügler mit Canards und einer Düse ist der Gripen.
Eurofighter Typhoon
Zwei Düsen, Deltaflügel und Canards vor dem Cockpit deuten auf den Eurofighter. Auch er hat seinen Einlass unter dem Rumpf.
Weitere mögliche Verwechslungen: Die MiG-29, die einige osteuropäische Luftwaffen vor der F-16 flogen, hat zwei Triebwerke und zwei Seitenleitwerke. Die F-15 ist deutlich größer, ebenfalls zweistrahlig und zweifach geleitwerkt. Und bei Oldtimer-Flugtagen kann dir die F-104 Starfighter begegnen – ein einstrahliger Vorgänger mit winzigen Flügeln und seitlichen Einlässen, den die F-16 in mehreren europäischen Luftwaffen abgelöst hat. Einen breiten Überblick bietet der Guide Kampfjets in Europa erkennen.
Spotting-Tipps für die F-16
Die F-16 ist ein dankbares Motiv: klein, wendig und mit einem charakteristischen Profil. Wer gute Bilder will, muss allerdings schnell sein.
Kurze Belichtung
Jets sind schnell und vibrieren nicht wie Propellermaschinen. Mit 1/1000 s oder kürzer frierst du die F-16 scharf ein.
Die Kurve abwarten
Wenn die F-16 nach dem Start oder im Platzrundenanflug in die Kurve geht, zeigt sie dir Flügel, Bewaffnung und Rumpfrücken. Das ist oft das beste Bild des Tages.
Nachbrenner im trüben Licht
Bei Dämmerung oder bedecktem Himmel leuchtet der Nachbrenner kräftig. Ein Start mit „Burner“ im Abendlicht ist ein Klassiker.
Kennung mitnehmen
Mach immer auch ein Bild, auf dem Leitwerkscode und Seriennummer lesbar sind. Ohne sie bleibt die Version oft offen.
Wann das Licht an deinem Standpunkt passt, berechnest du vorab; wie das geht, steht im Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Welche Brennweiten und Ausrüstung du brauchst, fasst die Planespotting-Ausrüstung-Checkliste zusammen.
Airshows, Tiger Meet und Übungen
Die entspannteste Chance auf F-16 aus vielen Ländern bieten Flugtage und Übungen. Europäische F-16-Staffeln sind traditionell stark beim NATO Tiger Meet vertreten und bringen dazu oft spektakuläre Sonderlackierungen mit; Hintergründe stehen unter NATO Tiger Meet und Tiger Meet und militärische Sonderlackierungen. Mehrere Luftwaffen schicken außerdem F-16-Solo-Displays zu Flugtagen, etwa zum Royal International Air Tattoo in Fairford. Wie du bei Vorführungen scharfe Bilder bekommst, erklärt der Beitrag Airshows fotografieren.
Bereit für deinen F-16-Tag?
- Ich habe geprüft, ob die Staffel gerade zu Hause ist und geflogen wird.
- Ich kenne die voraussichtliche Start- und Landerichtung anhand des Windes.
- Mein Standpunkt liegt auf öffentlichem Grund außerhalb von Sperrzonen.
- Ich habe Gehörschutz dabei – Nachbrennerstarts sind sehr laut.
- Kurze Verschlusszeit, Serienbild aktiv, Akku voll, Speicherkarte frei.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die F-16, wenn …
- der Lufteinlass unter dem Rumpf hinter der Nase sitzt
- du nur eine Triebwerksdüse siehst
- die Cockpithaube eine rahmenlose Blase ist
- am Leitwerk SP (Spangdahlem) oder AV (Aviano) steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur ein Seitenprofil im Gegenlicht siehst
- Zusatztanks und Außenlasten die Silhouette verändern
- eine Sonderlackierung die Konturen verschleiert
Es ist keine F-16, wenn …
- zwei Seitenleitwerke am Heck sitzen
- du Canards vor dem Flügel siehst
- zwei Triebwerksdüsen nebeneinander liegen
- die Lufteinlässe seitlich am Rumpf sitzen
Fazit
Die F-16 ist der Kampfjet, der Europas Luftwaffen über Jahrzehnte geprägt hat. Auch wenn Norwegen und die Niederlande schon auf die F-35 umgestiegen sind, wandern ihre Jets weiter nach Rumänien und in die Ukraine, und mit der Block 70/72 kommen neue F-16 nach Osteuropa. In Deutschland ist Spangdahlem die feste Adresse, in Italien Aviano – dazu kommen Übungen, Tiger Meets und Flugtage in den Nachbarländern.
Kurzfazit
Einlass unter dem Rumpf, eine Düse, rahmenlose Glashaube und ein Seitenleitwerk: Das ist die F-16 Fighting Falcon. Die Version verrät dir die Kennung, die besten Chancen hast du rund um Spangdahlem und Aviano sowie bei Airshows und dem NATO Tiger Meet.
Zusammenfassung
- Die F-16 entstand Anfang der 1970er-Jahre als leichter, wendiger Jäger und wurde zum vielseitigen Mehrzweck-Kampfflugzeug.
- Mit Einlass unter dem Rumpf, einem Triebwerk und einem Seitenleitwerk unterscheidest du sie zuverlässig von Eurofighter, Gripen und F-35.
- Mit der Block 70/72 wird sie weiterhin neu gebaut; Lockheed Martin rechnet damit, dass die internationale Flotte bis etwa 2060 fliegt.
- Spotter in Deutschland sehen sie am ehesten rund um Spangdahlem, bei Übungen, beim NATO Tiger Meet und auf Airshows in den Nachbarländern.
Häufige Fragen
Heißt der Jet „General Dynamics F-16“ oder „Lockheed Martin F-16“?
Beides ist richtig, je nach Zeitpunkt. Entwickelt und lange gebaut hat ihn General Dynamics in Fort Worth. 1993 verkaufte General Dynamics seine Flugzeugsparte an Lockheed, das 1995 mit Martin Marietta zu Lockheed Martin fusionierte. Neue F-16 kommen deshalb heute von Lockheed Martin.
Warum nennen Piloten die F-16 „Viper“?
Der offizielle Name ist Fighting Falcon. Unter Besatzungen und Spottern hat sich aber „Viper“ durchgesetzt. Lockheed Martin hat den Spitznamen später sogar für die modernisierte Version F-16V aufgegriffen.
Welchen ICAO-Typcode hat die F-16?
Der Typcode lautet F16. In Tracking-Diensten taucht die F-16 aber nur auf, wenn sie offen sendet; viele Militärflüge sind gar nicht oder ohne Kennung sichtbar. Wie du trotzdem den Überblick behältst, erklärt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.
Was bedeuten die Block-Nummern?
Blocks sind Bauabschnitte mit einheitlichem Ausrüstungsstand. Ab Block 30/32 gilt eine praktische Faustregel: Endet die Nummer auf 0, steckt ein General-Electric-Triebwerk F110 drin, endet sie auf 2, ein Pratt & Whitney F100. Block 50 fliegt also mit GE-, Block 52 mit P&W-Antrieb.
Was ist eine F-16 MLU?
MLU steht für Mid-Life Update. Belgien, Dänemark, die Niederlande, Norwegen und Portugal haben ihre älteren F-16A/B damit auf einen modernen Avionik-Stand gebracht. Die modernisierten Jets heißen F-16AM (Einsitzer) und F-16BM (Doppelsitzer).
Fliegt die Luftwaffe der Bundeswehr die F-16?
Nein. Die deutsche Luftwaffe hat die F-16 nie beschafft, sie setzt auf Eurofighter, Tornado und als Tornado-Nachfolger die F-35. F-16 in Deutschland gehören zur US Air Force in Spangdahlem oder sind Gäste aus Nachbarländern.
Wie unterscheide ich F-16 und F-35?
Die F-35 hat zwei schräg gestellte Seitenleitwerke, seitliche Lufteinlässe und einen deutlich dickeren, kantigen Rumpf. Die F-16 hat ein einzelnes Seitenleitwerk und den Einlass unter dem Rumpf. Beide haben nur ein Triebwerk.
General Dynamics F-16 Fighting Falcon sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Lockheed Martin F-35 Lightning II
Ein Triebwerk, zwei schräg gestellte Seitenleitwerke, glatte Flächen ohne Außenlasten: Die F-35 ist der Tarnkappenjet, den immer mehr europäische Luftwaffen fliegen – darunter jetzt auch Deutschland mit dem Standort Büchel. So erkennst du A, B und C.
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Klein, wendig, nur ein Triebwerk und trotzdem Canards plus Deltaflügel: Der Saab Gripen ist Schwedens Kampfjet und fliegt auch in Ungarn und Tschechien. So erkennst du ihn und trennst die Versionen C/D und E/F.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Lockheed Martin
Lockheed Martin baut heute fast nur Militärflugzeuge, doch das Erbe reicht von der dreifach geleitwerkten Constellation über den Großraumjet TriStar bis zur Hercules und zur F-35. Wer die Formen kennt, erkennt Lockheed-Typen am Zaun eines Fliegerhorsts genauso sicher wie im Museum.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
HerstellerGE Aerospace
Der US-Triebwerkshersteller aus Evendale bei Cincinnati steckt hinter einigen der größten Fans, die je unter einem Flügel hingen: CF6 für 747, 767 und MD-11, GE90 für die Boeing 777, GEnx für 787 und 747-8 und GE9X für die 777X. Wer Großraumflugzeuge spottet, hat GE fast immer im Bild.
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