Das Wichtigste in Kürze
- Das Museum of Flight liegt an der Südwestecke von Boeing Field in Seattle und zeigt mehr als 150 Luft- und Raumfahrzeuge.
- Der Star ist RA001: der erste Boeing 747 überhaupt, Kennzeichen N7470, Erstflug am 9. Februar 1969 – heute in der Aviation Pavilion.
- Boeing-Geschichte am Stück: Prototypen von 727, 737 und 787, die Red Barn als erstes Werk und die einzige erhaltene Boeing 80A.
- Weitere Ikonen: Concorde G-BOAG, die erste Jet-Air-Force-One SAM 970, B-17, B-29 und die einzige erhaltene Lockheed M-21.
- Kombinierbar: echter Verkehr auf Boeing Field vor der Tür, Boeings Werk in Everett eine Autostunde nördlich.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Ein Museum, das aus einem einzigen Flugzeug entstand
- 7.RA001: der erste Jumbo der Welt
- 8.Die Aviation Pavilion: Prototypen unter einem Dach
- 9.Great Gallery, Red Barn und Weltkriegsflieger
- 10.Fotografieren im Museum of Flight
- 11.Spotting an Boeing Field
- 12.Besuch planen: Tickets, Öffnung, Anreise
- 13.Kombinieren: Everett, Seattle und der Nordwesten
- 14.Seattle im Vergleich mit anderen US-Museen
- 15.Fazit
- 16.Häufige Fragen
Steckbrief
| Träger | Gemeinnütziges, privates Museum – hervorgegangen aus der 1965 gegründeten Pacific Northwest Aviation Historical Foundation |
|---|---|
| Standort | 9404 East Marginal Way South, Seattle (WA) 98108, an der Südwestecke von Boeing Field (King County International Airport, BFI/KBFI), an der Grenze zu Tukwila |
| Sammlung | mehr als 150 Luft- und Raumfahrzeuge auf mehreren Galerien und einem Freigelände |
| Star-Exponat | Boeing 747-121 RA001, Kennzeichen N7470 – der erste jemals gebaute Jumbo, Erstflug am 9. Februar 1969 |
| Weitere Ikonen | Concorde G-BOAG, VC-137B SAM 970 (erste Jet-Air-Force-One), Prototypen von 727 und 737, dritter 787-Prototyp, B-17F, B-29, Lockheed M-21 mit D-21, einzige erhaltene Boeing 80A |
| Galerien | T.A. Wilson Great Gallery, Red Barn, Personal Courage Wing, Charles Simonyi Space Gallery und die überdachte Aviation Pavilion |
| Öffnung | laut Museum täglich 10 bis 17 Uhr, geschlossen an Thanksgiving und am 25. Dezember |
| Eintritt | laut Museum (Stand Oktober 2026) 29 US-Dollar für Erwachsene, 25 für Senioren ab 65, 21 für Jugendliche von 5 bis 17, Kinder bis 4 frei; am ersten Donnerstag im Monat von 17 bis 21 Uhr frei |
| Besucher | rund 465.000 im Jahr 2024 (laut Wikipedia) |
| Parken | laut Museum kostenlos |
| Offizielle Website | www.museumofflight.org |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
The Museum of Flight aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für The Museum of Flight
- Die Glashalle der Great Gallery – ein Stahl-Glas-Bau direkt an der East Marginal Way, durch dessen Scheiben du die hängenden Flugzeuge schon von außen siehst
- Ein Jumbo in Hausfarben unter einem Dach – auf der anderen Straßenseite parkt der Prototyp-747 im roten Boeing-Anstrich unter der riesigen Überdachung der Aviation Pavilion
- Die rote Holzscheune – die Red Barn, Boeings erstes Werk, steht neben dem modernen Museumsbau
- Echter Flugbetrieb vor der Tür – auf der langen Bahn von Boeing Field rollen Frachter, Geschäftsreisejets und neue Boeing 737
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der allererste Boeing 747 – ein Flugzeug, das die Luftfahrt verändert hat, im Original
- Prototypen von 727, 737 und 787 an einem Ort: Boeing-Geschichte aus erster Hand
- Eine der wenigen Concordes außerhalb Europas
- Direkt an einem aktiven Flughafen – Museum und Spotting lassen sich verbinden
- Kostenloses Parken und tägliche Öffnung
Wo es hakt
- Eintritt deutlich teurer als in den freien Smithsonian-Museen
- Ohne Auto ist die Anreise etwas umständlicher
- Die Aviation Pavilion ist überdacht, aber seitlich offen – an kühlen, nassen Tagen wird es zugig
- Welche Flugzeuge du betreten kannst, wechselt – prüfe den aktuellen Stand vor Ort
- Die ganz großen Militärjets und die Space Shuttle selbst siehst du hier nicht
Jeder Jumbo, den du je am Zaun fotografiert hast, geht auf ein einziges Flugzeug zurück. Es trägt das Kennzeichen N7470, bei Boeing hieß es intern RA001, und es steht heute nicht in Everett, wo es gebaut wurde, sondern ein paar Kilometer südlich von Seattle: im Museum of Flight am Rand von Boeing Field. Daneben parken eine Concorde, die erste Air Force One mit Strahltriebwerken und die Prototypen von 727, 737 und 787. Wer Verkehrsflugzeuge liebt, findet kaum ein Museum, in dem so viel Boeing-Geschichte im Original auf einem Fleck steht.
RA001 gehört in deinen Hangar
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen und Ort – auch den allerersten Jumbo in der Aviation Pavilion. Planetrack startet bald – die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Ein Museum, das aus einem einzigen Flugzeug entstand
Die Wurzeln des Museums sind bescheiden. 1965 gründeten Luftfahrtbegeisterte in Seattle die Pacific Northwest Aviation Historical Foundation. Ihr erstes Ziel war ein einziges Flugzeug: eine 1929 gebaute Boeing 80A-1, ein dreimotoriger Doppeldecker für Passagiere, den die Gruppe in Anchorage in Alaska aufgespürt hatte. Die Restaurierung zog sich über 16 Jahre. Heute ist die Maschine die einzige erhaltene Boeing 80A – und das Museum, das um sie herum wuchs, gehört zu den größten Luft- und Raumfahrtmuseen der Welt.
Ein Meilenstein war 1975 der Kauf der Red Barn. Das rote Holzgebäude von 1909 war Boeings erstes Werk. Das Museum erwarb es vom Hafen Seattle für einen symbolischen Dollar und ließ es auf einem Lastkahn den Duwamish River hinauf zum heutigen Gelände bringen; seit 1983 ist es für Besucher geöffnet. Am 10. Juli 1987 folgte die große Glashalle, die T.A. Wilson Great Gallery – eröffnet von Vizepräsident George Bush gemeinsam mit vier Mercury-Astronauten.
Das Museum ist eine private, gemeinnützige Einrichtung und von der American Alliance of Museums akkreditiert. Laut Wikipedia kamen 2024 rund 465.000 Besucher.
RA001: der erste Jumbo der Welt
Am 30. September 1968 rollte in Everett ein Flugzeug aus der Halle, das so groß war, dass Boeing dafür eigens eine neue Fabrik gebaut hatte. Der erste Boeing 747 trug die Werksbezeichnung RA001, die Seriennummer 20235 und den Namen City of Everett. Am 9. Februar 1969 hob er zum ersten Mal ab. Im Cockpit saßen Boeings Chefpilot Jack Waddell, Testpilot Brien Wygle und Flugingenieur Jess Wallick.
Bis zur Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA Ende Dezember 1969 flog RA001 im Testprogramm mit. Eine Airline hat ihn nie bekommen. Die Typbezeichnung 747-121 verweist zwar auf Pan Am als Erstkundin – die Ziffern 21 sind Boeings Kundencode für die Airline –, doch der Prototyp blieb sein Leben lang bei Boeing. Wie die Pan Am den Jumbo überhaupt erst ins Rollen brachte, erzählt der Beitrag zur Geschichte der Boeing 747.
| Kennzahl | Boeing 747-121 RA001 |
|---|---|
| Kennzeichen | N7470 (zeitweise N1352B) |
| Seriennummer | 20235 |
| Roll-out | 30. September 1968, Everett |
| Erstflug | 9. Februar 1969 |
| Crew beim Erstflug | Jack Waddell, Brien Wygle, Jess Wallick |
| Letzter Flug | 6. April 1995, nach Boeing Field |
| Flugstunden | gut 5.000 (Quellen nennen rund 5.200 bis 5.300) |
| Standort heute | Aviation Pavilion, Museum of Flight |
Versuchsträger statt Linienflugzeug
Nach der Zulassung war RA001 nicht ausgemustert, sondern begann ein zweites Leben als fliegendes Labor. Boeing erprobte mit ihm neue Technik und neue Triebwerke für andere Verkehrsflugzeuge. Laut Museum gehörte dazu das Pratt & Whitney PW4000, das später unter anderem an der Boeing 777 hing. Dazwischen stand der Jumbo mehrere Jahre eingelagert in Las Vegas. Am 6. April 1995 flog er ein letztes Mal, zum Museum an Boeing Field, dem Boeing ihn schenkte – immer noch in seiner Testkonfiguration.
Worauf du an RA001 achten solltest
Schau dir die Lackierung genau an: Der Prototyp trägt Boeings alte Hausfarben und am Rumpf die Logos der Airlines, die den Jumbo als Erste bestellt hatten. Innen zeigt sich RA001 nicht als Passagierflugzeug, sondern in seiner Konfiguration als Testflugzeug. Wenn du die Unterschiede zu späteren Versionen erkennen willst, hilft der Beitrag Boeing 747-100 bis 747-8 unterscheiden.
Restaurierung unter freiem Himmel
Jahrzehnte im feuchten Klima des Nordwestens hatten Spuren hinterlassen. Im Sommer 2012 beschloss das Museum die Restaurierung, die knapp zwei Jahre dauerte. Die Teams arbeiteten direkt am Abstellplatz: Sie lackierten den Jumbo an Ort und Stelle neu und überarbeiteten den Innenraum. 2014 öffnete RA001 wieder für Besucher. Anschließend bekam die Aviation Pavilion ihr großes Dach, das den Jumbo und seine Nachbarn heute vor Regen schützt.
Für Spotter hat RA001 eine besondere Bedeutung. Der Jumbo verschwindet aus dem Linienverkehr; bei vielen Airlines ist der Abschied längst vollzogen, wie der Beitrag zum Ende der Vierstrahler zeigt. Umso mehr lohnt es sich, das Flugzeug zu sehen, mit dem alles begann. Den Typ selbst findest du im Steckbrief zur Boeing 747-100.
Vom Prototyp zum letzten Jumbo
In Planetrack führst du in deinem Hangar eine Wunschliste und stellst Sichtungs-Alarme für Typen, Kennzeichen und Airlines ein – so erfährst du, wenn eine 747 bei dir im Anflug ist. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Die Aviation Pavilion: Prototypen unter einem Dach
Die Aviation Pavilion liegt auf dem westlichen Teil des Geländes, auf der anderen Seite der East Marginal Way. Laut Museum ist sie eine überdachte, seitlich offene Ausstellungsfläche von rund drei Acres, also etwa 1,2 Hektar, mit 19 Verkehrs- und Militärflugzeugen. Ihr Thema ist die Entwicklung großer Flugzeuge von den 1930er-Jahren bis heute.
Neben RA001 versammelt sie mehrere „Erste“ der Boeing-Geschichte:
- den ersten Boeing 727, den Prototyp der Dreistrahler-Familie – mehr im Steckbrief zur Boeing 727-100,
- den ersten Boeing 737, der nach seiner Boeing-Zeit lange für die NASA als Versuchsflugzeug flog – den Typ beschreibt die Seite zur Boeing 737-100,
- den dritten Prototyp der Boeing 787-8 mit dem Kennzeichen N787BX – die Serienversion steht im Steckbrief zur Boeing 787-8,
- die Verkehrsflugzeuge der 1930er-Jahre, eine Boeing 247D und eine Douglas DC-2.
Dazu kommen Militärflugzeuge wie die B-17F Flying Fortress, die B-29 Superfortress und die B-47 Stratojet sowie Jagdflugzeuge vom Koreakrieg bis zum Golfkrieg. Eine Besonderheit ist die Ausstellung zur Luftfracht, gebaut aus dem Rumpf eines ehemaligen FedEx-727-Frachters.
| Exponat | Was es besonders macht |
|---|---|
| Boeing 747-121 RA001 | erster Boeing 747, Erstflug 1969 |
| Concorde G-BOAG | British-Airways-Concorde, Rekordflug nach Seattle 2003 |
| VC-137B SAM 970 | erste Air Force One mit Strahltriebwerken |
| Boeing 727 | Prototyp der 727-Familie |
| Boeing 737 | Prototyp, später Versuchsflugzeug der NASA |
| Boeing 787-8 N787BX | dritter Dreamliner-Prototyp |
| Boeing 247D, Douglas DC-2 | Verkehrsflugzeuge der 1930er-Jahre |
| B-17F, B-29, B-47 | Boeing-Bomber vom Zweiten Weltkrieg bis zum Kalten Krieg |
Concorde G-BOAG
Die Concorde in Seattle ist laut Wikipedia eine von nur vier Concordes, die außerhalb Europas ausgestellt sind. G-BOAG flog seit 1980 für British Airways, ihren letzten Linienflug absolvierte sie im Oktober 2003. Am 5. November 2003 brachte sie eine Crew von New York nach Seattle – laut Museum in 3 Stunden, 55 Minuten und 2 Sekunden, davon gut anderthalb Stunden mit Überschall über dem dünn besiedelten Norden Kanadas. Den Typ beschreibt der Steckbrief zur Aérospatiale/BAC Concorde, die Geschichte der Überschallära der Beitrag zur Concorde.
SAM 970: die erste Jet-Air-Force-One
Die VC-137B mit dem Rufzeichen SAM 970 ist eine militärische Variante der Boeing 707 und war die erste Präsidentenmaschine der USA mit Strahltriebwerken. Im Juni 1996 landete sie an Boeing Field, im Oktober desselben Jahres öffnete das Museum sie für Besucher. Die Familie der Regierungs-707 stellt die Seite zur Boeing VC-137 vor, die Entwicklung des ersten Boeing-Jetliners der Beitrag zur Boeing 707.
Innen oder nur außen?
Mehrere Großflugzeuge in der Aviation Pavilion sind je nach Zeitpunkt begehbar, darunter laut Wikipedia die 787. Welche Kabinen gerade offen sind, hängt von Personal, Andrang und Restaurierungsarbeiten ab. Frag am Eingang nach, wenn du gezielt in RA001, die Concorde oder die Air Force One willst. Für Cockpit und Kabine bietet das Museum online 360-Grad-Rundgänge an.
Great Gallery, Red Barn und Weltkriegsflieger
Auf der Ostseite der Straße liegt das Hauptgebäude. Herzstück ist die T.A. Wilson Great Gallery, eine Halle aus Stahl und Glas, unter deren Decke mehr als 20 Flugzeuge frei hängen, darunter eine Douglas DC-3. In der Mitte steht seit 1994 die Lockheed M-21 – laut Wikipedia die einzige erhaltene Maschine dieser Variante der A-12, mit der aufgesetzten Aufklärungsdrohne D-21 auf dem Rücken. Wer die Blackbird-Familie mag, findet dazu im Museum auch Teile einer SR-71.
Gleich nebenan steht die Red Barn. In dem schlichten Holzbau begann Boeing einst, Flugzeuge zu bauen; heute erzählt er die Frühgeschichte der Luftfahrt im Nordwesten der USA und die Anfänge des Herstellers. Wie aus der kleinen Werkstatt am Duwamish River einer der beiden großen Flugzeugbauer der Welt wurde, steht auf der Seite zu Boeing.
Der Personal Courage Wing öffnete am 6. Juni 2004 und zeigt auf rund 8.000 Quadratmetern mehr als 25 Flugzeuge aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Die Charles Simonyi Space Gallery kam im November 2012 dazu. Weil Seattle bei der Verteilung der ausgemusterten Space Shuttles leer ausging, steht dort der Full Fuselage Trainer, ein Rumpf-Trainer in Originalgröße, an dem NASA-Astronauten ausgebildet wurden.
Fotografieren im Museum of Flight
In den Hallen arbeitest du meist aus der Hand. Die Great Gallery ist durch ihre Glasfassade tagsüber vergleichsweise hell, die hängenden Flugzeuge bekommst du aber nur mit kurzer Brennweite vollständig aufs Bild. In der Aviation Pavilion ist es umgekehrt: Das Dach schützt vor Regen, das Licht kommt seitlich herein, und die Flugzeuge stehen dicht nebeneinander. Prüfe die aktuellen Fotoregeln des Museums vor Ort, vor allem für Stative.
Mit der Pavilion beginnen
Geh früh hinüber zu RA001 und der Concorde. Später am Tag stehen dort mehr Menschen vor den Flugzeugen.
Weitwinkel einpacken
Ein Jumbo unter einem Dach passt nur mit kurzer Brennweite ganz ins Bild. Für Details wie Logos am Rumpf reicht ein Standardzoom.
Kennzeichen festhalten
N7470, G-BOAG, N787BX: Fotografier die Kennzeichen mit. So ordnest du die Bilder später sauber zu. Wie US-Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu N-Nummern.
Details statt Totale
Die frühe Triebwerksverkleidung am Prototyp, die Nase der Concorde oder die Airline-Logos am Rumpf von RA001 sind oft die stärkeren Motive.
Bei Regen ideal
Seattle ist für Niederschlag bekannt. Mit Great Gallery und überdachter Pavilion ist das Museum ein gutes Ziel für trübe Tage.
Spotting an Boeing Field
Das Museum liegt an der Südwestecke von Boeing Field, offiziell King County International Airport (IATA BFI, ICAO KBFI). Der Flughafen gehört dem King County und liegt rund acht Kilometer südlich der Innenstadt. Die Hauptbahn 14R/32L ist gut 3.000 Meter lang, daneben gibt es eine kurze Parallelbahn 14L/32R von rund 1.130 Metern.
Für Spotter ist das Feld spannend, weil es kein klassischer Passagierflughafen ist. Laut Wikipedia nutzt UPS Airlines Boeing Field als Drehkreuz, dazu kommen weitere Frachter, viel allgemeine Luftfahrt und Geschäftsreiseflieger. Kenmore Air bietet Linienflüge an. Und Boeing selbst bereitet hier neue 737 nach dem Erstflug für die Auslieferung vor – mit etwas Glück siehst du also fabrikneue Maschinen in Kundenlackierung, teils noch mit Testkennzeichen.
Laut Wikipedia kannst du den Verkehr auf dem Flugfeld vom Museum aus beobachten. Wo du dafür am besten stehst und wie das Licht im Tagesverlauf wandert, beschreibt der Spot-Guide Museum of Flight am Boeing Field. Grundsätzliches zum Spotten in den Vereinigten Staaten fasst der Beitrag Planespotting in den USA zusammen.
Wie viel Zeit brauchst du im Museum of Flight?
Richtwert ohne Anreise, Wartezeiten und Pausen.
Besuch planen: Tickets, Öffnung, Anreise
Die Adresse lautet 9404 East Marginal Way South. Laut Museum ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, geschlossen bleibt es an Thanksgiving und am 25. Dezember.
- Eintritt: laut Museum (Stand Oktober 2026) 29 US-Dollar für Erwachsene, 25 für Senioren ab 65 und 21 für Jugendliche von 5 bis 17 Jahren. Kinder bis vier Jahre und Mitglieder sind frei.
- Freier Abend: Am ersten Donnerstag jedes Monats ist der Eintritt von 17 bis 21 Uhr kostenlos.
- Parken: laut Museum kostenlos.
- Zwei Seiten: Hauptgebäude und Aviation Pavilion liegen auf gegenüberliegenden Seiten der East Marginal Way. Plane den Weg dazwischen ein.
- Mit Kindern: Die großen, begehbaren Flugzeuge und der Space-Shuttle-Trainer kommen bei Kindern gut an. Weitere Ideen stehen im Beitrag Planespotting mit Kindern.
Preise und Öffnungszeiten können sich ändern. Prüfe sie vor dem Besuch auf der Website des Museums.
Kombinieren: Everett, Seattle und der Nordwesten
Seattle ist Boeing-Land, und das Museum of Flight ist nur ein Baustein. Rund eine Autostunde nördlich liegt am Flughafen Paine Field in Everett das Werk, in dem RA001 entstand. Dort zeigt das Besucherzentrum Future of Flight die heutige Produktion – Details zum Standort stehen auf der Spot-Seite Future of Flight in Everett. Ebenfalls in Everett betreibt das Museum of Flight seine Restaurierungswerkstatt, in der laut Wikipedia unter anderem an einer de Havilland Comet 4 gearbeitet wird.
Am Flughafen Seattle-Tacoma landest du vermutlich selbst. Dort prägt Alaska Airlines das Bild, die im Großraum Seattle ihren Sitz hat und zur Alaska Air Group gehört. Wer weiter Richtung Süden fährt, findet im Evergreen Aviation & Space Museum in Oregon ein weiteres großes Haus. Wie du eine solche Tour sinnvoll aufbaust, steht im Beitrag zur Planespotting-Reise in die USA.
Hinfahren, wenn du …
- einmal vor dem allerersten Boeing 747 stehen willst
- Boeing-Prototypen von 727, 737 und 787 sehen möchtest
- Museum und Live-Verkehr an einem Ort verbinden willst
Vorher klären, wenn du …
- gezielt in ein bestimmtes Flugzeug hineinwillst
- mit Stativ fotografieren möchtest
- ohne Auto anreist
Woanders besser, wenn du …
- vor allem frühe Pioniermaschinen wie den Wright Flyer suchst – dann ab nach Washington
- ein riesiges Freigelände mit Hunderten Flugzeugen erwartest – das bietet Tucson
Seattle im Vergleich mit anderen US-Museen
Die großen Luftfahrtmuseen der USA haben jeweils ein eigenes Profil. Das National Air and Space Museum in Washington zeigt mit dem Wright Flyer und der Spirit of St. Louis die Ikonen der Pionierzeit, sein Zweitstandort Udvar-Hazy Center die großen Maschinen wie Space Shuttle Discovery. Das National Museum of the US Air Force in Dayton konzentriert sich auf die Militärluftfahrt, das Pima Air & Space Museum in Tucson auf schiere Masse unter Wüstensonne.
Seattle ist das Museum der Verkehrsluftfahrt und vor allem der Boeing-Prototypen. Nirgendwo sonst stehen der erste Jumbo, der erste 727, der erste 737 und ein früher Dreamliner so nah beieinander.
Vom Museum an den Zaun
Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Sonnenstand-Planer und Wetter, Wind und Pisten am Flughafen: Planetrack bringt alles für den Spotting-Nachmittag an Boeing Field zusammen. Planetrack startet bald – sichere dir über die Warteliste frühen Zugang.
Fazit
Das Museum of Flight ist für Fans von Verkehrsflugzeugen ein Pflichtziel. RA001 ist mehr als ein alter Jumbo: Er ist das Flugzeug, mit dem das Zeitalter der Großraumflugzeuge begann, und er hat danach noch ein Vierteljahrhundert lang neue Technik für andere Boeing-Typen erprobt. Drumherum stehen eine Concorde, die erste Jet-Air-Force-One und die Prototypen von 727, 737 und 787.
Plane einen ganzen Tag ein, frag nach den gerade begehbaren Flugzeugen und nimm dir Zeit für den Blick hinüber auf Boeing Field. Wer dann noch nach Everett fährt, sieht an zwei Tagen den Weg vom Jumbo-Prototyp bis zur heutigen Produktion.
Kurzfazit
Erster Boeing 747, Concorde, Air Force One und drei weitere Boeing-Prototypen: Das Museum of Flight ist das wichtigste Museum für Verkehrsluftfahrt in den USA – am besten kombiniert mit Spotting an Boeing Field und einem Abstecher nach Everett.
Zusammenfassung
- Für Fans von Verkehrsflugzeugen ist das Museum of Flight vielleicht das wichtigste Luftfahrtmuseum der USA – wegen der Prototypen und vor allem wegen RA001.
- Die Aviation Pavilion mit Jumbo, Concorde, Air Force One und 787 ist der Kern eines Besuchs; die Great Gallery liefert die Breite.
- Plane mindestens einen halben, besser einen ganzen Tag ein und prüfe vorher, welche Flugzeuge innen zugänglich sind.
- Verbinde den Besuch mit Spotting an Boeing Field und einem Abstecher nach Everett.
Häufige Fragen
Was ist der Boeing 747 RA001?
RA001 ist der erste jemals gebaute Boeing 747, ein 747-121 mit dem Kennzeichen N7470 und der Seriennummer 20235. Boeing nannte ihn City of Everett. Er rollte am 30. September 1968 aus der Halle in Everett und startete am 9. Februar 1969 zum Erstflug des Jumbos. Eine Airline hat ihn nie bekommen – er blieb sein ganzes Leben lang ein Boeing-Versuchsflugzeug.
Kann ich in den 747-Prototyp hineingehen?
Das Museum hat RA001 nach der Restaurierung 2014 wieder für Besucher geöffnet; laut Museum steht der Jumbo bis heute in seiner Konfiguration als Testflugzeug. Ob und wann Kabine oder Cockpit offen sind, kann sich ändern – frag am Eingang nach. Online bietet das Museum zusätzlich 360-Grad-Rundgänge durch Cockpit, Lounge und Unterdeck an.
Wofür wurde RA001 nach den Testflügen genutzt?
Boeing setzte den Prototyp nach der Zulassung als fliegenden Versuchsträger ein, unter anderem für neue Triebwerke. Laut Museum erprobte RA001 auch das Pratt & Whitney PW4000, das später in der Boeing 777 flog. Zwischendurch stand er mehrere Jahre eingelagert. Insgesamt kam er auf gut 5.000 Flugstunden.
Wo liegt das Museum of Flight?
An der 9404 East Marginal Way South in Seattle, an der Südwestecke von Boeing Field, rund acht Kilometer südlich der Innenstadt. Offiziell heißt der Flughafen King County International Airport, sein IATA-Code ist BFI. Der Flughafen Seattle-Tacoma, an dem du wahrscheinlich ankommst, liegt ein Stück weiter südlich.
Was kostet der Eintritt?
Laut Museum (Stand Oktober 2026) zahlen Erwachsene 29 US-Dollar, Senioren ab 65 Jahren 25, Jugendliche von 5 bis 17 Jahren 21 Dollar. Kinder bis vier Jahre und Mitglieder sind frei. Am ersten Donnerstag jedes Monats ist der Eintritt von 17 bis 21 Uhr kostenlos. Preise können sich ändern – prüfe die Website vor dem Besuch.
Wann ist das Museum geöffnet?
Laut Museum täglich von 10 bis 17 Uhr. Geschlossen ist es an Thanksgiving und am 25. Dezember.
Welche Concorde steht in Seattle?
Die G-BOAG von British Airways, Seriennummer 214. Sie kam am 5. November 2003 nach Seattle und stellte dabei einen Rekord auf: 3 Stunden, 55 Minuten und 2 Sekunden von New York nach Seattle, rund anderthalb Stunden davon mit Überschall über dem Norden Kanadas. Mehr zum Typ steht im Beitrag zur Geschichte der Concorde.
Kann ich am Museum auch echte Flugzeuge spotten?
Ja. Das Museum liegt direkt an Boeing Field, wo Frachter, Geschäftsreisejets, Kleinflugzeuge und neue Boeing 737 vor der Auslieferung unterwegs sind. Wo du am besten stehst, beschreibt der Spot-Guide Museum of Flight am Boeing Field.
Sichtungen rund um The Museum of Flight sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Alaska Airlines
Netzwerk-Airline aus Seattle mit dem Gesicht am Leitwerk: große Boeing-737-Flotte, oneworld-Mitglied seit 2021, Übernahmen von Virgin America und Hawaiian – und seit 2026 erstmals Linienflüge nach Europa.
5X / UPSUPS Airlines
Die Frachtairline des Paketdienstes UPS: Drehkreuz Worldport in Louisville, Europa-Drehkreuz Köln/Bonn, größter Betreiber der Boeing 747-8F und seit dem Aus der MD-11 eine Flotte aus vier Typenfamilien.
M5 / KENKenmore Air
Seit 1946 starten Kenmore-Air-Wasserflugzeuge mitten in Seattle: Beaver und Turbine Otter vom Lake Union zu den San Juan Islands und nach British Columbia, dazu Caravans ab Boeing Field. Für Spotter eine der schönsten Airlines Nordamerikas.
PA / PAAPan American World Airways
Historische US-Weltairline: Pan Am flog von 1927 bis 1991, brachte 707 und 747 in den Liniendienst, verband West-Berlin mit Westdeutschland und ging nach Lockerbie und Golfkrieg unter.
Typische Flugzeuge
Boeing 747-100
Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.
FlugzeugtypAérospatiale/BAC Concorde
Deltaflügel, absenkbare Nase, vier Olympus-Triebwerke mit Nachbrenner: Die Concorde ist ein historischer Typ mit nur 20 gebauten Flugzeugen. Hier findest du Technik, Varianten, jede Registrierung und den Standort jedes erhaltenen Exemplars.
FlugzeugtypBoeing VC-137 (Air Force One)
Blau, Silber und Weiß, darüber in großen Lettern „United States of America“: Die Boeing VC-137 war die erste Jet-Generation der Air Force One. Hier erfährst du die Geschichte von SAM 970, SAM 26000 und SAM 27000 – und wo du sie heute besichtigst.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 737-100
Kurzer Rumpf, schlanke Triebwerke dicht unter dem Flügel und ein deutscher Erstkunde: Die 737-100 war die allererste Version der Boeing 737. Nur 30 Stück entstanden, eine einzige ist bis heute erhalten. So erkennst du sie und ordnest sie ein.
FlugzeugtypBoeing 787-8 Dreamliner
Glatte Nase mit nur vier Cockpitfenstern, gezackte Triebwerkshinterkanten und Flügel, die sich im Flug weit nach oben biegen: Die 787-8 ist der kürzeste Dreamliner. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing B-29 Superfortress
Vier Sternmotoren, ein langer, schlanker Flügel und eine rundum verglaste Nase ohne Cockpitstufe: Die B-29 war der erste Serienbomber der Alliierten mit Druckkabine und schrieb mit der Enola Gay Weltgeschichte. Heute fliegen nur noch FIFI und Doc.
FlugzeugtypBoeing B-17 Flying Fortress
Vier Sternmotoren, ein riesiges Seitenleitwerk und Maschinengewehrtürme rundum: Die B-17 ist der bekannteste Bomber des Zweiten Weltkriegs. So erkennst du sie – und hier siehst du heute noch eine.
Spotting-Spots rund um The Museum of Flight
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Museum of Flight am Boeing Field in Seattle
Am Südende von Boeing Field steht der erste Boeing 747 neben einer Concorde und der ersten Jet-Air-Force-One – und nebenan landen fabrikneue 737 nach ihren Testflügen. So verbindest du Museumstag und Spotting in Seattle.
BesucherparkBoeing Future of Flight am Flughafen Everett (Paine Field)
Am Rand von Paine Field steht das größte Gebäude der Welt nach Volumen – und direkt daneben das Besucherzentrum Boeing Future of Flight. Von hier startest du zur Werkstour, und vom Sky Deck schaust du auf die Piste, auf der neue 777, 767-Frachter und Tanker zu ihren ersten Flügen abheben.
Weitere Einträge
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
MuseumNational Air and Space Museum
Das National Air and Space Museum der Smithsonian Institution an der National Mall in Washington zeigt die Ikonen der Luftfahrtgeschichte im Original: den Wright Flyer von 1903, Lindberghs Spirit of St. Louis, die Bell X-1 und die Apollo-11-Kapsel Columbia. Nach einer mehrjährigen Komplettsanierung ist das Haus fast vollständig wieder geöffnet – der Eintritt ist frei, ein Zeitfenster-Ticket brauchst du trotzdem.
MuseumSteven F. Udvar-Hazy Center
Die zweite Halle des Smithsonian National Air and Space Museum steht direkt am Flughafen Washington Dulles: SR-71 Blackbird, die B-29 „Enola Gay“, eine Air-France-Concorde, die Dash 80 und das Space Shuttle Discovery unter einem Dach – Eintritt frei, Aussichtsturm zum Flughafen inklusive.
MuseumEvergreen Aviation & Space Museum
In McMinnville in Oregon steht das größte Holzflugzeug der Welt: die Hughes H-4 Hercules, besser bekannt als Spruce Goose. Das Museum, jahrzehntelang als Evergreen Aviation & Space Museum bekannt und seit August 2026 North American Aerospace Museum, zeigt dazu eine SR-71, eine Titan-II-Rakete in ihrem Schacht, zahlreiche Jets aus dem Kalten Krieg und eine Boeing 747-200 von Singapore Airlines.
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