Das Wichtigste in Kürze
- IATA MXP, ICAO LIMC: Italiens zweitgrößter Passagierflughafen nach Rom-Fiumicino, 2025 mit rund 31,2 Millionen Passagieren.
- Frachtflughafen Nummer eins in Italien: rund 764.000 Tonnen im Jahr 2025, mit Integratoren wie FedEx und DHL und Frachtairlines wie Cargolux.
- Zwei parallele Bahnen 17L/35R und 17R/35L, je 3.920 Meter lang – tagsüber dominiert die Betriebsrichtung 35 mit Anflügen von Süden.
- Terminal 2 gehört easyJet, im Terminal 1 fertigen alle anderen ab – von Ryanair bis Emirates.
- Keine Besucherterrasse: Die bekannten Spots liegen außen am Zaun, vor allem südlich und östlich der Bahnen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Flugfeld der Pioniere zum Großflughafen
- 8.Zwei Bahnen in Nord-Süd-Richtung
- 9.Betriebsrichtung: meistens 35
- 10.Keine Heimat-Airline, dafür ein großer Mix
- 11.Langstrecke: Golf, Asien und Nordamerika
- 12.Italiens Frachtflughafen Nummer eins
- 13.Spotten in Malpensa: Zaun statt Terrasse
- 14.Ausrüstung und Wetter
- 15.Anreise: Malpensa Express und Auto
- 16.Volandia: das Museum am Zaun
- 17.Malpensa im Vergleich
- 18.Fazit
- 19.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | MXP |
|---|---|
| ICAO-Code | LIMC |
| Betreiber | SEA – Società per Azioni Esercizi Aeroportuali (SEA Aeroporti di Milano), die auch Mailand-Linate betreibt; Hauptgesellschafter ist die Stadt Mailand |
| Lage | Gemeindegebiet von Ferno in der Provinz Varese (Lombardei), rund 49 km nordwestlich der Mailänder Innenstadt, am Rand des Naturparks Valle del Ticino |
| Höhe | Rund 234 m über dem Meer |
| Start- und Landebahnen | Zwei parallele Asphaltbahnen in Nord-Süd-Richtung: 17L/35R und 17R/35L, je 3.920 m lang und 60 m breit, rund 800 m voneinander entfernt |
| Passagierterminals | Terminal 1 (seit 1998, Satelliten A, B und C) für fast alle Airlines; Terminal 2 ausschließlich für easyJet |
| Fracht | Eigenes Frachtareal Cargo City; Malpensa ist Italiens größter Frachtflughafen |
| Verkehr 2025 | Rund 31,2 Mio. Passagiere und rund 764.000 t Luftfracht |
| Offizieller Name | Seit 2024 Aeroporto internazionale Milano Malpensa „Silvio Berlusconi“ – die Umbenennung genehmigte die italienische Luftfahrtbehörde ENAC im Juli 2024 |
| Bahnanschluss | Malpensa Express von Trenord ab beiden Terminals nach Milano Cadorna sowie über Porta Garibaldi nach Milano Centrale; dazu TILO-Züge Richtung Tessin |
| Für Spotter relevant | Keine offizielle Besucherterrasse; bekannte Standorte liegen außen am Zaun, besonders im Süden unter dem Anflug auf die Bahnen 35 |
| Offizielle Website | www.milanomalpensa-airport.com |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Mailand-Malpensa aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Mailand-Malpensa
- Die Betriebsrichtung vorab geprüft – tagsüber landen und starten die Maschinen meist Richtung Norden (35), die 17er-Richtung kommt vor allem bei ungünstigem Wind zum Zug
- Eine Landung auf der 35R am Vormittag von der Ostseite bei Ferno fotografiert
- Eine Landung auf der 35L von der Westseite erwischt
- Einen Emirates-Großraumjet notiert – Emirates fliegt ab Malpensa nicht nur nach Dubai, sondern auch weiter nach New York-JFK
- Einen reinen Frachter an der Cargo City gesehen, etwa von FedEx, DHL, Cargolux oder Qatar Airways Cargo
- Eine Neos-Maschine fotografiert – die Ferienairline hat in Malpensa ihre Basis
- Das Kennzeichen jeder Sichtung festgehalten, gerade bei den vielen easyJet-, Ryanair- und Wizz-Air-Jets
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Großer Mix aus Low-Cost, Netzwerk-Airlines, Golf-Carriern und Fracht
- Viele Frachter – Italiens Frachtflughafen Nummer eins
- Langstrecke aus Nordamerika, Asien und vom Golf, darunter Emirates mit Weiterflug nach New York
- Tagsüber meist klare Betriebsrichtung Nord – die Anflüge kommen dann von Süden über die Heide
- Mit Volandia liegt ein großes Luftfahrtmuseum direkt am Flughafen
Wo es hakt
- Keine offizielle Besucherterrasse – gespottet wird außen am Zaun
- Hohe Zäune und gewachsene Bäume: An manchen Stellen hilft nur eine kleine Leiter
- Die Spots am Zaun erreichst du praktisch nur mit Auto oder Fahrrad
- Weit draußen: knapp 50 km bis Mailand, je nach Zug rund 30 bis 50 Minuten Fahrt
- Sommerdunst und Hitzeflimmern über den Bahnen können lange Brennweiten ausbremsen
Mailand hat drei große Flughäfen, aber nur einer spielt in der Liga der internationalen Langstrecke: Malpensa. Rund 50 Kilometer nordwestlich der Stadt landen hier easyJet-Jets im Minutentakt, Emirates-Großraumflugzeuge auf dem Weg nach New York, Frachter aus Luxemburg, Leipzig und Doha – und dazwischen Ferienflieger, US-Airlines und Golf-Carrier. Eine Besucherterrasse suchst du vergeblich. Wer aber weiß, wie die beiden Bahnen betrieben werden und wo die Sonne steht, kommt am Zaun zu Bildern, die an vielen Flughäfen mit Terrasse nicht gelingen.
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Vom Flugfeld der Pioniere zum Großflughafen
Die Geschichte von Malpensa beginnt lange vor dem Linienverkehr. Auf der weiten Heide rund um die Cascina Malpensa, ein Gehöft zwischen Ferno, Lonate Pozzolo und Somma Lombardo, richteten Giovanni Agusta und Gianni Caproni um 1909/1910 ein Flugfeld ein, um ihre ersten Maschinen zu erproben. Beide Namen sind bis heute in der italienischen Luftfahrt präsent – Agusta im Hubschrauberbau, Caproni in den historischen Werkshallen, in denen heute das Museum Volandia sitzt.
Im Zweiten Weltkrieg übernahm die deutsche Luftwaffe im September 1943 den Platz, beim Rückzug wurde die Hauptbahn schwer beschädigt. Industrielle und Politiker aus der Region bauten den Flugplatz nach dem Krieg wieder auf, verlängerten die Bahn und eröffneten ihn am 21. November 1948 für den Zivilverkehr. 1955 übernahm die Gesellschaft SEA, die seitdem Malpensa und das stadtnahe Linate gemeinsam betreibt.
Den großen Sprung brachte das Projekt Malpensa 2000: 1998 ging das neue Terminal 1 in Betrieb, und die damalige Alitalia machte Malpensa zu ihrem Drehkreuz in Norditalien. Das Modell hielt nur ein Jahrzehnt. 2007 und 2008 zog sich Alitalia weitgehend zurück, und der Flughafen verlor auf einen Schlag Millionen Umsteiger. Statt auf eine Heimat-Airline setzte SEA danach auf viele Partner – Low-Cost, ausländische Netzwerk-Airlines, Langstrecke vom Golf und Fracht. Genau dieser Mix macht Malpensa heute für Spotter so abwechslungsreich.
Zwei Bahnen in Nord-Süd-Richtung
Anders als München oder Frankfurt ist Malpensa nach Norden und Süden ausgerichtet. Die beiden Parallelbahnen sind jeweils 3.920 Meter lang und 60 Meter breit und liegen laut den verfügbaren Angaben rund 800 Meter auseinander – deutlich enger als die Münchner Bahnen. Die östliche Bahn trägt die Bezeichnung 17L/35R, die westliche 17R/35L. Das ältere Terminal 2 liegt am Nordende des Geländes.
| Bahn | Bezeichnung | Lage | Was du dort typischerweise siehst |
|---|---|---|---|
| Ostbahn | 17L/35R | Richtung Ferno | Landungen und Starts, je nach Verteilung der Flugsicherung |
| Westbahn | 17R/35L | Richtung Ticino-Tal | Landungen und Starts; nachts die bevorzugte Bahn |
| Cargo City | – | eigenes Frachtareal | Frachter von Integratoren und Frachtairlines an den Positionen |
| Terminal 2 | – | Nordteil des Geländes | easyJet-Flotte an den Gates |
Wie die Bahnbezeichnungen zustande kommen und warum aus einer Bahn je nach Richtung zwei Nummern werden, erklärt der Beitrag zu den Pistenbezeichnungen am Flughafen.
Betriebsrichtung: meistens 35
Für deine Planung ist das die wichtigste Information: Tagsüber startet und landet Malpensa überwiegend in Richtung Norden, also auf den Bahnen 35. Die Flugzeuge kommen dann von Süden, über die Heide und die Ortschaften rund um Lonate Pozzolo, und setzen Richtung Norden auf. Die Gegenrichtung 17 nutzt der Flughafen vor allem dann, wenn kräftiger Wind aus dem Süden den normalen Betrieb nicht zulässt. Laut Spotter-Berichten dient im Alltag oft eine Bahn vor allem den Landungen und die andere den Starts; die Aufteilung wechselt regelmäßig.
Nachts gilt aus Lärmschutzgründen ein eigenes Muster: Gelandet wird in der Regel auf der 35L, gestartet auf der 17R – beides also auf der westlichen Bahn, nur in entgegengesetzten Richtungen. Wer abends noch spottet, ist deshalb auf der Westseite richtig.
Trotzdem gilt wie überall: Wind und Flugsicherung haben das letzte Wort. Ein Blick in eine Flugverfolgung oder ins aktuelle Wetter vor der Abfahrt spart dir die Fahrt ans falsche Ende. Wie du das einschätzt, steht im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen; wie du die Wettermeldungen liest, zeigt METAR und TAF für Spotter.
Licht und Bahnseite zusammen denken
Weil die Bahnen von Nord nach Süd laufen, entscheidet die Seite über das Licht. Auf der Ostseite bei Ferno hast du die Sonne am Vormittag im Rücken, wenn du Richtung Westen auf die Bahnen schaust. Auf der Westseite wird es ab dem frühen Nachmittag gut. Unter dem Anflug im Süden wandert das Licht im Tagesverlauf von einer Seite auf die andere. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot planst du das vorher.
Keine Heimat-Airline, dafür ein großer Mix
Seit dem Rückzug der Alitalia hat Malpensa keinen klassischen Hub-Carrier mehr. Der heimische Netzwerkcarrier ITA Airways hat sein Drehkreuz in Rom – dafür prägen andere das Bild.
Allen voran easyJet: Die britische Low-Cost-Airline betreibt in Malpensa eine ihrer größten Basen außerhalb Großbritanniens und nutzt das Terminal 2 ganz allein. Ihre Flotte besteht aus Mustern der A320-Familie, vom Airbus A319 über den A320 bis zu den neueren Neo-Versionen. Mehr zur Airline findest du im Porträt von easyJet. Im Terminal 1 haben außerdem Ryanair mit ihren Boeing 737-800 und Wizz Air mit Jets wie dem A321neo Basen eingerichtet.
Ein italienisches Highlight ist Neos. Die Ferienairline hat in Malpensa ihre Basis und fliegt von hier aus nicht nur ans Mittelmeer, sondern auch auf die Langstrecke, etwa in die Karibik und auf die Malediven – auf diesen Strecken mit Großraumjets aus der Familie der Boeing 787.
Seltene Gäste nicht verpassen
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Langstrecke: Golf, Asien und Nordamerika
Für Langstreckenfans ist Malpensa die erste Adresse in Norditalien. Laut aktuellen Flugplänen (Stand Oktober 2026) kommen unter anderem Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways vom Golf, dazu Singapore Airlines, Cathay Pacific, Thai Airways sowie Air China und China Eastern aus Asien. Eine Besonderheit ist die Emirates-Verbindung, die von Dubai über Malpensa weiter nach New York-JFK führt – eine der wenigen Strecken, auf denen eine Golf-Airline zwischen Europa und den USA fliegt.
Aus Nordamerika sind Delta, American Airlines, United und Air Canada vertreten. New York-JFK gehörte 2023 zu den passagierstärksten Verbindungen außerhalb der EU. Typische Muster auf diesen Strecken sind die Boeing 777-300ER, die Boeing 787 und der Airbus A350-900 – welches Muster an welchem Tag kommt, hängt aber vom Umlauf der jeweiligen Airline ab.
Europäische Netzwerk-Airlines bringen die Zubringer: Lufthansa aus Frankfurt und München, Swiss aus Zürich, Air France, British Airways, Iberia, TAP, Turkish Airlines, LOT, Aegean, SAS, Finnair und airBaltic. Aus Deutschland fliegen außerdem Condor und Eurowings nach Malpensa.
| Terminal / Bereich | Hauptnutzer | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| Terminal 1, Satellit A | Inlands- und Schengen-Flüge | A320-Familie, Boeing 737, Regionaljets |
| Terminal 1, Satelliten B und C | Non-Schengen und Interkontinental | Boeing 777, Boeing 787, A350, A330 |
| Terminal 2 | ausschließlich easyJet | A319, A320, A320neo, A321neo |
| Cargo City | Integratoren, Frachtairlines | Boeing 777F, 767F, 747F und andere Frachter |
Italiens Frachtflughafen Nummer eins
Bei der Fracht liegt Malpensa in Italien klar vorn: 2025 wurden rund 764.000 Tonnen umgeschlagen, mehr als an jedem anderen Flughafen des Landes. Abgefertigt wird in der Cargo City, einem eigenen Frachtareal des Flughafens. FedEx und DHL nutzen Malpensa als Drehkreuz – DHL fliegt von hier unter anderem nach Leipzig/Halle –, und Malpensa ist Heimat von Cargolux Italia.
Dazu kommen Frachtairlines wie Cargolux aus Luxemburg, Lufthansa Cargo, Qatar Airways Cargo, Atlas Air und Silk Way West Airlines aus Baku. Für Spotter heißt das: Hier tauchen regelmäßig Muster wie die Boeing 777F oder Jumbo-Frachter auf, die du an reinen Passagierflughäfen kaum siehst. Wie du die Frachtvarianten auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Frachtflugzeuge erkennen.
Spotten in Malpensa: Zaun statt Terrasse
Eine offizielle Besucherterrasse wie in München oder Zürich bietet Malpensa nicht. Die Spotter-Szene nutzt stattdessen öffentliche Straßen, Feldwege und Parkbuchten rund um den Zaun. Die bekanntesten Bereiche, wie sie in Spotter-Guides beschrieben werden:
- Südlich der Bahnen, unter dem Anflug auf die 35: Im Gewerbe- und Waldgebiet bei Lonate Pozzolo führen Wege nah an die Anflugschneise heran. Je nach Standpunkt siehst du Landungen auf der 35L oder der 35R, das Licht ist auf der einen Seite vormittags, auf der anderen nachmittags gut. Da die Betriebsrichtung 35 tagsüber die Regel ist, ist das der Bereich mit den besten Chancen.
- Ostseite bei Ferno: Am Zaun der Ostbahn hast du vormittags Sonne im Rücken und blickst auf Landungen und Starts der 35R. Die Westbahn erreichst du von hier nur mit sehr langer Brennweite.
- Westseite entlang der Perimeterstraße: Hier stehst du ab dem Nachmittag im guten Licht für Landungen auf der 35L. Gewachsene Bäume und doppelte Zäune schränken den Blick an einigen Stellen ein.
- Terminal 1, landseitig: Vor der Sicherheitskontrolle kannst du durch die Glasfront auf Vorfeld und Rollwege schauen. Die Scheiben sind getönt – für Erinnerungsfotos reicht es, für saubere Aufnahmen eher nicht.
- Rund um Terminal 2: Am Nordende des Geländes bekommst du bei Betriebsrichtung 17 Anflüge auf die 17L zu sehen, sonst vor allem die easyJet-Flotte.
Die Lage an den Spots ändert sich mit Bauarbeiten, Bäumen und Zäunen. Prüf vor dem Besuch aktuelle Erfahrungsberichte und rechne damit, dass ein Standpunkt, der vor ein paar Jahren funktioniert hat, heute zugewachsen ist. In der Planetrack-Spot-Karte findest du Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos zu den Standorten.
Zaun bleibt Zaun
Mehrere Zaunabschnitte sind laut Spotter-Berichten mit Sensoren gesichert – fass den Zaun nicht an, steig nicht darüber und stell keine Leiter direkt an ihn. Absperrungen, Privatgrundstücke und Anweisungen von Polizei oder Flughafenpersonal gelten ausnahmslos, auch im Ausland. Drohnen sind in Flughafennähe tabu. Was rechtlich gilt, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen, Details zu Drohnen stehen unter Drohnen am Flughafen.
Betriebsrichtung prüfen
Tagsüber meist 35, Landungen also von Süden. Bei kräftigem Südwind kann es umgekehrt sein – eine Flugverfolgung zeigt es live.
Seite nach Tageszeit wählen
Vormittags auf die Ostseite, nachmittags auf die Westseite. So hast du die Sonne meist im Rücken.
Langstrecke und Fracht heraussuchen
Emirates, Cathay Pacific oder Frachter kommen zu festen Zeiten. Ein Blick in die Ankunftstafel spart Warterei.
Anreise mit Auto oder Rad planen
Der Zug bringt dich zum Terminal, nicht an den Zaun. Für die Außenspots brauchst du ein eigenes Fahrzeug.
Kennzeichen mitschreiben
Bei Dutzenden gleich lackierten easyJet- und Ryanair-Jets ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen sauber zu trennen.
Ausrüstung und Wetter
An den Zaunspots im Süden kommen die Maschinen im Endanflug relativ nah heran – ein mittleres Tele um 100 bis 400 Millimeter deckt die meisten Situationen ab. Für die jeweils entferntere Bahn oder für Rollbewegungen auf der anderen Seite brauchst du mehr Brennweite. Welche Objektive sich wofür eignen, steht im Beitrag zur richtigen Brennweite.
Die Po-Ebene ist bekannt für Dunst und im Winter für Nebel. Im Hochsommer flimmert über dem Asphalt schnell die Luft, was lange Brennweiten unscharf aussehen lässt. Die klarsten Bedingungen hast du oft am Morgen oder nach einem Wetterwechsel, wenn Nordwind die Luft reinigt. Ein Tipp für Tage mit schlechter Sicht: Planespotting bei schlechtem Wetter. Eine kleine Leiter ist an manchen Zaunabschnitten hilfreich – bleib aber auf öffentlichem Grund und halte Abstand zum Zaun.
Anreise: Malpensa Express und Auto
Ins Terminal kommst du bequem mit dem Malpensa Express von Trenord. Die Züge fahren ab Milano Cadorna sowie ab Milano Centrale über Porta Garibaldi und halten an beiden Terminals; je nach Zugtyp und Zahl der Halte dauert die Fahrt rund 30 bis 50 Minuten. Seit 2016 ist auch das Terminal 2 an die Schiene angeschlossen. Zusätzlich verbinden Züge des Tessiner Netzes TILO den Flughafen mit Varese und der Schweiz – praktisch, wenn du aus Richtung Lugano oder Bellinzona kommst.
Für die Spots am Zaun bist du auf Auto oder Fahrrad angewiesen. Der Flughafen liegt an den Autobahnen A8 (Mailand–Varese) und A4 (Turin–Triest) sowie an der Schnellstraße SS336. Zwischen den Terminals pendeln kostenlose Shuttlebusse.
Volandia: das Museum am Zaun
Direkt neben dem Flughafen, in den historischen Hallen der Caproni-Werke in Somma Lombardo, liegt Volandia. Das Museum hat am 8. Mai 2010 eröffnet und zeigt auf einem weitläufigen Gelände mehr als 100 Flugzeuge und Hubschrauber – von frühen Caproni-Konstruktionen über Militärjets wie die F-104 Starfighter bis zur zivilen Douglas DC-3 und zur früheren italienischen Regierungs-DC-9. Dazu kommen ein Raumfahrtbereich, Simulatoren und eine große Modellsammlung.
Für einen Spottertag lässt sich der Besuch gut kombinieren, etwa wenn mittags das Licht an den Zaunspots hart wird. Öffnungszeiten und Eintrittspreise stehen auf der Website des Museums. Wer im deutschsprachigen Raum ähnliche Sammlungen sucht, findet sie etwa im Technik Museum Speyer oder in der Flugwerft Schleißheim.
Malpensa passt zu dir, wenn …
- du Frachter, Golf-Carrier und US-Airlines an einem Ort sehen willst
- du mit dem Auto unterwegs bist und flexibel die Seite wechseln kannst
- du Low-Cost-Flotten mit vielen Kennzeichen sammeln möchtest
Bedingt geeignet, wenn …
- du nur mit Zug anreist – dann bleiben dir vor allem die Terminals
- du im Hochsommer mit sehr langen Brennweiten arbeiten willst
Eher woanders, wenn …
- du eine bequeme Terrasse mit Café und Infrastruktur suchst
- du mit Kindern einen festen, sicheren Aussichtspunkt brauchst
Malpensa im Vergleich
In Italien ist Malpensa nach dem Flughafen Rom-Fiumicino die Nummer zwei bei den Passagieren und die Nummer eins bei der Fracht. Fiumicino ist das Drehkreuz von ITA Airways, Malpensa dagegen ein internationaler Mix ohne dominierende Heimat-Airline.
Von Süddeutschland und der Schweiz aus ist Malpensa gut erreichbar. Der Flughafen Zürich und der Flughafen Genf bieten mit ihren Terrassen deutlich bequemere Bedingungen, haben aber weniger Fracht und kaum US-Airlines. Wer eine Spotting-Reise durch Europa plant, findet weitere Ziele im Überblick Die besten Spotting-Spots in Europa; einen Vergleich der Allianzen, die du hier triffst, liefert der Beitrag zu Star Alliance, Oneworld und SkyTeam.
Jeder Tag am Zaun zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer, Wetter und Pisten am Flughafen sowie eine Community für deine Bilder – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Malpensa ist kein Flughafen für bequeme Nachmittage auf der Terrasse. Dafür bietet er einen Verkehrsmix, den du in Norditalien sonst nirgends bekommst: easyJet im Minutentakt, Langstrecke vom Golf, aus Asien und Nordamerika, Ferienflieger von Neos und eine Cargo City voller Frachter.
Den Unterschied machen Vorbereitung und Mobilität. Wer die Betriebsrichtung kennt, die Bahnseite nach dem Sonnenstand wählt und mit dem Auto zwischen den Zaunspots wechseln kann, holt aus einem Tag in Malpensa eine Menge heraus – und hat mit Volandia gleich nebenan ein Ausweichprogramm für die Mittagsstunden.
Kurzfazit
MXP ist Italiens Frachtflughafen Nummer eins und Norditaliens Tor zur Langstrecke. Eine Terrasse fehlt, aber mit Betriebsrichtung 35, Zaunspots im Süden und der richtigen Seite zur Tageszeit kommst du zu starken Bildern – Auto und Respekt vor dem Zaun vorausgesetzt.
Zusammenfassung
- Malpensa ist kein klassisches Drehkreuz einer Heimat-Airline, sondern ein bunter Mix aus Low-Cost, Ferienflug, internationaler Langstrecke und viel Fracht.
- Die beiden Nord-Süd-Bahnen liegen nah beieinander – von einem Standpunkt im Süden siehst du oft Landungen auf beiden.
- Für Spotter heißt das: Zaunspots statt Terrasse, Auto statt S-Bahn, und das Licht hängt davon ab, ob du östlich oder westlich der Bahnen stehst.
- Wer Frachter, Golf-Carrier und US-Airlines im gleichen Programm sucht, findet in Norditalien kaum einen besseren Platz.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Mailand-Malpensa?
Der IATA-Code ist MXP, der ICAO-Code LIMC. MXP steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LIMC nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste. Mehr zu den beiden Systemen erklärt der Beitrag zu IATA- und ICAO-Codes.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Malpensa?
Zwei parallele Bahnen in Nord-Süd-Richtung: 17L/35R im Osten und 17R/35L im Westen. Beide sind 3.920 Meter lang und 60 Meter breit und liegen rund 800 Meter auseinander.
Gibt es in Malpensa eine Besucherterrasse?
Nein, eine offizielle Aussichtsterrasse für Besucher bietet der Flughafen nicht. Spotter nutzen öffentlich zugängliche Wege und Straßen außen am Zaun, vor allem südlich der Bahnen unter dem Anflug und auf der Ostseite bei Ferno. Im Terminal 1 kannst du vor der Sicherheitskontrolle durch die Glasfront aufs Vorfeld schauen, die Scheiben sind allerdings getönt.
In welche Richtung wird in Malpensa meist gestartet und gelandet?
Tagsüber läuft der Betrieb überwiegend in Richtung Norden, also auf den Bahnen 35 – die Landungen kommen dann von Süden. Die Gegenrichtung 17 wird vor allem bei ungünstigem, kräftigem Wind genutzt. Nachts landen die Maschinen aus Lärmschutzgründen in der Regel auf der 35L und starten auf der 17R.
Welche Airline nutzt Terminal 2?
Terminal 2 ist ausschließlich easyJet vorbehalten. Es ist das ältere der beiden Terminals, war während der Pandemie geschlossen und ist seit dem 31. Mai 2023 wieder in Betrieb. Alle anderen Airlines fertigen im Terminal 1 ab.
Wie komme ich von Mailand nach Malpensa?
Am bequemsten mit dem Malpensa Express von Trenord: Die Züge fahren ab Milano Cadorna sowie ab Milano Centrale über Porta Garibaldi und halten an beiden Terminals. Je nach Zugtyp und Zahl der Halte brauchst du rund 30 bis 50 Minuten. Für die Zaunspots außerhalb des Geländes brauchst du anschließend ein Auto oder Fahrrad.
Welche Langstreckenflüge gibt es in Malpensa?
Stand Oktober 2026 fliegen unter anderem Emirates (Dubai und weiter nach New York-JFK), Qatar Airways, Etihad Airways, Singapore Airlines, Cathay Pacific, Delta, American, United und Air Canada ab Malpensa. Flugpläne ändern sich – prüf vor dem Besuch die aktuellen Ankünfte.
Was ist Volandia?
Volandia ist ein großes Luftfahrtmuseum in Somma Lombardo, direkt neben dem Flughafen. Es nutzt die historischen Gebäude der Caproni-Werke, hat am 8. Mai 2010 eröffnet und zeigt über 100 Flugzeuge und Hubschrauber, darunter eine Douglas DC-3 und die frühere italienische Regierungs-DC-9. Öffnungszeiten und Preise findest du auf der Website des Museums.
Sichtungen rund um Flughafen Mailand-Malpensa sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
easyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
FR / RYRRyanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
W6 / WZZWizz Air
Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.
NO / NOSNeos
Die Airline des Reiseveranstalters Alpitour: ein italienischer Ferienflieger mit Heimatbasis Mailand-Malpensa, reiner Boeing-Flotte aus 737 und 787-9 und Langstrecken bis in die Karibik und nach Ostafrika.
EK / UAEEmirates
Die Langstrecken-Airline aus Dubai: Emirates betreibt die größte A380-Flotte der Welt, fliegt fast ausschließlich Großraumjets und ist an vier deutschen Flughäfen ein fester Bestandteil des Spotteralltags.
QR / QTRQatar Airways
Die Airline aus Katar mit der Oryx am Leitwerk: Drehkreuz Doha, oneworld-Mitglied, Erstkundin des A350 und mit fünf deutschen Zielen eine der präsentesten Golf-Airlines in Deutschland.
DL / DALDelta Air Lines
Die US-Netzwerk-Airline aus Atlanta: 1925 als Schädlingsbekämpfer gestartet, Gründungsmitglied von SkyTeam und mit rund 1.000 Flugzeugen eine der größten Airlines der Welt – in Deutschland vor allem in Frankfurt und München zu sehen.
CV / CLXCargolux
Europas große Nurfracht-Airline aus Luxemburg: eine reine Flotte aus Boeing 747-400F und 747-8F, Erstkunde der 747-8F, Basis am Flughafen Luxemburg und eine Tochter in Mailand.
LX / SWRSwiss International Air Lines
Die Schweizer Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 2002 aus Crossair und dem Erbe der Swissair entstanden, heute Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance.
LH / DLHLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
Typische Flugzeuge
Airbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 777-300ER
Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.
FlugzeugtypBoeing 777F
Ein 777-Rumpf ganz ohne Fensterreihe, ein riesiges Tor hinter dem Flügel und zwei GE90 unter den Tragflächen: Die 777F ist der wichtigste Langstrecken-Frachter unserer Zeit. So erkennst du sie und findest sie in Frankfurt und Leipzig.
FlugzeugtypBoeing 787-9 Dreamliner
Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.
FlugzeugtypAirbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
Weitere Einträge
Flughafen Rom-Fiumicino
Italiens größter Flughafen liegt direkt am Tyrrhenischen Meer: drei Bahnen mit klarer Arbeitsteilung, ITA Airways als Heimatairline, viel Nordamerika- und Asienverkehr – und keine Besucherterrasse. Wer hier spotten will, braucht ein Auto, einen Plan für die Betriebsrichtung und Respekt vor dem Zaun.
FlughafenFlughafen Zürich
Der größte Flughafen der Schweiz hat drei Pisten in drei Richtungen, ein Betriebskonzept, das mit Uhrzeit und Wetter wechselt, und ein offizielles Netz von Spotterpunkten rund um den Zaun. Wer die Konzepte kennt, steht in Zürich fast immer am richtigen Ort.
FlughafenFlughafen Genf
Zweitgrößter Flughafen der Schweiz mit nur einer Piste – dafür der längsten des Landes. Genf lebt von easyJet, SWISS und einer der stärksten Business-Aviation-Szenen Europas. Mit der kostenlosen Terrasse Panorama und dem Bahnhof direkt am Terminal ist er außerdem eines der bequemsten Spotting-Ziele der Schweiz.
FlughafenFlughafen München
Zweitgrößter Flughafen Deutschlands und zweites Drehkreuz der Lufthansa: zwei parallele 4.000-Meter-Bahnen im Erdinger Moos, ein Terminal 2 nur für Lufthansa und Star Alliance – und mit dem Besucherpark einer der bequemsten Spotterplätze des Landes.
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