Das Wichtigste in Kürze
- Die Zahl ist ein Kompasskurs: Die magnetische Richtung der Bahn wird auf zehn Grad gerundet und durch zehn geteilt – 248 Grad werden zur Piste 25.
- Jede Bahn hat zwei Namen: Für jede Anflugrichtung gibt es eine eigene Nummer. Beide unterscheiden sich immer um 18, deshalb heißt eine Bahn zum Beispiel 07/25.
- L, C und R gelten aus Sicht des Piloten: Bei Parallelbahnen zeigt der Buchstabe die Lage aus Anflugrichtung. Aus 08L wird am anderen Ende deshalb 26R.
- Ab vier Parallelbahnen wird es kreativ: Weil es nur drei Buchstaben gibt, bekommen manche Bahnen die benachbarte Zehnerzahl – Los Angeles hat deshalb 6L, 6R, 7L und 7R.
- Nummern können sich ändern: Das Erdmagnetfeld wandert. BER hat seine Bahnen 2024 von 07/25 auf 06/24 umbenannt, Köln/Bonn die Parallelbahnen von 14/32 auf 13/31.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Pistenbezeichnungen: die kurze Antwort
- 2.Die Ziffern: ein gerundeter Kompasskurs
- 3.Die Buchstaben: L, C und R bei Parallelbahnen
- 4.Mehr als drei Parallelbahnen
- 5.Warum Pisten umbenannt werden
- 6.Weitere Zusätze, die dir begegnen können
- 7.So nutzt du Pistenbezeichnungen beim Spotten
- 8.Typische Denkfehler
- 9.Fazit
Im Funk heißt es „cleared to land runway two five centre“, auf der Wetterseite steht „RWY 08L“, und im Spotterforum schreibt jemand, heute laufe alles über die 18. Für Einsteiger klingt das nach Geheimcode. Dabei steckt hinter jeder Pistenbezeichnung eine einfache Logik aus Kompassrichtung und Lage. Wer sie einmal verstanden hat, liest an zwei Ziffern und einem Buchstaben ab, wo die Flieger herkommen, welche Bahn vor dem eigenen Spot liegt und warum ein alter Spotterguide plötzlich andere Nummern nennt als die Anzeigen am Flughafen.
Pisten, Wind und Spots auf einen Blick
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Pistenbezeichnungen: die kurze Antwort
Eine Pistenbezeichnung besteht aus einer Zahl von 01 bis 36 und bei Parallelbahnen einem Buchstaben. Die Zahl ist die magnetische Richtung der Bahn, auf zehn Grad gerundet und durch zehn geteilt. Der Buchstabe – L, C oder R – sagt, ob die Bahn aus Sicht des anfliegenden Piloten links, in der Mitte oder rechts liegt. Jede Bahn hat zwei Bezeichnungen, eine für jede Richtung, und die Zahlen unterscheiden sich immer um 18.
Aus „25C“ liest du also: Die Bahn zeigt grob auf 250 Grad, also nach Westsüdwest, und es ist die mittlere von drei Parallelbahnen. Am anderen Ende heißt dieselbe Bahn 07C.
Die Ziffern: ein gerundeter Kompasskurs
Stell dir vor, du stehst am Anfang der Bahn und schaust die Mittellinie entlang. Der magnetische Kompasskurs, in den du blickst, ist die Grundlage der Nummer. Er wird auf die nächste Zehnerstelle gerundet, die letzte Null fällt weg:
- 248 Grad → gerundet 250 → Piste 25
- 076 Grad → gerundet 080 → Piste 08
- 226 Grad → gerundet 230 → Piste 23
- 357 Grad → gerundet 360 → Piste 36
Drei Feinheiten lohnen sich zu kennen:
- Führende Null: Nach den Regeln der ICAO werden einstellige Nummern mit einer Null davor geschrieben, also 05 oder 08. In der zivilen US-Luftfahrt fällt diese Null weg, dort heißt es Runway 5 oder Runway 8. Gemeint ist dasselbe.
- Keine 00: Eine Bahn nach Norden heißt 36, nicht 00. Ihre Gegenrichtung ist die 18.
- Ziffern einzeln sprechen: Im Funk wird jede Ziffer einzeln genannt – „two five“, nicht „twenty-five“. So lassen sich Nummern auch bei schlechtem Empfang nicht verwechseln. Wenn du mithörst, achte auf die Rechtslage; die fasst der Beitrag Flugfunk hören zusammen.
Weil die Nummer auf magnetisch Nord bezogen ist, weicht sie leicht von der geografischen Richtung ab. In Mitteleuropa macht das nur wenige Grad aus. Für deine Planung genügt die Nummer als Kompass völlig – wie du daraus die Lichtrichtung ableitest, zeigt der Guide Sonnenstand planen.
Zwei Namen für eine Bahn
Eine Bahn lässt sich in beide Richtungen benutzen, also bekommt jedes Ende seine eigene Nummer. Die Gegenrichtung liegt 180 Grad versetzt, geteilt durch zehn sind das 18. Ist die eine Nummer kleiner als 18, addierst du 18; ist sie größer, ziehst du 18 ab. Aus 05 wird 23, aus 26 wird 08, aus 16 wird 34. Deshalb schreiben Steckbriefe und Karten Bahnen als Paar, etwa 05/23 in Hamburg oder 11/29 in Wien.
Probier es selbst aus: Gib einen magnetischen Kurs ein, und der Rechner zeigt dir die Pistennummer.
Welche Nummer hat diese Piste?
Vereinfachte Rundungsregel. Bei mehr als drei Parallelbahnen und an Flughäfen mit geografischer Bezugsrichtung weichen die tatsächlichen Bezeichnungen ab.
Die Buchstaben: L, C und R bei Parallelbahnen
Viele große Flughäfen haben mehrere Bahnen mit derselben Ausrichtung. Damit niemand auf der falschen landet, bekommt jede zusätzlich einen Buchstaben:
- L für links (left)
- C für Mitte (centre)
- R für rechts (right)
Entscheidend ist der Blick aus Anflugrichtung, also das, was der Pilot vor sich sieht. Das hat eine Folge, die Einsteiger regelmäßig verwirrt: Am anderen Ende vertauschen sich L und R. Wer von Westen kommend auf der linken Bahn in Richtung 08 landet, hat die nördliche Bahn vor sich. Wer von Osten kommend in Richtung 26 auf derselben Bahn landet, hat sie rechts. Darum heißt die Nordbahn in München 08L/26R und die Südbahn 08R/26L. Eine Mittelbahn bleibt dagegen auf beiden Seiten C.
| Flughafen | Bahnen | Linke Bahn (kleinere Nummer) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Frankfurt | 07L/25R, 07C/25C, 07R/25L, dazu 18 | Landebahn Nordwest 07L/25R | Startbahn 18 West wird nur in eine Richtung genutzt |
| München | 08L/26R, 08R/26L | Nordbahn 08L/26R | reines Parallelbahnsystem in Ost-West-Richtung |
| Berlin Brandenburg | 06L/24R, 06R/24L | Nordbahn 06L/24R | seit 3. Oktober 2024, vorher 07/25 |
| Düsseldorf | 05R/23L, 05L/23R | 05L/23R | Hauptbahn ist die 05R/23L |
| Köln/Bonn | 13L/31R, 13R/31L, dazu 06/24 | lange Hauptbahn 13L/31R | Parallelbahnen bis April 2024 als 14/32 bezeichnet |
Für Spotter ist das mehr als Theorie. An der Aussichtsplattform Zeppelinheim kommen die Landungen auf der 25L direkt an dir vorbei, während Maschinen auf der 25R weit entfernt im Norden aufsetzen. Hörst du also „runway two five right“, weißt du sofort: Dieser Flieger bringt dir an diesem Standort wenig. Am Besucherhügel München entscheidet der Buchstabe ebenso, ob ein Anflug nah vorbeizieht oder auf der anderen Seite des Flughafens landet.
Merkhilfe für L und R
Bei einer Ost-West-Bahn ist in Richtung Osten (Nummern um 09) die linke Bahn die nördliche. In Richtung Westen (Nummern um 27) ist die rechte Bahn die nördliche. Nord bleibt Nord – nur der Buchstabe wechselt.
Mehr als drei Parallelbahnen
Mit drei Buchstaben kommst du bei vier oder fünf parallelen Bahnen nicht aus. Die übliche Lösung: Ein Teil der Bahnen bekommt die eigentlich korrekte Nummer, die benachbarten Bahnen die nächste Zehnerzahl daneben. Die Bahnen sind dann parallel, tragen aber unterschiedliche Nummern.
Bekannte Beispiele kommen aus den USA, deshalb ohne führende Null:
- Los Angeles hat vier parallele Bahnen mit praktisch gleicher Ausrichtung. Sie heißen trotzdem 6L/24R, 6R/24L, 7L/25R und 7R/25L. Spotter kennen das von In-N-Out Burger und Imperial Hill, wo die Landungen von Osten hereinkommen.
- Dallas/Fort Worth nummeriert fünf parallele Nord-Süd-Bahnen als 17L, 17C, 17R, 18L und 18R.
- Phoenix hat beim Bau einer dritten Parallelbahn im Jahr 2000 nicht einfach eine C-Bahn eingefügt, sondern die bestehenden Bahnen neu verteilt: Neben der neuen 7R/25L heißen die beiden älteren Bahnen seitdem 7L/25R und 8/26.
In Europa ist Amsterdam-Schiphol das bekannteste Beispiel für viele Bahnen auf engem Raum. Dort tragen die Nord-Süd-Bahnen Buchstaben wie bei der Polderbaan (18R/36L), und dazu kommen Bahnen in ganz anderen Richtungen. Vom Spotterplaats an der Polderbaan aus lohnt sich ein Blick auf die Bezeichnungen, bevor du losfährst.
Welche Bahn ist heute aktiv?
In Planetrack siehst du Wind und Pisten am Flughafen und bekommst Sichtungs-Alarme, wenn ein gesuchtes Kennzeichen oder eine Special Livery im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Warum Pisten umbenannt werden
Der magnetische Nordpol wandert, und damit ändert sich die Missweisung – der Winkel zwischen geografischem und magnetischem Norden. Die Bahn bleibt, wo sie ist, aber ihr magnetischer Kurs verschiebt sich langsam. Liegt eine Bahn ohnehin nahe an der Grenze zwischen zwei Zehnerzahlen, reichen wenige Grad, damit sie auf eine andere Nummer rundet. Dann wird umbenannt: Markierungen auf dem Asphalt, Rollwegschilder, Anflugkarten, Verfahren und Datenbanken müssen gleichzeitig angepasst werden. Solche Umstellungen laufen deshalb zu einem festen Stichtag.
Einige Beispiele aus den vergangenen Jahren:
| Flughafen | Alt | Neu | Stichtag |
|---|---|---|---|
| Genf | 05/23 | 04/22 | 13. September 2018 |
| Barcelona | 07L/25R, 07R/25L | 06L/24R, 06R/24L | 24. März 2022 |
| Lissabon | 03/21 | 02/20 | 2022 |
| Köln/Bonn | 14L/32R, 14R/32L | 13L/31R, 13R/31L | 18. April 2024 |
| Berlin Brandenburg | 07L/25R, 07R/25L | 06L/24R, 06R/24L | 3. Oktober 2024 |
In Zürich hat der Flughafen 2021 beschlossen, alle drei Bahnen umzubenennen: aus 10/28 wird 09/27, aus 14/32 wird 13/31 und aus 16/34 wird 15/33. Der Termin wurde mehrfach verschoben, nach letztem Stand auf 2027. Bis dahin gelten die bisherigen Bezeichnungen – an der Zuschauerterrasse B hast du es also weiterhin mit den Bahnen 16/34 und 28 zu tun.
Alte Nummern in Spotterguides
Foren, Fotobeschreibungen und ältere Spotterführer nennen oft noch die früheren Bezeichnungen. Wer am BER nach einem Spot für die „25L“ sucht, meint heute die 24L. Gleiche die Nummern vor der Tour immer mit einer aktuellen Quelle ab.
Wo die Nummer nicht nach magnetisch Nord geht
In Regionen nahe dem magnetischen Pol ist der Kompass unzuverlässig. Dort richten sich Pistennummern nach dem geografischen Norden. Im Norden Kanadas ist das üblich, und auf der Pituffik Space Base in Grönland (bis 2023 Thule Air Base) trägt die Bahn ein T als Zusatz: 08T/26T. Solche Bahnen müssen bei wandernder Missweisung nicht umbenannt werden.
Weitere Zusätze, die dir begegnen können
Neben L, C und R gibt es seltene Sonderfälle, vor allem in Nordamerika:
- W kennzeichnet Wasserlandebahnen für Wasserflugzeuge, etwa in Honolulu oder am Lake Hood in Anchorage.
- S, G, H und U werden an manchen kleinen Plätzen für Kurzstarter (STOL), Segelflugzeuge, Hubschrauber und Ultraleichtflugzeuge verwendet.
- Dreistellige Nummern gibt es auf einzelnen militärischen Übungsbahnen, die mit dem vollen Kurs bezeichnet werden.
An deutschen Verkehrsflughäfen spielen diese Zusätze keine Rolle. Wer aber Spots wie die Maho Beach oder US-Flughäfen auf der Bucket List hat, liest sie mitunter auf Karten.
So nutzt du Pistenbezeichnungen beim Spotten
Die Bezeichnung ist das Bindeglied zwischen Wetterbericht, Funk, Live-Karte und deinem Standort. In der Praxis gehst du so vor:
1. Bahnen des Flughafens kennen
Notiere dir die Bezeichnungen aus einem aktuellen Steckbrief und merke dir, welche Bahn zu welchem Spot gehört – inklusive L, C oder R.
2. Wind in Richtung übersetzen
Flugzeuge starten und landen bevorzugt gegen den Wind. Wind aus 250 Grad passt zur Piste 25. Mehr dazu im Guide Betriebsrichtung verstehen.
3. Wettermeldung und ATIS lesen
Die ATIS nennt die aktive Bahn, und im METAR tauchen Bahnen etwa in den Sichtweitengruppen auf, zum Beispiel als R25C. Wie du die Meldungen entschlüsselst, steht im Beitrag METAR und TAF lesen.
4. Anflug auf der Live-Karte prüfen
Auf Flugverfolgungs-Karten siehst du, auf welche Bahn die Maschinen ausgerichtet sind. Mehr dazu im Guide Flugverfolgung mit ADS-B.
5. Spot passend wählen
Bahn und Richtung stehen fest – jetzt wählst du den Standort, an dem diese Bahn nah vorbeiführt und das Licht stimmt.
Auch Anflugverfahren hängen an der Bezeichnung: Ein Instrumentenanflug ist immer für eine bestimmte Bahn und Richtung veröffentlicht. Warum das so ist und was Spotter davon sehen, erklärt der Beitrag zum ILS-Anflug.
Typische Denkfehler
- „Die Piste heißt 25, also landen alle Richtung 25.“ Nein – die Nummer beschreibt nur ein Ende. Bei Ostwind wird dieselbe Bahn als 07 benutzt.
- „L ist immer die nördliche Bahn.“ Nur in eine Richtung. Am anderen Ende ist dieselbe Bahn R.
- „Gleiche Nummer heißt gleiche Bahn.“ Bei vier oder mehr Parallelbahnen können parallele Bahnen unterschiedliche Nummern haben, und nach einer Umbenennung trägt dieselbe Bahn eine neue.
- „Die Nummer ist der exakte Kurs.“ Sie ist gerundet und magnetisch. Für die Lichtplanung reicht das, für Navigation nutzen Piloten die genauen veröffentlichten Werte.
- „In den USA sind die Nummern anders.“ Nur die Schreibweise: Runway 9 und Piste 09 meinen dieselbe Richtung.
Kannst du Pistenbezeichnungen sicher lesen?
- Ich kann aus einer Pistennummer die grobe Himmelsrichtung ablesen.
- Ich finde die Gegenrichtung einer Bahn mit plus oder minus 18.
- Ich weiß, dass L und R am anderen Ende tauschen und C bleibt.
- Ich weiß, welche Bahn an meinem Lieblingsflughafen vor meinem Spot liegt.
- Ich kenne die aktuellen Bezeichnungen und weiß, ob es eine Umbenennung gab.
- Ich kann aus Windrichtung und Pistennummer die Betriebsrichtung ableiten.
Vom Pistencode zum perfekten Foto
Finde auf der Spot-Karte den Standort an der richtigen Bahn, plane das Licht mit dem Sonnenstand-Planer und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Pistenbezeichnungen folgen zwei einfachen Regeln: Die Zahl ist der gerundete magnetische Kurs geteilt durch zehn, der Buchstabe die Lage aus Sicht des anfliegenden Piloten. Daraus ergibt sich alles andere – die 18 als Abstand zwischen beiden Enden, das Vertauschen von L und R, die Ausweichnummern bei vielen Parallelbahnen und die gelegentlichen Umbenennungen, wenn das Magnetfeld weiterwandert. Wenn du das einmal verinnerlicht hast, wird aus „RWY 25C“ im Wetterbericht eine konkrete Ansage, wo du heute am besten stehst. Wenn du gerade erst anfängst, findest du im Leitfaden Planespotting für Einsteiger die nächsten Schritte.
Kurzfazit
Zahl gleich Kompasskurs durch zehn, Gegenrichtung plus oder minus 18, L/C/R aus Pilotensicht. Prüfe vor jeder Tour die aktuellen Bezeichnungen, denn BER, Köln/Bonn und andere Flughäfen haben in den letzten Jahren umbenannt – und verknüpfe die Bahn mit Wind und Spot.
Zusammenfassung
- Pistenbezeichnungen bestehen aus einer zweistelligen Zahl für die gerundete magnetische Richtung und bei Parallelbahnen einem Buchstaben für die Lage.
- Die beiden Enden einer Bahn unterscheiden sich um 18, und der Buchstabe kehrt sich am Gegenende um: L wird zu R, C bleibt C.
- Nach ICAO-Regeln haben einstellige Nummern eine führende Null, in der zivilen US-Luftfahrt fällt sie weg. Nordbahnen heißen 36, nie 00.
- Weil sich die magnetische Missweisung verschiebt, werden Pisten gelegentlich umbenannt – ältere Spotterguides und Fotos tragen dann noch die alten Nummern.
- Für Spotter sind die Bezeichnungen der Schlüssel zu Wettermeldungen, Funkverkehr, Betriebsrichtung und der Wahl des richtigen Standorts.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Zahl auf einer Start- und Landebahn?
Sie gibt die magnetische Richtung an, in die ein Flugzeug auf dieser Bahn rollt, startet oder landet – gerundet auf zehn Grad und durch zehn geteilt. Piste 25 zeigt also grob auf 250 Grad, das ist Westsüdwest. Die Zahl steht in großen weißen Ziffern am Pistenanfang und ist so ausgerichtet, dass der Pilot sie im Anflug lesen kann.
Warum unterscheiden sich die beiden Enden einer Piste um 18?
Weil die Gegenrichtung genau 180 Grad versetzt liegt. Geteilt durch zehn ergibt das 18. Eine Bahn, die in die eine Richtung 07 heißt, heißt in die andere Richtung 25. Deshalb schreibt man Pisten oft als Paar wie 07/25 oder 08L/26R.
Was bedeuten L, C und R hinter der Pistennummer?
Sie unterscheiden parallele Bahnen mit gleicher Richtung: L steht für links, R für rechts und C für die mittlere Bahn (center). Maßgeblich ist der Blick aus Anflugrichtung. Weil links und rechts sich am anderen Ende vertauschen, wird aus 07L am Gegenende 25R, während eine C-Bahn auf beiden Seiten C bleibt.
Warum gibt es keine Piste 00?
Eine Bahn, die nach Norden zeigt, bekommt die Nummer 36 für 360 Grad. Die Null kommt als Nummer nicht vor, die Skala reicht von 01 bis 36. Die Gegenrichtung einer Bahn 36 ist die 18.
Warum heißt es in den USA Runway 9 statt 09?
Die ICAO-Regeln sehen bei einstelligen Nummern eine führende Null vor, also 09. Die zivile Luftfahrt in den USA lässt diese Null nach den Vorgaben der FAA weg und schreibt einfach 9. Gemeint ist dieselbe Richtung, nur die Schreibweise unterscheidet sich.
Warum werden Pisten umbenannt?
Weil sich der magnetische Nordpol langsam verschiebt und damit auch die Missweisung, also die Abweichung zwischen geografischem und magnetischem Norden. Irgendwann rundet der magnetische Kurs einer Bahn auf eine andere Zehnerzahl. Dann werden Markierungen, Schilder, Karten und Verfahren angepasst. Die Bahn selbst bleibt, wo sie ist.
Welche deutschen Flughäfen haben ihre Pisten zuletzt umbenannt?
Köln/Bonn hat die Parallelbahnen am 18. April 2024 von 14L/32R und 14R/32L auf 13L/31R und 13R/31L umgestellt. Der BER folgte am 3. Oktober 2024: Aus 07L/25R und 07R/25L wurden 06L/24R und 06R/24L. In der Schweiz hat Genf seine Piste 2018 von 05/23 auf 04/22 umbenannt.
Wie hilft mir die Pistenbezeichnung beim Spotten?
Sie verrät dir die Achse, auf der sich die Flugzeuge bewegen, und damit Lichtrichtung und Betriebsrichtung. Hörst du im Funk oder liest du im METAR eine bestimmte Bahn, weißt du, aus welcher Richtung gelandet wird und welcher Spot gerade passt. Mit L, C oder R erkennst du zudem, ob die Bahn direkt vor deinem Standort liegt oder weit weg auf der anderen Seite.
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