Wie Billigflieger funktionieren: Kosten, Einheitsflotte und Zusatzerlöse

Billigflieger sparen nicht an einer Stelle, sondern an vielen gleichzeitig: ein Flugzeugtyp, dichte Bestuhlung, kurze Bodenzeiten, günstige Flughäfen und ein Grundpreis, zu dem fast alles extra kostet. So greift das Modell ineinander.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten pro Sitz sind die Kennzahl: Billigflieger gewinnen nicht über höhere Preise, sondern über niedrigere Kosten für jeden angebotenen Sitzplatz – und darauf ist jede einzelne Entscheidung ausgerichtet.
  • Ein Typ für alles: Eine Einheitsflotte aus Boeing 737 oder Airbus A320-Familie senkt Kosten für Schulung, Wartung, Ersatzteile und Einsatzplanung.
  • Zeit am Boden kostet Geld: Kurze Wendezeiten und Punkt-zu-Punkt-Verkehr ohne Umsteigeverbindungen bringen mehr Flüge pro Flugzeug und Tag.
  • Der Ticketpreis ist nur die Basis: Gepäck, Sitzplatz, Priority Boarding und Bordverkauf bringen bei großen Low-Cost-Airlines einen erheblichen Teil der Einnahmen.
  • Für Spotter heißt das: wenige Typen, viele Kennzeichen, hohe Frequenz – und die spannendsten Sichtungen sind oft Varianten, Töchter und Sonderlackierungen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Billigflieger in einem Satz
  2. 2.Woher das Modell kommt
  3. 3.Baustein 1: die Einheitsflotte
  4. 4.Baustein 2: dichte Kabine, eine Klasse
  5. 5.Baustein 3: Zeit am Boden ist teuer
  6. 6.Baustein 4: Flughäfen und Basen
  7. 7.Baustein 5: Vertrieb und Personal
  8. 8.Baustein 6: Zusatzerlöse
  9. 9.Die Grenzen des Modells
  10. 10.Was das für dich als Spotter bedeutet
  11. 11.Fazit

Ein Flug quer durch Europa für weniger Geld als die Taxifahrt zum Flughafen: Das klingt nach einem Geschäft, das nicht aufgehen kann. Trotzdem gehören Low-Cost-Airlines zu den profitabelsten Fluggesellschaften überhaupt. Das Geheimnis liegt nicht in einem einzelnen Trick, sondern darin, dass jede Entscheidung im Unternehmen auf die Kosten pro Sitzplatz einzahlt – vom Flugzeugtyp über die Kabine bis zur Frage, ob die Maschine 25 oder 60 Minuten am Boden steht. Dieser Artikel zeigt dir, wie die Bausteine ineinandergreifen und warum du als Spotter an manchen Tagen gefühlt nur 737 und A320 siehst.

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Billigflieger in einem Satz

Eine Low-Cost-Airline verkauft möglichst viele Sitze mit möglichst wenig Aufwand pro Sitz und verdient zusätzlich an allem, was über den reinen Transport hinausgeht. Die zentrale Kennzahl der Branche sind deshalb die Kosten pro angebotenem Sitzkilometer: Was kostet es, einen Sitzplatz einen Kilometer weit zu bewegen – egal ob er besetzt ist oder nicht? Wer diesen Wert dauerhaft unter dem der Konkurrenz hält, kann niedrigere Preise anbieten und trotzdem Gewinn machen.

Netzwerk-Airlines wie Lufthansa oder Air France verdienen ihr Geld anders: mit Umsteigeverkehr über Drehkreuze, mit mehreren Kabinenklassen, Langstrecke und Geschäftsreisenden, die für Flexibilität zahlen. Billigflieger verzichten bewusst auf vieles davon. Den Unterschied der beiden Netzlogiken erklärt der Artikel Hub-and-Spoke und Point-to-Point im Detail.

1949Erster Flug von Pacific Southwest, oft als erste Low-Cost-Airline bezeichnet
1971Erster Linienflug von Southwest Airlines in Texas
1997Volle Liberalisierung des Luftverkehrs in der EU inklusive Inlandsflügen

Woher das Modell kommt

Die Idee stammt aus den USA. Pacific Southwest Airlines flog ab 1949 innerhalb Kaliforniens und wird oft als erste Low-Cost-Airline der Welt bezeichnet. Weil sie nur innerhalb eines Bundesstaats flog, unterlag sie nicht der damals strengen Preisregulierung für Flüge zwischen den Bundesstaaten. Genau dieses Prinzip übernahm Southwest Airlines: Herb Kelleher und Rollin King gründeten das Unternehmen 1967, im Juni 1971 startete der Linienbetrieb innerhalb von Texas – mit Boeing 737, kurzen Strecken und einfachen Abläufen. Nach der Deregulierung des US-Luftverkehrs 1978 wuchs Southwest landesweit und fliegt bis heute ausschließlich die 737.

In Europa machte zuerst Laker Airways in den späten 1970er-Jahren mit günstigen Transatlantikflügen Schlagzeilen und scheiterte. Den Durchbruch brachte die schrittweise Öffnung des europäischen Marktes: Mit dem dritten Liberalisierungspaket durfte ab 1997 jede Airline aus der EU auch Inlandsflüge in anderen EU-Staaten anbieten. Ryanair hatte sich da bereits neu erfunden. Nach Verlusten Ende der 1980er-Jahre stellte die irische Airline ab 1990 auf ein Low-Cost-Modell nach dem Vorbild von Southwest um, inklusive einer reinen Boeing-737-Flotte. easyJet startete 1995 ab London-Luton, Wizz Air folgte 2004 mit einem Fokus auf Mittel- und Osteuropa.

Baustein 1: die Einheitsflotte

Das sichtbarste Merkmal für Spotter ist die Flotte. Fast alle großen Low-Cost-Airlines setzen auf eine einzige Flugzeugfamilie:

Airline Flugzeugfamilie Wichtigste Typen Sitze im Haupttyp
Ryanair Boeing 737 737-800, 737-8200 189 bzw. 197
easyJet Airbus A320-Familie A319, A320, A320neo, A321neo je nach Variante
Wizz Air Airbus A320-Familie vor allem A321neo 239
Southwest Boeing 737 737-700, 737-800, 737 MAX 8 je nach Variante
Norwegian Boeing 737 737-800, 737 MAX 8 je nach Variante

Der Grund ist schlicht Geld. Jede weitere Flugzeugfamilie bedeutet eigene Musterberechtigungen für das Cockpit, eigene Schulungen für Technik und Kabinenpersonal, ein zusätzliches Ersatzteillager, eigene Werkzeuge und Simulatorzeiten. Mit nur einer Familie kann jede Crew jedes Flugzeug fliegen. Fällt eine Maschine an einer Basis aus, übernimmt jede andere ihren Umlauf, ohne dass Sitzplätze, Crew oder Abfertigung umgeplant werden müssen.

Dazu kommt die Einkaufsmacht: Wer Hunderte Flugzeuge eines Typs auf einmal bestellt, verhandelt mit Boeing oder Airbus ganz andere Konditionen als eine Airline, die zehn Maschinen braucht. Ryanair hat 2023 bei Boeing 150 Maschinen der 737 MAX 10 fest bestellt und sich Optionen auf 150 weitere gesichert. Für die Boeing 737-8200, eine besonders dicht bestuhlte Version der 737 MAX 8, war die Airline Erstkunde. Wie Airlines solche Entscheidungen über Jahrzehnte planen, erklärt der Artikel Wie Airlines ihre Flotte planen; warum ein Teil der Maschinen trotzdem nicht gekauft, sondern gemietet wird, steht unter Flugzeugleasing.

Einheitlich heißt nicht langweilig

Gerade weil Low-Cost-Flotten so gleichförmig wirken, lohnt der zweite Blick: Triebwerke, Winglets und Notausgänge verraten die Variante. Bei Ryanair unterscheidest du 737-800 und 737-8200 am sichersten an den Triebwerken, bei Wizz Air A321ceo und A321neo am Durchmesser der Triebwerksgondeln. Mehr dazu im Guide A320neo oder ceo?

Baustein 2: dichte Kabine, eine Klasse

Ein Flugzeug kostet pro Flug ungefähr gleich viel, egal ob 150 oder 200 Menschen an Bord sitzen. Jeder zusätzliche Sitz verteilt die Fixkosten auf mehr Köpfe. Low-Cost-Airlines bestuhlen ihre Maschinen deshalb mit einer einzigen Klasse und so vielen Reihen, wie es die Zulassung und die Zahl der Notausgänge erlauben. Die 737-8200 hat bei Ryanair 197 Sitze, die A321neo bei Wizz Air 239 – bei vielen Netzwerk-Airlines sitzen im selben Rumpf deutlich weniger Menschen.

Weggelassen wird alles, was Gewicht und Aufwand kostet: Bordunterhaltung, aufwendige Küchen, teils sogar verstellbare Rückenlehnen. Weniger Gewicht spart Treibstoff, weniger Ausstattung spart Wartung, und eine einfache Kabine lässt sich schneller reinigen.

Baustein 3: Zeit am Boden ist teuer

Ein Flugzeug verdient nur Geld, wenn es fliegt. Die Leasingrate oder Abschreibung läuft auch dann weiter, wenn die Maschine am Gate steht. Low-Cost-Airlines versuchen deshalb, ihre Flugzeuge möglichst viele Stunden am Tag in der Luft zu halten. Der wichtigste Hebel dafür ist die Wendezeit, also die Spanne zwischen Ankunft und nächstem Abflug. Ryanair setzte bei seiner Neuausrichtung nach 1990 eine Wendezeit von rund einer halben Stunde als Ziel.

Möglich wird das durch eine Kette von Vereinfachungen:

  • Kein Umsteigeverkehr: Ohne Anschlussflüge muss kein Gepäck durchgecheckt und kein verspäteter Zubringer abgewartet werden. Verspätet sich ein Flug, betrifft das nur diesen Umlauf.
  • Wenig aufgegebenes Gepäck: Weil Koffer extra kosten, reisen viele nur mit Handgepäck. Das verkürzt Be- und Entladung.
  • Treppen statt Fluggastbrücke: Einstieg über das Vorfeld, oft vorn und hinten gleichzeitig, geht schnell und spart Entgelte. Viele 737 von Ryanair haben dafür eine bordeigene Treppe.
  • Kein Catering-Wechsel: Verkauft wird, was an Bord ist; ein Austausch bei jeder Landung entfällt.
  • Reinigung durch die Crew: Bei kurzen Wenden räumt oft das Kabinenpersonal selbst auf.

Was zwischen Ankunft und Abflug alles parallel passiert, zeigt der Artikel Turnaround: die Abfertigung eines Flugzeugs. Für Spotter ist die kurze Wende ein Vorteil: Eine Low-Cost-Maschine, die du landen siehst, startet oft schon nach einer halben Stunde wieder.

Die eine Maschine, die dir noch fehlt

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Baustein 4: Flughäfen und Basen

Flughafenentgelte sind für eine Airline mit niedrigen Ticketpreisen ein großer Kostenblock, weil sie pro Passagier und pro Landung anfallen. Low-Cost-Airlines verhandeln deshalb hart oder weichen auf kleinere, sogenannte sekundäre Flughäfen aus. Diese sind oft weniger überlastet, haben kurze Rollwege und bieten Rabatte für neue Strecken. Wie sich solche Entgelte zusammensetzen, steht unter Flughafenentgelte erklärt.

Bekannte Beispiele sind der Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück, der Flughafen Brüssel-Charleroi oder der Flughafen Weeze am Niederrhein. Daneben stehen große Basen an Flughäfen, die ohnehin stark von Low-Cost-Verkehr geprägt sind, etwa London-Stansted und Mailand-Bergamo bei Ryanair oder London-Luton bei easyJet und Wizz Air.

Statt eines Drehkreuzes betreiben Billigflieger viele Basen, an denen Flugzeuge und Crews abends stationiert sind. Morgens starten die Maschinen von dort zu mehreren Hin- und Rückflügen und kehren abends zurück. Diese Struktur ist flexibel: Eine Basis lässt sich vergleichsweise schnell eröffnen, verkleinern oder schließen. Für Regionalflughäfen ist das Chance und Risiko zugleich – wenn eine Airline Flugzeuge abzieht, bricht ein großer Teil des Verkehrs weg. Wizz Air etwa schloss ihre einzige deutsche Basis in Dortmund im Oktober 2021.

Was Sekundärflughäfen der Airline bringen

  • niedrigere Entgelte und oft Anreize für neue Strecken
  • wenig Stau am Boden und in der Luft, dadurch kurze Wenden
  • freie Slots zu attraktiven Zeiten
  • Verhandlungsmacht, weil der Flughafen auf die Airline angewiesen ist

Was sie kosten

  • längere und teurere Anreise für Passagiere
  • kleineres Einzugsgebiet, weniger zahlungskräftige Nachfrage
  • politische Diskussionen über Zuschüsse für Regionalflughäfen
  • Abhängigkeit beider Seiten voneinander

Baustein 5: Vertrieb und Personal

Low-Cost-Airlines verkaufen ihre Tickets fast ausschließlich über die eigene Website und App. Das spart Provisionen an Reisebüros und Buchungssysteme. Check-in läuft online, die Bordkarte liegt auf dem Smartphone, Schalter am Flughafen gibt es nur noch für Gepäck und Sonderfälle. Die Preise sind dynamisch: Frühe Buchungen sind günstig, mit steigender Auslastung steigt der Preis. So füllt die Airline ihre Flugzeuge sehr gleichmäßig – Ryanair kam in den vergangenen Geschäftsjahren meist auf eine Sitzauslastung von über 90 Prozent.

Beim Personal setzen Low-Cost-Airlines auf hohe Produktivität: viele Flugstunden pro Crew, wenig Hotelübernachtungen dank Basismodell, schlanke Verwaltung. Dieser Bereich ist zugleich der umstrittenste Teil des Modells, weil Arbeitsbedingungen, Vertragsmodelle und Mitbestimmung immer wieder Gegenstand von Streiks und Gerichtsverfahren waren.

Baustein 6: Zusatzerlöse

Der niedrige Grundpreis ist nur die Eintrittskarte. Verdient wird zusätzlich an allem, was Passagiere individuell dazubuchen – im Fachjargon Ancillary Revenue. Typisch sind:

  • Aufgegebenes Gepäck und größeres Handgepäck
  • Sitzplatzreservierung, Plätze mit mehr Beinfreiheit
  • Priority Boarding und schnellere Sicherheitskontrolle
  • Essen, Getränke und Duty-free an Bord
  • Provisionen für Hotels, Mietwagen, Transfers und Versicherungen
  • Gebühren für Umbuchungen oder Check-in am Schalter

Bei Ryanair macht dieser Bereich nach gängigen Nachschlagewerken knapp ein Drittel der Einnahmen aus. Das verschiebt die Kalkulation grundlegend: Die Airline kann einen Flug unter Selbstkosten anbieten, wenn sie erwartet, dass genug Passagiere Extras kaufen. Netzwerk-Airlines haben dieses Prinzip inzwischen übernommen, etwa mit Light-Tarifen ohne Gepäck in der Economy. Und auch Southwest, lange für zwei kostenlose Gepäckstücke bekannt, hat diese Regel 2025 abgeschafft und 2026 feste Sitzplätze eingeführt.

Klassischer Low-Cost-Carrier

  • Grundpreis mit Handgepäck, Extras gegen Gebühr
  • Einheitsflotte, eine Klasse
  • Beispiele: Ryanair, easyJet

Hybrid- oder Value-Carrier

  • Low-Cost-Kostenbasis, aber Tarifpakete und teils Vielfliegerprogramm
  • oft Tochter einer Netzwerk-Airline
  • Beispiel: Eurowings in der Lufthansa Group

Ultra-Low-Cost-Carrier

  • im Grundpreis meist nur ein kleines persönliches Gepäckstück
  • sehr dichte Bestuhlung, fast alles extra
  • Beispiele: Wizz Air, Frontier

Die Grenzen des Modells

So stark das Modell auf der Kurz- und Mittelstrecke ist, so schwer lässt es sich übertragen. Auf der Langstrecke fällt die Wendezeit kaum ins Gewicht, weil ein Flugzeug ohnehin viele Stunden in der Luft ist. Großraumjets sind teuer, Passagiere wollen auf zehn Stunden Flug essen und Gepäck mitnehmen, und ohne Umsteigeverkehr fehlt oft die Nachfrage. Die Liste der Rückzüge ist lang: Oasis Hong Kong stellte 2008 den Betrieb ein, AirAsia X zog sich 2012 aus Europa zurück, und Norwegian gab die Langstrecke mit Boeing 787 im Januar 2021 endgültig auf.

Einen neuen Ansatz bieten Schmalrumpfjets mit großer Reichweite wie der Airbus A321XLR, die Wizz Air seit 2025 einsetzt. Sie erlauben längere Strecken, ohne die Einheitsflotte zu verlassen.

Auch auf der Kurzstrecke ist das Modell kein Selbstläufer. Steigende Kosten für Treibstoff und Triebwerkswartung treffen Airlines mit sehr niedrigen Preisen besonders hart. Die US-Ultra-Low-Cost-Airline Spirit Airlines stellte nach zwei Insolvenzverfahren im Mai 2026 den Flugbetrieb ein. Und Wizz Air hat seit 2023 viele A321neo am Boden, weil deren Getriebefan-Triebwerke vorzeitig in die Werkstatt müssen – eine Einheitsflotte macht auch verwundbar, wenn ein Problem alle Maschinen gleichzeitig betrifft.

Was das für dich als Spotter bedeutet

Das Low-Cost-Modell prägt, was du am Zaun siehst. An vielen europäischen Flughäfen stellen Billigflieger einen großen Teil der Bewegungen – und damit eine Flut ähnlicher Flugzeuge. Wer genauer hinschaut, findet trotzdem genug Stoff:

  • Varianten jagen: Boeing 737-800 und 737-8200, A320ceo und A321neo – innerhalb einer Flotte laufen oft mehrere Generationen nebeneinander, und die älteren verschwinden nach und nach.
  • Töchter und Kennzeichen: Hinter einer Marke stecken oft mehrere Flugbetriebe. Bei der Ryanair Holdings fliegen etwa Malta Air, Buzz, Lauda Europe und Ryanair UK mit eigenen ICAO-Codes und Kennzeichen-Präfixen, bei Wizz Air gibt es HA-, 9H- und G-Kennzeichen.
  • Wet Lease im Sommer: In der Hochsaison mieten Airlines Flugzeuge samt Crew bei anderen Gesellschaften. So tauchen fremde Typen und Lackierungen auf Low-Cost-Strecken auf – mehr dazu unter Wet Lease erklärt.
  • Flotten komplett erfassen: Mit Hunderten Maschinen eines Typs sind große Low-Cost-Flotten ideal für Sammler, die Kennzeichen abhaken.

Planst du einen Ausflug an einen typischen Low-Cost-Flughafen, ist der Spotting-Guide für Frankfurt-Hahn ein guter Einstieg. Und wenn du wissen willst, wo der Unterschied zum klassischen Ferienflieger liegt, hilft der Artikel Charterflug und Linienflug.

Erkennst du das Low-Cost-Modell am Zaun?

Hak ab, was du schon sicher einordnen kannst – am Ende siehst du, wie gut du das Geschäftsmodell lesen kannst.

  • Ich weiß, warum Low-Cost-Airlines nur eine Flugzeugfamilie fliegen.
  • Ich kann 737-800 und 737-8200 an Triebwerken und Winglets unterscheiden.
  • Ich erkenne an Kennzeichen-Präfixen, welche Tochtergesellschaft fliegt.
  • Ich weiß, warum die Maschine nach rund einer halben Stunde wieder startet.
  • Ich kenne die Rolle von Sekundärflughäfen und Basen.
  • Ich weiß, warum Wet-Lease-Flugzeuge im Sommer auf Low-Cost-Strecken auftauchen.

Low-Cost-Flotten im Hangar sammeln

Halte jede 737 und jede A321neo mit Kennzeichen im Hangar fest, setz fehlende Maschinen auf die Wunschliste und finde auf der Spot-Karte Standorte mit bestem Licht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Billigflieger funktionieren, weil viele kleine Einsparungen zusammen einen großen Kostenvorteil ergeben: eine Flugzeugfamilie, eine dichte Ein-Klassen-Kabine, kurze Bodenzeiten, günstige Flughäfen, Direktvertrieb und ein Grundpreis, zu dem Extras das eigentliche Geschäft ergänzen. Herausgenommen aus diesem Zusammenspiel verliert jeder einzelne Baustein an Wirkung – deshalb tut sich das Modell auf der Langstrecke so schwer. Für dich als Spotter bedeutet es viele gleiche Flugzeuge, aber auch eine Menge Details zum Entdecken.

Kurzfazit

Low-Cost heißt: niedrige Kosten pro Sitz durch Einheitsflotte, hohe Flugzeugnutzung und schlanke Abläufe – ergänzt durch Zusatzerlöse, die den günstigen Grundpreis tragen. Am Zaun erkennst du das Modell an wenigen Typen, vielen Kennzeichen und kurzen Wenden.

Zusammenfassung

  • Das Low-Cost-Modell stammt aus den USA: Pacific Southwest Airlines ab 1949 und Southwest Airlines ab 1971 machten es vor, Ryanair übertrug es Anfang der 1990er-Jahre nach Europa.
  • Die Kostenvorteile entstehen durch das Zusammenspiel vieler Bausteine: Einheitsflotte, dichte Ein-Klassen-Kabine, hohe Flugzeugnutzung, günstige Flughäfen, Direktvertrieb und schlanke Abläufe.
  • Zusatzerlöse machen aus einem niedrigen Grundpreis ein profitables Ticket. Ryanair erzielt laut gängigen Nachschlagewerken knapp ein Drittel seiner Einnahmen auf diesem Weg.
  • Auf der Langstrecke greifen viele Vorteile nicht – mehrere Versuche wie Norwegian Long Haul oder Oasis Hong Kong endeten mit dem Rückzug.

Häufige Fragen

Was ist ein Low-Cost-Carrier?

Ein Low-Cost-Carrier, auf Deutsch Billigfluggesellschaft, ist eine Airline, deren gesamtes Geschäftsmodell auf möglichst niedrige Kosten pro Sitzplatz ausgerichtet ist. Typisch sind ein einziger Flugzeugtyp, eine Kabinenklasse, Direktflüge statt Umsteigeverbindungen, kurze Bodenzeiten, Verkauf über die eigene Website und ein Grundpreis, zu dem Gepäck, Sitzplatzwahl und Service extra kosten.

Warum fliegen Billigflieger nur einen Flugzeugtyp?

Weil jede zusätzliche Flugzeugfamilie eigene Musterberechtigungen für Pilotinnen und Piloten, eigene Schulungen für Technik und Kabine, eigene Ersatzteillager und eigene Werkzeuge verlangt. Mit nur einer Familie kann jede Crew jedes Flugzeug fliegen, und fällt eine Maschine aus, springt jede andere ein. Das senkt Kosten und macht den Flugplan robuster.

Was sind Zusatzerlöse bei Airlines?

Zusatzerlöse, im Englischen Ancillary Revenue, sind alle Einnahmen außer dem reinen Flugpreis: Gebühren für aufgegebenes und teils auch für größeres Handgepäck, Sitzplatzreservierung, Priority Boarding, Essen und Getränke an Bord sowie Provisionen für Hotels, Mietwagen oder Versicherungen. Bei Low-Cost-Airlines sind sie ein zentraler Baustein der Kalkulation.

Warum fliegen Billigflieger kleinere Flughäfen an?

Kleinere oder sekundäre Flughäfen verlangen oft niedrigere Entgelte, sind weniger überlastet und erlauben kurze Rollwege und schnelle Abfertigung. Ryanair etwa nutzt neben großen Flughäfen auch Standorte wie Frankfurt-Hahn, Brüssel-Charleroi oder Paris-Beauvais. Dafür nehmen Passagiere oft längere Wege in die Stadt in Kauf.

Was ist ein Ultra-Low-Cost-Carrier?

Ultra-Low-Cost-Carrier treiben das Modell noch weiter: Im Grundpreis ist meist nur ein kleines persönliches Gepäckstück enthalten, fast alles andere kostet extra. Als Beispiele gelten Wizz Air in Europa sowie Frontier in den USA. Die bekannte US-Ultra-Low-Cost-Airline Spirit hat den Flugbetrieb im Mai 2026 eingestellt.

Gibt es Billigflieger auf der Langstrecke?

Es gab und gibt Versuche, doch viele Kostenvorteile greifen dort kaum: Auf einem langen Flug zählt die Bodenzeit weniger, Verpflegung und Gepäck sind schwerer wegzulassen, und Großraumflugzeuge sind teuer. Norwegian gab die Langstrecke im Januar 2021 auf, Oasis Hong Kong stellte 2008 den Betrieb ein. Neue Schmalrumpfjets wie der Airbus A321XLR erlauben heute längere Strecken mit Low-Cost-Kostenstruktur.

Was bedeutet das Low-Cost-Modell für Planespotter?

Du siehst an vielen Flughäfen sehr viele Flüge mit sehr wenigen Typen. Spannend wird es bei den Details: Varianten wie 737-800 und 737-8200 oder A321ceo und A321neo, Tochtergesellschaften mit eigenen Kennzeichen-Präfixen, Sonderlackierungen und einzelne Exoten in der Flotte. Wer Kennzeichen sammelt, hat bei großen Low-Cost-Flotten Hunderte Maschinen vor sich.

PT

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