Das Wichtigste in Kürze
- Twin Jet ist eine französische Regionalairline mit Sitz in Aix-en-Provence, gegründet im Mai 2001.
- Codes: IATA T7, ICAO TJT, Rufzeichen „TWINJET“.
- Die Flotte besteht nur aus einem Typ: laut Twin Jet 13 Beechcraft 1900D – ein für 19 Passagiere ausgelegter Turboprop, der seit 2002 nicht mehr gebaut wird.
- Das Netz ist kleinteilig: Verbindungen zwischen Regionalflughäfen wie Marseille, Lyon, Toulouse, Nizza oder Straßburg, dazu Strecken nach Italien und die Anbindung von Le Puy-en-Velay an Paris-Orly.
- Keine Allianz, aber Flying Blue: Twin Jet ist seit 2002 Partner im Vielfliegerprogramm von Air France-KLM.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | T7 |
|---|---|
| ICAO-Code | TJT |
| Rufzeichen | TWINJET |
| Drehkreuze | MRS, LYS, TLS |
| Geschäftsmodell | Regionalairline mit kleinen Direktverbindungen zwischen französischen Regionalflughäfen und nach Italien, dazu Charter, Fracht und Ambulanzflüge |
| Sitz | Aix-en-Provence, auf dem Gelände des früheren Luftwaffenstützpunkts Aix-Les Milles |
| Gegründet | Mai 2001, erster kommerzieller Flug im Oktober 2001 (Nîmes–Châteauroux) |
| Wichtige Basen | Marseille (MRS), Lyon (LYS) und Toulouse (TLS), dazu unter anderem Straßburg und Le Puy-en-Velay |
| Allianz | keine; Partner im Vielfliegerprogramm Flying Blue von Air France-KLM seit 2002 |
| Flotte (laut Twin Jet, Stand 2026) | 13 Beechcraft 1900D |
| Übernahme | Hex'Air (Le Puy-en-Velay), im September 2016 angekündigt und Ende 2016 integriert |
| Besonderheit | Einer der wenigen Linienbetreiber der Beechcraft 1900D in Europa |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Twin Jet?
- Immer eine Beechcraft 1900D: kleiner zweimotoriger Turboprop mit knapp 20 Sitzen
- Erhöhter Rumpfrücken, Winglets und eine ganze Sammlung kleiner Flossen am Heck
- Zwei Turboprop-Triebwerke mit vierblättrigen Propellern und T-Leitwerk
- Schriftzug „Twin Jet“ am Rumpf – trotz des Namens kein Jet
- Französisches Kennzeichen mit F- am Heck
- Flugnummer mit T7, auf Trackern das Rufzeichen mit TJT und der Typcode B190
Zwischen Airbus-Jets und ATR-Turboprops wirkt sie fast verloren: eine schmale, hochbeinige Maschine mit vielen kleinen Flossen am Heck. Wenn du an einem französischen Regionalflughafen so ein Flugzeug siehst, stehen die Chancen gut, dass es zu Twin Jet gehört. Die Airline aus Aix-en-Provence fliegt seit über zwei Jahrzehnten ausschließlich die Beechcraft 1900D – und ist damit eine der letzten Gelegenheiten in Europa, diesen Typ regelmäßig im Linienverkehr zu fotografieren. Diese Seite zeigt dir, was hinter der Airline steckt, wie du sie erkennst und wo du sie findest.
Exoten im Hangar sammeln
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Kennzeichen, Typ und Airline fest – und siehst, welche Twin-Jet-Beechcraft dir noch fehlt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Twin Jet im Überblick
Twin Jet ist eine französische Regionalairline mit Sitz in Aix-en-Provence. Die Verwaltung des Flugbetriebs sitzt auf dem Gelände des früheren Luftwaffenstützpunkts Aix-Les Milles, nicht weit vom großen Flughafen Marseille Provence entfernt. Gegründet wurde das Unternehmen im Mai 2001 von Olivier Manaut, der bis heute als Präsident an der Spitze steht. Das Luftverkehrsbetreiberzeugnis kam Anfang Oktober 2001, und noch im selben Monat startete der erste kommerzielle Flug: eine Verbindung von Nîmes nach Châteauroux – natürlich mit einer Beechcraft 1900D.
Die erste reguläre Linie folgte im März 2002. Twin Jet hatte eine öffentliche Ausschreibung für die Strecke Cherbourg–Paris-Orly gewonnen. Solche kleinen, oft von Regionen oder dem Staat unterstützten Verbindungen sind bis heute typisch für das Geschäftsmodell: Strecken, auf denen ein Airbus viel zu groß wäre, auf denen aber trotzdem Geschäftsreisende und Pendler schnell ans Ziel wollen.
Im Laufe der Jahre wuchs das Netz vor allem im Süden und Südosten Frankreichs. Heute nennt Twin Jet rund 200 Flüge pro Woche. Neben dem Linienverkehr bietet die Airline Charter mit Crew, Frachtflüge und medizinische Transporte an. Laut französischen Quellen gehört Twin Jet zur Holding Fleet Management Airways mit Sitz in der Schweiz.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code T7: steht in der Flugnummer, also auf der Anzeigetafel, im Ticket und in Flugplänen.
- ICAO-Code TJT: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
- Rufzeichen TWINJET: so meldet sich die Besatzung im Funk.
Für Spotter ist vor allem der ICAO-Code wichtig. Auf vielen Trackern siehst du den Flug als TJT plus Nummer, die T7-Flugnummer dagegen auf der Anzeigetafel im Terminal. Wie die beiden Kennungen zusammenhängen, erklärt der Artikel zu Callsign und Flugnummer.
Tracker-Trick für Exoten
Filtere im Tracker nach dem Typcode B190. In Frankreich gehören viele Treffer zu Twin Jet – und du siehst sofort, ob gerade eine Maschine zu deinem Flughafen unterwegs ist. Mehr zum Lesen von ADS-B-Daten findest du im Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Die Flotte: nur Beechcraft 1900D
Eine Flottenliste bei Twin Jet ist schnell geschrieben. Laut Airline sind 13 Flugzeuge im Einsatz, und alle gehören zum selben Typ.
| Typ | Anzahl | Sitze | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Beechcraft 1900D | 13 (Stand 2026) | für 19 Passagiere ausgelegt | Linie, Charter, Fracht, Ambulanzflüge | Produktion 2002 beendet, alle Exemplare über 20 Jahre alt |
Die Beechcraft 1900D ist die letzte und meistgebaute Version der 1900-Familie, die Beechcraft aus der Super King Air abgeleitet hat. Gebaut wurde sie von 1991 bis 2002, damals schon unter dem Dach des Raytheon-Konzerns. Heute gehört die Marke Beechcraft zu Textron Aviation. Die 1900D war vor allem in Nordamerika ein typisches Zubringerflugzeug. In Europa ist sie im Linienverkehr selten geworden – Twin Jet zählt hier zu den bekanntesten Betreibern.
Für Passagiere hat die 1900D einen Vorteil, den viele kleine Turboprops nicht bieten: Dank des erhöhten Rumpfs können die meisten Menschen in der Kabine aufrecht stehen. Links und rechts des Mittelgangs gibt es je einen Einzelsitz, jeder Passagier sitzt also am Fenster. Twin Jet wirbt mit Ledersitzen. Flugbegleiter gibt es in dieser Größenklasse in der Regel nicht – die beiden Piloten übernehmen die Sicherheitseinweisung.
Neben dem Linienverkehr setzt Twin Jet die Flugzeuge für Charter, eilige Fracht und Krankentransporte ein. Das macht die Flotte flexibel – und für dich spannend, weil eine Twin-Jet-Beechcraft auch an Flughäfen auftauchen kann, die gar nicht im Linienflugplan stehen.
Die 1900D auf der Wunschliste
Setz den Typ Beechcraft 1900D oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine Maschine in deiner Nähe anfliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Twin Jet erkennst
Weil Twin Jet nur einen Flugzeugtyp betreibt, beginnt die Erkennung beim Flugzeug selbst. Die Beechcraft 1900D hat ein paar Merkmale, die sie von fast allen anderen kleinen Turboprops unterscheiden:
Rumpf ansehen
Der Rumpfrücken ist deutlich erhöht, die Maschine wirkt im Profil auffallend hoch für ihre Länge.
Heck prüfen
T-Leitwerk, kleine Hilfsflächen seitlich am hinteren Rumpf, Flossen unter dem Höhenleitwerk und zwei Bauchflossen – diese Flossen-Sammlung hat kein anderer 19-Sitzer.
Flügelspitzen checken
Die 1900D trägt Winglets. Ältere Versionen der 1900 haben keine.
Kennzeichen und Schriftzug
Französisches F-Kennzeichen am Heck und der Schriftzug „Twin Jet“ am Rumpf bestätigen die Airline.
Die Kennzeichen sind französisch und beginnen mit F-. Wie die Systematik der Registrierungen funktioniert und wie du sie richtig notierst, erklärt der Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen. Bei einer Flotte von nur 13 Maschinen lohnt es sich besonders, jedes Kennzeichen einzeln festzuhalten: Wer alle Twin-Jet-Flugzeuge im Logbuch hat, hat einen der kleineren, aber anspruchsvolleren Sammel-Erfolge im französischen Regionalverkehr geschafft.
Achtung Verwechslung
Auf den ersten Blick kann eine 1900D an eine BAe Jetstream 31 erinnern – beide sind kleine, zweimotorige Commuter. Die Jetstream hat aber ein Kreuzleitwerk statt eines T-Leitwerks und keine Winglets. Auch eine King Air ist ähnlich gebaut, aber deutlich kürzer und mit niedrigerem Rumpf.
Das Streckennetz
Das Netz von Twin Jet ist kleinteilig und verändert sich mit jedem Flugplan. Statt eines Drehkreuzes verbindet die Airline Regionalflughäfen direkt miteinander. Wichtige Stationen sind die Basen in Marseille, Lyon und Toulouse, dazu kommen weitere Basen unter anderem in Straßburg und Le Puy-en-Velay.
Laut Twin Jet gehörten 2026 unter anderem diese Ziele zum Netz:
| Region | Beispiele für Ziele | Einordnung |
|---|---|---|
| Südfrankreich | Marseille, Toulouse, Nizza, Pau | Kern des Netzes, etwa Toulouse–Marseille und Nizza–Toulouse |
| Rhône-Alpes und Osten | Lyon, Straßburg | Lyon als Basis, Straßburg–Lyon seit 2025 wieder im Plan |
| Zentralmassiv und Paris | Le Puy-en-Velay, Paris-Orly | Anbindung von Le Puy an Paris, ein Erbe von Hex’Air |
| Westen | Nantes, Rennes | Querverbindungen, etwa Toulouse–Nantes und Toulouse–Rennes |
| Italien | Mailand, Bologna, Venedig, Olbia | Grenzüberschreitende Strecken ab Lyon, Marseille und Nizza |
| Spanien | Menorca | Verbindung ab Nizza |
Neue Strecken kamen in den vergangenen Jahren regelmäßig dazu. Laut Unternehmensangaben und französischen Übersichten startete zum Beispiel Toulouse–Marseille Anfang 2022, Lyon–Mailand im Herbst 2022, Lyon–Bologna Ende 2022, Lyon–Pau im Sommer 2023 und Nizza–Toulouse im Frühjahr 2024. Gleichzeitig verschwinden Verbindungen auch wieder. Plane deshalb nicht nach alten Spotterberichten, sondern prüf den aktuellen Flugplan.
Spannend ist die Rolle von Paris-Orly. 2017 schloss Twin Jet eine Vereinbarung, die ihre Strecken dort mit dem Netz von Air France und HOP! verknüpfte. Neben den großen Airbus-Jets rollt die kleine Beechcraft dort zu einem echten Größenvergleich.
Geschichte: von Nîmes bis Le Puy
Die Geschichte von Twin Jet ist eher leise, aber für französische Regionalluftfahrt typisch. Die wichtigsten Stationen:
- 2001: Gründung im Mai, Luftverkehrsbetreiberzeugnis und erster kommerzieller Flug Nîmes–Châteauroux im Oktober.
- 2002: erste Linienstrecke Cherbourg–Paris-Orly nach gewonnener Ausschreibung; Partnerschaft mit Flying Blue; Zulassung für Krankentransporte.
- 2006: Callcenter in Aix-en-Provence und elektronische Tickets für alle Passagiere.
- 2008: Vertriebsvereinbarung mit Air France-KLM für mehrere europäische Märkte und Start des Online-Verkaufs.
- 2016: Übernahme von Hex’Air, einer kleinen Airline aus Le Puy-en-Velay, die zuletzt ebenfalls Beechcraft 1900D flog. Strecken und Flugzeuge gingen Ende 2016 in Twin Jet auf.
- 2017: kommerzielle Vereinbarung mit HOP! und Air France über Paris-Orly.
- 2021: Krankentransporte, unter anderem von Covid-Patienten zwischen Kliniken.
- ab 2022: mehrere neue Linien zwischen Regionalflughäfen und nach Italien.
Während andere französische Regionalairlines verschwunden sind – etwa Air Littoral oder Brit Air, die in HOP! aufging –, hat Twin Jet mit einem sehr schlanken Modell überlebt: ein einziger Flugzeugtyp, kleine Strecken und zusätzliche Einnahmen aus Charter, Fracht und Krankentransporten.
Twin Jet im französischen Regionalmarkt
Twin Jet ist nicht die einzige kleine Airline in Frankreich. Zum Vergleich lohnt der Blick auf Chalair, die ebenfalls Regionalverbindungen fliegt, auf Air Corsica mit ATR und A320 sowie auf Amelia. Die ATR-Betreiber erkennst du am Schulterdecker mit hohem Flügel – etwa die ATR 72-600 –, Twin Jet dagegen am Tiefdecker mit T-Leitwerk. Einen größeren Überblick bietet der Artikel zu Regionalairlines in Europa.
Das spricht für Twin Jet
- Kleiner Tiefdecker mit T-Leitwerk und Winglets
- Viele kleine Flossen am Heck
- Auf dem Tracker TJT und Typcode B190
- Nur rund 19 Sitze, jeder davon am Fenster
Das spricht eher für eine ATR-Airline
- Hochdecker mit Flügel über dem Rumpf
- Deutlich längerer Rumpf mit 40 bis über 70 Sitzen
- Fahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf
- Auf dem Tracker AT72, AT76 oder AT45
Twin Jet spotten: Tipps
Twin Jet zu fotografieren ist kein Selbstläufer. Die Flugzeuge sind klein, fliegen wenige Umläufe am Tag und stehen an großen Flughäfen oft weit draußen auf dem Vorfeld. Mit etwas Planung klappt es trotzdem.
Gute Chancen auf Twin Jet, wenn …
Prüf es vorher, wenn …
- du nach Nizza, Straßburg oder Paris-Orly fährst, wo nur einzelne Rotationen anstehen
- du am Wochenende oder in Ferienzeiten unterwegs bist
Eher kein Twin-Jet-Tag, wenn …
- du außerhalb Frankreichs und Norditaliens suchst und keine Charter angekündigt ist
Am Flughafen Nizza lohnt sich die Suche ebenfalls, weil dort die Strecke nach Toulouse bedient wird. Für das Foto selbst gilt: Propeller sehen nur dann gut aus, wenn sie sich auf dem Bild sichtbar drehen. Wähl deshalb eine etwas längere Verschlusszeit und zieh mit. Wie das funktioniert, zeigt der Guide Propeller fotografieren.
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Zäune, Absperrungen und Sicherheitsbereiche sind tabu, und Drohnen haben in der Nähe von Flughäfen nichts verloren. Was rechtlich gilt, erklärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Häufige Verwechslungen
- Den Namen wörtlich nehmen – Twin Jet fliegt keine Jets, sondern Turboprops mit vier Propellerblättern pro Triebwerk.
- T7 mit dem Typ verwechseln – T7 ist der IATA-Code der Airline, nicht ein Flugzeugtyp.
- Jede 1900D in Frankreich für Twin Jet halten – Charter- und Frachtbetreiber fliegen den Typ ebenfalls. Kennzeichen und ICAO-Code entscheiden.
- Twin Jet für eine Air-France-Tochter halten – die Airline ist eigenständig, gehört nicht zur Air France-KLM-Gruppe und ist nur Partner im Vielfliegerprogramm Flying Blue.
- 1900D mit Jetstream verwechseln – T-Leitwerk und Winglets sprechen für die Beechcraft.
Twin Jet im Blick behalten
Beobachte die Airline oder den Typ Beechcraft 1900D, werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt und poste deine Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Flughafen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Twin Jet ist eine der ungewöhnlichsten Airlines Frankreichs: klein, eigenständig und seit über zwei Jahrzehnten einem einzigen, längst nicht mehr gebauten Flugzeugtyp treu. Für Spotter ist sie damit doppelt interessant – als Airline mit überschaubarer Flotte, die sich komplett sammeln lässt, und als eine der wenigen Chancen, die Beechcraft 1900D in Europa im Linienbetrieb zu erleben. Wer Basen, Tageszeiten und den aktuellen Flugplan im Blick hat, bekommt die Beechcrafts in Marseille, Lyon oder Toulouse gut vor die Linse.
Kurzfazit
Twin Jet (IATA T7, ICAO TJT) ist eine französische Regionalairline aus Aix-en-Provence mit einer reinen Flotte aus 13 Beechcraft 1900D. Erkennungsmerkmal ist das Flugzeug selbst – hoher Rumpf, T-Leitwerk, Winglets und viele kleine Flossen am Heck.
Zusammenfassung
- Twin Jet erkennst du sofort am Flugzeug: Die Airline fliegt ausschließlich die Beechcraft 1900D, einen Exoten an europäischen Flughäfen.
- Der Name führt in die Irre – „Jet“ steht im Namen, unter den Flügeln drehen sich aber Propeller.
- Gute Chancen auf Sichtungen hast du in Marseille, Lyon und Toulouse, wo die Airline Basen hat.
- Weil die Flugzeuge klein sind und oft auf Außenpositionen stehen, brauchst du am Spot meist ein längeres Tele und eine gute Planung.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat Twin Jet?
Der IATA-Code von Twin Jet ist T7, der ICAO-Code TJT. Im Funk meldet sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „TWINJET“. Auf Flugtrackern siehst du meist die Kombination aus TJT und Flugnummer.
Welche Flugzeuge fliegt Twin Jet?
Ausschließlich die Beechcraft 1900D. Laut Twin Jet umfasst die Flotte 13 Maschinen dieses Typs (Stand 2026). Die 1900D ist ein zweimotoriger Turboprop, der für 19 Passagiere ausgelegt ist. Produziert wurde sie nur bis 2002, alle Flugzeuge der Airline sind also mehr als zwanzig Jahre alt.
Warum heißt die Airline Twin Jet, wenn sie Propellerflugzeuge fliegt?
Der Name spielt auf die zwei Triebwerke an. Technisch sind es Turboprops: Eine Gasturbine treibt jeweils einen Propeller an. Ein Strahlflugzeug hatte Twin Jet im Linienverkehr nicht – die Airline ist seit ihrem ersten Flug 2001 mit der Beechcraft 1900D unterwegs.
Gehört Twin Jet zu Air France oder einer Allianz?
Nein. Twin Jet ist eine eigenständige Airline und weder Mitglied von SkyTeam noch einer anderen Allianz. Sie arbeitet aber mit Air France-KLM zusammen: Seit 2002 ist sie Partner im Vielfliegerprogramm Flying Blue, und 2017 schloss sie eine kommerzielle Vereinbarung, die ihre Strecken über Paris-Orly mit dem Netz von Air France und HOP! verknüpfte.
Wo kann ich Twin Jet spotten?
Am besten an den Basen Marseille, Lyon und Toulouse. Auch in Nizza, Straßburg oder Paris-Orly tauchen die Beechcrafts im Linienverkehr auf. Das Netz ist klein und ändert sich zwischen Sommer- und Winterflugplan, deshalb lohnt vor der Tour ein Blick in den aktuellen Flugplan.
Was war Hex'Air?
Hex'Air war eine kleine Regionalairline aus Le Puy-en-Velay, die zuletzt ebenfalls Beechcraft 1900D einsetzte und vor allem die Strecke nach Paris-Orly bediente. Twin Jet kündigte die Übernahme im September 2016 an; ab Mitte Dezember 2016 liefen die Flüge unter Twin-Jet-Flugnummern, Ende 2016 wurde Hex'Air vollständig in Twin Jet eingegliedert.
Was macht Twin Jet außer Linienflügen?
Twin Jet bietet Charterflüge für Gruppen, Sportteams und Firmen an, transportiert eilige Fracht und führt Ambulanz- und Krankentransportflüge durch – eine Zulassung für Krankentransporte hat die Airline seit 2002. Wenn eine Twin-Jet-Beechcraft abseits des Flugplans auftaucht, steckt oft einer dieser Einsätze dahinter.
Twin Jet im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Beechcraft 1900D
19 Sitze, zwei PT6A, ein Buckel über der Kabine und kleine Flossen überall am Heck: Die Beechcraft 1900D ist der Zubringer-Turboprop, der Kanada, die USA und viele Inselnetze geprägt hat. So erkennst du sie.
FlugzeugtypATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypBAe Jetstream 31/32
Klein, schlank, tiefer Flügel und ein unverwechselbar kreischender Garrett-Sound: Die Jetstream 31/32 war jahrzehntelang der Zubringer auf Britanniens Regionalstrecken – und ist heute ein seltener Fang.
Weitere Airlines
Chalair Aviation
Kleine französische Regionalairline aus Caen: Turboprops von ATR und Beechcraft, subventionierte Linien zwischen Paris-Orly und Städten wie Aurillac, Brive und Castres – ein Motiv, das du nicht an jedem Flughafen bekommst.
RegionalAir France Hop
Die Regionaltochter der Air France entstand 2013 aus Brit Air, Régional und Airlinair. Aus einem bunten Mix aus ATR, CRJ und Embraer ist inzwischen eine reine E170/E190-Flotte geworden, die unter Air-France-Flugnummern ab Paris-CDG und Lyon fliegt.
RegionalAir Corsica
Die Regionalairline der Insel Korsika: Sitz in Ajaccio, mehrheitlich im Besitz der Collectivité de Corse, mit ATR 72-600 und Airbus A320neo auf den Verbindungen nach Marseille, Nizza und Paris-Orly.
NetzwerkAir France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
CharterAmelia
Die Markenfamilie der französischen Regourd Aviation: kleine Flotte aus Embraer-Regionaljets und Airbus A319, viel ACMI für andere Airlines, Charter für Sportteams und Firmen – und mit Pau–Paris-Orly auch eine eigene Linie.
RegionalBrit Air
Historische Regionalairline aus Morlaix in der Bretagne. Brit Air startete 1973 als Lufttaxi, flog ATR, Saab 340 und Fokker 100, brachte CRJ700 und CRJ1000 als Erstkunde in den Liniendienst und ging ab 2013 in HOP! auf.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Textron Aviation
Skyhawk auf dem Flugplatz, Citation am Businessjet-Terminal, King Air beim Rettungsdienst, Caravan im Frachtnetz von FedEx: Hinter all diesen Mustern steht Textron Aviation aus Wichita. Hier erfährst du, wie Cessna, Beechcraft und Hawker unter ein Dach kamen, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
Airline-GruppeAir France-KLM
Air France-KLM ist ein französisch-niederländischer Konzern mit zwei Netzwerk-Airlines, zwei Transavia-Betrieben und eigenen Regionaltöchtern. Wer am Zaun nur auf Blau-Weiß-Rot oder KLM-Blau achtet, verpasst die halbe Gruppe.
FlughafenFlughafen Marseille Provence
Südfrankreichs Tor zum Mittelmeer liegt in Marignane am Ufer des Étang de Berre: zwei Parallelbahnen, ein neues Terminal 1, eine starke Low-Cost-Basis – und gleich nebenan der Hauptsitz von Airbus Helicopters mit Hubschraubern im Testbetrieb.
FlughafenFlughafen Lyon-Saint Exupéry
Frankreichs fünftgrößter Flughafen liegt in der Ebene östlich von Lyon: zwei Nord-Süd-Bahnen, ein TGV-Bahnhof von Santiago Calatrava, viel Low-Cost- und Nordafrika-Verkehr – und ein Flugplan, der vom Regionaljet bis zum Großraumflugzeug aus Dubai reicht.
Passende Guides aus dem Blog
- Regionalairlines in Europa: Zubringer, Lohnflüge und Inselverkehre
- Propellerflugzeuge fotografieren: Verschlusszeit und Mitzieher richtig wählen
- Callsign vs. Flugnummer: Was ist der Unterschied?
- Flugzeug-Kennzeichen verstehen: So liest du jede Registrierung
- Flugverfolgung für Spotter: ADS-B, Flightradar & Co. richtig nutzen



