Das Wichtigste in Kürze
- IAG ist eine Holding, keine Airline. Unter dem Dach arbeiten British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und LEVEL mit eigenen Codes und Lackierungen.
- Vier Drehkreuze: London (BA), Madrid (Iberia), Barcelona (Vueling, LEVEL) und Dublin (Aer Lingus).
- Spanischer Sitz, britisches Herz: Registriert ist IAG in Madrid, die Zentrale liegt bei London.
- Nur zwei Airlines sind in oneworld: British Airways und Iberia. Aer Lingus, Vueling und LEVEL fliegen ohne Allianz.
- Für die Bestimmung zählt der Betreiber: Rufzeichen und Kennzeichen sagen dir, ob BA, CityFlyer, EuroFlyer oder ein Franchise-Partner fliegt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Zwei Flag Carrier, eine Holding
- 8.Die Airlines der Gruppe im Überblick
- 9.Die vier Drehkreuze und was du dort siehst
- 10.British Airways: die Großraum-Schatzkammer des Konzerns
- 11.Iberia, Vueling und LEVEL: die spanische Seite
- 12.Aer Lingus: der irische Sonderweg
- 13.So bestimmst du den richtigen Betreiber
- 14.Allianz, Fracht und Avios: der Konzern hinter den Kulissen
- 15.Air Europa und die Grenzen des Konzerns
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rechtsträger | International Consolidated Airlines Group, S.A. – spanische Aktiengesellschaft |
|---|---|
| Sitz | Registersitz Madrid, Konzernzentrale im Großraum London nahe Heathrow |
| Rolle im System | Airline-Gruppe – Holding über mehrere eigenständige Flugbetriebe mit eigenen Codes, Marken und Zulassungen |
| Netzwerk-Airlines | British Airways, Iberia, Aer Lingus |
| Low-Cost und Langstrecke günstig | Vueling, LEVEL, Iberia Express |
| Regional und Töchter der Töchter | BA CityFlyer, BA EuroFlyer; Iberia Regional (Franchise mit Air Nostrum), Aer Lingus Regional (Franchise mit Emerald Airlines) |
| Drehkreuze | London, Madrid, Barcelona, Dublin |
| Allianz | British Airways und Iberia in oneworld; Aer Lingus, Vueling und LEVEL ohne Allianzmitgliedschaft |
| Weitere Sparten | IAG Cargo (Luftfracht), IAG Loyalty (Bonuswährung Avios) |
| Börse | London und spanische Börsen, Mitglied in FTSE 100 und IBEX 35 |
| Bestimmungsweg im Feld | Rufzeichen im ADS-B-Signal, Länderkennung im Kennzeichen und Marke am Rumpf – der Konzernname steht nirgends |
| Offizielle Website | www.iairgroup.com |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
International Airlines Group (IAG) aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für International Airlines Group (IAG)
- Auf keinem Flugzeug steht „IAG“ – du erkennst die Gruppe ausschließlich an den Marken der einzelnen Airlines
- Die Länderkennung trennt die Familien sauber: G- für British Airways und ihre Töchter, EC- für Iberia, Iberia Express, Vueling und LEVEL, EI- für Aer Lingus
- Im ADS-B-Rufzeichen steckt der ICAO-Code des echten Betreibers, etwa BAW, IBE, VLG oder EIN
- British Airways fliegt mit dem Speedmarque und der wehenden Flagge am Leitwerk, Iberia mit dem rot-gelben Leitwerk und dem stilisierten Logo des Redesigns von 2013
- Aer Lingus erkennst du am Kleeblatt am Leitwerk, Vueling an Grau und Gelb mit großem Schriftzug
- Ein BA-Flug ab London City oder Gatwick kann von BA CityFlyer oder BA EuroFlyer kommen – gleiche Lackierung, anderer Betreiber
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Vier große Drehkreuze, darunter Heathrow – einer der spannendsten Flughäfen Europas für Langstrecken-Typen
- British Airways betreibt mit A380, 777, 787 und A350-1000 eine der vielfältigsten Großraumflotten Europas
- Klare Länderkennungen (G-, EC-, EI-) machen die Zuordnung über das Kennzeichen einfach
- Vueling und Aer Lingus sind auch an deutschsprachigen Flughäfen regelmäßig zu Gast
- Retro- und Sonderlackierungen bei British Airways sind beliebte Sammlerziele
Wo es hakt
- Der Konzernname taucht nirgends auf – wer nur nach Logos geht, erkennt die Gruppe nicht
- Iberia, Iberia Express, Vueling und LEVEL tragen alle EC-Kennzeichen; die Länderkennung allein reicht in Spanien nicht
- Franchise-Partner wie Air Nostrum und Emerald fliegen unter Konzernmarken, gehören aber nicht zur Gruppe
- Flottenzahlen pro Airline ändern sich durch laufende Auslieferungen schnell
- Beteiligungen wie die an Air Europa machen die Grenze des Konzerns unscharf
Ein Speedmarque-Leitwerk in Heathrow, ein rot-gelbes Heck in Madrid, ein graugelber Airbus in Barcelona und ein Kleeblatt in Dublin: vier Flughäfen, vier Marken, ein Konzern. Hinter British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus steht die International Airlines Group, kurz IAG. Den Namen liest du auf keinem Rumpf – und doch prägt diese Gruppe das Bild an vier der wichtigsten Flughäfen Westeuropas. Für deine Sichtungen heißt das wie bei jeder Airline-Gruppe: Der Konzern fliegt nicht, die Betreiber tun es.
Jede IAG-Airline sauber zuordnen
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot fest – ob British Airways, Iberia, Vueling oder Aer Lingus. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Zwei Flag Carrier, eine Holding
Die IAG ist vergleichsweise jung. Im Januar 2011 vollzogen British Airways und Iberia ihre Fusion – allerdings nicht als Verschmelzung zu einer Airline, sondern als gemeinsame Dachgesellschaft. Beide Gesellschaften blieben eigenständige Flugbetriebe mit eigenem Namen, eigener Lackierung, eigenem Drehkreuz und eigener Betriebsgenehmigung. Genau dieses Modell hat IAG seitdem auf jede neue Airline übertragen.
Rechtlich ist der Konzern eine spanische Aktiengesellschaft mit Registersitz in Madrid. Die eigentliche Konzernzentrale liegt dagegen im Großraum London, unweit von Heathrow. Die Aktie wird in London und an den spanischen Börsen gehandelt und ist sowohl im britischen FTSE 100 als auch im spanischen IBEX 35 gelistet. Seit September 2020 führt Luis Gallego, zuvor Chef von Iberia, den Konzern. Größter Einzelaktionär ist Qatar Airways mit rund einem Viertel der Anteile.
In den Jahren nach der Fusion wuchs die Gruppe schnell. 2012 kam die britische bmi hinzu, deren Start- und Landerechte in Heathrow an British Airways gingen; die Marke bmi verschwand danach vom Vorfeld. 2013 übernahm IAG die Kontrolle über Vueling, 2015 folgte Aer Lingus. 2017 gründete der Konzern mit LEVEL eine eigene Marke für günstige Langstreckenflüge. Damit war die heutige Struktur aus fünf Airline-Marken im Wesentlichen komplett.
Die Airlines der Gruppe im Überblick
Für Spotter zählt die Frage, wer tatsächlich fliegt. Die Tabelle ordnet die Flugbetriebe nach Rolle, Codes und Heimatbasis. Mit den Codes findest du den richtigen Betreiber auf Anzeigetafeln, in Flugplänen und in Tracking-Apps. Wie die beiden Code-Systeme zusammenhängen, erklärt der Beitrag zu IATA- und ICAO-Codes.
| Airline | Rolle | IATA / ICAO | Heimat bzw. Drehkreuz | Typische Kennzeichen |
|---|---|---|---|---|
| British Airways | Netzwerk | BA / BAW | London Heathrow, Gatwick | G-… |
| BA CityFlyer | Regional (BA-Tochter) | CJ / CFE | London City | G-… |
| BA EuroFlyer | Kurzstrecke (BA-Tochter) | BA-Flugnummern / EFW | London Gatwick | G-… |
| Iberia | Netzwerk | IB / IBE | Madrid-Barajas | EC-… |
| Iberia Express | Low-Cost, Zubringer | I2 / IBS | Madrid-Barajas | EC-… |
| Vueling | Low-Cost | VY / VLG | Barcelona-El Prat | EC-… |
| LEVEL | Low-Cost-Langstrecke | LL / LVL | Barcelona-El Prat | EC-… |
| Aer Lingus | Netzwerk | EI / EIN | Dublin | EI-… |
Die Spalte „Typische Kennzeichen“ ist eine Faustregel, aber bei IAG eine ziemlich zuverlässige: Die britischen Betriebe fliegen mit G-, die spanischen mit EC- und Aer Lingus mit EI-Kennzeichen. Was die Präfixe bedeuten, erklärt der Beitrag zu den Länderkennungen von Flugzeugen.
Franchise ist nicht Konzern
Unter dem Namen Iberia Regional fliegt die Regionalairline Air Nostrum, unter Aer Lingus Regional seit 2022 Emerald Airlines. Beide tragen die Lackierung der Konzernmarke und fliegen unter deren Flugnummern, sind aber eigenständige Unternehmen außerhalb der IAG. Für deine Sammlung heißt das: Marke „Aer Lingus Regional“, Betreiber Emerald Airlines – beides notieren, dann stimmt die Sichtung.
Die vier Drehkreuze und was du dort siehst
Jedes IAG-Drehkreuz hat eine eigene Hauptairline und ein eigenes Flottenbild. Wer alle vier besucht, bekommt einen erstaunlich breiten Querschnitt durch die europäische Luftfahrt.
London Heathrow ist das Herz von British Airways und der wichtigste Standort des Konzerns. Hier läuft der Großteil der BA-Langstrecke: A380, Boeing 777-200ER und 777-300ER, die Dreamliner-Familie von der 787-8 über die 787-9 bis zur 787-10 sowie der A350-1000. Dazu kommen die Kurzstreckenjets von A319 bis A321neo. Den Flughafen stellt der Eintrag London Heathrow vor; einen der bekanntesten Fotostandorte beschreibt Myrtle Avenue.
London Gatwick und London City ergänzen das Bild. In Gatwick fliegt BA EuroFlyer Kurz- und Mittelstrecke unter BA-Flaggen, am innerstädtischen London City setzt BA CityFlyer Embraer-Jets wie die E190 ein.
Madrid-Barajas gehört Iberia, die dort im Terminal 4 zusammen mit ihren oneworld-Partnern abfertigt. Iberia fliegt eine reine Airbus-Flotte, auf der Langstrecke mit A350-900, A330-200 und A330-300. Iberia war außerdem Erstkunde des A321XLR. Mehr zum Standort steht beim Flughafen Madrid-Barajas, einen bekannten Spot beschreibt La Muñoza.
Barcelona-El Prat ist die Hauptbasis von Vueling und die Heimat von LEVEL. Vueling fliegt ausschließlich Jets der A320-Familie, LEVEL setzt auf der Langstrecke A330-200 ein. Den Flughafen beschreibt der Eintrag Barcelona-El Prat.
Dublin ist das Drehkreuz von Aer Lingus mit Transatlantik-Verbindungen nach Nordamerika. Neben A320-Familie und A330 setzt Aer Lingus Langstrecken-Narrowbodies der A321-Familie ein. Den Standort stellt der Eintrag zum Flughafen Dublin vor.
British Airways: die Großraum-Schatzkammer des Konzerns
Für viele Spotter ist British Airways der eigentliche Grund, sich mit IAG zu beschäftigen. Kaum eine andere europäische Airline betreibt so viele verschiedene Großraumtypen gleichzeitig. Der A380 ist in Europa selten geworden, nur wenige Airlines setzen ihn hier noch ein. Die 777-200ER ist das älteste Großraummuster der BA-Flotte; 2025 bestellte IAG für British Airways weitere 787-10. Auch die 777-9 steht in den Bestellbüchern der Airline.
Die Boeing 747-400, lange das Symbol von British Airways, hat die Airline 2020 ausgemustert – mitten in der Pandemie und früher als vorgesehen. Wer sich für die Geschichte des Jumbos interessiert, findet sie im Beitrag zur Geschichte der Boeing 747. Und mit der Concorde schrieb British Airways ein eigenes Kapitel Luftfahrtgeschichte, das der Beitrag zur Concorde erzählt.
Retro-Lackierungen: das Centenary-Erbe
Zum hundertjährigen Jubiläum 2019 hat British Airways einzelne Flugzeuge in historischen Farben lackiert. Ein A319 erhielt dabei die Farben der früheren British European Airways (BEA) – eine typische Sammler-Rarität, weil es nur ein Exemplar gibt. Ob eine Retro-Lackierung noch unterwegs ist, prüfst du vor der Tour am besten in aktuellen Flottenlisten. Wie du solche Einzelstücke gezielt aufspürst, steht im Beitrag zu Special Liveries.
A380 und Retro-Jets nicht verpassen
Setz seltene IAG-Typen und einzelne Kennzeichen auf die Wunschliste in deinem Hangar – Planetrack schickt dir einen Sichtungs-Alarm, sobald sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Iberia, Vueling und LEVEL: die spanische Seite
Die spanischen Gesellschaften der Gruppe sind für Spotter in Mitteleuropa oft präsenter, als man denkt. Vueling wurde 2004 gegründet, hat ihre Hauptbasis in Barcelona und unterhält weitere Stationen unter anderem in Rom, Paris-Orly, Amsterdam und London-Gatwick. Die Flotte besteht aus Jets der A320-Familie – vom A319 über A320 und A320neo bis zum A321 und A321neo. Spannend wird es mit der Bestellung von Boeing 737 MAX, die IAG 2025 Vueling zugeordnet hat: Damit kommt erstmals ein Boeing-Muster in die Vueling-Flotte. Die Familie stellt der Eintrag zur 737 MAX 8.
Iberia fliegt seit 1927 und gehört damit zu den ältesten Airlines der Welt. 2013 bekam sie ein neues Erscheinungsbild mit überarbeitetem Logo und rot-gelbem Leitwerk – Fotos davor zeigen das ältere Design, ein nützliches Datierungsmerkmal fürs Archiv. Die Tochter Iberia Express fliegt seit 2012 Kurz- und Mittelstrecke ab Madrid und bringt Umsteiger zum Drehkreuz.
LEVEL ist die ungewöhnlichste Marke der Gruppe. Sie startete 2017 mit Langstreckenflügen ab Barcelona, wuchs vorübergehend um Basen in Paris-Orly und Wien und schrumpfte in der Pandemie wieder auf das Langstreckenangebot ab Barcelona zusammen. Lange flog Iberia die LEVEL-Flüge, Ende 2024 erhielt LEVEL ein eigenes Luftverkehrsbetreiberzeugnis. Für Spotter heißt das: Bei LEVEL lohnt der Blick auf das Rufzeichen besonders, weil Betreiber und Marke hier nicht immer deckungsgleich waren.
Aer Lingus: der irische Sonderweg
Aer Lingus wurde 1936 als irische Staatsairline gegründet und gehört seit 2015 zur IAG. Sie ist innerhalb des Konzerns ein Sonderfall: Anders als British Airways und Iberia ist sie nicht in oneworld, sondern hat die Allianz schon 2007 verlassen und setzt seither auf Codeshares und Partnerschaften mit einzelnen Airlines. Das Kleeblatt am Leitwerk macht sie trotzdem zu einer der am leichtesten erkennbaren Airlines Europas.
Im Regionalverkehr fliegt seit 2022 Emerald Airlines unter der Marke Aer Lingus Regional, unter anderem mit Turboprops vom Typ ATR 72-600. Auf der Langstrecke setzt Aer Lingus auf die A330 und auf Langstrecken-Narrowbodies der A321-Familie, mit denen sie auch kleinere Ziele in Nordamerika direkt anfliegt. Auch Aer Lingus bekommt im Rahmen der Bestellung von 2025 neue A330-900.
So bestimmst du den richtigen Betreiber
Bei IAG ist die Bestimmung einfacher als bei manch anderer Gruppe, weil die Länderkennungen die Familien klar trennen. Fallstricke gibt es trotzdem – vor allem bei den BA-Töchtern und den Franchise-Partnern. Mit diesen Schritten kommst du zur belastbaren Sichtung.
Marke am Leitwerk lesen
Speedmarque, Iberia-Heck, Vueling-Grau-Gelb, Kleeblatt oder LEVEL-Schriftzug grenzen die Familie ein – aber noch nicht den Betreiber.
Länderkennung prüfen
G- weist auf die britischen Betriebe, EC- auf die spanischen, EI- auf Aer Lingus. Ein Iberia-Heck mit fremdem Kennzeichen ist ein Hinweis auf einen Partner oder ein Wet-Lease. Hintergründe dazu liefert der Beitrag Wet-Lease erklärt.
Rufzeichen im ADS-B-Signal ansehen
Das Rufzeichen trägt den ICAO-Code des echten Betreibers, etwa BAW, CFE, IBE, IBS, VLG oder EIN. Wie du das live verfolgst, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Kennzeichen vollständig notieren
Nur das Kennzeichen identifiziert ein Flugzeug eindeutig. Wie es aufgebaut ist, steht im Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen.
Marke und Betreiber getrennt festhalten
So bleibt deine Sammlung korrekt, auch wenn ein Flugzeug zwischen Iberia und LEVEL wechselt oder ein Franchise-Partner die Marke trägt.
Sicher ein IAG-Flugzeug, wenn …
- Rufzeichen und Lackierung zu derselben Konzern-Airline passen
- die Länderkennung zum Sitz dieser Airline passt
- das Kennzeichen in einer bekannten Flottenliste auftaucht
Genauer hinsehen, wenn …
- ein BA-Jet ab London City oder Gatwick startet
- ein Flug mit IB-Nummer in Regionaljet- oder Turboprop-Größe auftaucht
- eine Maschine in Konzernfarben ein ungewohntes Rufzeichen sendet
Kein IAG-Betrieb, wenn …
- Air Nostrum oder Emerald Airlines im Franchise fliegen
- nur ein Codeshare einer oneworld-Airline wie American Airlines oder Finnair vorliegt
- es sich um Air Europa handelt – trotz IAG-Beteiligung
Allianz, Fracht und Avios: der Konzern hinter den Kulissen
Bei den Allianzen geht IAG keinen einheitlichen Weg. British Airways war 1999 Gründungsmitglied von oneworld, Iberia trat im selben Jahr bei. Ihre Töchter laufen als Affiliates mit. Aer Lingus, Vueling und LEVEL sind dagegen allianzfrei. Wie sich die drei großen Bündnisse unterscheiden, erklärt der Beitrag Star Alliance, oneworld und SkyTeam. Die Lufthansa Group ist dagegen in der Star Alliance verankert, Air France-KLM in SkyTeam.
IAG Cargo wurde 2012 aus den Frachtsparten von British Airways, Iberia und bmi gebildet. Eigene Frachtflugzeuge spielen dabei kaum eine Rolle: IAG Cargo vermarktet vor allem den Frachtraum unter dem Kabinenboden der Passagierjets. Bei Bedarf bietet die Sparte zusätzlich Charterlösungen an. Wer dedizierte Frachter sehen will, findet Tipps im Beitrag Frachtflugzeuge erkennen.
Die dritte Klammer ist Avios, die gemeinsame Bonuswährung der Konzern-Airlines, die IAG Loyalty betreibt. Für Spotter ist das eher Randnotiz – es erklärt aber, warum Kunden zwischen BA, Iberia und Aer Lingus wechseln, ohne dass ihnen die Konzernklammer bewusst ist.
Bei den Herstellern kauft IAG bei beiden großen Anbietern. Iberia und Vueling setzen bislang auf Airbus, British Airways mischt Airbus und Boeing, und mit der 737 MAX für Vueling wird auch die Low-Cost-Tochter gemischt.
Air Europa und die Grenzen des Konzerns
Ein Kapitel zeigt, wie fließend die Grenzen einer Airline-Gruppe sein können. Schon 2019 kündigte IAG die Übernahme von Air Europa an, einer der großen Netzwerk-Airlines Spaniens. Nach mehreren Anläufen wandelte IAG 2022 ein Darlehen in eine Beteiligung von 20 Prozent um und vereinbarte 2023 den Kauf der übrigen Anteile. Die EU-Kommission prüfte den Deal ausführlich; im August 2024 zog IAG die Übernahme zurück, weil die Auflagen zu weit gingen. Die Minderheitsbeteiligung von 20 Prozent blieb bestehen. Als 2025 Turkish Airlines den Einstieg bei Air Europa vereinbarte, kündigte IAG an, sich an der begleitenden Kapitalerhöhung zu beteiligen, um ihren Anteil zu halten.
Für dich als Spotter ist die Sache klar: Air Europa ist eine eigenständige Airline mit eigener Lackierung, eigenem Rufzeichen und SkyTeam-Mitgliedschaft. Sie gehört in deiner Sammlung nicht zur IAG-Familie, auch wenn der Konzern finanziell beteiligt ist.
Nur von öffentlich zugänglichen Standorten
Auch in Heathrow oder Madrid gilt: Zäune, Sperrzonen und Hausrecht der Flughäfen sind tabu, und die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land. Was erlaubt ist, steht im Beitrag Ist Planespotting erlaubt?. Für Reiseplanung lohnt der Überblick über die besten Spotting-Spots in Europa.
Deine IAG-Sammlung im Hangar
Hak British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus Typ für Typ ab, plane deinen Spot mit Sonnenstand-Planer und Wetter am Flughafen und teile deine besten Fotos mit der Community. Planetrack startet bald – sichere dir deinen Platz auf der Warteliste.
Fazit
Die International Airlines Group ist für Spotter eine Landkarte der Westflanke Europas. Sie erklärt, warum ein A380 in Heathrow, ein A350 in Madrid, ein A320neo in Barcelona und ein Kleeblatt-Jet in Dublin zur selben Familie gehören – und trotzdem vier verschiedene Betreiber sind. Wer die Drehkreuze kennt, weiß, wo welche Marke dominiert. Wer Rufzeichen und Kennzeichen liest, ordnet jede Sichtung korrekt zu, auch bei BA-Töchtern und Franchise-Partnern.
Kurzfazit
IAG ist eine Holding mit fünf Airline-Marken und vier Drehkreuzen. Für die Sichtung zählt die durchführende Airline – und die verraten dir Rufzeichen und Kennzeichen, nicht der Konzernname, der auf keinem Flugzeug steht.
Zusammenfassung
- IAG ging 2011 aus der Fusion von British Airways und Iberia hervor und kaufte danach Vueling, Aer Lingus und bmi hinzu; LEVEL wurde selbst gegründet.
- Jede Airline behält Marke, Lackierung und Heimatbasis – der Konzern wirkt im Hintergrund über Einkauf, Fracht und das Bonusprogramm Avios.
- Am Vorfeld ordnest du nach Betreiber: ICAO-Rufzeichen und Länderkennung führen dich zur richtigen Gesellschaft.
- Beteiligungen und Franchise-Partner gehören nicht automatisch zur Gruppe – halte Betreiber und Marke getrennt fest.
Häufige Fragen
Welche Airlines gehören zur International Airlines Group?
Die fünf Marken sind British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und LEVEL. Dazu kommen Töchter der Töchter wie Iberia Express, BA CityFlyer und BA EuroFlyer. Iberia Regional und Aer Lingus Regional werden von Partnern im Franchise geflogen und sind keine Konzerngesellschaften.
Ist IAG ein britisches oder ein spanisches Unternehmen?
Beides, je nach Blickwinkel. Rechtlich ist IAG eine spanische Aktiengesellschaft mit Registersitz in Madrid. Die Konzernzentrale sitzt aber im Großraum London, und die Aktie ist sowohl in London als auch an den spanischen Börsen notiert.
Gehört Air Europa zu IAG?
Nein, nicht als Konzern-Airline. IAG hält seit 2022 eine Minderheitsbeteiligung von 20 Prozent. Die vereinbarte Komplettübernahme wurde 2024 abgesagt, nachdem die EU-Kommission strenge Auflagen verlangt hatte. Air Europa bleibt eigenständig und ist Mitglied der SkyTeam-Allianz.
Sind alle IAG-Airlines in oneworld?
Nein. Mitglied der oneworld-Allianz sind British Airways, Gründungsmitglied von 1999, und Iberia, ebenfalls seit 1999. Ihre Töchter laufen als Affiliates mit. Aer Lingus war bis 2007 Mitglied und ist seither allianzfrei, Vueling und LEVEL gehören keiner Allianz an.
Wo sind die Drehkreuze von IAG?
London für British Airways mit Heathrow als Hauptbasis, Madrid für Iberia (Madrid-Barajas), Barcelona für Vueling und LEVEL (El Prat) und Dublin für Aer Lingus (Flughafen Dublin).
Fliegt British Airways noch den Airbus A380?
Ja. British Airways betreibt eine A380-Flotte ab Heathrow und gehört damit zu den wenigen europäischen Betreibern des Typs. Die Boeing 747-400 hat BA dagegen 2020 ausgemustert. Mehr zum Doppelstöcker steht im Typeneintrag zum A380-800.
Woran erkenne ich, ob ein BA-Flug von British Airways selbst geflogen wird?
Am Rufzeichen im ADS-B-Signal. British Airways sendet mit dem ICAO-Code BAW, BA CityFlyer mit CFE. Beide tragen dieselbe Lackierung, deshalb hilft der Blick aufs Leitwerk nicht weiter. Wie Flugnummer und Rufzeichen zusammenhängen, erklärt der Beitrag Callsign und Flugnummer.
Wo sehe ich IAG-Airlines in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus fliegen – je nach Airline und Saison – große Flughäfen wie Frankfurt, München, Zürich oder Wien an – meist mit Kurz- und Mittelstreckenjets der A320-Familie. Großraumflugzeuge des Konzerns siehst du verlässlich erst an den Drehkreuzen.
Sichtungen rund um International Airlines Group (IAG) sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
British Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
IB / IBEIberia
Die spanische Netzwerk-Airline aus Madrid: 1927 gegründet, Drehkreuz Barajas mit Terminal 4, Teil der International Airlines Group, Mitglied von oneworld und Erstkunde der Airbus A321XLR.
VY / VLGVueling
Die Low-Cost-Airline aus Barcelona gehört zur IAG: eine Flotte aus der kompletten Airbus-A320-Familie, ein zweites Drehkreuz in Rom und eine Boeing-Bestellung, die das einheitliche Bild aufbricht.
EI / EINAer Lingus
Irlands Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Dublin: gegründet 1936, seit 2015 Teil der IAG, ohne Allianz – und mit A321LR und A321XLR einer der spannendsten Single-Aisle-Betreiber über dem Nordatlantik.
I2 / IBSIberia Express
Die Kurz- und Mittelstrecken-Tochter von Iberia: reine Airbus-Flotte aus A320 und A321neo, Basis Madrid-Barajas, Zubringer für das Langstreckennetz und oneworld-Affiliate.
UX / AEAAir Europa
Spaniens private Netzwerk-Airline von Mallorca: Drehkreuz Madrid-Barajas, SkyTeam-Mitglied, reine Boeing-Flotte aus 737 und 787 Dreamliner und ein starker Fokus auf Lateinamerika.
QR / QTRQatar Airways
Die Airline aus Katar mit der Oryx am Leitwerk: Drehkreuz Doha, oneworld-Mitglied, Erstkundin des A350 und mit fünf deutschen Zielen eine der präsentesten Golf-Airlines in Deutschland.
Typische Flugzeuge
Airbus A380-800
Zwei durchgehende Passagierdecks, vier Triebwerke, fast 80 Meter Spannweite: Der A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Die Produktion ist beendet, sehen kannst du ihn trotzdem noch regelmäßig.
FlugzeugtypAirbus A350-1000
Schwarze Cockpit-Maske, gebogene Flügelspitzen und ein Rumpf von fast 74 Metern auf sechsrädrigen Fahrwerken: Die A350-1000 ist die große A350. So erkennst du sie und trennst sie sicher von A350-900 und Boeing 777.
FlugzeugtypBoeing 777-200ER
Die 777-200ER ist die Langstrecken-777 der ersten Generation: kürzer als die 300ER, ohne schräge Flügelspitzen und mit drei möglichen Triebwerken. So erkennst du sie sicher – auch in Wien.
FlugzeugtypBoeing 787-10 Dreamliner
Die längste Dreamliner-Version: Die 787-10 streckt die 787-9 um gut fünf Meter, wird nur in South Carolina gebaut und fliegt vor allem auf mittleren Langstrecken. So erkennst du die B78X sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
Spotting-Spots rund um International Airlines Group (IAG)
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Myrtle Avenue am Flughafen London Heathrow
Am Ende einer ruhigen Wohnstraße in Hatton liegt eine Wiese direkt unter dem Endanflug auf die Piste 27L. Hier ziehen A380, 777 und A350 so tief über dich hinweg wie kaum irgendwo sonst in Europa – vorausgesetzt, du kennst den Runway-Wechsel von Heathrow.
AnflugschneiseLa Muñoza am Flughafen Madrid-Barajas
Südöstlich von Madrid-Barajas, am Rand des Iberia-Technikgeländes La Muñoza, führt ein Schotterweg am Jarama entlang unter den Anflug der Piste 32R. Ein Spot für Spotter mit Geduld: nur bei Nordbetrieb, ohne Infrastruktur, aber mit dem Langstreckenverkehr eines der größten Drehkreuze Europas.
Weitere Einträge
oneworld
Die kleinste der drei großen Allianzen mit den größten Namen: British Airways, American, Qatar Airways, Cathay Pacific, Qantas und Co. – und Flugzeugen im oneworld-Design, die Spotter gezielt jagen.
FlughafenFlughafen London Heathrow
Europas verkehrsreichster Flughafen kommt mit nur zwei Bahnen aus – und genau das macht ihn für Spotter so spannend: Großraumflugzeuge im Minutentakt, ein fester Runway-Wechsel um 15 Uhr und mit der Myrtle Avenue einer der bekanntesten Anflugspots der Welt.
FlughafenFlughafen Madrid-Barajas
Spaniens größter Flughafen und das Tor nach Lateinamerika: vier Start- und Landebahnen, zwei Betriebsrichtungen mit klaren Regeln, Terminal 4 als Heimat von Iberia und oneworld – und eine Spotterszene, die zwischen Schotterweg, Autobahnbrücke und offizieller Aena-Zone pendelt.
FlughafenFlughafen Barcelona-El Prat
Spaniens zweitgrößter Flughafen liegt direkt am Mittelmeer: zwei Parallelbahnen und eine Querbahn, Vueling als Platzhirsch, Low-Cost-Basen von Ryanair und easyJet, dazu Langstrecke vom Golf und aus Nordamerika – und Spotterplätze zwischen Strand, Friedhof und Terminalbalkon.
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