Das Wichtigste in Kürze
- VLM Airlines ist eine historische belgische Regionalairline aus Antwerpen, aktiv von 1993 bis 2018.
- Codes: IATA VG, ICAO VLM, Rufzeichen „RUBENS“.
- Fokker 50 als Markenzeichen: Die Flotte wuchs bis 2006 auf 19 Flugzeuge, überwiegend Fokker 50.
- London City als Herzstück: Schon der erste Linienflug 1993 ging von Antwerpen in die Londoner Docklands.
- Air-France-KLM-Jahre: Übernahme Ende 2007, ab 2009 schrittweise unter der Marke CityJet, 2014 Management-Buy-out.
- Zweimal das Aus: Insolvenz im Juni 2016, Neustart unter SHS Antwerp Aviation und endgültige Liquidation im August 2018.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | VG |
|---|---|
| ICAO-Code | VLM |
| Rufzeichen | RUBENS |
| Drehkreuze | ANR, LCY |
| Status | Historisch – Flugbetrieb Ende August/Anfang September 2018 eingestellt |
| Geschäftsmodell | Regionale Linienflüge mit Turboprops, dazu ACMI- und Charterflüge |
| Name | Abkürzung für Vlaamse Luchttransportmaatschappij (Flämische Lufttransportgesellschaft) |
| Gegründet | Februar 1992, erster Linienflug im Mai 1993 (Antwerpen–London City) |
| Sitz | Deurne, am Flughafen Antwerpen |
| Wichtigste Basen | Antwerpen (ANR); zeitweise London City (LCY) als Hauptbasis |
| Eigentümer | Bis 2007 Panta Holdings, 2008–2014 Air France-KLM (über CityJet), 2014 kurz Intro Aviation, danach Management, ab 2016 SHS Antwerp Aviation |
| Prägender Typ | Fokker 50; außerdem kurzzeitig BAe 146-300 und ab 2017 zwei Airbus A320 |
| Ende | 31. August 2018: Gesellschafter beschließen die Liquidation |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich VLM Airlines?
- Fast immer eine Fokker 50 – Hochdecker-Turboprop mit sechsblättrigen Propellern
- Belgisches Kennzeichen mit OO- am Rumpf
- Schriftzug „VLM“ in einer Bemalung aus Blau, Weiß und Gold (ab 1996)
- Ab 2009/2010 Fokker 50 in voller CityJet-Lackierung, aber weiter mit OO-Kennzeichen
- Typische Kulisse: London City mit Docklands-Hochhäusern oder das kleine Vorfeld in Antwerpen
- Rufzeichen „RUBENS“ im Funk – erinnert an den Antwerpener Maler Peter Paul Rubens
Wer in den 1990er- und 2000er-Jahren am Flughafen London City stand, kam an ihr kaum vorbei: einer Fokker 50 mit dem Schriftzug „VLM“, die sich im steilen Anflug zwischen die Docklands-Türme schob. VLM Airlines aus Antwerpen war über ein Vierteljahrhundert die kleine, aber hartnäckige Regionalairline Flanderns. Hier erfährst du, wie die Airline entstand, warum die Fokker 50 zu ihrem Markenzeichen wurde, was sie mit Air France-KLM und CityJet zu tun hatte und wie sie 2018 endgültig vom Himmel verschwand.
Historische Airline
VLM Airlines stellte den Flugbetrieb Ende August/Anfang September 2018 ein, nachdem die Gesellschafter die Liquidation beschlossen hatten. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Gesellschaft. Die Codes VG und VLM stehen hier für VLM Airlines.
VLM Airlines im Überblick
VLM Airlines war eine belgische Regionalairline mit Sitz in Deurne, direkt am Flughafen Antwerpen. Der Name steht für Vlaamse Luchttransportmaatschappij, also etwa „Flämische Lufttransportgesellschaft“. Gegründet wurde das Unternehmen im Februar 1992, nach niederländischsprachigen Quellen von dem belgischen Luftfahrtunternehmer Freddy Van Gaever. Im Mai 1993 startete der erste Linienflug – und der führte bezeichnenderweise von Antwerpen nach London City.
Diese Verbindung blieb das Herzstück der Airline. VLM setzte auf Geschäftsreisende zwischen den Benelux-Ländern, Großbritannien und Deutschland. Lange warb die Airline mit einem für Kurzstrecken ungewöhnlichen Service: frisch zubereitete Mahlzeiten, Getränke im Glas, Porzellantassen und auf Wunsch Sondermahlzeiten. Nach der Eingliederung in CityJet schrumpfte das Angebot auf Kurzstrecken auf Sandwiches und Getränke.
Das Wachstum war beachtlich: Aus einem einzigen Flugzeug wurden bis 2006 insgesamt 19 Maschinen, fast alle vom Typ Fokker 50. Im selben Jahr beförderte VLM rund 682.000 Fluggäste, setzte knapp 100 Millionen Euro um und beschäftigte etwa 425 Menschen. Für 2007 meldete die Airline rund 745.800 Passagiere, einen Umsatz von 112 Millionen Euro und einen Gewinn von 3,6 Millionen Euro.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code VG: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code VLM: identisch mit dem Markennamen und damit leicht zu merken – so erschienen die Flüge bei der Flugsicherung.
- Rufzeichen RUBENS: Im Funk meldeten sich die Crews mit „Rubens“ – ein Name, der an den berühmtesten Maler Antwerpens erinnert.
Wenn du alte Flugpläne, Bordkarten oder Logbücher auswertest, ist „VG“ vor der Flugnummer bis 2018 meist ein klarer Hinweis auf VLM. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Mehr über Rufzeichen, die ganz anders klingen als der Airline-Name, liest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Fokker 50 und Co. im eigenen Hangar
Mit Planetrack hältst du Regionalflugzeuge wie die Fokker 50 mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – und baust dir eine Sammlung europäischer Turboprop-Klassiker auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
1992–1993: Gründung in Antwerpen
Gründung im Februar 1992, erster Linienflug im Mai 1993 von Antwerpen nach London City. Die Airline bleibt lange unabhängig und gehört der Beteiligungsgesellschaft Panta Holdings.
1990er bis 2007: Wachstum mit Fokker 50
Die Flotte wächst auf 19 Flugzeuge, die meisten Fokker 50. Neben Antwerpen wird London City zur wichtigsten Basis. Mehrere Jahre in Folge schreibt VLM Gewinne.
2007–2014: Teil von Air France-KLM
Am 24. Dezember 2007 einigt sich Air France-KLM mit Panta Holdings auf die Übernahme. Ab 2009 fliegt VLM schrittweise unter der Marke CityJet, bis Juni 2010 sind alle Fokker 50 umlackiert.
2014–2016: Wieder eigenständig
Nach dem Verkauf von CityJet an den Investor Intro Aviation übernimmt das Management VLM im Herbst 2014. Die Airline fliegt wieder eigene Linien und im ACMI-Auftrag.
2016–2018: Insolvenz, Neustart und Ende
Insolvenz im Juni 2016, Neustart unter SHS Antwerp Aviation, Rückkehr nach London City im Oktober 2017. Am 31. August 2018 beschließen die Gesellschafter die Liquidation.
London City: die Lebensader
Der Flughafen London City in den Docklands hatte erst 1987 eröffnet und war für kleine, leise Flugzeuge mit kurzer Landestrecke ausgelegt. Der Gleitpfad liegt dort bei 5,5 Grad statt der üblichen 3 Grad – ein Steilanflug, den nicht jeder Flugzeugtyp beherrscht. Die Fokker 50 gehörte zu den Mustern, die in London City regelmäßig zu sehen waren.
VLM erkannte früh, wie attraktiv ein Flughafen nahe dem Londoner Finanzviertel für Geschäftsreisende ist. Schon der erste Flug 1993 ging dorthin, und zeitweise verlegte die Airline ihren Schwerpunkt sogar von Antwerpen nach London City. Nach dem Management-Buy-out 2014 rückte Antwerpen wieder ins Zentrum. Die Verbindung Antwerpen–London City flog VLM noch bis Mitte 2016 im Auftrag von CityJet, ehe sie nach dem Neustart im Oktober 2017 wieder unter eigener Regie aufgenommen wurde.
Die Flotte: ganz auf Fokker 50 gesetzt
VLM war eine der typischen Fokker-50-Airlines Europas. Der Turboprop aus den Niederlanden war die Weiterentwicklung der Fokker F27 Friendship und bot rund 50 Sitze – genau die richtige Größe für dünne Geschäftsreisestrecken zwischen mittelgroßen Städten. Mehr zum Hersteller liest du unter Fokker.
| Typ | Zeitraum bei VLM | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Fokker 50 | 1990er–2018 | Rückgrat der gesamten Liniendienste | 50 Sitze, Hochdecker, sechsblättrige Propeller |
| BAe 146-300 | 2007–2008 | Geleast, Ergänzung der Flotte | Vierstrahliger Hochdecker-Jet |
| Airbus A320 | ab Ende 2017 | Charter und ACMI ab Brüssel | Zwei Maschinen ex Thomas Cook Airlines Belgium |
| Sukhoi Superjet 100 | angekündigt 2014 | Kam nie in den Liniendienst | Pläne 2016 aufgegeben |
Fokker 50
Kein Typ steht so sehr für VLM wie die Fokker 50. Bis 2006 bestand fast die ganze Flotte aus diesem Muster. Auch nach dem Neustart 2016/2017 waren es wieder Fokker 50, die den Linienverkehr trugen: Im Herbst 2017 flogen sechs bis sieben Exemplare für VLM, jeweils mit 50 Sitzen. Im August 2018 kündigte die Airline an, die Fokker 50 auszumustern und sich auf Charterflüge mit einem anderen Typ zu konzentrieren – wenige Wochen später war ohnehin Schluss.
Für dich als Spotter macht die Fokker 50 vor allem eines interessant: Sie ist im europäischen Linienverkehr inzwischen sehr selten. Typisch sind die sechsblättrigen Propeller, die schlanken Triebwerksgondeln unter dem hochliegenden Flügel und die vielen kleinen, rechteckigen Fenster. Wie du sie von ATR und Dash 8 unterscheidest, zeigt der Artikel Turboprops unterscheiden.
BAe 146-300 und Airbus A320
Ausflüge in die Jet-Welt blieben bei VLM die Ausnahme. 2007/2008 setzte die Airline eine geleaste BAe 146-300 ein. Nach dem Neustart übernahm VLM Ende 2017 zwei Airbus A320 mit den Kennzeichen OO-TCT und OO-TCX, die zuvor bei Thomas Cook Airlines Belgium geflogen waren. Der erste Einsatz unter VLM ging am 11. November 2017 von Brüssel nach Eskişehir. Eine Maschine ging später an Thomas Cook zurück, die OO-TCT blieb für Charter- und ACMI-Flüge. Das Brüsseler Geschäft ging im Februar 2018 an einen niederländischen Investor und wurde im Dezember 2018 aufgelöst.
Der Superjet, der nie kam
2014 kündigte VLM an, zwei Sukhoi Superjet 100 zu leasen, dazu Optionen auf zwölf weitere. Der russische Regionaljet hätte die erste echte Jet-Generation bei VLM werden können. Wegen Verzögerungen bei der europäischen Zulassung und der politischen Spannungen mit Russland wurde das Vorhaben Anfang 2016 abgesagt. Fotos eines Superjets in VLM-Farben im Liniendienst wirst du deshalb nicht finden.
Fokker 50 auf der Wunschliste
Setz seltene Turboprops wie die Fokker 50 auf deine Wunschliste und richte einen Sichtungs-Alarm für den Typ ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn einer anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die Air-France-KLM- und CityJet-Jahre
Am 24. Dezember 2007 vereinbarte Air France-KLM die vollständige Übernahme von VLM von Panta Holdings, abgeschlossen wurde sie Anfang 2008. Der Konzern besaß mit der irischen CityJet bereits eine Regionaltochter mit starker Präsenz in London City. Im Mai 2009 kündigte Air France-KLM an, VLM schrittweise unter der Marke CityJet fliegen zu lassen.
Bis zum 1. Juni 2010 trugen alle Fokker 50 von VLM die volle CityJet-Lackierung. Technisch blieb VLM aber eine eigene Airline: Sie behielt ihr Luftverkehrsbetreiberzeugnis, und die Flugzeuge blieben im belgischen Register. Die vollständige Verschmelzung wurde nie abgeschlossen. Für Spotter entstand so eine interessante Konstellation: CityJet-Farben am Rumpf, aber ein belgisches OO-Kennzeichen am Heck. Solche Zwischenzustände nach Übernahmen erklärt der Artikel über Hybrid- und Mischlackierungen.
Ende 2013 kündigte Air France an, CityJet samt VLM an den deutschen Investor Intro Aviation zu verkaufen. Der Verkauf wurde im Mai 2014 abgeschlossen. Kurz darauf trennte sich VLM von CityJet: Im Oktober 2014 übernahm das Management die Airline, neuer Mehrheitseigentümer wurde der damalige Chef Arthur White. VLM flog nun wieder unter eigener Flagge und zusätzlich im ACMI-Auftrag, also mit Flugzeug, Crew, Wartung und Versicherung für andere Airlines. Wie dieses Modell funktioniert, erklärt der Artikel zu Wet-Lease und ACMI.
Neue Basen nach 2014
Als eigenständige Airline suchte VLM nach neuen Märkten – mit wechselndem Erfolg:
- Waterford (Irland): Ende April 2015 übernahm VLM Verbindungen von Waterford nach Großbritannien, darunter nach London-Luton und Birmingham. Spätestens mit der Insolvenz 2016 war damit Schluss.
- Lüttich: Eine Basis am Flughafen Lüttich schloss im Juni 2015 nach nur etwa sechs Wochen mangels Nachfrage.
- Friedrichshafen: Nach dem Ende von InterSky stationierte VLM bis Februar 2016 drei Flugzeuge am Flughafen Friedrichshafen und flog von dort nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg.
Gerade die Friedrichshafen-Episode macht VLM auch für deutsche Spotter interessant: Für einige Monate waren die belgischen Fokker 50 regelmäßig an mehreren deutschen Flughäfen zu sehen.
Insolvenz 2016 und Neustart
Im Frühjahr 2016 geriet VLM in Schieflage. Am 13. Mai 2016 beantragte die Airline Gläubigerschutz, die Schulden lagen bei rund 6 Millionen Euro. Das Gericht gewährte zunächst sechs Monate Schutz. Als am 22. Juni 2016 der ACMI-Partner People’s Viennaline seinen Vertrag kündigte, meldete VLM noch am selben Tag Insolvenz an. Alle Flüge wurden sofort gestrichen, die Flugzeuge blieben am Boden, rund 160 Arbeitsplätze waren betroffen.
Doch der Name verschwand nicht. Am 9. September 2016 einigte sich SHS Antwerp Aviation, eine Tochter der niederländischen SHS Aviation, mit den Insolvenzverwaltern. Die neue VLM startete mit Fokker 50 und einem slowenischen Ableger in Maribor. Am 30. Oktober 2017 kehrte sie auf ihre Traditionsstrecke Antwerpen–London City zurück.
Im April 2018 flog VLM ab Antwerpen unter anderem nach Aberdeen, Birmingham, London City, Köln/Bonn, Maribor, München, Rostock-Laage und Zürich. Viele davon waren dünne Strecken, die nur mit kleinem Fluggerät wirtschaftlich sein konnten – und oft nicht einmal das.
Das endgültige Ende 2018
Am 6. August 2018 kündigte VLM an, alle Linien ab Antwerpen außer London und Zürich einzustellen und sich auf Charterflüge zu konzentrieren. Gleichzeitig sollte die Fokker-50-Flotte ausgemustert werden. Es kam anders: Am 31. August 2018 beschlossen die Gesellschafter die Liquidation, in den ersten Septembertagen landeten die letzten Flüge in Antwerpen. Zuletzt arbeiteten noch rund 85 Menschen für die Airline. Der slowenische Ableger endete im September, der Brüsseler im Dezember 2018.
VLM reiht sich damit in eine lange Liste europäischer Regionalairlines ein, die an dünnen Strecken, alten Flugzeugen und hohem Kostendruck scheiterten. Einen Überblick über bekannte Fälle gibt der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
Alte VLM-Fotos zuordnen
Eine Fokker 50 mit OO-Kennzeichen in CityJet-Farben stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den VLM-Jahren 2009 bis 2014. Achte auf Kennzeichen und Aufnahmedatum – damit lassen sich alte Fotos meist eindeutig einordnen. Tipps zum Erkennen älterer Muster findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Woran du VLM Airlines erkennst
Auf alten Fotos ist VLM leichter zu identifizieren, als man denkt – vorausgesetzt, du kennst die Phasen:
- Eigene Bemalung ab 1996: Die Agentur Lila Design entwarf einen Auftritt in Blau, Weiß und Gold mit dem Schriftzug „VLM“.
- CityJet-Phase 2009–2014: Fokker 50 in CityJet-Farben, aber mit belgischem Kennzeichen.
- Nach 2014: wieder VLM-Marken, teils mit dem Namen FlyVLM im Auftritt.
Spricht für VLM
- Fokker 50 mit OO-Kennzeichen
- Schriftzug „VLM“ am Rumpf oder CityJet-Farben mit OO-Kennzeichen
- Aufnahme aus Antwerpen, London City, Friedrichshafen oder Rostock
- Foto aus der Zeit zwischen 1993 und 2018
Spricht dagegen
- CityJet-Farben mit irischem EI-Kennzeichen – dann ist es eine CityJet-Maschine
- Jet statt Turboprop (Ausnahmen: BAe 146-300 2007/2008, A320 ab 2017)
- Foto nach September 2018
Wie Kennzeichen aufgebaut sind und was das Präfix über die Herkunft verrät, erklärt der Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen. Wie Airlines ihren Auftritt grundlegend ändern, zeigt Wenn Airlines ihr Design wechseln.
Häufige Verwechslungen
- VLM mit CityJet gleichsetzen – trotz gleicher Farben ab 2009 blieb VLM eine eigene belgische Airline mit eigenem Betriebszeugnis.
- VLM für eine Sabena-Tochter halten – die frühere belgische Staatsairline Sabena hatte mit VLM nichts zu tun; VLM war privat und unabhängig gegründet.
- VLM mit Virgin Express oder Brussels Airlines verwechseln – Virgin Express flog Boeing 737 ab Brüssel, Brussels Airlines ist die heutige Netzwerkairline Belgiens.
- Die Fokker 50 mit der F27 verwechseln – die F27 hat vierblättrige, die Fokker 50 sechsblättrige Propeller und mehr, kleinere Fenster.
Einen Überblick über die Regionalairlines des Kontinents, von früher bis heute, bietet der Artikel Regionalairlines in Europa. Zeitgenossen mit ähnlichem Profil waren die britische Air UK und die irische Stobart Air. Wer heute belgische Airlines sehen möchte, findet im Spotting-Guide für Brüssel einen guten Einstieg.
Regionalflieger-Sichtungen sauber sortiert
Poste deine Fotos von Turboprops und Regionaljets mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot, tausch dich in der Community mit anderen Fans europäischer Luftfahrtgeschichte aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
VLM Airlines war nie groß, aber über 25 Jahre eine feste Größe zwischen Antwerpen und London City. Mit ihrer fast reinen Fokker-50-Flotte, dem gehobenen Service für Geschäftsreisende und der wechselvollen Geschichte zwischen Unabhängigkeit, Air France-KLM, CityJet und zwei Insolvenzphasen ist sie ein Paradebeispiel für eine europäische Regionalairline. Live spotten kannst du VLM nicht mehr – auf alten Fotos aus London City, Antwerpen oder Friedrichshafen lohnt sich der genaue Blick auf Kennzeichen und Schriftzug aber allemal.
Kurzfazit
VLM Airlines (IATA VG, ICAO VLM) war eine historische belgische Regionalairline aus Antwerpen, aktiv von 1993 bis 2018. Bekannt ist sie für ihre Fokker-50-Flotte und die Strecke Antwerpen–London City. Von 2008 bis 2014 gehörte sie zu Air France-KLM und flog in CityJet-Farben.
Zusammenfassung
- VLM Airlines war über 25 Jahre die Regionalairline des Flughafens Antwerpen und lange einer der prägendsten Nutzer von London City.
- Die Flotte bestand fast nur aus Fokker 50 – für Fans niederländischer Turboprops ein echter Klassiker.
- Nach der Übernahme durch Air France-KLM verschwand die Marke zeitweise unter CityJet, kehrte 2014 aber als eigenständige Airline zurück.
- Insolvenz 2016, Neustart 2016/2017 und die Liquidation 2018 machen VLM zu einem typischen Beispiel für die schwierige Lage kleiner Regionalairlines.
Häufige Fragen
Gibt es VLM Airlines heute noch?
Nein. Die Gesellschafter beschlossen am 31. August 2018 die Liquidation, die letzten Flüge fanden in den ersten Septembertagen 2018 statt. Auch die Ableger VLM Airlines Slovenia und VLM Airlines Brussels wurden 2018 aufgelöst. Eine Airline namens VLM fliegt heute nicht mehr.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte VLM Airlines?
VLM nutzte den IATA-Code VG und den ICAO-Code VLM. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „RUBENS“. Die Codes beziehen sich hier auf die historische belgische Airline.
Wofür steht der Name VLM?
VLM ist die Abkürzung für Vlaamse Luchttransportmaatschappij, auf Deutsch etwa „Flämische Lufttransportgesellschaft“. Im Marktauftritt nutzte die Airline später auch den Namen FlyVLM.
Welche Flugzeuge flog VLM Airlines?
Das Rückgrat war die Fokker 50. Bis 2006 wuchs die Flotte von einem auf 19 Flugzeuge, die meisten davon Fokker 50. 2007/2008 kam eine geleaste BAe 146-300 dazu, ab Ende 2017 zwei Airbus A320 aus der Flotte von Thomas Cook Airlines Belgium. Geplante Sukhoi Superjet 100 kamen nie in den Liniendienst.
Was hatte VLM mit CityJet zu tun?
Air France-KLM übernahm VLM Ende 2007 und kündigte 2009 an, die Airline schrittweise unter der Marke CityJet fliegen zu lassen. Bis Juni 2010 trugen alle Fokker 50 die CityJet-Lackierung, blieben aber im belgischen Register und unter dem eigenen Luftverkehrsbetreiberzeugnis. Nach dem Verkauf von CityJet 2014 löste sich VLM wieder heraus.
Warum ging VLM Airlines pleite?
Im Mai 2016 beantragte VLM mit rund 6 Millionen Euro Schulden Gläubigerschutz. Als im Juni 2016 ein wichtiger ACMI-Auftrag wegfiel, folgte am 22. Juni 2016 die Insolvenz. Nach einem Neustart unter SHS Antwerp Aviation reichte die Basis nicht aus: 2018 strich VLM fast alle Linien und beschloss Ende August die Liquidation.
Wo kann ich heute noch eine Fokker 50 sehen?
In Europa ist die Fokker 50 im Linienverkehr selten geworden. Einige ehemalige Maschinen fliegen bei anderen Betreibern weiter, teils außerhalb Europas. Mit Sichtungs-Alarmen für den Typ erfährst du, wenn einer in deiner Nähe anfliegt. Prüf im Zweifel immer den aktuellen Stand, denn solche Flotten ändern sich schnell.
VLM Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Fokker 50
Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.
FlugzeugtypFokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
FlugzeugtypBAe 146-300
Die längste Version der BAe 146 hat rund 100 Sitze, vier Triebwerke und einen hohen Flügel. Als leiser Nachtfrachter „Quiet Trader“ fliegt sie in Australien bis heute.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypSuchoi Superjet 100
Russlands Regionaljet mit französisch-russischen Triebwerken: Der Superjet 100 war kurz auch in Westeuropa unterwegs und ist heute dort eine echte Rarität. So erkennst du ihn und ordnest seine Geschichte ein.
Weitere Airlines
CityJet
Irische Regionalairline, die 1994 London City mit Dublin verband und heute nur noch als ACMI-Anbieter fliegt: CityJet setzt CRJ900 in SAS-Farben ab Kopenhagen und Stockholm ein – früher waren es BAe 146 und Avro RJ85.
NetzwerkSabena
Historische belgische Nationalairline von 1923 bis 2001: Sabena flog von Brüssel nach Europa, Nordamerika und vor allem nach Afrika – mit Caravelle, Boeing 707, 747 und zuletzt Airbus A330 und A340, bis der Konkurs im November 2001 alles beendete.
NetzwerkBrussels Airlines
Belgiens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Brüssel: entstanden aus dem Erbe der Sabena, seit 2009 in der Star Alliance, seit 2017 vollständig Teil der Lufthansa Group – und der Konzernspezialist für Afrika.
Low-CostVirgin Express
Historische Low-Cost-Airline aus Brüssel: 1996 aus der EuroBelgian Airlines entstanden, mit Boeing 737-300 und -400 vor allem in den Süden Europas unterwegs und 2006/2007 in Brussels Airlines aufgegangen.
RegionalInterSky
Historische Regionalairline aus Vorarlberg (2001–2015): Sitz in Bregenz, Heimatflughafen Friedrichshafen am Bodensee, Dash 8-300 und zuletzt ATR 72-600 – bis die Leasingfirma im November 2015 die Flugzeuge abholte.
RegionalStobart Air
Historische irische Regionalairline (1970–2021): Von einer Islander auf die Aran-Inseln über Aer Arann bis zu Stobart Air, die mit ATR-Turboprops als Aer Lingus Regional flog – bis zur Liquidation im Juni 2021.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen London City
Eine einzige, nur gut anderthalb Kilometer lange Bahn zwischen zwei Hafenbecken, ein Gleitwinkel fast doppelt so steil wie üblich und eine kurze Liste zugelassener Flugzeugtypen: London City ist der Sonderling unter den Londoner Flughäfen – und genau deshalb ein Pflichtbesuch für Spotter.
Airline-GruppeAir France-KLM
Air France-KLM ist ein französisch-niederländischer Konzern mit zwei Netzwerk-Airlines, zwei Transavia-Betrieben und eigenen Regionaltöchtern. Wer am Zaun nur auf Blau-Weiß-Rot oder KLM-Blau achtet, verpasst die halbe Gruppe.
HerstellerFokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
FlughafenFlughafen Friedrichshafen
Deutschlands südlichster Verkehrsflughafen ist klein, aber geschichtsträchtig: Hier begann der Platz als Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit, hier baute Dornier, und jeden April verwandelt die AERO den Bodensee-Airport in einen Treffpunkt der allgemeinen Luftfahrt. Dazu Ferienflieger, Dash 8 nach Berlin und Hamburg und ein Zeppelin NT vor der Tür.
Wo du VLM Airlines vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Passende Guides aus dem Blog
- Regionalairlines in Europa: Zubringer, Lohnflüge und Inselverkehre
- Große Airline-Pleiten in Europa: Von Swissair bis Alitalia
- ATR oder Dash 8? Turboprops sicher unterscheiden und erkennen
- Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte: Speedbird, Shamrock, Dynasty und Co.
- Hybrid-Lackierungen erkennen: Wenn ein Flugzeug zwei Airlines trägt
- Wenn Airlines ihr Design wechseln: Rebranding, Übergangszeit und die letzten alten Lackierungen
- Wet-Lease erklärt: warum fremde Flugzeuge für deine Airline fliegen
- Planespotting in Brüssel: Spots, Fracht und Militär in Melsbroek
- Oldtimer am Himmel erkennen: Ju 52, DC-3, Constellation und Warbirds



