BWIA West Indies Airways

Historische Airline aus Trinidad und Tobago: 1940 mit einer Lockheed Lodestar gestartet, später Tochter der britischen BOAC, dann Staatsairline mit Boeing 707, TriStar und A340 nach London und Frankfurt – bis Caribbean Airlines sie zum Jahreswechsel 2006/07 ablöste.

Auch bekannt als: British West Indian Airways · BWIA International Airways · BWIA · Bee-Wee · BW

Trinidad und TobagoTrinidad und TobagoNetzwerk-AirlinesIATA: BWICAO: BWA12 Min. Lesezeit

BW

IATA-Code

BWA

ICAO-Code

1940–2006

66 Jahre Flugbetrieb

9Y-

Kennzeichen-Präfix Trinidad und Tobago

Das Wichtigste in Kürze

  • BWIA war die Airline von Trinidad und Tobago mit Drehkreuz Piarco bei Port of Spain und stellte den Flugbetrieb am 31. Dezember 2006 ein.
  • Codes: IATA BW, ICAO BWA, Rufzeichen „WEST INDIAN“. IATA- und ICAO-Code nutzt heute die Nachfolgerin Caribbean Airlines.
  • Britische Wurzeln: Gegründet von dem Neuseeländer Lowell Yerex, ab 1949 Tochter der BOAC, ab 1961 Staatsairline von Trinidad und Tobago.
  • Brücke nach Europa: London war über Jahrzehnte das wichtigste Ziel, nach der Neuordnung 1994 blieben London und Frankfurt die einzigen europäischen Ziele.
  • TriStar-Ära: Von 1980 bis 2004 flog BWIA die L-1011-500 TriStar, zum Schluss Airbus A340-300 und Boeing 737-800.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.BWIA im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Geschichte: von British West Indian Airways zu BWIA West Indies Airways
  4. 4.Das Streckennetz
  5. 5.Die Flotte
  6. 6.Woran du BWIA erkennst
  7. 7.BWIA im regionalen Umfeld
  8. 8.Häufige Verwechslungen
  9. 9.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeBW
ICAO-CodeBWA
RufzeichenWEST INDIAN
DrehkreuzePOS, BGI
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 31. Dezember 2006 eingestellt, Nachfolgerin Caribbean Airlines ab 1. Januar 2007
GeschäftsmodellNetzwerk-Airline mit Regionalverkehr in der Karibik und Langstrecke nach Nordamerika und Europa
Gegründet27. November 1939 als British West Indian Airways, erster Flug am 27. November 1940 (Trinidad–Barbados)
Sitz und DrehkreuzePiarco bei Port of Spain (POS), dazu Barbados (BGI) und zeitweise Georgetown in Guyana
EigentümerBis 1961 britisch (zuletzt BOAC), danach Staat Trinidad und Tobago; 1995 teilprivatisiert, Anfang der 2000er-Jahre wieder mehrheitlich staatlich
VielfliegerprogrammClub BWee
Flotte zuletzt (August 2006)Sieben Boeing 737-800 und zwei Airbus A340-300, dazu Dash 8-300 der Schwester Tobago Express
Frühere TypenLockheed Lodestar, Vickers Viking, Vickers Viscount, Boeing 727-100, 707, Lockheed L-1011-500 TriStar, MD-83, Airbus A321 u. a.

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich BWIA West Indies Airways?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Kennzeichen mit 9Y- – dem Präfix von Trinidad und Tobago
  • Schriftzug „BWIA“ am Rumpf, je nach Epoche mit dem Zusatz „International“ oder „West Indies Airways“
  • In den letzten Jahren eine karibisch grün-blaue Bemalung mit einer Steelpan als Markenzeichen
  • Auf der Langstrecke ab 1980 die dreistrahlige Lockheed L-1011-500 TriStar, zum Schluss der vierstrahlige Airbus A340-300
  • Flugnummern mit BW, im Funk das Rufzeichen WEST INDIAN
  • Heute nur noch auf Archivfotos – seit dem 1. Januar 2007 fliegt an ihrer Stelle Caribbean Airlines

Wer in den 1980er- und 1990er-Jahren in London-Heathrow oder Frankfurt am Zaun stand, konnte zwischen all den europäischen Jets plötzlich ein Stück Karibik erwischen: eine TriStar oder später einen A340 mit dem Schriftzug „BWIA“ und einem Kennzeichen, das mit 9Y- beginnt. BWIA war die Airline von Trinidad und Tobago, über Jahrzehnte die wichtigste Luftbrücke zwischen der englischsprachigen Karibik und Europa – und eine der ältesten Airlines der Region. Ende 2006 war nach 66 Jahren Schluss. Hier erfährst du, woher BWIA kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.

Historische Airline

BWIA West Indies Airways hat den Flugbetrieb am 31. Dezember 2006 eingestellt. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes BW und BWA nutzt heute die Nachfolgerin Caribbean Airlines.

BWIA im Überblick

BWIA war die Airline von Trinidad und Tobago mit Sitz in Piarco, wo auch der wichtigste Flughafen des Landes liegt – der Piarco International Airport bei Port of Spain. Weitere Drehkreuze waren Grantley Adams auf Barbados und zeitweise Georgetown in Guyana. Von dort aus verband BWIA die Inseln der Karibik untereinander, flog nach Südamerika und bot Langstrecken nach Nordamerika und Europa an.

Die Airline hatte viele Gesichter: Gegründet von einem Neuseeländer, lange Teil des britischen Luftverkehrsimperiums, dann Staatsairline eines jungen unabhängigen Landes, schließlich teilprivatisiert und wieder vom Staat gestützt. In der Region nannte man sie liebevoll „Bee-Wee“, ihr Vielfliegerprogramm hieß passend dazu Club BWee, und als Bordmagazin lag das Reisemagazin Caribbean Beat in den Sitztaschen. Um 2003 beförderte BWIA laut englischsprachiger Wikipedia rund 1,4 Millionen Fluggäste im Jahr, bei etwa 70 Flügen pro Tag.

BWIATA-Code in der Flugnummer
BWAICAO-Code im Flugplan
POSDrehkreuz Port of Spain-Piarco

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code BW: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code BWA: Kennung im Flugplan der Flugsicherung.
  • Rufzeichen WEST INDIAN: so meldeten sich die Crews im Funk.

Für dein Archiv gibt es hier eine kleine Falle: Die Nachfolgerin Caribbean Airlines nutzt dieselben Codes BW und BWA. Ein Flugplan oder eine Bordkarte mit BW-Flugnummer sagt also allein noch nicht, welche der beiden Airlines geflogen ist – entscheidend ist das Datum. Alles bis zum 31. Dezember 2006 gehört zu BWIA, alles ab dem 1. Januar 2007 zu Caribbean Airlines. Wie IATA- und ICAO-Codes grundsätzlich funktionieren, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.

Karibik-Klassiker im Hangar

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Geschichte: von British West Indian Airways zu BWIA West Indies Airways

Gründung und britische Jahre (1939–1961)

Gegründet wurde British West Indian Airways am 27. November 1939 von dem Neuseeländer Lowell Yerex. Genau ein Jahr später, am 27. November 1940, startete der erste Flug: Eine Lockheed Lodestar flog von Trinidad nach Barbados. Mitten im Zweiten Weltkrieg entstand damit eine Verbindung zwischen den britischen Kolonien der Karibik, die bis dahin vor allem per Schiff erreichbar waren.

1947 übernahm die staatliche britische Gesellschaft British South American Airways (BSAA) die Airline, im Juni 1948 kehrte der Name BWIA zurück. Als BSAA 1949 in der BOAC aufging, wurde BWIA eine Tochter des britischen Langstrecken-Staatscarriers. In dieser Zeit wuchs die Flotte: Auf die Lodestar folgten zweimotorige Vickers Viking, ab 1955 kamen die Turboprops vom Typ Vickers Viscount, die auch nach New York flogen.

Staatsairline und Jetzeitalter (1961–1980)

Am 1. November 1961 – kurz vor der Unabhängigkeit des Landes 1962 – kaufte die Regierung von Trinidad und Tobago 90 Prozent der Anteile, bis 1967 übernahm sie BWIA vollständig. Das Jetzeitalter begann 1964: Die neue Boeing 727-100 wurde als „Sunjet“ vermarktet und ersetzte die Viscount auf der New-York-Strecke. Ende der 1960er-Jahre flog BWIA mit der 727 unter anderem nonstop von New York nach Antigua und bediente außerdem Caracas, Guyana, Suriname und Tobago.

Zur Flotte kamen Vierstrahler: 1966 bis 1967 eine von Aer Lingus geleaste Boeing 720, ab 1968 die Boeing 707-120, 1971 vier gebrauchte 707 der Serie 200 von Braniff und ab 1974 die größere 707-320. 1975 nahm BWIA mit der 707 die Strecke nach London wieder auf. Die Geschichte des Typs erzählt der Artikel zur Boeing 707.

BWIA International und die TriStar (1980–1994)

1980 fusionierte BWIA mit Trinidad and Tobago Air Services, die der Staat 1974 vor allem für den Verkehr zwischen den beiden Hauptinseln gegründet hatte. Aus der Fusion ging BWIA International hervor. Im selben Jahr kam der Typ, der die Airline für viele Spotter am stärksten prägt: die Lockheed L-1011 TriStar in der Langstreckenversion -500. Sie ersetzte die 707 auf der London-Strecke und blieb bis 2004 in der Flotte.

Auf der Mittelstrecke setzte BWIA ab Mitte der 1980er-Jahre auf die MD-80-Familie: 1985 eine geleaste MD-82, ab 1986 insgesamt neun MD-83. Eine Kuriosität aus dieser Zeit: 1987 flog BWIA kurzzeitig eine von Cargolux geleaste Boeing 747-100. In Europa bediente BWIA im Laufe ihrer Geschichte neben London-Heathrow auch Manchester, Frankfurt, Zürich und Stockholm-Arlanda – nicht alle gleichzeitig.

Neuordnung und Teilprivatisierung (1994–2000)

1994 strukturierte BWIA ihr Netz um. Danach blieben in Europa nur noch London und Frankfurt übrig. Eine geplante Bestellung von Boeing 757 und 767 wurde zugunsten von Airbus A321 und A340 fallen gelassen; von den A321 kamen allerdings nur zwei, die 1996 und 1997 flogen.

Am 22. Februar 1995 schloss die Regierung die Privatisierung ab: Die Mehrheit und die Geschäftsführung gingen an eine Gruppe privater Investoren aus den USA und der Karibik. Dauerhaft gesund wurde BWIA dadurch nicht. Anfang der 2000er-Jahre hielt der Staat laut englischsprachiger Wikipedia wieder rund 75 Prozent der Anteile; die Angaben zu den Eigentumsverhältnissen sind in den Quellen allerdings nicht einheitlich.

Die letzten Jahre und das Ende (2000–2006)

In ihren letzten Jahren trat die Airline als BWIA West Indies Airways auf, mit einer neuen grün-blauen Bemalung und der Steelpan als Markenzeichen. Die Flotte wurde gestrafft: Die TriStar verschwand 2004, die MD-83 schon 2003. An ihre Stelle traten Boeing 737-800 und der Airbus A340-300. Auf den kurzen Inselstrecken flog ab 2001 die Regionalgesellschaft Tobago Express, an der BWIA beteiligt war, mit Dash 8-300. Außerdem war BWIA an der ostkaribischen Regionalairline LIAT beteiligt und arbeitete im Codeshare mit United Airlines zusammen.

Am 8. September 2006 kündigte BWIA nach gescheiterten Gesprächen zwischen Management und Gewerkschaften ihr Ende an. Die Regierung gründete mit Caribbean Airlines eine neue Gesellschaft, die am 1. Januar 2007 den Betrieb aufnahm. Am 31. Dezember 2006 flog BWIA zum letzten Mal. Rund 1.700 Beschäftigte bewarben sich bei der Nachfolgerin.

1940–1961: British West Indian Airways

Erster Flug mit Lodestar, ab 1949 BOAC-Tochter, Viking und Viscount.

1961–1980: Staatsairline

Verstaatlichung, 727 „Sunjet“ ab 1964, 707 nach New York und ab 1975 wieder nach London.

1980–1995: BWIA International

Fusion mit Trinidad and Tobago Air Services, TriStar und MD-83, Ziele in mehreren Ländern Europas.

1995–2006: BWIA West Indies Airways

Teilprivatisierung, A340 und 737-800, Steelpan-Bemalung, Ende am 31. Dezember 2006.

Das Streckennetz

BWIA bediente im Laufe ihrer Geschichte drei große Märkte: die Karibik selbst, Nordamerika und Europa. Die Tabelle zeigt eine Auswahl der Ziele, die nicht alle gleichzeitig angeflogen wurden:

Region Ziele (Auswahl) Hinweis
Europa London-Heathrow, Frankfurt, Zürich, Stockholm-Arlanda, Manchester Ab 1994 nur noch London und Frankfurt
Nordamerika New York JFK, Miami, Toronto Pearson, Baltimore/Washington Weitere US-Städte per Codeshare mit United
Karibik Barbados, Antigua, Kingston, Montego Bay, Tobago, Puerto Rico und weitere Inseln Über LIAT Anschluss an mehr als 30 Ziele
Südamerika Georgetown (Guyana), Paramaribo (Suriname), Caracas Zeitweise Drehkreuz Georgetown

Für deutsche Spotter ist vor allem Frankfurt interessant. Nach der Neuordnung 1994 war die Mainmetropole neben London das einzige Ziel in Europa – ein exotischer Gast unter den Langstreckenjets aus Asien und Amerika. Wann genau die Frankfurt-Strecke begann und endete, lässt sich aus den zugänglichen Quellen nicht sicher sagen; wer Fotos hat, sollte sie deshalb unbedingt mit Datum archivieren. Wo du heute in Frankfurt fotografierst, zeigt der Guide Planespotting am Flughafen Frankfurt, für Heathrow gibt es Planespotting in Heathrow.

Die Flotte

Im August 2006, kurz vor dem Ende, bestand die Flotte nur noch aus zwei Typen. Über die Jahrzehnte war sie aber erstaunlich vielfältig:

Typ Zeitraum Anzahl Spotter-Hinweis
Boeing 737-800 bis 2006 7 (2006) 154 Sitze, Rückgrat in der Karibik und nach Nordamerika
Airbus A340-300 bis 2006 2 (2006) 284 Sitze, Langstrecke nach London
Lockheed L-1011-500 TriStar 1980–2004 5 Langstrecken-TriStar mit kürzerem Rumpf
McDonnell Douglas MD-83 1986–2003 9 Mittelstrecke, Hecktriebwerke
Airbus A321 1996–1997 2 Nur kurz in der Flotte
Boeing 737-700 1999–2000 1 Einzelstück
Dash 8-300 1993–2006 5 Inselverkehr, zuletzt über Tobago Express
Boeing 707 (-120, -220, -320) 1968–1983 15 Erste Langstreckenjets
Boeing 727-100 „Sunjet“ 1964–1971 4 Beginn des Jetzeitalters
Vickers Viscount 700 1955–1970 9 Turboprop, auch nach New York

Angaben laut englischsprachiger Wikipedia. Die Hersteller dahinter sind ein Querschnitt der Luftfahrtgeschichte: Boeing, Airbus, Lockheed (heute Lockheed Martin), McDonnell Douglas und De Havilland Canada. Zeitweise leaste BWIA außerdem eine ATR 72-200 von Cimber Air.

TriStar 500: das Flaggschiff

Die L-1011-500 war die Langstreckenversion der TriStar mit kürzerem Rumpf und größerer Reichweite. Bei BWIA flog sie fast 25 Jahre und verband Port of Spain mit London und den anderen europäischen Zielen. Erkennbar ist sie am dritten Triebwerk, das in einem S-förmigen Einlauf am Heck sitzt – anders als bei der DC-10, deren mittleres Triebwerk gerade durch das Seitenleitwerk führt. Eine TriStar mit 9Y-Kennzeichen in Heathrow oder Frankfurt gehört heute zu den gesuchten Archivmotiven.

A340-300: der letzte Langstreckentyp

Der vierstrahlige A340-300 löste die TriStar ab. Caribbean Airlines startete 2007 mit einem A340-300 in der Flotte und bediente damit London-Heathrow noch bis Mai 2007. Wie du den A340 vom äußerlich ähnlichen A330 unterscheidest, zeigt A330 oder A340? – bei BWIA ist die Sache einfach, denn einen A330 hatte die Airline nie.

737-800: die Brücke zur Nachfolgerin

Die Boeing 737-800 war in den letzten Jahren das Rückgrat auf den Strecken in der Karibik und nach Nordamerika. Caribbean Airlines startete 2007 mit sechs 737-800 und setzte damit auf denselben Typ wie BWIA zuletzt. Gerade bei den 737 lohnt es sich, auf Bemalung und Datum zu achten: Ein 9Y-Jet dieses Typs kann aus der BWIA-Zeit oder aus der Caribbean-Airlines-Zeit stammen.

TriStar und A340 auf der Wunschliste

Setz Typen wie die L-1011 TriStar oder den A340-300 auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn einer davon in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Woran du BWIA erkennst

Das sicherste Merkmal ist das Kennzeichen. Flugzeuge aus Trinidad und Tobago tragen das Präfix 9Y-, und das gilt für BWIA genauso wie für die Nachfolgerin. Ein 9Y-Kennzeichen grenzt die Airline also auf zwei Kandidaten ein; welcher es ist, verraten Schriftzug und Aufnahmedatum. Wie Kennzeichen grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt Flugzeugkennzeichen verstehen.

Am Rumpf stand je nach Epoche „BWIA“, „BWIA International“ oder „BWIA West Indies Airways“. In den letzten Jahren trugen die Flugzeuge eine grün-blaue Bemalung in karibischen Farben mit einer Steelpan als Logo – dem Stahltrommel-Instrument, das in Trinidad und Tobago erfunden wurde und als Nationalsymbol gilt. Wie solche Designwechsel ablaufen und welche Mischformen dabei entstehen können, zeigt Wenn Airlines ihr Design wechseln.

Spricht für BWIA

  • 9Y-Kennzeichen mit Schriftzug „BWIA“
  • L-1011 TriStar, MD-83, 707 oder 727 mit 9Y-Kennzeichen
  • Aufnahme vor dem 1. Januar 2007
  • Steelpan-Logo auf grün-blauer Bemalung

Spricht dagegen

  • Schriftzug „Caribbean Airlines“ – dann ist es die Nachfolgerin
  • Aufnahme ab 2007 – dann fliegt die Maschine bereits für Caribbean Airlines oder einen anderen Betreiber
  • Schriftzug „Air Jamaica“ oder „LIAT“ – dann ist es eine andere Karibik-Airline

Archivfotos sauber zuordnen

Weil BWIA und Caribbean Airlines dieselben Codes und dieselben Flugzeugtypen nutzten, ist das Aufnahmedatum dein wichtigstes Werkzeug. Notiere es bei jedem Scan oder Digitalisat mit. Tipps für die Ablage findest du unter Flugzeugfotos archivieren.

BWIA im regionalen Umfeld

BWIA war Teil einer kleinen Familie von Karibik-Airlines, deren Wege sich immer wieder kreuzten. Die direkte Nachfolgerin Caribbean Airlines übernahm 2011 auch die jamaikanische Air Jamaica, die einst mit BWIA um die Strecken nach Nordamerika und London konkurrierte. Die Regionalairline LIAT, an der BWIA beteiligt war, geriet 2020 in die Insolvenz. Und Surinam Airways flog ähnlich wie BWIA aus einem kleinen Land der Region auf die Langstrecke nach Europa, in diesem Fall nach Amsterdam.

Auch die britische Verbindung lohnt einen Blick: Als Tochter der BOAC war BWIA in den 1950er-Jahren Teil desselben Konzerns, aus dem später British Airways hervorging. Auf der London-Strecke trafen sich beide Airlines später als Konkurrenten wieder.

Gute Chancen auf BWIA-Material, wenn …

  • du Fotoarchive aus Heathrow, Frankfurt, Miami oder New York JFK aus den Jahren 1980 bis 2006 durchsuchst
  • du nach TriStar-Fotos aus Europa suchst – BWIA war einer der Langstreckenbetreiber
  • du Urlaubsfotos aus der Karibik aus den 1980er- und 1990er-Jahren hast

Keine Chance, wenn …

  • du BWIA live sehen willst – seit dem 1. Januar 2007 fliegt an ihrer Stelle Caribbean Airlines

Häufige Verwechslungen

  • BWIA und Caribbean Airlines gleichsetzen – gleiche Codes, teils gleiche Flugzeugtypen, aber zwei verschiedene Unternehmen mit klarer Grenze zum Jahreswechsel 2006/07.
  • BWIA für eine britische Airline halten – der Name klingt britisch, und bis 1961 war sie es auch; danach war sie die Airline von Trinidad und Tobago.
  • BWIA mit BOAC-Flügen verwechseln – in der BOAC-Zeit war BWIA eine eigenständig auftretende Tochter mit eigenem Netz in der Karibik.
  • Die TriStar 500 für eine DC-10 halten – das dritte Triebwerk sitzt bei der TriStar im Heck mit S-förmigem Einlauf, bei der DC-10 gerade im Leitwerk.
  • Den A340 für einen A330 halten – vier Triebwerke statt zwei, und einen A330 hatte BWIA nie.

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Fazit

BWIA war über 66 Jahre die Stimme der englischsprachigen Karibik in der Luft. Gestartet 1940 mit einer Lodestar zwischen Trinidad und Barbados, wuchs sie über britische Eigentümer und Verstaatlichung zu einer Airline, die mit 707, TriStar und A340 regelmäßig in London und Frankfurt landete. Wechselnde Eigentümer, Schulden und Konflikte mit den Gewerkschaften beendeten 2006 diese Geschichte, Caribbean Airlines führt sie mit denselben Codes fort. Für Spotter bleibt eine Airline, die du auf Archivfotos am 9Y-Kennzeichen, am Schriftzug „BWIA“ und an Klassikern wie der TriStar 500 sicher erkennst.

Kurzfazit

BWIA West Indies Airways (IATA BW, ICAO BWA) war die historische Airline von Trinidad und Tobago mit Drehkreuz Port of Spain-Piarco. Bekannt wurde sie mit TriStar und A340 nach London und Frankfurt, bevor Caribbean Airlines sie am 1. Januar 2007 ablöste.

Zusammenfassung

  • BWIA verband ab 1940 die Inseln der Karibik untereinander und später mit New York, Miami, Toronto, London und Frankfurt.
  • Die Airline durchlief britische Eigentümer, Verstaatlichung, eine Fusion mit Trinidad and Tobago Air Services und eine Teilprivatisierung – wirtschaftlich stabil wurde sie nie dauerhaft.
  • Im September 2006 kündigte BWIA ihr Ende an; am 1. Januar 2007 übernahm die neu gegründete Caribbean Airlines die verbliebenen Strecken und viele Beschäftigte.
  • Spotter erkennen BWIA auf Archivfotos am 9Y-Kennzeichen, am Schriftzug „BWIA“ und an markanten Typen wie TriStar und A340.

Häufige Fragen

Gibt es BWIA West Indies Airways heute noch?

Nein. BWIA kündigte am 8. September 2006 das Ende an und stellte den Flugbetrieb am 31. Dezember 2006 ein. Seit dem 1. Januar 2007 fliegt die staatliche Caribbean Airlines auf den verbliebenen Strecken. Die neue Airline beschäftigte viele frühere BWIA-Mitarbeitende und flog mit denselben Flugzeugtypen weiter, ist aber ein eigenes Unternehmen.

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte BWIA?

BWIA flog unter dem IATA-Code BW und dem ICAO-Code BWA, das Rufzeichen im Funk lautete „WEST INDIAN“. IATA- und ICAO-Code nutzt heute Caribbean Airlines, allerdings mit eigenem Rufzeichen. Für dein Logbuch heißt das: Bei Flügen mit BW-Nummer entscheidet das Datum, ob BWIA oder Caribbean Airlines geflogen ist.

Wofür steht die Abkürzung BWIA?

BWIA stand ursprünglich für British West Indian Airways. Nach der Fusion mit Trinidad and Tobago Air Services 1980 trat die Airline als BWIA International auf, zuletzt als BWIA West Indies Airways. In der Karibik war sie unter dem Spitznamen „Bee-Wee“ bekannt.

Ist BWIA nach Frankfurt geflogen?

Ja. Frankfurt gehörte zu den europäischen Zielen von BWIA. Nach einer Neuordnung des Streckennetzes 1994 blieben London und Frankfurt sogar die einzigen Ziele in Europa. Wann die Frankfurt-Verbindung genau begann und endete, lässt sich aus den zugänglichen Quellen nicht sicher belegen.

Welche Flugzeuge flog BWIA zuletzt?

Im August 2006 bestand die Flotte aus sieben Boeing 737-800 mit 154 Sitzen und zwei Airbus A340-300 mit 284 Sitzen. Dazu kamen Dash 8-300 der Schwestergesellschaft Tobago Express für die kurzen Inselstrecken.

Welche Rolle spielte die Lockheed TriStar bei BWIA?

Ab 1980 ersetzte die L-1011-500 TriStar die Boeing 707 auf der London-Strecke. BWIA betrieb fünf Exemplare dieser verkürzten Langstreckenversion bis 2004. Damit war die TriStar fast ein Vierteljahrhundert das Flaggschiff der Airline.

Hatte BWIA schwere Unfälle?

Nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia gab es bei BWIA im gesamten Flugbetrieb keine Todesopfer und keinen Totalverlust im Flug. Erwähnt wird lediglich eine Lockheed 14, die 1943 beim Betanken am Flughafen Piarco zerstört wurde.

Was hatte BWIA mit LIAT zu tun?

BWIA war Anfang der 2000er-Jahre an der ostkaribischen Regionalairline LIAT beteiligt, nach Angaben der englischsprachigen Wikipedia mit rund 23,6 Prozent. Über eine Allianz mit LIAT bot BWIA Anschlüsse zu mehr als 30 Zielen in der Region an.

BWIA West Indies Airways im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Lockheed L-1011 TriStar

Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.

Flugzeugtyp

Airbus A340-300

Vier schlanke Triebwerke, ein drittes Fahrwerksbein unter dem Rumpf und der Rumpf einer A330: Die A340-300 ist Airbus’ klassischer Langstrecken-Vierstrahler – und verschwindet gerade aus Europas Flotten. So erkennst du sie, solange es noch geht.

Flugzeugtyp

Boeing 737-800

Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.

Flugzeugtyp

Boeing 737-700

Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.

Flugzeugtyp

Airbus A321 (ceo)

Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-83

Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-82

Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.

Flugzeugtyp

Boeing 707-120

Vier Triebwerke an schlanken Pylonen, ein stark gepfeilter Flügel und ein kurzes, frühes Seitenleitwerk: Die 707-120 war die erste Serienversion der Boeing 707 und brachte ab 1958 den Düsenjet in den Alltag. So erkennst du sie und grenzt sie von der 707-320 ab.

Flugzeugtyp

Boeing 707-320 Intercontinental

Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.

Flugzeugtyp

Boeing 720

Etwas kürzer, leichter und mit überarbeitetem Flügel: Die Boeing 720 war die Mittelstrecken-Ableitung der 707. United, Western und auch Lufthansa flogen sie, Pratt & Whitney Canada testete damit bis 2010 Triebwerke. So erkennst du den seltenen Vierstrahler und erfährst, wo er heute steht.

Flugzeugtyp

Boeing 727-100

Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

Boeing 747-100

Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.

Flugzeugtyp

Vickers Viscount

Riesige ovale Fenster, vier pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turbinen und ein Platz in den Geschichtsbüchern: Die Vickers Viscount brachte 1953 als erstes Turboprop-Flugzeug den Linienverkehr in Schwung. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du die letzten Exemplare findest.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)

Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.

Flugzeugtyp

ATR 72-200/210

Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.

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Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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