Das Wichtigste in Kürze
- BWIA war die Airline von Trinidad und Tobago mit Drehkreuz Piarco bei Port of Spain und stellte den Flugbetrieb am 31. Dezember 2006 ein.
- Codes: IATA BW, ICAO BWA, Rufzeichen „WEST INDIAN“. IATA- und ICAO-Code nutzt heute die Nachfolgerin Caribbean Airlines.
- Britische Wurzeln: Gegründet von dem Neuseeländer Lowell Yerex, ab 1949 Tochter der BOAC, ab 1961 Staatsairline von Trinidad und Tobago.
- Brücke nach Europa: London war über Jahrzehnte das wichtigste Ziel, nach der Neuordnung 1994 blieben London und Frankfurt die einzigen europäischen Ziele.
- TriStar-Ära: Von 1980 bis 2004 flog BWIA die L-1011-500 TriStar, zum Schluss Airbus A340-300 und Boeing 737-800.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | BW |
|---|---|
| ICAO-Code | BWA |
| Rufzeichen | WEST INDIAN |
| Drehkreuze | POS, BGI |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 31. Dezember 2006 eingestellt, Nachfolgerin Caribbean Airlines ab 1. Januar 2007 |
| Geschäftsmodell | Netzwerk-Airline mit Regionalverkehr in der Karibik und Langstrecke nach Nordamerika und Europa |
| Gegründet | 27. November 1939 als British West Indian Airways, erster Flug am 27. November 1940 (Trinidad–Barbados) |
| Sitz und Drehkreuze | Piarco bei Port of Spain (POS), dazu Barbados (BGI) und zeitweise Georgetown in Guyana |
| Eigentümer | Bis 1961 britisch (zuletzt BOAC), danach Staat Trinidad und Tobago; 1995 teilprivatisiert, Anfang der 2000er-Jahre wieder mehrheitlich staatlich |
| Vielfliegerprogramm | Club BWee |
| Flotte zuletzt (August 2006) | Sieben Boeing 737-800 und zwei Airbus A340-300, dazu Dash 8-300 der Schwester Tobago Express |
| Frühere Typen | Lockheed Lodestar, Vickers Viking, Vickers Viscount, Boeing 727-100, 707, Lockheed L-1011-500 TriStar, MD-83, Airbus A321 u. a. |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich BWIA West Indies Airways?
- Kennzeichen mit 9Y- – dem Präfix von Trinidad und Tobago
- Schriftzug „BWIA“ am Rumpf, je nach Epoche mit dem Zusatz „International“ oder „West Indies Airways“
- In den letzten Jahren eine karibisch grün-blaue Bemalung mit einer Steelpan als Markenzeichen
- Auf der Langstrecke ab 1980 die dreistrahlige Lockheed L-1011-500 TriStar, zum Schluss der vierstrahlige Airbus A340-300
- Flugnummern mit BW, im Funk das Rufzeichen WEST INDIAN
- Heute nur noch auf Archivfotos – seit dem 1. Januar 2007 fliegt an ihrer Stelle Caribbean Airlines
Wer in den 1980er- und 1990er-Jahren in London-Heathrow oder Frankfurt am Zaun stand, konnte zwischen all den europäischen Jets plötzlich ein Stück Karibik erwischen: eine TriStar oder später einen A340 mit dem Schriftzug „BWIA“ und einem Kennzeichen, das mit 9Y- beginnt. BWIA war die Airline von Trinidad und Tobago, über Jahrzehnte die wichtigste Luftbrücke zwischen der englischsprachigen Karibik und Europa – und eine der ältesten Airlines der Region. Ende 2006 war nach 66 Jahren Schluss. Hier erfährst du, woher BWIA kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Historische Airline
BWIA West Indies Airways hat den Flugbetrieb am 31. Dezember 2006 eingestellt. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes BW und BWA nutzt heute die Nachfolgerin Caribbean Airlines.
BWIA im Überblick
BWIA war die Airline von Trinidad und Tobago mit Sitz in Piarco, wo auch der wichtigste Flughafen des Landes liegt – der Piarco International Airport bei Port of Spain. Weitere Drehkreuze waren Grantley Adams auf Barbados und zeitweise Georgetown in Guyana. Von dort aus verband BWIA die Inseln der Karibik untereinander, flog nach Südamerika und bot Langstrecken nach Nordamerika und Europa an.
Die Airline hatte viele Gesichter: Gegründet von einem Neuseeländer, lange Teil des britischen Luftverkehrsimperiums, dann Staatsairline eines jungen unabhängigen Landes, schließlich teilprivatisiert und wieder vom Staat gestützt. In der Region nannte man sie liebevoll „Bee-Wee“, ihr Vielfliegerprogramm hieß passend dazu Club BWee, und als Bordmagazin lag das Reisemagazin Caribbean Beat in den Sitztaschen. Um 2003 beförderte BWIA laut englischsprachiger Wikipedia rund 1,4 Millionen Fluggäste im Jahr, bei etwa 70 Flügen pro Tag.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code BW: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code BWA: Kennung im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen WEST INDIAN: so meldeten sich die Crews im Funk.
Für dein Archiv gibt es hier eine kleine Falle: Die Nachfolgerin Caribbean Airlines nutzt dieselben Codes BW und BWA. Ein Flugplan oder eine Bordkarte mit BW-Flugnummer sagt also allein noch nicht, welche der beiden Airlines geflogen ist – entscheidend ist das Datum. Alles bis zum 31. Dezember 2006 gehört zu BWIA, alles ab dem 1. Januar 2007 zu Caribbean Airlines. Wie IATA- und ICAO-Codes grundsätzlich funktionieren, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.
Karibik-Klassiker im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – auch deine alten Aufnahmen von BWIA-TriStars oder -A340 bekommen so ihren Platz in der Sammlung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Geschichte: von British West Indian Airways zu BWIA West Indies Airways
Gründung und britische Jahre (1939–1961)
Gegründet wurde British West Indian Airways am 27. November 1939 von dem Neuseeländer Lowell Yerex. Genau ein Jahr später, am 27. November 1940, startete der erste Flug: Eine Lockheed Lodestar flog von Trinidad nach Barbados. Mitten im Zweiten Weltkrieg entstand damit eine Verbindung zwischen den britischen Kolonien der Karibik, die bis dahin vor allem per Schiff erreichbar waren.
1947 übernahm die staatliche britische Gesellschaft British South American Airways (BSAA) die Airline, im Juni 1948 kehrte der Name BWIA zurück. Als BSAA 1949 in der BOAC aufging, wurde BWIA eine Tochter des britischen Langstrecken-Staatscarriers. In dieser Zeit wuchs die Flotte: Auf die Lodestar folgten zweimotorige Vickers Viking, ab 1955 kamen die Turboprops vom Typ Vickers Viscount, die auch nach New York flogen.
Staatsairline und Jetzeitalter (1961–1980)
Am 1. November 1961 – kurz vor der Unabhängigkeit des Landes 1962 – kaufte die Regierung von Trinidad und Tobago 90 Prozent der Anteile, bis 1967 übernahm sie BWIA vollständig. Das Jetzeitalter begann 1964: Die neue Boeing 727-100 wurde als „Sunjet“ vermarktet und ersetzte die Viscount auf der New-York-Strecke. Ende der 1960er-Jahre flog BWIA mit der 727 unter anderem nonstop von New York nach Antigua und bediente außerdem Caracas, Guyana, Suriname und Tobago.
Zur Flotte kamen Vierstrahler: 1966 bis 1967 eine von Aer Lingus geleaste Boeing 720, ab 1968 die Boeing 707-120, 1971 vier gebrauchte 707 der Serie 200 von Braniff und ab 1974 die größere 707-320. 1975 nahm BWIA mit der 707 die Strecke nach London wieder auf. Die Geschichte des Typs erzählt der Artikel zur Boeing 707.
BWIA International und die TriStar (1980–1994)
1980 fusionierte BWIA mit Trinidad and Tobago Air Services, die der Staat 1974 vor allem für den Verkehr zwischen den beiden Hauptinseln gegründet hatte. Aus der Fusion ging BWIA International hervor. Im selben Jahr kam der Typ, der die Airline für viele Spotter am stärksten prägt: die Lockheed L-1011 TriStar in der Langstreckenversion -500. Sie ersetzte die 707 auf der London-Strecke und blieb bis 2004 in der Flotte.
Auf der Mittelstrecke setzte BWIA ab Mitte der 1980er-Jahre auf die MD-80-Familie: 1985 eine geleaste MD-82, ab 1986 insgesamt neun MD-83. Eine Kuriosität aus dieser Zeit: 1987 flog BWIA kurzzeitig eine von Cargolux geleaste Boeing 747-100. In Europa bediente BWIA im Laufe ihrer Geschichte neben London-Heathrow auch Manchester, Frankfurt, Zürich und Stockholm-Arlanda – nicht alle gleichzeitig.
Neuordnung und Teilprivatisierung (1994–2000)
1994 strukturierte BWIA ihr Netz um. Danach blieben in Europa nur noch London und Frankfurt übrig. Eine geplante Bestellung von Boeing 757 und 767 wurde zugunsten von Airbus A321 und A340 fallen gelassen; von den A321 kamen allerdings nur zwei, die 1996 und 1997 flogen.
Am 22. Februar 1995 schloss die Regierung die Privatisierung ab: Die Mehrheit und die Geschäftsführung gingen an eine Gruppe privater Investoren aus den USA und der Karibik. Dauerhaft gesund wurde BWIA dadurch nicht. Anfang der 2000er-Jahre hielt der Staat laut englischsprachiger Wikipedia wieder rund 75 Prozent der Anteile; die Angaben zu den Eigentumsverhältnissen sind in den Quellen allerdings nicht einheitlich.
Die letzten Jahre und das Ende (2000–2006)
In ihren letzten Jahren trat die Airline als BWIA West Indies Airways auf, mit einer neuen grün-blauen Bemalung und der Steelpan als Markenzeichen. Die Flotte wurde gestrafft: Die TriStar verschwand 2004, die MD-83 schon 2003. An ihre Stelle traten Boeing 737-800 und der Airbus A340-300. Auf den kurzen Inselstrecken flog ab 2001 die Regionalgesellschaft Tobago Express, an der BWIA beteiligt war, mit Dash 8-300. Außerdem war BWIA an der ostkaribischen Regionalairline LIAT beteiligt und arbeitete im Codeshare mit United Airlines zusammen.
Am 8. September 2006 kündigte BWIA nach gescheiterten Gesprächen zwischen Management und Gewerkschaften ihr Ende an. Die Regierung gründete mit Caribbean Airlines eine neue Gesellschaft, die am 1. Januar 2007 den Betrieb aufnahm. Am 31. Dezember 2006 flog BWIA zum letzten Mal. Rund 1.700 Beschäftigte bewarben sich bei der Nachfolgerin.
1940–1961: British West Indian Airways
Erster Flug mit Lodestar, ab 1949 BOAC-Tochter, Viking und Viscount.
1961–1980: Staatsairline
Verstaatlichung, 727 „Sunjet“ ab 1964, 707 nach New York und ab 1975 wieder nach London.
1980–1995: BWIA International
Fusion mit Trinidad and Tobago Air Services, TriStar und MD-83, Ziele in mehreren Ländern Europas.
1995–2006: BWIA West Indies Airways
Teilprivatisierung, A340 und 737-800, Steelpan-Bemalung, Ende am 31. Dezember 2006.
Das Streckennetz
BWIA bediente im Laufe ihrer Geschichte drei große Märkte: die Karibik selbst, Nordamerika und Europa. Die Tabelle zeigt eine Auswahl der Ziele, die nicht alle gleichzeitig angeflogen wurden:
| Region | Ziele (Auswahl) | Hinweis |
|---|---|---|
| Europa | London-Heathrow, Frankfurt, Zürich, Stockholm-Arlanda, Manchester | Ab 1994 nur noch London und Frankfurt |
| Nordamerika | New York JFK, Miami, Toronto Pearson, Baltimore/Washington | Weitere US-Städte per Codeshare mit United |
| Karibik | Barbados, Antigua, Kingston, Montego Bay, Tobago, Puerto Rico und weitere Inseln | Über LIAT Anschluss an mehr als 30 Ziele |
| Südamerika | Georgetown (Guyana), Paramaribo (Suriname), Caracas | Zeitweise Drehkreuz Georgetown |
Für deutsche Spotter ist vor allem Frankfurt interessant. Nach der Neuordnung 1994 war die Mainmetropole neben London das einzige Ziel in Europa – ein exotischer Gast unter den Langstreckenjets aus Asien und Amerika. Wann genau die Frankfurt-Strecke begann und endete, lässt sich aus den zugänglichen Quellen nicht sicher sagen; wer Fotos hat, sollte sie deshalb unbedingt mit Datum archivieren. Wo du heute in Frankfurt fotografierst, zeigt der Guide Planespotting am Flughafen Frankfurt, für Heathrow gibt es Planespotting in Heathrow.
Die Flotte
Im August 2006, kurz vor dem Ende, bestand die Flotte nur noch aus zwei Typen. Über die Jahrzehnte war sie aber erstaunlich vielfältig:
| Typ | Zeitraum | Anzahl | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 737-800 | bis 2006 | 7 (2006) | 154 Sitze, Rückgrat in der Karibik und nach Nordamerika |
| Airbus A340-300 | bis 2006 | 2 (2006) | 284 Sitze, Langstrecke nach London |
| Lockheed L-1011-500 TriStar | 1980–2004 | 5 | Langstrecken-TriStar mit kürzerem Rumpf |
| McDonnell Douglas MD-83 | 1986–2003 | 9 | Mittelstrecke, Hecktriebwerke |
| Airbus A321 | 1996–1997 | 2 | Nur kurz in der Flotte |
| Boeing 737-700 | 1999–2000 | 1 | Einzelstück |
| Dash 8-300 | 1993–2006 | 5 | Inselverkehr, zuletzt über Tobago Express |
| Boeing 707 (-120, -220, -320) | 1968–1983 | 15 | Erste Langstreckenjets |
| Boeing 727-100 „Sunjet“ | 1964–1971 | 4 | Beginn des Jetzeitalters |
| Vickers Viscount 700 | 1955–1970 | 9 | Turboprop, auch nach New York |
Angaben laut englischsprachiger Wikipedia. Die Hersteller dahinter sind ein Querschnitt der Luftfahrtgeschichte: Boeing, Airbus, Lockheed (heute Lockheed Martin), McDonnell Douglas und De Havilland Canada. Zeitweise leaste BWIA außerdem eine ATR 72-200 von Cimber Air.
TriStar 500: das Flaggschiff
Die L-1011-500 war die Langstreckenversion der TriStar mit kürzerem Rumpf und größerer Reichweite. Bei BWIA flog sie fast 25 Jahre und verband Port of Spain mit London und den anderen europäischen Zielen. Erkennbar ist sie am dritten Triebwerk, das in einem S-förmigen Einlauf am Heck sitzt – anders als bei der DC-10, deren mittleres Triebwerk gerade durch das Seitenleitwerk führt. Eine TriStar mit 9Y-Kennzeichen in Heathrow oder Frankfurt gehört heute zu den gesuchten Archivmotiven.
A340-300: der letzte Langstreckentyp
Der vierstrahlige A340-300 löste die TriStar ab. Caribbean Airlines startete 2007 mit einem A340-300 in der Flotte und bediente damit London-Heathrow noch bis Mai 2007. Wie du den A340 vom äußerlich ähnlichen A330 unterscheidest, zeigt A330 oder A340? – bei BWIA ist die Sache einfach, denn einen A330 hatte die Airline nie.
737-800: die Brücke zur Nachfolgerin
Die Boeing 737-800 war in den letzten Jahren das Rückgrat auf den Strecken in der Karibik und nach Nordamerika. Caribbean Airlines startete 2007 mit sechs 737-800 und setzte damit auf denselben Typ wie BWIA zuletzt. Gerade bei den 737 lohnt es sich, auf Bemalung und Datum zu achten: Ein 9Y-Jet dieses Typs kann aus der BWIA-Zeit oder aus der Caribbean-Airlines-Zeit stammen.
TriStar und A340 auf der Wunschliste
Setz Typen wie die L-1011 TriStar oder den A340-300 auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn einer davon in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du BWIA erkennst
Das sicherste Merkmal ist das Kennzeichen. Flugzeuge aus Trinidad und Tobago tragen das Präfix 9Y-, und das gilt für BWIA genauso wie für die Nachfolgerin. Ein 9Y-Kennzeichen grenzt die Airline also auf zwei Kandidaten ein; welcher es ist, verraten Schriftzug und Aufnahmedatum. Wie Kennzeichen grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt Flugzeugkennzeichen verstehen.
Am Rumpf stand je nach Epoche „BWIA“, „BWIA International“ oder „BWIA West Indies Airways“. In den letzten Jahren trugen die Flugzeuge eine grün-blaue Bemalung in karibischen Farben mit einer Steelpan als Logo – dem Stahltrommel-Instrument, das in Trinidad und Tobago erfunden wurde und als Nationalsymbol gilt. Wie solche Designwechsel ablaufen und welche Mischformen dabei entstehen können, zeigt Wenn Airlines ihr Design wechseln.
Spricht für BWIA
- 9Y-Kennzeichen mit Schriftzug „BWIA“
- L-1011 TriStar, MD-83, 707 oder 727 mit 9Y-Kennzeichen
- Aufnahme vor dem 1. Januar 2007
- Steelpan-Logo auf grün-blauer Bemalung
Spricht dagegen
- Schriftzug „Caribbean Airlines“ – dann ist es die Nachfolgerin
- Aufnahme ab 2007 – dann fliegt die Maschine bereits für Caribbean Airlines oder einen anderen Betreiber
- Schriftzug „Air Jamaica“ oder „LIAT“ – dann ist es eine andere Karibik-Airline
Archivfotos sauber zuordnen
Weil BWIA und Caribbean Airlines dieselben Codes und dieselben Flugzeugtypen nutzten, ist das Aufnahmedatum dein wichtigstes Werkzeug. Notiere es bei jedem Scan oder Digitalisat mit. Tipps für die Ablage findest du unter Flugzeugfotos archivieren.
BWIA im regionalen Umfeld
BWIA war Teil einer kleinen Familie von Karibik-Airlines, deren Wege sich immer wieder kreuzten. Die direkte Nachfolgerin Caribbean Airlines übernahm 2011 auch die jamaikanische Air Jamaica, die einst mit BWIA um die Strecken nach Nordamerika und London konkurrierte. Die Regionalairline LIAT, an der BWIA beteiligt war, geriet 2020 in die Insolvenz. Und Surinam Airways flog ähnlich wie BWIA aus einem kleinen Land der Region auf die Langstrecke nach Europa, in diesem Fall nach Amsterdam.
Auch die britische Verbindung lohnt einen Blick: Als Tochter der BOAC war BWIA in den 1950er-Jahren Teil desselben Konzerns, aus dem später British Airways hervorging. Auf der London-Strecke trafen sich beide Airlines später als Konkurrenten wieder.
Gute Chancen auf BWIA-Material, wenn …
- du Fotoarchive aus Heathrow, Frankfurt, Miami oder New York JFK aus den Jahren 1980 bis 2006 durchsuchst
- du nach TriStar-Fotos aus Europa suchst – BWIA war einer der Langstreckenbetreiber
- du Urlaubsfotos aus der Karibik aus den 1980er- und 1990er-Jahren hast
Keine Chance, wenn …
- du BWIA live sehen willst – seit dem 1. Januar 2007 fliegt an ihrer Stelle Caribbean Airlines
Häufige Verwechslungen
- BWIA und Caribbean Airlines gleichsetzen – gleiche Codes, teils gleiche Flugzeugtypen, aber zwei verschiedene Unternehmen mit klarer Grenze zum Jahreswechsel 2006/07.
- BWIA für eine britische Airline halten – der Name klingt britisch, und bis 1961 war sie es auch; danach war sie die Airline von Trinidad und Tobago.
- BWIA mit BOAC-Flügen verwechseln – in der BOAC-Zeit war BWIA eine eigenständig auftretende Tochter mit eigenem Netz in der Karibik.
- Die TriStar 500 für eine DC-10 halten – das dritte Triebwerk sitzt bei der TriStar im Heck mit S-förmigem Einlauf, bei der DC-10 gerade im Leitwerk.
- Den A340 für einen A330 halten – vier Triebwerke statt zwei, und einen A330 hatte BWIA nie.
Archivfunde mit der Community teilen
Poste deine Fotos von BWIA-Jets mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community mit anderen Fans der Karibik-Luftfahrt aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
BWIA war über 66 Jahre die Stimme der englischsprachigen Karibik in der Luft. Gestartet 1940 mit einer Lodestar zwischen Trinidad und Barbados, wuchs sie über britische Eigentümer und Verstaatlichung zu einer Airline, die mit 707, TriStar und A340 regelmäßig in London und Frankfurt landete. Wechselnde Eigentümer, Schulden und Konflikte mit den Gewerkschaften beendeten 2006 diese Geschichte, Caribbean Airlines führt sie mit denselben Codes fort. Für Spotter bleibt eine Airline, die du auf Archivfotos am 9Y-Kennzeichen, am Schriftzug „BWIA“ und an Klassikern wie der TriStar 500 sicher erkennst.
Kurzfazit
BWIA West Indies Airways (IATA BW, ICAO BWA) war die historische Airline von Trinidad und Tobago mit Drehkreuz Port of Spain-Piarco. Bekannt wurde sie mit TriStar und A340 nach London und Frankfurt, bevor Caribbean Airlines sie am 1. Januar 2007 ablöste.
Zusammenfassung
- BWIA verband ab 1940 die Inseln der Karibik untereinander und später mit New York, Miami, Toronto, London und Frankfurt.
- Die Airline durchlief britische Eigentümer, Verstaatlichung, eine Fusion mit Trinidad and Tobago Air Services und eine Teilprivatisierung – wirtschaftlich stabil wurde sie nie dauerhaft.
- Im September 2006 kündigte BWIA ihr Ende an; am 1. Januar 2007 übernahm die neu gegründete Caribbean Airlines die verbliebenen Strecken und viele Beschäftigte.
- Spotter erkennen BWIA auf Archivfotos am 9Y-Kennzeichen, am Schriftzug „BWIA“ und an markanten Typen wie TriStar und A340.
Häufige Fragen
Gibt es BWIA West Indies Airways heute noch?
Nein. BWIA kündigte am 8. September 2006 das Ende an und stellte den Flugbetrieb am 31. Dezember 2006 ein. Seit dem 1. Januar 2007 fliegt die staatliche Caribbean Airlines auf den verbliebenen Strecken. Die neue Airline beschäftigte viele frühere BWIA-Mitarbeitende und flog mit denselben Flugzeugtypen weiter, ist aber ein eigenes Unternehmen.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte BWIA?
BWIA flog unter dem IATA-Code BW und dem ICAO-Code BWA, das Rufzeichen im Funk lautete „WEST INDIAN“. IATA- und ICAO-Code nutzt heute Caribbean Airlines, allerdings mit eigenem Rufzeichen. Für dein Logbuch heißt das: Bei Flügen mit BW-Nummer entscheidet das Datum, ob BWIA oder Caribbean Airlines geflogen ist.
Wofür steht die Abkürzung BWIA?
BWIA stand ursprünglich für British West Indian Airways. Nach der Fusion mit Trinidad and Tobago Air Services 1980 trat die Airline als BWIA International auf, zuletzt als BWIA West Indies Airways. In der Karibik war sie unter dem Spitznamen „Bee-Wee“ bekannt.
Ist BWIA nach Frankfurt geflogen?
Ja. Frankfurt gehörte zu den europäischen Zielen von BWIA. Nach einer Neuordnung des Streckennetzes 1994 blieben London und Frankfurt sogar die einzigen Ziele in Europa. Wann die Frankfurt-Verbindung genau begann und endete, lässt sich aus den zugänglichen Quellen nicht sicher belegen.
Welche Flugzeuge flog BWIA zuletzt?
Im August 2006 bestand die Flotte aus sieben Boeing 737-800 mit 154 Sitzen und zwei Airbus A340-300 mit 284 Sitzen. Dazu kamen Dash 8-300 der Schwestergesellschaft Tobago Express für die kurzen Inselstrecken.
Welche Rolle spielte die Lockheed TriStar bei BWIA?
Ab 1980 ersetzte die L-1011-500 TriStar die Boeing 707 auf der London-Strecke. BWIA betrieb fünf Exemplare dieser verkürzten Langstreckenversion bis 2004. Damit war die TriStar fast ein Vierteljahrhundert das Flaggschiff der Airline.
Hatte BWIA schwere Unfälle?
Nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia gab es bei BWIA im gesamten Flugbetrieb keine Todesopfer und keinen Totalverlust im Flug. Erwähnt wird lediglich eine Lockheed 14, die 1943 beim Betanken am Flughafen Piarco zerstört wurde.
Was hatte BWIA mit LIAT zu tun?
BWIA war Anfang der 2000er-Jahre an der ostkaribischen Regionalairline LIAT beteiligt, nach Angaben der englischsprachigen Wikipedia mit rund 23,6 Prozent. Über eine Allianz mit LIAT bot BWIA Anschlüsse zu mehr als 30 Zielen in der Region an.
BWIA West Indies Airways im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Lockheed L-1011 TriStar
Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.
FlugzeugtypAirbus A340-300
Vier schlanke Triebwerke, ein drittes Fahrwerksbein unter dem Rumpf und der Rumpf einer A330: Die A340-300 ist Airbus’ klassischer Langstrecken-Vierstrahler – und verschwindet gerade aus Europas Flotten. So erkennst du sie, solange es noch geht.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-700
Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-83
Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-82
Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.
FlugzeugtypBoeing 707-120
Vier Triebwerke an schlanken Pylonen, ein stark gepfeilter Flügel und ein kurzes, frühes Seitenleitwerk: Die 707-120 war die erste Serienversion der Boeing 707 und brachte ab 1958 den Düsenjet in den Alltag. So erkennst du sie und grenzt sie von der 707-320 ab.
FlugzeugtypBoeing 707-320 Intercontinental
Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.
FlugzeugtypBoeing 720
Etwas kürzer, leichter und mit überarbeitetem Flügel: Die Boeing 720 war die Mittelstrecken-Ableitung der 707. United, Western und auch Lufthansa flogen sie, Pratt & Whitney Canada testete damit bis 2010 Triebwerke. So erkennst du den seltenen Vierstrahler und erfährst, wo er heute steht.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 747-100
Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.
FlugzeugtypVickers Viscount
Riesige ovale Fenster, vier pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turbinen und ein Platz in den Geschichtsbüchern: Die Vickers Viscount brachte 1953 als erstes Turboprop-Flugzeug den Linienverkehr in Schwung. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du die letzten Exemplare findest.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)
Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.
FlugzeugtypATR 72-200/210
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.
Weitere Airlines
Caribbean Airlines
Die staatliche Airline von Trinidad und Tobago übernahm 2007 das Erbe der BWIA und später Air Jamaica. Heute fliegt sie mit Boeing 737 MAX 8 und ATR 72-600 durch die Karibik und nach Nordamerika.
RegionalLIAT
Die Inselhüpfer-Airline der Ostkaribik: 1956 auf Montserrat gegründet, jahrzehntelang mit Turboprops zwischen Antigua, Barbados und Trinidad unterwegs, 2020 in die Administration geschickt und Anfang 2024 eingestellt – heute fliegt LIAT 2020 als Liat Air weiter.
NetzwerkAir Jamaica
Historische Flag-Carrier Jamaikas: 1969 mit Flügen nach New York und Miami gestartet, bekannt für farbenfrohe Regenbogen-Lackierungen und Langstrecken nach Europa – 2010 von Caribbean Airlines übernommen, 2015 endgültig Geschichte.
NetzwerkSurinam Airways
Die staatliche Airline Surinames verbindet Paramaribo mit der Karibik, Miami und Amsterdam. Regional fliegt sie Boeing 737-800, die Langstrecke nach Schiphol läuft über geleaste Großraumjets.
NetzwerkBOAC
Historische britische Langstrecken-Staatsairline: BOAC flog von 1939 bis 1974, startete 1952 den ersten Jet-Liniendienst der Welt und ging mit BEA in British Airways auf.
NetzwerkBritish Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen London Heathrow
Europas verkehrsreichster Flughafen kommt mit nur zwei Bahnen aus – und genau das macht ihn für Spotter so spannend: Großraumflugzeuge im Minutentakt, ein fester Runway-Wechsel um 15 Uhr und mit der Myrtle Avenue einer der bekanntesten Anflugspots der Welt.
FlughafenFlughafen Frankfurt
Deutschlands größter Flughafen und Heimatdrehkreuz der Lufthansa: vier Start- und Landebahnen, zwei Passagierterminals und ein Verkehrsmix vom Regionaljet bis zum Großraumfrachter.
FlughafenFlughafen Zürich
Der größte Flughafen der Schweiz hat drei Pisten in drei Richtungen, ein Betriebskonzept, das mit Uhrzeit und Wetter wechselt, und ein offizielles Netz von Spotterpunkten rund um den Zaun. Wer die Konzepte kennt, steht in Zürich fast immer am richtigen Ort.
FlughafenFlughafen Stockholm-Arlanda
Schwedens größter Flughafen liegt rund 40 Kilometer nördlich von Stockholm im Wald bei Märsta: drei Pisten in zwei Richtungen, ein Terminalsystem im Umbau, SAS als Hausherr – und ein offizieller Spotterpavillon, um den herum sich ein ganzes Netz an Fotopunkten gebildet hat.
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