Boeing 707-120

Vier Triebwerke an schlanken Pylonen, ein stark gepfeilter Flügel und ein kurzes, frühes Seitenleitwerk: Die 707-120 war die erste Serienversion der Boeing 707 und brachte ab 1958 den Düsenjet in den Alltag. So erkennst du sie und grenzt sie von der 707-320 ab.

Auch bekannt als: 707 · Boeing 707 · 707-100 · 707-120B · 707-121 · 707-123 · 707-138 · Stratoliner · Dash 80

USABoeingHistorische FlugzeugeICAO-Typcode: B70113 Min. Lesezeit

B701

ICAO-Typcode

1957

Erstflug der 707-120

1958

Erster Linienflug (Pan Am)

44,22 m

Länge

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 707-120 ist die erste Serienversion der Boeing 707: vierstrahliger Schmalrumpfjet, Erstflug Dezember 1957, Linienstart bei Pan Am im Oktober 1958.
  • Sie war nicht das erste Düsenverkehrsflugzeug – das war die britische Comet –, aber das erste wirtschaftlich erfolgreiche aus den USA und der Durchbruch des Jetzeitalters.
  • Ihr Vorbild war der Prototyp 367-80 „Dash 80“, den Boeing 1954 auf eigenes Risiko fliegen ließ und der heute im Smithsonian steht.
  • Von der 707-320 trennst du sie über Rumpflänge und Flügel: Die -120 ist kürzer, hat weniger Spannweite und war für Inlands- und Transatlantikstrecken mit Zwischenstopp ausgelegt.
  • Heute ist sie Museumsstück: Wer eine -120 sehen will, plant einen Museumsbesuch, etwa nach Seattle, Washington oder München.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Boeing 707-120?
  2. 2.Die Vorgeschichte: Boeings Wette mit der Dash 80
  3. 3.Von Pan Am bis Qantas: die 707-120 im Liniendienst
  4. 4.Turbojet oder Turbofan: 707-120 und 707-120B
  5. 5.707-120 oder 707-320?
  6. 6.Air Force One und militärische Ableitungen
  7. 7.Wo du die 707-120 heute noch siehst
  8. 8.Spotting-Tipps: Klassiker gezielt jagen
  9. 9.Fototipps für Museums-707
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing
Familie707 (707-120, 707-120B, 707-138, 707-220, 707-320, 707-420) und abgeleitete 720
ICAO-TypcodeB701 (707-100-Familie)
PrototypBoeing 367-80 „Dash 80“, Erstflug 15. Juli 1954
Erstflug 707-12020. Dezember 1957
Zulassung (FAA)18. September 1958
Erster Liniendienst26. Oktober 1958 bei Pan Am, New York-Idlewild – Paris-Le Bourget mit Tankstopp in Gander
Triebwerke4 × Pratt & Whitney JT3C-6 (Turbojet); bei der 707-120B 4 × JT3D (Turbofan)
Länge44,22 m
Spannweite39,88 m
Rumpfbreite außenrund 3,76 m (148 Zoll)
Max. Startgewichtrund 112 t (707-120), rund 117 t (707-120B)
Reichweiterund 5.600 km (707-120), rund 6.700 km (707-120B)
Produktion56 × 707-120 plus 7 verkürzte 707-138; 72 × 707-120B plus 6 × 707-138B
StatusHistorisch – längst aus dem Liniendienst ausgeschieden, erhaltene Exemplare vor allem in Museen

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Triebwerke einzeln an Pylonen unter einem stark gepfeilten Flügel – das Grundbild jeder 707
  • Bei der ursprünglichen 707-120 lange, schlanke Triebwerksgondeln der JT3C-Turbojets; die 707-120B hat kürzere, dickere Turbofan-Gondeln mit sichtbar größerem Einlass
  • Spitze Antennennadel, die vorn an der Oberkante der Seitenflosse nach vorn ragt – typisch für die gesamte 707-Familie
  • Rumpf mit 44,2 m spürbar kürzer als bei der 707-320, die Flügel wirken im Verhältnis kompakter
  • Frühe Maschinen ab Werk mit niedrigerem Seitenleitwerk; viele erhielten später eine erhöhte Flosse und eine kleine Bauchflosse unter dem Heck
  • Fensterreihe mit vielen kleinen, eng gesetzten Fenstern und eine schmale, spitz zulaufende Nase

Aktualisiert: Oktober 2026 – Vier schlanke Triebwerke hängen einzeln an Pylonen unter einem weit nach hinten gepfeilten Flügel, die Nase ist spitz, die Fensterreihe lang und eng: So sah das Flugzeug aus, mit dem die Welt Ende der 1950er-Jahre ins Jetzeitalter startete. Die Boeing 707-120 war die erste Serienversion der 707 und ging im Oktober 1958 bei Pan Am in den Liniendienst. Heute ist sie längst Geschichte und nur noch im Museum zu sehen. Hier erfährst du, wie sie entstand, was sie von der Dash 80 und der größeren 707-320 unterscheidet und wo du die Ur-707 noch vor die Linse bekommst.

Eine Ur-707 gesehen? Ab in den Hangar damit.

Mit Planetrack postest du deine Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen und Spot – auch Museumsstücke – und hakst den Klassiker in deinem Hangar ab. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Boeing 707-120?

Die 707-120 ist die erste Serienversion der Boeing 707, eines vierstrahligen Schmalrumpfjets mit einem Gang in der Kabine. Sie war für amerikanische Inlandsstrecken und den Nordatlantik mit Zwischenstopp gedacht. Vier Pratt-&-Whitney-Turbojets vom Typ JT3C trieben sie an, das maximale Startgewicht lag bei rund 112 Tonnen und die Reichweite bei rund 5.600 Kilometern. In dichter Bestuhlung war Platz für deutlich mehr als 150 Passagiere; die Airlines flogen sie anfangs aber meist mit großzügigen Zwei-Klassen-Kabinen und deutlich weniger Sitzen.

Wichtig ist die Einordnung: Die 707 war nicht das erste Düsenverkehrsflugzeug der Welt. Diese Ehre gebührt der britischen de Havilland Comet, die schon 1952 Passagiere beförderte, nach mehreren tragischen Unglücken aber lange am Boden blieb. Wie es dazu kam, liest du im Beitrag De Havilland Comet – der erste Düsenjet. Die 707 war jedoch das erste wirtschaftlich erfolgreiche Düsenverkehrsflugzeug aus den USA. Sie machte Jetreisen zum Massenprodukt und gab Boeing die Stellung, die das Unternehmen in der Zivilluftfahrt bis heute hat. Mehr zum Hersteller findest du auf der Seite zu Boeing.

B701ICAO-Typcode der 707-100-Familie
26.10.1958erster Linienflug bei Pan Am, New York – Paris
63gebaute Turbojet-Maschinen: 56 × 707-120 plus 7 × 707-138

Die Vorgeschichte: Boeings Wette mit der Dash 80

Anfang der 1950er-Jahre hatte Boeing viel Erfahrung mit großen, gepfeilten Düsenbombern wie der B-47 Stratojet, aber kaum Erfolg im zivilen Geschäft. Die Airlines setzten auf Propellerflugzeuge von Douglas und Lockheed. Boeing entschied sich deshalb, einen Jet-Prototyp auf eigene Rechnung zu bauen. Das Projekt lief intern als Modell 367-80, schnell wurde daraus die „Dash 80“. Die Kosten lagen bei rund 16 Millionen US-Dollar – für das Unternehmen damals ein enormes Risiko.

Der Prototyp mit dem Kennzeichen N70700 rollte am 15. Mai 1954 aus der Halle und flog am 15. Juli 1954 zum ersten Mal. Er hatte vier JT3-Triebwerke an Pylonen unter einem gepfeilten Flügel – genau das Konzept, das die 707 später berühmt machte. Ein Detail unterschied ihn aber deutlich: Der Rumpf der Dash 80 war mit 132 Zoll (rund 3,35 m) schmaler als der der späteren Serienmaschine.

Legendär ist der Auftritt vom 6. August 1955: Bei einer Vorführung über dem Lake Washington in Seattle, anlässlich der Seafair-Wasserrennen, flog Testpilot Tex Johnston mit der Dash 80 eine Fassrolle vor Publikum und Airline-Managern. Die Aktion war nicht abgesprochen, sorgte aber für enorme Aufmerksamkeit.

Der erste Kunde der Dash 80 war allerdings nicht eine Airline, sondern die US Air Force. Aus dem Prototyp entwickelte Boeing parallel zwei Linien: den Tanker KC-135 Stratotanker und das Verkehrsflugzeug 707. Beide sehen sich ähnlich, sind aber eigenständige Konstruktionen mit unterschiedlichem Rumpf. Für die Airlines verbreiterte Boeing den Rumpf auf 148 Zoll (rund 3,76 m), um sechs Sitze pro Reihe bequem unterzubringen – auch als Antwort auf die konkurrierende Douglas DC-8.

Die Dash 80 diente noch jahrelang als Testflugzeug und wurde 1972 dem Smithsonian übergeben. Heute steht sie im Steven F. Udvar-Hazy Center bei Washington, D.C.

Von Pan Am bis Qantas: die 707-120 im Liniendienst

Im Oktober 1955 bestellte Pan Am als Erstkunde 20 Boeing 707 und setzte gleichzeitig auch auf die DC-8. Weitere US-Airlines folgten schnell: American Airlines orderte 30 Maschinen, TWA im Februar 1956 acht. Die Pan-Am-Maschinen trugen die Kundenbezeichnung 707-121, die von American 707-123 – an diesen Kundennummern erkennst du bis heute, für wen eine frühe 707 gebaut wurde.

Die erste Serien-707-120 flog am 20. Dezember 1957. Die US-Luftfahrtbehörde erteilte die Zulassung am 18. September 1958, und am 26. Oktober 1958 startete Pan Am den ersten Linienflug: von New York-Idlewild, dem heutigen JFK, nach Paris-Le Bourget, mit einem Tankstopp im kanadischen Gander. Die britische BOAC war mit der überarbeiteten Comet 4 wenige Wochen früher über den Atlantik geflogen – den Markt eroberte aber die 707. Mehr zur Airline liest du in Pan Am – Aufstieg und Fall einer Legende, und wer heute am JFK spotten will, findet Tipps in Planespotting in New York.

American Airlines nahm im Januar 1959 den Inlandsverkehr mit der 707 auf und verband damit die Ost- mit der Westküste. Auch Continental Airlines und Western Airlines flogen die -120; an Western ging im Mai 1960 die letzte gebaute 707-120.

Einen Sonderweg ging Qantas. Die Australier brauchten Reichweite auf langen Pazifiketappen und bestellten deshalb eine verkürzte Version, die 707-138. Boeing nahm dafür Rumpfspanten vor und hinter dem Flügel heraus, was Gewicht sparte. Sieben Maschinen wurden zwischen Juni und September 1959 ausgeliefert. Für die texanische Braniff entstand außerdem die 707-220 mit stärkeren JT4A-Triebwerken für heiße, hochgelegene Flughäfen; davon wurden nur vier ausgeliefert.

Kundennummern lesen lernen

Die letzten beiden Ziffern einer frühen 707-Bezeichnung verraten den Erstkunden: -121 steht für Pan Am, -123 für American, -138 für Qantas. Wer alte Fotos oder Museumsschilder liest, kann so sofort einordnen, für wen die Maschine einst gebaut wurde.

Turbojet oder Turbofan: 707-120 und 707-120B

Die ersten 707 waren laut und durstig. Die JT3C-Turbojets brauchten beim Start Wassereinspritzung für zusätzlichen Schub und hinterließen dabei die typischen dunklen Abgasfahnen, die man von alten Fotos kennt. Pratt & Whitney entwickelte daraus das JT3D, eines der ersten Turbofan-Triebwerke im Verkehrsflugzeugbau. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu Pratt & Whitney.

Mit dem JT3D entstand die 707-120B, die am 22. Juni 1960 zum ersten Mal flog. Mehr Schub und weniger Verbrauch brachten ein höheres Startgewicht von rund 117 Tonnen und eine Reichweite von rund 6.700 Kilometern. Boeing baute 72 Exemplare der -120B für American und TWA, dazu sechs verkürzte 707-138B für Qantas. Außerdem wurden bereits ausgelieferte -120 nachträglich auf Turbofans umgerüstet. Wie du Turbojet- und Turbofan-Gondeln auseinanderhältst, zeigt der Ratgeber Triebwerke erkennen.

Merkmal 707-120 707-120B
Triebwerk 4 × JT3C-6 (Turbojet) 4 × JT3D (Turbofan)
Erstflug 20. Dezember 1957 22. Juni 1960
Max. Startgewicht rund 112 t rund 117 t
Reichweite rund 5.600 km rund 6.700 km
Triebwerksgondeln lang und schlank kürzer und dicker, größerer Einlass
Gebaut 56 plus 7 × -138 72 plus 6 × -138B

Ein zweites Detail betrifft das Leitwerk. Bei Testflügen zeigte die 707 eine Neigung zum sogenannten Dutch Roll, einer Pendelbewegung um Hoch- und Längsachse. Tex Johnston empfahl eine höhere Seitenflosse, ein kraftunterstütztes Seitenruder und eine kleine Bauchflosse unter dem Heck. Boeing führte die höhere Flosse ein und rüstete sie bei vielen früheren Maschinen nach. Auf Fotos aus den ersten Betriebsjahren siehst du deshalb manchmal 707 mit auffällig niedrigem Seitenleitwerk.

707-120 oder 707-320?

Die häufigste Verwechslung innerhalb der Familie betrifft die größere 707-320 Intercontinental. Sie ging 1959 in den Liniendienst und war die echte Langstreckenversion: längerer Rumpf, größerer Flügel mit mehr Treibstoff und damit Nonstop-Reichweite über den Atlantik. Spätestens mit den Turbofan-Versionen -320B und -320C wurde sie zur meistgebauten 707.

Merkmal 707-120 707-320B/C
ICAO-Typcode B701 B703
Länge 44,22 m rund 46,6 m
Spannweite 39,88 m rund 44,4 m
Einsatzprofil Inland, Transatlantik mit Zwischenstopp Interkontinental nonstop
Typischer Erstkunde Pan Am, American, TWA Pan Am, später viele internationale Airlines

Im Bild wirkt die -120 kompakter: Rumpf und Flügel sind kürzer, die Flügelspitzen enden weniger weit außen. Ohne direkten Vergleich ist das aber schwer zu beurteilen. Am sichersten hilft das Kennzeichen oder, im Museum, die Typtafel.

Auch die Boeing 720 ist eng verwandt. Sie ist eine verkürzte, leichtere Ableitung der 707-120 für Mittelstrecken und wurde ursprünglich als 707-020 bezeichnet. Von außen ähnelt sie der -120 stark, ist aber noch etwas kürzer.

Schnellbestimmung: früher Vierstrahler

Drei Fragen, eine Einschätzung. Kennzeichen oder Typtafel bleiben die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Boeing 707-120 oder 720

Einzeln aufgehängte Triebwerke, die Antennennadel an der Flosse und ein kompakter Rumpf sprechen für eine frühe 707. Prüf das Kennzeichen, um -120, -120B, -138 und 720 auseinanderzuhalten.

Wahrscheinlich

Boeing 707-320

Langer Rumpf und großer Flügel deuten auf die Intercontinental-Version. Die Antennennadel an der Flosse bleibt dir als 707-Merkmal erhalten.

Möglich

Douglas DC-8

Die DC-8 hat ebenfalls vier Triebwerke an Pylonen, aber eine rundere Nase und keine Antennennadel an der Seitenflosse.

Wahrscheinlich

Vickers VC10 oder Iljuschin Il-62

Vier Hecktriebwerke mit T-Leitwerk sind ein ganz anderes Konzept. Mehr dazu auf der Seite zur Vickers VC10.

Wahrscheinlich

De Havilland Comet

In die Flügelwurzel eingebaute Triebwerke sind das Kennzeichen der Comet und ihrer militärischen Ableitung Nimrod.

Wie du solche Merkmale systematisch abklopfst, erklärt der Einstieg Flugzeugtypen erkennen für Anfänger. Die ganze Familiengeschichte von der Dash 80 bis zu den letzten Militärversionen erzählt der Beitrag Die Geschichte der Boeing 707.

Air Force One und militärische Ableitungen

Die frühe 707 hat auch eine politische Karriere. Die US Air Force beschaffte Ende der 1950er-Jahre mehrere Maschinen auf Basis der 707-120 (Boeing-Modell 707-153) als VC-137 für Regierungs- und Präsidentenflüge. Sie waren die ersten Jets, die als Air Force One dienten. Die heute bekanntere Präsidentenmaschine SAM 26000 basierte dagegen schon auf der größeren 707-320B.

Viele spätere Militärflugzeuge stammen ebenfalls aus der 707-Familie, allerdings meist von der -320B. Dazu gehört das Frühwarnflugzeug E-3 Sentry AWACS mit seinem markanten Radarpilz. Wie du solche Sondermuster einordnest, liest du in AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge erkennen.

Wo du die 707-120 heute noch siehst

Im Flugbetrieb praktisch nirgends. Die -120 und -120B verschwanden schon vor Jahrzehnten aus den Flotten der großen Airlines, als leisere und sparsamere Jets kamen. Auch die übrigen 707-Versionen sind aus dem zivilen Passagierdienst verschwunden; in Iran endete der Einsatz bei Linienairlines im Jahr 2013, der letzte zivile Betrieb Anfang 2019. Wer eine Ur-707 sehen will, plant deshalb einen Museumsbesuch.

Ort Was du siehst Hinweis
Udvar-Hazy Center bei Washington, D.C. Prototyp 367-80 „Dash 80“ (N70700) Smithsonian, Teil des National Air and Space Museum
Museum of Flight, Seattle VC-137B „SAM 970“, frühe Präsidentenmaschine auf 707-120-Basis Am Boeing Field, direkt neben aktivem Flugbetrieb
Deutsches Museum, München Cockpit und Frontsektion einer 707 von American Airlines (1959) Ausstellung Moderne Luftfahrt auf der Museumsinsel
Qantas Founders Museum, Longreach (Australien) Kurze 707-138, 1959 als VH-EBA „City of Canberra“ geliefert, später auf Turbofans umgerüstet (heute VH-XBA) Erster Jet von Qantas, 2006 nach Australien zurückgekehrt

Für Spotter aus dem deutschsprachigen Raum ist das Deutsche Museum München der naheliegende Startpunkt. In der Ausstellung Moderne Luftfahrt steht die Frontsektion einer 707 von American Airlines aus dem Jahr 1959 – also aus der Zeit, als American ihre ersten 707-120 in Dienst stellte. Ein komplettes Flugzeug ist es nicht, aber das Cockpit zeigt eindrucksvoll, wie viel Handarbeit im frühen Jetzeitalter im Cockpit steckte.

Am Boeing Field in Seattle kannst du Museumsbesuch und Spotting verbinden: Das Museum of Flight liegt direkt am Flughafen, Tipps zum Standort findest du beim Spot Museum of Flight am Boeing Field. Öffnungszeiten und Zugang zu einzelnen Ausstellungsstücken prüfst du vor einer Reise am besten direkt beim Museum.

Ausstellungen ändern sich

Museumsflugzeuge werden restauriert, umgestellt oder zeitweise eingelagert. Verlass dich nicht auf ältere Reiseberichte, sondern prüf vor deinem Besuch, ob das gesuchte Exemplar gerade zugänglich ist.

Klassiker auf die Wunschliste

Setz die 707 und ihre Verwandten auf deine Wunschliste in Planetrack und hak jede Sichtung im Hangar ab – vom Museumsstück bis zum seltenen Gast am Flughafen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Tipps: Klassiker gezielt jagen

Eine 707-120 wirst du nicht zufällig am Zaun erwischen. Allgemeine Tipps für Klassiker liefert Oldtimer am Himmel erkennen. Umso wichtiger ist die Planung, wenn du die Ur-707 in deine Sammlung holen willst.

Bereit für die 707-Tour?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich weiß, welches Museum das gesuchte Exemplar zeigt und ob es gerade zugänglich ist.
  • Ich kenne Kennzeichen oder Seriennummer der Maschine für mein Logbuch.
  • Ich habe geprüft, ob Fotografieren in der Ausstellung erlaubt ist.
  • Ich habe ein Weitwinkel für enge Hallen dabei.
  • Bei Museen an Flughäfen kenne ich die aktuelle Betriebsrichtung für ein paar Bonusbilder.

Mehr Ideen für die Jagd nach Raritäten findest du in Seltene Flugzeuge spotten. Wer sich für die Farbgebungen der frühen Jet-Ära interessiert – Pan Ams Globus-Logo, Americans polierte Metallrümpfe –, wird bei den legendären Airline-Lackierungen fündig.

Fototipps für Museums-707

Triebwerke ins Zentrum

Die Gondeln verraten die Version. Eine Aufnahme schräg von vorn zeigt Pylone, Einlässe und Flügelpfeilung zugleich und macht den Unterschied zwischen Turbojet und Turbofan sichtbar.

Seitenflosse von der Seite

Die Antennennadel an der Flossenspitze und, falls vorhanden, die Bauchflosse unter dem Heck sind typische 707-Details. Ein sauberes Profilbild dokumentiert beides.

Licht in der Halle

In Ausstellungshallen ist das Licht oft gemischt. Ein manueller Weißabgleich und eine ruhige Hand oder Abstützung helfen mehr als ein langes Tele.

Für Aufnahmen im Freien, etwa am Boeing Field, lohnt ein Blick in Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Welche Brennweite wofür taugt, erklärt Objektiv und Brennweite fürs Planespotting.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für eine 707-120, wenn …

  • vier Triebwerke einzeln an Pylonen unter einem stark gepfeilten Flügel hängen
  • vorn an der Flossenspitze eine Antennennadel nach vorn ragt
  • der Rumpf mit rund 44 m vergleichsweise kurz wirkt
  • Kennzeichen oder Typtafel eine frühe Kundennummer wie -121, -123 oder -138 nennen

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Rumpf noch kürzer wirkt – dann kann es eine 707-138 oder eine Boeing 720 sein
  • die Triebwerksgondeln kurz und dick sind – dann ist es eine -120B oder umgerüstete Maschine
  • die Maschine militärisch lackiert ist – dann könnte es eine VC-137 oder ein C-135-Verwandter sein

Es ist keine 707-120, wenn …

  • Rumpf und Flügel deutlich länger sind – dann ist es eine 707-320
  • die Nase rund und die Flosse ohne Antennennadel ist – dann ist es eine DC-8
  • die Triebwerke im Flügel stecken – dann ist es eine Comet
  • zwei Triebwerke am Heck sitzen – dann bist du bei der Caravelle

Fazit

Die 707-120 ist das Flugzeug, mit dem der Düsenjet vom Prestigeprojekt zum Alltagsverkehrsmittel wurde. Aus Boeings riskanter Wette mit der Dash 80 entstand 1957 die erste Serien-707, und ab Oktober 1958 flog Pan Am damit über den Atlantik. Schon wenige Jahre später überholten Turbofans und die größere 707-320 die Ur-Version, und heute existiert sie nur noch als Museumsstück. Für Spotter ist sie damit ein Typ für die Reiseplanung: München für das Cockpit, Seattle und Washington für die großen Stücke der Geschichte.

Kurzfazit

Vier Triebwerke einzeln an Pylonen, Antennennadel an der Flosse, kompakter Rumpf von gut 44 m: Das ist die 707-120. Wer sie sehen will, fährt ins Museum – und erlebt dort den Anfang des Jetzeitalters aus nächster Nähe.

Zusammenfassung

  • Boeing ließ den Prototyp 367-80 am 15. Juli 1954 fliegen; daraus entstanden parallel der Tanker KC-135 und das Verkehrsflugzeug 707.
  • Die erste Serien-707-120 flog am 20. Dezember 1957, die Zulassung folgte im September 1958, der erste Linienflug am 26. Oktober 1958 bei Pan Am von New York nach Paris.
  • Gebaut wurden 56 Exemplare der 707-120 und sieben verkürzte 707-138 für Qantas, dazu 72 Turbofan-Maschinen der 707-120B und sechs 707-138B.
  • Die größere 707-320 Intercontinental mit längerem Rumpf und größerem Flügel löste die -120 auf den echten Langstrecken schnell ab.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die Boeing 707-120?

Die 707-120 und ihre Turbofan-Version -120B laufen unter B701, also der 707-100-Familie. Die größere 707-320 ist als B703 erfasst, die abgeleitete Boeing 720 als B720. Aktive B701 wirst du in Tracking-Diensten heute praktisch nicht mehr finden.

War die 707 das erste Düsenverkehrsflugzeug der Welt?

Nein. Diese Rolle gehört der britischen de Havilland Comet, die schon 1952 Passagiere beförderte. Nach mehreren Unglücken kam die Comet aber erst in überarbeiteter Form zurück. Die 707 war das erste wirtschaftlich erfolgreiche Düsenverkehrsflugzeug aus den USA und gilt deshalb als der eigentliche Startschuss des Jetzeitalters.

Was ist die „Dash 80“?

Der Prototyp Boeing 367-80 mit dem Kennzeichen N70700. Boeing baute ihn auf eigene Kosten, Rollout war im Mai 1954, der Erstflug am 15. Juli 1954. Berühmt wurde die Maschine, als Testpilot Tex Johnston mit ihr im August 1955 über dem Lake Washington bei Seattle eine Fassrolle flog. Seit 1972 gehört die Dash 80 dem Smithsonian und steht heute im Steven F. Udvar-Hazy Center bei Washington.

Wie unterscheide ich die 707-120 von der 707-320?

Die -320 Intercontinental hat einen längeren Rumpf und einen größeren Flügel mit mehr Tankvolumen. Bei der verbreiteten 707-320B/C liegt die Spannweite bei gut 44 m statt knapp 40 m, die Länge bei rund 46,6 m statt 44,2 m. Im Bild wirkt die -120 dadurch kürzer und kompakter. Sicher klärt das am Ende nur das Kennzeichen.

Was ist der Unterschied zwischen 707-120 und 707-120B?

Die ursprüngliche -120 flog mit JT3C-Turbojets, die laut und durstig waren. Die -120B, Erstflug im Juni 1960, bekam JT3D-Turbofans mit mehr Schub und weniger Verbrauch. Dadurch stiegen Startgewicht und Reichweite. Von außen verraten die kürzeren, dickeren Triebwerksgondeln die B-Version.

Was ist die 707-138?

Eine um einige Rumpfspanten verkürzte Version der -120, gebaut für Qantas. Der kürzere Rumpf sparte Gewicht und brachte mehr Reichweite für die langen Etappen der Australier. Sieben 707-138 wurden 1959 ausgeliefert, dazu später sechs 707-138B mit Turbofans.

Ist die Air Force One eine 707-120?

Teilweise. Die ersten Jets für den US-Präsidenten waren VC-137 auf Basis der frühen 707-120 (Boeing-Modell 707-153). Die bekannte Air Force One mit der Kennung SAM 26000 basierte dagegen auf der größeren 707-320B.

Flog Lufthansa die 707-120?

Nein. Lufthansa stieg 1960 mit der größeren 707-430 in das Jetzeitalter ein, einer Intercontinental-Version mit Rolls-Royce-Triebwerken. Die 707-120 war vor allem bei US-Airlines wie Pan Am, American, TWA, Continental und Western im Einsatz, dazu bei Qantas in der verkürzten -138-Version.

Boeing 707-120 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Verwandte Flugzeugtypen

Historisch

Boeing 707-320 Intercontinental

Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.

Historisch

Boeing 720

Etwas kürzer, leichter und mit überarbeitetem Flügel: Die Boeing 720 war die Mittelstrecken-Ableitung der 707. United, Western und auch Lufthansa flogen sie, Pratt & Whitney Canada testete damit bis 2010 Triebwerke. So erkennst du den seltenen Vierstrahler und erfährst, wo er heute steht.

Militär

Boeing VC-137 (Air Force One)

Blau, Silber und Weiß, darüber in großen Lettern „United States of America“: Die Boeing VC-137 war die erste Jet-Generation der Air Force One. Hier erfährst du die Geschichte von SAM 970, SAM 26000 und SAM 27000 – und wo du sie heute besichtigst.

Historisch

Douglas DC-8

Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.

Historisch

De Havilland DH.106 Comet

Vier Triebwerke versteckt in den Flügelwurzeln, eine schlanke Nase und ein Kapitel Luftfahrtgeschichte, das Triumph und Tragödie vereint: Die De Havilland Comet eröffnete 1952 das Jetzeitalter im Linienverkehr. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo sie heute steht.

Militär

Boeing KC-135 Stratotanker

Schmaler Rumpf, vier dicke Triebwerke, ein langer Ausleger unter dem Heck: Die KC-135 Stratotanker betankt seit 1957 die Flugzeuge der US Air Force – und ist bis heute der häufigste Tanker der Welt. So erkennst du die Varianten und wo du sie in Europa erwischst.

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du die Boeing 707-120 siehst

Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Passende Guides aus dem Blog

TT

Planetrack Redaktion

Die Flugzeugtypen-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung an Flughäfen, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Flugzeugtypen von Boeing