Das Wichtigste in Kürze
- IATA YYZ, ICAO CYYZ: Kanadas größter Flughafen, 2025 mit rund 47,3 Millionen Passagieren.
- Fünf Bahnen in drei Richtungen: drei Ost-West-Bahnen (05/23, 06L/24R, 06R/24L) und zwei Nord-Süd-Bahnen (15L/33R, 15R/33L).
- Wichtigstes Drehkreuz von Air Canada – mit 777, 787, A330 und A220 sowie einem dichten Regional- und Leisure-Netz.
- Zwei Terminals, klar getrennt: Terminal 1 für Air Canada und die Star Alliance, Terminal 3 für WestJet, Porter, Air Transat, Flair und SkyTeam.
- Kein Besucherhügel: Spotter stehen an öffentlichen Straßen rund um die Bahnenden – die Windrichtung entscheidet, wo es sich lohnt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Feld bei Malton zum Tor nach Kanada
- 7.Fünf Bahnen, drei Richtungen
- 8.Betriebsrichtung: 23 und 24 oder 05 und 06?
- 9.Air Canada prägt das Bild
- 10.Zwei Terminals, zwei Welten
- 11.Was es in Europa selten gibt
- 12.Kanadische Kennzeichen lesen
- 13.Spotten ohne Besucherhügel
- 14.Winterbetrieb: Schnee, Eis und Enteisung
- 15.Fracht, Unfälle und Sicherheit
- 16.Toronto im Vergleich
- 17.Fazit
- 18.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | YYZ |
|---|---|
| ICAO-Code | CYYZ |
| Betreiber | Greater Toronto Airports Authority (GTAA) – betreibt den Flughafen seit 1996; Eigentümer des Geländes ist der kanadische Staat über Transport Canada |
| Lage | Rund 20 km nordwestlich der Innenstadt von Toronto, überwiegend auf dem Gebiet der Stadt Mississauga, ein kleiner Teil gehört zu Etobicoke |
| Höhe | Rund 173 m über dem Meeresspiegel |
| Start- und Landebahnen | Fünf Bahnen: 05/23 (3.390 m), 06L/24R (2.956 m), 06R/24L (2.743 m) in Ost-West-Lage sowie 15L/33R (3.368 m) und 15R/33L (2.770 m) in Nord-Süd-Lage |
| Passagierterminals | Terminal 1 (seit 2004) und Terminal 3 (seit 1991), verbunden durch den fahrerlosen Terminal Link; dazu der Infield Concourse als Erweiterung von Terminal 3 |
| Wichtigster Nutzer | Air Canada – wichtigstes Drehkreuz der Airline, dazu Air Canada Rouge und die Regionalflüge von Air Canada Express |
| Weitere Basen | Drehkreuz von WestJet und Porter Airlines, Schwerpunkt von Air Transat, Basis von Flair Airlines |
| Verkehr 2025 | Rund 47,3 Mio. Passagiere, gut 390.000 Flugbewegungen, rund 440.000 t Fracht |
| Anbindung | Union Pearson Express ab Terminal 1 zur Union Station in rund 28 Minuten; Terminal Link zwischen den Terminals rund um die Uhr und kostenlos |
| Für Spotter relevant | Kein offizieller Besucherhügel – gespottet wird an öffentlichen Straßen und Grünflächen rund um die Bahnenden, vor allem an der 05/23 und der 06R/24L |
| Offizielle Website | www.torontopearson.com |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Toronto Pearson aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Toronto Pearson
- Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – bei Westwind landen die Maschinen meist auf den 23er- und 24er-Bahnen, bei Ostwind auf den 05er- und 06er-Bahnen
- Eine Boeing 777-300ER von Air Canada in der schwarz-weißen Lackierung beim Anflug erwischt
- Eine Boeing 787 von Air Canada und eine von WestJet am selben Tag notiert
- Einen Airbus A220-300 von Air Canada fotografiert – die Baureihe stammt ursprünglich aus der Entwicklung von Bombardier in Kanada
- Eine Embraer E195-E2 von Porter gesehen – an europäischen Flughäfen selten in dieser Dichte
- Eine Dash 8 oder einen CRJ von Air Canada Express im Regionalverkehr festgehalten
- Ein kanadisches Kennzeichen mit dem Präfix C-F oder C-G korrekt notiert
- Im Winter eine Maschine in der Enteisungsanlage beobachtet
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Air-Canada-Drehkreuz mit 777, 787, A330 und A220 in hoher Dichte
- Großer Mix nordamerikanischer Typen, die du in Europa selten in dieser Dichte siehst – E195-E2, Dash 8, CRJ, E175
- Fünf Bahnen in drei Richtungen – bei jeder Windrichtung findet sich ein Anflug
- Viele internationale Langstreckenairlines aus Europa, Asien und dem Nahen Osten
- Direkte Bahnverbindung aus der Innenstadt mit dem Union Pearson Express
Wo es hakt
- Kein offizieller Spotterbereich – die bekannten Plätze liegen an Straßen und Grünstreifen
- Die meisten guten Standorte erreichst du praktisch nur mit dem Auto oder Fahrrad
- Lange, kalte Winter mit viel Schnee, im Sommer Hitze und wenig Schatten
- Welche Bahn gerade genutzt wird, wechselt je nach Wind und Verkehr häufig
- Polizei und Sicherheitsdienst schauen bei Fotografen in Zaunnähe genau hin
Wer zum ersten Mal in Toronto spottet, merkt schnell, dass hier vieles anders läuft als in Frankfurt oder München. Die Kennzeichen beginnen mit C-, die Regionalflieger tragen Propeller von De Havilland Canada, und der kanadische Platzhirsch schickt seine Boeing 777 im Minutentakt über die Bahn. Pearson ist der größte Flughafen Kanadas und das wichtigste Drehkreuz von Air Canada – und mit fünf Bahnen in drei Richtungen ein Flughafen, an dem du die Windrichtung kennen musst, bevor du losfährst.
Dein YYZ-Logbuch in einer App
Kanadische Kennzeichen, Airline, Typ und Spot zu jeder Sichtung festhalten und später wiederfinden – dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Feld bei Malton zum Tor nach Kanada
Die Geschichte des Flughafens beginnt in den späten 1930er-Jahren. Die kanadische Regierung sagte damals zu, im Raum Toronto zwei Flughäfen zu unterstützen: einen auf den Inseln vor der Innenstadt – den heutigen Billy Bishop Airport – und einen auf dem Land bei Malton, nordwestlich der Stadt. Am 29. August 1939 landete dort eine DC-3 der Trans-Canada Air Lines zum ersten Linienflug. Aus dieser Airline ist später Air Canada geworden, die bis heute am selben Ort ihr wichtigstes Drehkreuz betreibt.
Im Zweiten Weltkrieg diente der Platz der Royal Canadian Air Force als Ausbildungsstation. 1958 übernahm der Bund den Flughafen von der Stadt Toronto, 1984 bekam er den Namen des früheren Premierministers Lester B. Pearson, der 1957 den Friedensnobelpreis erhalten hatte. Seit 1996 betreibt die Greater Toronto Airports Authority (GTAA) den Flughafen; das Gelände gehört weiterhin dem Staat.
Der Code YYZ ist übrigens kein Kürzel für Toronto. Fast alle großen kanadischen Flughäfen tragen IATA-Codes mit einem Y am Anfang – Montreal-Trudeau ist YUL, Vancouver YVR, Calgary YYC. Unter Musikfans ist YYZ zusätzlich als Titel eines Instrumentalstücks der kanadischen Band Rush bekannt.
Fünf Bahnen, drei Richtungen
Das Bahnsystem ist das Erste, was du verstehen musst. Pearson hat drei Bahnen, die grob in Ost-West-Richtung liegen, und zwei, die grob von Nord nach Süd verlaufen. Die Terminals liegen in der Mitte des Geländes, umgeben von den Bahnen. Für Spotter heißt das: Je nach Wind werden ganz unterschiedliche Ecken des Flughafens interessant.
| Bahn | Länge (gerundet) | Ausrichtung | Was das für dich bedeutet |
|---|---|---|---|
| 05/23 | 3.390 m | Ost-West | Längste Bahn – laut Spotterberichten eine gute Chance auf große Langstreckenflugzeuge |
| 06L/24R | 2.956 m | Ost-West | Teil des Parallelbahnsystems für den dichten Tagesbetrieb |
| 06R/24L | 2.743 m | Ost-West, parallel zur 06L/24R | Beliebter Anflug für Fotos aus kurzer Distanz |
| 15L/33R | 3.368 m | Nord-Süd | Kommt vor allem bei Nord- oder Südwind zum Einsatz |
| 15R/33L | 2.770 m | Nord-Süd, parallel zur 15L/33R | Ergänzung, wenn der Seitenwind auf den Ost-West-Bahnen zu stark wird |
Welche Bahn gerade welche Rolle spielt, legt die Flugsicherung nach Wind, Wetter und Verkehrsaufkommen fest. Schau dir vor dem ersten Besuch eine Karte des Geländes an und verfolge live in einer Flugverfolgung, wo gerade gelandet wird. Wie das in der Praxis klappt, erklärt der Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Betriebsrichtung: 23 und 24 oder 05 und 06?
Flugzeuge starten und landen gegen den Wind. Im Süden Ontarios weht er häufig aus westlichen Richtungen – dann laufen die Bewegungen auf den 23er- und 24er-Bahnen: Die Maschinen kommen von Nordosten herein und starten Richtung Südwesten. Dreht der Wind auf Ost, wechselt das Bild, und die Anflüge kommen von der anderen Seite über die 05 und die 06er-Bahnen. Bei kräftigem Nord- oder Südwind kommen die beiden 15/33-Bahnen ins Spiel.
Für dich bedeutet das: Ein Standort, der heute perfekt ist, kann morgen völlig leer bleiben. Plane deinen Spot deshalb immer erst nach einem Blick auf Windvorhersage und aktuelle Flugbewegungen. Die Grundlagen stehen im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Licht und Bahn zusammen denken
Toronto liegt auf der Nordhalbkugel, die Sonne steht mittags im Süden. An den Ost-West-Bahnen hast du nördlich der Bahn tagsüber das Licht im Rücken, südlich davon fotografierst du um die Mittagszeit gegen die Sonne. Im Winter steht die Sonne flach, im Sommer hoch und hart. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot planst du das vorher.
Air Canada prägt das Bild
Pearson ist das wichtigste der drei großen Drehkreuze von Air Canada – neben Montreal-Trudeau und Vancouver. Die Airline ist Gründungsmitglied der Star Alliance und fliegt von Toronto aus quer durch Kanada, in die USA, nach Europa, Asien, Südamerika und in die Karibik. Entsprechend dicht ist die Großraumflotte am Platz: Die Boeing 777-300ER fliegt die langen Strecken, die 787-9 und die kleinere 787-8 ergänzen das Netz, dazu kommt der Airbus A330-300.
Auf der Kurz- und Mittelstrecke siehst du Air Canada mit dem Airbus A220-300, der A320-Familie bis zum A321 und der Boeing 737 MAX 8. Für die Flottenerneuerung hat die Airline unter anderem den A321XLR und die 787-10 bestellt. Der A220 hat für Kanada eine besondere Bedeutung: Er wurde als CSeries von Bombardier entwickelt, bevor Airbus das Programm übernahm.
Zur Air-Canada-Familie gehören außerdem die Ferientochter Air Canada Rouge und die Regionalmarke Air Canada Express. Deren Flüge führen vor allem Jazz Aviation und PAL Airlines durch – mit Propellerflugzeugen der Dash-8-Familie und Regionaljets wie der CRJ900.
777 und 787 im Blick behalten
Mit Planetrack setzt du Typen, Airlines und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und bekommst einen Sichtungs-Alarm, wenn sie anfliegen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Zwei Terminals, zwei Welten
Pearson hat heute zwei Passagierterminals. Das alte Terminal 2 und das ringförmige Aeroquay-Terminal sind längst verschwunden. Terminal 1 öffnete 2004 und ist das Haus von Air Canada, ihren Töchtern und den meisten Star-Alliance-Partnern; auch weitere internationale Airlines wie Emirates fertigen dort ab. Ein eigener Bereich dient dem Verkehr in die USA: Passagiere durchlaufen die US-Einreisekontrolle schon in Toronto und landen in den Staaten wie auf einem Inlandsflug.
Terminal 3 stammt aus dem Jahr 1991 und war früher das Drehkreuz von Canadian Airlines International. Heute fertigen dort WestJet, Porter, Air Transat und Flair Airlines ab, dazu die Gesellschaften der SkyTeam wie Delta und viele Mitglieder von oneworld wie American Airlines. Der Infield Concourse zwischen den Bahnen ergänzt Terminal 3 in Spitzenzeiten; Passagiere fahren mit dem Bus dorthin.
| Terminal | Hauptnutzer | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| Terminal 1 | Air Canada, Rouge, Air Canada Express, Star Alliance, weitere internationale Airlines | 777, 787, A330, A220, A320-Familie, Dash 8, CRJ |
| Terminal 3 | WestJet, Porter, Air Transat, Flair, SkyTeam, viele oneworld-Airlines | 737 MAX, 787, E195-E2, A321neo, A330 |
| Infield Concourse | Erweiterung von Terminal 3 in Spitzenzeiten | Schmalrumpfjets an Außenpositionen |
| Frachtbereiche | Integratoren und Frachtairlines | Frachter und Großraumflugzeuge an den Frachtpositionen |
Was es in Europa selten gibt
Der eigentliche Reiz von Pearson für europäische Spotter liegt im Flugzeugmix. Porter Airlines, lange nur mit Turboprops am Stadtflughafen Billy Bishop unterwegs, hat mit der Embraer E195-E2 eine große Jetflotte aufgebaut und Pearson zu einem ihrer Drehkreuze gemacht. Die Dash 8-400, mit der Porter bekannt wurde, siehst du in Toronto vor allem am Stadtflughafen – an Pearson tauchen Dash 8 dagegen vor allem bei Air Canada Express auf.
WestJet aus Calgary fliegt mit 737 MAX 8, älteren 737-Mustern und der Boeing 787-9. Die Ferienairline Air Transat aus Montreal ist mit Airbus-Mustern vertreten, die Ultra-Low-Cost-Airline Flair mit der 737 MAX. Aus den USA kommen die großen Netzwerkairlines mit ihren Regionalpartnern, darunter Delta Connection, United Express und American Eagle. So bekommst du an einem einzigen Tag Muster wie Embraer E175, CRJ und Dash 8 in einer Dichte vor die Linse, die an deutschen Flughäfen selten ist. Wie du die Embraer-Familie auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Embraer E-Jets unterscheiden.
Dazu kommen Langstreckenairlines aus Europa, dem Nahen Osten und Asien – unter anderem Lufthansa. Welche Gäste gerade kommen und mit welchem Gerät, hängt vom aktuellen Flugplan ab. Wie du 777 und 787 sicher auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Boeing 777 und 787 unterscheiden.
Kanadische Kennzeichen lesen
Kanadische Zivilflugzeuge tragen Kennzeichen, die mit C- beginnen, gefolgt von vier Buchstaben – bei Airlinern meist C-F… oder C-G…. Weil Air Canada, WestJet und Porter große Flotten derselben Muster betreiben, ist das Kennzeichen oft das einzige Merkmal, das zwei Sichtungen voneinander trennt. Schreib es deshalb immer mit, auch wenn du nur schnell ein Belegfoto machst. Grundlagen zu Präfixen und Systematik stehen im Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen.
Ein Sonderfall sind die vielen Flüge aus den USA: Regionaljets von Delta Connection, United Express oder American Eagle tragen US-Kennzeichen, die mit N beginnen – auch wenn sie in Toronto genauso alltäglich sind wie die kanadischen Maschinen. Und Leasingflugzeuge können zwischendurch in anderen Registern stehen – ein Blick auf das Heck lohnt sich also immer.
Spotten ohne Besucherhügel
Eine offizielle Aussichtsterrasse oder einen Besucherpark wie in München hat Pearson nicht. Die Spotterszene in Toronto nutzt stattdessen öffentliche Straßen, Gehwege und Grünflächen rund um die Bahnenden. Laut Spotterführern und lokalen Berichten sind vor allem zwei Bereiche beliebt:
- Unter dem Anflug der 05/23: An den Straßen nordöstlich und südwestlich der längsten Bahn kommen die Maschinen tief herein. Bei Westwind ist die nordöstliche Seite gefragt, wo die Flugzeuge auf die 23 zufliegen – das ist oft die beste Chance auf große Langstreckenflugzeuge.
- An der 06R/24L: An einer Straße nahe dieser Bahn gibt es eine bei Spottern bekannte Stelle mit sehr nahem Blick auf den Verkehr. Parkmöglichkeiten sind dort begrenzt; ein Teil der Plätze ist auch über Rad- und Fußwege entlang des Etobicoke Creek erreichbar.
Konkrete Adressen nennen wir hier bewusst nicht, weil sich Zugänge, Baustellen und Parkregeln immer wieder ändern. Prüf vor Ort, ob ein Platz öffentlich zugänglich ist, und weich aus, wenn Schilder oder Sicherheitspersonal etwas anderes sagen.
Wind und Betriebsrichtung prüfen
Westwind heißt meist 23 und 24, Ostwind 05 und 06. Daraus ergibt sich, an welchem Ende des Geländes du stehen solltest.
Langstrecken-Ankünfte heraussuchen
Die 777 und 787 von Air Canada sowie die internationalen Gäste kommen zu festen Zeiten. Die Ankunftstafel spart dir lange Wartezeiten.
Anreise planen
Mit dem Union Pearson Express kommst du schnell zum Terminal, zu den Bahnenden brauchst du aber Fahrrad, Auto oder lange Fußwege.
Wetter ernst nehmen
Im Winter Schnee und Wind, im Sommer Hitze ohne Schatten. Wasser, Sonnenschutz und warme Kleidung gehören je nach Saison ins Gepäck.
Kennzeichen mitschreiben
Bei vielen gleichen 737 MAX, A220 und E195-E2 trennt nur das C-Kennzeichen deine Sichtungen sauber.
Zaun bleibt Zaun – auch in Kanada
Polizei und Sicherheitsdienste rund um Pearson sprechen Fotografen in Zaunnähe regelmäßig an. Bleib auf öffentlichem Grund, blockier keine Zufahrten, park nicht auf Seitenstreifen, wo es verboten ist, und lass Drohnen in der Kontrollzone am Boden. Bleib bei Kontrollen freundlich und erklär, was du machst. Was allgemein gilt, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Winterbetrieb: Schnee, Eis und Enteisung
Pearson ist ein echter Winterflughafen. Laut verfügbaren Angaben fallen hier pro Winter im Schnitt rund 110 bis 130 Zentimeter Schnee. Damit der Betrieb trotzdem läuft, betreibt der Flughafen eine zentrale Enteisungsanlage mit mehreren Buchten, in denen gleichzeitig mehrere Flugzeuge behandelt werden können; pro Saison fertigt sie mehr als 10.000 Maschinen ab.
Für Spotter ist das eine eigene Motivwelt: Dampfende Flugzeuge, orange und grüne Flüssigkeiten, Schneepflüge im Konvoi und Starts durch aufgewirbelten Schnee. Wie Enteisung technisch abläuft, erklärt der Beitrag Enteisung von Flugzeugen; was am Boden passiert, damit die Bahnen frei bleiben, steht im Beitrag zum Winterdienst am Flughafen. Und wie du selbst bei Minusgraden durchhältst, liest du in Planespotting im Winter.
Fracht, Unfälle und Sicherheit
Neben dem Passagierverkehr ist Pearson ein großer Frachtflughafen. 2025 wurden laut verfügbaren Angaben rund 440.000 Tonnen umgeschlagen. Ein großer Teil fliegt im Bauch der Langstreckenflugzeuge mit, hinzu kommen reine Frachter, etwa von FedEx, das hier sein kanadisches Drehkreuz betreibt, und internationalen Frachtairlines aus Europa und Asien. Welche Frachter gerade regelmäßig kommen, verändert sich mit den Verträgen der Integratoren – ein Blick in die Flugverfolgung zeigt dir die aktuellen Umläufe.
Zwei Ereignisse haben den Flughafen international bekannt gemacht. Am 2. August 2005 schoss ein Airbus A340-300 der Air France bei einem schweren Gewitter über das Ende der Bahn 24L hinaus in eine Senke am Etobicoke Creek; das Flugzeug brannte aus, alle Insassen überlebten. Am 17. Februar 2025 überschlug sich bei der Landung auf Bahn 23 eine CRJ900 der Delta-Connection-Gesellschaft Endeavor Air. Auch hier überlebten alle 80 Menschen an Bord, mehrere wurden verletzt.
Toronto passt zu dir, wenn …
- du Air Canada mit 777, 787 und A220 in hoher Dichte sehen willst
- du nordamerikanische Regional- und Low-Cost-Muster sammeln möchtest
- du mobil bist und flexibel nach Windrichtung den Spot wechseln kannst
Bedingt geeignet, wenn …
- du ohne Auto oder Fahrrad unterwegs bist
- du nur im Hochwinter Zeit hast und Kälte schlecht verträgst
Eher woanders, wenn …
- du einen festen, offiziellen Aussichtspunkt mit Infrastruktur suchst
- du vor allem europäische Airlines in großer Zahl sehen willst
Toronto im Vergleich
In Nordamerika spielt Pearson in einer Liga mit den großen Drehkreuzen der USA, ist aber deutlich kleiner als der Flughafen Chicago O’Hare oder der Flughafen New York JFK. Dafür ist der Flugzeugmix kanadisch geprägt – mit Air Canada, WestJet und Porter im Mittelpunkt. Wer eine Nordamerika-Tour plant, kombiniert Toronto oft mit einem US-Flughafen; Tipps dafür stehen im Beitrag zur Planespotting-Reise in die USA.
Innerhalb Kanadas ist Vancouver das Gegenstück an der Pazifikküste – dort gibt es mit dem Larry Berg Flight Path Park sogar einen ausgewiesenen Spotterpark. Und wer aus Europa kommt, startet nach Toronto meist an einem der großen Star-Alliance-Drehkreuze wie dem Flughafen Frankfurt oder dem Flughafen München, die du dir für den Vergleich ansehen kannst. Wer sich für die kanadische Industrie hinter den Regionalfliegern interessiert, findet mehr bei De Havilland Canada.
Jeder Anflug auf YYZ zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Wetter und Pisten am Flughafen und eine Community, die deine Bilder kommentiert – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Toronto Pearson ist kein Flughafen, an dem du dich auf einen Hügel setzt und den Tag kommen lässt. Fünf Bahnen in drei Richtungen, kein offizieller Spotterbereich und ein Klima mit harten Wintern verlangen etwas Planung. Dafür bekommst du ein Drehkreuz, an dem Air Canada mit 777, 787 und A220 den Ton angibt und an dem Muster wie E195-E2, Dash 8 und CRJ zum Alltag gehören.
Wer Windrichtung, Licht und Ankunftstafel vorher prüft und die Kennzeichen sauber mitschreibt, holt aus einem Tag in Toronto eine Sichtungsliste heraus, die sich deutlich von allem unterscheidet, was du von europäischen Flughäfen kennst.
Kurzfazit
YYZ ist Kanadas größter Flughafen und das Herz von Air Canada. Ohne Besucherhügel, aber mit einem spannenden nordamerikanischen Flugzeugmix – plane nach Windrichtung und Bahn, dann lohnt sich der Weg.
Zusammenfassung
- Toronto Pearson ist das Tor nach Kanada und das wichtigste Drehkreuz von Air Canada – mit einem Flugzeugmix, der sich deutlich von Europa unterscheidet.
- Fünf Bahnen in drei Richtungen bedeuten: Je nach Wind landen die Maschinen an ganz unterschiedlichen Ecken des Geländes.
- Einen offiziellen Aussichtspunkt gibt es nicht; die beliebten Plätze liegen an Straßen und Grünstreifen nahe den Bahnenden.
- Wer Kennzeichen, Betriebsrichtung und Jahreszeit im Blick hat, kommt mit einer prall gefüllten Sichtungsliste nach Hause.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Toronto Pearson?
Der IATA-Code ist YYZ, der ICAO-Code CYYZ. Kanadische ICAO-Codes beginnen fast immer mit C. YYZ steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, CYYZ nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Toronto Pearson?
Fünf. Drei liegen in Ost-West-Richtung: 05/23 mit rund 3.390 Metern, 06L/24R mit rund 2.956 Metern und 06R/24L mit rund 2.743 Metern. Zwei verlaufen in Nord-Süd-Richtung: 15L/33R mit rund 3.368 Metern und 15R/33L mit rund 2.770 Metern.
Wer betreibt den Flughafen?
Die Greater Toronto Airports Authority (GTAA), eine nicht gewinnorientierte Gesellschaft, die den Flughafen seit 1996 im Auftrag des Bundes betreibt. Eigentümer des Geländes bleibt der kanadische Staat über Transport Canada.
Welche Airlines fliegen von welchem Terminal?
Terminal 1 ist das Haus von Air Canada, ihren Töchtern und den meisten Star-Alliance-Partnern, dazu weitere internationale Airlines. Im Terminal 3 fertigen unter anderem WestJet, Porter, Air Transat, Flair sowie die SkyTeam-Airlines und viele oneworld-Mitglieder ab. Die Zuordnung kann sich ändern – prüf sie vor dem Besuch auf der Flughafen-Website.
Gibt es am Pearson Airport eine offizielle Aussichtsplattform?
Nein, eine eigene Besucherterrasse oder einen Besucherhügel wie in München gibt es nicht. Spotter nutzen öffentliche Straßen, Gehwege und Grünflächen rund um die Bahnenden, vor allem unter dem Anflug der 05/23 und an der 06R/24L. Bleib dabei immer auf öffentlichem Grund und halte Abstand zu Zäunen und Zufahrten.
Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen?
Der Union Pearson Express fährt laut verfügbaren Angaben etwa alle 15 Minuten in rund 28 Minuten von der Union Station zum Terminal 1. Zwischen den Terminals pendelt der kostenlose Terminal Link rund um die Uhr. Die meisten Spotterplätze am Rand des Geländes erreichst du von dort aber nur mit längeren Fußwegen, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto.
Welche Flugzeugtypen sehe ich in Toronto besonders häufig?
Vor allem Muster von Air Canada: Boeing 777-300ER, 787-9, A220-300 und die A320-Familie. Dazu kommen 737 MAX 8 von WestJet und Air Canada, E195-E2 von Porter und Regionalflugzeuge wie Dash 8-400 und CRJ900.
Lohnt sich Spotting in Toronto auch im Winter?
Ja, wenn du warm angezogen bist. Pro Winter fallen laut verfügbaren Angaben rund 110 bis 130 Zentimeter Schnee, und die zentrale Enteisungsanlage behandelt in einer Saison mehr als 10.000 Flugzeuge. Klare, kalte Tage liefern oft sehr gutes Licht. Tipps zur Ausrüstung findest du im Beitrag Planespotting im Winter.
Sichtungen rund um Flughafen Toronto Pearson sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Air Canada
Kanadas größte Airline und Gründungsmitglied der Star Alliance: Drehkreuze in Toronto, Montréal und Vancouver, eine gemischte Airbus-Boeing-Flotte und ein auffälliges schwarzes Leitwerk mit rotem Ahornblatt.
RV / ROUAir Canada Rouge
Die Ferientochter von Air Canada: Seit 2013 fliegt Rouge Sonnenziele in Karibik, Mexiko und USA an. Früher kam sie mit Boeing 767 nach Europa, heute steckt sie mitten im Umstieg von Airbus auf die Boeing 737 MAX 8.
QK / JZAJazz Aviation
Kanadas größte Regionalairline fliegt fast ausschließlich als Air Canada Express: Dash 8-400, CRJ900 und Embraer 175 im Air-Canada-Look, eigene Codes QK und JZA und eine Geschichte, die auf vier Regionalairlines zurückgeht.
WS / WJAWestJet
Kanadas zweitgrößte Airline aus Calgary: als Low-Cost-Airline gestartet, heute mit Boeing 787-9 auf der Langstrecke, großer 737-Flotte und Dash-8-Turboprops bei WestJet Encore.
PD / POEPorter Airlines
Kanadas drittgrößte Airline: gestartet 2006 mit Turboprops auf der Toronto-Insel, heute mit einer der größten Embraer-E195-E2-Flotten der Welt und Strecken bis in die USA, nach Mexiko und in die Karibik.
TS / TSCAir Transat
Kanadas Ferienflieger aus Montréal: Air Transat fliegt mit Airbus A321LR und A330 im Sommer nach Europa und im Winter in die Sonne – und ist mit Berlin auch für deutsche Spotter erreichbar.
F8 / FLEFlair Airlines
Neongrün, Schwarz und ein Hauch Lila: Flair Airlines ist Kanadas unabhängige Ultra-Low-Cost-Airline mit einer kompakten Flotte aus Boeing 737 MAX 8 und 737-800 – und eine bewegte Geschichte zwischen Charterflügen, NewLeaf und Leasing-Ärger.
DL / DALDelta Air Lines
Die US-Netzwerk-Airline aus Atlanta: 1925 als Schädlingsbekämpfer gestartet, Gründungsmitglied von SkyTeam und mit rund 1.000 Flugzeugen eine der größten Airlines der Welt – in Deutschland vor allem in Frankfurt und München zu sehen.
FX / FDXFedEx Express
Die größte Frachtairline der Welt aus Memphis: eine bunte Flotte aus MD-11, Boeing 777F, 767, 757 und A300, dazu Zubringer-Turboprops – und in Europa Drehkreuze in Paris und Köln/Bonn.
Typische Flugzeuge
Boeing 777-300ER
Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.
FlugzeugtypBoeing 787-9 Dreamliner
Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.
FlugzeugtypAirbus A220-300
Schlanker Rumpf, riesige Getriebefan-Triebwerke, große Fenster: Die A220-300 begann als Bombardier CS300 und ist heute bei Swiss, airBaltic und Air France Alltag. So erkennst du sie.
FlugzeugtypAirbus A330-300
Langer Rumpf, zwei Triebwerke, aufgesetzte Winglets: Die A330-300 ist seit über 30 Jahren ein Arbeitstier der Langstrecke. So erkennst du sie und grenzt sie von ihren Geschwistern ab.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
FlugzeugtypEmbraer E195-E2
Der größte Jet, den Embraer je gebaut hat: Die E195-E2 bringt bis zu 146 Sitze in eine 2+2-Kabine, hat extrem lange Flügel und ist in Europa vor allem mit KLM Cityhopper unterwegs.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBombardier CRJ900
Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.
Spotting-Spots rund um Flughafen Toronto Pearson
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Weitere Einträge
Star Alliance
Die 1997 gegründete Luftfahrtallianz rund um Lufthansa, United und Air Canada – mit Sitz in Frankfurt am Main und eigener Allianz-Sonderlackierung.
FlughafenFlughafen Chicago O'Hare
Vom Bomberwerk zum Doppel-Drehkreuz: O'Hare ist Heimat von United und American, hat acht Start- und Landebahnen, zählt jährlich weit über 800.000 Flugbewegungen und ist für Spotter einer der dichtesten Flughäfen der Welt.
FlughafenFlughafen New York JFK
Vom Golfplatz Idlewild zum wichtigsten Tor der USA nach Übersee: vier Bahnen an der Jamaica Bay, Drehkreuze von Delta, American und JetBlue, Airlines aus aller Welt – und mit dem TWA Hotel ein Stück Luftfahrtgeschichte direkt am Vorfeld.
FlughafenFlughafen London Heathrow
Europas verkehrsreichster Flughafen kommt mit nur zwei Bahnen aus – und genau das macht ihn für Spotter so spannend: Großraumflugzeuge im Minutentakt, ein fester Runway-Wechsel um 15 Uhr und mit der Myrtle Avenue einer der bekanntesten Anflugspots der Welt.
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