Das Wichtigste in Kürze
- Braniff war eine historische US-Airline aus Dallas, gegründet 1928 in Oklahoma und am 12. Mai 1982 abrupt eingestellt.
- „The End of the Plain Plane“: Ab 1965 ließ Braniff seine Jets einfarbig in kräftigen Tönen lackieren – entworfen von Alexander Girard, getragen von der Werbeagentur um Mary Wells.
- Alexander Calder gestaltete zwei Flugzeuge als „fliegende Leinwand“: eine DC-8-62 und eine Boeing 727-200 zum US-Bicentennial.
- Concorde unter US-Flagge: Von Januar 1979 bis 1980 flogen Braniff-Crews Concordes von Air France und British Airways zwischen Dallas/Fort Worth und Washington Dulles.
- Nach der Deregulierung expandierte Braniff zu schnell – hohe Treibstoffpreise, Zinsen und Preiskämpfe führten zum Ende.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Braniff im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.„The End of the Plain Plane“: Braniff wird bunt
- 4.Flying Colors: Alexander Calders fliegende Kunstwerke
- 5.Concorde unter Braniff-Flagge
- 6.Die Flotte im Wandel
- 7.Unglücke in der Braniff-Geschichte
- 8.Deregulierung und Absturz in die Pleite
- 9.Woran du Braniff-Aufnahmen erkennst
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | BN |
|---|---|
| ICAO-Code | BNF |
| Rufzeichen | BRANIFF |
| Drehkreuze | DFW |
| Status | Historisch – Flugbetrieb eingestellt am 12. Mai 1982 |
| Geschäftsmodell | Netzwerk-Airline mit Inlandsnetz, Lateinamerika-Strecken und zuletzt Langstrecke nach Europa und Asien |
| Ursprung | 1928 in Oklahoma von Paul R. Braniff und Thomas E. Braniff gegründet, erster Flug Oklahoma City–Tulsa |
| Sitz | Dallas: ab 1957 Exchange Park nahe Love Field, ab Ende 1978 „Braniff Place“ am Flughafen DFW |
| Drehkreuz | Dallas/Fort Worth (DFW), ab 1979 zusätzlich Boston und Los Angeles für internationale Strecken |
| Prägende Köpfe | Paul und Tom Braniff, Charles Edmund Beard (ab 1954), Harding Lawrence (1965–1981), zuletzt Howard Putnam |
| Übernahmen | Mid-Continent Airlines (1952), Pan American-Grace Airways „Panagra“ (1967) |
| Markenzeichen | Einfarbig lackierte Jets der „End of the Plain Plane“-Kampagne, Kunstflugzeuge von Alexander Calder |
| Besonderheit | Einzige US-Airline, die Concorde-Linienflüge mit eigenen Crews durchführte (1979–1980) |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Braniff International Airways?
- Einfarbiger Rumpf in kräftigen Tönen wie Orange, Türkis, Ocker, Zitronengelb, Beige oder Blau – jede Maschine anders
- Kleines „BI“-Logo und der Schriftzug „Braniff International“
- Kunstflugzeuge von Alexander Calder: bunte Schwünge und Kreise auf DC-8-62 und Boeing 727-200
- Eine knallorange Boeing 747-127 – die „Great Pumpkin“ N601BN
- US-Kennzeichen mit N, bei jüngeren Jets oft mit der Endung BN
- Typische Flotte der 1970er: Boeing 727, DC-8-62, 747 und 747SP, früher auch BAC One-Eleven und Electra
Ein Jet in Türkis, der nächste in Zitronengelb, dahinter eine knallorange 747 – und mittendrin eine 727, die aussieht wie ein abstraktes Gemälde: Wer Fotos aus Dallas der 1970er-Jahre durchblättert, landet unweigerlich bei Braniff International Airways. Kaum eine Airline hat Design so ernst genommen. Braniff ließ Alexander Calder Flugzeuge bemalen, flog als einzige US-Airline mit eigenen Crews Concorde – und verschwand im Mai 1982 von einem Tag auf den anderen. Hier erfährst du, wie es dazu kam und wie du Braniff-Aufnahmen sicher einordnest.
Bunte Klassiker im Hangar
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so landen auch alte Dias einer orangen 747 oder einer Calder-727 sauber sortiert in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Braniff im Überblick
Braniff International Airways war eine historische US-Netzwerk-Airline mit Sitz in Dallas. Ihre Wurzeln liegen in Oklahoma: Im Juni 1928 startete Paul R. Braniff, finanziell unterstützt von seinem Bruder Thomas, mit Flügen zwischen Oklahoma City und Tulsa. 1930 wurde daraus Braniff Airways. Ab 1948 trat die Airline unter dem Namen Braniff International Airways auf, weil sie inzwischen auch nach Lateinamerika flog.
Zwei Übernahmen prägten das Netz: 1952 kam Mid-Continent Airlines mit Strecken im Mittleren Westen dazu, 1967 Panagra (Pan American-Grace Airways), die die Westküste Südamerikas bediente. Damit wurde Südamerika zu einer Säule von Braniff.
Die Zentrale lag ab 1957 im Exchange Park nahe dem Flughafen Love Field. Ende 1978 zog Braniff in den Neubau „Braniff Place“ am Flughafen Dallas/Fort Worth, der ab 1974 das Drehkreuz der Airline war. Am 12. Mai 1982 endete der Flugbetrieb nach 54 Jahren.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code BN: stand in den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code BNF: kennzeichnete Braniff im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen BRANIFF: so meldeten sich die Crews im Funk.
- Kennzeichen N: Alle Flugzeuge waren in den USA registriert; viele jüngere Jets endeten auf „BN“, etwa N601BN oder N408BN.
Nach 1982 tauchte der Name Braniff mehrfach wieder auf. Eine neue Braniff mit Geld der Hyatt-Gruppe flog ab 1984 einige Jahre, später gab es einen weiteren kurzlebigen Versuch. Mit der ursprünglichen Airline haben diese Unternehmen rechtlich nichts zu tun. Bei Fotos und Flugplänen entscheidet deshalb das Datum. Mehr Geschichten hinter Funknamen findest du im Artikel über Airline-Rufzeichen.
„The End of the Plain Plane“: Braniff wird bunt
1965 übernahm Harding Lawrence die Führung von Braniff, zuvor Manager bei Continental Airlines. Er wollte die eher biedere Regionalairline unverwechselbar machen und holte die Werbeagentur Jack Tinker and Partners. Dort verantwortete Mary Wells – später Lawrences Ehefrau – eine Kampagne, die in der Branche einschlug: „The End of the Plain Plane“, das Ende des langweiligen Flugzeugs.
Der Designer Alexander Girard entwarf dafür ein radikal einfaches Konzept: Jedes Flugzeug bekam einen einfarbigen Rumpf in einem kräftigen Ton – Orange, Türkis, Ocker, Zitronengelb, Beige, Hell- oder Mittelblau. Ein Lavendelton verschwand nach etwa einem Monat wieder. Insgesamt kamen in den 1960er-Jahren rund 15 Farben zum Einsatz. Girard entwarf auch das „BI“-Logo und die Innenausstattung.
Den Rest erledigte die Mode: Emilio Pucci schneiderte die Uniformen, für Flugbegleiterinnen mit Anleihen an das Raumfahrtzeitalter. 1977 übernahm Halston die Uniformen, ab 1978 folgte mit „Ultra“ ein eleganterer Auftritt samt neuer Lackierung mit Farbstreifen. Braniffs Farbenrausch zählt heute zu den legendären Airline-Lackierungen – und taucht immer wieder als Inspiration für Retro-Lackierungen auf.
Farbe ist kein Typ-Merkmal
Bei Braniff verrät die Rumpffarbe nichts über den Flugzeugtyp – eine orange Maschine kann eine 727, eine DC-8 oder eine 747 sein. Bestimme den Typ immer über Triebwerke, Rumpflänge und Leitwerk. Wie du klassische Jets sicher unterscheidest, zeigt der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Flying Colors: Alexander Calders fliegende Kunstwerke
Den Höhepunkt der Design-Strategie lieferte einer der berühmtesten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Die Idee kam 1972 vom Werbemann George Gordon, der Vertrag mit Alexander Calder wurde 1973 geschlossen. Calder, bekannt für seine Mobiles, soll zunächst abgewunken haben – er male keine Spielzeuge. Als klar war, dass es um ein echtes Verkehrsflugzeug ging, sagte er zu. Das Honorar lag laut gängigen Darstellungen bei 100.000 Dollar für ein Flugzeug und 50 Gouachen.
| Projekt | Flugzeug | Vorstellung | Motiv |
|---|---|---|---|
| Flying Colors of South America | Douglas DC-8-62 | 1975, Paris Air Show | Bunte Schwünge und Formen, vor allem auf Südamerika-Strecken eingesetzt |
| Flying Colors of the United States | Boeing 727-291, N408BN | 17. November 1975, Washington | Wellen in Rot, Weiß und Blau wie eine wehende US-Flagge |
| Salute to Mexico | – | nie umgesetzt | Calder starb im November 1976 vor der Fertigstellung |
Die Bicentennial-727 zum 200. Geburtstag der USA wurde von First Lady Betty Ford eingeweiht. Bei den Piloten hieß sie wegen ihrer Wellenlinien „Sneaky Snake“. Die Boeing 727-200 war ohnehin das Rückgrat der Braniff-Flotte – mit Calder-Bemalung wurde sie zum wohl bekanntesten Exemplar ihrer Art. Die Douglas DC-8 in der Version -62 flog dagegen vor allem auf den langen Strecken nach Südamerika.
Calder-Jets gelten als frühe Vorläufer heutiger Kunst- und Werbelackierungen. Fotos von ihnen sind gesuchte Sammlerstücke.
Special Liveries nicht verpassen
Calder-Jets fliegen nicht mehr – heutige Sonderlackierungen schon. Lass dich benachrichtigen, wenn eine Special Livery in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Concorde unter Braniff-Flagge
Das wohl ungewöhnlichste Kapitel begann am 12. Januar 1979. Braniff schloss mit Air France und British Airways eine sogenannte Interchange-Vereinbarung: Die europäischen Concordes flogen von Paris und London nach Washington Dulles. Dort übernahm eine Braniff-Crew dasselbe Flugzeug und flog weiter nach Dallas/Fort Worth – und umgekehrt.
So funktionierte das Modell:
- Wechsel der Crew in Dulles: Air-France- und BA-Crews flogen die Überschall-Etappe über den Atlantik, Braniff-Piloten die Inlandsstrecke.
- Zwei Kennzeichen: Die Flugzeuge waren zusätzlich in den USA registriert. Während Braniff sie flog, war das europäische Kennzeichen abgedeckt – die Air-France-Concorde F-BVFC trug so vorübergehend die Kennung N94FC.
- Unter Schallgeschwindigkeit: Über US-Festland war Überschallflug verboten, deshalb blieb die Concorde auf der Inlandsetappe unter Mach 1.
- Lackierung blieb europäisch: Die Maschinen trugen weiter die Farben von Air France oder British Airways.
Wirtschaftlich war das Experiment ein Fehlschlag. Im Unterschallflug bot die Concorde auf der Inlandsetappe kaum einen Zeitvorteil, die Flüge waren meist nicht einmal zur Hälfte gebucht und brachten keinen Gewinn. 1980 endete das Kapitel wieder. Mehr zum Überschalljet liest du in der Geschichte der Concorde.
Concorde-Fotos aus Dallas
Eine Concorde in Air-France- oder BA-Farben auf einem Foto aus Dallas/Fort Worth ist fast sicher ein Braniff-Flug aus den Jahren 1979 oder 1980. Achte auf das Kennzeichen: Ist statt der F- oder G-Kennung ein N-Kennzeichen zu sehen, deutet das auf die US-Etappe hin.
Die Flotte im Wandel
In 54 Jahren flog Braniff eine breite Palette an Typen – vom einmotorigen Hochdecker bis zum Jumbo. Ab den 1960er-Jahren dominierten Jets von Boeing:
| Epoche | Typen | Einsatz |
|---|---|---|
| 1928–1930er | Lockheed Vega, Lockheed L-10 Electra | Postflüge und erste Passagierstrecken |
| 1930er–1960er | Douglas DC-2, DC-3, DC-4, DC-7C, Convair 340 | Inlandsnetz und Lateinamerika; letzter Kolbenmotor-Linienflug 1967 |
| 1959–1969 | Lockheed L-188 Electra | Turboprop-Mittelstrecke |
| ab 1959 | Boeing 707-227, Boeing 720 | Erste Jet-Generation |
| 1965–1972 | BAC One-Eleven | Kurzstrecke |
| 1960er–1982 | Boeing 727-100 und -200 | Rückgrat der Flotte |
| ab 1967 | Douglas DC-8-62 | Langstrecke nach Südamerika |
| 1971–1982 | Boeing 747-100 | Hawaii, später Europa und Asien |
| 1979–1982 | Boeing 747SP | Lange Strecken nach Asien und Südamerika |
| 1979–1980 | Concorde (von Air France und BA) | Dallas/Fort Worth–Washington Dulles |
Die Lockheed L-188 Electra brachte Braniff ins Turbinenzeitalter, die Boeing 707 und die Boeing 720 folgten. Auf kurzen Strecken flog die britische BAC One-Eleven, danach übernahm die Boeing 727-100 und schließlich die gestreckte -200 den Großteil des Netzes.
Die „Great Pumpkin“
Ein Flugzeug sticht heraus: die Boeing 747-100 mit dem Kennzeichen N601BN. Sie war die 100. gebaute 747 und flog ab dem 15. Januar 1971 von Dallas nach Honolulu. Ihre knallorange Lackierung brachte ihr den Spitznamen „Great Pumpkin“ ein. 1978 eröffnete sie die erste Braniff-Verbindung von Dallas/Fort Worth nach London. Die Rolle des Jumbos in der Luftfahrt beschreibt die Geschichte der Boeing 747. Wie sich die frühe 747 von späteren Versionen unterscheidet, zeigt der Guide Boeing 747-Varianten erkennen. Ab 1979 ergänzte die verkürzte 747SP die Langstreckenflotte.
Unglücke in der Braniff-Geschichte
Wie viele Airlines ihrer Zeit erlebte auch Braniff schwere Unfälle. Zu den folgenreichsten zählen:
- Flug 542 (29. September 1959): Eine fast neue Lockheed Electra brach bei Buffalo in Texas in der Luft auseinander, 34 Menschen starben. Zusammen mit einem ähnlichen Unfall eines anderen Betreibers führte das zu umfangreichen Untersuchungen und Umbauten an der Electra.
- Flug 250 (6. August 1966): Eine BAC One-Eleven stürzte in schweren Gewittern bei Falls City in Nebraska ab, alle 42 Menschen an Bord kamen ums Leben.
- Flug 352 (3. Mai 1968): Eine Electra flog bei Dawson in Texas in eine schwere Gewitterfront und zerbrach, 85 Menschen starben.
Die Gewitterunfälle der 1960er-Jahre zeigen, wie gefährlich Unwetter für die damalige Luftfahrt war – lange bevor Wetterradar und Windscherungswarnungen Standard wurden.
Deregulierung und Absturz in die Pleite
Der große Sprung 1978
Im Oktober 1978 unterzeichnete US-Präsident Carter das Gesetz zur Deregulierung des Luftverkehrs. Braniff reagierte schneller und aggressiver als jede andere Airline. Am 15. Dezember 1978 wuchs das Inlandsnetz auf einen Schlag um rund die Hälfte – 16 neue Städte, 32 neue Strecken. 1979 entstanden Drehkreuze in Boston und Los Angeles.
Dazu kam die Langstrecke: 747-Flüge nach Europa, etwa nach Amsterdam, Brüssel, Frankfurt und Paris, sowie über den Pazifik nach Asien. Damit trat Braniff gegen Größen wie Pan Am und TWA an.
Treibstoff, Zinsen, Preiskampf
Der Zeitpunkt hätte kaum schlechter sein können. Die Treibstoffkosten stiegen 1979 und 1980 massiv, die Zinsen für die vielen neu bestellten Flugzeuge ebenso. Gleichzeitig drängten neue Konkurrenten in den Markt, darunter die Low-Cost-Airline Southwest direkt vor der Haustür in Dallas. Ab 1979 schrieb Braniff hohe Verluste.
Harding Lawrence trat Anfang 1981 ab. Sein Nachfolger John J. Casey und ab Herbst 1981 Howard Putnam versuchten gegenzusteuern, unter anderem mit einer stark vereinfachten Tarifstruktur. Doch die Einnahmen brachen weiter ein. Im April 1982 genehmigte die Aufsichtsbehörde CAB, dass Eastern Air Lines die Südamerika-Strecken für 18 Millionen Dollar pachtete. Am 12. Mai 1982 stellte Braniff den Flugbetrieb ein – Passagiere strandeten, Mitarbeiter verloren über Nacht ihre Jobs.
Was von Braniff blieb
- Der Beweis, dass Design und Marketing eine Airline prägen können
- Calder-Jets als Ikonen der Kunst in der Luftfahrt
- Die Südamerika-Strecken, zunächst bei Eastern weitergeflogen
- Eine Lehrstunde über zu schnelles Wachstum nach der Deregulierung
Was mit Braniff verschwand
- Die bunte Flotte im Linienbetrieb
- Die einzige US-Concorde-Erfahrung im Liniendienst
- Ein großer Teil des Netzes ab Dallas/Fort Worth
- Eine eigenständige Airline aus Texas im internationalen Verkehr
Woran du Braniff-Aufnahmen erkennst
Weil die Farben bei Braniff so vielfältig waren, hilft ein klares Vorgehen beim Zuordnen alter Fotos:
Farbe und Schriftzug
Einfarbiger, kräftiger Rumpf mit „Braniff International“ und „BI“-Logo – oder ein Calder-Motiv – deutet klar auf Braniff.
Typ bestimmen
727, DC-8, 747, One-Eleven oder Electra? Der Typ grenzt die Epoche ein: Eine 747SP kann erst ab 1979 entstanden sein, eine Electra kaum nach 1969.
Kennzeichen lesen
Das N-Kennzeichen, oft mit „BN“ am Ende, macht das Foto eindeutig.
Ort und Datum prüfen
Dallas, Love Field oder DFW, Südamerika oder Honolulu – und immer vor Mai 1982.
Heute fliegt kein Braniff-Jet mehr im Liniendienst. Wer auf den Spuren der Airline unterwegs ist, findet in Dallas/Fort Worth an der Founders’ Plaza einen guten Spot am früheren Drehkreuz. Viele Braniff-Flugzeuge flogen nach 1982 bei anderen Airlines weiter oder endeten auf den Flugzeugfriedhöfen im Südwesten der USA.
Sehr wahrscheinlich Braniff, wenn …
- ein einfarbiger Jet in Orange, Türkis oder Gelb mit „Braniff“-Schriftzug zu sehen ist
- eine 727 oder DC-8 mit Calder-Motiv auftaucht
- das Foto sicher vor Mai 1982 entstanden ist
Genauer prüfen, wenn …
- eine Concorde auf einem US-Foto zu sehen ist – Braniff-Etappe oder Air-France-/BA-Flug?
- nur die Rumpffarbe erkennbar ist, aber kein Schriftzug
Eher nicht die historische Braniff, wenn …
- das Foto nach 1983 entstanden ist – dann handelt es sich um eine Nachfolgegesellschaft
- die Farbe zu einer heutigen Retro-Lackierung einer anderen Airline gehört
Quellen kritisch prüfen
Zu Braniff kursieren widersprüchliche Angaben, etwa zu Start und Ende der Concorde-Flüge oder zu Verlustzahlen. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du eine Aufnahme endgültig zuordnest.
Häufige Verwechslungen
- Jede Concorde in den USA für Braniff halten – Air France und British Airways flogen auch eigene Flüge nach New York und Washington.
- Rumpffarbe als Typ-Hinweis nehmen – bei Braniff gab es dieselbe Farbe auf ganz unterschiedlichen Typen.
- Die Nachfolger mit der Original-Braniff gleichsetzen – die Braniff der Hyatt-Jahre und spätere Versuche sind eigene Unternehmen.
- Calder-727 und Calder-DC-8 verwechseln – drei Triebwerke am Heck und T-Leitwerk gehören zur 727, vier Triebwerke unter den Flügeln zur DC-8.
- Braniff-Strecken nach 1982 der Airline zuschreiben – die Südamerika-Strecken übernahm ab Juni 1982 Eastern.
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Fazit
Braniff International Airways war mehr als eine Airline aus Texas. Mit Girards Farbpalette, Puccis Uniformen und Calders Kunstflugzeugen bewies sie, dass ein Flugzeug auch ein Markenzeichen sein kann. Mit der Concorde wagte sie ein Experiment, das keine andere US-Airline im Liniendienst versuchte. Und mit der überhasteten Expansion nach 1978 wurde sie zum Lehrbeispiel dafür, wie schnell eine Airline scheitern kann. Für dich als Spotter lebt Braniff in Fotos weiter – und mit Typ, Kennzeichen und Datum ordnest du jede bunte Maschine sicher ein.
Kurzfazit
Braniff International Airways (IATA BN, ICAO BNF) war eine historische US-Airline aus Dallas von 1928 bis 1982. Bekannt für bunte Jets, die Calder-Flugzeuge und die Concorde-Flüge ab DFW – und nach zu schnellem Wachstum im Mai 1982 vom Himmel verschwunden.
Zusammenfassung
- Braniff gehört zu den Airlines, die Design und Marketing in der Luftfahrt neu definiert haben – bunte Jets, Pucci-Uniformen und Kunst am Rumpf.
- Für Spotter ist Braniff ein reines Archiv-Thema: Fotos von 727, DC-8, 747 und Concorde aus den 1960er- bis frühen 1980er-Jahren.
- Die Rumpffarbe allein verrät bei Braniff nichts über den Typ – entscheidend sind Typmerkmale, Kennzeichen und Aufnahmedatum.
- Das Ende 1982 war eine Zäsur: Braniff war eine der ersten großen Opfer der US-Deregulierung.
Häufige Fragen
Wann gab es Braniff International Airways?
Die Airline begann im Juni 1928 mit Flügen zwischen Oklahoma City und Tulsa, gegründet von Paul R. Braniff mit Unterstützung seines Bruders Tom. 1930 entstand Braniff Airways, ab 1948 trat sie als Braniff International Airways auf. Am 12. Mai 1982 stellte Braniff den Flugbetrieb ein. Spätere Unternehmen mit dem Namen Braniff waren eigenständige Neugründungen.
Welche Codes hatte Braniff?
Braniff flog mit dem IATA-Code BN, dem ICAO-Code BNF und dem Rufzeichen „BRANIFF“. Alle Flugzeuge waren in den USA registriert und trugen ein N-Kennzeichen.
Was war „The End of the Plain Plane“?
So hieß die Kampagne, mit der Braniff ab 1965 ihr Image komplett umkrempelte. Die Werbeagentur Jack Tinker and Partners mit Mary Wells holte den Designer Alexander Girard, der die Flugzeuge einfarbig in kräftigen Tönen lackieren ließ – etwa Orange, Türkis, Ocker, Zitronengelb oder Blau. Dazu kamen Uniformen von Emilio Pucci. In den 1960er-Jahren nutzte Braniff insgesamt rund 15 verschiedene Farben.
Welche Flugzeuge hat Alexander Calder für Braniff bemalt?
Zwei: Zuerst eine Douglas DC-8-62 mit dem Motiv „Flying Colors of South America“, die 1975 auf der Paris Air Show gezeigt wurde. Danach eine Boeing 727-200 mit dem Kennzeichen N408BN, „Flying Colors of the United States“, die am 17. November 1975 zum 200-jährigen US-Jubiläum in Washington eingeweiht wurde. Ein drittes Motiv für Mexiko blieb unvollendet, weil Calder im November 1976 starb.
Hat Braniff wirklich Concorde geflogen?
Ja. Ab dem 12. Januar 1979 flogen Braniff-Crews Concordes von Air France und British Airways auf der Strecke Dallas/Fort Worth–Washington Dulles. Dort übernahmen die europäischen Crews und flogen weiter nach Paris oder London. Über US-Festland blieb die Concorde wegen des Überschallknalls unter Mach 1. Die Flüge waren schwach ausgelastet; 1980 endete das Kapitel.
Was war die „Great Pumpkin“?
So hieß die erste Boeing 747 von Braniff, die 747-127 N601BN. Sie war die 100. gebaute 747 und flog ab dem 15. Januar 1971 von Dallas nach Honolulu. Wegen ihrer knallorangen Lackierung bekam sie den Spitznamen „Great Pumpkin“. 1978 flog sie auch den ersten Braniff-Flug von Dallas/Fort Worth nach London.
Warum ging Braniff pleite?
Nach der Deregulierung des US-Luftverkehrs 1978 baute Braniff das Netz in kurzer Zeit massiv aus – im Inland und nach Europa und Asien. Gleichzeitig stiegen Treibstoffpreise und Zinsen stark. Braniff schrieb ab 1979 hohe Verluste, Sparprogramme und neue Tarife unter Howard Putnam kamen zu spät. Am 12. Mai 1982 stellte die Airline den Flugbetrieb ein.
Was passierte mit den Südamerika-Strecken?
Eastern Air Lines pachtete die Südamerika-Strecken von Braniff für 18 Millionen Dollar. Die Aufsichtsbehörde CAB stimmte im April 1982 zu, der Pachtvertrag lief ab dem 1. Juni 1982. Die Strecken stammten zu einem großen Teil von Panagra, die Braniff 1967 übernommen hatte.
Braniff International Airways im Blick behalten
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Flugzeugtypen in der Flotte
Aérospatiale/BAC Concorde
Deltaflügel, absenkbare Nase, vier Olympus-Triebwerke mit Nachbrenner: Die Concorde ist ein historischer Typ mit nur 20 gebauten Flugzeugen. Hier findest du Technik, Varianten, jede Registrierung und den Standort jedes erhaltenen Exemplars.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
FlugzeugtypDouglas DC-8
Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.
FlugzeugtypBoeing 747-100
Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 747SP
Kurzer Rumpf, riesiges Leitwerk, enorme Reichweite: Die Boeing 747SP war der Ultra-Langstrecken-Jumbo der 1970er. Hier erfährst du, wie du ihn erkennst, welche Rekorde er flog und wo du ihn heute noch siehst.
FlugzeugtypBAC One-Eleven
Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.
FlugzeugtypLockheed L-188 Electra
Vier Allison-Turboprops, ein auffällig kurzer Flügel und eine bewegte Geschichte: Die Lockheed L-188 Electra war Amerikas erster großer Turboprop-Airliner, wurde schnell von Jets verdrängt und machte danach Karriere als Frachter und Löschflugzeug. So erkennst du sie und so findest du die letzten Exemplare.
Weitere Airlines
Eastern Air Lines
Historische US-Airline von 1926 bis 1991: Eastern prägte die Ostküste mit dem Air-Shuttle, holte den Airbus A300 in die USA, war Erstkunde von 727 und 757 – und zerbrach unter Frank Lorenzo.
NetzwerkPan American World Airways
Historische US-Weltairline: Pan Am flog von 1927 bis 1991, brachte 707 und 747 in den Liniendienst, verband West-Berlin mit Westdeutschland und ging nach Lockerbie und Golfkrieg unter.
NetzwerkTWA – Trans World Airlines
Historische US-Netzwerkairline: TWA flog von 1930 bis 2001, prägte unter Howard Hughes die Constellation, baute am JFK das berühmte Flight Center und ging 2001 in American Airlines auf.
NetzwerkContinental Airlines
Historische US-Netzwerkairline: 1934 als Varney Speed Lines gegründet, später mit Drehkreuzen in Newark, Houston, Cleveland und Guam – und seit der Fusion 2010 bis 2012 in United aufgegangen, deren Globus-Design von Continental stammt.
NetzwerkAmerican Airlines
Eine der größten Airlines der Welt aus Fort Worth, Texas: zehn Drehkreuze in den USA, Gründungsmitglied von oneworld, rund 1.000 Mainline-Flugzeuge und seit 2013 die silberne Lackierung mit Flaggen-Leitwerk.
Low-CostSouthwest Airlines
Die Low-Cost-Pionierin aus Dallas: seit 1971 in der Luft, größter Boeing-737-Betreiber der Welt und Vorbild für Ryanair und Co. – mit einer Flotte, die nur aus einem Typ besteht, und Sonderlackierungen für ganze US-Bundesstaaten.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Dallas/Fort Worth
Zwischen Dallas und Fort Worth liegt einer der flächengrößten Flughäfen der Welt: sieben Bahnen, fünf halbrunde Terminals, die Hochbahn Skylink und das mit Abstand größte Drehkreuz von American Airlines.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
FlughafenFlughafen Washington Dulles
Der internationale Flughafen der US-Hauptstadt: Eero Saarinens geschwungenes Terminal von 1962, rollende Mobile Lounges, ein großes United-Drehkreuz mit Langstrecke nach Europa, Afrika und Asien – und gleich nebenan ein Museum mit Aussichtsturm und Space Shuttle.
Wo du Braniff International Airways vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Passende Guides aus dem Blog
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- Die Geschichte der Concorde: Aufstieg und Abschied einer Legende
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- Oldtimer am Himmel erkennen: Ju 52, DC-3, Constellation und Warbirds
- Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte: Speedbird, Shamrock, Dynasty und Co.
- Flugzeugfriedhöfe und Abstellflughäfen: Wo Jets parken, warten und verschwinden



