Cimber Air / Cimber Sterling

Historische Regionalairline aus Sønderborg: 1950 gegründet, später Partner von Lufthansa und SAS, ab 2009 als Cimber Sterling unterwegs – und im Mai 2012 pleite.

Auch bekannt als: Cimber Sterling · Cimber Air Service A/S · Cimber Sterling A/S · Sønderjyllands Flyveselskab · QI

DänemarkDänemarkRegionalfluggesellschaftenIATA: QIICAO: CIM12 Min. Lesezeit

QI

IATA-Code

CIM

ICAO-Code

1950–2012

Firmengeschichte

25

Flugzeuge im Jahr 2009

Das Wichtigste in Kürze

  • Cimber Air war eine historische dänische Regionalairline aus Sønderborg: gegründet 1950, Konkurs am 3. Mai 2012.
  • Codes: IATA QI, ICAO CIM, Rufzeichen „CIMBER“ – mit dem Kürzel CIM flog später auch die Nachfolgefirma Cimber A/S.
  • Der Name „Cimber Sterling“ stammt aus dem Dezember 2008, als Cimber Air Name, Betriebsgenehmigung und Slots der insolventen Sterling kaufte – nicht deren Flotte.
  • Partner der Großen: Cimber flog früh für Lufthansa, war ab 1996 Teil von Team Lufthansa und hatte zeitweise SAS als Anteilseigner.
  • Für Spotter ist Cimber heute ein Archiv-Thema – mit ATR, CRJ200 und 737-700 auf alten Fotos aus Kopenhagen und Jütland.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Cimber Air im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Partner von Lufthansa und SAS
  5. 5.Die Flotte von Cimber
  6. 6.Aus Cimber Air wird Cimber Sterling
  7. 7.Woran du Cimber erkennst
  8. 8.Basen und Strecken
  9. 9.Das Ende: Konkurs 2012
  10. 10.Cimber im Spotter-Alltag heute
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeQI
ICAO-CodeCIM
RufzeichenCIMBER
DrehkreuzeCPH, BLL
StatusHistorisch – Konkurs und Einstellung des Flugbetriebs am 3. Mai 2012
Gegründet1950 durch den Piloten Ingolf Lorenz Nielsen, der die seit 1947 bestehende Sønderjyllands Flyveselskab übernahm
FirmennameAb 1953 Cimber Air Service A/S, ab Januar 2009 Cimber Sterling A/S
SitzSønderborg im Süden Jütlands
GeschäftsmodellRegionalairline mit Inlands- und Europastrecken, zeitweise Partner von Lufthansa und SAS; ab 2009 auch Städte- und Ferienziele
Wichtigste BasenKopenhagen (CPH) und Billund (BLL), dazu Sønderborg (SGD) und Aalborg (AAL)
PartnerschaftenTeam Lufthansa ab 1996; SAS hielt von 1998 bis 2003 rund ein Viertel der Anteile
Flotte 200925 Flugzeuge: ATR 42, ATR 72, CRJ200 und Boeing 737-700
Mehrheitseigner zuletztMansvell Enterprises (Zypern), Investmentvehikel von Ihor Kolomojskyj, mit 70,8 Prozent
NachfolgerCimber A/S, unmittelbar nach dem Konkurs 2012 entstanden, flog im Auftrag von SAS

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Cimber Air / Cimber Sterling?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „Cimber Air“ bis 2008, danach „Cimber Sterling“ am Rumpf
  • Dänische Kennzeichen mit dem Präfix OY-
  • Typische Typen der späten Jahre: ATR 42/72, CRJ200 und ab 2009 Boeing 737-700
  • In der Lufthansa-Zeit flogen Maschinen auch im Team-Lufthansa-Auftritt – auf den ersten Blick kaum als Cimber zu erkennen
  • Flugnummer mit QI, im Flugplan CIM bzw. Rufzeichen „CIMBER“
  • Häufige Orte auf alten Fotos: Kopenhagen, Billund, Sønderborg, Aalborg, Rønne

Wer vor 2012 in Kopenhagen, Billund oder Sønderborg am Zaun stand, kannte die kleinen Maschinen von Cimber: ATR-Turboprops und CRJ-Regionaljets, die Dänemarks Provinz mit der Hauptstadt und mit Europa verbanden. Die Airline aus dem Süden Jütlands hat eine ungewöhnlich lange Geschichte – von der einmotorigen Propellermaschine 1950 bis zum Konkurs als Cimber Sterling im Mai 2012. Hier erfährst du, wie die Airline entstand, mit wem sie zusammenarbeitete, welche Typen sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.

Alte Fotos, neu sortiert

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Cimber Air im Überblick

Cimber Air war eine dänische Regionalairline mit Sitz in Sønderborg, die von 1950 bis 2012 bestand. In den letzten Jahren trat sie als Cimber Sterling auf. Ihr Kerngeschäft waren Inlandsflüge zwischen Kopenhagen und kleineren Flughäfen wie Sønderborg, Billund, Karup, Aalborg, Aarhus und Rønne auf Bornholm, dazu kamen Verbindungen ins europäische Ausland.

Typisch für Cimber war die enge Zusammenarbeit mit großen Netzwerk-Airlines. Über viele Jahre flog sie Zubringerverkehr für Lufthansa, zeitweise war SAS an ihr beteiligt. Als Ende 2008 die Ferienairline Sterling zusammenbrach, kaufte Cimber deren Namen und Startrechte – und wuchs damit über das klassische Regionalgeschäft hinaus. Knapp dreieinhalb Jahre später war Schluss: Am 3. Mai 2012 stellte Cimber Sterling den Flugbetrieb ein.

QIIATA-Code in der Flugnummer
CIMICAO-Code der Airline
OY-Kennzeichen-Präfix Dänemarks

Die Geschichte in Etappen

Die Wurzeln reichen in die Nachkriegszeit zurück. 1947 entstand im Süden Jütlands die kleine Sønderjyllands Flyveselskab. 1950 übernahm sie der damals 26-jährige Pilot Ingolf Lorenz Nielsen, und 1953 gab er dem Unternehmen den Namen Cimber Air Service A/S. Der Name erinnert an die Kimbern, einen germanischen Stamm, den antike Quellen in Jütland verorten.

1950–1953

Ingolf Lorenz Nielsen übernimmt die Sønderjyllands Flyveselskab, ab 1953 heißt die Firma Cimber Air Service A/S. Die erste Maschine ist eine einmotorige KZ III.

1960er-Jahre

Mit der zweimotorigen de Havilland Dove beginnen Charter-, Post- und schließlich Linienflüge zwischen Sønderborg und Kopenhagen. 1967 kommt die erste Nord 262.

1971

Cimber beteiligt sich mit 15 Prozent am Konsortium Danair, gemeinsam mit SAS und Maersk Air.

1970er-Jahre

Mit VFW-Fokker 614 und Fokker F28 steigt Cimber auf Jets um. Die Energiekrise führt 1979/80 zu Verlusten, um 1983 ist die Talsohle überwunden.

1992–1999

ATR 42 ab 1992, Team Lufthansa ab 1996, SAS-Einstieg mit rund einem Viertel 1998, dazu ATR 72 und die ersten CRJ200.

2008/2009

Kauf von Name, Genehmigung und Slots der insolventen Sterling im Dezember 2008. Am 7. Januar 2009 startet Cimber Sterling, die Aktie ist an der Börse Kopenhagen notiert.

2011/2012

Die zypriotische Mansvell Enterprises übernimmt die Mehrheit. Am 3. Mai 2012 meldet Cimber Sterling Konkurs an und sagt alle Flüge ab.

Die frühen Jahre waren geprägt von Gelegenheits- und Charterflügen, wie sie kleine Luftfahrtbetriebe damals anboten. Sønderborg liegt nahe der deutschen Grenze, entsprechend spielten auch Verbindungen nach Norddeutschland eine Rolle. Der Weg zur Linienairline führte über die Dove, von der Cimber in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren mehrere Exemplare einsetzte.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code QI: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code CIM: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
  • Rufzeichen CIMBER: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.

Der ICAO-Code überlebte die Airline. Die 2012 gegründete Nachfolgefirma Cimber A/S flog ebenfalls als CIM mit dem Rufzeichen „CIMBER“. Siehst du in Flugdaten nach 2012 noch CIM, ist also die neue Gesellschaft gemeint, nicht die alte Cimber Sterling.

Cimber-Fotos sauber beschriften

Notiere bei alten Cimber-Bildern immer das OY-Kennzeichen und den genauen Typ. Viele ATR und CRJ flogen später bei anderen Betreibern weiter, und über das Kennzeichen lässt sich ihr Lebenslauf nachverfolgen. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Partner von Lufthansa und SAS

Für eine kleine Airline aus der Provinz hatte Cimber erstaunlich früh Kontakte zu den Großen. Im Rahmen eines Vertrags mit Lufthansa entstand eine deutsche Tochter, die Flensburg mit Sønderborg und Hamburg verband. Dieser Vertrag lief 1973 aus. Zuhause in Dänemark beteiligte sich Cimber ab 1971 mit 15 Prozent am Konsortium Danair, in dem SAS und Maersk Air Teile des Inlandsverkehrs bündelten.

1996 trat Cimber Air dem Verbund Team Lufthansa bei. Darin flogen unabhängige Regionalairlines Zubringerstrecken unter Lufthansa-Flugnummern und im Lufthansa-nahen Erscheinungsbild, ähnlich wie die Konzerntochter Lufthansa CityLine. Bei Cimber trugen vor allem ATR 42 diesen Auftritt. Wie solche Kooperationen auf dem Papier funktionieren, erklärt der Beitrag zu Codeshare-Flügen.

Parallel dazu stieg 1998 SAS mit rund einem Viertel der Anteile bei Cimber ein, 2003 verkaufte SAS den Anteil wieder zurück. Auch danach blieb die Verbindung eng: Bis zum Ende flogen vier CRJ200 von Cimber im Auftrag von SAS.

Cimber-Flug ohne Cimber-Flugnummer

Durch Team Lufthansa und die SAS-Aufträge war nicht jede Cimber-Maschine unter QI unterwegs. Für dein Logbuch heißt das: Betreiber, Design und Flugnummer können auseinanderfallen. Entscheidend ist das Kennzeichen.

Die Flotte von Cimber

Kaum eine dänische Regionalairline hat so viele Typen geflogen. Die Anfänge machten kleine Propellermaschinen und die de Havilland Dove. Ab 1967 kam die französische Nord 262 dazu, ein Turboprop für weniger als 30 Passagiere, von dem Cimber vier Exemplare einsetzte.

In den 1970er-Jahren wagte Cimber den Sprung zum Jet. Die deutsche VFW-Fokker 614 war eine Wahl mit Hindernissen: Weil die Produktion früh endete, wich Cimber auf die Fokker F28 Fellowship aus. Zeitweise setzte die Airline auch eine Grumman Gulfstream I im Linienverkehr ein. Während der Krise um 1980 wurden die F28 ins Ausland verleast, eine Fokker F27 half aus.

Ab 1992 prägten Turboprops von ATR das Bild, ab Ende der 1990er-Jahre auch Regionaljets von Canadair bzw. Bombardier. Anfang der 2000er-Jahre bestand die Flotte aus drei ATR 42, acht ATR 72 und sieben CRJ200 – damit bediente Cimber 17 Strecken mit über 600 Flügen pro Woche. Mit dem Sterling-Namen kamen 2009 auch Boeing 737-700 hinzu.

Nach der Übernahme des Sterling-Namens sah die Flotte 2009 so aus:

Typ Anzahl (2009) Einsatz Spotter-Hinweis
ATR 42-500 3 Inland, dünne Strecken Kürzester Rumpf der Flotte
ATR 72-200 / ATR 72-500 5 Inland und Skandinavien -500 mit Sechsblatt-Propeller statt Vierblatt
CRJ200 11 Europa und Aufträge für SAS Zuletzt vier davon für SAS
Boeing 737-700 6 Ferien- und Städteziele Kamen mit der Sterling-Ära

Mit diesem Mix eignen sich alte Cimber-Fotos gut zum Typenerkennen. Wie du ATR 42 und ATR 72 auseinanderhältst und die Generationen unterscheidest, zeigt der Guide ATR und Dash 8 unterscheiden. Für den CRJ200 und seine Verwandten hilft der Überblick Regionaljets erkennen.

Ex-Cimber-Maschinen aufspüren

Setz Kennzeichen früherer Cimber-ATR oder -CRJ auf deine Wunschliste, richte einen Sichtungs-Alarm ein und lass dich benachrichtigen, wenn sie heute im Anflug auf deinen Flughafen sind. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Aus Cimber Air wird Cimber Sterling

Im Herbst 2008 brach die dänische Ferienairline Sterling zusammen. Am 3. Dezember 2008 kaufte Cimber Air aus der Konkursmasse den Markennamen, die Betriebsgenehmigung, die Website und Start- und Landerechte in Kopenhagen. Die Flotte gehörte nicht zum Paket, auch das Personal ging nicht automatisch über. Am 7. Januar 2009 entstand daraus Cimber Sterling, eine Woche später hob die neue Marke ab.

Damit änderte sich das Profil. Neben dem Regionalnetz bot Cimber Sterling nun Ziele in ganz Europa an, 2009 waren es rund 30, mit Boeing 737-700 für die längeren Strecken. Die Aktie von Cimber Sterling war an der Börse in Kopenhagen notiert.

Phase Zeitraum Was sich änderte
Cimber Air 1953–2008 Regionalairline mit Partnerschaften zu Lufthansa und SAS
Cimber Sterling 2009–2012 Sterling-Name, 737-700, Ferien- und Städteziele, Börsengang
Cimber A/S ab 2012 Neue Firma, fliegt im Auftrag von SAS

Zwei Airlines, ein Name

Cimber Sterling war keine Fortsetzung der alten Sterling, sondern Cimber Air mit neuem Namen. Wer den Unterschied nachlesen will, findet die Geschichte der Ferienairline im Eintrag zu Sterling Airways / Sterling Airlines.

Woran du Cimber erkennst

Weil die Airline über sechs Jahrzehnte flog und lange für Partner unterwegs war, gab es kein einheitliches Erscheinungsbild. Auf frühen Fotos siehst du Propellermaschinen mit „Cimber Air“-Titeln, in der Zeit von Team Lufthansa auch Maschinen im Lufthansa-nahen Auftritt. Ab 2009 stand „Cimber Sterling“ am Rumpf. Verlässlich sind zwei Dinge: das dänische Kennzeichen mit OY- und die Typen der späten Jahre.

Zeigt dein altes Foto wirklich Cimber?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Schriftzug „Cimber Air“ oder „Cimber Sterling“ am Rumpf
  • Dänisches Kennzeichen mit OY- am Heck
  • Typ ATR 42, ATR 72, CRJ200 oder – ab 2009 – Boeing 737-700
  • Aufnahme aus der Zeit vor Mai 2012
  • Ort wie Kopenhagen, Billund, Sønderborg, Aalborg oder Rønne
  • Flugnummer mit QI auf der Anzeigetafel oder im Logbuch

Ein Sonderfall sind Fotos nach Mai 2012. CRJ200, die dann noch mit CIM-Rufzeichen flogen, gehörten zur neuen Cimber A/S und waren für SAS unterwegs.

Basen und Strecken

Der Firmensitz blieb immer Sønderborg, doch die wichtigsten Drehscheiben lagen woanders. In den letzten Jahren waren der Flughafen Kopenhagen und der Flughafen Billund die Hauptbasen, Aalborg kam als kleinere Basis dazu.

Das Inlandsnetz verband Kopenhagen mit Billund, Karup, Rønne, Sønderborg, Aalborg und Aarhus. Für kleinere Orte wie Sønderborg, Karup und Bornholm war Cimber zuletzt die einzige Verbindung in die Hauptstadt. Dazu kamen Auslandsstrecken ab Billund und Kopenhagen, etwa nach Skandinavien und zu Städte- und Ferienzielen in Europa. Mit den CRJ200 öffneten sich auch längere Verbindungen, zum Beispiel von Billund nach Mailand oder von Kopenhagen nach Bukarest.

Wer heute auf Spurensuche in Kastrup geht, findet im Guide zu Planespotting in Kopenhagen die besten Standorte, etwa den Flyvergrillen am Flughafen Kopenhagen.

Das Ende: Konkurs 2012

Die Finanzkrise ab 2008 traf Cimber Sterling hart. Im Sommer 2011 wechselten die Eigentümer: Mansvell Enterprises, eine Gesellschaft aus Zypern, hinter der der ukrainische Milliardär Ihor Kolomojskyj stand, stieg ein und hielt zuletzt 70,8 Prozent. Ende 2011 kündigte die Airline einen Umbau an, mit Fokus auf Inlandsflüge in Dänemark und Verbindungen nach Schweden; die Boeing 737 sollten 2012 aus der Flotte gehen.

Sommer 2011

Mansvell Enterprises übernimmt die Mehrheit an Cimber Sterling.

Ende 2011

Ankündigung eines Umbaus mit Fokus auf Inlandsflüge in Dänemark und Verbindungen nach Schweden.

3. Mai 2012

Nachdem der Eigner die Finanzierung stoppt, meldet die Airline am Morgen Konkurs an und sagt alle Flüge ab.

Kurz danach

Die neu gegründete Cimber A/S übernimmt die CRJ200-Flüge im Auftrag von SAS.

Mehr als 600 Menschen verloren ihre Arbeit. Besonders hart traf es Sønderborg, Karup, Bornholm und Billund, denn Cimber war dort die einzige Verbindung nach Kopenhagen. SAS stockte eigene Flüge auf, und dänische Regionalairlines wie Danish Air Transport und Sun-Air of Scandinavia übernahmen in der Folge einzelne Inlandsstrecken.

Die neue Cimber A/S flog anfangs mit CRJ200 exklusiv für SAS. 2015 übernahm SAS die Gesellschaft, 2017 ging sie an CityJet. Wie der Fall Cimber in die Reihe anderer Zusammenbrüche passt, ordnet der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa ein.

Spotten heute: nur mit Vorgeschichte

Eine Maschine im Cimber-Sterling-Auftritt wirst du im Linienbetrieb nicht mehr sehen. Was bleibt, sind Fotos aus der Zeit bis 2012 und frühere Cimber-Flugzeuge, die bei anderen Airlines weiterflogen oder längst ausgemustert sind. Fotografiere sie wie jedes andere Flugzeug nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.

Cimber im Spotter-Alltag heute

Für dein Logbuch ist Cimber ein klassisches Archiv-Thema. Hast du zwischen den 1990er-Jahren und 2012 in Kopenhagen, Billund oder an anderen Flughäfen im Netz der Airline fotografiert, sind ATR oder CRJ200 von Cimber gut möglich – nicht immer im eigenen Design, sondern oft für Lufthansa oder SAS unterwegs. Mit Typ, Kennzeichen, Ort und Datum wird aus einem alten Bild ein sauberer Logbuch-Eintrag.

Spannend ist auch der Blick auf das Umfeld. Dänemark hatte immer eine lebendige Szene kleiner Airlines, von Maersk Air über Sterling bis zu Sun-Air und DAT. Einen Überblick über die Rolle solcher Betriebe in Europa gibt der Beitrag zu Regionalairlines in Europa.

Gute Chancen auf Cimber-Spuren, wenn …

  • du dein Fotoarchiv aus der Zeit vor Mai 2012 durchsiehst
  • du gezielt nach Kennzeichen früherer Cimber-ATR und -CRJ suchst

Prüf es genau, wenn …

  • ein Foto ein Lufthansa-nahes Design zeigt – dahinter kann ein Team-Lufthansa-Flug von Cimber stecken
  • eine Aufnahme nach Mai 2012 entstand – dann ist es die neue Cimber A/S im Auftrag von SAS

Keine Chance auf Cimber Sterling, wenn …

  • du heute im Flugplan nach Flügen von Cimber Sterling suchst – die Airline fliegt seit 2012 nicht mehr

Häufige Verwechslungen

  • Cimber Sterling mit Sterling gleichsetzen – Cimber übernahm 2008 nur Name, Genehmigung und Slots, nicht die Flotte.
  • Jedes CIM-Rufzeichen der alten Airline zuordnen – nach Mai 2012 flog damit die neue Cimber A/S für SAS.
  • Team-Lufthansa-Maschinen für Lufthansa-eigene Flugzeuge halten – Betreiber war Cimber, das Kennzeichen zeigt es.
  • Cimber Air mit dem Jahrgang 1953 gründen lassen – 1953 kam nur der Name, die Firma bestand schon seit 1950.
  • Die 737-700 als frühe Cimber-Typen notieren – sie kamen erst mit der Sterling-Ära ab 2009.

Dänische Luftfahrtgeschichte im Hangar

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Fazit

Cimber Air steht für sechs Jahrzehnte dänische Regionalluftfahrt: vom Luftbildflug über Sønderborg bis zu ATR und CRJ zwischen Kopenhagen, Jütland und Europa. Die Airline war Partner von Lufthansa und SAS, wurde mit dem Sterling-Namen größer – und scheiterte 2012 an Krise und Kosten. Für Spotter lohnt der Blick ins Archiv, auf OY-Kennzeichen und auf Flugzeuge, die nach Cimber anderswo weiterflogen.

Kurzfazit

Cimber Air bzw. Cimber Sterling (IATA QI, ICAO CIM) flog von 1950 bis Mai 2012 ab Sønderborg, Kopenhagen und Billund. ATR, CRJ200 und später 737-700 mit OY-Kennzeichen sind ihre Spuren – das Kennzeichen zeigt, ob wirklich Cimber geflogen ist.

Zusammenfassung

  • Aus einer kleinen Fluggesellschaft im Süden Jütlands wurde über sechs Jahrzehnte eine Regionalairline mit Strecken in ganz Dänemark und nach Europa.
  • Die Flotte reichte von der de Havilland Dove über Nord 262, VFW 614 und Fokker F28 bis zu ATR 42/72 und CRJ200.
  • Mit dem Kauf des Sterling-Namens kamen Ende 2008 Boeing 737-700 und Ferienstrecken dazu – wirtschaftlich ging die Rechnung nicht auf.
  • Nach dem Einstieg eines ukrainischen Investors 2011 endete der Flugbetrieb im Mai 2012; eine neue Cimber A/S flog danach für SAS weiter.

Häufige Fragen

Welche Codes hatte Cimber Air bzw. Cimber Sterling?

Die Airline flog mit dem IATA-Code QI und dem ICAO-Code CIM. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit „CIMBER“. Die nach dem Konkurs gegründete Cimber A/S nutzte weiter CIM und das Rufzeichen „CIMBER“.

Woher kommt der Name Cimber?

Der Name geht auf die Kimbern zurück, einen germanischen Stamm, den antike Quellen in Jütland verorten. Den Firmennamen Cimber Air Service A/S trug die Gesellschaft ab 1953.

Ist Cimber Sterling dasselbe wie Sterling Airlines?

Nein. Cimber Air kaufte im Dezember 2008 von der insolventen Sterling nur den Namen, die Betriebsgenehmigung, die Website und Start- und Landerechte in Kopenhagen. Am 7. Januar 2009 entstand daraus Cimber Sterling. Flugzeuge und Personal von Sterling gingen nicht automatisch über.

Wann ging Cimber Sterling pleite?

Am Morgen des 3. Mai 2012 sagte Cimber Sterling alle Flüge ab und meldete Konkurs an. Zuvor hatte der Mehrheitseigner die Finanzierung eingestellt. Betroffen waren mehr als 600 Beschäftigte und eine Flotte von rund 25 Flugzeugen.

Welche Flugzeuge flog Cimber?

In den Anfangsjahren kleine Propellermaschinen und die de Havilland Dove, ab 1967 die Nord 262, später VFW-Fokker 614 und Fokker F28. Ab 1992 prägten ATR 42 und später ATR 72 das Bild, Ende der 1990er-Jahre kamen CRJ200 dazu. Mit dem Sterling-Namen übernahm Cimber 2009 auch Boeing 737-700.

Was hatte Cimber mit Lufthansa zu tun?

Schon bis 1973 flog eine deutsche Tochter von Cimber im Rahmen eines Lufthansa-Vertrags. Ab 1996 gehörte Cimber Air zu Team Lufthansa, einem Verbund von Regionalairlines, die Zubringerflüge für Lufthansa anboten. Mehrere ATR 42 flogen dabei im Team-Lufthansa-Auftritt.

Was wurde aus den Strecken nach dem Konkurs?

SAS stockte eigene Flüge auf, und andere dänische Regionalairlines übernahmen in der Folge einzelne Inlandsstrecken. Die vier CRJ200-Umläufe für SAS gingen an die neu gegründete Cimber A/S.

Cimber Air / Cimber Sterling im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

ATR 42-500

Mit der ATR 42-500 bekam der kleine ATR-Turboprop Mitte der Neunziger Sechsblatt-Propeller, stärkere Triebwerke und eine neue Kabine. So erkennst du sie und trennst sie von älteren und jüngeren ATR 42.

Flugzeugtyp

ATR 72-200/210

Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.

Flugzeugtyp

ATR 72-500

Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ100/CRJ200

Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.

Flugzeugtyp

Boeing 737-700

Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.

Flugzeugtyp

Fokker F28 Fellowship

Der erste Jet aus Amsterdam: Die Fokker F28 Fellowship flog 1967 zum ersten Mal, brachte Hecktriebwerke und aufklappbaren Heckkonus in die Fokker-Familie und ist heute fast nur noch im Museum zu sehen.

Flugzeugtyp

Fokker F27 Friendship

Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.

Flugzeugtyp

De Havilland DH.104 Dove

Zwei schlanke Kolbenmotoren, ein kompakter Ganzmetallrumpf und eine durchsichtige Kabinendecke über dem Cockpit: Die DH.104 Dove war Großbritanniens erster neuer Zubringer nach dem Krieg. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du sie heute findest.

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