Air Jamaica

Historische Flag-Carrier Jamaikas: 1969 mit Flügen nach New York und Miami gestartet, bekannt für farbenfrohe Regenbogen-Lackierungen und Langstrecken nach Europa – 2010 von Caribbean Airlines übernommen, 2015 endgültig Geschichte.

Auch bekannt als: Air Jamaica (1968) Ltd. · Air Jamaica Limited · Jamaica Air Service (Vorgänger) · JM

JamaikaJamaikaNetzwerk-AirlinesIATA: JMICAO: AJM11 Min. Lesezeit

JM

IATA-Code

AJM

ICAO-Code

1969–2015

Jahre unter dem Namen Air Jamaica

1974

Start der Langstrecke nach Europa

Das Wichtigste in Kürze

  • Air Jamaica ist eine historische Airline: Flugbetrieb ab 1. April 1969, 2010 von Caribbean Airlines übernommen, 2015 endgültig in ihr aufgegangen.
  • Codes: IATA JM, ICAO AJM, Rufzeichen „JAMAICA“ – ab Juli 2011 liefen die Flüge unter dem Code BW von Caribbean Airlines.
  • Europa war fester Teil des Netzes: Langstrecke ab 1974, zeitweise nach London, Manchester, Frankfurt und Zürich.
  • Die Regenbogen-Lackierung mit goldenem Vogel am blauen Heck machte Air Jamaica zu einem der buntesten Motive an Heathrow und Manchester.
  • Die Flotte wechselte oft: von DC-8 und Boeing 727 über A300 und A310 bis zu A320-Familie und A340-300.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Air Jamaica im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Privatisierung, Wachstum und Rückkehr zum Staat
  5. 5.Die Flotte von Air Jamaica
  6. 6.Woran du Air Jamaica erkennst
  7. 7.Strecken nach Europa und Nordamerika
  8. 8.Das Ende: Übernahme durch Caribbean Airlines
  9. 9.Häufige Verwechslungen
  10. 10.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeJM
ICAO-CodeAJM
RufzeichenJAMAICA
DrehkreuzeKIN, MBJ
StatusHistorisch – seit 2010 von Caribbean Airlines übernommen, die Marke Air Jamaica verschwand 2015 endgültig
SitzKingston, Jamaika
GegründetOktober 1968 als Air Jamaica (1968) Ltd., Flugbetrieb ab 1. April 1969
VorgängerJamaica Air Service, gegründet 1963, Flüge nach Miami und New York ab 1966
DrehkreuzeKingston Norman Manley (KIN) und Montego Bay Sangster (MBJ)
EigentümerStaatlich, 1994 bis 2004 mehrheitlich privat (Investorengruppe um Gordon „Butch“ Stewart), danach wieder vollständig staatlich
RegionaltochterAir Jamaica Express (1996–2005), IATA JQ, ICAO JMX
Vielfliegerprogramm7th Heaven
KennzeichenÜberwiegend 6Y- (Jamaika), daneben US-registrierte Flugzeuge mit N-; unter Caribbean Airlines 9Y- (Trinidad und Tobago)
Allianzkeine

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Air Jamaica?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Rumpf in breiten Regenbogen-Streifen aus Gelb, Orange, Rot, Magenta und Violett – eines der auffälligsten Designs der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre
  • Dunkelblaues Leitwerk mit einem stilisierten goldenen Vogel als Logo
  • Schriftzug „airJamaica“ mit „air“ in Pink und „Jamaica“ in Blau
  • Kleine jamaikanische Flagge und ein Flugzeugname in Schreibschrift unter dem Cockpit
  • Kennzeichen mit 6Y-, bei Leasingflugzeugen auch N-; späte 737-800 unter Caribbean Airlines mit 9Y-
  • Typen der letzten 15 Jahre: A320-Familie, A310 und A340-300, zuletzt Boeing 737-800

Ein Airbus A340 im Anflug auf Heathrow, der Rumpf von vorne bis hinten in Gelb, Orange, Rot und Violett gestreift – wer Anfang der 2000er-Jahre an einem britischen Flughafen stand, vergaß diesen Anblick nicht so schnell. Air Jamaica war über Jahrzehnte die nationale Airline der Karibikinsel und brachte mit ihren Lackierungen ein Stück Karibik an graue europäische Pisten. Heute ist die Airline Geschichte. Diese Seite zeigt dir, wie Air Jamaica entstand, welche Flugzeuge sie flog, wie sie in Caribbean Airlines aufging – und woran du die Jets in alten Fotos sicher erkennst.

Regenbogen-Jets im Archiv

Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Air-Jamaica-Aufnahmen jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Air Jamaica im Überblick

Air Jamaica war die Flag-Carrier Jamaikas und flog von 1969 bis 2015 unter eigenem Namen. Sitz der Airline war die Hauptstadt Kingston, die beiden Drehkreuze lagen am Norman Manley International Airport in Kingston und am Sangster International Airport in Montego Bay – dem Tor für die vielen Touristen an der Nordküste der Insel.

Das Netz war klar auf die großen Herkunftsmärkte des Tourismus ausgerichtet: vor allem die USA, dazu Kanada, Großbritannien und zeitweise Kontinentaleuropa. Ein wichtiger Stützpunkt außerhalb Jamaikas war New York JFK. Zwischen den Inseln der Karibik ergänzten Flüge nach Nassau, Barbados, auf die Kaimaninseln und in andere Nachbarstaaten das Angebot.

Einer Allianz gehörte Air Jamaica nie an. Die Airline war die meiste Zeit in Staatsbesitz, unterbrochen von einer zehnjährigen Phase mit privater Mehrheit. Wirtschaftlich blieb sie über weite Strecken ein Sorgenkind – und am Ende übernahm mit Caribbean Airlines die Flag-Carrier eines Nachbarlands Strecken und Flugzeuge.

JMIATA-Code in der Flugnummer
AJMICAO-Code der Airline
6Y-Kennzeichen-Präfix Jamaikas

Die Geschichte in Etappen

Die Wurzeln reichen in die Zeit kurz nach der Unabhängigkeit Jamaikas zurück. 1963 entstand die Jamaica Air Service, an der der Staat die Mehrheit hielt; Minderheitsaktionäre waren die britische BOAC und die Karibik-Airline BWIA West Indies Airways. Ab 1966 flog sie nach Miami und New York. Die heutige Air Jamaica folgte wenige Jahre später – mit tatkräftiger Hilfe aus Kanada.

1968/1969

Gründung der Air Jamaica (1968) Ltd. im Oktober 1968. Am 1. April 1969 beginnt der Flugbetrieb von Kingston und Montego Bay nach New York JFK und Miami. Air Canada ist beteiligt und stellt Flugzeuge und Crews.

1974

Am 1. April startet die Langstrecke nach Europa. London, Manchester, Frankfurt und Zürich stehen in den folgenden Jahren im Flugplan.

1980

Air Canada steigt aus, Air Jamaica ist nun vollständig in Staatsbesitz. Das Netz reicht von Toronto über Chicago, Dallas und Houston bis nach Europa.

1994–1999

Teilprivatisierung: Eine Investorengruppe um den Hotelier Gordon „Butch“ Stewart übernimmt die Mehrheit. Die Flotte wird modernisiert, Montego Bay wird zum zweiten Drehkreuz, neue Ziele in den USA kommen hinzu.

2004

Nach hohen Verlusten übernimmt der Staat im Dezember wieder alle Anteile. Die Flotte schrumpft in den folgenden Jahren deutlich.

2010/2011

Kaufvertrag mit Caribbean Airlines im April 2010, Abschluss im Mai 2011. Ab 1. Juli 2011 laufen die Flüge unter dem Code BW.

2015

Die Marke Air Jamaica verschwindet endgültig, der Betrieb geht vollständig in Caribbean Airlines auf.

Die Zusammenarbeit mit Air Canada prägte die ersten Jahre stark. Die kanadische Airline hielt einen großen Anteil, half beim Aufbau und brachte Know-how für den Linienbetrieb mit. Erst mit ihrem Ausstieg 1980 stand Air Jamaica vollständig auf eigenen Beinen – als Staatsairline, die gleichzeitig Tourismus-Motor und nationales Aushängeschild sein sollte.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code JM: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code AJM: stand im Flugplan der Flugsicherung.
  • Rufzeichen JAMAICA: so meldete sich die Besatzung im Funk.
  • Code BW: Nach der Übernahme liefen die Flüge ab dem 1. Juli 2011 unter dem IATA-Code von Caribbean Airlines.

Für die Archivarbeit ist der Code-Wechsel wichtig. Ein Foto einer Maschine im Air-Jamaica-Design aus der Zeit nach Mitte 2011 zeigt sehr wahrscheinlich einen Flug von Caribbean Airlines – die Bemalung allein sagt dann nichts mehr über den tatsächlichen Betreiber.

Kennzeichen zuerst

Jamaika hat das Nationalitätszeichen 6Y-, Trinidad und Tobago 9Y-. Zeigt ein Air-Jamaica-Jet am Heck ein 9Y-Kennzeichen, war er bereits Teil der Caribbean-Airlines-Flotte. Wie Kennzeichen grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Privatisierung, Wachstum und Rückkehr zum Staat

Nach vielen Jahren mit Verlusten wurde die Airline 1994 teilprivatisiert: Die Air Jamaica Acquisition Group, angeführt vom Hotelier Gordon „Butch“ Stewart, übernahm 70 Prozent. Der Staat behielt 25 Prozent, die Beschäftigten erhielten 5 Prozent.

Die folgenden Jahre waren die buntesten der Airline-Geschichte. Air Jamaica erneuerte die Flotte mit Airbus-Jets, gründete 1996 die Regionaltochter Air Jamaica Express und baute Montego Bay neben Kingston zum zweiten Drehkreuz aus. In den USA kamen Ziele wie Atlanta, Baltimore, Fort Lauderdale, Los Angeles, Newark und Orlando hinzu. Gleichzeitig zog sich Air Jamaica aus Frankfurt und Zürich zurück, während London Heathrow blieb.

Der wirtschaftliche Erfolg hielt mit dem Wachstum nicht Schritt. Im Dezember 2004 verkaufte die Stewart-Gruppe ihre Anteile an den Staat zurück, der die Airline wieder vollständig übernahm. Die Flotte schrumpfte in den folgenden Jahren deutlich, die Verluste blieben. Air Jamaica Express hatte den Betrieb schon im Oktober 2005 eingestellt. 2009 machten Berichte über eine mögliche Übernahme durch Spirit Airlines die Runde, zustande kam sie nicht.

Air Jamaica Express

Die Regionaltochter flog von April 1996 bis Oktober 2005 unter den Codes JQ (IATA) und JMX (ICAO). Sie ging aus der früheren Trans-Jamaican Airlines hervor und brachte Fluggäste innerhalb Jamaikas und zu Nachbarinseln. Wer alte Fotos mit kleineren Flugzeugen im Air-Jamaica-Stil findet, sollte diese Gesellschaft im Hinterkopf haben.

Die Flotte von Air Jamaica

Die Flotte wechselte über die Jahrzehnte mehrfach komplett. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Typen zusammen; einzelne Jahreszahlen weichen je nach Quelle leicht voneinander ab.

Typ Zeitraum (ca.) Einsatz Spotter-Hinweis
Douglas DC-8 (mehrere Versionen) 1969–1983 Nordamerika, später Europa Der erste Langstrecken-Jet der Airline
DC-9-32 1969–1983 Kurz- und Mittelstrecke Kleiner Zweistrahler mit Hecktriebwerken
Boeing 727-200 1975–1999 Rückgrat des Netzes Drei Triebwerke am Heck
Airbus A300B4 ab 1983 Großraum auf dichten Strecken Erster Airbus der Airline
Airbus A310-300 1995–2004 u. a. Kingston–London Teils mit US-Kennzeichen (N-)
MD-83 1997–2002 Regional und Karibik Kurze Episode
A320 / A321 / A319 1996/1998–2011 Standardflotte der letzten Jahre Größte Typengruppe zum Schluss
Airbus A340-300 1999–2008 London und Manchester Drei Exemplare, das Highlight für Europa-Spotter
Boeing 737-800 2011–2015 Unter Caribbean Airlines Air-Jamaica-Design, 9Y-Kennzeichen

Dazu kamen kurzzeitig geleaste Boeing 707, 747-100, 757-200 und 767-300ER. Gerade diese Leasingflugzeuge sind in Fotoarchiven selten und entsprechend begehrt.

Spannend sind die Lebensläufe einzelner Maschinen. Der A340-300 mit dem Kennzeichen 6Y-JMM etwa kam 2002 aus der Flotte von Air Canada, flog bis 2008 für Air Jamaica und danach für Turkish Airlines und die pakistanische Airblue. Der A320 6Y-JMF wiederum flog nach Air Jamaica in Russland, der Ukraine und Estland und endete laut Wikimedia Commons nach einem Landeunfall 2018 als Trainingsobjekt in Calw in Baden-Württemberg. Wie du solche Lebensläufe selbst nachverfolgst, zeigt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.

Ehemalige Air-Jamaica-Jets wiederfinden

Leg in Planetrack Sichtungs-Alarme für Kennzeichen an und lass dich benachrichtigen, wenn ein Flugzeug mit Karibik-Vergangenheit in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Woran du Air Jamaica erkennst

Das Design, an das die meisten Spotter denken, stammt aus der Zeit nach der Privatisierung. Fotos aus den frühen 2000er-Jahren zeigen den Rumpf in breiten, waagerechten Farbbändern: oben Gelb, darunter Orange, Rot, Magenta und ein violettes Blau, das zum Bauch hin in Weiß übergeht. Das Leitwerk ist dunkelblau, oben mit einem Streifen in den Rumpffarben, und trägt einen stilisierten goldenen Vogel als Logo. Der Schriftzug „airJamaica“ kombiniert ein pinkes „air“ mit einem blauen „Jamaica“. Unter dem Cockpit sitzen eine kleine jamaikanische Flagge und der Name des Flugzeugs in Schreibschrift.

Unter Fans ist für diese Jets der Spitzname „Love Bird“ verbreitet, der sich auf das Vogel-Logo und die fröhliche Optik bezieht. Eine offizielle Herleitung ist schwer zu belegen – als Suchbegriff in Fotodatenbanken und Foren funktioniert er aber gut.

In den letzten Jahren wurde das Design deutlich ruhiger. Fotos von 2009 zeigen einen weißen Rumpf mit dem bekannten Schriftzug und das blaue Leitwerk mit dem goldenen Vogel – die Regenbogen-Streifen waren verschwunden. Elemente des klassischen Designs übernahm auch die angepasste Bemalung der 737-800 unter Caribbean Airlines. Mehr zu solchen Designwechseln findest du im Artikel Wenn Airlines ihr Design wechseln.

Zeigt dein altes Foto wirklich Air Jamaica?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Dunkelblaues Leitwerk mit goldenem Vogel-Logo
  • Schriftzug „airJamaica“ in Pink und Blau
  • Regenbogen-Streifen am Rumpf oder weißer Rumpf mit blauem Heck
  • Kennzeichen mit 6Y-, N- oder 9Y-
  • Typ aus der A320-Familie, A310, A340-300, Boeing 727 oder 737-800
  • Aufnahme vor 2015, in Europa vor allem vor 2010

Dass Air Jamaica es in Ranglisten der schönsten Bemalungen schafft, ist kein Zufall. Einen Überblick über Designs mit ähnlichem Kultstatus bietet der Artikel Legendäre Airline-Lackierungen.

Strecken nach Europa und Nordamerika

Den Kern bildeten die USA. Schon zum Start 1969 flog Air Jamaica nach New York JFK und Miami, später kamen Philadelphia, Chicago, Dallas, Houston und – nach der Privatisierung – Atlanta, Baltimore, Fort Lauderdale, Los Angeles, Newark und Orlando dazu. In Kanada war Toronto ein fester Punkt. Wer in dieser Zeit am Flughafen New York JFK oder in Miami fotografierte, sah Air Jamaica regelmäßig.

Für europäische Spotter war die Airline ab 1974 ein Thema. Neben London flog Air Jamaica zeitweise nach Manchester, Frankfurt und Zürich. Frankfurt und Zürich verschwanden bis Ende der 1990er-Jahre aus dem Netz, die Verbindung nach London blieb. 1996 flog Air Jamaica zwischen Kingston und London Heathrow mit dem A310, später übernahm der A340-300. Fotos aus den Jahren 2002 und 2003 zeigen die A340 in Heathrow und am Flughafen Manchester.

Gute Chancen auf Air-Jamaica-Bilder, wenn …

  • du Archivfotos aus Heathrow oder Manchester von 1999 bis 2008 durchsiehst – die Zeit der A340
  • du Aufnahmen aus New York, Miami, Fort Lauderdale oder Toronto vor 2011 hast

Prüf es genau, wenn …

  • ein Foto nach Mitte 2011 entstanden ist – dann flog wahrscheinlich Caribbean Airlines
  • du alte Aufnahmen aus Frankfurt oder Zürich hast – dort war Air Jamaica nur in früheren Jahrzehnten zu sehen

Keine Chance auf Air Jamaica, wenn …

  • du heute nach JM-Flugnummern suchst – die Marke existiert seit 2015 nicht mehr

Wer heute die Orte von damals besuchen will, findet in Manchester mit dem Runway Visitor Park und in London an der Myrtle Avenue in Heathrow klassische Standpunkte. Karibik-Verkehr gibt es dort weiterhin – nur eben mit anderen Airlines.

Das Ende: Übernahme durch Caribbean Airlines

Im Januar 2010 unterzeichneten Air Jamaica und Caribbean Airlines eine Absichtserklärung zur Zusammenführung. Der Kaufvertrag folgte am 28. April 2010. Die Idee: Caribbean Airlines, die staatliche Airline von Trinidad und Tobago und Nachfolgerin der BWIA, übernimmt die wichtigsten Strecken und die verbliebenen Flugzeuge. Im Gegenzug erhielt Jamaika einen Anteil an Caribbean Airlines.

Januar 2010

Absichtserklärung zwischen Air Jamaica und Caribbean Airlines.

April 2010

Kaufvertrag: Caribbean übernimmt Strecken und Flugzeuge, Air Jamaica als eigenständige Airline endet.

Mai bis Juli 2011

Abschluss der Beteiligungsvereinbarung im Mai, ab 1. Juli laufen die Flüge unter dem Code BW.

2015

Die letzten Spuren der Marke verschwinden, Air Jamaica geht endgültig in Caribbean Airlines auf.

Für Spotter ist die Zeit zwischen 2010 und 2015 eine knifflige Übergangsphase. Caribbean Airlines kündigte im Oktober 2010 an, die Airbus-Flotte von Air Jamaica durch Boeing 737-800 zu ersetzen. Einige dieser 737 trugen weiterhin das Air-Jamaica-Design, flogen aber mit Kennzeichen aus Trinidad und Tobago und unter Caribbean-Flugnummern. Wer solche Mischformen sauber einordnen will, findet im Artikel zu Hybrid- und Mischlackierungen passende Beispiele.

Häufige Verwechslungen

  • JM für Jamaika-Kennzeichen halten – JM ist der IATA-Airline-Code, das Nationalitätszeichen für Flugzeuge aus Jamaika lautet 6Y-.
  • Jede Air-Jamaica-Bemalung für einen Air-Jamaica-Flug halten – ab Juli 2011 flog Caribbean Airlines unter BW, auch im alten Design.
  • Den A340 mit einem A330 verwechseln – der A340-300 hat vier Triebwerke, der A330 zwei. Mehr dazu im Guide A330 oder A340?.
  • Air Jamaica Express mit Air Jamaica gleichsetzen – die Regionaltochter hatte eigene Codes (JQ und JMX).
  • Air Jamaica mit BWIA verwechseln – beide waren Karibik-Airlines mit Flügen nach London, BWIA kam aber aus Trinidad und Tobago.
  • N-Kennzeichen für einen US-Betreiber halten – Air Jamaica setzte mehrere Flugzeuge mit US-Registrierung ein.

Dein Karibik-Archiv in der Community

Teile alte Air-Jamaica-Fotos mit Typ, Kennzeichen und Flughafen, sammle sie in deinem Hangar und tausch dich mit anderen Fans der Regenbogen-Jets aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Air Jamaica war mehr als eine Staatsairline: Sie stand für den Tourismus der Insel, verband die Karibik über Jahrzehnte mit Nordamerika und Europa und brachte mit ihren Regenbogen-Jets Farbe an Flughäfen wie Heathrow und Manchester. Nach Privatisierung, Rückkehr zum Staat und Übernahme durch Caribbean Airlines ist die Marke seit 2015 Geschichte. Für dein Logbuch bleibt sie ein dankbares Archiv-Thema – mit Kennzeichen, Typ und Datum ordnest du jedes alte Foto sicher ein.

Kurzfazit

Air Jamaica (IATA JM, ICAO AJM) war von 1969 bis 2015 die Flag-Carrier Jamaikas. Am goldenen Vogel auf blauem Heck erkennst du die Airline, am Kennzeichen (6Y-, N- oder 9Y-), wer das Flugzeug tatsächlich betrieb.

Zusammenfassung

  • Air Jamaica startete 1969 als staatliche Flag-Carrier mit Hilfe von Air Canada und verband Kingston und Montego Bay mit Nordamerika und ab 1974 mit Europa.
  • Nach der Teilprivatisierung 1994 wuchs die Airline stark, kehrte aber 2004 nach hohen Verlusten wieder vollständig in Staatsbesitz zurück.
  • Caribbean Airlines aus Trinidad und Tobago übernahm 2010 Strecken und Flugzeuge; die Marke lebte auf einigen 737-800 noch bis 2015 weiter.
  • Für Spotter ist Air Jamaica heute ein Archiv-Thema: Kennzeichen, Typ und Aufnahmeort machen alte Fotos der Regenbogen-Jets zu sauberen Logbuch-Einträgen.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Air Jamaica?

Air Jamaica flog mit dem IATA-Code JM in der Flugnummer und dem ICAO-Code AJM. Im Funk meldete sich die Besatzung mit „JAMAICA“. Nach der Übernahme durch Caribbean Airlines wurden die Flüge ab dem 1. Juli 2011 unter deren Code BW geführt.

Wann hat Air Jamaica den Flugbetrieb eingestellt?

Das Ende kam in Etappen. Ende April 2010 unterschrieben Jamaika und Caribbean Airlines den Kaufvertrag, Caribbean übernahm die wichtigsten Strecken und die verbliebenen Flugzeuge. Im Mai 2011 wurde der Deal mit der Beteiligung Jamaikas an Caribbean Airlines abgeschlossen. Einige Boeing 737-800 flogen danach noch im Air-Jamaica-Design, 2015 verschwand die Marke endgültig.

Ist Air Jamaica nach Europa geflogen?

Ja. Die Langstrecke nach Europa begann am 1. April 1974. Im Lauf der Jahre standen London, Manchester, Frankfurt und Zürich im Flugplan. Frankfurt und Zürich wurden bis Ende der 1990er-Jahre aufgegeben, London Heathrow blieb – 1996 zum Beispiel ab Kingston mit dem Airbus A310, später mit dem A340-300.

Was ist die „Love Bird“-Lackierung von Air Jamaica?

So nennen viele Fans die bunten Air-Jamaica-Jets der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre: Der Rumpf trug breite Streifen in Regenbogenfarben, das dunkelblaue Leitwerk einen stilisierten goldenen Vogel. Woher der Spitzname genau stammt, ist nicht sauber belegt – sicher ist, dass das Design zu den farbenfrohsten seiner Zeit gehörte.

Welche Flugzeuge flog Air Jamaica?

In den Anfangsjahren Douglas DC-8 und DC-9, danach lange die Boeing 727-200. Ab 1983 kam der Airbus A300B4, ab Mitte der 1990er-Jahre A310-300 und die A320-Familie, von 1999 bis 2008 außerdem drei A340-300 für die Langstrecke. Zeitweise flogen auch MD-83 sowie geleaste Boeing 747, 757 und 767. Zum Schluss setzte Caribbean Airlines Boeing 737-800 im Air-Jamaica-Design ein.

Wer war an Air Jamaica beteiligt?

Die Airline war die meiste Zeit in Staatsbesitz. Air Canada hielt in den Anfangsjahren einen Anteil und stellte Flugzeuge und Crews, bis zum Ausstieg 1980. 1994 übernahm eine Investorengruppe um den Hotelier Gordon „Butch“ Stewart die Mehrheit, der Staat behielt 25 Prozent. Ende 2004 übernahm der Staat die Airline wieder komplett.

Was war Air Jamaica Express?

Die regionale Schwester von Air Jamaica. Sie ging 1996 aus der früheren Trans-Jamaican Airlines hervor, verband Inlands- und Inselziele als Zubringer und stellte den Betrieb im Oktober 2005 ein. Ihre Codes waren IATA JQ und ICAO JMX.

Kann ich Air Jamaica heute noch spotten?

Nein, Flüge unter dem Namen Air Jamaica gibt es seit 2015 nicht mehr. Viele frühere Air-Jamaica-Flugzeuge flogen aber bei anderen Airlines weiter. Ein Teil des Streckennetzes ging 2010 an Caribbean Airlines über.

Air Jamaica im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Airbus A340-300

Vier schlanke Triebwerke, ein drittes Fahrwerksbein unter dem Rumpf und der Rumpf einer A330: Die A340-300 ist Airbus’ klassischer Langstrecken-Vierstrahler – und verschwindet gerade aus Europas Flotten. So erkennst du sie, solange es noch geht.

Flugzeugtyp

Airbus A310

Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.

Flugzeugtyp

Airbus A320 (ceo)

Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

Airbus A321 (ceo)

Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Airbus A319

Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.

Flugzeugtyp

Airbus A300B4

Die A300B4 war die Version, mit der Airbus wirklich ins Geschäft kam: mehr Treibstoff, mehr Reichweite, und 1978 der Durchbruch in den USA. Heute ist sie eine Rarität, die fast nur noch als Frachter unterwegs ist.

Flugzeugtyp

Boeing 727-200

Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.

Flugzeugtyp

Boeing 737-800

Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.

Flugzeugtyp

Douglas DC-8

Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-83

Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.

Weitere Airlines

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du Air Jamaica vor die Linse bekommst

Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Airlines aus Jamaika