Das Wichtigste in Kürze
- Die TriStar ist ein historischer Dreistrahler: Erstflug 1970, nur 250 gebaut, im regulären Passagierverkehr längst verschwunden.
- Schnellster Erkennungsweg: Der dritte Motor steckt im Heck, sein Lufteinlass liegt flach vor dem Seitenleitwerk – bei der DC-10 sitzt er gut sichtbar mitten in der Flosse.
- Einziger Antrieb war das Rolls-Royce RB211; dessen Entwicklungskrise 1971 verzögerte das ganze Programm.
- Deutscher Bezug: LTU flog die TriStar von 1973 bis 1996 ab Düsseldorf und war die einzige deutsche Betreiberin.
- Militärisch war die TriStar bei der Royal Air Force bis 2014 als Tanker und Transporter in Brize Norton im Einsatz.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Lockheed L-1011 TriStar?
- 2.Die Rolls-Royce-Krise: ein Fehlstart mit Folgen
- 3.Technik: Warum die TriStar als Hightech-Flieger galt
- 4.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.TriStar, DC-10 oder MD-11?
- 6.Die Versionen im Überblick
- 7.Die TriStar bei der LTU
- 8.Die TriStar bei der Royal Air Force
- 9.Weitere Betreiber weltweit
- 10.Wo du die TriStar heute noch siehst
- 11.Fototipps für eine TriStar
- 12.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 13.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Lockheed (heute Lockheed Martin) |
|---|---|
| Kategorie | Dreistrahliger Großraumjet für Mittel- und Langstrecke |
| ICAO-Typcode | L101 |
| Erstflug | 16. November 1970 |
| Linienbetrieb ab | April 1972 bei Eastern Air Lines |
| Erstflug L-1011-500 | 16. Oktober 1978 |
| Gebaut | 250 Maschinen, Endmontage in Palmdale (Kalifornien) |
| Produktionsende | Auslieferungen bis Mitte der 1980er-Jahre |
| Triebwerke | 3 × Rolls-Royce RB211 (-22 bzw. -22B bei L-1011-1 und -100, -524B bei -200 und -500) |
| Länge | rund 54,2 m (L-1011-1), rund 50,1 m (L-1011-500) |
| Spannweite | rund 47,3 m (L-1011-1), rund 50,1 m (L-1011-500) |
| Höhe | rund 16,9 m |
| Sitzplätze | je nach Version und Bestuhlung rund 250 bis über 300 |
| Status | Im Linienverkehr ausgemustert; einzelne Exemplare als Sonderflugzeug, in Museen oder abgestellt |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Drei Triebwerke: je eines unter den Flügeln, das dritte tief im Heck eingebaut
- Der Einlauf des Mitteltriebwerks sitzt als ovale Öffnung direkt am Fuß des Seitenleitwerks, die Luft läuft durch einen S-förmigen Kanal
- Der Austritt des Mitteltriebwerks liegt im Heckkonus – anders als bei DC-10 und MD-11, wo das Triebwerk hoch oben in der Flosse sitzt
- Glatt nach oben laufendes, vergleichsweise schlankes Seitenleitwerk ohne durchgehende Triebwerksgondel
- Hauptfahrwerk mit zwei vierrädrigen Beinen, kein zusätzliches Mittelfahrwerk
- Die L-1011-500 wirkt deutlich kürzer und gedrungener, mit verlängerten Flügelspitzen
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein breiter Dreistrahler, aber das dritte Triebwerk scheint zu fehlen: Oben in der Flosse sitzt kein Motor, nur ein flacher Lufteinlass direkt davor, und hinten am Rumpf glüht ein Abgasstrahl. Genau so sieht eine Lockheed L-1011 TriStar aus. Heute ist sie ein historisches Flugzeug, das du fast nur noch in Museen, auf Abstellflächen oder in alten Dias findest. Für viele Spotter im Rheinland ist sie trotzdem ein Stück Kindheit, denn die LTU flog sie über zwei Jahrzehnte ab Düsseldorf. Auf dieser Seite erfährst du, wie du die TriStar sicher von DC-10 und MD-11 unterscheidest, welche Versionen es gab und wo der Typ heute noch auftaucht.
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Was ist die Lockheed L-1011 TriStar?
Die L-1011 ist ein dreistrahliger Großraumjet, den Lockheed Ende der 1960er-Jahre für die Mittel- und Langstrecke entwickelte. Sie gehört zur ersten Generation der Widebodys, die nach der Boeing 747 auf den Markt kamen, und zielte auf einen Bedarf, den die US-Airlines damals sahen: ein Flugzeug mit deutlich mehr Plätzen als die schmalen Vierstrahler, aber kleiner und sparsamer als der Jumbo – etwa für Strecken quer durch die USA.
Den gleichen Gedanken hatte McDonnell Douglas mit der DC-10. Beide Flugzeuge haben zwei Gänge, drei Triebwerke und ähnliche Abmessungen – und beide konkurrierten um dieselben Kunden. Das Ergebnis ist bekannt: Die DC-10 verkaufte sich deutlich besser, die TriStar blieb bei 250 gebauten Exemplaren. Für Lockheed war sie das letzte zivile Verkehrsflugzeug. Danach konzentrierte sich das Unternehmen auf militärische Programme wie die C-130 Hercules, heute unter dem Dach von Lockheed Martin.
Der Erstflug fand am 16. November 1970 statt. Im April 1972 folgten Zulassung und Betriebsstart bei Eastern Air Lines. Gebaut wurde die TriStar in Palmdale in Kalifornien, die letzten Maschinen gingen Mitte der 1980er-Jahre an die Kunden.
Die Rolls-Royce-Krise: ein Fehlstart mit Folgen
Lockheed setzte bei der TriStar komplett auf ein neues Triebwerk: das Rolls-Royce RB211, ein Dreiwellen-Turbofan, der damals technisch sehr ehrgeizig war. Die Entwicklung lief aus dem Ruder, die Kosten explodierten, und im Februar 1971 musste Rolls-Royce in die Zwangsverwaltung. Der britische Staat übernahm das Unternehmen, damit das Triebwerk fertig entwickelt werden konnte. Auch Lockheed selbst geriet in Schieflage und brauchte Rückendeckung der US-Regierung.
Für die TriStar bedeutete das rund ein Jahr Verspätung. In dieser Zeit lieferte McDonnell Douglas bereits die ersten DC-10 aus; American Airlines erhielt ihre erste Maschine im Sommer 1971. Die DC-10 bot außerdem eine Triebwerkswahl und war günstiger zu haben. Die TriStar dagegen gab es nur mit dem RB211, das sich später zwar als erfolgreiche Triebwerksfamilie erwies, der TriStar aber den Start verhagelte. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu Rolls-Royce.
Hinzu kam, dass die frühe L-1011-1 nur eine begrenzte Reichweite hatte. Für echte Interkontinentalstrecken war sie anfangs kaum geeignet. Erst die spätere L-1011-500 schloss diese Lücke – zu einem Zeitpunkt, als der Markt sich schon Richtung zweistrahliger Großraumjets wie der Airbus A300 bewegte.
Technik: Warum die TriStar als Hightech-Flieger galt
Trotz des wirtschaftlichen Misserfolgs genießt die TriStar unter Piloten und Technikfans einen hervorragenden Ruf. Einige Merkmale waren in den 1970er-Jahren ungewöhnlich:
- Autoland bis Kategorie IIIc: Die TriStar war der erste Großraumjet, der für automatische Landungen bei praktisch null Sicht zugelassen wurde.
- Direct Lift Control: Beim Anflug regelten automatisch gesteuerte Spoiler den Auftrieb. So ließ sich der Gleitpfad halten, ohne dass die Nase ständig auf und ab gehen musste.
- Pendelruder statt Trimmflosse: Das gesamte Höhenleitwerk bewegt sich als Ganzes.
- S-Duct-Mitteltriebwerk: Das dritte Triebwerk sitzt im Heck, die Luft gelangt über einen S-förmigen Kanal vom Einlass oberhalb des Rumpfs zum Motor – dasselbe Prinzip wie bei der Boeing 727, nur in Großraum-Dimension.
Gerade das S-Duct prägt die Silhouette und ist der Schlüssel zur Erkennung. Wie unterschiedlich Triebwerksanordnungen aussehen, zeigt dir der Guide Triebwerke erkennen.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Wer die TriStar einmal bewusst neben einer DC-10 gesehen hat, verwechselt sie nie wieder. Diese drei Schritte führen dich sicher zum Ergebnis – auch auf alten Fotos.
Zum Heck schauen
Sitzt oben in der Flosse eine große, durchgehende Triebwerksröhre? Dann ist es eine DC-10 oder MD-11. Siehst du stattdessen nur einen flachen, ovalen Einlass direkt vor dem Seitenleitwerk, bist du bei der TriStar.
Abgasstrahl suchen
Bei der TriStar tritt der dritte Abgasstrahl ganz hinten am Rumpfende aus dem Heckkonus aus. Das Leitwerk selbst wirkt dadurch schlank und „sauber“.
Fahrwerk prüfen
Zwei Hauptfahrwerksbeine mit je vier Rädern, kein drittes Bein in der Rumpfmitte. Eine DC-10-30 oder MD-11 hat dagegen ein zusätzliches Mittelfahrwerk.
Für die Version gilt: Die L-1011-500 ist sichtbar kürzer, hat weniger Türen auf jeder Seite und längere Flügelspitzen. Den Rest klärt das Kennzeichen, mit dem du jede Maschine in Datenbanken nachschlagen kannst. Wie du Typen generell am Fahrwerk unterscheidest, erklärt der Artikel Fahrwerkskonfigurationen als Erkennungsmerkmal.
Praxis-Tipp für alte Fotos
Viele TriStar-Bilder stammen aus Dia- und Negativarchiven. Wenn nur die Seitenansicht zu sehen ist, achte auf die Höhe des Mitteltriebwerks: Liegt die Abgasöffnung auf Höhe des Rumpfendes, ist es eine TriStar – sitzt sie weit darüber in der Flosse, eine DC-10 oder MD-11.
TriStar, DC-10 oder MD-11?
Alle drei sind große Dreistrahler aus derselben Ära, und auf den ersten Blick wirken sie ähnlich. Die Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen.
| Merkmal | L-1011 TriStar | DC-10 | MD-11 |
|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | L101 | DC10 | MD11 |
| Mitteltriebwerk | tief im Heck, S-Duct | gerade Röhre in der Flosse | gerade Röhre in der Flosse |
| Triebwerkswahl | nur Rolls-Royce RB211 | GE oder Pratt & Whitney | GE oder Pratt & Whitney |
| Winglets | nein | nein | ja |
| Mittelfahrwerk | nein | bei der -30 und -40 | ja |
| Heute im Einsatz | praktisch nicht mehr | nur noch vereinzelt | vor allem als Frachter |
Die MD-11 erkennst du zusätzlich an den kleinen Winglets, die nach oben und unten zeigen. Ein militärischer Verwandter der DC-10 ist der Tanker KC-10 Extender – auch er hat das Triebwerk in der Flosse.
Schnellbestimmung: klassischer Großraum-Dreistrahler
Lockheed L-1011 TriStar
Mitteltriebwerk im Heck mit S-Duct-Einlass und glatte Flügel sind das typische TriStar-Bild. Wirkt der Rumpf kurz und gedrungen, ist es eine L-1011-500.
McDonnell Douglas DC-10
Das Triebwerk mitten in der Flosse und Flügel ohne Winglets sprechen für die DC-10 oder ihre Militärvariante KC-10.
McDonnell Douglas MD-11
Die Winglets nach oben und unten verraten die MD-11, den gestreckten Nachfolger der DC-10. Heute triffst du sie fast nur noch als Frachter.
Die Versionen im Überblick
Lockheed baute die TriStar in mehreren Ausführungen, die sich äußerlich zum Teil kaum unterscheiden. Für Spotter ist vor allem der Sprung von den langen Versionen zur kurzen -500 sichtbar.
| Version | Kennzeichen der Version |
|---|---|
| L-1011-1 | Ursprüngliche Serienversion mit RB211-22, rund 54 m lang, größte Stückzahl |
| L-1011-100 | Zusätzlicher Mitteltank und höhere Gewichte für mehr Reichweite |
| L-1011-200 | Stärkere RB211-524B-Triebwerke, gedacht für heiße und hoch gelegene Flughäfen |
| L-1011-50, -150, -250 | Nachträgliche Umbauten älterer Zellen mit höheren Gewichten |
| L-1011-500 | Rund vier Meter kürzer, mehr Treibstoff, verlängerte Flügelspitzen, echte Langstrecke |
Die L-1011-500 flog erstmals am 16. Oktober 1978, Erstkundin war British Airways, die sie ab Mai 1979 im Liniendienst einsetzte. Am Flughafen London-Heathrow war die TriStar damit lange ein vertrautes Bild. Mit der -500 hatte Lockheed endlich ein Langstreckenmuster, aber die Bestellungen blieben überschaubar.
Die TriStar bei der LTU
In Deutschland hat die TriStar genau eine Betreiberin gehabt: die Düsseldorfer Charterairline LTU. Ab dem Frühjahr 1973 flog die erste Maschine vom Flughafen Düsseldorf aus in den Mittelmeerraum. LTU setzte zunächst die langen Versionen ein und bestuhlte sie dicht für den Ferienverkehr. Über Jahre bestand die Großraumflotte der LTU ausschließlich aus TriStars, und die weiß-roten Dreistrahler wurden zum Symbol für Pauschalurlaub aus dem Rheinland.
Ab 1980 kamen L-1011-500 dazu. In der TriStar-Ära erschloss LTU auch weiter entfernte Ferienziele wie Sri Lanka, die Malediven, Thailand und Kenia. Ein bekannter Einschnitt war der 28. Juni 1991: Bei Wartungsarbeiten in Düsseldorf brannte die TriStar D-AERI aus, verletzt wurde niemand. 1996 verabschiedete LTU nach 23 Jahren ihre letzten TriStars.
Wer damals am Düsseldorfer Zaun stand, hat die L101 vermutlich im Logbuch. Wie du deine historischen Sichtungen heute ordnest, zeigt der Artikel Alle Flugzeugtypen sammeln.
Die TriStar bei der Royal Air Force
Eine zweite Karriere machte die TriStar in Großbritannien. Die Royal Air Force übernahm in den 1980er-Jahren gebrauchte L-1011-500: sechs von British Airways und drei von Pan Am. Daraus entstanden vier Versionen:
- TriStar K1: Tanker, alternativ auch als Truppentransporter nutzbar
- TriStar KC1: Tanker mit großem Frachttor auf der linken Rumpfseite
- TriStar C2: reiner Transporter, nah an der zivilen Version
- TriStar C2A: wie die C2, aber mit zusätzlicher militärischer Kommunikationsausrüstung
Stationiert waren die Maschinen bei der No. 216 Squadron in RAF Brize Norton. Sie tankten Kampfjets in der Luft auf und flogen Truppen und Material in Einsatzgebiete. Im März 2014 flogen die TriStars ihre letzten Einsätze, die Staffel wurde aufgelöst. Nachfolger ist der Airbus A330 MRTT. Wie du Tanker generell bestimmst, erfährst du im Guide Tankflugzeuge erkennen.
Militärflugplätze: Regeln beachten
Auch wenn die TriStar dort nicht mehr fliegt: An britischen und deutschen Militärflugplätzen gelten eigene Regeln fürs Fotografieren. Prüf vor jedem Besuch, wo du stehen darfst – Details im Guide Fotografieren an Militärflugplätzen.
Weitere Betreiber weltweit
Größte Kundin war Delta Air Lines, die die TriStar bis 2001 einsetzte. Der obere Rumpfvorderteil des Prototyps ist heute im Delta Flight Museum in Atlanta ausgestellt, nahe dem Flughafen Atlanta. Erstkundin und erste Betreiberin war die historische Eastern Air Lines, daneben flogen unter anderem TWA, Pan Am, British Airways, Cathay Pacific, Saudia und Gulf Air den Dreistrahler.
In Europa hielt sich die TriStar am längsten bei kleineren Charter- und ACMI-Anbietern. Nachdem die portugiesische EuroAtlantic Airways ihre letzte TriStar 2010 ausgemustert hatte, war der Typ aus dem europäischen Zivilverkehr verschwunden.
Wo du die TriStar heute noch siehst
Die ehrliche Antwort: kaum noch im Flug. Für Spotter ist die TriStar heute ein Museums- und Archivtyp. Einige Optionen gibt es trotzdem.
| Ort | Chance | Warum |
|---|---|---|
| Flugbetrieb mit Stargazer | sehr gering | Einzige flugfähige L-1011, Sondereinsätze für Raketenstarts |
| Museen | gut | Erhaltene Rümpfe und Teile, z. B. im Delta Flight Museum in Atlanta |
| Abstellflächen und Wüstenparkplätze | gering bis mittel | Einzelne Zellen stehen noch abgestellt, oft schwer zugänglich |
| Fotoarchive und Dias | hoch | Für Logbuch und Typensammlung oft der realistischste Weg |
Die bekannteste noch flugfähige Maschine ist „Stargazer“, eine umgebaute L-1011-100, die Northrop Grumman (früher Orbital Sciences) als fliegende Startplattform für Pegasus-Raketen nutzt. Die Rakete hängt unter dem Rumpf und wird in großer Höhe ausgeklinkt. Einsätze sind selten und nicht vorhersehbar – eine Sichtung ist eher Glück als Planung.
Daneben sind Teile und Zellen in Museen und an Ausstellungsorten erhalten, etwa in Kansas City, in Trinidad und Tobago oder als Tauchziel im Roten Meer vor Aqaba in Jordanien. Bevor du für eine TriStar reist, prüf unbedingt aktuell, ob das Exemplar noch vorhanden und zugänglich ist. Wie selten so eine Begegnung einzuordnen ist, erklärt der Artikel Wie selten ist meine Sichtung?, weitere Raritäten findest du unter Seltene Flugzeuge spotten.
Seltene Typen im Blick
Setz die TriStar auf deine Wunschliste und poste deine Museums- oder Archivsichtung mit Foto, Typ und Ort in der Community. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps für eine TriStar
Ob im Museum oder bei einer der seltenen Gelegenheiten im Flug: Die TriStar hat eine besonders elegante Linie, die sich lohnt.
Heck in Szene setzen
Das S-Duct ist das Markenzeichen. Eine Dreiviertelansicht von schräg hinten zeigt Einlass, Flosse und Heckkonus gleichzeitig.
Seitenprofil für den Vergleich
Ein sauberes Seitenprofil macht die Länge deutlich – damit lassen sich lange Versionen und die kurze -500 später gut auseinanderhalten.
Details im Museum
Bei ausgestellten Zellen lohnen Nahaufnahmen von Cockpit, Fahrwerk und Triebwerkseinlass. Achte auf die Hausregeln zum Fotografieren.
Wenn du historische Typen allgemein besser einordnen willst, hilft der Guide Oldtimer am Himmel erkennen. Und wie die Codes wie L101 aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die TriStar, wenn …
- das dritte Triebwerk tief im Rumpfende sitzt
- vor der Flosse nur ein flacher, ovaler Lufteinlass liegt
- du zwei vierrädrige Hauptfahrwerksbeine und kein Mittelfahrwerk siehst
- in der Datenbank L101 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Maschine nur von vorn oder im Gegenlicht siehst
- das Foto unscharf oder stark beschnitten ist
- der Rumpf auffällig kurz wirkt – dann ist es vermutlich eine L-1011-500
Es ist keine TriStar, wenn …
- das Mitteltriebwerk als Röhre hoch in der Flosse sitzt – dann bist du bei der DC-10 oder MD-11
- die Flügel Winglets haben
- der Rumpf schmal ist und ein T-Leitwerk trägt – das ist eine Boeing 727
- du vier Triebwerke zählst, etwa bei der Boeing 747-200
Fazit
Die L-1011 TriStar ist ein Lehrstück darüber, dass gute Technik allein nicht reicht. Sie war technisch fortschrittlich und bei vielen Crews geschätzt, kam aber zu spät, hatte nur ein Triebwerk zur Auswahl und verlor das Duell gegen die DC-10. Für Spotter bleibt sie ein Klassiker mit klarem Erkennungsmerkmal und einer starken deutschen Geschichte bei der LTU in Düsseldorf. Wer ähnliche Klassiker sucht, findet bei der Super Constellation ein weiteres großes Lockheed-Kapitel.
Kurzfazit
Drittes Triebwerk tief im Heck, flacher S-Duct-Einlass vor der Flosse, kein Mittelfahrwerk: Das ist die L-1011 TriStar. Im Flug ist sie heute eine Ausnahmeerscheinung – Museen, Archive und mit viel Glück die Stargazer sind deine Chancen auf den Typ L101.
Zusammenfassung
- Lockheed entwickelte die L-1011 Ende der 1960er-Jahre für denselben Markt wie die McDonnell Douglas DC-10 – und verlor das Rennen um die Stückzahlen.
- Technisch galt die TriStar als ihrer Zeit voraus, etwa mit einem Autoland-System für Landungen bei praktisch null Sicht.
- LTU machte den Typ ab 1973 zum Rückgrat ihrer Ferienflüge ab Düsseldorf, die RAF nutzte gebrauchte L-1011-500 bis März 2014.
- Heute ist eine TriStar im Flug eine echte Rarität; Spotter finden den Typ vor allem in Museen, auf Abstellflächen und in Fotoarchiven.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die L-1011 TriStar?
Die TriStar läuft unter L101. Alle Versionen, von der L-1011-1 bis zur verkürzten L-1011-500, teilen sich diesen Code.
Wie unterscheide ich TriStar und DC-10?
Am Heck. Bei der DC-10 sitzt das dritte Triebwerk als gerade Röhre hoch oben im Seitenleitwerk, man kann hindurchsehen. Bei der TriStar steckt es tief im Rumpfende: Vor der Flosse liegt nur ein flacher Lufteinlass, der Abgasstrahl tritt am Heckkonus aus. Außerdem hat die DC-10-30 ein zusätzliches Mittelfahrwerk, die TriStar nicht.
Warum wurden so wenige TriStars gebaut?
Die DC-10 kam früher auf den Markt, bot eine Triebwerkswahl und war günstiger. Die TriStar hing dagegen allein am Rolls-Royce RB211, dessen Entwicklung 1971 in eine schwere Krise geriet. Rolls-Royce ging in die Zwangsverwaltung und wurde vom britischen Staat übernommen, die TriStar kam rund ein Jahr später als geplant. Am Ende entstanden nur 250 Exemplare, und Lockheed zog sich aus dem zivilen Verkehrsflugzeugbau zurück.
Was ist die L-1011-500?
Die Langstreckenversion der TriStar. Ihr Rumpf ist gut vier Meter kürzer, dafür hat sie stärkere RB211-524-Triebwerke, mehr Treibstoff und verlängerte Flügelspitzen. Erstflug war im Oktober 1978, Erstkundin British Airways ab 1979.
Welche Airlines flogen die TriStar?
Größte Betreiberin war Delta Air Lines, die den Typ bis 2001 einsetzte. Dazu kamen unter anderem Eastern Air Lines als Erstkundin, TWA, Pan Am, British Airways, Cathay Pacific, Saudia und Gulf Air – und in Deutschland LTU.
Fliegt heute noch eine TriStar?
Im Passagierverkehr nicht mehr. Bekannt ist vor allem die umgebaute TriStar „Stargazer“, die Northrop Grumman (früher Orbital Sciences) als fliegende Startplattform für Pegasus-Raketen nutzt. Sie gilt als letzte flugfähige L-1011. Ob und wann sie fliegt, ist für Spotter kaum planbar.
Wie lange flog die RAF die TriStar?
Die Royal Air Force setzte gebrauchte L-1011-500 von British Airways und Pan Am als Tanker und Transporter ein, stationiert bei der No. 216 Squadron in Brize Norton. Die letzten Einsätze flogen die Maschinen im März 2014; Nachfolger ist der Airbus A330 MRTT.
Lockheed L-1011 TriStar sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
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Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FrachterMcDonnell Douglas MD-11
Drei Triebwerke, Winglets und ein Triebwerk mitten im Seitenleitwerk: Die MD-11 war der letzte große Trijet und fliegt heute fast nur noch als Frachter. So erkennst du sie, so grenzt du sie von der DC-10 ab und so stehen deine Chancen nach dem Grounding 2025.
HistorischBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
HistorischBoeing 747-200
Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.
HistorischAirbus A300B4
Die A300B4 war die Version, mit der Airbus wirklich ins Geschäft kam: mehr Treibstoff, mehr Reichweite, und 1978 der Durchbruch in den USA. Heute ist sie eine Rarität, die fast nur noch als Frachter unterwegs ist.
MilitärMcDonnell Douglas KC-10 Extender
Ein Trijet in Grau, fast ohne Fenster, mit Tankausleger unter dem Heck: Die KC-10 Extender war über 40 Jahre lang das größte Tank- und Transportflugzeug der US Air Force. Seit September 2024 ist sie dort ausgemustert – so erkennst du sie und ihre Verwandten.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Lockheed Martin
Lockheed Martin baut heute fast nur Militärflugzeuge, doch das Erbe reicht von der dreifach geleitwerkten Constellation über den Großraumjet TriStar bis zur Hercules und zur F-35. Wer die Formen kennt, erkennt Lockheed-Typen am Zaun eines Fliegerhorsts genauso sicher wie im Museum.
HerstellerRolls-Royce
Britischer Triebwerkshersteller mit über hundert Jahren Luftfahrtgeschichte: Die Trent-Familie treibt A330, A350, A380 und Boeing 787 an, die Business-Jet-Triebwerke kommen aus Dahlewitz bei Berlin. Für Spotter ist Rolls-Royce die Frage hinter der Frage – welcher Antrieb hängt eigentlich unter dem Flügel?
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