Das Wichtigste in Kürze
- BOAC war die staatliche Langstrecken-Airline Großbritanniens und flog von 1939 bis 1974.
- Am 2. Mai 1952 startete BOAC den ersten Linienverkehr mit einem Düsenflugzeug: Die Comet 1 G-ALYP flog von London nach Johannesburg.
- 1958 folgte der erste Jet-Liniendienst über den Nordatlantik, wieder mit einer Comet, diesmal der Comet 4.
- Die Langstrecke der 1960er prägten Boeing 707 und Vickers VC10, ab April 1971 flog BOAC auch die Boeing 747.
- Zum 1. April 1974 ging BOAC zusammen mit BEA in British Airways auf – Code BA und Rufzeichen SPEEDBIRD leben dort weiter.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | BA |
|---|---|
| ICAO-Code | BOA |
| Rufzeichen | SPEEDBIRD |
| Drehkreuze | LHR |
| Status | Historisch – Flugbetrieb unter eigenem Namen bis 31. März 1974 |
| Geschäftsmodell | Staatliche Langstrecken-Airline für Verbindungen nach Übersee |
| Entstehung | 24. November 1939 aus Imperial Airways und British Airways Ltd. |
| Gesetzliche Grundlage | British Overseas Airways Act 1939 |
| Sitz | Speedbird House am Flughafen London-Heathrow |
| Drehkreuz | London-Heathrow (LHR) |
| Prägende Typen | Constellation, Stratocruiser, Britannia, DC-7C, de Havilland Comet, Boeing 707, Vickers VC10 und Super VC10, Boeing 747-100 |
| Markenzeichen | Speedbird – stilisierter Vogel im Flug, in den 1960er-Jahren in Gold auf dunkelblauem Leitwerk |
| Ende | Zusammenschluss mit BEA zu British Airways zum 1. April 1974 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich BOAC?
- Goldener Speedbird auf dunkelblauem Leitwerk (Bemalung ab Mitte der 1960er-Jahre)
- Schriftzug „BOAC“ am Rumpf, bei einigen Maschinen auch „BOAC-Cunard“
- Britisches Kennzeichen mit G-, bei der Comet zum Beispiel G-ALYP oder G-APDB
- Typen als Zeitstempel: Comet, VC10 mit vier Hecktriebwerken, Boeing 707 und ab 1971 die 747
- Fotos meist aus Heathrow oder von den großen Überseezielen
Der Rufname „Speedbird“, den du heute im Funk von British Airways hörst, ist älter als die Airline selbst. Er stammt von BOAC, der British Overseas Airways Corporation – jener Staatsairline, die 35 Jahre lang Großbritanniens Verbindungen nach Übersee flog. BOAC brachte das erste Düsenverkehrsflugzeug in den Liniendienst, flog die VC10 und holte den Jumbo nach Heathrow. Hier erfährst du, wie BOAC entstand, welche Flugzeuge das Bild der Airline prägten, wo du heute noch BOAC-Maschinen siehst und wie du alte Aufnahmen sauber einordnest.
Historische Sichtungen sauber archivieren
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – auch alte Dias und Museumsbesuche landen so geordnet in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
BOAC im Überblick
BOAC war die staatliche britische Airline für Langstrecken und existierte von 1939 bis 1974. Grundlage war der British Overseas Airways Act von 1939. Am 24. November 1939 legte er die beiden Vorgängerinnen Imperial Airways und British Airways Ltd. zusammen – nicht zu verwechseln mit der heutigen British Airways. Als einheitliches Unternehmen arbeitete BOAC ab dem 1. April 1940.
Die Aufgabenteilung im britischen Staatsluftverkehr war klar: BOAC flog nach Übersee, also in das Commonwealth, nach Afrika, Asien, Australien und Nordamerika. Die Kurz- und Mittelstrecke in Europa übernahm ab 1946 die Schwestergesellschaft BEA British European Airways. Nach dem Krieg wurde der Flughafen London-Heathrow zur Heimat von BOAC, dort stand auch die Zentrale, das Speedbird House.
Zum 1. April 1974 endete die Geschichte als eigene Airline: BOAC und BEA flogen ab diesem Tag gemeinsam als British Airways weiter, die heute zur International Airlines Group gehört.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code BA: stand in den Flugnummern von BOAC und ging 1974 auf British Airways über.
- ICAO-Code BOA: der dreistellige Code der Airline.
- Rufzeichen SPEEDBIRD: BOAC übernahm den Namen des Logos als Rufzeichen im Funk. British Airways nutzt „Speedbird“ bis heute für ihre Hauptflüge.
- Kennzeichen G-: Alle Flugzeuge waren in Großbritannien registriert. Wie das System funktioniert, erklärt der Guide zu britischen G-Kennzeichen.
Weil BA als Code über 1974 hinaus weiterlebte, hilft dir bei alten Flugscheinen, Gepäckanhängern oder Flugplänen nur das Datum: Ein Beleg vor April 1974 mit BA-Flugnummer gehört zu BOAC – oder bei Europaflügen eher zu BEA, die einen eigenen Code hatte. Danach ist es British Airways.
Die Geschichte: vom Krieg bis zum Jumbo
1939 bis 1945: Airline im Krieg
BOAC entstand mitten im Zweiten Weltkrieg. Schon mit Kriegsbeginn im September 1939 arbeiteten Imperial Airways und British Airways Ltd. zusammen und verlegten ihren Betrieb von London nach Bristol. Während des Krieges hielt BOAC die Verbindungen Großbritanniens zu den Kolonien und Verbündeten aufrecht – oft unter gefährlichen Bedingungen. Bekannt sind die sogenannte Horseshoe Route über Kairo und die Flüge von Leuchars in Schottland nach Stockholm. Bis September 1944 hatte BOAC 1.000 Atlantiküberquerungen absolviert.
Die Nachkriegszeit: Flugboote, Propeller, Heathrow
Nach dem Krieg war die Flotte über die halbe Welt verstreut, und es dauerte rund ein Jahrzehnt, daraus einen schlagkräftigen Betrieb in Heathrow zu formen. Anders als viele Konkurrenten hielt BOAC lange an Flugbooten fest und flog sie noch bis 1950, zuletzt unter anderem mit der Short Solent nach Südafrika. 1949 übernahm BOAC die Staatsairline British South American Airways und damit auch die Südamerika-Strecken.
Auf dem Nordatlantik setzte BOAC ab 1949 die doppelstöckige Boeing 377 Stratocruiser ein. Ostwärts ging es nonstop von New York nach London, westwärts brauchte sie Zwischenstopps in Shannon und Gander. Dazu kamen die Lockheed Constellation, die Canadair Argonaut und die Handley Page Hermes. Weil sich die Indienststellung der Bristol Britannia verzögerte, kaufte BOAC 1956 zusätzlich zehn Douglas DC-7C.
1952: der erste Jet im Liniendienst
Am 2. Mai 1952 schrieb BOAC Luftfahrtgeschichte: Die de Havilland DH.106 Comet mit dem Kennzeichen G-ALYP flog mit zahlenden Passagieren von London nach Johannesburg. Es war der erste Linienflug mit einem Düsenverkehrsflugzeug. Die Comet war schneller, flog höher und ruhiger als alles, was die Konkurrenz zu bieten hatte – ein Vorsprung, der aber nur kurz hielt.
Zwischen 1953 und 1954 verunglückten mehrere Comet 1. Bei BOAC stürzte im Mai 1953 die G-ALYV nach dem Start in Kalkutta ab, im Januar 1954 brach ausgerechnet die G-ALYP über dem Mittelmeer nahe Elba auseinander. Im April 1954 wurden alle Comet 1 aus dem Verkehr gezogen. Die Untersuchung ergab, dass wiederholte Druckzyklen zu Metallermüdung in der Rumpfhaut geführt hatten. Die ganze Geschichte erzählt der Artikel De Havilland Comet: der erste Düsenjet.
1958: der erste Jet über den Atlantik
Die deutlich größere und reichweitenstärkere Comet 4 brachte BOAC zurück ins Jet-Zeitalter. Am 4. Oktober 1958 startete der erste Jet-Liniendienst über den Nordatlantik zwischen London und New York – knapp vor der Konkurrenz aus den USA, die bald mit der Boeing 707 nachzog. Aus dem Liniendienst von BOAC verabschiedete sich die Comet 4 im November 1965.
Klassiker auf der Wunschliste
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Die 1960er: Boeing 707, VC10 und BOAC-Cunard
Schon im Oktober 1956 hatte BOAC 15 Boeing 707 bestellt – mit britischen Rolls-Royce-Conway-Triebwerken. Ab 1960 flog der Typ für die Airline. Welche Rolle die 707 für die Luftfahrt insgesamt spielte, liest du in der Geschichte der Boeing 707; zur Langstreckenfamilie passt der Typ-Eintrag Boeing 707-320 Intercontinental.
Parallel entstand in Brooklands die Vickers VC10, ein vierstrahliger Langstreckenjet mit Triebwerken am Heck und T-Leitwerk. Erstflug war am 29. Juni 1962, am 29. April 1964 nahm BOAC den Typ auf der Strecke London–Lagos in Dienst. Insgesamt flog BOAC zwölf Standard-VC10 und 17 der längeren Super VC10. Die Passagiere lobten Komfort und die leise Kabine, BOAC erzielte mit der VC10 höhere Auslastungen als mit der 707. Wirtschaftlich war vor allem die Standard-VC10 aber teurer im Betrieb – die Super VC10 dagegen lief auf dem Nordatlantik gut.
1962 gründete BOAC zusammen mit der Reederei Cunard das Gemeinschaftsunternehmen BOAC-Cunard für Strecken nach Nordamerika, in die Karibik und nach Südamerika. BOAC stellte den Großteil des Kapitals und mehrere Boeing 707. 1966 wurde die Gesellschaft wieder aufgelöst.
1964 übernahm Sir Giles Guthrie die Führung. Er setzte aus Kostengründen eher auf Boeing und stutzte die VC10-Bestellungen. Ende der 1960er schrieb BOAC wieder schwarze Zahlen.
1970/71: der Jumbo kommt
Am 22. April 1970 erhielt BOAC ihre erste Boeing 747-100. In den Liniendienst ging sie aber erst am 14. April 1971 – BOAC und die Pilotengewerkschaft BALPA konnten sich lange nicht über Besatzung und Bezahlung einigen. Zwischen Auslieferung und erstem Linienflug lag damit fast ein Jahr. Wie sich die 747 danach entwickelte, zeigt die Geschichte der Boeing 747.
Die Flotte im Überblick
| Typ | Zeitraum bei BOAC | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Lockheed L-049/L-749 Constellation | 1946–1959 | Langstrecke der Nachkriegszeit | Drei Seitenleitwerke, geschwungener Rumpf |
| Boeing 377 Stratocruiser | 1949–1960 | Nordatlantik | Doppelstöckiger Rumpf, vier Sternmotoren |
| Canadair C-4 Argonaut | 1949–1960 | Mittel- und Langstrecke | Kanadische DC-4-Ableitung mit Merlin-Motoren |
| Handley Page Hermes | 1949–1957 | Afrika | Britischer Viermot mit Kolbenmotoren |
| Bristol Britannia | 1955–1966 | Langstrecke | Vier Turboprops, sehr leise |
| Douglas DC-7C | 1956–1965 | Überbrückung bis zur Britannia | Letzte große Kolbenmotor-Douglas |
| de Havilland Comet 1 und 4 | 1952–1954, 1958–1965 | Erste Jets im Liniendienst | Triebwerke in den Flügelwurzeln |
| Boeing 707 (Serien -300 und -400) | 1960–1974 | Langstrecke weltweit | -436 mit Rolls-Royce-Conway-Triebwerken |
| Vickers VC10 und Super VC10 | 1964–1974 | Afrika, Asien, Nordatlantik | Vier Triebwerke paarweise am Heck, T-Leitwerk |
| Boeing 747-100 | 1970–1974 | Langstrecke, Liniendienst ab 1971 | Buckel über dem Cockpit, kurzes Oberdeck |
Die Zeiträume beziehen sich auf die Flotte von BOAC insgesamt. Viele Jets der letzten Jahre – vor allem 707, Super VC10 und 747 – flogen nach 1974 bei British Airways weiter, zunächst noch in Mischbemalungen.
Woran du BOAC erkennst
Das wichtigste Erkennungszeichen ist der Speedbird, ein stilisierter Vogel im Flug. Entworfen hat ihn Theyre Lee-Elliott schon 1932 für Imperial Airways, BOAC übernahm ihn. Ab 1950 tauchte er groß am Seitenleitwerk auf, meist dunkelblau auf Weiß oder umgekehrt. Mitte der 1960er-Jahre wurde er schlanker gezeichnet und bekam größere Flügel: In dieser Form leuchtete er golden auf dunkelblauem Leitwerk – das Bild, das die meisten heute mit BOAC verbinden. Dazu kamen der Schriftzug „BOAC“ am Rumpf und ein Farbschema aus Dunkelblau, Grau und Weiß.
Leitwerk prüfen
Ein goldener Speedbird auf Dunkelblau steht für BOAC ab Mitte der 1960er – oder für die frühe BA-Übergangszeit.
Schriftzug lesen
„BOAC“ oder „BOAC-Cunard“ am Rumpf grenzt das Foto auf die Zeit vor 1974 ein.
Typ bestimmen
Stratocruiser, Comet, VC10 oder 747 – der Typ verrät dir die Epoche.
Kennzeichen notieren
Das G-Kennzeichen macht die Aufnahme eindeutig, etwa G-ASGC für die Super VC10 in Duxford.
Achtung bei der Übergangsbemalung
Nach der Fusion 1974 behielten ehemalige BOAC-Jets zunächst das dunkelblau-graue Farbschema mit goldenem Speedbird, nur der Schriftzug wechselte auf „British airways“. Steht also BA am Rumpf, stammt das Foto aus der Zeit nach dem 1. April 1974 – auch wenn das Leitwerk noch nach BOAC aussieht. Mehr Tipps zum Datieren findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Unglücke und Zwischenfälle
Wie alle großen Airlines dieser Zeit erlebte BOAC schwere Unfälle. Einige davon veränderten die Luftfahrt nachhaltig:
- Comet-Abstürze 1953/54: Die Untersuchungen nach dem Verlust der G-ALYP bei Elba legten das Problem der Metallermüdung in Druckkabinen offen – eine Erkenntnis, von der jede spätere Konstruktion profitierte.
- Flug 911, 5. März 1966: Eine Boeing 707-436 (G-APFE) geriet kurz nach dem Start in Tokio-Haneda nahe dem Fuji in schwere Turbulenzen und brach in der Luft auseinander. Alle 124 Menschen an Bord starben. Das Ziel war Hongkongs alter Flughafen Kai Tak.
- Flug 712, 8. April 1968: Nach dem Start in Heathrow fing ein Triebwerk der 707 G-ARWE Feuer und löste sich. Die Crew landete die brennende Maschine, fünf Menschen starben. Flugbegleiterin Barbara Jane Harrison blieb in der Kabine, um Passagieren zu helfen, und kam dabei ums Leben. Sie erhielt posthum das Georgs-Kreuz.
- Dawson’s Field, September 1970: Die Super VC10 G-ASGN wurde entführt und auf einem Wüstenflugplatz in Jordanien gesprengt.
Das Ende: Fusion mit BEA
Schon 1953 gab es Pläne, BOAC und BEA zusammenzulegen, sie scheiterten aber. Erst der Edwards-Bericht von 1969 brachte den Durchbruch: Er empfahl, beide Staatsairlines unter ein gemeinsames Dach zu holen. Der Civil Aviation Act 1971 schuf dafür das British Airways Board, das am 1. April 1972 die Arbeit aufnahm. Zwei Jahre lang flogen BOAC und BEA noch unter eigenem Namen weiter. Am 31. März 1974 hatte BOAC ihren letzten Betriebstag, am 1. April 1974 ging sie in British Airways auf.
Was von BOAC blieb
- Der IATA-Code BA
- Das Rufzeichen SPEEDBIRD
- Heathrow als Heimat der Langstrecke von British Airways
- Das Kennzeichen G-BOAC an einer BA-Concorde
Was mit BOAC verschwand
- Der Schriftzug „BOAC“ am Rumpf
- Die Trennung zwischen Langstrecke und Europa-Airline
- Der Speedbird als Logo – BA gab ihn Ende 1984 auf
- Der ICAO-Code BOA
BOAC und die Concorde
BOAC wäre ohne die Fusion sehr wahrscheinlich einer der ersten Betreiber der Concorde geworden. So flog der Überschalljet ab 1976 für British Airways. Eine Verbeugung vor der Vorgängerin blieb aber: Die erste an BA ausgelieferte Concorde trug das Kennzeichen G-BOAC. Die Geschichte des Überschalljets liest du in der Concorde-Geschichte.
BOAC heute: Museum, Retro-Lackierung und Archiv
Im Liniendienst ist BOAC seit 1974 verschwunden. Trotzdem kannst du der Airline heute noch begegnen:
- IWM Duxford: Die Super VC10 G-ASGC steht im Imperial War Museum Duxford in den Farben von BOAC-Cunard. Wie du den Besuch am Flugplatz mit Spotting verbindest, zeigt der Spot-Guide IWM Duxford.
- Brooklands Museum: Am Geburtsort der VC10 zeigt das Brooklands Museum eine Ausstellung rund um den Rumpf der Standard-VC10 G-ARVM.
- Retro-747: Zum 100. Geburtstag 2019 lackierte British Airways die Boeing 747-400 G-BYGC im BOAC-Schema der Jahre 1964 bis 1974. Die Maschine ist heute im walisischen Bro Tathan aufbewahrt.
- Comet G-ALYP: Das Science Museum in London zeigt ein Rumpfstück der ersten Jet-Linienmaschine – den Bereich um eine Antennenöffnung im Dach, an dem die Ermüdungsrisse auftraten.
Wer heute in Heathrow spottet, sieht zwar keine BOAC-Jets mehr, hört aber bei jedem BA-Langstreckenflug das alte Rufzeichen. Die besten Standorte findest du im Heathrow-Spotterguide und im Spot-Porträt Hatton Cross. Beachte vor Ort die Regeln, die der Artikel Spotten in Großbritannien zusammenfasst.
Quellen kritisch prüfen
Bei historischen Airlines weichen Daten und Flottenangaben je nach Quelle oft voneinander ab – etwa beim genauen Datum einzelner Unfälle oder bei Ein- und Ausmusterungsjahren. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du ein Foto endgültig zuordnest.
Häufige Verwechslungen
- BOAC mit BEA gleichsetzen – BEA flog Europa und Inland, BOAC die Langstrecke.
- „British Airways“ vor 1974 für BA halten – British Airways Ltd. war eine der Vorgängerinnen von BOAC aus den 1930er-Jahren.
- Jeden goldenen Speedbird für BOAC halten – auch frühe BA-Jets trugen ihn noch am Leitwerk.
- Die Concorde bei BOAC suchen – sie flog erst bei British Airways.
- BOAC-Cunard für eine eigene Airline mit eigenem Netz halten – sie war ein Gemeinschaftsunternehmen von 1962 bis 1966, betrieben mit BOAC-Flugzeugen.
- Die Comet von 1952 mit der Comet 4 verwechseln – die Comet 1 war deutlich kleiner und hatte rechteckige Fenster mit abgerundeten Ecken, die Comet 4 ovale.
Alte Schätze, neue Sammlung
Poste deine historischen Aufnahmen und Museumsfotos mit Typ, Kennzeichen, Airline und Ort, diskutiere sie in der Community und finde andere Fans britischer Luftfahrtgeschichte. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
BOAC war 35 Jahre lang Großbritanniens Tor zur Welt. Die Airline flog vom Krieg über die Flugboot- und Propellerjahre bis in das Jet-Zeitalter, brachte 1952 mit der Comet den ersten Düsenjet in den Linienverkehr und 1958 den ersten Jet über den Atlantik. VC10 und Boeing 707 prägten die 1960er, die 747 die letzten Jahre. 1974 ging BOAC mit BEA in British Airways auf, die Code, Rufzeichen und Heimatflughafen übernahm. Für dich als Spotter lebt BOAC in Museen, Retro-Lackierungen und alten Dias weiter.
Kurzfazit
BOAC (IATA BA, ICAO BOA, Rufzeichen SPEEDBIRD) war die historische britische Langstrecken-Staatsairline von 1939 bis 1974. Erkennbar am goldenen Speedbird auf dunkelblauem Leitwerk, berühmt durch Comet und VC10 – und 1974 in British Airways aufgegangen.
Zusammenfassung
- BOAC verband Großbritannien mit Commonwealth, Kolonien und Nordamerika, während BEA Europa und das Inland bediente.
- Die Airline flog vom Flugboot bis zum Jumbo fast jede Epoche der Verkehrsluftfahrt – mit Comet und VC10 auch zwei der wichtigsten britischen Verkehrsflugzeuge.
- Für Spotter ist BOAC ein Thema fürs Archiv und fürs Museum: Eine Super VC10 in BOAC-Cunard-Farben steht in Duxford.
- Die Bemalung kehrte 2019 als Retro-Lackierung einer Boeing 747-400 von British Airways noch einmal zurück.
Häufige Fragen
Wofür steht BOAC?
BOAC steht für British Overseas Airways Corporation. Das war die staatliche britische Gesellschaft für Flüge nach Übersee, also vor allem auf die Langstrecke. Die Kurz- und Mittelstrecke in Europa flog ab 1946 die Schwester-Gesellschaft BEA.
Wann gab es BOAC?
BOAC entstand am 24. November 1939 aus dem Zusammenschluss von Imperial Airways und British Airways Ltd. Als einheitliches Unternehmen arbeitete sie ab 1. April 1940. Ihren letzten Betriebstag hatte sie am 31. März 1974, am 1. April 1974 flogen BOAC und BEA gemeinsam als British Airways weiter.
Welche Codes und welches Rufzeichen hatte BOAC?
BOAC nutzte den IATA-Code BA, den ICAO-Code BOA und das Rufzeichen SPEEDBIRD. Der IATA-Code BA und das Rufzeichen Speedbird gingen auf British Airways über und sind dort bis heute in Gebrauch. Eine Flugnummer mit BA vor April 1974 gehört also zu BOAC, eine spätere zu British Airways.
War BOAC wirklich die erste Airline mit Düsenflugzeugen?
Ja. Am 2. Mai 1952 flog die de Havilland Comet 1 mit dem Kennzeichen G-ALYP mit zahlenden Passagieren von London nach Johannesburg. Das gilt als erster Linienflug mit einem Düsenverkehrsflugzeug. Nach mehreren Unglücken wurden die Comet 1 im April 1954 gegroundet, die überarbeitete Comet 4 kam 1958 zurück.
Welche Flugzeuge flog BOAC?
Nach dem Krieg flog BOAC zunächst noch Flugboote, dann unter anderem Lockheed Constellation, Boeing 377 Stratocruiser, Canadair Argonaut, Handley Page Hermes, Bristol Britannia und Douglas DC-7C. Im Jet-Zeitalter folgten de Havilland Comet, Boeing 707, Vickers VC10 und Super VC10 sowie ab 1971 die Boeing 747-100.
Was war BOAC-Cunard?
BOAC-Cunard war ein Gemeinschaftsunternehmen von BOAC und der Reederei Cunard, gegründet 1962 für Strecken nach Nordamerika, in die Karibik und nach Südamerika. BOAC brachte den Großteil des Kapitals und mehrere Boeing 707 ein. 1966 wurde die Gesellschaft wieder aufgelöst. Der Schriftzug „BOAC-Cunard“ ist auf manchen Fotos und an der Super VC10 in Duxford zu sehen.
Hatte BOAC die Concorde?
Nein, nicht im Liniendienst. BOAC wäre wohl einer der ersten Concorde-Betreiber geworden, ging aber vorher in British Airways auf. Ein Echo ist geblieben: Die erste an British Airways ausgelieferte Concorde trug das Kennzeichen G-BOAC.
Kann ich BOAC-Flugzeuge heute noch sehen?
Im Liniendienst nicht. Im Museum schon: Die Super VC10 G-ASGC steht im Imperial War Museum Duxford in BOAC-Cunard-Farben, im Brooklands Museum gibt es eine Ausstellung rund um einen VC10-Rumpf. Außerdem bewahrt British Airways ihre 747-400 G-BYGC in BOAC-Retro-Lackierung im walisischen Bro Tathan auf.
BOAC im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
De Havilland DH.106 Comet
Vier Triebwerke versteckt in den Flügelwurzeln, eine schlanke Nase und ein Kapitel Luftfahrtgeschichte, das Triumph und Tragödie vereint: Die De Havilland Comet eröffnete 1952 das Jetzeitalter im Linienverkehr. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo sie heute steht.
FlugzeugtypVickers VC10
Vier Triebwerke paarweise am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Flügel wie aus dem Lehrbuch: Die Vickers VC10 war Großbritanniens Antwort auf Boeing 707 und DC-8. Sie flog für BOAC um die Welt und fast fünf Jahrzehnte als Transporter und Tanker für die Royal Air Force. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du sie heute findest.
FlugzeugtypBoeing 707-320 Intercontinental
Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.
FlugzeugtypBoeing 747-100
Mit ihr begann das Zeitalter der Großraumjets: Die Boeing 747-100 flog 1969 zum ersten Mal und ging 1970 bei Pan Am in Dienst. So erkennst du den Ur-Jumbo und hier findest du die erhaltenen Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 377 Stratocruiser
Zwei Decks, eine Bar im Bauch und vier riesige Sternmotoren: Die Boeing 377 Stratocruiser war der Luxusliner der Nachkriegszeit. Nur 56 wurden gebaut – und aus ihren Resten entstanden die Guppy-Frachter.
FlugzeugtypBristol Britannia
Vier Proteus-Turboprops, ein langer, schlanker Rumpf und ein leiser Auftritt, der ihr den Spitznamen Whispering Giant einbrachte: Die Britannia war Großbritanniens Langstrecken-Turboprop – und kam einige Jahre zu spät.
FlugzeugtypDouglas DC-7
Nonstop quer durch die USA, ohne Zwischenstopp über den Atlantik und über den Nordpol nach Tokio: Die Douglas DC-7 war der schnellste und letzte Kolbenmotor-Airliner von Douglas – und zugleich der kurzlebigste. Hier erfährst du, wie du DC-7, DC-7B und DC-7C unterscheidest und wo du die seltenen Überlebenden heute noch findest.
FlugzeugtypAérospatiale/BAC Concorde
Deltaflügel, absenkbare Nase, vier Olympus-Triebwerke mit Nachbrenner: Die Concorde ist ein historischer Typ mit nur 20 gebauten Flugzeugen. Hier findest du Technik, Varianten, jede Registrierung und den Standort jedes erhaltenen Exemplars.
Weitere Airlines
British Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
NetzwerkBritish European Airways
Historische britische Staatsairline für Europa und das Inland: BEA flog von 1946 bis 1974 ab London-Heathrow, machte die Viscount und die Trident groß und verband West-Berlin mit Westdeutschland, bevor sie in British Airways aufging.
NetzwerkBritish Caledonian
Historische britische Airline mit Basis Gatwick: BCal flog von 1970 bis 1988 mit One-Eleven, DC-10 und Boeing 747 nach Afrika, Amerika und Asien, bevor British Airways sie übernahm.
NetzwerkQantas
Australiens Flag Carrier mit dem roten Känguru am Leitwerk: oneworld-Gründungsmitglied, A380 und 787-9 auf der Langstrecke, Perth–London nonstop und mit Project Sunrise ab 2027 angekündigt auch Sydney–London ohne Zwischenstopp.
NetzwerkPan American World Airways
Historische US-Weltairline: Pan Am flog von 1927 bis 1991, brachte 707 und 747 in den Liniendienst, verband West-Berlin mit Westdeutschland und ging nach Lockerbie und Golfkrieg unter.
NetzwerkVirgin Atlantic
Die britische Langstrecken-Airline mit dem roten Leitwerk: 1984 von der Virgin Group gestartet, Drehkreuz London-Heathrow, seit 2023 in SkyTeam und mit einer reinen Flotte aus zweistrahligen Großraumjets.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen London Heathrow
Europas verkehrsreichster Flughafen kommt mit nur zwei Bahnen aus – und genau das macht ihn für Spotter so spannend: Großraumflugzeuge im Minutentakt, ein fester Runway-Wechsel um 15 Uhr und mit der Myrtle Avenue einer der bekanntesten Anflugspots der Welt.
Airline-GruppeInternational Airlines Group (IAG)
Die International Airlines Group ist der Konzern hinter British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und LEVEL. Wer in Heathrow, Madrid, Barcelona oder Dublin spottet, steht mitten im IAG-Revier – sieht den Konzernnamen aber auf keinem einzigen Rumpf.
MuseumImperial War Museum Duxford
Duxford ist Museum und aktiver Flugplatz zugleich: In den Hangars des früheren RAF-Jägerflugplatzes stehen Concorde, SR-71 und B-52, auf dem Vorfeld warten flugfähige Spitfires – und mehrmals im Jahr hebt alles ab, was Propeller hat. Der Guide für Airshow-Besucher und Spotter.
MuseumBrooklands Museum
Auf dem Gelände der ersten Rennstrecke der Welt baute Vickers Wellington, Viscount und VC10. Heute stehen dort eine Concorde, die VC10 des Sultans von Oman und ein Bomber aus dem Loch Ness – der Guide für Luftfahrtfans, die Brooklands bei Weybridge besuchen.
Wo du BOAC vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
IWM Duxford – Museum und Flugplatz bei Cambridge
Auf dem alten Spitfire-Flugplatz südlich von Cambridge stehen SR-71, B-52 und Concorde in den Hallen – und draußen rollen flugfähige Warbirds zur Graspiste. So planst du deinen Spottertag in Duxford, ob an einem ruhigen Werktag oder mitten im Airshow-Trubel.
AnflugschneiseHatton Cross am Flughafen London Heathrow
Hatton Cross ist für die meisten Spotter nur die U-Bahn-Station auf dem Weg zur Myrtle Avenue. Dabei liegen rund um den Knoten an der Südostecke von Heathrow eigene Standpunkte unter dem Anflug auf die 27L – mit anderem Licht, anderen Winkeln und kürzeren Wegen.
Passende Guides aus dem Blog
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