dba

Historische Airline aus München: aus Delta Air wurde 1992 die Deutsche BA mit British-Airways-Beteiligung, Anfang der 2000er die dba – und 2008 ging sie endgültig in Air Berlin auf.

Auch bekannt als: Deutsche BA · Delta Air · dba Luftfahrtgesellschaft mbH · DI

DeutschlandDeutschlandNetzwerk-AirlinesIATA: DIICAO: BAG12 Min. Lesezeit

DI

IATA-Code

BAG

ICAO-Code

1992–2008

Jahre als Deutsche BA und dba

1 Euro

Kaufpreis beim Verkauf durch British Airways 2003

Das Wichtigste in Kürze

  • dba ist eine historische deutsche Airline: 1992 als Deutsche BA aus der Bodensee-Airline Delta Air hervorgegangen, später dba, Ende 2008 in Air Berlin aufgegangen.
  • Codes: IATA DI, ICAO BAG, Rufzeichen „SPEEDWAY“ – angelehnt an das „SPEEDBIRD“ der British Airways.
  • British-Airways-Ära: BA stieg 1992 mit 49 Prozent ein, die Flotte trug ab 1998 ein Design im BA-Stil – ein deutsches Kennzeichen verrät aber die Deutsche BA.
  • Für einen Euro verkauft: Im Juni 2003 gab British Airways ihre Anteile an die Intro-Gruppe von Hans Rudolf Wöhrl ab, die Airline flog als eigenständige dba weiter.
  • Boeing 737 als Rückgrat: Ab 1998 flog die Airline nur noch 737-300, später kamen Fokker 100 dazu.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.dba im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Die British-Airways-Ära
  5. 5.Für einen Euro zur dba
  6. 6.Die Flotte von dba
  7. 7.Woran du dba erkennst
  8. 8.Streckennetz und Basen
  9. 9.Übernahme durch Air Berlin und das Ende 2008
  10. 10.dba im Spotter-Alltag heute
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeDI
ICAO-CodeBAG
RufzeichenSPEEDWAY
DrehkreuzeMUC
StatusHistorisch – Flugbetrieb im November 2008 eingestellt, Flugzeuge in die Air-Berlin-Flotte übernommen
VorgängerDelta Air, Ende der 1970er-Jahre als Regionalfluggesellschaft am Bodensee entstanden
Als Deutsche BAAb 1992, nachdem British Airways 49 Prozent übernommen hatte
Als dbaKurzname ab etwa 2002, ab 2003 eigenständig unter der Intro-Gruppe von Hans Rudolf Wöhrl
Sitz und BasisFlughafen München (ab 1994), daneben eine Basis in Berlin-Tegel
GeschäftsmodellLinienfluggesellschaft mit Schwerpunkt auf innerdeutschen Städteverbindungen, dazu Charter für Reiseveranstalter
FlotteAb 1998 ausschließlich Boeing 737-300, später ergänzt um Fokker 100 im Wet-Lease; bei Betriebsende bis zu 22 Boeing 737
Übernahme durch Air BerlinBekanntgegeben am 17. August 2006, kartellrechtlich freigegeben am 6. September 2006
BetriebsendeAir Berlin zog zum 14. November 2008 alle Flugaufträge zurück; vorgesehen war das Ende zum 30. November 2008

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich dba?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Als Deutsche BA ab 1998 ein Design nach dem Vorbild von British Airways – auf den ersten Blick leicht mit BA-Maschinen zu verwechseln
  • In den 2000er-Jahren der eigene, klein geschriebene Markenname „dba“ am Rumpf
  • Typ fast immer eine Boeing 737 der Classic-Generation, vor allem die 737-300
  • Deutsches Kennzeichen mit D- statt britischem G- – das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu British Airways
  • Flugnummer mit DI, im Flugplan der Flugsicherung BAG, im Funk „SPEEDWAY“
  • Ab 2005 auch Fokker 100 im Einsatz, im Wet-Lease von Germania Express übernommen

Wer in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren auf einer innerdeutschen Strecke unterwegs war, hat sie vielleicht für eine British-Airways-Maschine gehalten: eine Boeing 737 im BA-Stil, aber mit deutschem Kennzeichen und einer Flugnummer mit DI. Das war die Deutsche BA, ab 2003 schlicht dba. Die Münchner Airline flog gegen Lufthansa an, wurde für einen Euro verkauft, schrieb danach erstmals Gewinne und ging schließlich in Air Berlin auf. Hier erfährst du, wie die Airline entstand, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos sicher erkennst.

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dba im Überblick

dba war eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz am Flughafen München, die von 1992 bis 2008 unter den Namen Deutsche BA und dba flog. Ihre Wurzeln reichen weiter zurück: Hervorgegangen ist sie aus Delta Air, einer kleinen Regionalairline vom Bodensee. Mit dem Einstieg von British Airways im Jahr 1992 wurde daraus ein ernsthafter Konkurrent für Lufthansa auf innerdeutschen Strecken.

Das Profil der Airline war über die Jahre ziemlich konstant: Linienflüge zwischen deutschen Großstädten, ergänzt um einige europäische Ziele und Charterflüge für Reiseveranstalter. Die Flotte bestand ab 1998 nur noch aus der Boeing 737-300 – ein Musterbeispiel für eine einheitliche Kurzstreckenflotte.

Spannend wurde es bei den Eigentümern. British Airways verkaufte die Airline 2003 für einen symbolischen Euro an den Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl. 2006 kaufte Air Berlin die dba, und Ende 2008 endete der eigene Flugbetrieb. Wie dba in die Wachstumsgeschichte von Air Berlin passt, liest du ausführlich im Magazinbeitrag zur Geschichte von Air Berlin.

DIIATA-Code in der Flugnummer
BAGICAO-Code der Airline
22Boeing 737 in der Flotte bei Betriebsende (höchstens)

Die Geschichte in Etappen

Die Vorgeschichte beginnt am Bodensee. Delta Air entstand Ende der 1970er-Jahre als kleines Taxi- und Regionalflugunternehmen und verband ab Friedrichshafen deutsche Städte und Zürich. Geflogen wurde mit Turboprops – zunächst kleinen Typen wie der DHC-6 Twin Otter, später mit der Saab 340. Die Schweizer Regionalairline Crossair war zeitweise beteiligt.

Ende der 1970er

Delta Air startet als kleines Flugunternehmen am Bodensee und fliegt wenig später Linie ab Friedrichshafen. Rufzeichen damals: „BODENSEE“.

1992

British Airways übernimmt 49 Prozent, die Mehrheit liegt bei drei deutschen Banken. Aus Delta Air wird die Deutsche BA, die ersten Boeing 737-300 kommen.

1994

Hauptsitz und Jet-Technik ziehen an den neuen Flughafen München, der damit zur Heimat der Airline wird.

1997/1998

Die Banken geben ihre Anteile an eine von British Airways kontrollierte Holding ab. Die Flotte wird auf die 737-300 vereinheitlicht und erhält ein Design im BA-Stil.

2002/2003

Versuch als günstigere Airline unter dem Kurznamen dba, easyJet sichert sich eine Kaufoption und lässt sie verfallen. Im Juni 2003 verkauft British Airways für einen Euro an die Intro-Gruppe.

2005/2006

Erstmals Gewinn, Übernahme des Geschäfts der Germania Express samt Fokker 100. Im August 2006 kauft Air Berlin die dba.

2007/2008

Ab April 2007 tritt die Marke dba nicht mehr auf. Im November 2008 endet der eigene Flugbetrieb, die 737 wechseln zu Air Berlin.

Der entscheidende Schritt war 1992. British Airways wollte im deutschen Inlandsmarkt mitmischen, durfte aber als ausländische Gesellschaft nicht die Kapitalmehrheit einer Airline halten, die innerdeutsche Strecken fliegt. Deshalb übernahm BA 49 Prozent von Delta Air, die übrigen Anteile gingen an die Commerzbank, die Bayerische Vereinsbank und die Berliner Bank. Mit dem neuen Namen Deutsche BA kam auch der Wechsel vom Turboprop zum Jet.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code DI: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln. Den Code nutzte schon Delta Air.
  • ICAO-Code BAG: verwendete die Flugsicherung im Flugplan, seit dem Wechsel zur Deutschen BA 1992.
  • Rufzeichen SPEEDWAY: so meldeten sich die Besatzungen im Funk – es erinnert an das „SPEEDBIRD“ der British Airways. Delta Air funkte zuvor als „BODENSEE“.

Für dein Logbuch heißt das: Taucht in alten Flugdaten BAG als Betreiber auf, ist die Deutsche BA beziehungsweise dba gemeint – nicht British Airways, deren Code BAW lautet. Gerade bei Fotos aus den 1990er-Jahren ist diese Unterscheidung wichtig, weil sich die Flugzeuge beider Airlines optisch stark ähnelten.

Das Kennzeichen entscheidet

Notiere bei Fotos aus der Deutsche-BA-Zeit immer das Kennzeichen. Ein D- am Heck heißt deutsche Zulassung und damit Deutsche BA, ein G- spricht für British Airways. Wie deutsche Kennzeichen aufgebaut sind, zeigt der Beitrag zu deutschen Luftfahrzeugkennzeichen, die britische Seite erklärt der Guide zu britischen G-Kennzeichen.

Die British-Airways-Ära

Unter dem Namen Deutsche BA zog die Airline 1994 an den neuen Flughafen München, der wenige Jahre zuvor eröffnet worden war. München wurde Sitz, Technikstandort und wichtigste Basis. Daneben spielte Berlin-Tegel eine wichtige Rolle im Streckennetz. Ab 1993 flog die Deutsche BA zusätzlich Charter für Reiseveranstalter.

Mit dem Rückzug der Banken in den Jahren 1997 und 1998 lag die Kontrolle bei British Airways. In dieser Zeit wurde die Flotte auf die Boeing 737-300 vereinheitlicht und im Design an die BA-Flotte angeglichen. Laut gängigen Nachschlagewerken war die Deutsche BA zwischen 1999 und 2002 außerdem als angeschlossene Gesellschaft mit der Allianz oneworld verbunden, ohne selbst Vollmitglied zu sein.

Wirtschaftlich blieb die Airline ein Sorgenkind. Gegen die Übermacht von Lufthansa auf den innerdeutschen Strecken war es schwer, Geld zu verdienen. 2002 versuchte die Deutsche BA, sich mit Kampfpreisen auf einzelnen Strecken und dem Verzicht auf ein eigenes Vielfliegerprogramm stärker als günstige Airline zu positionieren. easyJet sicherte sich im selben Jahr eine Option auf den Kauf, verzichtete im Frühjahr 2003 aber darauf.

Warum British Airways nicht einfach alles kaufte

In den frühen 1990er-Jahren galt für Inlandsflüge eine deutsche Kapitalmehrheit als Voraussetzung. Deshalb hielten zunächst Banken die Mehrheit. Erst später übernahm British Airways über eine Holding die Kontrolle – ein typisches Konstrukt dieser Zeit, das du auch bei anderen grenzüberschreitenden Airline-Beteiligungen findest.

Für einen Euro zur dba

Am 2. Juni 2003 verkaufte British Airways ihre Anteile an die Intro Verwaltungs GmbH des Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl – zum symbolischen Preis von einem Euro. Die drei Buchstaben dba blieben als eigene Marke erhalten. British Airways sicherte den Übergang noch eine Zeit lang ab, unter anderem bei der Flotte.

Unter der neuen Führung wandelte sich das Bild. Ab April 2004 leiteten Martin Gauss und Peter Wojahn die Airline. Im Geschäftsjahr 2004/05 schrieb dba erstmals schwarze Zahlen – nach Jahren mit Verlusten unter British Airways.

2005 übernahm dba das Geschäft der Germania Express, kurz gexx, die von der Germania-Gruppe betrieben worden war. Damit kamen weitere Strecken und Flugzeuge vom Typ Fokker 100 dazu. Mit 27 Flugzeugen und bis zu 180 Flügen am Tag stieg dba zeitweise zur drittgrößten deutschen Linienfluggesellschaft auf. Im Februar 2006 gab Wöhrl zudem den Einstieg bei der Düsseldorfer LTU bekannt.

Ex-dba-Maschinen aufspüren

Leg Sichtungs-Alarme für die Kennzeichen früherer dba-Flugzeuge an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine davon im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Die Flotte von dba

Die Flottengeschichte lässt sich in drei Phasen teilen: Turboprops unter Delta Air, die reine 737-Flotte unter British Airways und die etwas gemischtere Flotte der dba-Jahre. Hersteller der Jets waren vor allem Boeing und Fokker.

Typ Zeitraum Einsatz Spotter-Hinweis
Saab 340 Delta Air und frühe Deutsche BA Regionalverkehr ab Friedrichshafen Zweimotoriger Turboprop
Saab 2000 Frühe Deutsche-BA-Jahre Regionalverkehr Längerer, schnellerer Nachfolger der Saab 340
Boeing 737-300 Ab 1992, ab 1998 einziger Typ Innerdeutsch und Europa Das Rückgrat der Airline
Fokker 100 Ab 2005 Städteverbindungen Aus dem Leasing der Germania Express

Bei der Einstellung des Flugbetriebs flog dba nach den verfügbaren Angaben bis zu 22 Boeing 737. Diese Flugzeuge gingen in die Flotte von Air Berlin über, die zu dieser Zeit selbst zahlreiche 737 betrieb. Einzelne Maschinen und mögliche Sonderlackierungen prüfst du im Zweifel am besten über das Kennzeichen.

Die vielen Classic-Varianten der 737 sind eine schöne Übung im Typenerkennen. Die -300, die 737-400 und die 737-500 unterscheiden sich vor allem in der Rumpflänge und der Anordnung der Notausgänge über den Flügeln. Wie du die Generationen der 737 sicher auseinanderhältst, zeigt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.

Woran du dba erkennst

Optisch gab es drei Erscheinungsformen. Delta Air flog mit eigenem Auftritt. Die Deutsche BA übernahm ab 1998 ein Design nach dem Vorbild von British Airways – auf Fotos aus der Distanz ist die Verwechslung mit BA-Maschinen deshalb fast vorprogrammiert. In den 2000er-Jahren trat die Airline unter der Kurzmarke „dba“ auf, geschrieben in Kleinbuchstaben.

Nach der Übernahme durch Air Berlin wurde die Marke ab April 2007 nicht mehr nach außen gezeigt. Einzelne Maschinen flogen bereits in Air-Berlin-Bemalung, während der Flugbetrieb formal noch bei dba lag. Solche Übergangsphasen sind ein Klassiker für Mischformen, wie sie der Beitrag zu Hybrid- und Mischlackierungen beschreibt.

Zeigt dein altes Foto wirklich Deutsche BA oder dba?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Boeing 737 der Classic-Generation, vor allem 737-300
  • Deutsches Kennzeichen mit D- am Heck
  • Design im BA-Stil oder Schriftzug „dba“ in Kleinbuchstaben
  • Aufnahme aus der Zeit zwischen 1992 und 2008
  • Ort wie München, Berlin-Tegel, Hamburg oder ein anderer deutscher Großstadtflughafen
  • Flugnummer mit DI, falls sie bekannt ist

Als kleines Markenzeichen an Bord gilt die Herzschokolade für die Fluggäste, die später auch bei Air Berlin verteilt wurde. In den Jahren unter British Airways wählten Leser der Zeitschrift Capital die Deutsche BA zudem zweimal in Folge zur günstigsten und pünktlichsten Airline mit dem besten Service.

Streckennetz und Basen

Der Schwerpunkt lag klar auf Deutschland. Die dba verband Großstädte wie Hamburg, Hannover, Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, Dresden, Stuttgart, München, Münster/Osnabrück, Bremen, Karlsruhe/Baden-Baden, Nürnberg und Frankfurt. Damit trat sie auf vielen Strecken direkt gegen Lufthansa an – und war für Geschäftsreisende eine echte Alternative.

Ins Ausland ging es unter anderem nach Nizza, Paris-Orly, Rom, Athen, Thessaloniki, Moskau, Rimini und Priština. Dazu kamen Charterflüge für Reiseveranstalter. Die Wurzeln am Bodensee sind dagegen schnell verblasst: Der Flughafen Friedrichshafen war für Delta Air zentral, spielte nach dem Umzug nach München aber keine Hauptrolle mehr.

Wer heute an den Orten der dba-Geschichte spotten will, findet am Besucherhügel am Flughafen München einen der bekanntesten Standorte Deutschlands. Was du dort heute siehst, beschreibt der Guide zum Planespotting am Flughafen München. In Hamburg bietet die Besucherterrasse am Flughafen Hamburg einen bequemen Blick auf das Vorfeld.

Übernahme durch Air Berlin und das Ende 2008

Am 17. August 2006 wurde bekannt, dass Air Berlin die dba vollständig übernimmt. Das Bundeskartellamt gab den Kauf am 6. September 2006 frei. Über den Kaufpreis gab es keine offizielle Angabe, in Medienberichten kursierten unterschiedliche Summen. Für Air Berlin brachte dba vor allem das dichte innerdeutsche Städtenetz und eine Basis in München.

17. August 2006

Air Berlin gibt die Übernahme der dba bekannt.

6. September 2006

Das Bundeskartellamt gibt den Kauf frei.

April 2007

Die Marke dba verschwindet aus dem Auftritt, die Flüge laufen unter Air Berlin.

November 2008

Nach einem Streik der Flugbegleiter zieht Air Berlin zum 14. November alle Flugaufträge zurück; vorgesehen war das Ende zum 30. November.

2008 löste Air Berlin die dba-Verwaltung im Rahmen von Sparmaßnahmen auf, die Flugzeuge wanderten in die eigene Flotte. Damit war die Geschichte der Münchner Airline beendet. Air Berlin selbst stellte neun Jahre später den Insolvenzantrag – wie sich beide Fälle in die Reihe der großen Airline-Pleiten in Europa einordnen, liest du im Magazin.

Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte

Ein Flugzeug in dba- oder Deutsche-BA-Farben im Linienbetrieb wirst du nicht mehr sehen. Viele der Boeing 737 Classic sind inzwischen ausgemustert oder umgebaut. Was bleibt, sind Fotos aus der Zeit bis 2008 und die Lebensläufe einzelner Maschinen über ihr Kennzeichen.

dba im Spotter-Alltag heute

Für dein Logbuch ist dba ein reines Archivthema. Wer zwischen 1992 und 2008 an deutschen Großstadtflughäfen fotografiert hat, hat gute Chancen auf Deutsche-BA- oder dba-Maschinen in der Sammlung. Sortiere diese Bilder mit Typ, Kennzeichen, Ort und Datum – so wird aus einem Erinnerungsfoto ein sauberer Logbuch-Eintrag.

Ein reizvolles Projekt ist die Spurensuche: Welche 737 flog erst bei der Deutschen BA, dann bei dba und anschließend bei Air Berlin? Über die Seriennummer und das Kennzeichen lässt sich der Lebenslauf oft lückenlos rekonstruieren. Wie das geht, erklärt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?. Wenn du dein Foto zwischen BA und Deutscher BA nicht eindeutig zuordnen kannst, weil das Kennzeichen kaum lesbar ist, hilft der Beitrag Unlesbares Kennzeichen ermitteln.

Gute Chancen auf dba-Spuren, wenn …

  • du dein Fotoarchiv aus der Zeit zwischen 1992 und 2008 durchsiehst
  • du Bilder aus München, Tegel oder anderen deutschen Großstädten hast

Prüf es genau, wenn …

  • eine 737 im BA-Design zu sehen ist – es kann auch British Airways sein
  • ein Foto aus 2007 oder 2008 stammt und die Maschine schon Air-Berlin-Farben trägt

Keine Chance auf dba, wenn …

  • du heute im Flugplan nach DI-Flugnummern suchst – die Airline fliegt seit 2008 nicht mehr

Häufige Verwechslungen

  • Deutsche BA und British Airways gleichsetzen – trotz BA-Design war die Deutsche BA eine eigene deutsche Airline mit D-Kennzeichen und eigenem Code.
  • dba mit der Deutschen Bahn verwechseln – die Abkürzungen ähneln sich, haben aber nichts miteinander zu tun.
  • Delta Air mit Delta Air Lines verwechseln – die Bodensee-Airline war ein deutsches Regionalunternehmen ohne Bezug zur US-Gesellschaft Delta Air Lines.
  • Germania Express und Germania gleichsetzen – gexx war eine eigene Linienmarke, die 2005 in der dba aufging.
  • Die Gründung auf 1992 datieren – 1992 entstand der Name Deutsche BA, die Firma selbst existierte als Delta Air schon seit den späten 1970er-Jahren.
  • Jede rot-weiße 737 von 2007 für dba halten – nach der Übernahme flogen dba-Maschinen bereits in Air-Berlin-Bemalung.

Geschichte im eigenen Hangar

Sammle deine Deutsche-BA- und dba-Fotos im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

dba ist eine Airline mit erstaunlich vielen Kapiteln: vom Bodensee-Regionalflieger über die deutsche Tochter von British Airways bis zur eigenständigen Münchner Airline, die für einen Euro den Besitzer wechselte und danach erstmals Geld verdiente. Am Ende ging sie in Air Berlin auf. Für Spotter bleibt vor allem die Boeing 737-300 im BA-Stil mit deutschem Kennzeichen – ein Motiv, das auf alten Fotos gern verwechselt wird und genau deshalb Spaß beim Bestimmen macht.

Kurzfazit

dba, zuvor Deutsche BA (IATA DI, ICAO BAG), flog von 1992 bis 2008 ab München vor allem innerdeutsch mit der Boeing 737-300. Das BA-ähnliche Design täuscht – das D-Kennzeichen verrät die Deutsche BA, und seit 2008 lebt die Geschichte nur noch im Archiv und bei Air Berlin weiter.

Zusammenfassung

  • Aus der kleinen Regionalairline Delta Air wurde mit British-Airways-Kapital die Deutsche BA, die ab 1994 von München aus innerdeutsche Strecken gegen Lufthansa flog.
  • Nach Jahren mit Verlusten verkaufte British Airways die Airline 2003 für einen Euro; unter Hans Rudolf Wöhrl schrieb die dba erstmals schwarze Zahlen.
  • Air Berlin übernahm die dba im August 2006, ließ die Marke ab 2007 verschwinden und stellte den eigenen dba-Flugbetrieb im November 2008 ein.
  • Für Spotter ist dba heute ein Archivthema – ideal, um BA-ähnliche Designs, deutsche Kennzeichen und 737-Classic-Varianten sauber zu bestimmen.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte dba?

dba und zuvor die Deutsche BA flogen mit dem IATA-Code DI in der Flugnummer. Im Flugplan der Flugsicherung stand der ICAO-Code BAG, im Funk meldeten sich die Crews mit „SPEEDWAY“. Die Vorgängerin Delta Air nutzte noch einen anderen ICAO-Code und das Rufzeichen „BODENSEE“.

Was bedeutet die Abkürzung dba?

Ursprünglich stand dba für Deutsche BA, wobei BA für British Airways steht. Auch nach dem Verkauf 2003 behielt die Airline die drei Buchstaben als eigenständige Marke bei, obwohl British Airways nicht mehr beteiligt war.

Gehörte die Deutsche BA zu British Airways?

Teilweise und später fast vollständig. 1992 übernahm British Airways 49 Prozent; die Mehrheit lag zunächst bei deutschen Banken, weil für Inlandsflüge eine deutsche Kapitalmehrheit nötig war. 1997 und 1998 gingen die Bankanteile an eine von British Airways kontrollierte Holding. Im Juni 2003 verkaufte BA ihre Beteiligung schließlich für einen symbolischen Euro.

Wer hat dba übernommen?

2003 übernahm die Intro Verwaltungs GmbH von Hans Rudolf Wöhrl die Airline. Am 17. August 2006 wurde der Verkauf an Air Berlin bekanntgegeben, das Bundeskartellamt gab den Kauf am 6. September 2006 frei. Den genauen Kaufpreis nannten die Beteiligten nicht; in Medienberichten kursierten unterschiedliche Angaben.

Wann flog dba zum letzten Mal?

Air Berlin wollte den Flugbetrieb der dba zum 30. November 2008 einstellen und die Flugzeuge in die eigene Flotte übernehmen. Nach einem Streik der Flugbegleiter zog Air Berlin bereits zum 14. November 2008 alle Flugaufträge zurück. Nach außen trat die Marke dba schon seit April 2007 nicht mehr auf.

Welche Flugzeuge flog dba?

Das Rückgrat bildete die Boeing 737-300, ab 1998 sogar als einziger Typ. Unter dba kamen Fokker 100 aus dem Leasing der Germania Express dazu. Die Vorgängerin Delta Air flog Turboprops wie Twin Otter, Dornier 228 und Saab 340, in den frühen Deutsche-BA-Jahren war zudem die Saab 2000 im Einsatz.

Wie unterscheide ich auf alten Fotos Deutsche BA und British Airways?

Am sichersten über das Kennzeichen: Deutsche-BA-Maschinen waren in Deutschland registriert und trugen ein D- am Heck, British Airways flog mit britischen G-Kennzeichen. Hilfreich sind auch Ort und Typ – eine 737-300 auf einer innerdeutschen Strecke ab München spricht stark für die Deutsche BA.

dba im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Boeing 737-300

Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-400

Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-500

Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.

Flugzeugtyp

Fokker 100

Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.

Flugzeugtyp

Saab 2000

Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

Saab 340

Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada DHC-6 Twin Otter

Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.

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