Das Wichtigste in Kürze
- SkyWork ist historisch: Am 29. August 2018 landete mit SX207 aus Hamburg der letzte Flug in Bern, danach stellte die Airline den Betrieb ein und ging in Konkurs.
- Codes: IATA SX, ICAO SRK, Rufzeichen „SKYFOX“.
- Vom Fluglehrer zur Linienairline: 1983 als Flugschule gegründet, ab 1989 mit Businessjets im Lufttaxi-Geschäft, ab 2009 mit Linienflügen ab Bern.
- Turboprop-Airline: Dornier 328, drei Dash 8 Q400 und zuletzt sechs Saab 2000 bildeten die Flotte.
- Bern verlor seinen wichtigsten Kunden: SkyWork war zuletzt für rund 60 Prozent der Flüge am Flughafen Bern-Belp verantwortlich.
Inhaltsverzeichnis
- 1.SkyWork im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Geschichte: von der Flugschule zur Hausairline von Bern
- 4.Die Flotte: drei Turboprop-Familien
- 5.Dornier 328 oder Saab 2000? So unterscheidest du sie
- 6.Woran du SkyWork erkennst
- 7.Das Streckennetz
- 8.SkyWork und die Schweizer Regionalluftfahrt
- 9.Häufige Verwechslungen
- 10.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | SX |
|---|---|
| ICAO-Code | SRK |
| Rufzeichen | SKYFOX |
| Drehkreuze | BRN |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 29. August 2018 eingestellt, danach Konkurs |
| Geschäftsmodell | Regionalairline mit Linienflügen ab Bern zu europäischen Städten und Ferienzielen, dazu Charterflüge |
| Sitz und Basis | Belp, Flughafen Bern-Belp (BRN); zeitweise zusätzliche Saisonbasis am EuroAirport Basel |
| Gründung | 1983 als Flugschule, ab 1989 Lufttaxi und Charter, Linienflüge ab 2009 |
| Codes | IATA SX, ICAO SRK, Rufzeichen „SKYFOX“ |
| Wichtige Typen | Dornier 328-110, De Havilland Canada Dash 8 Q400 (bis 2014), Saab 2000 (ab 2016) |
| Flotte zum Schluss | Sechs geleaste Saab 2000 mit je 50 Sitzen; bestellte Embraer 170 kamen nicht mehr zum Einsatz |
| Allianz | keine; ab 2016 Interline-Abkommen mit Air France-KLM über Amsterdam |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich SkyWork Airlines?
- Schweizer Kennzeichen mit HB- – die ganze Flotte war in der Schweiz registriert
- Saab-2000-Bemalung ab 2016: komplett weißer Rumpf, rotes Schweizerkreuz am Leitwerk, Schriftzug am Rumpf und Logo an den Triebwerksgondeln
- Fast immer ein Turboprop: Dornier 328 und Saab 2000 prägten die Flotte, zeitweise auch die größere Dash 8 Q400
- Fotos stammen meist aus Bern-Belp, Basel, Hamburg, Berlin, Wien, Amsterdam oder London City
- Auf alten Tracker-Logs als SRK mit Rufzeichen SKYFOX, Flugnummern mit SX
Wer zwischen 2009 und 2018 am Flughafen Bern-Belp stand, sah vor allem eine Airline: SkyWork. Die kleine Berner Gesellschaft brachte Turboprops mit Schweizer Kennzeichen nach Hamburg, Berlin, Wien, London und auf Ferieninseln – und war über Jahre die wichtigste Kundin ihres Heimatflughafens. Am 29. August 2018 war Schluss. Diese Seite zeigt dir, woher SkyWork kam, welche Flugzeuge sie flog, woran du ihre Maschinen auf Fotos erkennst und warum ihr Ende für Bern so einschneidend war.
SkyWork-Fotos im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – auch Archivbilder von Airlines, die es heute nicht mehr gibt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
SkyWork im Überblick
SkyWork Airlines war eine Schweizer Regionalairline mit Sitz in Belp und Basis am Flughafen Bern-Belp. Die Gesellschaft existierte von 1983 bis 2018, als Linienairline trat sie aber erst ab 2009 in Erscheinung. Deshalb liest du oft zwei Startjahre: 1983 für das Unternehmen, 2009 für den Linienbetrieb.
Das Profil war klar: SkyWork verband die Bundesstadt Bern mit Städten in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Großbritannien und flog im Sommer zusätzlich Ferienziele an. Weil Bern-Belp ein kleiner Flughafen mit begrenztem Einzugsgebiet ist, setzte die Airline auf kleine Turboprops. Zeitweise betrieb sie außerdem eine Saisonbasis am EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg und flog Charter.
Einer Allianz gehörte SkyWork nie an. Ab 2016 gab es aber ein Interline-Abkommen mit Air France-KLM: Passagiere aus Bern konnten über Amsterdam auf einem Ticket ins Netz von KLM umsteigen.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code SX: stand in der Flugnummer, etwa beim letzten Flug SX207 von Hamburg nach Bern.
- ICAO-Code SRK: erschien im Flugplan der Flugsicherung und in den Daten von Flugtrackern.
- Rufzeichen SKYFOX: so meldeten sich die Crews im Funk.
Für dich als Spotter sind die Codes vor allem beim Sortieren alter Daten nützlich. Wenn du historische ADS-B-Logs oder Screenshots durchgehst, ist SRK der eindeutige Treffer. Wie du einzelne Maschinen über ihr Kennzeichen zurückverfolgst, erklärt der Guide Flugzeug per Kennzeichen finden.
Geschichte: von der Flugschule zur Hausairline von Bern
1983 bis 2008: Flugschule, Businessjets, erste Turboprops
SkyWork begann 1983 ganz klein: Zwei Gründer betrieben in Belp eine Flugschule. 1989 kaufte das Unternehmen seine erste Cessna Citation II und wechselte ins Geschäft mit Lufttaxi- und Charterflügen für Privat- und Geschäftskunden. 2003 kam mit der Dornier 328-100 das erste Regionalflugzeug dazu, 2008 folgte eine Dash 8 Q400 von De Havilland Canada (damals unter dem Namen Bombardier verkauft).
2009 bis 2014: Linienflüge und schnelle Expansion
Ab 2009 bot SkyWork Linienflüge ab Bern an. 2010 übernahm der Unternehmer Daniel Borer die Gesellschaft. Im August 2011 kaufte die Airline zusätzlich den Reiseveranstalter Aaretal Reisen, den sie im Juli 2014 wieder abgab. In diese Jahre fällt eine Expansion, die laut Branchenberichten viel Geld kostete: Zwischen 2011 und 2015 sollen rund 70 Millionen Franken verbrannt worden sein, die Airline geriet an den Rand des Zusammenbruchs.
2013 kündigte SkyWork eine Partnerschaft mit der deutschen MHS Aviation an, die ebenfalls Dornier 328 einsetzte. Umgesetzt wurde sie nicht. 2014 zog die Airline die Notbremse: Sie gab die letzte ihrer drei Dash 8 Q400 ab – laut Wikipedia an Air Berlin –, baute Personal ab und reduzierte Frequenzen. Zeitweise verlegte sie ihre London-Flüge vom Flughafen London City nach Southend. An die Spitze rückte Martin Inäbnit, der früher bei der Crossair gearbeitet hatte.
2015 bis 2017: Sparkurs, Basel und Saab 2000
2015 setzte SkyWork den Sparkurs fort. Ein ACMI-Vertrag mit der Tessiner Darwin Airline, die zeitweise mit einem Saab 2000 für SkyWork flog, endete im selben Jahr. Gleichzeitig wurde Basel als zweiter Abflugort wichtiger, zunächst mit einer Verbindung nach London City, 2016 kam Usedom über Basel dazu. Ebenfalls 2016 folgte das Interline-Abkommen mit Air France-KLM.
Für Spotter das wichtigste Datum dieser Phase: Im Juli 2016 kam der erste Saab 2000. Der schnelle Turboprop mit 50 Sitzen sollte die Dornier 328 ablösen, was bis Anfang 2018 auch geschah. 2017 prüfte SkyWork zusätzlich Regionaljets und suchte Personal für die Embraer-E-Jet-Familie. Laut aerotelegraph flogen im Mai 2017 noch zwei Dornier 328 und drei Saab 2000 ab Bern, das Netz umfasste 18 Ziele in acht Ländern.
Oktober 2017: die Beinahe-Pleite
Am 16. Oktober 2017 befristete das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) die Betriebsbewilligung bis Ende Monat, weil SkyWork die Finanzierung des Winterflugplans 2017/18 nicht nachweisen konnte. Ab dem 29. Oktober blieben die Flugzeuge am Boden. Kurz darauf fand sich in letzter Minute ein Investor, am 1. November 2017 flog SkyWork mit einer unbefristeten Bewilligung wieder. Die Lücke, die das Ende von Air Berlin hinterließ, nutzte die Airline ab Ende März 2018: Sie flog Bern–Berlin–Graz und zurück und bot so wieder eine Direktverbindung Berlin–Graz an.
2018: Swisscoy-Flüge, Pläne im Süden und das Ende
Ab Januar 2018 flog SkyWork für die Schweizer Armee Truppen und Fracht von Basel nach Pristina für den Swisscoy-Einsatz im Kosovo, teils mit Zwischenlandung in Sarajevo. Im Sommer 2018 kamen Brač, Graz und Charterflüge nach Preveza dazu. Doch nach gescheiterten Gesprächen mit einem möglichen Partner – Branchenberichten zufolge der deutschen Zeitfracht-Gruppe – stellte SkyWork am 29. August 2018 den Betrieb ein. Der letzte Flug, SX207 aus Hamburg, landete um 22.19 Uhr in Bern. Rund 11.000 gebuchte Passagiere waren betroffen und wurden mit anderen Airlines nach Hause gebracht.
Archiv sauber datieren
SkyWork-Fotos lassen sich gut zeitlich einordnen: Eine Dash 8 Q400 spricht für die Jahre bis 2014, ein Saab 2000 für die Zeit ab Juli 2016, und eine Dornier 328 ist über die ganze Linienzeit bis Frühjahr 2018 möglich. Wie du Registrierungen systematisch sammelst, zeigt der Artikel Registrierungen sammeln.
Die Flotte: drei Turboprop-Familien
Die Flotte von SkyWork war nie groß, aber typisch für eine Schweizer Regionalairline: wenige Flugzeuge, alle mit HB-Kennzeichen, fast ausschließlich Turboprops.
| Typ | Zeitraum | Sitze | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Cessna Citation II | ab 1989 | Businessjet | Aus der Lufttaxi-Zeit vor dem Linienbetrieb |
| Dornier 328-110 | 2003 bis Frühjahr 2018 | rund 30 | Hochdecker mit T-Leitwerk, langer Begleiter der Linienzeit |
| Dash 8 Q400 | 2008 bis 2014 | deutlich mehr als die Dornier | Größter Typ der Flotte, insgesamt drei Maschinen |
| Saab 2000 | Juli 2016 bis August 2018 | 50 | Zum Schluss sechs Exemplare, alle geleast |
| Embraer 170 | bestellt, nie im Einsatz | typisch 70–80 | Gebrauchte Maschinen, wegen des Konkurses nicht mehr übernommen |
Die Dornier 328 war das Rückgrat der frühen Linienjahre. Der Hochdecker aus Oberpfaffenhofen passte mit seinen gut 30 Sitzen zu dünnen Strecken wie Bern–Hamburg oder Bern–Sylt. Ihre letzten Flüge für SkyWork machte die Dornier im Frühjahr 2018; die letzte eigene Maschine wurde im September 2018 verkauft. Mehr zum Hersteller findest du bei Dornier.
Die Dash 8 Q400 war für SkyWork ein Wachstumsflugzeug. Mit deutlich mehr Sitzen als die Dornier sollte sie stärkere Strecken bedienen. Nach dem Sparkurs 2014 verschwand sie wieder aus der Flotte.
Der Saab 2000 schließlich prägte die letzten zwei Jahre. Er ist einer der schnellsten Turboprops im Regionalverkehr und für Spotter heute ein seltener Typ, weil nur wenige Airlines ihn noch einsetzen. Hersteller ist Saab. Die Embraer 170 wäre der erste Jet der Linienflotte gewesen – die gebrauchten Maschinen standen jedoch in Spanien abgestellt und kamen nie nach Bern.
Ex-SkyWork-Maschinen wiederfinden
Richte Sichtungs-Alarme für einzelne Kennzeichen oder den Saab 2000 ein: Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Dornier 328 oder Saab 2000? So unterscheidest du sie
Auf Archivfotos aus Bern begegnen dir vor allem diese beiden Typen. Beide sind Turboprops mit Schweizer Kennzeichen – im Detail aber gut auseinanderzuhalten.
Das spricht für die Dornier 328
- Hochdecker: Der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf
- T-Leitwerk mit dem Höhenleitwerk oben auf der Seitenflosse
- Kompakter, eher kurzer Rumpf
- Fahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf
Das spricht für den Saab 2000
- Tiefdecker: Der Flügel sitzt unten am Rumpf
- Langer, schlanker Rumpf mit vielen Fenstern
- Große Sechsblatt-Propeller an Triebwerksgondeln am Flügel
- Bei SkyWork ganz weiß mit rotem Kreuz am Leitwerk
Die Dash 8 Q400 fällt aus diesem Raster: Sie ist ebenfalls ein Hochdecker mit T-Leitwerk, aber deutlich länger als die Dornier und mit hohen Fahrwerksbeinen in den Triebwerksgondeln. Wenn du bei Turboprops generell unsicher bist, hilft dir der Guide Turboprops unterscheiden.
Woran du SkyWork erkennst
Das sicherste Merkmal ist das Kennzeichen: Alle Maschinen flogen mit Schweizer Registrierung, also mit HB- am Rumpf. Was die einzelnen Buchstabengruppen bei Schweizer Kennzeichen bedeuten, erklärt der Artikel Schweizer HB-Kennzeichen.
Die Saab 2000 kamen ab 2016 in einer schlichten Bemalung: komplett weißer Rumpf, ein rotes Schweizerkreuz am Leitwerk, der Schriftzug der Airline am Rumpf und das Logo an den Triebwerksverkleidungen. Damit wirkten sie auf den ersten Blick fast wie eine Neutral-Lackierung – ein Grund, warum SkyWork-Fotos in Sammlungen manchmal falsch zugeordnet sind.
Ein weiterer Hinweis ist der Ort. Die meisten SkyWork-Aufnahmen stammen aus Bern-Belp, wo die Airline zuletzt rund 60 Prozent aller Flüge stellte. Außerhalb der Schweiz begegnete man ihr an Flughäfen wie Hamburg, Wien, Amsterdam-Schiphol, Berlin-Tegel oder London City.
Achtung Verwechslung
Weiße Turboprops mit HB-Kennzeichen flogen in der Schweiz auch für andere Gesellschaften, etwa Darwin Airline mit ihrem Saab 2000. Verlass dich deshalb nicht auf die Grundfarbe, sondern prüf Schriftzug und Kennzeichen.
Das Streckennetz
SkyWork flog ein klassisches Regionalnetz: Städteverbindungen für Geschäftsreisende und Sommerstrecken für Urlauber. Im Sommer 2017 standen ab Bern 18 europäische Ziele im Plan, darunter:
- Städte: Berlin, Hamburg, Köln/Bonn, München, Wien, Amsterdam und London City
- Ferienziele: Sylt, Usedom, Jersey, Palma de Mallorca, mehrere Mittelmeerinseln und Zadar
- Ab Basel (Sommer 2017): Jersey, London City, Usedom, Sylt und Wien
Im Winter 2017/18 schrumpfte das Netz ab Bern auf sieben Ziele: Amsterdam, Berlin-Tegel, Hamburg, London City, München, Palma de Mallorca und Wien. Im Sommer 2018 kamen Brač und Graz dazu, außerdem die Verbindung Berlin–Graz, die über Berlin mit den Bern-Flügen verknüpft war und nach dem Ende von Air Berlin eine Lücke füllte.
Nach dem Aus von SkyWork stand der Flughafen Bern vor einem Problem: Sein mit Abstand wichtigster Kunde war weg. Im späteren Konkursverfahren erhielten die gewöhnlichen Gläubiger laut Medienberichten nur rund 11,5 Prozent ihrer Forderungen, der Flughafen Bern verlor rund 1,3 Millionen Franken. Unter den Gläubigern waren auch Saab, Rolls-Royce und Eastern Airways.
Wahrscheinlich SkyWork, wenn …
- ein Turboprop mit HB-Kennzeichen zwischen 2009 und 2018 in Bern fotografiert wurde
- der Schriftzug am Rumpf und das rote Kreuz am Leitwerk zu sehen sind
- alte Tracker-Daten SRK oder SKYFOX zeigen
Genauer prüfen, wenn …
- ein weißer Saab 2000 ohne lesbaren Schriftzug abgebildet ist
- die Dornier 328 in Deutschland fotografiert wurde – dort flogen auch andere Betreiber
Sicher nicht SkyWork, wenn …
- das Foto nach dem 29. August 2018 entstanden ist
- ein Jet zu sehen ist – die Embraer 170 kamen nie in Dienst
SkyWork und die Schweizer Regionalluftfahrt
SkyWork reiht sich in eine lange Liste Schweizer Regionalairlines ein, die nicht überlebt haben. Die Crossair aus Basel ging 2002 in der Swiss auf, die Tessiner Darwin Airline, zeitweise als Etihad Regional unterwegs, stellte Ende 2017 den Betrieb ein. Heute fliegt mit Helvetic Airways eine Schweizer Regionalairline mit Embraer-Jets – genau dem Flugzeugtyp, auf den SkyWork zuletzt setzen wollte.
Das Muster ist ähnlich: Kleine Heimatflughäfen, dünne Strecken und starke Konkurrenz durch Bahn und große Drehkreuze machen das Geschäft schwierig. Wenn dich die größeren Zusammenhänge interessieren, lies den Überblick zu Regionalairlines in Europa und zu den großen Airline-Pleiten in Europa.
Spotten in Bern heute
Bern-Belp ist auch ohne SkyWork ein entspannter Regionalflughafen. Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus und beachte die Schweizer Regeln. Was dort gilt, erklärt der Artikel Planespotting in der Schweiz.
Häufige Verwechslungen
- Das Gründungsjahr falsch lesen – 1983 entstand das Unternehmen als Flugschule, Linienflüge gab es erst ab 2009.
- Weiße Saab 2000 automatisch SkyWork zuordnen – auch andere Betreiber flogen den Typ in schlichter Bemalung.
- Die Embraer 170 zur Flotte zählen – sie war bestellt, flog aber nie für SkyWork.
- Dornier 328 und Dornier 328JET verwechseln – SkyWork flog die Propellerversion, nicht den Jet.
- Die Beinahe-Pleite 2017 für das Ende halten – SkyWork flog danach noch fast zehn Monate weiter.
Turboprops sammeln
Poste deine Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot und baue dir einen Hangar mit Dornier 328, Saab 2000 und Dash 8 auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
SkyWork Airlines war die Airline, die Bern-Belp zu einem echten Linienflughafen machte. Aus einer kleinen Flugschule wurde eine Regionalairline mit Dornier 328, Dash 8 Q400 und Saab 2000, die die Bundesstadt mit Metropolen und Ferieninseln verband. Finanziell stand sie aber nie auf sicheren Füßen: Nach teurer Expansion, Sparkurs und Beinahe-Pleite kam am 29. August 2018 das Aus. Für Spotter bleiben Archivfotos mit HB-Kennzeichen – und die Spurensuche nach den Maschinen, die heute bei anderen Betreibern fliegen.
Kurzfazit
SkyWork Airlines (IATA SX, ICAO SRK) war eine historische Berner Regionalairline mit Turboprop-Flotte. Dornier 328 und Saab 2000 mit HB-Kennzeichen sind ihre typischen Motive, der letzte Flug landete am 29. August 2018 in Bern.
Zusammenfassung
- SkyWork Airlines war die Hausairline von Bern-Belp und verband die Bundesstadt mit europäischen Metropolen und Ferieninseln.
- Die Flotte bestand fast nur aus Turboprops: erst Dornier 328 und Dash 8 Q400, ab 2016 Saab 2000 – für Spotter heute ein typisches Motiv vergangener Regionalluftfahrt.
- Finanziell war die Airline lange angeschlagen: Nach einer teuren Expansion, einem Sparkurs ab 2014 und einer Beinahe-Pleite im Oktober 2017 kam das Aus im August 2018.
- Wer SkyWork-Fotos im Archiv hat, ordnet sie über HB-Kennzeichen, Typ und Lackierung zeitlich ein.
Häufige Fragen
Gibt es SkyWork Airlines noch?
Nein. SkyWork stellte den Flugbetrieb am Abend des 29. August 2018 ein, nachdem Gespräche mit einem möglichen Partner gescheitert waren. Der letzte Flug, SX207 aus Hamburg, landete um 22.19 Uhr in Bern. Die Airline gab ihre Betriebsbewilligung zurück, anschließend wurde der Konkurs eröffnet.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte SkyWork?
Der IATA-Code war SX, der ICAO-Code SRK. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „SKYFOX“.
Welche Flugzeuge flog SkyWork?
In der Anfangszeit Businessjets vom Typ Cessna Citation II, im Linienverkehr dann Turboprops: ab 2003 die Dornier 328-110, ab 2008 die De Havilland Canada Dash 8 Q400 (insgesamt drei, die letzte ging Ende 2014 an Air Berlin) und ab Juli 2016 die Saab 2000. Zum Schluss flogen nur noch sechs geleaste Saab 2000. Bestellte Embraer 170 kamen wegen des Konkurses nicht mehr in Dienst.
Wohin flog SkyWork?
Von Bern aus vor allem zu Städten wie Hamburg, Berlin, München, Köln/Bonn, Wien, Amsterdam und London City, im Sommer auch zu Ferienzielen wie Sylt, Usedom, Jersey, Mallorca oder an die kroatische Küste. Zeitweise gab es zusätzlich Flüge ab Basel sowie ab Ende März 2018 die Strecke Berlin–Graz, mit der SkyWork eine Lücke nach dem Ende von Air Berlin füllte.
Warum ging SkyWork pleite?
Die Airline war über Jahre finanziell angeschlagen. Laut Branchenberichten verbrauchte sie bei einer Expansion zwischen 2011 und 2015 rund 70 Millionen Franken. Im Oktober 2017 befristete das BAZL die Betriebsbewilligung, weil die Finanzierung des Winterflugplans nicht gesichert war. Ein Investor rettete die Airline damals in letzter Minute. Als im August 2018 Gespräche mit einem neuen Partner scheiterten, stellte die Gesellschaft den Betrieb ein und ging in Konkurs.
Was bedeutete das Aus für den Flughafen Bern?
Viel: SkyWork war der größte Kunde des Flughafens Bern-Belp und stand für rund 60 Prozent der Flüge. Im Konkursverfahren verlor er laut Medienberichten rund 1,3 Millionen Franken.
Wie erkenne ich eine SkyWork-Maschine auf alten Fotos?
Achte auf das HB-Kennzeichen und den Typ: Ein Turboprop mit Schweizer Registrierung in Bern ist ein guter erster Hinweis. Die Saab 2000 trugen ab 2016 einen ganz weißen Rumpf mit rotem Schweizerkreuz am Leitwerk, dem Schriftzug am Rumpf und dem Logo an den Triebwerken.
SkyWork Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Saab 2000
Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypDornier 328
Schlanker Rumpf, T-Leitwerk, sechs Propellerblätter pro Seite und erstaunlich schnell: Die Dornier 328 ist das letzte komplett in Deutschland entwickelte Verkehrsflugzeug. So erkennst du den seltenen Turboprop aus Oberpfaffenhofen.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypEmbraer E170
Der kleinste E-Jet der ersten Generation: Die E170 brachte 2004 bei LOT die ganze Familie in den Liniendienst, wird nicht mehr gebaut und ist in Europa ein Auslaufmodell. So trennst du sie von der fast identischen E175.
Weitere Airlines
Darwin Airline
Historische Regionalairline aus dem Tessin: 2003 in Lugano gegründet, mit Saab 2000 und ATR 72-500 unterwegs, ab 2014 als Etihad Regional vermarktet und Ende 2017 nach dem Lizenzentzug aufgelöst.
RegionalCrossair
Historische Regionalairline aus Basel: 1975 von Moritz Suter als Taxiflug-Firma gegründet, Erstkundin von Saab 340 und Saab 2000 und 2002 das Fundament von Swiss International Air Lines.
NetzwerkAir Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
NetzwerkAdria Airways
Historische Nationalairline Sloweniens aus Ljubljana: 1961 im damaligen Jugoslawien gegründet, als Inex-Adria groß geworden im Ferienflug, ab 2004 in der Star Alliance und zuletzt mit CRJ, A319 und Saab 2000 unterwegs – bis zum Konkurs im Herbst 2019.
RegionalEastern Airways
Historische britische Regionalairline (1997–2025) mit Sitz am Flughafen Humberside: bekannt für die Jetstream 41, Ölindustrie-Shuttles ab Aberdeen, Saab 2000, Embraer-Jets und zuletzt E190-Flüge im Auftrag von KLM.
CharterHelvetic Airways
Die Schweizer Embraer-Spezialistin aus Zürich: Helvetic Airways fliegt mit E190, E195 und der neuen E2-Generation vor allem im Wet-Lease für SWISS, dazu Charter und eigene Ferienflüge ab Zürich und Bern.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Bern-Belp
Der kleine Flughafen der Bundesstadt: eine 1730 Meter lange Asphaltpiste im Aaretal, eine wechselvolle Airline-Geschichte mit dem Höhepunkt und dem Absturz von SkyWork – und mit dem Lufttransportdienst des Bundes ein Platz, an dem du Bundesratsjets, Rega-Helikopter und Kleinflugzeuge aus nächster Nähe siehst.
FlughafenEuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg
Ein Flughafen, zwei Staaten, drei Codes: Der EuroAirport liegt komplett auf französischem Boden, hat aber einen Schweizer Sektor mit eigener Zollstraße nach Basel. Für Spotter ist er vor allem wegen der Completion-Betriebe spannend – hier bekommen Privat- und VIP-Jets ihre Kabine, und manch unlackierter Großraumjet steht auf dem Vorfeld.
HerstellerSaab
Saab aus Schweden hat zwei Gesichter: Für Airline-Spotter steht der Name für die Turboprops Saab 340 und Saab 2000, die bis heute bei Regionalairlines fliegen. Auf Airshows und Militärflugplätzen ist es der Gripen – und mit dem GlobalEye baut Saab ein fliegendes Radar auf Basis eines Businessjets.
HerstellerDornier
Vom Bodensee in die Welt: Dornier baute Metallflugboote wie Wal und Do X, nach dem Krieg Kurzstarter wie die Do 27 und später die Regionalflugzeuge 228 und 328. Den Hersteller gibt es nicht mehr – seine Flugzeuge fliegen trotzdem weiter, und zwei davon werden bis heute weiterentwickelt.
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