Flughafen Tokio-Haneda

Einer der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt, gebaut auf Neuland in der Tokioter Bucht: vier Bahnen, drei Terminals, Heimat von JAL und ANA – und mit offiziellen Aussichtsdecks auf allen Terminals ein Paradies für Spotter.

Auch bekannt als: Tokyo International Airport · Haneda Airport · Tōkyō Kokusai Kūkō · Haneda Airfield (historisch) · Haneda Army Air Base (historisch, US-Besatzungszeit)

FlughäfenHND / RJTTseit 193111 Min. Lesezeit

HND

IATA-Code

RJTT

ICAO-Code

4

Start- und Landebahnen in der Bucht

1931

Eröffnung des Flugplatzes

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA HND, ICAO RJTT: Tokios stadtnaher Flughafen an der Bucht, 2024 mit knapp 86 Millionen Passagieren unter den verkehrsreichsten der Welt.
  • Vier Bahnen, paarweise parallel: 16R/34L und 16L/34R in Nord-Süd-Richtung, 04/22 und 05/23 schräg dazu – die jüngste davon weit draußen im Wasser.
  • Doppel-Drehkreuz: Japan Airlines sitzt in Terminal 1, ANA in Terminal 2, die internationalen Gäste in Terminal 3.
  • Großraumjets im Inland: A350 und Boeing 787 fliegen hier auf Strecken, für die in Europa eine A320 reicht.
  • Spotten ist ausdrücklich vorgesehen: Alle drei Terminals haben offizielle Aussichtsdecks, das Deck in Terminal 3 ist rund um die Uhr offen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Vom Flugfeld an der Bucht zum Weltflughafen
  8. 8.Ein Flughafen, der ins Meer wächst
  9. 9.Nordwind, Südwind und die Routen über der Stadt
  10. 10.Zwei Heimat-Airlines, drei Terminals
  11. 11.Die Aussichtsdecks: Spotten mit Ansage
  12. 12.Rund um die Uhr in Betrieb
  13. 13.Der 2. Januar 2024
  14. 14.Haneda im Vergleich
  15. 15.Fazit
  16. 16.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeHND
ICAO-CodeRJTT
Eigentümer und BetriebDer Flughafen selbst untersteht dem japanischen Verkehrsministerium MLIT. Terminal 1 und 2 betreibt die Japan Airport Terminal Co., Terminal 3 die Tokyo International Air Terminal Corporation
LageBezirk Ōta in Tokio, direkt an der Tokioter Bucht, rund 15 km südlich der Tokyo Station
Start- und LandebahnenVier Bahnen: 16R/34L (3.000 m, Bahn A), 16L/34R (3.360 m, Bahn C), 04/22 (2.500 m, Bahn B) und 05/23 (2.500 m, Bahn D)
PassagierterminalsTerminal 1 (Inland: JAL, Skymark, StarFlyer), Terminal 2 (ANA, Air Do, Solaseed Air, dazu ein Teil der ANA-Auslandsflüge), Terminal 3 (Großteil des internationalen Verkehrs)
Wichtigste NutzerDrehkreuz von Japan Airlines und All Nippon Airways
Verkehr 2024Knapp 86 Mio. Passagiere – damit einer der fünf verkehrsreichsten Flughäfen der Welt
BetriebszeitenKein generelles Nachtflugverbot; Terminal 3 und der internationale Bereich von Terminal 2 arbeiten rund um die Uhr
EröffnungAugust 1931 als Flugplatz Haneda auf aufgeschüttetem Land an der Bucht, erster Flug am 25. August 1931
Für Spotter relevantOffizielle Aussichtsdecks auf allen drei Terminals, Anreise mit Keikyu-Bahn und Tokyo Monorail
Offizielle Websitetokyo-haneda.com

Tätigkeitsfelder

Inlandsverkehr – das Rückgrat des Flughafens: dichte Verbindungen nach Sapporo, Osaka, Fukuoka, Okinawa und zu vielen kleineren Städten, oft mit Großraumjets
Internationaler Verkehr – seit 2010 wieder in großem Stil, seit 2014 auch tagsüber auf der Langstrecke, abgewickelt vor allem in Terminal 3
Luftfracht – vor allem als Beiladung in den Bäuchen der Passagierflugzeuge
Terminalbetrieb und Gewerbe – Restaurants, Läden und Hotels in den Terminals, betrieben von den beiden Terminalgesellschaften
Besucherangebote – Aussichtsdecks auf allen Terminals, in Terminal 2 zusätzlich die Indoor-Aussichtsetage FLIGHT DECK TOKYO

Struktur & Marken

Japan Airport Terminal Co. – Betreiberin von Terminal 1 und Terminal 2
Tokyo International Air Terminal Corporation – Betreiberin von Terminal 3

Geschichte im Zeitraffer

1931Am 25. August startet der erste Flug vom neuen Flugplatz Haneda – damals ein kleines Feld auf aufgeschüttetem Land an der Tokioter Bucht.
1945Die US-Streitkräfte übernehmen den Platz als Haneda Army Air Base und bauen ihn aus. Für die Erweiterung müssen über 3.000 Anwohner und der Anamori-Inari-Schrein weichen.
1952Ein Teil des Geländes geht zurück an Japan und heißt fortan Tokyo International Airport; der Rest folgt 1958.
1964Pünktlich zu den Olympischen Spielen in Tokio verbindet die Tokyo Monorail den Flughafen mit der Stadt.
1978Mit der Eröffnung von Narita wandert der internationale Verkehr ab. Haneda wird für gut drei Jahrzehnte vor allem zum Inlandsflughafen.
1988–2000Der Flughafen wächst weiter in die Bucht: 1988 eine neue 3.000-Meter-Bahn auf Neuland, 1993 das Terminal „Big Bird“ (heute Terminal 1), 1997 die Parallelbahn 16L/34R, 2000 die Querbahn 04/22.
2004Terminal 2 geht in Betrieb und wird zur Heimat der ANA.
2010Im Oktober eröffnen das internationale Terminal (heute Terminal 3) und die vierte Bahn 05/23 weit draußen in der Bucht. Langstrecke ist damit wieder möglich, zunächst vor allem nachts.
2014Ab März fliegen Langstreckenverbindungen auch tagsüber ab Haneda; das internationale Terminal wird erweitert.
2020Das internationale Terminal heißt seit dem 14. März Terminal 3. Neue An- und Abflugrouten über das Stadtgebiet gehen in Betrieb, Terminal 2 erhält einen internationalen Bereich – der wegen der Pandemie schon im April wieder schließt.
2023Im Juli nimmt der internationale Bereich von Terminal 2 den Betrieb wieder auf.
2024Am 2. Januar kollidiert ein JAL-Airbus A350 bei der Landung mit einer Dash 8 der japanischen Küstenwache. Alle 379 Menschen an Bord des Airbus kommen aus dem brennenden Flugzeug, fünf der sechs Besatzungsmitglieder der Küstenwache sterben.

Flughafen Tokio-Haneda aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Tokio-Haneda

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Die Betriebsrichtung geprüft – bei Nordwind und Südwind laufen Starts und Landungen über unterschiedliche Bahnen
  • Einen JAL-Airbus A350-900 im Inlandsverkehr gesehen – in Europa nur auf der Langstrecke unterwegs
  • Eine ANA-Boeing 787 erwischt, egal ob -8, -9 oder -10
  • Von allen drei Terminal-Decks fotografiert – jedes zeigt eine andere Flotte
  • Eine europäische Airline in Terminal 3 notiert, etwa Lufthansa oder British Airways
  • Eine Sonderlackierung einer japanischen Airline vor die Linse bekommen
  • Bei klarer Sicht den Fuji im Hintergrund eines Startbilds untergebracht

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Offizielle Aussichtsdecks auf allen drei Terminals, eines davon rund um die Uhr geöffnet
  • Sehr gute Anbindung mit Keikyu-Bahn und Tokyo Monorail – kein Auto nötig
  • Japanische Besonderheit: Großraumjets wie A350 und 787 im Inlandsverkehr
  • Kein generelles Nachtflugverbot – auch spätabends noch Verkehr
  • Klare Terminaltrennung: Du weißt vorher, welche Airline du an welchem Deck siehst

Wo es hakt

  • Die Decks liegen an den Terminals – für formatfüllende Bilder der weit entfernten Bahn D brauchst du sehr viel Brennweite
  • Glasfronten und Gitter an manchen Abschnitten der Decks erschweren saubere Bilder
  • Im Sommer drückende Hitze und Luftfeuchtigkeit, dazu Hitzeflimmern über dem Vorfeld
  • Die Bahnnutzung wechselt mit Wind und Tageszeit – ohne Vorbereitung stehst du am falschen Deck
  • Viele gleiche Muster von JAL und ANA – ohne Kennzeichen verlierst du schnell den Überblick

Wer in Tokio landet, landet meistens hier. Haneda liegt nur rund 15 Kilometer südlich der Tokyo Station direkt an der Bucht, wickelt jedes Jahr Dutzende Millionen Passagiere ab und ist das gemeinsame Zuhause der beiden großen japanischen Airlines. Für Spotter ist der Flughafen eine kleine Offenbarung: Statt Zaunlücken gibt es offizielle Aussichtsdecks auf allen drei Terminals, und über die Bahnen rollen Großraumjets, die in Europa nie auf einer Inlandsstrecke zu sehen wären.

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Vom Flugfeld an der Bucht zum Weltflughafen

Haneda ist deutlich älter als die meisten europäischen Großflughäfen. Am 25. August 1931 hob hier der erste Flug ab – damals von einem kleinen Feld auf aufgeschüttetem Land am Ufer der Tokioter Bucht. In unmittelbarer Nachbarschaft lag damals der Anamori-Inari-Schrein. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die US-Streitkräfte den Platz als Haneda Army Air Base und bauten ihn kräftig aus. Mehr als 3.000 Anwohner mussten dafür innerhalb von 48 Stunden ihre Häuser verlassen, auch der Schrein musste weichen.

1952 ging ein Teil des Geländes an Japan zurück, unter dem bis heute gültigen Namen Tokyo International Airport; der Rest folgte 1958. In den Jahren danach war Haneda das Tor Japans zur Welt. Zu den Olympischen Spielen 1964 kam die Tokyo Monorail, und mit dem Jetzeitalter wuchs der Verkehr rasant.

Der große Einschnitt folgte 1978: Mit der Eröffnung von Narita wanderte fast der gesamte internationale Verkehr ins Umland ab. Haneda blieb der Inlandsflughafen der Hauptstadt – und wuchs trotzdem weiter, weil Japans Inlandsverkehr schlicht riesig ist.

~86 Mio.Passagiere im Jahr 2024
4Start- und Landebahnen
3.360 mLänge der längsten Bahn 16L/34R
15 kmbis zur Tokyo Station

Ein Flughafen, der ins Meer wächst

Platz an Land gab es in Ōta nie genug. Seit Ende der 1980er-Jahre ist Haneda deshalb Schritt für Schritt in die Bucht hinausgewandert. 1988 ging eine neue 3.000-Meter-Bahn auf Neuland in Betrieb, 1993 folgte das Terminal mit dem Spitznamen „Big Bird“, das heute Terminal 1 heißt. 1997 kam die Parallelbahn 16L/34R hinzu, 2000 die Querbahn 04/22, 2004 Terminal 2.

Der größte Schritt kam im Oktober 2010: Gleichzeitig öffneten das neue internationale Terminal und die vierte Bahn 05/23, die weit draußen vor dem bisherigen Gelände liegt. Mit ihr stieg die Kapazität deutlich, und Haneda durfte wieder internationale Langstrecke anbieten – zunächst vor allem nachts, ab März 2014 auch tagsüber. Seit März 2020 heißt das internationale Terminal offiziell Terminal 3.

Bahn Bezeichnung Länge Lage
A 16R/34L 3.000 m westliche Nord-Süd-Bahn, zwischen Terminal 3 und den Inlandsterminals
C 16L/34R 3.360 m östliche Nord-Süd-Bahn, an der Seeseite
B 04/22 2.500 m Querbahn im Süden des Geländes
D 05/23 2.500 m jüngste Bahn, 2010 eröffnet, weit draußen in der Bucht

Die Buchstaben A bis D wirst du in japanischen Spotterkreisen und auf Flughafenkarten ständig hören. Sie sind praktischer als die Kennungen, weil sich die Nummern bei Richtungswechseln ändern, die Buchstaben aber gleich bleiben.

Nordwind, Südwind und die Routen über der Stadt

Wie überall starten und landen die Flugzeuge gegen den Wind. In Haneda heißt das vereinfacht: Es gibt einen Nordwindbetrieb und einen Südwindbetrieb, und je nachdem verteilen sich Starts und Landungen anders auf die vier Bahnen. Laut Verkehrsministerium richtet sich die Entscheidung nicht nur nach dem Wind am Flughafen, sondern nach der Wetterlage im ganzen Großraum Tokio.

Seit 2020 kommt eine Besonderheit dazu. Um mehr internationale Flüge unterzubringen, nutzt Haneda zu bestimmten Zeiten neue Routen, die über das Stadtgebiet führen. Laut Ministerium laufen sie bei Südwind für rund drei Stunden im Fenster zwischen 15 und 19 Uhr, bei Nordwind für jeweils rund drei Stunden in den Fenstern zwischen 7 und 11:30 Uhr sowie zwischen 15 und 19 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten fliegt Haneda die klassischen Routen über der Bucht, nachts gelten wiederum eigene Verfahren.

Für dich bedeutet das: Je nach Wetterlage und Uhrzeit landen die Maschinen an ganz anderen Stellen, und ein Deck, das am Vormittag perfekt ist, kann am Nachmittag fast leer bleiben. Prüf vor dem Besuch in einer Flugverfolgung, welche Bahnen gerade für Starts und Landungen genutzt werden. Wie du das systematisch angehst, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Licht und Deck zusammen denken

Die Hauptbahnen A und C verlaufen in Nord-Süd-Richtung. Blickst du von einem Deck nach Westen, hast du morgens die Sonne im Rücken und am Nachmittag Gegenlicht. Beim Blick nach Osten auf die Seeseite ist es umgekehrt. Plane deshalb, welches Deck du vormittags und welches nachmittags besuchst – Hilfe dabei gibt der Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot.

Zwei Heimat-Airlines, drei Terminals

Haneda ist ein Doppel-Drehkreuz. Terminal 1 gehört im Inlandsverkehr Japan Airlines, dazu Skymark Airlines und StarFlyer. In Terminal 2 sitzen All Nippon Airways, Air Do und Solaseed Air; seit 2023 fertigt ANA dort auch wieder einen Teil ihrer internationalen Flüge ab. Terminal 3 ist das internationale Terminal für die übrigen Auslandsverbindungen.

Die Trennung folgt auch den Allianzen. ANA ist Mitglied der Star Alliance und gehört zur ANA Holdings, JAL ist Mitglied von oneworld. Damit hängen an Haneda zwei der drei großen Allianzen direkt an ihrem japanischen Ankerpartner.

Großraumjets auf der Inlandsstrecke

Was Haneda für europäische Spotter so reizvoll macht, ist die Flotte im Inlandsverkehr. Strecken wie Tokio–Sapporo, Tokio–Fukuoka oder Tokio–Okinawa gehören zu den meistbeflogenen der Welt, und JAL und ANA setzen dort regelmäßig Großraumflugzeuge ein. Bei JAL siehst du im Inland den Airbus A350-900, auf der Langstrecke zunehmend den A350-1000. ANA ist einer der wichtigsten Betreiber der Boeing 787 und fliegt alle drei Versionen, von der 787-8 über die 787-9 bis zur 787-10.

Darunter sorgen Schmalrumpfjets für Masse: die Boeing 737-800 bei JAL, Skymark und anderen, bei ANA zusätzlich der Airbus A321neo. Welche Muster gerade welche Strecken fliegen, ändert sich mit jedem Flugplan; Stand Oktober 2026 ist das grobe Bild aber stabil. Wenn du A350 und 787 aus der Ferne sicher auseinanderhalten willst, hilft dir der Beitrag A350 oder Boeing 787?.

Sonderlackierung im Anflug?

Mit Planetrack legst du Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen, Airlines oder Special Liveries an und erfährst sofort, wenn sie Haneda anfliegen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Internationale Gäste in Terminal 3

Seit der Rückkehr der Langstrecke landen in Haneda auch viele ausländische Airlines. Aus Europa kommen unter anderem Lufthansa und British Airways, aus Nordamerika etwa Delta Air Lines, United Airlines und American Airlines, aus Asien und Ozeanien Gesellschaften wie Singapore Airlines, Cathay Pacific und Qantas. Die genaue Liste ändert sich mit Slotvergaben und Flugplänen – die aktuelle Übersicht steht auf der Flughafenseite.

Terminal Hauptnutzer Typisches Flugzeugbild
Terminal 1 JAL (Inland), Skymark, StarFlyer A350-900, Boeing 737-800, dazu Regionalflugzeuge
Terminal 2 ANA, Air Do, Solaseed Air, ANA international Boeing 787 in allen Versionen, 777, A321neo, 737
Terminal 3 Internationale Airlines aus aller Welt, JAL international Großraumjets aus Europa, Nordamerika und Asien

Die Aussichtsdecks: Spotten mit Ansage

In Europa musst du an vielen Großflughäfen nach einem guten Standpunkt suchen. In Haneda hat der Flughafen ihn gleich mitgebaut. Laut offizieller Flughafenseite gibt es:

  • Terminal 1: Aussichtsdecks im 6. Stock auf der Nord- und Südseite sowie ein Deck auf dem Dach, geöffnet von 6:30 bis 22 Uhr.
  • Terminal 2: Aussichtsdeck im 5. Stock, ebenfalls von 6:30 bis 22 Uhr, dazu die überdachte Aussichtsetage FLIGHT DECK TOKYO, zugänglich von 5 bis 23 Uhr – praktisch bei Regen.
  • Terminal 3: Aussichtsdeck im 5. Stock, rund um die Uhr geöffnet.

Alle Decks können bei Sturm, für Wartungsarbeiten oder aus Sicherheitsgründen kurzfristig schließen. So hat die Betreibergesellschaft von Terminal 3 für den 20. Oktober 2026 eine komplette Sperrung des Decks zwischen 0 und 4 Uhr wegen Inspektionen angekündigt; vom 19. bis 31. Oktober 2026 sind wegen Fliesenarbeiten außerdem wechselnde Teile des Decks gesperrt. Ein kurzer Blick auf die Hinweise der Flughafenseite vor dem Besuch lohnt sich also.

Weil die Terminals nach Airlines getrennt sind, zeigt jedes Deck vor allem „seine“ Flotte an den Gates: in Terminal 1 überwiegend JAL, in Terminal 2 überwiegend ANA, in Terminal 3 die ausländischen Gäste. Was du von welchem Deck aus auf den Bahnen siehst und wo Glas oder Gitter stören, beschreibt der Spot-Guide zu den Aussichtsdecks am Flughafen Tokio-Haneda ausführlich.

Wind und Bahnen prüfen

Nord- oder Südwindbetrieb? Ein Blick in die Flugverfolgung zeigt dir, welche Bahnen gerade für Starts und Landungen laufen.

Terminal nach Airline wählen

JAL in Terminal 1, ANA in Terminal 2, internationale Airlines in Terminal 3. Zwischen den Terminals fahren kostenlose Shuttlebusse.

Mit der Bahn anreisen

Keikyu-Linie bis Terminal 1·2 oder Terminal 3, alternativ die Tokyo Monorail, die alle drei Terminals anfährt.

Licht einplanen

Vormittags und nachmittags lohnen sich unterschiedliche Blickrichtungen. Wechsle das Deck, wenn die Sonne dreht.

Kennzeichen notieren

Bei Dutzenden gleichen 787 und A350 ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen sauber zu trennen.

Außerhalb der Terminals

Wer Haneda auch von außen erleben will, findet nördlich des Flughafens den Jonanjima Seaside Park im Bezirk Ōta. Von dort siehst du je nach Betriebsrichtung Anflüge in Richtung Flughafen; erreichbar ist der Park mit dem Keikyu-Bus, der nicht besonders häufig fährt – schau vorher in den Fahrplan. Weitere Tipps für deine Tokio-Tour, inklusive der Spotterhügel an Narita, findest du im Guide Planespotting in Tokio.

Hausregeln gelten auch auf dem Deck

Die Decks sind ausdrücklich für Besucher gedacht, aber sie liegen in einem Flughafengebäude. Hinweise des Personals, Absperrungen und die ausgeschilderten Regeln gehen immer vor – auch bei Stativen, Leitern und Drohnen. Was du beim Spotten im Ausland rechtlich beachten solltest, fasst der Beitrag Spotten im Ausland zusammen.

Rund um die Uhr in Betrieb

Anders als Narita hat Haneda kein generelles Nachtflugverbot. Terminal 3 und der internationale Bereich von Terminal 2 arbeiten rund um die Uhr, die Inlandsbereiche von Terminal 1 und 2 sind laut Flughafen von 5 bis 24 Uhr geöffnet. In den späten Abend- und frühen Morgenstunden dominieren internationale Verbindungen – genau die Zeit, in der Narita ruht.

Für Spotter heißt das: Am Tag erlebst du die dichten Inlandswellen von JAL und ANA, am Abend und in der Nacht die Langstrecke. Wer Nachtaufnahmen von Großraumjets mit Langzeitbelichtung machen will, ist am rund um die Uhr geöffneten Deck in Terminal 3 an der richtigen Adresse.

Der 2. Januar 2024

Ein Ereignis hat Haneda in jüngerer Zeit weltweit in die Schlagzeilen gebracht. Am 2. Januar 2024 kollidierte ein Airbus A350-900 der Japan Airlines, aus Sapporo kommend, bei der Landung auf der Bahn 34R mit einer Dash 8 der japanischen Küstenwache, die sich auf der Bahn befand. Beide Flugzeuge brannten vollständig aus. Alle 379 Menschen an Bord des Airbus konnten den Jet verlassen. Auf der Küstenwachen-Maschine starben fünf der sechs Besatzungsmitglieder. Die Küstenwache war auf dem Weg zu einem Hilfseinsatz nach dem schweren Erdbeben auf der Noto-Halbinsel am Vortag.

Haneda passt zu dir, wenn …

  • du japanische Großraumjets in hoher Dichte sehen willst
  • du ohne Auto und mit festem, legalem Standpunkt spotten möchtest
  • du auch abends oder nachts noch Verkehr suchst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du formatfüllende Bilder ohne langes Teleobjektiv willst
  • du im Hochsommer unterwegs bist und Hitzeflimmern scheust

Eher Narita, wenn …

  • dich vor allem Frachter und Low-Cost-Airlines interessieren
  • du direkt am Bahnende auf einem Hügel stehen willst

Haneda im Vergleich

Tokio hat zwei große Flughäfen, und beide haben ihren eigenen Charakter. Der Flughafen Tokio-Narita liegt rund 60 Kilometer östlich der Innenstadt, hat ein Nachtflugverbot und ist die erste Adresse für Fracht, Low-Cost-Verkehr und viele internationale Airlines. Mit dem Spotterhügel Sakura no Yama bietet er Perspektiven direkt am Bahnende, die Haneda nicht hat. Haneda dagegen ist bequemer, stadtnäher und hat schlicht mehr Bewegungen.

Im asiatischen Vergleich spielt Haneda in derselben Liga wie der Flughafen Seoul-Incheon und der Flughafen Singapur Changi, unterscheidet sich aber durch den enormen Inlandsanteil. Wenn du eine Spotting-Reise nach Japan planst, helfen dir außerdem die Beiträge zur Kameraausrüstung im Handgepäck und zum Umgang mit Hitzeflimmern, das im japanischen Sommer über dem Vorfeld stark ausfallen kann. Auf der Suche nach Sonderlackierungen hilft dir der Beitrag Special Liveries finden.

Jedes Deck, jede Sichtung

Beiträge mit Flugzeugdaten, Hangar mit Wunschliste, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Haneda ist einer der spotterfreundlichsten Großflughäfen der Welt. Vier Bahnen in der Bucht, drei Terminals mit offiziellen Aussichtsdecks, eine hervorragende Bahnanbindung und ein Flugzeugbild, das es so in Europa nicht gibt: A350 und 787 im Minutentakt auf Inlandsstrecken, dazu Langstrecke aus aller Welt.

Den Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Tag machen auch hier dieselben Dinge wie überall: Wind, Bahnnutzung und Licht. Wer vorher klärt, welche Bahnen laufen und welches Deck zur Tageszeit passt, holt aus einem Tag in Haneda mehr heraus als aus einer Woche an manch anderem Flughafen.

Kurzfazit

HND ist Tokios stadtnahes Doppel-Drehkreuz von JAL und ANA. Mit Aussichtsdecks auf allen drei Terminals und Bahnanschluss ist es ein Pflichtziel jeder Japan-Reise – plane nach Wind, Bahnen und Licht, dann passt der Rest.

Zusammenfassung

  • Haneda ist der Tokioter Flughafen, der näher an der Stadt liegt und mehr Bewegungen bietet – Narita ist der Platz für Fracht, Low-Cost und viele internationale Airlines.
  • Über fast 100 Jahre ist der Flughafen Stück für Stück in die Bucht hinausgewachsen, zuletzt 2010 mit der Bahn D und dem internationalen Terminal.
  • Die Terminals sind streng nach Airlines getrennt. Wer gezielt JAL, ANA oder ausländische Airlines sehen will, wählt das passende Deck.
  • Wind und Tageszeit bestimmen, welche Bahnen genutzt werden. Seit 2020 gibt es zusätzliche Anflugrouten über das Stadtgebiet am Nachmittag.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Tokio-Haneda?

Der IATA-Code ist HND, der ICAO-Code RJTT. Der offizielle Name lautet Tokyo International Airport, im Alltag sagt aber praktisch jeder Haneda.

Wie viele Start- und Landebahnen hat Haneda?

Vier: die Nord-Süd-Bahnen 16R/34L (3.000 m) und 16L/34R (3.360 m) sowie die schräg dazu liegenden Bahnen 04/22 und 05/23 mit je 2.500 Metern. Im Betrieb heißen sie A, C, B und D.

Welche Airline nutzt welches Terminal?

Terminal 1 ist ein reines Inlandsterminal für Japan Airlines, Skymark Airlines und StarFlyer. Terminal 2 gehört ANA, Air Do und Solaseed Air; dort fertigt ANA auch einen Teil ihrer Auslandsflüge ab. Terminal 3 ist das internationale Terminal für die übrigen Auslandsverbindungen.

Wann haben die Aussichtsdecks in Haneda geöffnet?

Laut Flughafen sind die Decks in Terminal 1 und Terminal 2 von 6:30 bis 22 Uhr offen, das Deck in Terminal 3 rund um die Uhr. Bei schlechtem Wetter, für Wartungsarbeiten oder aus Sicherheitsgründen können sie kurzfristig schließen – prüf die Hinweise auf der Flughafenseite. Details stehen im Spot-Guide zu den Aussichtsdecks in Haneda.

Gibt es in Haneda ein Nachtflugverbot?

Nein, ein generelles Nachtflugverbot gibt es nicht. Terminal 3 und der internationale Bereich von Terminal 2 arbeiten rund um die Uhr, und in den späten Abend- und frühen Morgenstunden starten und landen vor allem internationale Flüge. Die Inlandsbereiche von Terminal 1 und 2 sind laut Flughafen von 5 bis 24 Uhr geöffnet.

Wie komme ich zum Flughafen Haneda?

Am einfachsten mit der Bahn: Die Keikyu-Linie hält an den Stationen Terminal 1·2 und Terminal 3, die Tokyo Monorail an allen drei Terminals. Zwischen den Terminals pendeln kostenlose Shuttlebusse.

Was ist der Unterschied zwischen Haneda und Narita?

Haneda liegt stadtnah, hat mehr Inlandsverkehr und vier Bahnen. Der Flughafen Tokio-Narita liegt rund 60 Kilometer östlich, hat ein Nachtflugverbot und bündelt mehr Fracht, Low-Cost-Verkehr und internationale Airlines. Für Spotter ergänzen sich beide gut.

Was passierte beim Unfall am 2. Januar 2024?

Ein Airbus A350 der Japan Airlines kollidierte bei der Landung auf der Bahn 34R mit einer Dash 8 der Küstenwache, die sich auf der Bahn befand. Beide Flugzeuge brannten aus. Alle 379 Menschen an Bord des Airbus konnten das Flugzeug verlassen, auf der Küstenwachen-Maschine starben fünf von sechs Besatzungsmitgliedern.

Sichtungen rund um Flughafen Tokio-Haneda sammeln

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

JL / JAL

Japan Airlines

Japans traditionsreicher Flag Carrier mit dem roten Kranich am Leitwerk: Drehkreuze Haneda und Narita, Mitglied von oneworld und eine Langstreckenflotte im Umbruch von der 777 zu A350-1000 und Boeing 787.

NH / ANA

All Nippon Airways

Japans große Netzwerk-Airline aus Tokio: Star-Alliance-Mitglied seit 1999, Erstkunde der Boeing 787, drei A380 im Schildkröten-Look für Hawaii und eine Flotte, in der fast alles von Boeing stammt.

BC / SKY

Skymark Airlines

Japans unabhängige Nummer drei hinter JAL und ANA: Boeing-737-Flotte, Basen in Tokio-Haneda und Kobe, eine A380-Bestellung, die 2015 in die Insolvenz führte, und der Neustart samt Börsengang 2022.

MM / APJ

Peach Aviation

Japans pinke Low-Cost-Airline aus Osaka: reine Airbus-A320-Familie, Heimat im Low-Cost-Terminal von Kansai und seit der Fusion mit Vanilla Air die Billigmarke der ANA-Gruppe.

LH / DLH

Lufthansa

Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.

BA / BAW

British Airways

Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.

DL / DAL

Delta Air Lines

Die US-Netzwerk-Airline aus Atlanta: 1925 als Schädlingsbekämpfer gestartet, Gründungsmitglied von SkyTeam und mit rund 1.000 Flugzeugen eine der größten Airlines der Welt – in Deutschland vor allem in Frankfurt und München zu sehen.

Typische Flugzeuge

Flugzeugtyp

Airbus A350-900

Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Airbus A350-1000

Schwarze Cockpit-Maske, gebogene Flügelspitzen und ein Rumpf von fast 74 Metern auf sechsrädrigen Fahrwerken: Die A350-1000 ist die große A350. So erkennst du sie und trennst sie sicher von A350-900 und Boeing 777.

Flugzeugtyp

Boeing 787-9 Dreamliner

Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.

Flugzeugtyp

Boeing 787-10 Dreamliner

Die längste Dreamliner-Version: Die 787-10 streckt die 787-9 um gut fünf Meter, wird nur in South Carolina gebaut und fliegt vor allem auf mittleren Langstrecken. So erkennst du die B78X sicher.

Flugzeugtyp

Boeing 787-8 Dreamliner

Glatte Nase mit nur vier Cockpitfenstern, gezackte Triebwerkshinterkanten und Flügel, die sich im Flug weit nach oben biegen: Die 787-8 ist der kürzeste Dreamliner. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Boeing 737-800

Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.

Flugzeugtyp

Airbus A321neo

Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Spotting-Spots rund um Flughafen Tokio-Haneda

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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