US-amerikanische N-Nummern: Aufbau, Vergabe und FAA-Registerabfrage

N12345, N8701Q, N570UP: US-Kennzeichen folgen einem eigenen Bauplan aus Ziffern und höchstens zwei Buchstaben. Aufbau, Vergaberegeln, Wunschnummern, Hex-Code und die Abfrage im FAA-Register Schritt für Schritt.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • N plus maximal fünf Zeichen: Nach dem Länderpräfix N folgen bis zu fünf Ziffern, oder ein bis vier Ziffern plus ein Buchstabe, oder ein bis drei Ziffern plus zwei Buchstaben.
  • Keine Null vorn, kein I und kein O: Die erste Ziffer liegt zwischen 1 und 9, und die Buchstaben I und O sind gesperrt, weil sie mit 1 und 0 verwechselt werden könnten.
  • Anders als in Europa: Zwischen N und Rest steht kein Bindestrich, und die Nummer verrät weder Gewichtsklasse noch Flugzeugart.
  • Airlines setzen auf Muster: Viele US-Gesellschaften hängen ein festes Buchstabensuffix an, etwa UP bei UPS oder FE bei FedEx. Daran erkennst du am Zaun oft schon den Betreiber.
  • Das FAA-Register ist offen: Unter registry.faa.gov schlägst du jede N-Nummer kostenlos nach und siehst Typ, Baujahr, Halter, Gültigkeit und den Mode-S-Hex-Code.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.N-Nummern: die kurze Antwort
  2. 2.Die drei erlaubten Muster
  3. 3.Was eine N-Nummer verrät – und was nicht
  4. 4.So vergibt die FAA N-Nummern
  5. 5.Größe und Position am Flugzeug
  6. 6.NC, NX, NR, NL: die Geschichte im Kennzeichen
  7. 7.Das FAA-Register abfragen: Schritt für Schritt
  8. 8.N-Nummer und Hex-Code: der Draht zum ADS-B
  9. 9.Typische Fehler beim Lesen von N-Nummern
  10. 10.Planespotting in den USA mit N-Nummern
  11. 11.Fazit

Du stehst am Zaun in Los Angeles, eine Boeing 777 rollt vorbei, und am Heck liest du N2331U. Ein paar Minuten später kommt eine Cessna mit N und vier Ziffern, danach ein Frachter mit UP am Ende. Wer US-amerikanische N-Nummern zum ersten Mal sammelt, merkt schnell: Das System funktioniert ganz anders als die deutschen D-Kennzeichen. Es gibt keine Gewichtsklassen, keinen Bindestrich und dafür jede Menge Ziffern. Dieser Guide erklärt dir den Aufbau, die Vergaberegeln der FAA, die Geschichte hinter NC und NX und zeigt dir, wie du jedes US-Flugzeug im offenen FAA-Register nachschlägst.

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N-Nummern: die kurze Antwort

Eine N-Nummer besteht aus dem Länderpräfix N und höchstens fünf weiteren Zeichen. Vorn stehen immer Ziffern, die erste davon zwischen 1 und 9. Am Ende dürfen bis zu zwei Buchstaben folgen, wobei I und O tabu sind. Mehr steckt formal nicht drin: Anders als in Deutschland sagt dir das Kennzeichen nichts über Gewicht, Motorenzahl oder Flugzeugart. Ob hinter N12345 ein Jet, eine Piper oder etwas ganz anderes steckt, verrät erst das Register der Federal Aviation Administration (FAA).

Das N selbst ist das Nationalitätszeichen der USA. Wie die Präfixe weltweit verteilt sind, erklärt der Überblick zu Länderkennungen an Flugzeugen. Die Grundlagen zum Lesen von Kennzeichen insgesamt findest du im Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen.

5Zeichen dürfen höchstens auf das N folgen
2gesperrte Buchstaben: I und O
7 Jahregilt ein FAA-Registrierungszertifikat

Die drei erlaubten Muster

Die Regeln stehen in der US-Vorschrift 14 CFR § 47.15, die FAA fasst sie auf ihrer Seite zur Bildung von N-Nummern zusammen. Es gibt genau drei Bauformen:

Muster Beispiel Aufbau
Nur Ziffern N12345 ein bis fünf Ziffern
Ziffern plus ein Buchstabe N1234Z ein bis vier Ziffern, dann ein Buchstabe
Ziffern plus zwei Buchstaben N123AZ ein bis drei Ziffern, dann zwei Buchstaben

Dazu kommen drei Zusatzregeln:

  • Keine führende Null. Vor der ersten Null muss eine Ziffer von 1 bis 9 stehen. N01Z ist ungültig, N10Z ist korrekt.
  • Kein I, kein O. Beide Buchstaben fallen weg, damit niemand sie mit 1 und 0 verwechselt.
  • N1 bis N99 gehören der FAA. Diese kurzen Nummern sind laut Behörde ausschließlich für den internen Gebrauch reserviert.

Daraus folgt eine praktische Lesehilfe: Buchstaben stehen nie zwischen Ziffern. Liest du am Zaun so etwas wie N12A4, hast du dich verguckt oder ein Zeichen falsch zugeordnet. Und weil maximal zwei Buchstaben erlaubt sind, ist N123ABC kein gültiges US-Kennzeichen.

Kein Bindestrich am Rumpf

Deutsche oder britische Kennzeichen trennen Präfix und Rest mit einem Bindestrich: D-AIMA, G-XLEA. Bei US-Flugzeugen steht das N direkt vor den Ziffern. Wenn du deine Sichtungen notierst, schreibst du deshalb N8701Q, nicht N-8701Q.

Was eine N-Nummer verrät – und was nicht

Im deutschen System sagt dir schon der erste Buchstabe nach dem D eine Menge: D-A heißt schweres Flugzeug über 20 Tonnen, D-E einmotoriges Leichtflugzeug. Das erklärt der Guide zu deutschen Kennzeichen und Gewichtsklassen im Detail. Das US-System kennt keine solche Klassenlogik. Eine Nummer wird vergeben, wenn sie frei ist, unabhängig davon, ob ein Airliner oder ein Kleinflugzeug sie bekommt.

Ein schönes Beispiel: N100 ist laut FAA-Register eine Piper J3C-65 aus dem Baujahr 1940, also ein klassisches Cub-Schulflugzeug von Piper Aircraft. Und hinter N12345, der wohl naheliegendsten Nummer überhaupt, steht im Register eine kleine Drohne. Kürze oder Schönheit einer Nummer sagen also nichts über die Größe des Flugzeugs.

Was die Nummer dir trotzdem verraten kann, ist der Betreiber. Viele US-Airlines lassen sich Nummernblöcke mit einem festen Suffix zuteilen. Einige Beispiele, die wir im FAA-Register geprüft haben (Stand Oktober 2026):

Kennzeichen Typ laut Register Halter laut Register Muster
N570UP Boeing 747-400F United Parcel Service Suffix UP
N601FE McDonnell Douglas MD-11F Federal Express Suffix FE
N801DZ Boeing 737-900ER Delta Air Lines Suffix DZ
N8701Q Boeing 737-8 Southwest Airlines Ziffern plus Q
N77012 Boeing 777-200 United Airlines reine Ziffern
N2331U Boeing 777-300ER United Airlines Suffix U

Bei UPS und FedEx ist das Suffix fast schon ein Markenzeichen. Bei Delta begegnet dir etwa die Endung DZ, bei United mischen sich reine Zahlenkennzeichen und solche mit U am Ende, und bei Southwest zum Beispiel ein Q am Ende. Solche Muster sind Gewohnheiten der Airlines, keine Vorschrift. Sie helfen dir beim schnellen Einordnen, ersetzen aber nicht den Blick ins Register.

Wenn eine Bank im Register steht

Schlägst du ein Airline-Flugzeug nach, steht als Halter nicht immer die Airline. Bei N101NN, einem Airbus A321 aus dem Baujahr 2013, und bei N901NN, einer Boeing 737-800 von 2012, nennt das Register eine Treuhandgesellschaft als eingetragenen Halter. Das ist bei geleasten oder finanzierten Verkehrsflugzeugen üblich. Hintergrund sind unter anderem die Eignungsregeln der FAA: Eingetragen werden dürfen etwa US-Bürger, US-Gesellschaften mit überwiegend amerikanischer Führung und Stimmrechten, Behörden oder unter bestimmten Bedingungen auch ausländisch kontrollierte US-Firmen, deren Flugzeuge überwiegend in den USA fliegen. Treuhandkonstruktionen schließen die Lücke für ausländische Eigentümer und Leasinggeber. Warum Flugzeuge überhaupt in bestimmten Ländern registriert werden, erklärt der Artikel über Offshore-Registrierungen und Leasing.

So vergibt die FAA N-Nummern

Zuständig ist das Aircraft Registration Branch der FAA. Der Ablauf ist überraschend unbürokratisch, und die Gebühren sind seit Jahren niedrig.

1. Nummer zuteilen lassen

Für ein Flugzeug, das noch nie in den USA registriert war, beantragt der Eigentümer schriftlich eine Nummer und nennt Hersteller, Modell und Seriennummer. Eine normale, von der FAA ausgewählte Nummer ist kostenlos.

2. Innerhalb von 90 Tagen registrieren

Die zugeteilte Nummer verfällt nach 90 Tagen, wenn bis dahin kein vollständiger Registrierungsantrag eingeht.

3. Antrag mit Eigentumsnachweis einreichen

Dazu gehören das Formular AC 8050-1, ein Nachweis wie ein Kaufvertrag und die Registrierungsgebühr von 5 US-Dollar.

4. Zertifikat erhalten

Das Registrierungszertifikat gilt sieben Jahre, gerechnet ab dem Monatsende der Ausstellung. Verlängern kann man es in den sechs Monaten vor Ablauf, wieder für 5 US-Dollar.

5. Kennzeichen anbringen

Die Nummer kommt auf das Seitenleitwerk oder die Rumpfseiten. Bei Flugzeugen und Hubschraubern sind die Zeichen im Regelfall mindestens 12 Zoll hoch, also gut 30 Zentimeter.

Wunschnummern und Nummernwechsel

Wer eine bestimmte Nummer möchte, wählt sie aus der Liste freier Nummern und zahlt 10 US-Dollar für Zuteilung oder Reservierung. Die Reservierung gilt ein Jahr und kann jährlich für weitere 10 US-Dollar verlängert werden. Soll die Wunschnummer auf ein Flugzeug wechseln, das bereits eine andere N-Nummer trägt, kommen noch einmal 10 US-Dollar für den Wechsel dazu.

Für Spotter ist das relevant, weil Nummern wandern. Wird eine Nummer gestrichen, kann der letzte Halter sie ein Jahr lang reservieren. Andernfalls bleibt sie laut Vorschrift fünf Jahre gesperrt, bevor sie neu vergeben werden kann. Ein und dieselbe N-Nummer kann im Lauf der Jahrzehnte also an völlig unterschiedlichen Flugzeugen gestanden haben. Wenn du eine alte Sichtung mit einer aktuellen vergleichst, prüf deshalb immer Seriennummer und Typ. Mehr zu diesem Thema steht im Artikel Umregistrierungen bei Flugzeugen.

Nummer gleich, Flugzeug anders

Die eindeutige Identität eines Flugzeugs ist die Seriennummer des Herstellers, nicht das Kennzeichen. Notier bei besonderen Sichtungen beides, dann bleibt dein Logbuch auch nach einem Nummernwechsel korrekt.

Größe und Position am Flugzeug

Wo die Nummer stehen muss, regelt 14 CFR Part 45. Bei Flächenflugzeugen gibt es zwei Möglichkeiten: horizontal auf beiden Seiten des Seitenleitwerks oder horizontal auf beiden Rumpfseiten zwischen Flügelhinterkante und Höhenleitwerk. Die Zeichen müssen bei Flugzeugen und Hubschraubern grundsätzlich mindestens 12 Zoll hoch sein, ihre Breite liegt bei zwei Dritteln der Höhe.

Für dich am Zaun heißt das: Bei US-Airlinern findest du die Nummer meist am hinteren Rumpf oder am Leitwerk, teils recht klein im Verhältnis zur Flugzeuggröße. Bei Kleinflugzeugen gibt es Ausnahmen mit nur 3 Zoll hohen Zeichen, etwa für Segelflugzeuge, für bestimmte Experimental-Flugzeuge wie Eigenbauten mit einer Reisegeschwindigkeit bis 180 Knoten sowie für ältere Flugzeuge mit Bestandsschutz. Solche Mini-Kennzeichen sind auf Fotos oft schwer zu lesen. Einen Vergleich der Regeln in verschiedenen Ländern liefert der Artikel Wo das Kennzeichen am Flugzeug stehen muss.

Auf eine bestimmte N-Nummer warten?

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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NC, NX, NR, NL: die Geschichte im Kennzeichen

An Oldtimern auf Airshows oder in Museen siehst du manchmal Kennzeichen wie NC12345 oder NX211. Das zweite Zeichen ist ein historischer Kategorienbuchstabe. Bis in die späten 1940er-Jahre trugen US-Flugzeuge ihn oft direkt hinter dem N, etwa C für den zivilen und kommerziellen Betrieb, X für experimentell, R für eingeschränkt oder L für begrenzt. Heute vergibt die FAA keine Nummern mit NC, NX, NR oder NL mehr. Laut FAA dürfen ältere Flugzeuge sie aber weiterhin zeigen.

Wichtig für deine Sammlung: Der Kategorienbuchstabe gehört nicht zur eigentlichen Nummer. NC12345 und N12345 bezeichnen dieselbe Registrierung. Im Register suchst du also ohne das C.

Das berühmteste Beispiel hängt in Washington: Charles Lindberghs Spirit of St. Louis trug die Kennung N-X-211, das X stand für die experimentelle Kategorie des Einzelstücks. Das Original kannst du im National Air and Space Museum sehen. Zum Vergleich mit der deutschen Entwicklung lohnt sich der Artikel zur Geschichte der deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.

Und noch eine Abgrenzung: Militärflugzeuge der US-Streitkräfte tragen keine N-Nummern, sondern eigene Seriennummern. Wie du die liest, erklärt der Guide zu US-Militärkennzeichen.

Das FAA-Register abfragen: Schritt für Schritt

Das Beste am US-System für Spotter: Das Register ist öffentlich und kostenlos. Unter registry.faa.gov/aircraftinquiry schlägst du jedes Kennzeichen in Sekunden nach. Die Daten werden laut FAA an jedem Bundesarbeitstag um Mitternacht aktualisiert.

Die Suchoptionen

Die Aircraft Inquiry bietet dir mehrere Einstiege:

  • N-Number: der Standardfall, das N kannst du weglassen
  • Serial Number: Suche nach der Hersteller-Seriennummer, ideal bei Nummernwechseln
  • Name: alle Flugzeuge eines Halters, etwa einer Airline
  • Make / Model: alle registrierten Exemplare eines Typs
  • Engine, Dealer, Document Index: für Spezialrecherchen
  • State and County, Territory and Country: regionale Auswertung

Unter N-Number Availability prüfst du außerdem, ob eine Nummer frei, reserviert oder vergeben ist.

Was im Ergebnis steht

Eine Abfrage liefert dir unter anderem:

  • Status (zum Beispiel Valid) sowie Ausstellungs- und Ablaufdatum des Zertifikats
  • Hersteller, Modell, Baujahr und Seriennummer
  • Art der Registrierung (Einzelperson, Gesellschaft, Behörde) und den eingetragenen Halter
  • den Mode-S-Code in Oktal und Hexadezimal
  • Hinweise auf anstehende Nummernwechsel und Lufttüchtigkeitsangaben

Mit dem Baujahr kannst du direkt einschätzen, wie alt eine Maschine ist. Wie das bei Kennzeichen aus anderen Ländern funktioniert, zeigt der Artikel Flugzeugalter herausfinden. Einen Vergleich verschiedener nationaler Register findest du unter Luftfahrzeugregister abfragen.

Die Datenbank zum Herunterladen

Wer tiefer einsteigen will, lädt die komplette Registerdatenbank herunter. Die FAA stellt sie als ZIP-Archiv mit kommagetrennten Textdateien bereit. Enthalten sind unter anderem die Hauptdatei aller registrierten Flugzeuge, die abgemeldeten Flugzeuge, eine Typen- und eine Triebwerksreferenz sowie die reservierten Nummern. Das Archiv wird täglich aktualisiert. Für Spotter mit Tabellenlust ist das eine Fundgrube, etwa um alle Exemplare eines seltenen Typs in den USA zu finden.

Halterdaten mit Respekt behandeln

Bei Privatflugzeugen zeigt das Register oft Namen und Adresse von Privatpersonen. Dass diese Daten öffentlich einsehbar sind, heißt nicht, dass du sie weiterverbreiten solltest. Nutze die Angaben für Typ und Historie, aber veröffentliche keine Privatadressen in Spotting-Foren oder Kommentaren.

N-Nummer und Hex-Code: der Draht zum ADS-B

Jedes Flugzeug sendet über seinen Mode-S-Transponder eine feste 24-Bit-Adresse, den sogenannten Hex-Code. Wie diese Adresse grundsätzlich funktioniert, erklärt der Artikel ICAO-24-Bit-Adresse (Hex-Code). In den USA hängt der Code fest an der N-Nummer: Das FAA-Register zeigt ihn zu jedem Eintrag an. Die im Register geprüften Beispiele liegen alle im Block mit der Anfangsziffer A, so hat N100 den Code A004B3, N8701Q den Code ABF8E0.

Daraus ergeben sich zwei praktische Folgen:

  • Wechselt die N-Nummer, wechselt auch der Hex-Code. Ein Flugzeug, das du anhand alter ADS-B-Daten suchst, taucht nach einer Umregistrierung unter neuer Adresse auf.
  • Hex und Kennzeichen lassen sich gegenseitig prüfen. Zeigt dein Empfänger einen Code, kannst du im Register nachschauen, welche N-Nummer dazugehört. Wie du ein Flugzeug gezielt über Kennzeichen oder Hex verfolgst, beschreibt der Guide Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.

LADD und PIA: wenn Flugzeuge unsichtbar sein wollen

Zwei FAA-Programme sorgen dafür, dass manche US-Flugzeuge auf Flugradar-Seiten fehlen oder schwer zuzuordnen sind. Über LADD (Limiting Aircraft Data Displayed) können Halter oder Betreiber verlangen, dass ihre Flugdaten aus den FAA-Datenströmen für öffentliche Tracking-Dienste herausgefiltert werden. Mit PIA (Privacy ICAO Address) bekommen berechtigte Flugzeuge eine alternative, temporäre 24-Bit-Adresse, die im Register nicht mit dem Halter verknüpft ist. Dazu nutzen sie ein Rufzeichen eines Drittanbieters statt der N-Nummer. Siehst du einen Hex-Code, zu dem das Register nichts ausspuckt, kann ein solches Programm dahinterstecken. Wie Rufzeichen und Kennzeichen sich unterscheiden, erklärt der Artikel Callsign und Flugnummer.

Typische Fehler beim Lesen von N-Nummern

  • O statt 0 notiert. Im US-Kennzeichen gibt es kein O. Was rund aussieht, ist eine Null.
  • I statt 1 gelesen. Gleiches Prinzip: Ein senkrechter Strich ist immer die Ziffer 1.
  • Kategorienbuchstabe mitgesucht. NC- oder NX-Kennzeichen an Oldtimern suchst du im Register ohne den zweiten Buchstaben.
  • Bindestrich ergänzt. N-12345 gibt es in der Schreibweise nicht, auch wenn manche Datenbanken das anders darstellen.
  • Halter mit Betreiber verwechselt. Steht eine Bank oder ein Trust im Register, fliegt die Maschine trotzdem für eine Airline.
  • Alte Sichtung mit neuer Nummer verknüpft. Nummern werden nach einer Sperrfrist neu vergeben. Die Seriennummer schafft Klarheit.

Planespotting in den USA mit N-Nummern

Wer in die USA reist, sammelt N-Nummern im Akkord. An Spots wie dem In-N-Out Burger in Los Angeles am Flughafen LAX oder am Gravelly Point Park in Washington ziehen die Airliner im Minutentakt über dich hinweg. Was dort erlaubt ist und worauf du achten musst, steht im Guide Planespotting in den USA. Für die Vorbereitung deiner Tour hilft der Artikel Planespotting-Reise in die USA.

Tipp für die Praxis: Da US-Kennzeichen bei Airlinern oft vergleichsweise klein am Heck stehen, lohnt sich ein Teleobjektiv mit Reserven. Fotografiere die Nummer zur Sicherheit separat, auch wenn das Gesamtbild nicht perfekt ist. Abends gleichst du dann alles mit dem Register ab.

Kannst du N-Nummern sicher lesen?

Hak ab, was du schon beherrschst – am Ende siehst du, ob du fit für den nächsten USA-Trip bist.

  • Ich kenne die drei erlaubten Muster aus Ziffern und höchstens zwei Buchstaben.
  • Ich weiß, dass I und O nicht vorkommen und eine N-Nummer nie mit 0 beginnt.
  • Ich lasse NC, NX und Co. bei der Registersuche weg.
  • Ich kann eine N-Nummer im FAA-Register nachschlagen.
  • Ich weiß, dass im Register oft ein Trust statt der Airline als Halter steht.
  • Ich prüfe bei alten Sichtungen die Seriennummer, weil Nummern wandern.

Deine US-Sichtungen an einem Ort

Poste deine Sichtungen mit Foto und Kennzeichen, setz seltene Maschinen auf deine Wunschliste und tausch dich mit der Community über Spots und Fotos aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

US-amerikanische N-Nummern sind schlicht gebaut: N, dann Ziffern ohne führende Null, am Ende höchstens zwei Buchstaben ohne I und O. Inhaltliche Klassen wie in Deutschland gibt es nicht, dafür verraten Airline-Suffixe oft den Betreiber. Die FAA vergibt Standardnummern kostenlos, Wunschnummern für 10 US-Dollar, und registrierte Flugzeuge brauchen alle sieben Jahre ein neues Zertifikat. Der größte Vorteil für Spotter ist das offene FAA-Register: Typ, Baujahr, Seriennummer, Halter und Hex-Code sind nur eine Abfrage entfernt.

Kurzfazit

Lies die N-Nummer von vorn nach hinten: Ziffern zuerst, Buchstaben zuletzt, nie I oder O. Nutze das FAA-Register für Typ, Baujahr und Hex-Code, verwechsle den eingetragenen Halter nicht mit dem Betreiber und sichere besondere Sichtungen zusätzlich über die Seriennummer ab.

Zusammenfassung

  • Rechtsgrundlage sind die US-Luftfahrtvorschriften 14 CFR Part 47 (Registrierung) und Part 45 (Kennzeichnung). Zuständig ist das Aircraft Registration Branch der FAA.
  • Eine normale N-Nummer weist die FAA kostenlos zu. Eine Wunschnummer kostet 10 US-Dollar und lässt sich für jeweils ein Jahr reservieren und verlängern.
  • Ein Registrierungszertifikat ist sieben Jahre gültig und kostet bei Neuausstellung oder Verlängerung jeweils 5 US-Dollar.
  • Jede N-Nummer hat einen festen 24-Bit-Mode-S-Code. Das FAA-Register zeigt ihn hexadezimal und oktal an, wodurch du ADS-B-Daten und Kennzeichen sicher zusammenbringst.

Häufige Fragen

Wie ist eine US-amerikanische N-Nummer aufgebaut?

Auf das Präfix N folgen höchstens fünf Zeichen. Erlaubt sind drei Muster: nur Ziffern (N12345), ein bis vier Ziffern mit einem Buchstaben am Ende (N1234Z) oder ein bis drei Ziffern mit zwei Buchstaben am Ende (N123AZ). Buchstaben stehen also immer hinten, Ziffern immer vorn.

Warum gibt es in N-Nummern kein I und kein O?

Die FAA schließt beide Buchstaben aus, weil sie auf dem Rumpf, im Funk und in Formularen zu leicht mit den Ziffern 1 und 0 verwechselt werden. Siehst du in einer Notiz N12O4, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit N1204.

Darf eine N-Nummer mit 0 beginnen?

Nein. Vor der ersten Null muss immer eine Ziffer von 1 bis 9 stehen. N01Z ist deshalb ungültig, N10Z dagegen ist ein korrekt gebildetes Kennzeichen.

Wer bekommt N1 bis N99?

Niemand außerhalb der Behörde: Die Nummern N1 bis N99 sind laut FAA ausschließlich für den internen Gebrauch der Luftfahrtbehörde reserviert. Im Register erscheinen sie entsprechend als reserviert.

Wie kann ich ein US-Kennzeichen im FAA-Register abfragen?

Öffne die Aircraft Inquiry der FAA unter registry.faa.gov und gib die N-Nummer ein, das N kannst du dabei weglassen. Das Ergebnis zeigt Status, Hersteller, Modell, Baujahr, Seriennummer, Registrierungsart, Halter, Ablaufdatum des Zertifikats und den Mode-S-Code in Hex und Oktal. Suchen kannst du außerdem nach Seriennummer, Name, Hersteller und Modell, Triebwerk, Händler oder Region.

Was kostet eine Wunsch-N-Nummer?

Die Reservierung oder Zuteilung einer Wunschnummer kostet 10 US-Dollar. Die Reservierung gilt ein Jahr und lässt sich jährlich für weitere 10 US-Dollar verlängern. Soll die Nummer zusätzlich auf ein vorhandenes Flugzeug wechseln, fallen für den Nummernwechsel weitere 10 US-Dollar an.

Was bedeuten alte Kennzeichen wie NC oder NX?

Bis in die späten 1940er-Jahre trugen US-Flugzeuge hinter dem N oft einen Kategorienbuchstaben, etwa C für zivil-kommerziell, X für experimentell, R für eingeschränkt oder L für begrenzt. Die FAA vergibt solche Nummern nicht mehr, an historischen Flugzeugen dürfen sie aber weiter aufgemalt sein. Bekanntestes Beispiel ist Lindberghs Spirit of St. Louis mit N-X-211.

Warum steht bei Airline-Flugzeugen oft eine Bank als Halter?

Viele Verkehrsflugzeuge sind geleast oder über Finanzierungsstrukturen registriert. Dann erscheint im Register eine Treuhandgesellschaft als Halter, während die Airline das Flugzeug betreibt. Für die Typbestimmung ändert das nichts, für die Zuordnung zur Airline brauchst du aber zusätzlich Lackierung, Flotteninfos oder Live-Daten.

PT

Planetrack Redaktion

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