Flughafen Chicago O'Hare

Vom Bomberwerk zum Doppel-Drehkreuz: O'Hare ist Heimat von United und American, hat acht Start- und Landebahnen, zählt jährlich weit über 800.000 Flugbewegungen und ist für Spotter einer der dichtesten Flughäfen der Welt.

Auch bekannt als: Chicago O'Hare International Airport · O'Hare · Orchard Field (historischer Name) · Douglas Field (historischer Name)

USAUSAFlughäfenORD / KORDseit 194412 Min. Lesezeit

ORD

IATA-Code

KORD

ICAO-Code

8

Start- und Landebahnen

857.000+

Flugbewegungen 2025

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA ORD, ICAO KORD: Der Code stammt von Orchard Field, dem Vorgängernamen – 2025 zählte O'Hare rund 84,9 Millionen Passagiere.
  • Doppel-Drehkreuz: United und American teilen sich den Großteil des Verkehrs.
  • Acht Bahnen: sechs parallele Ost-West-Bahnen und zwei diagonale – das Ergebnis des 2021 abgeschlossenen Modernisierungsprogramms.
  • Bewegungsriese: 2025 gut 857.000 Starts und Landungen – im Schnitt mehr als 2.300 am Tag.
  • Baustelle Terminal: Mit O'Hare 21 entstehen ein neues Global Terminal und neue Satelliten, Terminalzuordnungen ändern sich.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Vom Flugzeugwerk zum Weltflughafen
  8. 8.Das Pistensystem: vom Mikado zu parallelen Bahnen
  9. 9.Zwei Hausairlines, zwei Welten
  10. 10.Fracht in O’Hare
  11. 11.Die Großbaustelle: O’Hare 21
  12. 12.Spotting in O’Hare
  13. 13.Anreise mit Blue Line und ATS
  14. 14.O’Hare im Vergleich
  15. 15.Fazit
  16. 16.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeORD
ICAO-CodeKORD
BetreiberChicago Department of Aviation – die Luftfahrtbehörde der Stadt Chicago, die auch den Flughafen Midway betreibt
LageAm Nordwestrand von Chicago, rund 27 km nordwestlich der Innenstadt (Loop), angebunden über den Kennedy Expressway
FlächeRund 3.100 Hektar
Start- und LandebahnenAcht Bahnen: sechs in Ost-West-Richtung (9L/27R, 9C/27C, 9R/27L, 10L/28R, 10C/28C, 10R/28L) und zwei diagonale (4L/22R, 4R/22L); die längste, 10L/28R, misst 3.962 m
PassagierterminalsTerminals 1, 2, 3 und 5; Terminal 5 ist das Ankunftsterminal mit den Zoll- und Einreiseanlagen
Drehkreuz fürUnited Airlines (Terminal 1 und Teile von Terminal 2) und American Airlines (Terminal 3)
Verkehr 2025Rund 84,9 Mio. Passagiere, gut 857.000 Starts und Landungen, rund 2,2 Mio. t Fracht
NameSeit 1949 nach dem Marineflieger Edward „Butch“ O'Hare benannt; der Code ORD stammt vom Vorgängernamen Orchard Field
AnbindungCTA Blue Line rund um die Uhr in die Innenstadt, Airport Transit System (ATS) zwischen Terminals, Terminal 5 und Multi-Modal Facility
Für Spotter relevantExtrem hohe Bewegungszahl, zwei große Hausairlines mit vielen Regionaljets, starker Frachtverkehr und ein Pistensystem mit überwiegend parallelen Ost-West-Bahnen
Offizielle Websitewww.flychicago.com/ohare

Tätigkeitsfelder

Drehkreuzverkehr – Umsteigeknoten von United Airlines und American Airlines mit dichtem Inlandsnetz und Verbindungen nach Europa, Asien und Lateinamerika
Internationaler Passagierverkehr – zahlreiche ausländische Airlines, vor allem Partner der Star Alliance und von oneworld
Luftfracht – zwei große Frachtbereiche im Süden und Nordosten des Geländes, dazu Beiladefracht in den Großraumflugzeugen
Ausbau und Infrastruktur – das abgeschlossene O'Hare Modernization Program für das Pistensystem und das laufende Terminalprogramm O'Hare 21
Hotel und Service – das Hilton Chicago O'Hare als einziges Hotel direkt auf dem Flughafengelände

Struktur & Marken

Chicago Midway International Airport – der zweite Großflughafen der Stadt, ebenfalls vom Chicago Department of Aviation betrieben
Hilton Chicago O'Hare – Hotel im Eigentum des Chicago Department of Aviation, mitten im Terminalbereich

Geschichte im Zeitraffer

1942–1944Auf dem Gelände am Nordwestrand Chicagos entsteht ein Werk von Douglas, in dem während des Zweiten Weltkriegs Transportflugzeuge vom Typ C-54 Skymaster gebaut werden. Daneben liegt das Werksflugfeld.
Nach 1945Douglas zieht ab, das Gelände heißt fortan Orchard Field bzw. Orchard (Douglas) Airport und erhält den Code ORD.
1949Die Stadt benennt den Flughafen nach dem Marineflieger Edward „Butch“ O'Hare. Der Code ORD bleibt.
1955Der planmäßige Passagierverkehr beginnt.
1962Am 1. Januar eröffnen die neuen Terminals 2 und 3, entworfen vom Büro C. F. Murphy and Associates.
1963O'Hare wird zum passagierstärksten Flughafen der Welt – ein Titel, den er bis 1998 hält, als Atlanta vorbeizieht.
1979Am 25. Mai verunglückt eine McDonnell Douglas DC-10 von American Airlines (Flug 191) kurz nach dem Start; 273 Menschen sterben. Es ist bis heute der schwerste Flugunfall in der Geschichte der USA.
1985–1987United erhält das neue Terminal 1 nach Plänen von Helmut Jahn – samt dem berühmten Lichttunnel zwischen den Concourses B und C.
1993Das International Terminal (heute Terminal 5) geht in Betrieb und bündelt die Zoll- und Einreiseanlagen.
2005Die FAA genehmigt das O'Hare Modernization Program: Aus einem Geflecht kreuzender Bahnen soll ein System überwiegend paralleler Ost-West-Bahnen werden.
2013Im Oktober geht Bahn 10C/28C in Betrieb – die erste Bahn in Chicago, die für die größten Verkehrsflugzeuge ausgelegt ist.
2015Bahn 10R/28L nimmt den Betrieb auf, die Querbahn 14L/32R wird stillgelegt.
2018Die Stadt beschließt das Terminalprogramm O'Hare 21 mit einem neuen Global Terminal anstelle von Terminal 2 und neuen Satelliten.
2019–2021Die letzte große Querbahn 14R/32L schließt 2019, 9C/27C öffnet 2020, und mit der Verlängerung von 9R/27L endet das Modernisierungsprogramm 2021.
2025Im August beginnt der Bau des neuen Satelliten D mit 19 Gates.

Flughafen Chicago O'Hare aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Chicago O'Hare

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Die Betriebsrichtung geprüft – O'Hare fliegt meist in West- oder Ostrichtung über die parallelen Bahnen
  • Eine United-Boeing 787 oder 777 vor Terminal 1 erwischt
  • Eine American Airlines-Maschine am Terminal 3 fotografiert
  • Einen Regionaljet von United Express oder American Eagle notiert – etwa eine Embraer E175 oder eine CRJ
  • Einen europäischen Langstreckenjet gesehen, zum Beispiel von Lufthansa oder British Airways
  • Einen Frachter beim Anflug auf die Frachtbereiche im Süden oder Nordosten erwischt
  • Mehrere Anflüge gleichzeitig auf parallelen Bahnen im Bild gehabt
  • Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert – bei US-Maschinen beginnt es mit N

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Enorme Dichte: mehr als 2.300 Starts und Landungen pro Tag im Schnitt
  • Zwei große Hausairlines mit völlig unterschiedlichen Allianzen und Flotten
  • Viele Regionaljets, viel Großraumverkehr und starke Frachtpräsenz
  • Weitgehend parallele Bahnen machen die Planung berechenbarer als früher
  • Per CTA Blue Line rund um die Uhr ohne Auto erreichbar

Wo es hakt

  • Kein offizieller Besucherpark mit Hügel oder Aussichtsterrasse
  • Weitläufiges Gelände – zwischen den Anflugachsen liegen viele Kilometer
  • Gute Standorte liegen oft an Straßen und in Gewerbegebieten rund um den Zaun
  • Lange, kalte Winter mit Schnee und Enteisungsbetrieb
  • Sicherheitsdienste reagieren sensibel auf auffälliges Verhalten am Zaun

O’Hare ist ein Flughafen der Superlative, aber auf eine eigene Art. Nicht die Zahl der Langstrecken-Airlines macht ihn besonders, sondern die schiere Dichte: Zwei der größten Airlines der Welt, United und American, betreiben hier jeweils eines ihrer wichtigsten Drehkreuze. Im Jahr 2025 kamen so gut 857.000 Starts und Landungen zusammen – im Schnitt mehr als 2.300 pro Tag. Dazu kommt ein Pistensystem, das in den vergangenen zwei Jahrzehnten komplett umgebaut wurde. Für Spotter heißt das: viel Verkehr, viele Typen, aber auch ein weitläufiges Gelände, das Planung verlangt.

Dein O'Hare-Logbuch

Jede Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot festhalten – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Vom Flugzeugwerk zum Weltflughafen

Die Geschichte von O’Hare beginnt nicht mit Passagieren, sondern mit Rüstungsproduktion. Während des Zweiten Weltkriegs entstand am damals noch ländlichen Nordwestrand Chicagos ein großes Werk von Douglas. Dort liefen viermotorige Transportflugzeuge vom Typ C-54 Skymaster vom Band, die gleich nebenan auf dem Werksflugfeld starteten. Als Douglas nach Kriegsende abzog, übernahm die Stadt das Gelände. Es hieß nun Orchard Field – nach der kleinen Siedlung Orchard Place, die zuvor dort lag – und bekam den Code ORD, der bis heute auf jedem Gepäckanhänger steht.

1949 benannte Chicago den Flughafen nach Edward „Butch“ O’Hare, einem Marineflieger aus der Stadt, der im Zweiten Weltkrieg bekannt geworden und 1943 im Pazifik gefallen war. Den alten Code behielt man bei – deshalb fliegt man bis heute nach „ORD“, obwohl der Name mit O beginnt. Der planmäßige Passagierverkehr startete 1955, zunächst noch im Schatten des innerstädtischen Flughafens Midway.

84,9 Mio.Passagiere im Jahr 2025
857.000+Starts und Landungen 2025
3.962 mLänge der längsten Bahn 10L/28R
1949Benennung nach Butch O'Hare

Der Sprung an die Weltspitze

Mit dem Jetzeitalter wurde Midway zu klein, und O’Hare übernahm. Am 1. Januar 1962 eröffneten die neuen Terminals 2 und 3, entworfen vom Chicagoer Büro C. F. Murphy and Associates. Schon 1963 war O’Hare der passagierstärkste Flughafen der Welt – und blieb es bis 1998, als der Flughafen Atlanta vorbeizog. Chicago war in diesen Jahrzehnten das Synonym für den Umsteigeverkehr im Herzen der USA.

Zur Geschichte gehört auch ihr dunkelstes Kapitel. Am 25. Mai 1979 verlor eine McDonnell Douglas DC-10 von American Airlines als Flug 191 kurz nach dem Start das linke Triebwerk und stürzte ab. 273 Menschen kamen ums Leben, darunter zwei am Boden – bis heute der schwerste Flugunfall auf US-Boden.

Jahns Terminal und das Lichtspiel

Mitte der 1980er-Jahre bekam United eine neue Heimat. Zwischen 1985 und 1987 entstand nach Plänen des Architekten Helmut Jahn das heutige Terminal 1 mit seinen hellen, gewölbten Stahl-Glas-Hallen. Berühmt ist der unterirdische Verbindungsgang zwischen den Concourses B und C: Laufbänder und eine farbige Neonlicht-Installation an der Decke machen ihn zu einem der bekanntesten Flughafentunnel überhaupt. 1993 folgte das International Terminal, das heute Terminal 5 heißt und alle Zoll- und Einreiseanlagen bündelt.

Das Pistensystem: vom Mikado zu parallelen Bahnen

Wer alte Luftbilder von O’Hare kennt, erinnert sich an ein Geflecht aus Bahnen in drei Richtungen, die sich mehrfach kreuzten. Das machte den Betrieb bei Wind und schlechtem Wetter kompliziert und kostete Kapazität. Deshalb genehmigte die US-Luftfahrtbehörde FAA 2005 das O’Hare Modernization Program. Sein Ziel: ein System überwiegend paralleler Ost-West-Bahnen, auf denen mehrere Anflüge unabhängig voneinander laufen können.

Das Programm zog sich über rund 16 Jahre. Im Oktober 2013 ging Bahn 10C/28C in Betrieb, die erste Bahn in Chicago, die für die größten Verkehrsflugzeuge ausgelegt ist. 2015 kam 10R/28L hinzu, gleichzeitig schloss die Querbahn 14L/32R. 2019 folgte die Stilllegung der letzten großen Querbahn 14R/32L, 2020 öffnete 9C/27C. Mit der Verlängerung von 9R/27L endete das Programm 2021. Die alte Bahn 18/36 war schon 2001 zum Rollweg umgebaut worden.

Bahn Länge Ausrichtung Hinweis für Spotter
9L/27R 2.286 m Ost–West Nördlichste Bahn
9C/27C 3.427 m Ost–West 2020 eröffnet, Teil des nördlichen Bahnpakets
9R/27L 3.432 m Ost–West 2021 verlängert, wichtig für schwere Starts
10L/28R 3.962 m Ost–West Längste Bahn, ursprünglich 1968 eröffnet
10C/28C 3.292 m Ost–West 2013 eröffnet, für die größten Muster ausgelegt
10R/28L 2.286 m Ost–West Südlichste Bahn, 2015 eröffnet
4L/22R 2.286 m Südwest–Nordost Diagonale Bahn, vor allem bei passendem Wind
4R/22L 2.461 m Südwest–Nordost Diagonale Bahn, seit 1971 in Betrieb

Wie du aus den Ziffern die Ausrichtung einer Bahn ablesen kannst und was L, C und R bedeuten, erklärt der Beitrag zu den Pistenbezeichnungen. In O’Hare sind die Zusätze besonders wichtig: Mit drei parallelen Bahnen pro Gruppe braucht es neben links und rechts auch „Center“.

West- oder Ostbetrieb

Für deinen Spotting-Tag zählt vor allem eine Frage: Wird gerade nach Westen oder nach Osten geflogen? Da sechs der acht Bahnen in Ost-West-Richtung liegen, ist die Betriebsrichtung in O’Hare meist entweder „West Flow“ mit Starts und Landungen Richtung Westen oder „East Flow“ Richtung Osten. Bei Westbetrieb kommen die Anflüge über die Wohngebiete östlich des Flughafens herein, bei Ostbetrieb von Westen. Die Diagonalbahnen kommen vor allem bei passendem Wind dazu. Grundlagen dazu liefert der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Betriebsrichtung live prüfen

Bei sechs parallelen Bahnen lohnt sich vor dem Losfahren ein Blick auf Wind und Flugverfolgung: Kommen die Anflüge von Osten oder von Westen? Mit Planetrack siehst du Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen auf einen Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Ein besonderes Schauspiel sind die parallelen Anflüge. Bei guten Bedingungen landen Maschinen gleichzeitig auf zwei oder drei Bahnen nebeneinander. Steht die Sonne günstig, bekommst du so mehrere Flugzeuge in einem Bild – ein Motiv, das an europäischen Flughäfen kaum möglich ist. Wie Instrumentenanflüge funktionieren und warum sie parallel überhaupt möglich sind, erklärt der Beitrag zum ILS-Anflug.

Zwei Hausairlines, zwei Welten

O’Hare ist eines der wenigen großen Drehkreuze, an denen zwei Netzwerkairlines in ähnlicher Größe nebeneinander arbeiten. Nach Zahlen der US-Verkehrsstatistik entfiel zuletzt knapp die Hälfte der Passagiere auf United Airlines und rund ein Drittel auf American Airlines. Beide Airlines bauen ihre Flugpläne in Wellen auf, in denen sich Ankünfte und Abflüge ballen. Wie du diese Hub-Wellen für deinen Spotting-Tag nutzt, steht im Beitrag zum Banking an Drehkreuzen.

United sitzt vor allem in Terminal 1 und in Teilen von Terminal 2. Die Airline gehört zur Star Alliance und hat ihren Firmensitz in Chicago – O’Hare ist damit ihr Heimatflughafen. Ihre Partner wie Lufthansa und All Nippon Airways nutzen ebenfalls Terminal 1. American dagegen hat Terminal 3, gemeinsam mit Partnern aus der oneworld wie British Airways, Iberia, Japan Airlines und Aer Lingus.

Terminal Hauptnutzer (Auswahl) Typisches Flugzeugbild
Terminal 1 United, Star-Alliance-Partner wie Lufthansa und ANA Boeing 787, 777, 737 MAX, A320-Familie
Terminal 2 United Express, Air Canada, JetBlue Regionaljets, Schmalrumpfjets
Terminal 3 American Airlines, Alaska, oneworld-Partner Boeing 787, 777, 737, A321, Regionaljets
Terminal 5 Internationale Airlines, Delta, Frontier Großraumflugzeuge aus aller Welt, Schmalrumpfjets

Die Zuordnung der Airlines zu den Terminals ändert sich durch den laufenden Umbau immer wieder. Stand Herbst 2026 gilt die Tabelle als grobe Orientierung – prüf vor deinem Besuch die aktuellen Angaben des Flughafens.

United und American sammeln

Leg Sichtungs-Alarme für Kennzeichen, Typen, Airlines und Special Liveries an – Planetrack benachrichtigt dich bei Anflug und Landung. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Was du realistisch siehst

O’Hare ist ein Paradies für alle, die gern viele Flugzeuge in kurzer Zeit sehen. Den Großteil stellen Schmalrumpfjets und Regionaljets im Inlandsverkehr. Bei United begegnen dir die Boeing 737 MAX 9, die 737-900ER und die A320-Familie, bei American unter anderem die A321neo und die 737-800.

Ein großer Teil der Flüge läuft unter den Regionalmarken United Express und American Eagle. Dahinter stehen Regionalairlines wie SkyWest, Republic Airways und Envoy Air, die vor allem die Embraer E175 und Bombardier-Jets wie die CRJ700 und CRJ900 einsetzen. Wie du die vielen ähnlichen Regionaljets auseinanderhältst, erklärt der Beitrag Regionaljets erkennen.

Auf der Langstrecke setzen die beiden Hausairlines vor allem Boeing 787 und 777 ein, etwa die Boeing 787-9 und die 777-200ER; je nach Umlauf ist auch eine 777-300ER dabei. Dazu kommen ausländische Gesellschaften aus Europa, Asien und dem Nahen Osten. Die passagierstärkste internationale Strecke führt nach London-Heathrow.

Fracht in O’Hare

Neben den Passagieren ist O’Hare einer der wichtigsten Frachtflughäfen der USA. 2025 wurden rund 2,2 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen. Zwei Bereiche teilen sich den Frachtverkehr: die South Cargo Area im Süden des Geländes und die Northeast Cargo Area, die auf dem früheren Douglas-Werksgelände entstand – der Ort, an dem die Geschichte des Flughafens begann.

Frachtairlines wie Atlas Air und Polar Air Cargo sind ebenso vertreten wie die Frachtsparten großer internationaler Airlines, darunter Lufthansa Cargo. Hier hast du gute Chancen auf Frachter wie die Boeing 777F oder die 747-400F. Wie du Frachtversionen von Passagiermaschinen unterscheidest, steht im Beitrag Frachtflugzeuge erkennen.

Die Großbaustelle: O’Hare 21

Nach dem Pistensystem sind jetzt die Terminals dran. 2018 beschloss die Stadt das Programm O’Hare 21, das rund 8,5 Milliarden US-Dollar umfasst. Die wichtigsten Bausteine:

  • O’Hare Global Terminal: Es ersetzt das alte Terminal 2 im Zentrum des Terminalrings und schafft moderne Gates für den internationalen und den Umsteigeverkehr.
  • Neue Satelliten: Vorgelagerte Concourses schaffen zusätzliche Gates. Der Bau des Satelliten D mit 19 Gates begann im August 2025.
  • Terminal 5: Das Programm sieht hier zusätzliche Gates vor, auch für den Airbus A380.

Insgesamt soll die Zahl der Gates von rund 185 auf rund 235 steigen. Das Gesamtprogramm ist bis 2030 angesetzt – bei Projekten dieser Größe verschieben sich Zeitpläne erfahrungsgemäß. Für dich als Spotter heißt das: Zufahrten, Sichtachsen und Airline-Positionen im Terminalbereich ändern sich in den nächsten Jahren immer wieder.

Spotting in O’Hare

Einen offiziellen Besucherpark wie am Flughafen Frankfurt oder München gibt es in O’Hare nicht. Spotter fotografieren deshalb von öffentlichen Straßen, Parkplätzen und Grünflächen rund um das Gelände aus. Welcher Standort passt, hängt fast ausschließlich davon ab, ob gerade West- oder Ostbetrieb herrscht. Konkrete Standorte, Anfahrt und Licht für einzelne Seiten des Flughafens findest du im Beitrag Planespotting in Chicago O’Hare.

Die Ost-West-Logik

Weil fast alle Bahnen in Ost-West-Richtung liegen, entstehen die klassischen Anflugbilder an den beiden Enden des Bahnsystems. Bei Westbetrieb kommen die Maschinen über die östlichen Vororte herein, bei Ostbetrieb von Westen. Die Sonne wandert im Tagesverlauf von Ost über Süd nach West – auf der Nordseite des Flughafens hast du daher öfter Licht im Rücken als auf der Südseite. Plane immer zwei Optionen ein und entscheide erst am Morgen.

Betriebsrichtung prüfen

Wind und Flugverfolgung zeigen dir, ob Ost- oder Westbetrieb herrscht. Daraus ergibt sich, an welchem Ende des Flughafens du stehen solltest.

Hub-Wellen heraussuchen

United und American bündeln Ankünfte und Abflüge in Wellen. Wie du Tafeln dafür liest, erklärt der Beitrag zu Abflug- und Ankunftstafeln.

Licht planen

Je nach Seite steht die Sonne günstig oder im Gegenlicht. Der Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot hilft dir bei der Wahl.

Anreise klären

Die Blue Line bringt dich zum Terminalbereich. Für Standorte am Rand des Geländes brauchst du Auto, Bus oder Fahrdienst.

Kennzeichen notieren

Bei Hunderten gleicher Regionaljets trennt nur das Kennzeichen deine Sichtungen sauber. Die Systematik erklärt der Beitrag zu den US-N-Nummern.

Winter in Chicago

Chicago ist für harte Winter mit Schnee, Eis und eisigem Wind vom Michigansee bekannt. Für Spotter hat das zwei Seiten: Die Kälte setzt Ausdauer voraus, dafür entstehen Motive, die du im Sommer nicht bekommst – Enteisung mit Dampfwolken, Schneefontänen beim Start und klare, kontrastreiche Wintertage. Tipps für Kleidung und Kamera stehen im Beitrag Planespotting im Winter, Hintergründe im Beitrag zur Enteisung von Flugzeugen.

Spotten in den USA

Fotografieren von öffentlichem Grund aus ist in den USA grundsätzlich erlaubt, an Flughäfen achten Polizei und Sicherheitsdienste aber genau hin. Bleib auf öffentlichen Wegen, parke nicht an Stellen mit Halteverbot, halte Abstand zu Zäunen und erklär freundlich, was du tust, wenn du angesprochen wirst. Drohnen haben in der Nähe eines Großflughafens nichts verloren. Mehr dazu in Planespotting in den USA und den Tipps für eine Spotting-Reise in die USA.

Anreise mit Blue Line und ATS

O’Hare ist einer der wenigen großen US-Flughäfen, die rund um die Uhr per Bahn erreichbar sind. Die CTA Blue Line hat ihre Endstation direkt unter dem Terminalbereich und fährt ohne Umsteigen in die Innenstadt. Innerhalb des Flughafens verbindet das Airport Transit System den Terminalkern mit Terminal 5 und der Multi-Modal Facility, an der Mietwagen, Busse und eine Station der Vorortbahn Metra liegen. Das ATS wurde modernisiert und fährt seit April 2022 wieder rund um die Uhr.

Für einen Spotting-Tag ohne Mietwagen reicht das trotzdem nur bedingt: Die Standorte an den Bahnenden liegen weit vom Terminal entfernt. Wer mehrere Seiten abdecken will, ist mit Auto oder Fahrdienst flexibler. Eine Übernachtung im Hilton Chicago O’Hare, dem einzigen Hotel direkt auf dem Gelände, spart dafür morgens den Anfahrtsweg.

O’Hare im Vergleich

Chicago hat mit Midway einen zweiten großen Flughafen, der vor allem Inlands- und Low-Cost-Verkehr abwickelt. Im landesweiten Vergleich steht O’Hare in einer Reihe mit den anderen großen Drehkreuzen: Der Flughafen Atlanta ist die Delta-Hochburg, der Flughafen Dallas/Fort Worth das größte Drehkreuz von American. Der Flughafen Newark ist wie O’Hare ein wichtiger United-Hub, der Flughafen New York JFK dagegen das internationale Tor an der Ostküste. Im Westen ergänzt der Flughafen Los Angeles das Bild.

Über den Atlantik hinweg ist O’Hare eng mit Europa verbunden: Die Verbindung zum Flughafen London Heathrow ist die wichtigste internationale Strecke, und mit Lufthansa ist auch eine deutsche Airline im Terminal 1 zu Hause.

O'Hare passt zu dir, wenn …

  • du möglichst viele Bewegungen in kurzer Zeit erleben willst
  • du Regionaljets, US-Narrowbodies und Großraumflugzeuge sammelst
  • dich parallele Anflüge und Hub-Wellen faszinieren

Bedingt geeignet, wenn …

  • du einen festen Besucherbereich mit freier Sicht erwartest
  • du ohne Auto mehrere Seiten des Flughafens abdecken willst

Eher woanders, wenn …

  • du vor allem exotische Langstrecken-Airlines aus aller Welt suchst
  • du ungern bei Kälte an Straßenrändern stehst

Jeder Tag in O'Hare zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte mit Community-Fotos, Sonnenstand-Planer und Sichtungs-Alarme in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

O’Hare ist ein Flughafen für alle, die Bewegung lieben. Zwei große Hausairlines, Hunderte Regionaljets, starker Frachtverkehr und ein Pistensystem mit parallelen Ost-West-Bahnen sorgen dafür, dass am Himmel über Chicagos Nordwesten selten Ruhe herrscht. Einen bequemen Besucherpark gibt es nicht, und das Gelände ist weitläufig – wer aber Betriebsrichtung, Licht und Hub-Wellen vorher klärt, erlebt hier einen der intensivsten Spotting-Tage, die die USA zu bieten haben.

Dazu kommt die Geschichte: vom Douglas-Werk über die Jahrzehnte als verkehrsreichster Flughafen der Welt bis zum großen Umbau, der das Pistensystem neu geordnet hat und jetzt die Terminals erfasst.

Kurzfazit

O'Hare ist das Doppel-Drehkreuz von United und American mit acht Bahnen und mehr als 2.300 Bewegungen am Tag. Ohne Besucherpark heißt es: Betriebsrichtung prüfen und das passende Bahnende wählen – dann wartet Verkehr ohne Pause.

Zusammenfassung

  • O'Hare ist eines der größten Drehkreuze der Welt und die Heimat von United und American in Chicago.
  • Das Pistensystem wurde zwischen 2005 und 2021 von kreuzenden Bahnen auf überwiegend parallele Ost-West-Bahnen umgebaut.
  • Für Spotter heißt das: Betriebsrichtung prüfen, Standort an der passenden Anflugachse wählen und viel Verkehr in kurzer Zeit erleben.
  • Mit O'Hare 21 läuft bis ins nächste Jahrzehnt ein großer Umbau der Terminals.

Häufige Fragen

Warum hat O'Hare den Code ORD?

Der Flughafen hieß nach dem Abzug des Flugzeugbauers Douglas zunächst Orchard Field. Aus diesem Namen stammt der Code ORD. Als die Stadt den Flughafen 1949 nach Edward „Butch“ O'Hare umbenannte, blieb der Code einfach bestehen. Der ICAO-Code lautet KORD.

Wer war Butch O'Hare?

Edward „Butch“ O'Hare war ein Marineflieger der US Navy aus Chicago, der im Zweiten Weltkrieg als Jagdpilot bekannt wurde und 1943 im Pazifik ums Leben kam. Die Stadt ehrte ihn 1949 mit dem Namen des Flughafens.

Wie viele Start- und Landebahnen hat O'Hare?

Acht. Sechs verlaufen parallel in Ost-West-Richtung: 9L/27R, 9C/27C, 9R/27L, 10L/28R, 10C/28C und 10R/28L. Dazu kommen die beiden diagonalen Bahnen 4L/22R und 4R/22L. Die längste ist 10L/28R mit 3.962 Metern.

Welche Airlines haben ihr Drehkreuz in O'Hare?

United Airlines und American Airlines. United bündelt den Großteil ihres Verkehrs in Terminal 1 und Teilen von Terminal 2, American in Terminal 3. Zusammen kommen beide auf rund vier Fünftel der Passagiere.

Gibt es in O'Hare eine Besucherterrasse?

Einen offiziellen Besucherpark oder eine öffentliche Aussichtsterrasse wie in vielen deutschen Flughäfen gibt es nicht. Spotter fotografieren meist von öffentlichen Straßen und Flächen rund um das Gelände aus. Welche Seite funktioniert, hängt von der Betriebsrichtung ab.

Wie komme ich ohne Auto nach O'Hare?

Mit der CTA Blue Line. Ihre Endstation liegt unter dem Terminalbereich, die Züge fahren rund um die Uhr in die Innenstadt. Innerhalb des Flughafens verbindet das Airport Transit System den Terminalkern mit Terminal 5 und der Multi-Modal Facility mit Mietwagen und Busverbindungen.

Was passiert mit Terminal 2?

Im Rahmen des Programms O'Hare 21 soll Terminal 2 durch ein neues O'Hare Global Terminal ersetzt werden. Dazu kommen neue Satelliten und Gates an Terminal 5. Die Zahl der Gates steigt damit von rund 185 auf rund 235. Zeitpläne verschieben sich bei Projekten dieser Größe immer wieder – prüf den aktuellen Stand beim Flughafen.

Sichtungen rund um Flughafen Chicago O'Hare sammeln

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

UA / UAL

United Airlines

Die US-Netzwerk-Airline mit dem Globus am Leitwerk: Wurzeln bis 1926, Sitz in Chicago, Gründungsmitglied der Star Alliance und in Europa vor allem mit 767, 777 und 787 unterwegs.

AA / AAL

American Airlines

Eine der größten Airlines der Welt aus Fort Worth, Texas: zehn Drehkreuze in den USA, Gründungsmitglied von oneworld, rund 1.000 Mainline-Flugzeuge und seit 2013 die silberne Lackierung mit Flaggen-Leitwerk.

LH / DLH

Lufthansa

Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.

OO / SKW

SkyWest Airlines

Die größte Regionalairline der USA aus St. George in Utah: über 500 Embraer E175 und Bombardier CRJ, die in den Farben von United Express, Delta Connection, American Eagle und Alaska fliegen – aber fast nie unter eigenem Namen.

MQ / ENY

Envoy Air

Die hauseigene Regionalairline von American Airlines aus Irving, Texas: früher American Eagle Airlines, heute Envoy – mit einer reinen Embraer-Flotte aus E170 und E175, die in den Farben von American Eagle fliegt.

YX / RPA

Republic Airways

Die Regionalairline aus Carmel, Indiana, fliegt ausschließlich Embraer E170 und E175 – in den Farben von American Eagle, Delta Connection und United Express. Seit der Fusion mit Mesa Ende 2025 ist sie nach eigenen Angaben die zweitgrößte unabhängige Regionalairline der USA.

5Y / GTI

Atlas Air

Die US-Frachtairline, die für andere fliegt: Atlas Air betreibt die größte Flotte von Boeing-747-Frachtern, fliegt im Auftrag von Kunden wie DHL und Amazon, steuert Boeings Dreamlifter und hat die letzte jemals gebaute 747 übernommen.

PO / PAC

Polar Air Cargo

Die Jumbo-Frachtairline im Atlas-Konzern: Polar Air Cargo flog ab 1993 mit Boeing 747 über den Pazifik, war von 2007 bis 2025 ein Gemeinschaftsunternehmen mit DHL und ist heute eine hundertprozentige Tochter von Atlas Air Worldwide.

F9 / FFT

Frontier Airlines

Ultra-Low-Cost-Airline aus Denver mit reiner Airbus-A320-Familie: Jedes Flugzeug trägt ein eigenes Tier auf dem Seitenleitwerk – ein Sammelprojekt für Spotter in den USA.

Typische Flugzeuge

Flugzeugtyp

Boeing 787-9 Dreamliner

Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.

Flugzeugtyp

Boeing 777-200ER

Die 777-200ER ist die Langstrecken-777 der ersten Generation: kürzer als die 300ER, ohne schräge Flügelspitzen und mit drei möglichen Triebwerken. So erkennst du sie sicher – auch in Wien.

Flugzeugtyp

Boeing 777-300ER

Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.

Flugzeugtyp

Boeing 737 MAX 9

Die gestreckte Schwester der MAX 8: Die 737 MAX 9 ist länger, hat einen zusätzlichen Ausgang hinter dem Flügel und ist in Europa ein eher seltener Gast. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Airbus A321neo

Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

Embraer E175

Der kleine E-Jet mit der großen US-Karriere: Die E175 fliegt mit rund 76 bis 88 Sitzen in 2+2-Kabine, ist Embraers Bestseller und in Europa vor allem bei KLM Cityhopper und LOT zu sehen.

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ700

Der CRJ700 ist der Ur-Typ der gestreckten CRJ-Familie: rund 32 Meter lang, um die 70 Sitze, Triebwerke am Heck. Bei Lufthansa CityLine ist er seit 2015 Geschichte, in den USA fliegt er weiter. So trennst du ihn sicher vom längeren CRJ900.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas DC-10

Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.

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Planetrack Redaktion

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