Das Wichtigste in Kürze
- IATA LIN, ICAO LIML: Mailands Stadtflughafen, rund sieben Kilometer vom Zentrum, 2024 mit rund 10,65 Millionen Passagieren.
- Eine Bahn 17/35, 2.442 Meter lang – gelandet wird meist auf der 35, also mit Anflug von Süden.
- Politisch begrenzter Verkehr: Seit 2001 gilt eine Obergrenze für Slots pro Stunde, erlaubt sind nur Inlands-, EU- und Großbritannien-Strecken.
- ITA Airways und easyJet prägen das Bild, dazu Zubringer der großen europäischen Netzwerk-Airlines und viele Business-Jets.
- Unglück vom 8. Oktober 2001: Die Kollision einer SAS-MD-87 mit einer Cessna Citation im Nebel kostete 118 Menschen das Leben.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Wasserflugplatz-Nachbarn zum Stadtflughafen
- 8.8. Oktober 2001: das Unglück von Linate
- 9.Begrenzter Verkehr: Slots und erlaubte Ziele
- 10.Eine Bahn, meistens 35
- 11.ITA Airways, easyJet und die Netzwerk-Zubringer
- 12.Business-Jets: der heimliche Star
- 13.Spotten in Linate: Stadtflughafen ohne Terrasse
- 14.Wetter und Ausrüstung
- 15.Anreise: mit der M4 direkt ans Terminal
- 16.Linate im Mailänder Flughafensystem
- 17.Fazit
- 18.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | LIN |
|---|---|
| ICAO-Code | LIML |
| Betreiber | SEA – Società per Azioni Esercizi Aeroportuali (SEA Aeroporti di Milano), die auch Mailand-Malpensa betreibt |
| Lage | Am östlichen Stadtrand von Mailand auf dem Gebiet von Segrate und Peschiera Borromeo, rund 7 km vom Zentrum entfernt, direkt neben dem Idroscalo |
| Höhe | Rund 108 m über dem Meer |
| Start- und Landebahn | Eine Asphaltbahn 17/35 in Nord-Süd-Richtung, 2.442 m lang; Landungen meist auf der 35 mit ILS-Anflug |
| Terminal | Ein Passagierterminal, entworfen vom Bologneser Architekten Gianluigi Giordani; Gate-Bereich 2020–2021 bei laufendem Betrieb modernisiert |
| Verkehr 2024 | Rund 10,65 Mio. Passagiere und rund 118.000 Flugbewegungen |
| Verkehrsbeschränkung | Seit 2001 gesetzlich begrenzte Zahl an Slots pro Stunde; erlaubt sind Inlandsflüge sowie Verbindungen innerhalb der EU und nach Großbritannien |
| Offizieller Name | Aeroporto di Milano-Linate „Enrico Forlanini“, benannt nach dem Mailänder Ingenieur und Luftfahrtpionier |
| Nahverkehr | U-Bahn-Linie M4 mit Station Linate Aeroporto (seit 26. November 2022), rund 12 Minuten bis San Babila; dazu Stadt- und Expressbusse |
| Für Spotter relevant | Keine offizielle Besucherterrasse; der Flughafen liegt mitten im Stadtgebiet, Spotter nutzen öffentliche Flächen rund um das Gelände |
| Offizielle Website | www.milanolinate-airport.com |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Mailand-Linate aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Mailand-Linate
- Eine Landung auf der 35 festgehalten – die übliche Landerichtung, mit Anflug von Süden
- Eine ITA Airways-Maschine fotografiert, etwa einen Airbus A220 oder ein Muster der A320-Familie
- Den dichten Inlandsverkehr nach Rom, Sardinien und Sizilien an einem Vormittag mitgeschrieben
- Einen Business-Jet notiert – wegen der Stadtnähe ist Linate ein gefragter Platz für die Geschäftsluftfahrt
- Gäste der großen Netzwerk-Airlines gesehen, etwa Lufthansa, Air France, KLM oder British Airways
- Den Gedenkwald Bosco dei Faggi im Parco Forlanini besucht
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Extrem stadtnah: mit der M4 in rund einer Viertelstunde aus dem Zentrum
- Dichter Takt auf Inlands- und Europastrecken, viele Bewegungen auf nur einer Bahn
- Viele ITA-Airways-Maschinen, darunter die Airbus-A220-Flotte
- Abwechslungsreiche Geschäftsluftfahrt mit Business-Jets aller Größen
- Klare Hauptlanderichtung 35 erleichtert die Planung
Wo es hakt
- Keine Besucherterrasse und ein dicht bebautes Umfeld
- Kaum Großraumflugzeuge – Langstrecke findet in Malpensa statt
- Wenig Exoten: Der Verkehr ist auf Inland, EU und Großbritannien beschränkt
- Im Herbst und Winter häufig Nebel in der Po-Ebene
- Zäune, Bäume und Bebauung schränken die Sicht an vielen Stellen ein
Wer in Mailand ankommt und in einer Viertelstunde mit der U-Bahn im Zentrum sein will, landet in Linate. Der Flughafen liegt so nah an der Stadt, dass du beim Anflug die Dächer der östlichen Stadtteile fast greifen kannst. Langstrecke gibt es hier nicht, dafür einen Takt, den du an vielen größeren Flughäfen vergeblich suchst: Rom, Neapel, Catania, Cagliari, London, Paris, Amsterdam, Frankfurt – auf einer einzigen Bahn. Gleichzeitig ist Linate der Ort des schwersten Flugunglücks in Italiens Geschichte. Beides gehört zu diesem Flughafen, und beides lohnt einen genaueren Blick.
Dein LIN-Logbuch beginnt hier
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Vom Wasserflugplatz-Nachbarn zum Stadtflughafen
Linates Geschichte beginnt mit Wasser. Um 1930 entstand im Osten der Stadt das Idroscalo, ein künstlicher See, auf dem Wasserflugzeuge starten und landen sollten. Die Wasserfliegerei setzte sich allerdings nicht durch, und der alte Landflugplatz Taliedo war für die wachsenden Flugzeuge zu klein geworden. Also begann im Juni 1933 gleich neben dem See der Bau eines neuen Flughafens. Am 21. Oktober 1937 wurde er eröffnet, ab 1938 diente er ganz dem zivilen Verkehr. Das Idroscalo ist heute ein Freizeit- und Badesee – und liegt immer noch direkt neben der Bahn.
Das Empfangsgebäude entwarf der Architekt Gianluigi Giordani aus Bologna, ein auffälliger Hangar mit 235 Metern Breite gehörte ebenfalls zur ursprünglichen Anlage. Den offiziellen Namen trägt der Flughafen nach Enrico Forlanini, einem Mailänder Ingenieur und Pionier der Luftfahrt. Im Alltag sagt aber kaum jemand „Forlanini“ – für Mailänder und Reisende ist es einfach Linate, nach dem gleichnamigen Ortsteil.
In den Jahrzehnten nach dem Krieg war Linate der wichtigste Flughafen der Stadt. Um 1960 wurde der Flughafen umfassend modernisiert und die Bahn bis an den Fluss Lambro verlängert. Die große Zäsur kam 1998: Mit dem Projekt Malpensa 2000 wanderte der Interkontinentalverkehr ins rund 50 Kilometer entfernte Malpensa, das die damalige Alitalia zu ihrem Drehkreuz in Norditalien machte. Linate blieb der stadtnahe Flughafen für Inlands- und Europaflüge – eine Rolle, die er bis heute spielt.
8. Oktober 2001: das Unglück von Linate
Kein Text über Linate kommt an diesem Tag vorbei. Am Morgen des 8. Oktober 2001 lag dichter Nebel über dem Flughafen, die Sicht betrug weniger als 200 Meter. Eine Cessna Citation CJ2 mit zwei deutschen Piloten und zwei Passagieren an Bord sollte nach Paris-Le Bourget fliegen. Die Freigabe der Bodenkontrolle sah einen Weg über den nördlichen Rollweg vor, die Crew rollte aber auf den südlichen – und geriet so auf die aktive Startbahn, die damals noch eine andere Bezeichnung trug als heute.
Zur selben Zeit beschleunigte eine McDonnell Douglas MD-87 der SAS als Flug SK686 nach Kopenhagen. Mit rund 150 Knoten prallte sie gegen die Cessna, hob kurz ab und schlug am Bahnende in ein Gepäckgebäude ein. Alle 110 Menschen an Bord der MD-87, die vier Insassen der Cessna und vier Mitarbeiter im Gebäude kamen ums Leben. Mit 118 Toten ist es bis heute das schwerste Flugunglück in Italien.
Der Abschlussbericht der italienischen Untersuchungsbehörde ANSV vom Januar 2004 sah das Einrollen der Cessna auf die Bahn als unmittelbare Ursache – zeichnete aber ein Bild vieler Lücken im System. Das alte Bodenradar war seit 1999 außer Betrieb, das neue noch nicht vollständig in Betrieb. Markierungen und Schilder an den Rollwegen waren schlecht sichtbar, abgenutzt oder entsprachen nicht den Vorschriften. Eine Haltemarkierung, die die Cessna-Crew per Funk meldete, war in den Unterlagen des Lotsen nicht verzeichnet, er konnte sie deshalb nicht zuordnen. Ein Warnsystem gegen das unbeabsichtigte Befahren der Bahn war abgeschaltet. Dazu kam, dass die Cessna-Piloten laut Bericht nicht für den Betrieb bei derart geringen Sichtweiten qualifiziert waren.
Mehrere Verantwortliche von Flughafen und Flugsicherung wurden später vor Gericht gestellt; die Verfahren zogen sich durch mehrere Instanzen bis zum Kassationsgericht im Jahr 2008, einige Angeklagte wurden verurteilt, andere freigesprochen. Wie Rollwege, Haltepunkte und Schilder heute funktionieren, erklärt der Beitrag Rollwege, Haltepunkte und Schilder.
Ort des Erinnerns
Im März 2002 wurde im Parco Forlanini nahe dem Flughafen der Gedenkwald Bosco dei Faggi eröffnet: 118 Buchen, eine für jedes Opfer. Dort steht auch die Skulptur „Infinity Pain“, die SAS gestiftet hat. Wenn du in Linate unterwegs bist, ist ein ruhiger Abstecher dorthin eine gute Gelegenheit, innezuhalten.
Das Unglück von Linate steht in einer Reihe mit anderen Kollisionen, die die Luftfahrt grundlegend verändert haben. Wer die Hintergründe vergleichen möchte, findet sie in den Beiträgen zur Katastrophe von Teneriffa 1977 und zur Kollision von Überlingen 2002.
Unabhängig vom Unglück ist der Verkehr in Linate auch politisch begrenzt. Darum geht es im nächsten Abschnitt.
Begrenzter Verkehr: Slots und erlaubte Ziele
Linate könnte technisch mehr Flüge abfertigen, als tatsächlich starten und landen. Seit 2001 legt ein Gesetz fest, wie viele Slots pro Stunde vergeben werden dürfen – deutlich weniger als die technische Kapazität. Laut verfügbaren Angaben wurde die Obergrenze damals von 32 auf 22 Slots pro Stunde gesenkt. Außerdem dürfen ab Linate nur Inlandsflüge und Verbindungen innerhalb der EU sowie nach Großbritannien angeboten werden. Langstrecke, Golf-Carrier oder Flüge in die Türkei findest du hier deshalb nicht.
Das erklärt das typische Bild: viele schmale Jets, kaum Großraumflugzeuge, ein sehr dichter Inlandsverkehr. Was ein Slot genau ist und warum Flughäfen sie zuteilen, erklärt der Beitrag Slots an Flughäfen.
Eine Bahn, meistens 35
Für den Linienverkehr hat Linate nur eine Bahn: die 17/35, 2.442 Meter lang, in Nord-Süd-Richtung. Eine ältere, kurze Nebenbahn dient laut verfügbaren Angaben inzwischen nur noch als Rollweg. Die Bahnbezeichnungen wurden im Laufe der Jahre wegen der Änderung der magnetischen Missweisung angepasst – in älteren Berichten, etwa zum Unglück von 2001, tauchen deshalb andere Nummern auf. Warum sich Bahnnummern überhaupt ändern, steht im Beitrag zu den Pistenbezeichnungen am Flughafen.
| Bereich | Bezeichnung | Lage | Was du dort typischerweise siehst |
|---|---|---|---|
| Hauptbahn | 17/35 | Nord-Süd zwischen Stadt und Idroscalo | Starts und Landungen des gesamten Linienverkehrs |
| Anflug 35 | – | von Süden | Landungen in der üblichen Betriebsrichtung, mit ILS |
| Passagierterminal | – | westlich der Bahn, Richtung Stadt | ITA Airways, easyJet und Netzwerk-Airlines an den Positionen |
| Geschäftsluftfahrt | – | eigener Abfertigungsbereich | Business-Jets vom Leichtjet bis zum Langstrecken-Jet |
Gelandet wird überwiegend auf der 35, also mit Anflug von Süden über die Gemeinden südöstlich von Mailand; diese Richtung hat einen ILS-Anflug. Wind und Flugsicherung können die Richtung aber jederzeit drehen. Wie du die Betriebsrichtung vorab einschätzt, steht im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen, wie ein Instrumentenanflug funktioniert, erklärt Der ILS-Anflug erklärt.
Licht und Bahnseite zusammen denken
Weil die Bahn von Nord nach Süd läuft, entscheidet die Seite über das Licht. Auf der Ostseite Richtung Idroscalo hast du am Vormittag die Sonne im Rücken, wenn du nach Westen auf die Bahn und das Terminal schaust. Auf der Westseite wird es eher am Nachmittag gut, dort stehst du allerdings im dicht bebauten Stadtgebiet. Mit dem Planetrack-Sonnenstand-Planer prüfst du vorher, wann die Sonne wo steht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
ITA Airways, easyJet und die Netzwerk-Zubringer
Linate ist der Flughafen, an dem ITA Airways in Mailand Präsenz zeigt. Die italienische Netzwerk-Airline, Nachfolgerin der 2021 eingestellten Alitalia, hat ihr Drehkreuz zwar in Rom-Fiumicino, betreibt in Linate aber einen ihrer Schwerpunkte. Die Verbindung nach Rom gehört traditionell zu den meistgeflogenen Strecken ab Linate, dazu kommen Ziele in Süditalien, auf Sardinien und Sizilien sowie in Europa. Im Bild siehst du vor allem den Airbus A220-100 und den A220-300 sowie Muster der A320-Familie wie den A320 und den A320neo. Seit Januar 2025 ist die Lufthansa Group mit 41 Prozent an ITA Airways beteiligt.
easyJet unterhält in Linate ebenfalls eine Basis und fliegt mit ihrer A320-Familie – vom A319 bis zum A321neo – Ziele in Italien und Europa an. Dazu sorgen die italienischen Anbieter Aeroitalia und Air Dolomiti sowie die spanische Volotea mit saisonalen Inselverbindungen für zusätzliche Farbe.
Die großen europäischen Netzwerk-Airlines bringen ihre Zubringer zu den eigenen Drehkreuzen: Lufthansa, Air France, KLM, British Airways, Iberia, Austrian, Brussels Airlines, Aer Lingus, Finnair, Luxair und SAS gehören laut Flugplänen (Stand Oktober 2026) zu den Gästen. Dazu kommen Eurowings und KM Malta Airlines. Auf einigen Zubringern siehst du neben der A320-Familie auch Regionaljets der Embraer-E-Jet-Familie – wie du sie auseinanderhältst, zeigt der Beitrag Embraer-E-Jets unterscheiden.
Seltene Gäste nicht verpassen
Mit Planetrack setzt du Kennzeichen, Typen, Airlines und Special Liveries auf die Wunschliste deines Hangars und bekommst einen Sichtungs-Alarm, wenn sie Linate anfliegen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
| Verkehrsart | Typische Airlines | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| Inland | ITA Airways, easyJet, Volotea, Aeroitalia | A220, A320-Familie, Boeing 737 |
| Europa-Zubringer | Lufthansa, Air France, KLM, British Airways, Iberia, SAS | A320-Familie, Embraer E-Jets |
| Städteverbindungen | easyJet, ITA Airways | A319, A320, A320neo, A321neo |
| Geschäftsluftfahrt | Charter- und Werksflüge | Citation, Falcon, Global, Gulfstream und andere |
Business-Jets: der heimliche Star
Für viele Spotter ist die Geschäftsluftfahrt der eigentliche Grund für einen Besuch in Linate. Die Nähe zur Innenstadt, zu Messen, Banken und Modehäusern macht den Flughafen zu einem gefragten Ziel für Business-Jets. An Tagen mit großen Veranstaltungen in Mailand – etwa während der Modewochen oder großer Messen – kann sich das Vorfeld der Geschäftsluftfahrt deutlich füllen. Was du dann zu sehen bekommst, reicht vom kleinen Leichtjet bis zum großen Langstrecken-Businessjet.
Ein guter Einstieg ins Thema ist der Beitrag Business-Jets spotten. Wenn du die Muster sicher auseinanderhalten willst, hilft Gulfstream, Global, Falcon, Citation und Challenger unterscheiden. Business-Jets tragen oft ausländische Kennzeichen und ändern häufiger den Halter – sauber notierte Kennzeichen sind hier besonders wertvoll.
Spotten in Linate: Stadtflughafen ohne Terrasse
Eine offizielle Besucherterrasse gibt es in Linate nicht. Der Flughafen liegt mitten in einer dicht genutzten Landschaft aus Wohngebieten, Gewerbe, Straßen, dem Idroscalo im Osten und dem Parco Forlanini im Westen. Spotter nutzen öffentlich zugängliche Flächen rund um das Gelände – wo genau die Sicht gut ist, hängt stark von Zäunen, Bäumen, Bauarbeiten und der aktuellen Betriebsrichtung ab.
Ein paar grundsätzliche Überlegungen helfen bei der Planung:
- Unter dem Anflug auf die 35: Weil die meisten Landungen von Süden kommen, liegt dort die größte Chance auf Anflugbilder. Prüf vorab auf der Karte, welche öffentlichen Wege nahe genug an der Anfluglinie liegen.
- Ostseite rund um das Idroscalo: Vom Freizeitgelände am See blickst du nach Westen auf die Bahn – am Vormittag mit der Sonne im Rücken. Wie nah du an die Bahn herankommst und wie viel die Bäume verdecken, solltest du vor Ort prüfen.
- Westseite und Parco Forlanini: Hier liegt die Stadtseite mit dem Terminal. Das Licht passt eher am Nachmittag, die Bebauung schränkt den Blick aber vielerorts ein.
- Terminal, landseitig: Durch die Fenster im öffentlichen Bereich bekommst du einen Eindruck vom Vorfeld. Für Erinnerungsfotos reicht das, für saubere Spotteraufnahmen eher nicht.
Ein Standpunkt, der vor ein paar Jahren funktioniert hat, kann heute zugewachsen oder gesperrt sein. Prüf aktuelle Erfahrungsberichte und nutze die Planetrack-Spot-Karte mit Anreise, bestem Licht, Bewertungen und Community-Fotos zu den Standorten.
Zaun bleibt Zaun – auch in der Stadt
Fass den Zaun nicht an, steig nicht darüber und betritt keine Privatgrundstücke oder abgesperrten Bereiche. Anweisungen von Polizei und Flughafenpersonal gelten ausnahmslos, auch im Ausland. Drohnen sind in Flughafennähe tabu. Was rechtlich gilt, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen; ob du eine Leiter mitnehmen darfst, klärt Leiter, Tritt und Stativ am Flughafenzaun.
Betriebsrichtung prüfen
Meist wird auf der 35 gelandet, Anflüge kommen also von Süden. Eine Flugverfolgung oder das aktuelle METAR zeigen, ob es heute anders läuft.
Seite nach Tageszeit wählen
Vormittags auf die Ostseite Richtung Idroscalo, nachmittags eher auf die Westseite – so hast du die Sonne meist im Rücken.
Nebel einplanen
Im Herbst und Winter liegt in der Po-Ebene oft dichter Nebel. Ein Blick auf Sichtweite und Vorhersage spart dir einen vergeblichen Weg.
Business-Jets heraussuchen
Bei Messen und Modewochen lohnt sich ein Blick auf die Ankünfte der Geschäftsluftfahrt in einer Flugverfolgung.
Kennzeichen mitschreiben
Bei vielen gleich lackierten ITA- und easyJet-Jets ist das Kennzeichen der sicherste Weg, deine Sichtungen auseinanderzuhalten.
Wetter und Ausrüstung
Linate liegt in der Po-Ebene, und die ist bekannt für Nebel – besonders im Herbst und Winter. Gerade das Unglück von 2001 zeigt, wie dicht er werden kann. Für Spotter heißt das: An grauen Tagen kann die Sicht so schlecht sein, dass sich der Weg kaum lohnt. Die klarsten Bedingungen hast du häufig nach einem Wetterwechsel, wenn Wind die Luft reinigt. Wie du die Wettermeldungen liest, zeigt METAR und TAF für Spotter, Tipps für trübe Tage stehen im Beitrag Planespotting bei schlechtem Wetter.
Weil vor allem schmale Jets und Business-Jets unterwegs sind, brauchst du je nach Standpunkt ein mittleres bis längeres Tele. Im Sommer kann über dem Asphalt die Luft flimmern, was lange Brennweiten weich aussehen lässt. Welche Objektive sich wofür eignen, erklärt der Beitrag zur richtigen Brennweite. In Planetrack siehst du Wetter, Wind und die aktive Piste am Flughafen auf einen Blick.
Anreise: mit der M4 direkt ans Terminal
Linate ist der am leichtesten erreichbare Flughafen Mailands. Seit dem 26. November 2022 endet die U-Bahn-Linie M4 an der Station Linate Aeroporto direkt am Terminal. Zunächst fuhr sie nur bis Dateo, im Juli 2023 kam der Abschnitt bis San Babila hinzu, seit Oktober 2024 ist die Linie bis San Cristoforo im Westen der Stadt durchgehend in Betrieb. Bis San Babila im Zentrum brauchst du rund 12 Minuten.
Zusätzlich fahren Stadtbusse sowie ein Bus zum Hauptbahnhof Milano Centrale, der rund 25 Minuten unterwegs ist. Für die Spots außerhalb des Terminals sind Fahrrad oder Auto praktisch, viele Bereiche rund um das Idroscalo und den Parco Forlanini erreichst du aber auch zu Fuß oder mit dem Bus.
Linate im Mailänder Flughafensystem
Mailand hat drei große Flughäfen, und jeder hat seine eigene Rolle. Malpensa ist der Interkontinental- und Frachtflughafen, Bergamo ein großer Low-Cost-Standort, Linate der stadtnahe Flughafen für Inland, Europa und Geschäftsreisen. Malpensa und Linate betreibt dieselbe Gesellschaft SEA. Als Linate 2019 für drei Monate komplett schloss, um Bahn und Terminal zu erneuern, übernahmen Malpensa und Bergamo den Verkehr.
Im europäischen Vergleich erinnert Linate an andere Stadtflughäfen wie den Flughafen London City oder Paris-Orly: nah an der Stadt, mit vielen Geschäftsreisenden und einem Fokus auf kurze Strecken. Im Jahr 2023 zeichnete der Flughafenverband ACI Europe Linate als besten Flughafen Europas in der Klasse von fünf bis zehn Millionen Passagieren aus.
Wenn du eine Spotting-Reise nach Norditalien planst, lassen sich Linate und Malpensa gut an einem Wochenende kombinieren – der eine liefert die Taktdichte und die Business-Jets, der andere Langstrecke und Fracht. Für einen Museumsbesuch bietet sich Volandia direkt am Flughafen Malpensa an.
Linate passt zu dir, wenn …
- du bei einer Städtereise nach Mailand spontan ein paar Stunden spotten willst
- du Business-Jets und ITA-Airways-Maschinen sammeln möchtest
- du ohne Auto unterwegs bist und die U-Bahn nutzen willst
Bedingt geeignet, wenn …
- du im Herbst oder Winter kommst – Nebel kann den Tag kosten
- du feste, gut dokumentierte Spotterplätze erwartest
Eher woanders, wenn …
- du Großraumjets, Langstrecke oder Frachter sehen willst
- du eine bequeme Terrasse mit Café suchst
Jeder Anflug auf die 35 zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer, Wetter und Pisten am Flughafen sowie eine Community für deine Bilder – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Linate ist kein Flughafen der großen Gesten. Eine Bahn, ein Terminal, kein Großraumjet – dafür ein dichter Takt aus Inlands- und Europaflügen, viele Maschinen von ITA Airways und easyJet und eine abwechslungsreiche Geschäftsluftfahrt. Mit der U-Bahn bist du in einer Viertelstunde aus dem Zentrum am Terminal, was Linate zum idealen Ziel für einen Spotting-Abstecher macht.
Gleichzeitig ist Linate ein Ort mit Geschichte. Das Unglück vom 8. Oktober 2001 hat Italiens Luftfahrt verändert, und der Gedenkwald im Parco Forlanini erinnert bis heute an die 118 Opfer. Wer hier spottet, sollte das im Hinterkopf behalten – und sich mit Respekt vor Zaun, Anwohnern und Ort bewegen.
Kurzfazit
LIN ist Mailands Stadtflughafen: eine Bahn, meist Landungen auf der 35, Inland, EU und Großbritannien, dazu viele Business-Jets. Keine Terrasse und häufiger Nebel erfordern Planung – dafür bringt dich die M4 in zwölf Minuten aus dem Zentrum an den Flughafen.
Zusammenfassung
- Linate ist der Gegenentwurf zu Malpensa: klein, stadtnah, ohne Langstrecke, dafür mit einem sehr dichten Kurz- und Mittelstreckenprogramm.
- Das Unglück von 2001 legte schwere Mängel offen – vom fehlenden Bodenradar bis zur unzureichenden Beschilderung der Rollwege.
- Für Spotter bedeutet Linate: viele Bewegungen auf einer Bahn, ein klarer Schwerpunkt auf ITA Airways und Business-Jets, aber keine Terrasse.
- Mit der M4 ist Linate der am schnellsten erreichbare Flughafen Mailands – ideal für einen spontanen Spotting-Abstecher bei einer Städtereise.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Mailand-Linate?
Der IATA-Code ist LIN, der ICAO-Code LIML. LIN steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LIML nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste. Wie die beiden Systeme zusammenhängen, erklärt der Beitrag zu IATA- und ICAO-Codes.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Linate?
Für den Linienverkehr gibt es eine einzige Asphaltbahn mit der Bezeichnung 17/35. Sie ist 2.442 Meter lang und verläuft in Nord-Süd-Richtung. Gelandet wird überwiegend auf der 35, die mit einem ILS ausgestattet ist.
Warum gibt es ab Linate keine Langstreckenflüge?
Der Verkehr in Linate ist seit 2001 gesetzlich begrenzt: Die Zahl der Slots pro Stunde liegt unter der technischen Kapazität, und erlaubt sind nur Inlandsflüge sowie Verbindungen innerhalb der EU und nach Großbritannien. Die Interkontinentalflüge der Region laufen über Malpensa.
Was geschah beim Unglück von Linate 2001?
Am 8. Oktober 2001 rollte eine Cessna Citation bei Sichtweiten unter 200 Metern über einen falschen Rollweg auf die aktive Bahn. Die startende MD-87 der SAS mit Ziel Kopenhagen prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen sie und schlug in ein Gepäckgebäude ein. Alle 114 Menschen an Bord beider Flugzeuge und vier Mitarbeiter am Boden kamen ums Leben.
Gibt es in Linate eine Besucherterrasse?
Nein, eine offizielle Aussichtsterrasse bietet der Flughafen nicht. Wer spotten möchte, nutzt öffentlich zugängliche Flächen rund um das Gelände. Weil sich Zäune, Bäume und Bauarbeiten ändern, solltest du vor dem Besuch aktuelle Erfahrungsberichte prüfen.
Wie komme ich vom Mailänder Zentrum nach Linate?
Am schnellsten mit der U-Bahn-Linie M4: Die Station Linate Aeroporto liegt direkt am Terminal, nach San Babila im Zentrum brauchst du rund 12 Minuten. Außerdem fahren Stadtbusse und ein Bus zum Hauptbahnhof Milano Centrale.
Welche Airlines fliegen ab Linate?
Stand Oktober 2026 prägen ITA Airways und easyJet den Verkehr. Dazu kommen unter anderem Lufthansa, Air France, KLM, British Airways, Iberia, SAS, Volotea und Aeroitalia. Flugpläne ändern sich – prüf vor dem Besuch die aktuellen Ankünfte.
Wer ist der Namensgeber Enrico Forlanini?
Enrico Forlanini war ein Mailänder Ingenieur und Luftfahrtpionier. Nach ihm ist der Flughafen offiziell benannt, ebenso der große Park westlich des Geländes, in dem heute der Gedenkwald für die Opfer von 2001 liegt.
Sichtungen rund um Flughafen Mailand-Linate sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
ITA Airways
Italiens Netzwerk-Airline und Nachfolgerin von Alitalia: Drehkreuz Rom-Fiumicino, seit April 2026 in der Star Alliance, mit Lufthansa als Anteilseignerin und einer reinen Airbus-Flotte in tiefem Blau.
U2 / EZYeasyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
AZ / AZAAlitalia
Historische Nationalairline Italiens: 1946 gegründet, Drehkreuz Rom-Fiumicino, ab 1960 mit DC-8 und Caravelle im Jetzeitalter, später SkyTeam – nach mehreren Pleiten endete der Flugbetrieb am 14. Oktober 2021.
SK / SASSAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
LH / DLHLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
AF / AFRAir France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
KL / KLMKLM Royal Dutch Airlines
Die niederländische Netzwerk-Airline mit dem hellblauen Rumpf: 1919 gegründet, Drehkreuz Amsterdam-Schiphol, Teil von Air France-KLM und Mitglied von SkyTeam – mitten im Umbau von Boeing zu Airbus.
BA / BAWBritish Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
IB / IBEIberia
Die spanische Netzwerk-Airline aus Madrid: 1927 gegründet, Drehkreuz Barajas mit Terminal 4, Teil der International Airlines Group, Mitglied von oneworld und Erstkunde der Airbus A321XLR.
V7 / VOEVolotea
Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.
XZ / AEZAeroitalia
Junge italienische Airline mit Sitz in Rom: Boeing-737-Flotte, ein paar ATR 72-600, viel Inlandsverkehr zu den Inseln – und ein Namensstreit mit ITA Airways, der Spotter-Logbücher kurz durcheinanderbrachte.
Typische Flugzeuge
Airbus A220-100
Kurz, bullig, mit überraschend großen Triebwerken: Die A220-100 begann als Bombardier CS100 und wird seltener. So erkennst du die kleine Schwester der A220-Familie sicher.
FlugzeugtypAirbus A220-300
Schlanker Rumpf, riesige Getriebefan-Triebwerke, große Fenster: Die A220-300 begann als Bombardier CS300 und ist heute bei Swiss, airBaltic und Air France Alltag. So erkennst du sie.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-87
Kürzer, moderner im Cockpit und mit einer markanten Flossenspitze: Die MD-87 war die kompakte Version der MD-80-Familie. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, warum Iberia und SAS sie prägten und weshalb sie heute vor allem als Löschflugzeug unterwegs ist.
Weitere Einträge
Flughafen Mailand-Malpensa
Italiens zweitgrößter Passagierflughafen und die Nummer eins bei der Fracht: zwei fast 4.000 Meter lange Parallelbahnen am Rand des Ticino-Parks, eine große easyJet-Basis, Langstrecke von Emirates bis Cathay Pacific und Frachter von FedEx, DHL und Cargolux. Eine Besucherterrasse gibt es nicht – gespottet wird am Zaun und am Terminal.
FlughafenFlughafen Mailand-Bergamo
Eine Hauptbahn, ein Terminal und Boeing 737 im Minutentakt: Bergamo-Orio al Serio ist Italiens drittgrößter Flughafen nach Passagieren und eine der wichtigsten Ryanair-Basen Europas. Bis 2022 flog hier außerdem DHL sein Italien-Drehkreuz an – heute ist es das kompakteste Spotterziel rund um Mailand.
FlughafenFlughafen Rom-Fiumicino
Italiens größter Flughafen liegt direkt am Tyrrhenischen Meer: drei Bahnen mit klarer Arbeitsteilung, ITA Airways als Heimatairline, viel Nordamerika- und Asienverkehr – und keine Besucherterrasse. Wer hier spotten will, braucht ein Auto, einen Plan für die Betriebsrichtung und Respekt vor dem Zaun.
FlughafenFlughafen London City
Eine einzige, nur gut anderthalb Kilometer lange Bahn zwischen zwei Hafenbecken, ein Gleitwinkel fast doppelt so steil wie üblich und eine kurze Liste zugelassener Flugzeugtypen: London City ist der Sonderling unter den Londoner Flughäfen – und genau deshalb ein Pflichtbesuch für Spotter.
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