Das Wichtigste in Kürze
- Rollwege tragen Buchstaben, Pisten Zahlen: Reine Zahlen sind auf dem Rollfeld den Pisten vorbehalten. Rollwege heißen A, B, N oder kombiniert N3, wenn es viele Abzweige gibt.
- Drei Schilderfarben, drei Bedeutungen: Rot mit weißer Schrift heißt Pflicht, meist: hier ohne Freigabe nicht weiter. Schwarz mit gelber Schrift sagt, wo du bist. Gelb mit schwarzer Schrift und Pfeil sagt, wo es hingeht.
- Vier gelbe Linien schützen die Piste: Die Haltelinie am Rollhalteort besteht aus zwei durchgezogenen und zwei gestrichelten Linien. Gehalten wird auf der durchgezogenen Seite.
- Rote Lichtreihen heißen Stopp: Eine Stop Bar quer über den Rollweg wird vom Tower geschaltet. Erst wenn sie erlischt und die grüne Mittellinie davor aufleuchtet, geht es weiter.
- Für Spotter ist das ein Frühwarnsystem: Wer Rollfreigaben im Funk und die Flughafenkarte lesen kann, weiß oft Minuten vorher, an welcher Stelle ein Flugzeug auftaucht.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Rollwege in einem Satz
- 2.Wie Rollwege ihre Namen bekommen
- 3.Die drei Schilderfarben
- 4.Markierungen am Boden
- 5.Lichter auf dem Rollweg
- 6.Was siehst du gerade vor dir?
- 7.Rollfreigaben im Funk mitlesen
- 8.Vom Funkspruch zum Foto: Schritt für Schritt
- 9.Warum der ganze Aufwand?
- 10.Worauf du als Spotter achten solltest
- 11.Fazit
Ein Airbus rollt am Zaun vorbei, stoppt kurz vor der Piste und bleibt stehen, obwohl weit und breit kein Flugzeug landet. Davor: vier gelbe Linien, ein rotes Schild mit Zahlen, vielleicht eine Reihe roter Lichter im Asphalt. Wer Rollwege, Haltepunkte und Schilder am Flughafen lesen kann, versteht solche Momente sofort – und weiß als Spotter oft schon Minuten vorher, wo ein Flugzeug als Nächstes auftaucht. Dieser Guide erklärt dir die Logik hinter den Rollweg-Namen, die drei Schilderfarben, die Markierungen am Boden und die Lichter, die nachts und bei Nebel den Weg weisen.
Wissen, wann der richtige Flieger rollt
Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist – und Wetter, Wind und aktive Pisten siehst du direkt dazu. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Rollwege in einem Satz
Rollwege (englisch taxiways) sind die Verbindungen zwischen Pisten und Vorfeld. Zusammen mit den Pisten bilden sie das Rollfeld, also den Bereich, auf dem sich Flugzeuge aus eigener Kraft bewegen. Das Vorfeld mit Parkpositionen und Gates gehört nicht dazu – dort gelten eigene Regeln, oft mit einer eigenen Vorfeldkontrolle. Auf dem Rollfeld dagegen braucht jede Bewegung eine Freigabe der Flugsicherung, meist von der Rollkontrolle (Ground) oder vom Tower.
Damit sich Piloten, Fahrzeugführer und Lotsen ohne Missverständnis verständigen, hat jeder Rollweg einen Namen, der auf Schildern, auf der Flughafenkarte und im Funk identisch verwendet wird. Die Grundregeln dafür stammen aus dem ICAO-Anhang 14 zum Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt, der Flugplatzgestaltung und Kennzeichnung beschreibt. Deshalb sehen Schilder in Frankfurt, Zürich oder Singapur weitgehend gleich aus.
Wie Rollwege ihre Namen bekommen
Die wichtigste Regel ist einfach: Pisten bekommen Zahlen, Rollwege Buchstaben. Die Pistennummer leitet sich aus der Ausrichtung ab – wie das funktioniert, erklärt der Artikel Pistenbezeichnungen verstehen. Reine Zahlen sind auf dem Rollfeld deshalb tabu für Rollwege, sonst könnte „Zwei Fünf“ eine Piste oder einen Rollweg meinen.
Kleine Flughäfen kommen mit wenigen Buchstaben aus: ein Parallelrollweg A, ein paar Verbindungen B, C, D. An großen Drehkreuzen reicht das Alphabet nicht. Dort werden Buchstaben mit Zahlen kombiniert, etwa N1, N2, N3 für die Abzweige eines Parallelrollwegs N. So erkennst du schon am Namen, welche Verbindungen zusammengehören. Typisch sind:
- Parallelrollwege entlang der Piste, oft mit einem einfachen Buchstaben, bei zwei parallelen Rollwegen auch mit einem Buchstabenpaar.
- Verbindungsrollwege zwischen Parallelrollweg und Piste, meist als Buchstabe plus Zahl.
- Schnellabrollwege (rapid exit taxiways), die nicht im rechten Winkel, sondern schräg – grob in einem Winkel um 30 Grad – von der Piste abzweigen. Landende Flugzeuge können sie mit höherer Geschwindigkeit nehmen und machen die Piste schneller für die nächste Bewegung frei.
- Rollgassen (taxilanes) auf dem Vorfeld, die nur zu Parkpositionen führen.
Manche Buchstaben werden nach Empfehlung der ICAO möglichst vermieden, weil sie leicht mit anderen Zeichen verwechselt werden: das I mit der Eins, das O mit der Null, das X mit dem Kreuz, das gesperrte Flächen markiert. Ganz einheitlich ist das weltweit aber nicht – im Zweifel gilt, was auf der Karte des jeweiligen Flughafens steht.
Im Funk wird jeder Buchstabe mit dem ICAO-Buchstabieralphabet gesprochen. Aus N3 wird „November Three“, aus L „Lima“. Wer das Alphabet im Ohr hat, kann Rollfreigaben ohne Mühe mitlesen.
Die drei Schilderfarben
Schilder am Rollfeld folgen einem Farbcode, der sich in wenigen Minuten lernen lässt. Ein Blick auf ein Schild sagt dir, ob es eine Information oder eine Pflicht ist.
| Farbe | Bedeutung | Typische Inhalte | Was es für dich am Zaun heißt |
|---|---|---|---|
| Rot mit weißer Schrift | Pflichtschild | Pistenbezeichnung wie „07C-25C“, Rollhalteort, „NO ENTRY“ | Hier beginnt der geschützte Bereich – ohne Freigabe geht es nicht weiter |
| Schwarz mit gelber Schrift und Rand | Positionsschild | Name des Rollwegs, auf dem das Flugzeug steht, etwa „N3“ | Zeigt dir, wo genau sich ein Flugzeug gerade befindet |
| Gelb mit schwarzer Schrift und Pfeil | Richtungs- oder Zielschild | Abzweigende Rollwege, Wege zu Pisten, Vorfeld oder Abfertigung | Verrät dir, wohin die Rollroute an dieser Stelle führen kann |
In der Praxis stehen Schilder vor Kreuzungen oft als Gruppe: In der Mitte sitzt das schwarze Positionsschild, links davon die gelben Richtungsschilder für Abzweige nach links, rechts davon die für Abzweige nach rechts. Das rote Pflichtschild steht dagegen an der Haltelinie selbst, meist auf beiden Seiten des Rollwegs.
Schilder als Bildinhalt
Ein rotes Pistenschild oder ein schwarzes Positionsschild im Vordergrund macht aus einem Rollbild ein Foto mit Ortsbezug. Achte darauf, dass die Schrift lesbar bleibt – dann erkennt jeder sofort, an welcher Stelle des Flughafens du fotografiert hast.
Ist ein Schild nicht praktikabel, etwa auf sehr breiten Flächen, wird die Information zusätzlich auf den Boden gemalt. Diese Bodenmarkierungen mit Schrift sehen aus wie liegende Schilder: weiße Schrift auf rotem Grund für Pflichtangaben, gelbe Schrift auf schwarzem Grund für Positionen. Aus der Luft und von erhöhten Besucherterrassen sind sie oft gut zu sehen.
Markierungen am Boden
Die meisten Linien auf Rollwegen sind gelb. Das unterscheidet sie von Pisten, deren Markierungen weiß sind. Schon daran erkennst du auf Fotos und Luftbildern, wo die Piste aufhört und der Rollweg beginnt.
- Mittellinie: Eine durchgezogene gelbe Linie führt das Bugrad. In Kurven folgt sie dem Bogen, an Abzweigen teilt sie sich.
- Randmarkierung: Doppelte gelbe Linien begrenzen den Rollweg dort, wo der Belag daneben nicht für Flugzeuge gedacht ist.
- Rollhalteort vor der Piste: Vier gelbe Linien quer über den Rollweg, zwei durchgezogen und zwei gestrichelt. Die durchgezogenen liegen auf der Seite, auf der gewartet wird; die gestrichelten zeigen zur Piste. Wer die Piste verlässt, überfährt die Markierung von der gestrichelten Seite her; wer zur Piste will, braucht dafür eine Freigabe.
- Leiter-Markierung: An Pisten mit Präzisionsanflug gibt es weiter zurück einen zweiten Haltepunkt, der wie eine Leiter aussieht. Er schützt den empfindlichen Bereich des Instrumentenlandesystems, wenn bei schlechter Sicht mit Allwetterverfahren geflogen wird. Ist diese Markierung länger als 60 Meter, wird zusätzlich „CAT II“ oder „CAT III“ auf den Boden gemalt.
- Zwischenhalteort: Eine einzelne gestrichelte gelbe Linie, meist an der Kreuzung zweier Rollwege. Hier wartet ein Flugzeug, wenn die Flugsicherung den Verkehr zwischen Rollwegen ordnet – mit der Piste hat sie nichts zu tun.
Warum der zweite, zurückliegende Haltepunkt existiert, verstehst du besser, wenn du weißt, wie ein Instrumentenanflug funktioniert. Das erklärt der Artikel ILS-Anflug erklärt.
Lichter auf dem Rollweg
Nachts und bei Nebel übernehmen Lichter die Rolle der Linien. Auch hier gilt ein fester Farbcode, der sich klar von der Pistenbefeuerung unterscheidet. Einen Gesamtüberblick über alle Feuer gibt der Artikel Pisten- und Rollwegbefeuerung; hier die Lichter, die für Rollwege und Haltepunkte wichtig sind.
- Blau: Randfeuer begrenzen den Rollweg seitlich. Viele blaue Lichter in der Dunkelheit bedeuten: Rollfeld, nicht Piste.
- Grün: Mittellinienfeuer sind in den Belag eingelassen und führen das Flugzeug. In Bereichen, die zur Piste gehören oder deren ILS-Schutzzone berühren, wechseln sie zwischen Grün und Gelb.
- Rot (Stop Bar): Eine Reihe roter Lichter quer über den Rollweg am Haltepunkt. Die Flugsicherung schaltet sie ein und aus. Rot heißt Halt – das gilt auch dann, wenn die Freigabe schon im Funk kam, die Stop Bar aber noch leuchtet.
- Grün hinter der Stop Bar (Lead-on Lights): Mit der Stop Bar gekoppelt. Erlischt das Rot, gehen die grünen Mittellinienfeuer dahinter an und zeigen den freien Weg Richtung Piste.
- Gelb blinkend (Runway Guard Lights): Paarweise am Rand oder als Reihe im Belag. Sie warnen vor der nahen Piste, erteilen aber weder Erlaubnis noch Verbot. Wegen ihres Wechselblinkens werden sie oft „Wig-Wags“ genannt.
Stop Bars sind vor allem bei schlechter Sicht vorgeschrieben, an vielen Flughäfen aber auch nachts oder dauerhaft in Betrieb. Für dich am Zaun ist das ein praktisches Signal: Gehen bei einem wartenden Flugzeug die roten Lichter aus und die grünen an, rollt es gleich auf die Piste.
Pisten, Wind und Wetter auf einen Blick
Planetrack zeigt dir für deinen Flughafen Wetter, Wind und Pisten – so weißt du vor der Abfahrt, auf welcher Seite gerollt, gestartet und gelandet wird. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was siehst du gerade vor dir?
Markierungs-Finder am Rollweg
Rollhalteort vor der Piste
Das ist der klassische Haltepunkt. Flugzeuge warten hier auf die Startfreigabe oder auf die Erlaubnis, die Piste zu kreuzen. Für Fotos ein guter Moment: Das Flugzeug steht still, oft mit Blick auf die Landebahn und die Anflüge davor.
ILS-Haltepunkt (Kategorie II/III)
Dieser Haltepunkt wird vor allem bei schlechter Sicht genutzt, wenn mit Allwetterverfahren angeflogen wird. Wartende Flugzeuge stehen dann weiter von der Piste entfernt als üblich – an Nebeltagen solltest du deinen Bildausschnitt entsprechend planen.
Zwischenhalteort
Hier ordnet die Flugsicherung den Verkehr auf den Rollwegen, etwa wenn zwei Flugzeuge dieselbe Kreuzung brauchen. Ein kurzer Stopp, mit der Piste hat er nichts zu tun.
Rollfreigaben im Funk mitlesen
Wenn du Flugfunk hörst, wird aus den Schildern plötzlich eine Geschichte. Eine typische Rollfreigabe nennt das Ziel (meist einen Rollhalteort vor der Startbahn) und die Route über bestimmte Rollwege. Sinngemäß klingt das so: Das Flugzeug rollt über die Rollwege L und N zum Haltepunkt einer bestimmten Piste und wartet dort. Im Funk heißt der Rollhalteort übrigens „holding point“, die Anweisung zum Warten vor der Piste „hold short of runway“.
Wichtige Formulierungen, die du kennen solltest:
- „Taxi to holding point …“ – Rollen bis zum genannten Haltepunkt.
- „Hold short of runway …“ – Vor der genannten Piste anhalten, auch wenn die Route weiterführen würde.
- „Cross runway …“ – Die Piste darf überquert werden.
- „Line up and wait“ – Auf die Piste rollen, ausrichten und auf die Startfreigabe warten.
- „Vacate via …“ – Die Piste über einen bestimmten Rollweg verlassen.
Welche Frequenz du dafür hörst, hängt vom Flughafen ab; Grundlagen dazu liefert Flugfunk-Frequenzen verstehen. Der Unterschied zwischen Delivery, Ground und Tower steht im Artikel Delivery, Ground, Tower, Approach, Center. Was beim Hören von Flugfunk in Deutschland rechtlich gilt, erklärt Flugfunk hören: die Rechtslage.
Vom Funkspruch zum Foto: Schritt für Schritt
1. Flughafenkarte besorgen
Die offizielle Flugplatzkarte aus dem Luftfahrthandbuch zeigt alle Rollwege, Haltepunkte und Bezeichnungen. Wie du sie liest, steht im Guide AIP-Flugplatzkarten lesen. Als Ergänzung taugen auch OpenStreetMap-Karten.
2. Betriebsrichtung prüfen
Die aktive Piste bestimmt, welche Rollwege überhaupt genutzt werden. Wie Wind und Betriebsrichtung zusammenhängen, erklärt Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
3. Typische Rollrouten erkennen
Hör eine Weile mit und notiere, über welche Rollwege die Abflüge geführt werden. Nach einigen Freigaben erkennst du ein Muster.
4. Haltepunkte und Abrollwege markieren
An Haltepunkten stehen Flugzeuge still, an Schnellabrollwegen biegen Landungen ab. Beides sind Stellen, an denen du Motive vorhersehen kannst.
5. Spot passend wählen
Such dir einen öffentlich zugänglichen Spot mit Blick auf diese Stellen und prüfe das Licht. Hilfe dabei gibt Sonnenstand planen.
Ein Beispiel: Am Flughafen Frankfurt liegen mehrere parallele Pisten, die Mittelbahn trägt die Bezeichnung 07C/25C. Ein Rollweg, der diese Bahn kreuzt, ist deshalb mit einem roten Schild „07C-25C“ gekennzeichnet. Am Flughafen München mit seinen zwei Parallelbahnen siehst du vom Besucherhügel aus, wie Flugzeuge zwischen Vorfeld und Piste geführt werden. Wie Flugzeuge vom Gate überhaupt auf den Rollweg kommen, erklären die Artikel Pushback erklärt und Gates, Fluggastbrücken und Außenpositionen.
Hotspots auf der Karte
Viele Flugplatzkarten markieren sogenannte Hotspots: Stellen, an denen es leicht zu Verwechslungen kommt, etwa wenn mehrere Rollwege und eine Piste dicht beieinanderliegen. Für Piloten heißt das erhöhte Aufmerksamkeit, für dich oft: Hier wird genau hingeschaut und gehalten.
Warum der ganze Aufwand?
Die vielen Schilder, Linien und Lichter haben einen ernsten Hintergrund. Eine der gefährlichsten Situationen im Flughafenbetrieb ist eine Runway Incursion: Ein Flugzeug oder Fahrzeug gerät unerlaubt auf eine Piste, auf der gerade gestartet oder gelandet wird. Haltelinien, rote Pflichtschilder, Stop Bars und Runway Guard Lights bilden mehrere Schutzschichten, damit genau das nicht passiert. Auch Fahrzeuge auf dem Rollfeld, etwa das Follow-me-Fahrzeug, unterliegen denselben Regeln und brauchen eine Freigabe, bevor sie einen Haltepunkt passieren. Ergänzend sorgen Sicherheitsflächen am Pistenende dafür, dass Fehler nicht gleich zur Katastrophe werden – mehr dazu im Artikel Pistensicherheit.
Wer einmal sehen möchte, wie das alles aus der Nähe aussieht, kann an vielen Flughäfen an einer geführten Tour teilnehmen. Was dich dabei erwartet, beschreibt Flughafenführung und Vorfeldrundfahrt.
Worauf du als Spotter achten solltest
- Nur von außen beobachten. Haltepunkte, Schilder und Stop Bars siehst du vom Zaun, von Besucherterrassen und Spotterhügeln aus. Das Rollfeld selbst ist Sicherheitsbereich. Was erlaubt ist, fasst Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
- Schilder sind keine Fahrplanauskunft. Sie zeigen mögliche Wege, nicht die tatsächliche Route. Welche Strecke ein Flugzeug nimmt, entscheidet die Freigabe.
- Bei Nebel ändert sich das Bild. Mit Allwetterverfahren werden weiter zurückliegende Haltepunkte genutzt, Stop Bars sind dann sicher in Betrieb und Flugzeuge rollen langsamer.
- Karten können veralten. Rollwege werden umgebaut, umbenannt oder gesperrt. Verlass dich auf die aktuelle Ausgabe der Flugplatzkarte und auf Hinweise in NOTAMs – wie du die liest, steht in NOTAMs lesen und verstehen.
- Kennzeichen notieren lohnt sich. Ein stehendes Flugzeug am Haltepunkt ist die beste Gelegenheit, das Kennzeichen sauber abzulesen.
Kannst du das Rollfeld lesen?
- Ich weiß, warum Rollwege Buchstaben und Pisten Zahlen tragen.
- Ich kann rote, schwarze und gelbe Schilder unterscheiden.
- Ich erkenne die vier gelben Linien des Rollhalteorts und weiß, auf welcher Seite gehalten wird.
- Ich weiß, was eine Stop Bar und was Runway Guard Lights sind.
- Ich verstehe „hold short“ und „line up and wait“ im Funk.
- Ich habe die Flugplatzkarte meines Stammflughafens schon einmal angesehen.
Rollbild gemacht? Dann ab in den Hangar
Poste deine Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot, sammle sie im Hangar und finde auf der Spot-Karte Standorte mit Blick aufs Rollfeld. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Das Rollfeld folgt einer klaren Grammatik: Pisten tragen Zahlen, Rollwege Buchstaben. Rot heißt Pflicht, Schwarz sagt, wo man ist, Gelb zeigt, wohin es geht. Vier gelbe Linien schützen die Piste, eine rote Lichtreihe hält jeden auf, bis der Tower sie ausschaltet. Wer diese Grammatik kennt und dazu Flugplatzkarte und Funk liest, sieht am Zaun nicht nur Flugzeuge rollen, sondern versteht, wohin sie wollen – und steht öfter zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle.
Kurzfazit
Lerne die drei Schilderfarben, die Haltelinie mit vier Linien und die Bedeutung der Stop Bar. Kombiniere das mit der Flugplatzkarte und den Rollfreigaben im Funk, dann kannst du vorhersagen, wo ein Flugzeug hält oder abbiegt – und deinen Spot genau danach wählen.
Zusammenfassung
- Rollwege verbinden Pisten und Vorfeld und tragen alphanumerische Bezeichnungen, die auf Schildern, Karten und im Funk identisch verwendet werden.
- Pflichtschilder (rot), Positionsschilder (schwarz) und Richtungsschilder (gelb) bilden ein international weitgehend einheitliches System nach ICAO Annex 14.
- Rollhalteorte vor Pisten sind mit Haltelinien, oft zusätzlich mit Stop Bars und gelb blinkenden Runway Guard Lights gesichert. Bei Präzisionsanflügen gibt es weiter zurückliegende Haltepunkte zum Schutz der ILS-Signale.
- Mit Flugplatzkarte, Funk und dem Wissen um Abrollwege kannst du vorhersagen, wo ein Flugzeug die Piste verlässt oder vor dem Start wartet.
Häufige Fragen
Wie werden Rollwege an Flughäfen bezeichnet?
Rollwege tragen Buchstaben, an großen Flughäfen oft Kombinationen aus Buchstabe und Zahl wie N3 oder L12. Reine Zahlen sind auf dem Rollfeld den Pisten vorbehalten, damit es keine Verwechslung gibt. Im Funk werden die Buchstaben mit dem ICAO-Buchstabieralphabet gesprochen, also etwa „November Three“.
Was bedeutet ein rotes Schild am Rollweg?
Rote Schilder mit weißer Schrift sind Pflichtschilder. Sie stehen an Rollhalteorten vor Pisten und zeigen deren Bezeichnung, zum Beispiel „07C-25C“, oder ein Einfahrverbot („NO ENTRY“). Ein Flugzeug oder Fahrzeug darf an einem solchen Schild nur mit Freigabe der Flugsicherung vorbei.
Was ist der Unterschied zwischen gelben und schwarzen Schildern?
Schwarze Schilder mit gelber Schrift und gelbem Rand sind Positionsschilder: Sie zeigen, auf welchem Rollweg du dich gerade befindest. Gelbe Schilder mit schwarzer Schrift und Pfeil sind Richtungs- oder Zielschilder: Sie zeigen, wohin abzweigende Rollwege führen oder wo es zu Pisten, Vorfeld oder Abfertigung geht.
Was ist ein Rollhalteort?
Ein Rollhalteort (englisch runway-holding position, im Funk „holding point“) ist die Stelle vor einer Piste, an der Flugzeuge und Fahrzeuge anhalten müssen, bis der Tower sie weiterlässt. Er schützt die Piste selbst, Hindernisfreiflächen oder den empfindlichen Bereich von Instrumentenlandesystemen.
Was ist eine Stop Bar?
Eine Stop Bar ist eine Reihe roter, in den Boden eingelassener Lichter quer über den Rollweg am Haltepunkt. Die Flugsicherung schaltet sie. Leuchtet sie rot, ist das Weiterrollen tabu, auch mit Freigabe im Ohr. Nach dem Ausschalten leuchten in der Regel die grünen Mittellinienfeuer dahinter auf und zeigen den freien Weg.
Was bedeuten die gelb blinkenden Lichter vor der Piste?
Das sind Runway Guard Lights, oft „Wig-Wags“ genannt. Sie stehen paarweise am Rand des Rollwegs oder liegen als Reihe im Belag und blinken gelb, um auf die nahe Piste aufmerksam zu machen. Eine Erlaubnis oder ein Verbot drücken sie nicht aus.
Warum gibt es manchmal zwei Haltepunkte hintereinander?
An Pisten mit Präzisionsanflug liegt bei schlechter Sicht ein zusätzlicher Haltepunkt weiter zurück. Er hält Flugzeuge aus dem Bereich heraus, in dem ihr Rumpf die Signale des Instrumentenlandesystems stören könnte. Dieser Haltepunkt ist mit einer leiterartigen Markierung gekennzeichnet.
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