Das Wichtigste in Kürze
- Die MD-87 ist die einzige kurze MD-80: rund 39,75 m lang und damit gut fünf Meter kürzer als ihre Geschwister.
- Erkennungsmerkmal Nummer eins ist die verlängerte Flossenspitze über dem Höhenleitwerk, kombiniert mit den dicken JT8D-200-Gondeln.
- Finnair und Austrian waren die Erstkunden, Iberia mit 24 Maschinen der größte Abnehmer, SAS flog insgesamt 18 Exemplare.
- Erste MD-80 mit Glascockpit: Die MD-87 bekam als erste Version der Familie ein elektronisches Fluginstrumentensystem (EFIS).
- Zweites Leben als Löschflugzeug: Ehemalige SAS-Maschinen fliegen in Nordamerika als Tanker für Feuerlöschmittel.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die MD-87?
- 2.Entstehung: die kurze MD-80
- 3.Was die MD-87 technisch neu machte
- 4.So erkennst du die MD-87 in drei Schritten
- 5.MD-87 im Vergleich zu Schwestern und Vorgängerin
- 6.Iberia: der größte MD-87-Betreiber
- 7.SAS: 18 Maschinen und ein schwarzer Tag in Linate
- 8.Austrian und Finnair: die Erstkunden
- 9.Zweites Leben als Löschflugzeug
- 10.So findest du heute noch eine MD-87
- 11.Wo die MD-87 einst zu Hause war
- 12.Fototipps für die MD-87
- 13.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 14.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | McDonnell Douglas, Long Beach (Kalifornien) |
|---|---|
| Familie | MD-80 (MD-81, MD-82, MD-83, MD-87, MD-88); Vorgänger DC-9 |
| Bezeichnung in der Musterzulassung | DC-9-87 |
| ICAO-Typcode | MD87 |
| Programmstart | Januar 1985, nach Bestellungen von Finnair und Austrian Airlines |
| Erstflug | 4. Dezember 1986 |
| FAA-Zulassung | 21. Oktober 1987 |
| Indienststellung | November 1987 bei Finnair und Austrian Airlines |
| Letzte Auslieferung | März 1992 an SAS |
| Gebaute Exemplare | 75 |
| Größter Kunde | Iberia mit 24 Maschinen |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney JT8D-217C (rund 89 kN) oder JT8D-219 (rund 93 kN) am Rumpfheck |
| Länge | rund 39,75 m – gut 5 m kürzer als MD-81/82/83/88 |
| Spannweite | rund 32,8 m |
| Höhe | rund 9,25 m |
| Sitzplätze | typisch 114 in zwei Klassen oder 130 in reiner Economy, maximal 139 |
| Max. Startgewicht | rund 63,5 t, schwere Version bis rund 68 t |
| Reichweite | rund 4.400 km, mit zwei Zusatztanks rund 5.400 km |
| Status | Historisch im Linienverkehr; einzelne Maschinen als Löschflugzeuge und Privatjets aktiv |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kurzer Rumpf mit dicken Gondeln: kompakte Silhouette wie eine DC-9-50, aber mit den kräftigen JT8D-200-Triebwerken der MD-80
- Verlängerte Flossenspitze: Die Seitenflosse ragt ein Stück über das Höhenleitwerk hinaus – bei den langen MD-80 schließt das Höhenleitwerk oben ab
- Flacher Heckkonus („Beaver Tail“) am Rumpfende, der später auf alle MD-80 überging
- T-Leitwerk, zwei Triebwerke seitlich am Heck, unter den Flügeln nichts
- Deutlich kürzerer Abstand zwischen Flügel und Leitwerk als bei MD-81, MD-82, MD-83 und MD-88
- Im Tracking und in Datenbanken unter dem Typcode MD87 bzw. als DC-9-87
Aktualisiert: Oktober 2026 – Kurz, gedrungen, mit dicken Triebwerken am Heck und einer Flosse, die über das Höhenleitwerk hinausragt: Die McDonnell Douglas MD-87 ist das Nesthäkchen der MD-80-Familie und die einzige Version mit kurzem Rumpf. In Europa war sie vor allem bei Iberia, SAS, Austrian und Finnair zu Hause. Heute ist sie im Linienverkehr Geschichte, erlebt aber als Löschflugzeug einen zweiten Frühling. Hier erfährst du, wie die MD-87 entstand, woran du sie sicher erkennst und wo sie Spuren hinterlassen hat.
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Was ist die MD-87?
Die MD-87 ist ein zweistrahliger Schmalrumpfjet für die Kurz- und Mittelstrecke, mit einem Gang, fünf Sitzen pro Reihe und zwei Piloten im Cockpit. Typisch waren 114 Plätze in zwei Klassen oder 130 in reiner Economy, maximal sind 139 zugelassen. Damit bietet sie deutlich weniger Plätze als die langen Schwestern.
Technisch gehört sie voll zur MD-80-Familie: gleicher Flügel, gleiches T-Leitwerk, Triebwerke der JT8D-200-Serie von Pratt & Whitney. Nur der Rumpf ist um gut fünf Meter gekürzt. Mit rund 39,75 m Länge liegt sie fast genau auf dem Maß der größten DC-9, der Serie 50. McDonnell Douglas kombinierte also die Kabinengröße der späten DC-9 mit der Technik der MD-80.
Die Idee dahinter: Airlines mit vielen dünneren Strecken wollten ein Flugzeug, das zur restlichen MD-80-Flotte passt – gleiche Piloten-Musterberechtigung, gleiche Ersatzteile –, aber weniger Sitze füllen muss. Für Finnair, Austrian und später SAS war genau das der Reiz.
Entstehung: die kurze MD-80
Den Anstoß gaben zwei europäische Kunden. Ende 1984 bestellten Finnair und Austrian Airlines die neue Kurzversion, im Januar 1985 gab McDonnell Douglas den Programmstart bekannt. Formal lief das Projekt wie alle MD-80 unter einer DC-9-Bezeichnung, in der Musterzulassung heißt das Flugzeug bis heute DC-9-87.
Der Erstflug fand am 4. Dezember 1986 statt. Am 21. Oktober 1987 erteilte die US-Luftfahrtbehörde FAA die Zulassung, im November 1987 übernahmen Finnair und Austrian ihre ersten Maschinen. Für Austrian war das ein besonderer Moment: Die Airline hatte schon die MD-81 mit aus der Taufe gehoben und war nun erneut Erstkundin einer MD-80-Version.
Die Verkaufszahlen blieben überschaubar. Bis zur letzten Auslieferung im März 1992 an SAS entstanden nur 75 Exemplare. Viele Airlines setzten auf die langen MD-80 oder wechselten zur Boeing 737-300 und ihren Schwestern. Für die nächste Generation der Hecktriebwerks-Jets entwickelte McDonnell Douglas die MD-90 und die spätere Boeing 717.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Ende 1984 | Bestellungen von Finnair und Austrian |
| Januar 1985 | Offizieller Programmstart |
| 4. Dezember 1986 | Erstflug |
| 21. Oktober 1987 | Zulassung durch die FAA |
| November 1987 | Erste Auslieferungen an Finnair und Austrian |
| 1988 | SAS beginnt mit der MD-87 |
| 1990 | Iberia beginnt mit der MD-87 |
| März 1992 | Letzte Auslieferung an SAS |
| 8. Oktober 2001 | Linate-Unglück mit der SAS-MD-87 SE-DMA |
| 2008 | Iberia mustert die MD-87 aus |
| 2012 | SAS mustert die MD-87 aus |
Was die MD-87 technisch neu machte
Die MD-87 war mehr als eine gekürzte MD-82. Drei Neuerungen machten sie zum Technikträger der Familie.
Glascockpit: Sie war die erste MD-80 mit einem elektronischen Fluginstrumentensystem (EFIS). Statt reiner Zeigerinstrumente zeigten Bildschirme Fluglage und Navigation an. Ein Head-up-Display gab es auf Wunsch. Die langen MD-80 zogen erst mit der MD-88 nach.
Neuer Heckkonus: Am Rumpfende sitzt ein flacherer, widerstandsärmerer Konus, im Englischen „Beaver Tail“ genannt. Er bewährte sich so gut, dass er später zum Standard aller MD-80 wurde. Bei späten MD-82 und MD-83 findest du ihn deshalb ebenfalls.
Verlängerte Seitenflosse: Über dem Höhenleitwerk ragt die Flosse ein Stück weiter nach oben als bei den langen Versionen. Für dich als Spotter ist das das wichtigste Erkennungsmerkmal überhaupt.
Beim Antrieb hatten die Kunden die Wahl zwischen der JT8D-217C mit rund 89 kN und der JT8D-219 mit rund 93 kN Schub. Für längere Strecken gab es eine Variante mit zwei Zusatztanks im hinteren Frachtraum, die inoffiziell teils als MD-87ER bezeichnet wird. Die Reichweite stieg damit von rund 4.400 auf rund 5.400 km. Die schwedische Charterairline Transwede nutzte solche Maschinen für Ferienflüge über den Atlantik in die Karibik und nach Florida.
Kurz, aber kräftig motorisiert
Die MD-87 bekam nicht die Basismotorisierung der MD-81, sondern die stärkeren Triebwerke der späteren Versionen – bei deutlich kleinerem Rumpf. Wer sie mit einer MD-82 oder MD-83 vergleicht, findet also dieselbe Triebwerksfamilie an einem kürzeren Flugzeug.
So erkennst du die MD-87 in drei Schritten
Anders als bei MD-81, MD-82 und MD-83 kannst du die MD-87 tatsächlich mit dem bloßen Auge bestimmen. Drei Blicke reichen.
Grundform prüfen
Zwei Triebwerke seitlich am Rumpfende, T-Leitwerk, nichts unter den Flügeln. Damit bist du in der DC-9-Familie oder bei einem Verwandten wie der Fokker 100.
Gondeln und Länge vergleichen
Dicke, lange Triebwerksgondeln an einem eher kurzen Rumpf: Das ist die typische Kombination der MD-87. Lange MD-80 wirken mit derselben Gondel deutlich gestreckter.
Flossenspitze ansehen
Ragt die Seitenflosse ein kleines Stück über das Höhenleitwerk hinaus, ist die Sache praktisch klar. Bei DC-9 und langen MD-80 schließt das Höhenleitwerk oben ab.
Zur Absicherung lohnt immer der Blick aufs Kennzeichen. Wie du eine Registrierung nachschlägst und die Geschichte einer Maschine verfolgst, erklärt Ein Flugzeug per Kennzeichen verfolgen. Die Grundlagen der Kennzeichen-Systematik findest du in Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Praxis-Tipp: Achtung bei Frontalaufnahmen
Von vorn sehen MD-87 und lange MD-80 identisch aus. Wartest du an der Piste, nutze den Moment, in dem die Maschine quer zu dir steht. Nur in der Seitenansicht siehst du Rumpflänge und Flossenspitze gleichzeitig.
MD-87 im Vergleich zu Schwestern und Vorgängerin
| Merkmal | MD-87 | MD-82/MD-83 | DC-9-50 |
|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | MD87 | MD82 / MD83 | DC95 |
| Länge | rund 39,8 m | rund 45,1 m | ähnlich wie MD-87 |
| Triebwerk | JT8D-217C/-219 | JT8D-217/-219 | ältere, schlankere JT8D |
| Flossenspitze | über das Höhenleitwerk verlängert | Höhenleitwerk schließt oben ab | Höhenleitwerk schließt oben ab |
| Cockpit ab Werk | EFIS-Bildschirme | überwiegend klassische Instrumente | klassische Instrumente |
| Gebaut | 75 | 539 (+30 MD-82T) / 265 | – |
Die größte Verwechslungsgefahr besteht mit der DC-9-50, weil beide fast gleich lang sind. Hier entscheiden die Gondeln und die Flosse. Wie die DC-9-Familie im Detail aussieht, zeigt die Seite zur DC-9. Den Schritt zu den langen Versionen findest du bei MD-81, MD-82 und MD-83.
Schnellbestimmung: kurzer Jet mit Hecktriebwerken
MD-87
Kompakter Rumpf, dicke JT8D-200-Gondeln und die verlängerte Flosse: Das ist die MD-87. Prüf zur Sicherheit den Code MD87 im Tracking.
Lange MD-80
Langer Rumpf mit kräftigen Gondeln deutet auf MD-82, MD-83 oder MD-88. Die Version verrät das Kennzeichen.
MD-90 oder Boeing 717
Große, runde Triebwerke sind das Bild der MD-90 oder der kompakten Boeing 717.
Fokker 100
Seitlich aufklappende Bremsklappen am Rumpfende sind typisch für die Fokker 100.
Iberia: der größte MD-87-Betreiber
Keine Airline flog mehr MD-87 als Iberia. Mit 24 Maschinen war die spanische Nationalairline der größte Abnehmer. Ende der 1980er-Jahre plante Iberia die Erneuerung ihrer Mittelstreckenflotte: Die MD-87 sollte die alten DC-9 ablösen, der Airbus A320 die Boeing 727. Ab 1990 flogen die kurzen MD-80 im spanischen Inlands- und Europanetz, später ergänzt durch MD-88. 2008 verabschiedete Iberia beide Typen.
Am Flughafen Madrid-Barajas gehörte die MD-87 in Iberia-Farben damit fast zwei Jahrzehnte zum Alltag. Auch die Inlandsschwester Aviaco und Ferienflieger wie Spanair setzten auf MD-80-Flotten, sodass Spanien lange als MD-80-Land schlechthin galt. Wenn du alte Madrid-Bilder im Archiv hast, lohnt der Blick aufs Leitwerk: Steht die Flosse über das Höhenleitwerk hinaus, ist es eine MD-87. Wo du in Madrid heute fotografierst, beschreibt Planespotting in Madrid-Barajas.
Alte und neue Sichtungen an einem Ort
In Planetrack legst du die MD-87 auf deine Wunschliste und dokumentierst Archivfotos und neue Sichtungen mit Kennzeichen und Airline in deinem Hangar. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
SAS: 18 Maschinen und ein schwarzer Tag in Linate
SAS betrieb eine der größten MD-80-Flotten der Welt, und die MD-87 hatte darin einen festen Platz. Insgesamt flogen 18 MD-87 bei den Skandinaviern, 16 davon übernahm SAS fabrikneu zwischen 1988 und 1992 – einschließlich der allerletzten gebauten MD-87. Eingesetzt wurde die kurze Version vor allem auf europäischen Strecken mit geringerer Nachfrage, also genau dort, wo eine lange MD-81 oder MD-82 zu groß gewesen wäre. 2012 schied die MD-87 aus der SAS-Flotte aus.
Traurige Bekanntheit erlangte die SAS-MD-87 SE-DMA „Lage Viking“. Am 8. Oktober 2001 startete sie als Flug 686 am Flughafen Mailand-Linate in Richtung Kopenhagen. Dichter Nebel lag über dem Platz, die Sicht betrug weniger als 200 Meter. Ein Geschäftsreisejet vom Typ Cessna Citation war über einen falschen Rollweg auf die aktive Piste geraten. Die MD-87 prallte beim Startlauf mit ihm zusammen und schlug in ein Gepäckgebäude ein. Alle 110 Menschen an Bord der MD-87, die vier Insassen der Cessna und vier Bodenmitarbeiter starben. Mit 118 Todesopfern ist es das schwerste Flugunglück in Italiens Geschichte. Die Untersuchung zeigte unter anderem, dass das Bodenradar nicht in Betrieb war und Beschilderung am Rollweg fehlte.
Zu sehen war die MD-87 vor allem an den SAS-Drehkreuzen wie dem Flughafen Kopenhagen und dem Flughafen Stockholm-Arlanda. Die Unglücksmaschine trug ein schwedisches SE-Kennzeichen; SAS registrierte ihre Flotte in Dänemark, Schweden und Norwegen.
Austrian und Finnair: die Erstkunden
Austrian Airlines gehörte zusammen mit Finnair zu den Erstkunden der MD-87. Ende 1987 kam die erste Maschine in Wien an. In der Austrian-Flotte flog sie neben MD-81, MD-82 und MD-83 und war am Flughafen Wien über Jahre ein vertrautes Bild. Wie die österreichischen OE-Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt Österreichische OE-Kennzeichen.
Finnair bestellte zeitgleich mit Austrian und erhielt ihre ersten MD-87 ebenfalls im November 1987. Die Finnen setzten die kurze Version neben ihren langen MD-80 im Europanetz ab dem Flughafen Helsinki ein.
In Deutschland flog der Ferienflieger Aero Lloyd die MD-87 neben MD-83. Wer in den 1990er-Jahren in den Urlaub startete, saß also mit etwas Glück in einer der seltenen kurzen MD-80.
Zweites Leben als Löschflugzeug
Die spannendste Geschichte der MD-87 beginnt nach ihrer Airline-Karriere. Der US-Betreiber Erickson Aero Tanker suchte Anfang der 2010er-Jahre ein schnelles, verfügbares Flugzeug für Waldbrandeinsätze. Die Wahl fiel auf die MD-87: Ab 2013 wurden fünf ehemalige SAS-Maschinen zu Tankern für Feuerlöschmittel umgebaut, 2014 erteilte die FAA die zugehörige Zusatzmusterzulassung. 2019 folgte der Auftrag für eine sechste Umrüstung.
Im Rumpf sitzt ein Tank mit laut Betreiber 3.000 US-Gallonen, also gut 11.000 Litern. Befüllt wird er über Anschlüsse seitlich am Rumpf vor dem Flügel, laut Betreiber dauert das unter sieben Minuten. Abgeworfen wird bei rund 135 bis 140 Knoten. Erickson nennt fünf einsatzbereite MD-87-Tanker und zwei weitere Zellen, die für den Umbau bereitstehen; die Tanker sind vom zuständigen Gremium der US-Behörden für Löscheinsätze zugelassen.
Für dich als Spotter bedeutet das: Wer heute eine MD-87 in der Luft sehen will, hat in Nordamerika in der Waldbrandsaison die besten Chancen. In Europa kommen bei Waldbränden dagegen vor allem Amphibienflugzeuge wie die Canadair CL-415 und ihre Nachfolgerin DHC-515 zum Einsatz.
Keine MD-87 mehr im europäischen Linienverkehr
Stand Oktober 2026 setzt keine europäische Airline die MD-87 regulär ein. Aktiv sind vor allem die Löschflugzeuge in Nordamerika und einzelne Maschinen in privater Hand. Ein bekannter Fall: Am 19. Oktober 2021 brannte eine private MD-87 nach einem abgebrochenen Start bei Houston aus, alle 21 Menschen an Bord überlebten. Wie viele MD-87 weltweit noch flugfähig sind, ließ sich nicht verlässlich belegen.
So findest du heute noch eine MD-87
Bei so seltenen Typen gewinnt die Recherche, nicht der Zufall am Zaun.
Typcode filtern
Such in Tracking-Diensten gezielt nach MD87. Taucht der Code auf, prüf das Kennzeichen – Einträge sind nicht immer fehlerfrei.
Alarm einrichten
Lass dich benachrichtigen, sobald der Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen unterwegs ist. Wie das funktioniert, erklärt Flugverfolgung: Alarme einrichten.
Historie prüfen
Viele MD-87 haben mehrere Leben hinter sich, von Iberia oder SAS bis zum Tanker. Die Spur einer Maschine verfolgst du über ihr Kennzeichen und die Flughistorie.
Seltenheit einordnen
Eine MD-87 ist heute ein echter Treffer. Wie besonders deine Sichtung ist, schätzt du mit Wie selten ist meine Sichtung? ein.
Keine MD-87 mehr verpassen
Leg in Planetrack einen Sichtungs-Alarm für den Typ MD-87 oder ein bestimmtes Kennzeichen an – die App meldet dir, wenn eine passende Maschine an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Wo die MD-87 einst zu Hause war
An ihren alten Heimatflughäfen begegnest du der MD-87 im Linienverkehr nicht mehr. Für Vorher-nachher-Vergleiche mit Archivbildern und als Spotting-Ziel lohnen sie sich trotzdem:
| Flughafen | Bezug zur MD-87 | Spot-Tipp |
|---|---|---|
| Madrid-Barajas | Iberia-Basis, größte MD-87-Flotte | La Muñoza |
| Kopenhagen | SAS-Drehkreuz | Flyvergrillen |
| Stockholm-Arlanda | SAS-Drehkreuz | Spotterhügel Arlanda |
| Wien | Austrian, Erstkundin 1987 | Spotterhügel Wien |
Mehr Hintergrund zu den Plätzen findest du in Planespotting in Kopenhagen-Kastrup und Planespotting in Wien-Schwechat. Weitere Oldtimer und Raritäten stellen Seltene Flugzeuge spotten und Historische Flugzeuge erkennen vor.
Fototipps für die MD-87
- Seitenansicht ist Pflicht: Nur so zeigst du die kurze Rumpflänge und die verlängerte Flosse zusammen – die beiden Merkmale, die die MD-87 von allen Geschwistern trennen.
- Heck schräg von hinten: Hier kommen der flache Heckkonus, die dicken Gondeln und das T-Leitwerk am besten zur Geltung.
- Kennzeichen scharf: Gerade bei umlackierten Ex-Airline-Maschinen und Tankern ist die Registrierung der Schlüssel zur Lebensgeschichte des Flugzeugs.
- Licht planen: Seltene Gäste kommen selten zweimal. Wie du den Sonnenstand vorab prüfst, zeigt Sonnenstand planen für deinen Fotospot.
Bereit für die MD-87?
- Ich weiß, dass die verlängerte Flossenspitze das wichtigste Merkmal ist.
- Ich kann MD-87 und DC-9-50 an den Triebwerksgondeln unterscheiden.
- Ich habe im Tracking nach dem Code MD87 gesucht.
- Ich kenne Ankunftszeit und Sonnenstand.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die MD-87, wenn …
- ein kompakter Rumpf mit dicken JT8D-200-Gondeln kombiniert ist
- die Seitenflosse über das Höhenleitwerk hinausragt
- im Tracking der Code MD87 steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur einen flachen Heckkonus siehst – den haben auch späte lange MD-80
- die Maschine kurz wirkt, aber du die Gondeln nicht gut erkennst – dann kann es eine DC-9-50 sein
- du die Maschine nur von vorn oder hinten siehst
Es ist keine MD-87, wenn …
- der Rumpf sehr lang und gestreckt wirkt – dann ist es eine lange MD-80
- die Triebwerke kurz und kugelrund sind – dann bist du bei MD-90 oder Boeing 717
- am Rumpfende seitliche Bremsklappen aufklappen – das ist eine Fokker 100
Fazit
Die MD-87 war die kompakte Antwort von McDonnell Douglas auf dünnere Strecken: kürzer als ihre Geschwister, technisch moderner und mit einer Flossenspitze, die sie bis heute unverwechselbar macht. Finnair und Austrian holten sie 1987 in den Liniendienst, Iberia und SAS machten sie in Madrid, Kopenhagen und Stockholm zum Alltagsbild. Mit nur 75 Exemplaren blieb sie eine Randerscheinung – und genau das macht sie für Spotter heute so reizvoll. Im europäischen Linienverkehr ist sie Geschichte, über nordamerikanischen Waldbränden dafür umso präsenter.
Kurzfazit
Kurzer Rumpf, dicke JT8D am Heck und eine Flosse, die über das Höhenleitwerk hinausragt: Das ist die MD-87. Als einzige MD-80-Version erkennst du sie ohne Kennzeichen. Im Linienverkehr ist sie heute eine Rarität, als Löschflugzeug in Nordamerika noch im Einsatz.
Zusammenfassung
- Die MD-87 ist die verkürzte Version der MD-80-Familie, gedacht für Strecken mit weniger Passagieren. Erstflug war im Dezember 1986, der Liniendienst begann im November 1987.
- Mit nur 75 gebauten Exemplaren blieb sie eine kleine Serie. Iberia, SAS, Austrian und Finnair waren die wichtigsten Betreiber in Europa.
- Du erkennst sie am kurzen Rumpf mit dicken Hecktriebwerken und an der Flossenspitze, die über das Höhenleitwerk hinausragt.
- Stand Oktober 2026 fliegt sie in Europa nicht mehr im Linienverkehr. Am ehesten triffst du sie heute als Löschflugzeug in Nordamerika.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen MD-80 und MD-87?
MD-80 ist der Name der Familie, die MD-87 eine ihrer fünf Versionen. Sie ist die einzige mit kurzem Rumpf: rund 39,75 m statt rund 45 m bei MD-81, MD-82, MD-83 und MD-88. Dazu kommen die verlängerte Flossenspitze und, ab Werk, ein moderneres Cockpit mit Bildschirminstrumenten.
Wie unterscheide ich die MD-87 von einer DC-9-50?
Beide sind ähnlich lang. Die MD-87 hat aber die dicken, langen Gondeln der JT8D-200-Serie, die DC-9-50 dagegen schlankere Triebwerke. Achte außerdem auf die Flossenspitze: Bei der MD-87 ragt die Seitenflosse über das Höhenleitwerk hinaus. Sicher wird es erst mit dem Kennzeichen oder dem Typcode MD87.
Welche Airlines flogen die MD-87?
Erstkunden waren Finnair und Austrian Airlines. Größter Betreiber war Iberia mit 24 Maschinen von 1990 bis 2008. SAS setzte insgesamt 18 MD-87 von 1988 bis 2012 ein. Dazu kamen kleinere Betreiber, etwa der deutsche Ferienflieger Aero Lloyd und die schwedische Transwede.
Was war besonders am Cockpit der MD-87?
Die MD-87 war die erste MD-80 mit einem elektronischen Fluginstrumentensystem (EFIS), also Bildschirmen statt reiner Zeigerinstrumente. Ein Head-up-Display gab es als Option. Die langen MD-80 bekamen ein vergleichbares Cockpit erst mit der MD-88.
Was passierte in Mailand-Linate 2001?
Am 8. Oktober 2001 kollidierte die SAS-MD-87 SE-DMA „Lage Viking“ beim Start in dichtem Nebel mit einer Cessna Citation, die über einen Rollweg auf die aktive Piste geraten war. Alle 110 Menschen an Bord der MD-87, die vier Insassen der Cessna und vier Bodenmitarbeiter kamen ums Leben – insgesamt 118 Todesopfer. Es ist das schwerste Flugunglück Italiens.
Fliegt die MD-87 noch?
Im europäischen Linienverkehr nicht mehr. Aktiv sind vor allem umgebaute Löschflugzeuge des US-Betreibers Erickson Aero Tanker sowie einzelne Maschinen in privater Hand. Wie viele MD-87 im Oktober 2026 genau fliegen, ließ sich nicht verlässlich belegen.
Welchen ICAO-Typcode hat die MD-87?
Die MD-87 läuft unter MD87. In der FAA-Musterzulassung heißt sie offiziell DC-9-87.
McDonnell Douglas MD-87 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
McDonnell Douglas MD-80
Lang wie eine Zigarre, zwei kräftige Triebwerke am Heck: Die MD-80-Familie war von 1980 bis in die 2010er-Jahre ein Standardjet in Europa und den USA. So unterscheidest du MD-81, -82, -83, -87 und -88 und findest heute noch einen „Mad Dog“.
HistorischMcDonnell Douglas MD-81
Mit ihr fing der „Mad Dog“ an: Die MD-81 war die erste Serienversion der MD-80-Familie und startete 1980 bei Swissair und Austrian in den Liniendienst. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, wer sie flog und warum sie heute eine echte Rarität ist.
HistorischMcDonnell Douglas MD-82
Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.
HistorischMcDonnell Douglas MD-83
Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.
HistorischMcDonnell Douglas MD-88
Außen eine klassische lange MD-80, innen Bildschirme statt Rundinstrumente: Die MD-88 war die letzte Version der Familie und über drei Jahrzehnte das Arbeitstier von Delta Air Lines. Hier erfährst du, was sie ausmacht und wo du sie heute noch findest.
HistorischMcDonnell Douglas DC-9
Zwei Triebwerke am Heck, das Höhenleitwerk oben auf der Flosse: Die DC-9 prägte ab 1965 die Kurzstrecke in Europa und den USA. So erkennst du die Serien 10 bis 50 und trennst sie von MD-80, 717 und One-Eleven.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
McDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
FlughafenFlughafen Madrid-Barajas
Spaniens größter Flughafen und das Tor nach Lateinamerika: vier Start- und Landebahnen, zwei Betriebsrichtungen mit klaren Regeln, Terminal 4 als Heimat von Iberia und oneworld – und eine Spotterszene, die zwischen Schotterweg, Autobahnbrücke und offizieller Aena-Zone pendelt.
FlughafenFlughafen Kopenhagen-Kastrup
Der größte Flughafen der nordischen Länder liegt auf Amager, acht Kilometer vom Rathausplatz entfernt: drei Pisten, ein Terminalkomplex mit Metro- und Zuganschluss, SAS als Hausherr – und mit dem Flyvergrillen ein Spotterplatz, der in Dänemark Kultstatus hat.
Wo du die McDonnell Douglas MD-87 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
La Muñoza am Flughafen Madrid-Barajas
Südöstlich von Madrid-Barajas, am Rand des Iberia-Technikgeländes La Muñoza, führt ein Schotterweg am Jarama entlang unter den Anflug der Piste 32R. Ein Spot für Spotter mit Geduld: nur bei Nordbetrieb, ohne Infrastruktur, aber mit dem Langstreckenverkehr eines der größten Drehkreuze Europas.
SpotterpunktFlyvergrillen am Flughafen Kopenhagen
Der Klassiker unter den Spots in Kopenhagen: Seit 1972 steht an der Amager Landevej ein Grill direkt am Flughafenzaun. Von hier schaust du auf die Piste 04L/22R und den Rollweg davor – mit Burger, Toilette und der Sonne am Nachmittag im Rücken.
SpotterhügelSpotterhügel Flughafen Wien
Seit die Besucherterrasse auf Terminal 3 geschlossen ist, führt in Wien kaum ein Weg am Spotterhügel vorbei: ein vom Flughafen aufgeschütteter Erdhügel östlich der Piste 16/34, kostenlos, rund um die Uhr erreichbar und morgens mit der Sonne im Rücken.
SpotterhügelSpotterhügel am Flughafen Stockholm-Arlanda
Der offizielle Spotterplatz von Stockholm-Arlanda: ein Hügel mit kleinem Spotterhäuschen an der Navigatörsvägen, kostenlosem Parkplatz und Blick auf Landungen auf der 19L – erreichbar mit dem Auto oder dem Bus 806.
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