Das Wichtigste in Kürze
- Die A300B4 ist die Langstrecken-Hauptversion der ersten A300-Generation: gleicher Rumpf wie die B2, aber mit Zentraltank, Krueger-Klappen und höherem Startgewicht.
- Der Durchbruch kam mit Eastern Air Lines: Nach einem Testeinsatz ab Ende 1977 bestellte die US-Airline im April 1978 23 Maschinen.
- Von der A300-600 trennst du sie am einfachsten an den Flügelspitzen: Die B4 hat keine Wingtip-Fences.
- Von der A300B2 trennst du sie von außen praktisch nicht – hier hilft nur das Kennzeichen samt Datenbank.
- Im Tracking läuft sie unter A30B. Im Liniendienst ist sie Stand Oktober 2026 eine echte Rarität und fast nur noch als Frachter zu finden.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Airbus A300B4?
- 2.Die Varianten der A300B4
- 3.Der Durchbruch: Eastern Air Lines
- 4.So erkennst du die A300B4 im Feld
- 5.A300B4, A300B2 oder A300-600?
- 6.Verwechslungsgefahr mit anderen Großraumjets
- 7.Wer die A300B4 heute noch fliegt
- 8.A300B4 im Museum: Aeroscopia in Toulouse
- 9.Fototipps für die A300B4
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Airbus Industrie |
|---|---|
| Familie | A300 der ersten Generation (A300B2, A300B4), Nachfolger A300-600 |
| ICAO-Typcode | A30B (gemeinsam mit A300B2 und A300C4) |
| Erstflug A300B4-100 | 26. Dezember 1974 |
| Zulassung | B4-100 im März 1975, B4-200 im April 1979 |
| Erster Betreiber | Germanair (später Bavaria Germanair), 1975 |
| Cockpit | Drei Personen mit Flugingenieur, als FFCC-Version auch zwei |
| Triebwerke | 2 × General Electric CF6-50C oder Pratt & Whitney JT9D-59A |
| Länge | 53,61 m |
| Spannweite | 44,84 m |
| Höhe | 16,72 m |
| Rumpfdurchmesser außen | 5,64 m |
| Sitzplätze | rund 280 bis 310 in der Economy, maximal 345 |
| Max. Startgewicht | 157,5 t (B4-100), 165 t (B4-200) |
| Reichweite (B4-200) | rund 5.375 km |
| Reisegeschwindigkeit | Mach 0,78 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kompakter Großraumrumpf mit zwei Triebwerken und klassischer, rundlicher Airbus-Nase
- Glatte Flügelspitzen ohne Wingtip-Fences – die kleinen Dreiecksflossen kamen erst mit der A300-600
- Ältere Triebwerksgeneration: CF6-50 oder JT9D-59A mit vergleichsweise schlanken Gondeln
- Hauptfahrwerk mit je vier Rädern pro Bein, kein Mittelfahrwerk
- Heute fast immer als Frachter: großes Tor vorn links, Fensterreihen abgedeckt oder entfernt
- Rund einen halben Meter kürzer als die A300-600, mit der ursprünglichen, nicht von der A310 übernommenen Heckpartie
Aktualisiert: Oktober 2026 – Wer heute eine Airbus A300B4 vor die Linse bekommt, hat einen echten Glücksgriff gelandet. Die B4 ist die Version, mit der Airbus in den 1970er-Jahren vom wackligen Neuling zum ernsthaften Konkurrenten von Boeing und McDonnell Douglas wurde. Gut 50 Jahre nach ihrem Erstflug ist sie aus dem Passagierdienst praktisch verschwunden, nur wenige umgebaute Frachter halten den Typ noch in der Luft. Hier erfährst du, was die B4 technisch ausmacht, warum Eastern Air Lines für Airbus so wichtig war, wie du die B4 von ihren Schwestern unterscheidest und wo du sie heute noch findest.
Eine A30B für deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede seltene Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot fest und setzt die A300B4 auf deine Wunschliste. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Airbus A300B4?
Die A300 war das erste Flugzeug von Airbus und das erste zweistrahlige Großraumflugzeug der Welt. Die erste Serienversion war die A300B2, die vor allem für dichte Kurz- und Mittelstrecken in Europa gedacht war. Schnell zeigte sich aber, dass viele Airlines mehr Reichweite wollten. Die Antwort war die A300B4.
Die B4 behielt den Rumpf der B2 mit 53,61 Metern Länge, bekam aber mehrere Änderungen, die sie zur Langstrecken-Hauptversion der ersten Generation machten:
- einen zusätzlichen Zentraltank, der die Treibstoffkapazität der B4-100 auf rund 47,5 Tonnen erhöhte,
- Krueger-Klappen an der Flügelvorderkante im rumpfnahen Bereich, die beim Start mehr Auftrieb liefern,
- ein höheres maximales Startgewicht: 157,5 Tonnen bei der B4-100, 165 Tonnen bei der späteren B4-200.
Der Erstflug der A300B4-100 fand am 26. Dezember 1974 statt, die Zulassung folgte im März 1975. Erster Betreiber war ausgerechnet eine deutsche Charterairline: Germanair übernahm 1975 ihre erste A300B4 und flog damit unter anderem von Frankfurt nach Palma de Mallorca. Germanair fusionierte 1977 mit Bavaria zur Bavaria Germanair, die wiederum 1979 in Hapag-Lloyd Flug aufging. Bei Hapag-Lloyd flog die A300B4 bis 1989 im Urlaubsverkehr; ab Ende der 1980er-Jahre setzte die Airline dann auf die A310.
Die schwerere B4-200 wurde im April 1979 zugelassen. Mit einem optionalen Zusatztank im hinteren Frachtraum ließ sich die Reichweite weiter steigern, allerdings auf Kosten von zwei Containerstellplätzen. Für die B4-200 werden rund 5.375 Kilometer Reichweite genannt – für damalige Verhältnisse genug für Mittelstrecken mit Großraumkomfort und für einige kürzere Langstrecken.
Die Varianten der A300B4
Für dich als Spotter ist vor allem eines wichtig: Alle Versionen der ersten A300-Generation teilen sich den Typcode A30B und sehen sich von außen extrem ähnlich. Die Unterschiede stecken in Gewicht, Tanks und Cockpit.
| Version | Was sie ausmacht | Heute anzutreffen |
|---|---|---|
| A300B4-100 | Erste B4, Zentraltank, Krueger-Klappen, MTOW 157,5 t | nein |
| A300B4-200 | Verstärkte Version mit 165 t MTOW, optionaler Zusatztank | nur noch als Umbaufrachter |
| A300B4-200FFCC | Zwei-Personen-Cockpit ohne Flugingenieur, analoge Instrumente | nein |
| A300C4 | Kombiversion mit Frachttor für Passagiere oder Fracht | kaum |
| A300F4-200 / B4-200F | Frachtversion bzw. nachträglich umgebaute Passagierjets | vereinzelt |
Nach einer Aufstellung in der englischsprachigen Wikipedia entstanden 47 Exemplare der B4-100 und 136 der B4-200. Andere Quellen nennen niedrigere Zahlen für die B4; einig sind sich aber alle, dass die B4 die erfolgreichste Version der ersten A300-Generation war.
FFCC: der erste Großraumjet ohne Flugingenieur
Eine kleine Revolution war die A300B4-200FFCC. Das Kürzel steht für „Forward Facing Crew Cockpit“: Die beiden Piloten blicken nach vorn, der seitliche Arbeitsplatz des Flugingenieurs fiel weg. Die Instrumente blieben analog, die Überwachung der Systeme wurde aber so vereinfacht, dass zwei Personen genügten. Garuda Indonesia führte die Version 1982 ein; sie gilt als erstes Großraumflugzeug, das für den Betrieb ohne drittes Cockpitmitglied zugelassen wurde. Auch Finnair, SAS und VASP bestellten A300 mit FFCC. Das Konzept bereitete den Weg für das Zwei-Mann-Cockpit von A310 und A300-600.
Der Durchbruch: Eastern Air Lines
Mitte der 1970er-Jahre stand das Airbus-Projekt auf der Kippe. Zwischen Ende 1975 und Mai 1977 kam rund anderthalb Jahre lang kein einziger neuer Auftrag herein, die Produktion wurde auf sechs Maschinen im Jahr gedrosselt. Außerhalb Europas hatte bis dahin vor allem Korean Air zugegriffen: Die Airline bestellte im September 1974 vier A300B4 und war damit der erste Kunde außerhalb Europas.
Die Wende kam aus den USA. Eastern Air Lines unter ihrem Chef, dem früheren Apollo-8-Kommandanten Frank Borman, suchte ein sparsames Flugzeug für ihre Hauptstrecken an der Ostküste. Airbus machte ein ungewöhnliches Angebot: Eastern konnte vier A300B4 für einen Testzeitraum praktisch kostenlos einsetzen und trug im Wesentlichen nur die laufenden Betriebskosten und die Schulung der Besatzungen. Ende 1977 gingen die Maschinen in den Liniendienst.
Das Ergebnis überzeugte: Laut Borman verbrauchte die A300 rund 30 Prozent weniger Treibstoff als die dreistrahligen Lockheed L-1011 TriStar der Airline. Im April 1978 bestellte Eastern 23 A300B4. Für Airbus war das der Türöffner zum wichtigsten Luftfahrtmarkt der Welt; weitere US-Kunden folgten, Jahre später auch Pan Am. Insgesamt flottete Eastern über 30 A300B4 ein und flog den Typ bis zum Ende der Airline im Jahr 1991.
Warum zwei Triebwerke damals ein Argument waren
In den 1970er-Jahren hatten Großraumjets drei oder vier Triebwerke – DC-10, TriStar und 747. Die A300 kam mit zwei aus und sparte damit Treibstoff und Wartung. Wie sich zweistrahlige Jets später auch über Ozeane wagten, erklärt der Beitrag ETOPS erklärt.
So erkennst du die A300B4 im Feld
Die A300B4 hat kein spektakuläres Einzelmerkmal. Du erkennst sie an einer Kombination aus Proportionen und dem, was ihr im Vergleich zur späteren -600 fehlt.
Grundform prüfen
Großraumrumpf, zwei Triebwerke unter dem Flügel, kompakte Länge und eine rundliche Airbus-Nase. Damit bist du in der A300- oder A310-Familie.
Flügelspitzen ansehen
Glatte Flügelspitzen ohne kleine Dreiecksflossen sprechen für die erste Generation. Die A300-600 und viele A310 tragen sichtbare Wingtip-Fences.
Rumpflänge einordnen
Wirkt der Rumpf ausgewogen lang und nicht gestaucht, ist es eine A300 und keine A310. Die A310 ist rund sieben Meter kürzer.
Kennzeichen prüfen
B2 und B4 sind von außen nicht zu trennen. Das Kennzeichen samt Baunummer verrät dir in jeder Datenbank, welche Version vor dir steht.
Wie du ein Kennzeichen liest und welches Land dahintersteckt, zeigt dir der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen. Allgemeine Tipps für betagte Muster findest du im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen.
A300B4, A300B2 oder A300-600?
Innerhalb der A300-Familie ist die Abgrenzung zur B2 fast unmöglich und zur -600 gut machbar.
| Merkmal | A300B2 | A300B4 | A300-600 |
|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | A30B | A30B | A306 |
| Länge | 53,61 m | 53,61 m | 54,08 m |
| Flügelspitzen | glatt | glatt | kleine Wingtip-Fences |
| Cockpit | drei Personen | drei Personen, FFCC-Version zwei | zwei Personen |
| Triebwerke | CF6-50 oder JT9D-59A | CF6-50 oder JT9D-59A | CF6-80C2 oder PW4000 |
| Heckpartie | Original-A300 | Original-A300 | von der A310 übernommen |
Die A300-600 erkennst du an den Wingtip-Fences, die in der Praxis das schnellste Unterscheidungsmerkmal sind. Dazu ist ihr Rumpf durch das A310-Heck etwas länger. Wer genau hinsieht, bemerkt auch die größeren, moderneren Triebwerksgondeln. Bei einem Frachter hilft dir die Unterscheidung zwischen werksneuem A300-600F und umgebautem B4-Frachter besonders, denn sie fliegen teils bei ähnlichen Betreibern.
Verwechslungsgefahr mit anderen Großraumjets
Schnellbestimmung: früher Großraum-Twin
Airbus A300 der ersten Generation
Glatte Flügelspitzen, Airbus-Nase und der Code A30B deuten auf A300B2 oder B4. Welche von beiden, klärst du über Kennzeichen und Baunummer.
Airbus A300-600
Die Wingtip-Fences und der Code A306 sprechen für die modernisierte Spätversion, heute meist als Frachter bei DHL, FedEx oder UPS.
Boeing 767
Die schlankere Boeing-Nase verrät den häufigsten Doppelgänger. Viele 767-Frachter fliegen in ähnlichen Rollen wie die A300.
Die Boeing 767-200 ist im Frachtgeschäft der Konkurrent aus derselben Ära. Wie du Airbus und Boeing grundsätzlich auseinanderhältst, erklärt der Guide Airbus und Boeing unterscheiden. Einen Überblick über die heutigen Frachtmuster gibt dir Frachtflugzeuge erkennen.
Wer die A300B4 heute noch fliegt
Die A300B4 ist Stand Oktober 2026 ein Auslaufmodell. Im Passagierdienst hielt sie sich am längsten im Iran: Iran Air setzte ihre letzte A300B4, das Kennzeichen EP-IBG, am 12. Juni 2025 auf einem Flug von Dschidda nach Isfahan zum letzten Mal kommerziell ein. Die Maschine war 1986 gebaut worden und hatte zuvor für mehrere europäische Airlines gearbeitet. Auch Mahan Air zählte laut Wikipedia im April 2025 noch zu den A300-Betreibern; welche Versionen dort aktuell fliegen, prüfst du am besten im Tracking.
Was übrig bleibt, sind einzelne umgebaute Frachter. Viele B4 bekamen nach ihrer Passagierkarriere ein großes Frachttor und flogen jahrelang im Expressgeschäft, unter anderem für DHL. Laut einem Bericht von 2022 führte Airbus eine 1981 an Thai Airways ausgelieferte B4 als ältestes noch fliegendes Exemplar, damals im Einsatz bei einer Frachtairline aus Kirgisistan. Ob genau diese Maschine heute noch aktiv ist, lässt sich nicht verlässlich sagen.
Nicht auf alte Listen verlassen
Die jüngsten A300B4 sind über 30 Jahre alt, die ältesten nähern sich der 50. Frachtairlines stellen solche Maschinen oft kurzfristig ab. Prüf vor einer Tour im Tracking, welche Flugzeuge mit dem Code A30B wirklich unterwegs sind, und rechne damit, dass es nur eine Handvoll ist.
Im DACH-Raum ist eine fliegende A300B4 deshalb ein Zufallstreffer, etwa bei einem Ad-hoc-Frachtflug oder einer Überführung. Für die modernere A300-600 sind die Chancen ungleich besser: Sie fliegt in großer Zahl nachts am Flughafen Leipzig/Halle.
Seltene Typen nicht verpassen
Richte einen Sichtungs-Alarm für den Typ A30B oder ein bestimmtes Kennzeichen ein, und Planetrack meldet dir, wenn die Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
A300B4 im Museum: Aeroscopia in Toulouse
Die sicherste Begegnung mit einer A300B4 hast du am Boden. Im Museum Aeroscopia direkt am Flughafen Toulouse-Blagnac steht seit 2014 eine ehemalige A300B4 der indonesischen Sempati Air. Sie trägt die Farben des allerersten A300-Prototyps samt historischem Kennzeichen F-WUAB und erinnert so an den Ursprung von Airbus. Wie du den Besuch mit einem Abstecher an den Zaun verbindest, beschreibt der Spot Aeroscopia in Toulouse-Blagnac, und der Guide Planespotting in Toulouse-Blagnac liefert dir die passenden Standorte rund um die Airbus-Werke.
Auch in Südkorea sind A300B4 erhalten geblieben, darunter eine ehemalige Korean-Air-Maschine am Flugplatz Jeongseok. Wo ausrangierte Großraumjets sonst landen, zeigt der Beitrag zu Flugzeugfriedhöfen und Boneyards.
Bereit für die A300B4-Jagd?
- Ich habe im Tracking nach dem Code A30B gefiltert.
- Ich kenne die Kennzeichen der noch aktiven Maschinen.
- Ich weiß, wie ich B4 und A300-600 an den Flügelspitzen trenne.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe einen Museumsbesuch als sichere Alternative eingeplant.
Ob dein Standpunkt rechtlich passt, klärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Fototipps für die A300B4
Wenn du einer fliegenden B4 begegnest, zählt jede Sekunde. Ein paar Punkte helfen dir, das Beste herauszuholen.
Kennzeichen sichern
Bei einem so seltenen Typ ist ein lesbares Kennzeichen wichtiger als das perfekte Licht. Erst damit belegst du, dass es wirklich eine B4 war.
Flügelspitze mitnehmen
Die glatten Flügelspitzen sind das Detail, das die B4 von der -600 trennt. Ein Bild schräg von vorn zeigt sie am besten.
Gebrauchsspuren zeigen
Alte Frachter tragen oft verblasste Lacke oder Spuren früherer Betreiber. Genau diese Details machen das Foto zum Zeitdokument.
Im Museum die Perspektive suchen
Im Aeroscopia kommst du nah heran. Ein niedriger Standpunkt mit Weitwinkel betont die Größe des ersten Airbus-Großraumjets.
Die passenden Kameraeinstellungen und mehr Grundwissen findest du in Planespotting für Einsteiger. Wer historische Farbschemata wie das von Eastern sammelt, findet Inspiration bei den legendären Airline-Lackierungen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die A300B4, wenn …
- ein kompakter Großraum-Twin mit runder Airbus-Nase vor dir steht
- die Flügelspitzen glatt und ohne Fences enden
- im Tracking A30B als Typ steht
- die Datenbank zum Kennzeichen eine B4-Baunummer zeigt
Sieh genauer hin, wenn …
- A30B im Tracking steht – es kann auch eine B2 sein
- du die Flügelspitzen nur von der Seite oder im Gegenlicht siehst
- der Rumpf auffallend kurz wirkt – dann kann es eine A310 sein
Es ist keine A300B4, wenn …
- kleine Wingtip-Fences an den Flügelspitzen sitzen
- im Tracking A306 steht
- ein drittes Triebwerk im Heck sitzt – dann bist du bei DC-10, TriStar oder Boeing 727
- der Rumpf ein riesiges Oberdeck trägt – das ist die A300-600ST Beluga
Fazit
Die A300B4 ist das Flugzeug, das aus dem europäischen Experiment Airbus ein Geschäft gemacht hat. Mehr Treibstoff, Krueger-Klappen und ein höheres Startgewicht machten sie zur gefragtesten Version der ersten Generation, und der Testeinsatz bei Eastern Air Lines öffnete Airbus die Tür in die USA. Heute ist sie fast verschwunden: Passagierflüge gibt es praktisch keine mehr, nur wenige Frachter sind noch aktiv. Wer sie im Logbuch haben will, braucht Geduld, gute Tracking-Vorbereitung oder einen Abstecher nach Toulouse.
Kurzfazit
Runde Airbus-Nase, glatte Flügelspitzen ohne Fences, Typcode A30B: Das ist die A300 der ersten Generation, die B4 bestätigst du über das Kennzeichen. Fliegend ist sie eine Rarität, sicher siehst du sie im Aeroscopia in Toulouse.
Zusammenfassung
- Die A300B4-100 flog am 26. Dezember 1974 erstmals; erster Betreiber war 1975 die deutsche Charterairline Germanair.
- Mit Korean Air, Eastern Air Lines und Garuda Indonesia machte die B4 den Airbus zu einem weltweit gefragten Flugzeug.
- Iran Air schickte ihre letzte A300B4 im Passagierdienst im Juni 2025 in den Ruhestand; übrig sind wenige umgebaute Frachter.
- Typcode A30B, fehlende Wingtip-Fences und das Kennzeichen reichen, um sie von der A300-600 zu unterscheiden.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen A300B2 und A300B4?
Beide haben denselben Rumpf mit 53,61 m Länge. Die B4 bekam einen zusätzlichen Zentraltank, Krueger-Klappen an der Flügelvorderkante nahe dem Rumpf und ein höheres Startgewicht – sie ist also die Version für längere Strecken. Die B2 war eher für kurze und mittlere Strecken mit hoher Kapazität gedacht. Von außen sind beide praktisch nicht zu unterscheiden.
Welchen ICAO-Typcode hat die A300B4?
Die A300B4 läuft unter A30B. Diesen Code teilt sie mit der A300B2 und der Kombi- bzw. Frachtversion C4/F4. Die spätere A300-600 hat dagegen den eigenen Code A306.
Was sind Krueger-Klappen?
Krueger-Klappen sind Vorflügelklappen, die an der Unterseite der Flügelvorderkante sitzen und bei Start und Landung nach vorn und unten ausgeklappt werden. Sie erhöhen den Auftrieb bei niedrigen Geschwindigkeiten. Bei der A300B4 sitzen sie im inneren Flügelbereich nahe dem Rumpf.
Was bedeutet FFCC bei der A300B4?
FFCC steht für „Forward Facing Crew Cockpit“. Bei dieser Version der A300B4-200 fiel der Arbeitsplatz des Flugingenieurs weg, die Instrumente blieben aber analog. Garuda Indonesia führte sie 1982 ein; sie gilt als erstes Großraumflugzeug, das für den Betrieb ohne drittes Besatzungsmitglied im Cockpit zugelassen wurde.
Gibt es noch Passagierflüge mit der A300B4?
Praktisch nicht mehr. Iran Air, einer der letzten Betreiber, setzte ihre letzte A300B4 im Passagierdienst am 12. Juni 2025 ein. Was heute noch fliegt, sind einzelne umgebaute Frachter bei kleineren Frachtairlines. Welche Maschinen aktuell aktiv sind, prüfst du am besten über den Typcode A30B im Tracking.
Wie unterscheide ich die A300B4 von der A300-600?
Am einfachsten an den Flügelspitzen: Die A300-600 trägt kleine, dreieckige Wingtip-Fences, die B4 nicht. Dazu hat die -600 die Heckpartie der A310 und modernere Triebwerke. Im Tracking verraten es die Codes: A30B für die B4, A306 für die -600.
Wo kann ich eine A300B4 aus der Nähe sehen?
Am zuverlässigsten im Museum. Im Aeroscopia in Toulouse-Blagnac steht seit 2014 eine ehemalige A300B4, die in den Farben des ersten A300-Prototyps F-WUAB lackiert ist. Fliegende Exemplare sind dagegen so selten, dass du sie gezielt im Tracking suchen musst.
Airbus A300B4 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Airbus A300-600
Der erste Großraum-Twin der Welt lebt heute vor allem als Frachter weiter: Die A300-600 fliegt nachts für DHL, FedEx und UPS. So erkennst du sie und findest sie vor deiner Linse.
HistorischAirbus A300B2
Mit der A300B2 begann 1974 die Airbus-Geschichte im Liniendienst: der erste zweistrahlige Großraumjet der Welt, gebaut von einem europäischen Konsortium. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was die B2 technisch ausmacht und wie du sie von B4 und -600 unterscheidest.
FrachterAirbus A300-600F/-600RF
Fensterloser Rumpf, großes Tor vorn links, kleine Fences an den Flügelspitzen: Die A300-600F ist das Arbeitspferd der Paketnacht. So erkennst du Neubau und Umbau und findest sie in Europa.
GroßraumAirbus A310
Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.
HistorischMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
HistorischLockheed L-1011 TriStar
Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
MuseumAeroscopia Toulouse
Gegenüber der Airbus-Endmontage in Blagnac stehen zwei Concordes, der zweite A380 überhaupt, die erste A320, ein Super Guppy und seit Juni 2026 der weltweit erste BelugaST im Museum. Aeroscopia ist das Pflichtziel für alle, die Airbus-Geschichte zum Anfassen suchen – und der Startpunkt der Werkstouren.
FlughafenFlughafen Toulouse-Blagnac
Linienflughafen und Testgelände in einem: In Blagnac starten easyJet und Air France neben nagelneuen A321neo und A350 mit F-W-Kennzeichen, dazu landet der BelugaXL mit Bauteilen aus ganz Europa. Für Spotter ist Toulouse der Ort, an dem Flugzeuge zum ersten Mal abheben.
Wo du die Airbus A300B4 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Passende Guides aus dem Blog
- Oldtimer am Himmel erkennen: Ju 52, DC-3, Constellation und Warbirds
- Frachtflugzeuge erkennen: So bestimmst du jeden Frachter am Zaun
- Airbus oder Boeing? So unterscheidest du sie
- Flugzeug-Kennzeichen verstehen: So liest du jede Registrierung
- ETOPS erklärt: Langstrecke mit zwei Triebwerken und Ausweichflughäfen
- Planespotting in Toulouse-Blagnac: Airbus-Testflüge, Auslieferungen und Spots
- Flugzeugfriedhöfe und Abstellflughäfen: Wo Jets parken, warten und verschwinden

