Das Wichtigste in Kürze
- Niki ist eine historische österreichische Airline: gegründet 2003 in Wien, Flugbetrieb am 14. Dezember 2017 eingestellt.
- Codes: IATA HG, ICAO NLY, Rufzeichen „FLYNIKI“.
- Gegründet von Niki Lauda aus den Resten der Aero Lloyd Austria – nach Lauda Air seine zweite Airline.
- Eng mit Air Berlin verbunden: Beteiligung ab 2004, ab 2012 im Air-Berlin-Design und über Air Berlin bei oneworld angebunden.
- Das Ende kam mit Air Berlin: Nach dem geplatzten Lufthansa-Kauf meldete Niki im Dezember 2017 Insolvenz an, Teile gingen 2018 an Laudamotion.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | HG |
|---|---|
| ICAO-Code | NLY |
| Rufzeichen | FLYNIKI |
| Drehkreuze | VIE |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 14. Dezember 2017 eingestellt |
| Gegründet | 2003 aus der Aero Lloyd Austria, erster Flug am 28. November 2003 |
| Gründer | Niki Lauda, zuvor bereits Gründer der Lauda Air |
| Sitz und Basis | Flughafen Wien-Schwechat (VIE) |
| Geschäftsmodell | Low-Cost-Airline mit Ferien- und Städteflügen, aber inklusive Service an Bord |
| Eigentümer | Mehrheit bei der Lauda-Seite; Air Berlin ab Januar 2004 mit 24 Prozent, ab Juli 2010 mit 49,9 Prozent beteiligt |
| Allianz | Über Air Berlin von März 2012 bis Oktober 2017 an oneworld angebunden, nie eigenständiges Vollmitglied |
| Flotte (Dezember 2017) | Rund 30 Flugzeuge: Airbus A320 und A321, dazu Boeing 737-700 und 737-800 im Wet-Lease von TUIfly |
| Nachfolger | Laudamotion übernahm 2018 Teile des Betriebs, heute Lauda Europe in der Ryanair Group |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Niki?
- Österreichisches OE-Kennzeichen, häufig in der Reihe OE-L.., etwa OE-LOG
- Bis 2012: weißer oder silberner Rumpf mit dem Schriftzug „flyniki“ bzw. dem Niki-Logo
- Ab Herbst 2012: rot-weißes Air-Berlin-Design, aber mit Niki-Logo im Bereich der Nase
- Flugnummer mit HG, im Flugplan der Flugsicherung NLY bzw. „FLYNIKI“
- Fast immer ein Typ der Airbus-A320-Familie, bis 2015 zusätzlich Embraer 190
- Flugzeuge mit Namen von Tanz- und Musikstilen, zum Beispiel „Bossa Nova“ oder „Heavy Metal“
Ein Airbus mit österreichischem Kennzeichen, aber im Rot-Weiß von Air Berlin – wer so ein Foto aus den 2010er-Jahren im Archiv hat, hat sehr wahrscheinlich Niki erwischt. Die Wiener Airline von Niki Lauda flog von 2003 bis 2017 und war über weite Strecken der österreichische Arm der Air-Berlin-Welt. Diese Seite zeigt dir, wie Niki entstand, welche Flugzeuge sie flog, warum sie im Dezember 2017 am Boden blieb und woran du ihre Maschinen in alten Bildern sicher erkennst.
Alte Fotos, neue Ordnung
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so bekommt auch jede alte Niki-Aufnahme ihren festen Platz in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Niki im Überblick
Niki war eine österreichische Fluggesellschaft mit Sitz und Basis am Flughafen Wien. Offiziell hieß sie NIKI Luftfahrt GmbH, im Auftritt meist schlicht „niki“ oder „flyniki“ nach der Internetadresse. Gegründet hat sie Niki Lauda, der frühere Formel-1-Weltmeister, der schon Ende der 1970er-Jahre die Lauda Air aufgebaut hatte. Niki war damit seine zweite Airline.
Vom Geschäftsmodell her zählte Niki zu den Low-Cost-Airlines, verhielt sich an Bord aber eher wie ein klassischer Ferienflieger: Getränke und ein kleiner Snack waren lange inklusive, und wer wollte, konnte sogar Menüs der Wiener Hofzuckerbäckerei Demel vorbestellen. Geflogen wurde vor allem zu Urlaubszielen in Spanien mit den Kanaren und Balearen sowie nach Ägypten, dazu kamen Städteverbindungen innerhalb Europas.
Am 14. Dezember 2017 war Schluss: Nach der Insolvenz der Partnerin Air Berlin und dem geplatzten Verkauf an die Lufthansa Group stellte Niki den Flugbetrieb ein.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code HG: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln – etwa beim letzten Flug HG2601.
- ICAO-Code NLY: nutzte die Flugsicherung im Flugplan, und so taucht Niki auch in alten ADS-B-Aufzeichnungen auf.
- Rufzeichen FLYNIKI: damit meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Gerade in den späten Jahren lohnt sich der Blick auf die Codes. Weil Niki-Flugzeuge im Air-Berlin-Design flogen und es viele Codeshares gab, verriet die Bemalung allein nicht, wer einen Flug durchführte. Stand im Flugplan NLY, war es Niki – auch wenn auf dem Ticket eine AB-Flugnummer gedruckt war. Wie du solche Daten nachträglich auswertest, erklärt der Guide zum Abgleich von Sichtungen mit ADS-B-Logs.
Die Geschichte in Etappen
Die Wurzeln von Niki liegen bei einer anderen Pleite. Im Frühjahr 2003 entstand die Aero Lloyd Austria als Ableger der deutschen Aero Lloyd. Als die Mutter im Herbst 2003 insolvent wurde, stand die österreichische Tochter ohne Flugzeuge da, denn alle Maschinen waren von der deutschen Gesellschaft geleast. Niki Lauda übernahm im November 2003 die Mehrheit und baute darauf seine neue Airline auf.
November 2003
Niki Lauda übernimmt die Mehrheit an Aero Lloyd Austria. Am 28. November 2003 hebt der erste Flug der neuen Airline ab, zunächst unter dem Namen „flyniki“.
Januar 2004
Air Berlin steigt mit 24 Prozent ein, beide Airlines vereinbaren eine enge Zusammenarbeit.
Juli 2010
Air Berlin erhöht ihren Anteil auf 49,9 Prozent. Die Mehrheit bleibt bei einer Holding der Lauda-Privatstiftung.
2011/2012
Buchung, Betrieb und Flotte wachsen mit Air Berlin zusammen. Niki Lauda zieht sich im November 2011 aus der Geschäftsführung zurück. Ab März 2012 ist Niki über Air Berlin an oneworld angebunden, ab Herbst fliegen die ersten Maschinen im Air-Berlin-Design.
2015
Die Embraer 190 verlassen die Flotte und gehen an Helvetic Airways. An ihre Stelle treten Airbus A319 aus dem Air-Berlin-Bestand.
Dezember 2016
Air Berlin kündigt den Verkauf ihres Niki-Anteils an Etihad Airways an. Niki übernimmt im Gegenzug 2017 Ferienstrecken von Air Berlin, auch ab deutschen Flughäfen.
Dezember 2017
Lufthansa zieht ihr Kaufangebot am 13. Dezember zurück. Niki meldet Insolvenz an und stellt in der Nacht auf den 14. Dezember den Flugbetrieb ein.
Die Jahre ab 2011 sind für Spotter besonders interessant. Niki blieb rechtlich eine eigene österreichische Airline mit eigenen Codes, trat aber zunehmend als Teil des Air-Berlin-Systems auf. Flugzeuge wurden zwischen den Gesellschaften getauscht, die Buchung lief über gemeinsame Systeme, und Vielflieger sammelten Meilen im Air-Berlin-Programm Topbonus.
Die Flotte von Niki
Niki war über die gesamte Zeit vor allem eine Airbus-Airline. Die Basis bildete die A320-Familie, gebaut von Airbus, mit der A319, der A320 und der A321. Die Flugzeuge waren in aller Regel geleast.
| Typ | Zeitraum bei Niki | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Airbus A320 | 2003–2017 | Rückgrat der Flotte | Mittlere Rumpflänge der Familie |
| Airbus A321 | bis 2017 | Volle Ferienflüge, zuletzt mit über 200 Sitzen | Längster Rumpf, zwei Notausgangspaare über dem Flügel |
| Airbus A319 | ab 2015 aus dem Air-Berlin-Bestand | Ersatz für die Embraer | Kürzester Rumpf der drei |
| Embraer 190 | bis 2015 | Kleinster Typ der Flotte | 2013 kurz an LGW abgegeben, danach an Helvetic |
| Boeing 737-700 und 737-800 | 2017 | Zusatzkapazität | Von TUIfly im Wet-Lease geflogen, mit Winglets |
Die Embraer 190 sind das seltenste Kapitel der Niki-Flotte. 2013 wanderten sie kurzzeitig zur Air-Berlin-Schwester Luftfahrtgesellschaft Walter, kehrten zum Winterflugplan 2013/14 aber zurück. Zwischen Dezember 2014 und Juni 2015 gingen sie schließlich an Helvetic Airways. Ein Foto einer Niki-Embraer ist deshalb ein echtes Archivstück. Wie du die E-Jets voneinander unterscheidest, zeigt der Guide zu den Embraer-E-Jets.
Ungewöhnlich waren auch die Boeing 737 am Schluss. Als Niki 2017 die Ferienstrecken von Air Berlin übernahm, flog TUIfly einen Teil der Flüge mit eigenen 737-700 und 737-800 im Wet-Lease. Am Rumpf stand dann nicht zwingend Niki, im Flugplan aber eine HG-Flugnummer. Was hinter diesem Modell steckt, erklärt der Beitrag Wet-Lease erklärt. Im Dezember 2017 umfasste die Flotte damit rund 30 Flugzeuge, die Quellen nennen leicht unterschiedliche Zahlen je nach Stichtag und Zählweise.
Tanz- und Musikstile am Bug
Niki taufte ihre Flugzeuge nach Tanz- und Musikrichtungen: Eine Embraer 190 hieß „Bossa Nova“, eine A321 „Heavy Metal“. Wenn du den Namen auf einem alten Foto entziffern kannst, hilft er dir zusammen mit dem Kennzeichen, die Maschine eindeutig zuzuordnen.
Zwischen A319, A320 und A321 unterscheidest du am sichersten über die Rumpflänge und die Notausgänge über dem Flügel. Die Details zeigt der Guide A318, A319, A320 und A321 auseinanderhalten.
Woran du Niki erkennst
Das Erscheinungsbild von Niki hat sich in vierzehn Jahren mehrfach verändert. Für die Zuordnung alter Fotos hilft es, die Phasen zu kennen:
| Zeitraum | Bemalung | Woran du sie erkennst |
|---|---|---|
| 2003 | Weiß mit Schriftzug | Komplett weiße Flugzeuge, vorne am Rumpf „flyniki“ in Blau und Rot |
| ab Anfang 2004 | Weiß mit Streifen | Neues Logo und zwei rote Streifen auf dem weißen Rumpf |
| ab Herbst 2005 | Silber | Silberne Bemalung mit einer stilisierten Fliege am vorderen Rumpf |
| ab Herbst 2012 | Air-Berlin-Design | Rot-weiße Bemalung wie bei Air Berlin, Niki-Logo im Bereich der Nase |
Die letzte Phase ist die heikelste. Auf den ersten Blick sieht eine Niki-Maschine nach 2012 aus wie jeder andere Airbus von Air Berlin. Den Unterschied machen zwei Details: das Niki-Logo vorn am Rumpf und das österreichische Kennzeichen mit OE- statt D- am Heck. Häufig waren Registrierungen in der Reihe OE-L.., zum Beispiel OE-LOG, die Maschine des letzten Flugs. Wie das österreichische System aufgebaut ist, liest du im Beitrag zu den OE-Kennzeichen.
Zeigt dein altes Foto wirklich Niki?
- Österreichisches OE-Kennzeichen am hinteren Rumpf
- Schriftzug „flyniki“ oder Niki-Logo am vorderen Rumpf
- Typ aus der A320-Familie oder eine Embraer 190
- Aufnahme aus der Zeit zwischen Ende 2003 und Dezember 2017
- Ort wie Wien, Salzburg, Graz, Innsbruck oder ein Ferienflughafen am Mittelmeer
- Im Flugplan oder in den ADS-B-Daten der Code NLY
Mischformen gab es auch, weil Flugzeuge zwischen den Gesellschaften wechselten. Ein Airbus konnte mit D-Kennzeichen bei Air Berlin begonnen und später mit OE-Kennzeichen bei Niki weitergeflogen sein – oder umgekehrt. Solche Übergangszustände beschreibt der Guide zu Hybrid- und Mischlackierungen.
Ex-Niki-Airbusse wiederfinden
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Basen und Strecken
Das Zentrum von Niki war Wien-Schwechat. Von dort aus gingen die meisten Flüge, dazu kamen Abflüge ab Salzburg, Graz und Innsbruck. Auch Linz gehörte zeitweise zum Netz; diese Flüge strich Niki im Januar 2017. Im März 2017 kamen mehrere deutsche Flughäfen hinzu, als Niki Ferienstrecken von Air Berlin übernahm.
Die Ziele waren klar urlaubsgeprägt: Spanien mit den Balearen und Kanaren, dazu Ägypten und weitere Ferienziele am Mittelmeer. Ein wichtiger Ankerpunkt war Palma de Mallorca, wo auch Air Berlin stark vertreten war. Daneben bot Niki Städteverbindungen von Wien an, etwa nach Zürich und Mailand, und eine Zeit lang sogar eine Mittelstrecke nach Abu Dhabi – die einzige ihrer Art im Netz. Viele dieser Städteflüge endeten im Zuge des Umbaus Anfang 2017.
Über Codeshares war Niki zudem mit weiteren Airlines verbunden. Ab Wien war sie über Jahre eine der bekanntesten Alternativen zu Austrian Airlines.
Das Ende: Insolvenz im Dezember 2017
Die Probleme von Niki waren vor allem die Probleme von Air Berlin. Im Dezember 2016 kündigte Air Berlin an, ihren Anteil an Niki für 300 Millionen Euro an Etihad Airways zu verkaufen. Etihad und TUI verhandelten über eine neue Ferienairline in Europa, die Gespräche scheiterten aber im Juni 2017. Niki stand damit zwischen den Stühlen, als Air Berlin am 15. August 2017 Insolvenz anmeldete.
12. Oktober 2017
Die Lufthansa Group einigt sich mit Air Berlin auf ein Paket, zu dem Niki und LGW gehören.
13. Dezember 2017
Lufthansa zieht das Angebot für Niki wegen der Bedenken der EU-Kommission zurück. Niki stellt am selben Tag den Insolvenzantrag.
14. Dezember 2017
Um 0:14 Uhr landet OE-LOG als HG2601 aus Teneriffa-Süd in Wien – der letzte Flug von Niki.
23. Januar 2018
Im neu eröffneten Verfahren in Österreich erhält Laudamotion den Zuschlag.
Das Bieterverfahren nahm danach einen ungewöhnlichen Verlauf. Ende Dezember 2017 erhielt zunächst die International Airlines Group den Zuschlag. Für 36,5 Millionen Euro wollte sie Flugzeuge und Start- und Landerechte in Wien, Düsseldorf, München, Palma und Zürich übernehmen und daraus eine österreichische Tochter von Vueling machen. Dann entschied das Landgericht Berlin am 8. Januar 2018, dass für Niki die österreichischen Gerichte zuständig sind. Am 12. Januar wurde das Hauptverfahren am Landesgericht Korneuburg neu eröffnet – und dort setzte sich Laudamotion durch, die Airline von Niki Lauda. Der Markenname Niki gehörte allerdings nicht zum Paket.
Ein Name, drei Airlines
Lauda Air (ab 1979), Niki (ab 2003) und Laudamotion (ab 2018 mit Linienverkehr) gehen alle auf Niki Lauda zurück, sind aber verschiedene Gesellschaften. Laudamotion übernahm Teile der Niki, kam 2018 zu Ryanair und lebt heute als Lauda Europe weiter. Das erklärt, warum in der sonst fast reinen Boeing-Welt der Ryanair Group bis heute Airbus A320 fliegen.
Wie Niki im Vergleich zu anderen Zusammenbrüchen dasteht, ordnet der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa ein. Die Geschichte der Mutter erzählt der Magazinbeitrag zu Air Berlin.
Niki im Spotter-Alltag heute
Eine Maschine im Niki-Auftritt siehst du im Linienbetrieb nicht mehr. Niki ist heute ein Archivthema – aber ein dankbares. Wer zwischen 2003 und 2017 in Wien, Salzburg, Innsbruck oder an einem Mittelmeerflughafen fotografiert hat, findet mit hoher Wahrscheinlichkeit Niki-Flugzeuge auf der Speicherkarte. Gerade die Bilder aus der Air-Berlin-Phase lohnt es sich nachträglich genau anzusehen, denn ohne Kennzeichen landen sie schnell im falschen Ordner.
Spannend ist auch die Spurensuche nach dem Verbleib. Weil die Flotte geleast war, verteilten sich die Flugzeuge nach 2017 auf neue Betreiber, ein Teil flog bei Laudamotion weiter. Über die Seriennummer lässt sich der Lebenslauf einer Maschine zurückverfolgen, wie es der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug? zeigt.
Gute Chancen auf Niki im Archiv, wenn …
- deine Fotos zwischen Ende 2003 und Dezember 2017 in Österreich entstanden sind
- du Ferienflughäfen in Spanien oder Ägypten besucht hast
- ein rot-weißer Airbus ein OE-Kennzeichen trägt
Prüf es genauer, wenn …
- das Foto ein Air-Berlin-Design zeigt und das Kennzeichen nicht lesbar ist
- eine Boeing 737 aus dem Jahr 2017 auf einer Niki-Strecke unterwegs war
Eher nicht Niki, wenn …
- das Foto nach dem 14. Dezember 2017 entstanden ist
- ein deutsches D-Kennzeichen am Heck steht
Die Orte der Niki-Geschichte kannst du trotzdem besuchen. An der Besucherterrasse am Flughafen Wien und am Spotterhügel Wien siehst du heute den Verkehr der Airlines, die in Wien in die Lücke gesprungen sind. Tipps für den Besuch sammelt der Guide Planespotting in Wien-Schwechat, was in Österreich rechtlich gilt, steht im Beitrag zur Rechtslage beim Spotten in Österreich.
Häufige Verwechslungen
- Niki mit Air Berlin gleichsetzen – Niki war eine eigene österreichische Airline mit Codes HG und NLY, auch wenn sie ab 2012 im Air-Berlin-Design flog.
- Niki mit Lauda Air verwechseln – Lauda Air war Niki Laudas erste Airline von 1979 und ging in Austrian Airlines auf.
- Niki und Laudamotion für dieselbe Firma halten – Laudamotion kaufte 2018 Teile von Niki, war aber eine eigene Gesellschaft.
- Jede OE-Maschine im Air-Berlin-Design Niki zuschreiben – meist stimmt es, doch notiere im Archiv immer das Kennzeichen mit.
- Die TUIfly-737 von 2017 als Niki-Flugzeuge führen – sie flogen im Wet-Lease, Betreiber blieb TUIfly.
- Niki als oneworld-Vollmitglied bezeichnen – Niki war nur über Air Berlin angebunden.
Dein Niki-Archiv im Hangar
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Fazit
Niki war mehr als ein Ableger von Air Berlin. Die Airline entstand 2003 aus der Pleite der Aero Lloyd Austria, prägte über vierzehn Jahre den Ferienverkehr ab Österreich und verschwand im Dezember 2017 im Sog der Air-Berlin-Insolvenz. Für Spotter bleibt sie ein Kapitel voller Details: drei Bemalungsphasen vor dem Air-Berlin-Look, seltene Embraer 190 und ein Erbe, das bei Lauda Europe bis heute in Form von Airbus A320 weiterfliegt.
Kurzfazit
Niki (IATA HG, ICAO NLY) war eine Wiener Airline von Niki Lauda mit Airbus-A320-Familie, eng verbunden mit Air Berlin und am 14. Dezember 2017 am Ende. Im Archiv trennt das OE-Kennzeichen Niki sicher von Air Berlin.
Zusammenfassung
- Niki begann im November 2003 als kleine Wiener Airline mit geleasten Airbussen und entwickelte sich zum wichtigsten Partner von Air Berlin in Österreich.
- Die Flotte bestand überwiegend aus A319, A320 und A321; die Embraer 190 waren nur eine Episode bis 2015.
- Mit der Air-Berlin-Insolvenz verlor Niki ihren Rückhalt, die Übernahme durch Lufthansa scheiterte an den Bedenken der EU-Kommission.
- Für Spotter ist Niki ein Archivthema: Kennzeichen OE-L.., der Code HG und das Logo an der Nase trennen Niki von Air Berlin.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Niki?
Niki flog mit dem IATA-Code HG in der Flugnummer und dem ICAO-Code NLY. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „FLYNIKI“. Der letzte Flug der Airline lief als HG2601.
Wer hat Niki gegründet?
Der frühere Formel-1-Weltmeister Niki Lauda. Er übernahm im November 2003 die Mehrheit an der Aero Lloyd Austria, deren deutsche Mutter kurz zuvor in die Insolvenz gegangen war, und machte daraus seine neue Airline. Es war nach der Lauda Air bereits seine zweite Fluggesellschaft.
Wie hing Niki mit Air Berlin zusammen?
Air Berlin stieg im Januar 2004 mit 24 Prozent ein und erhöhte im Juli 2010 auf 49,9 Prozent. Ab 2011 arbeiteten beide Airlines bei Buchung, Betrieb und Flugzeugen eng zusammen, ab Herbst 2012 trugen Niki-Maschinen das Air-Berlin-Design. Niki blieb aber eine eigene österreichische Airline mit eigenem Luftverkehrsbetreiberzeugnis und eigenen Codes.
War Niki Mitglied von oneworld?
Nicht als eigenständiges Vollmitglied. Niki war ab dem 20. März 2012 über die Air-Berlin-Mitgliedschaft an oneworld angebunden. Diese Verbindung endete, als Air Berlin am 28. Oktober 2017 den Flugbetrieb unter eigenem Namen aufgab.
Welche Flugzeuge flog Niki?
Im Kern die Airbus-A320-Familie: A319, A320 und A321. Zeitweise gehörten Embraer 190 zur Flotte, die zwischen Dezember 2014 und Juni 2015 an Helvetic Airways gingen. 2017 kamen Boeing 737-700 und 737-800 dazu, die TUIfly im Wet-Lease für die Air-Berlin-Gruppe flog.
Warum ging Niki insolvent?
Niki hing finanziell an Air Berlin, die im August 2017 Insolvenz anmeldete. Die Lufthansa Group einigte sich im Oktober 2017 auf den Kauf von Niki, zog das Angebot am 13. Dezember 2017 aber wegen der Bedenken der EU-Kommission zurück. Noch am selben Tag stellte Niki den Insolvenzantrag, in der Nacht auf den 14. Dezember landete der letzte Flug in Wien.
Was wurde aus Niki?
Zunächst erhielt IAG mit Vueling den Zuschlag. Nachdem ein Berliner Gericht entschieden hatte, dass das Verfahren nach Österreich gehört, wurde es im Januar 2018 am Landesgericht Korneuburg neu eröffnet. Dort gewann Laudamotion von Niki Lauda das Bieterverfahren. Ryanair stieg 2018 bei Laudamotion ein; deren Erbe fliegt heute als Lauda Europe.
Ist Niki dasselbe wie Lauda Air oder Laudamotion?
Nein. Lauda Air war Niki Laudas erste Airline von 1979, die später in Austrian Airlines aufging. Niki war die zweite, gegründet 2003. Laudamotion war die dritte und übernahm 2018 Teile der insolventen Niki. Alle drei tragen den Namen des Gründers, sind aber getrennte Gesellschaften.
Niki im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-700
Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.
Weitere Airlines
Air Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
FerienfliegerAero Lloyd
Historische Ferienfluggesellschaft aus dem Raum Frankfurt: 1979 gegründet, groß geworden mit Caravelle und MD-80, später mit A320 und A321 unterwegs – und im Oktober 2003 über Nacht am Boden.
FerienfliegerLauda Air
Historische Airline aus Wien: 1979 von Formel-1-Weltmeister Niki Lauda gegründet, bekannt für Langstrecken nach Asien und Australien mit Boeing 767 und 777 – ab den 2000er-Jahren Teil von Austrian, 2013 als Marke eingestellt.
CharterLauda Europe
Die maltesische Tochter der Ryanair Group fliegt als einzige Gesellschaft des Konzerns Airbus A320 – meist im Wet Lease unter Ryanair-Flugnummern, zum Beispiel ab Wien, Palma und Zagreb.
NetzwerkAustrian Airlines
Österreichs Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Wien: seit 2009 Teil der Lufthansa Group, seit 2000 in der Star Alliance – und mitten im größten Flottenumbau seit Jahren.
RegionalLuftfahrtgesellschaft Walter
Historische Regionalairline aus Dortmund: 1980 aus einer Flugschule entstanden, später Turboprop-Partner von Air Berlin, Wet-Lease-Betreiber für Eurowings und 2020 nach dem Corona-Einbruch insolvent.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Wien-Schwechat
Größter Flughafen Österreichs und Drehkreuz von Austrian Airlines: zwei sich kreuzende Pisten, ein Terminal 3 im Umbau, starker Low-Cost-Verkehr – und seit dem Aus der Besucherterrasse ein Spotterhügel als wichtigster legaler Standpunkt.
Allianzoneworld
Die kleinste der drei großen Allianzen mit den größten Namen: British Airways, American, Qatar Airways, Cathay Pacific, Qantas und Co. – und Flugzeugen im oneworld-Design, die Spotter gezielt jagen.
Airline-GruppeLufthansa Group
Die Lufthansa Group ist keine Airline, sondern ein Konzern mit einem Dutzend Flugbetrieben – von Lufthansa über SWISS und Austrian bis Eurowings und ITA Airways. Wer am Zaun nur den Kranich sucht, übersieht die halbe Gruppe.
Airline-GruppeInternational Airlines Group (IAG)
Die International Airlines Group ist der Konzern hinter British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und LEVEL. Wer in Heathrow, Madrid, Barcelona oder Dublin spottet, steht mitten im IAG-Revier – sieht den Konzernnamen aber auf keinem einzigen Rumpf.
Wo du Niki vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse Flughafen Wien
Die lange Dachterrasse auf Terminal 3 war jahrelang der bequemste Spot in Wien – derzeit ist sie wegen der Bauarbeiten an der Süderweiterung geschlossen. Hier liest du, was offiziell bekannt ist und welche legalen Alternativen dir am Flughafen Wien bleiben.
SpotterhügelSpotterhügel Flughafen Wien
Seit die Besucherterrasse auf Terminal 3 geschlossen ist, führt in Wien kaum ein Weg am Spotterhügel vorbei: ein vom Flughafen aufgeschütteter Erdhügel östlich der Piste 16/34, kostenlos, rund um die Uhr erreichbar und morgens mit der Sonne im Rücken.
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