Das Wichtigste in Kürze
- LGW ist eine historische deutsche Regionalairline: 1980 in Dortmund gegründet, Flugbetrieb 2020 eingestellt.
- Codes: ICAO LGW, Rufzeichen „WALTER“, IATA-Code HE – nicht zu verwechseln mit dem Flughafencode LGW für London-Gatwick.
- Die Dash 8-400 prägte die Airline: Ab Ende 2008 flog LGW die Turboprops im Air-Berlin-Auftritt, später für Eurowings.
- Drei Eigentümer in zwei Jahren: Air Berlin übernahm LGW 2017, nach deren Insolvenz kam LGW zur Lufthansa Group und 2019 zu Zeitfracht.
- Corona beendete die Geschichte: Eurowings kündigte 2020 den Wet-Lease, LGW stellte den Betrieb ein und meldete Insolvenz an.
Inhaltsverzeichnis
- 1.LGW im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Von der Flugschule zur Regionalairline
- 4.Partner von Air Berlin: die Dash-8-Jahre
- 5.Lufthansa, Eurowings und die A320-Episode
- 6.Zeitfracht übernimmt – und das abrupte Ende
- 7.Die Flotte im Überblick
- 8.Woran du LGW erkennst
- 9.LGW in Dortmund und Düsseldorf
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | HE |
|---|---|
| ICAO-Code | LGW |
| Rufzeichen | WALTER |
| Drehkreuze | DUS, DTM |
| Status | Historisch – Flugbetrieb für Eurowings bis 24. März 2020, Insolvenzantrag am 22. April 2020 |
| Gegründet | 1980 von Bernd Walter, Inhaber einer Flugschule am Flughafen Dortmund |
| Geschäftsmodell | Zuerst Charter und Lufttaxi, ab 1992 eigene Linienflüge, später Regional- und Wet-Lease-Betreiber für größere Airlines |
| Basen | Ursprung in Dortmund (DTM), zuletzt Firmensitz und Heimatflughafen Düsseldorf (DUS) |
| Wichtigste Partner | Air Berlin (ab 2007), danach Eurowings im Wet-Lease (ab Ende 2017) |
| Eigentümer im Wandel | Air Berlin (Übernahme 2017), Lufthansa Group (ab Anfang 2018), Zeitfracht-Gruppe (ab 1. April 2019) |
| Prägender Typ | De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400), ab Ende 2008 im Einsatz |
| Flotte zum Schluss | 15 Dash 8-400 im Dry-Lease von Nordic Aviation Capital, im Schnitt rund 12 Jahre alt |
| Frühere Typen | Cessna 404, Britten-Norman Islander, Dornier 228, kurzzeitig Embraer 190 sowie 2017/18 Airbus A319/A320 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Luftfahrtgesellschaft Walter?
- Fast immer eine Dash 8-400: Hochdecker mit zwei Turboprops, sechsblättrigen Propellern und T-Leitwerk
- Bis 2017 im Air-Berlin-Design mit rotem Leitwerk und „airberlin“-Schriftzug, aber von LGW geflogen
- Ab 2018 im Auftrag von Eurowings unterwegs, die Dash 8 wurden dafür umlackiert
- Im Flugplan der Flugsicherung und auf Trackern mit dem ICAO-Code LGW, im Funk „WALTER“
- Deutsche Kennzeichen mit D-; bei den Air-Berlin-Dash-8 etwa in der Reihe D-ABQ..
- Vor 2008 kleinere Muster wie die Dornier 228 auf Inlandsstrecken
Propellerflugzeuge im Air-Berlin-Rot? Wer zwischen 2008 und 2017 an deutschen Flughäfen stand, hat sie gesehen – und vermutlich nicht gewusst, dass hinter den Dash 8-400 gar nicht Air Berlin selbst steckte, sondern eine Regionalairline aus Dortmund: die Luftfahrtgesellschaft Walter, kurz LGW. Ihre Geschichte reicht von der kleinen Flugschule bis zur Turboprop-Flotte für zwei der größten deutschen Airlines. Diese Seite zeigt dir, wie du LGW in Fotos, Logbüchern und alten Trackerdaten sauber zuordnest.
Turboprop-Archiv mit System
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so bleiben auch alte Dash-8-Aufnahmen sauber der richtigen Airline zugeordnet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
LGW im Überblick
Die Luftfahrtgesellschaft Walter war eine deutsche Regionalairline, die von 1980 bis 2020 bestand. Gegründet hat sie Bernd Walter, der am Flughafen Dortmund eine Flugschule betrieb. Aus diesem Umfeld entstand zunächst ein Charter- und Lufttaxi-Betrieb mit kleinen Flugzeugen, ab 1992 auch ein eigenes Netz aus Linienflügen innerhalb Deutschlands.
Bekannt wurde LGW aber erst in ihrer zweiten Lebenshälfte – und zwar meist unter fremdem Namen. Ab 2007 arbeitete die Airline eng mit Air Berlin zusammen und flog für sie die Turboprops vom Typ Dash 8-400. Nach der Air-Berlin-Insolvenz 2017 wechselte LGW zur Lufthansa Group und flog im Wet-Lease für Eurowings. 2019 kaufte die Berliner Zeitfracht-Gruppe die Gesellschaft, ein Jahr später war mit dem Corona-Einbruch Schluss.
Für Spotter ist LGW damit ein typischer Fall von „Airline hinter der Airline“: Das Design am Flugzeug zeigte einen anderen Namen als den des Betreibers. Wer Fotos aus dieser Zeit sortiert, sollte das wissen.
Codes und Rufzeichen
- ICAO-Code LGW: stand im Flugplan der Flugsicherung und damit auch auf Flugtrackern, wenn LGW einen Flug durchführte.
- Rufzeichen WALTER: so meldeten sich die Besatzungen im Funk – eine direkte Anspielung auf den Gründernamen.
- IATA-Code HE: wird als IATA-Code der Gesellschaft genannt, spielte im Alltag aber kaum eine Rolle. Ab 2009 trugen die Flüge Air-Berlin-Flugnummern (AB), später Eurowings-Flugnummern (EW).
Achtung, Verwechslungsgefahr: LGW ist auch der IATA-Code des Londoner Flughafens Gatwick. Das ist reiner Zufall, denn Airline-Codes der ICAO und Flughafencodes der IATA sind getrennte Systeme. Wenn du in alten Logbüchern oder Datenbanken „LGW“ findest, prüf deshalb, ob das Feld eine Airline oder einen Flughafen meint.
Flugnummer und Betreiber trennen
Ein Flug mit AB- oder EW-Flugnummer konnte von LGW durchgeführt werden. Entscheidend für die Zuordnung ist der ICAO-Code im Flugplan, nicht die Nummer auf der Anzeigetafel. Wie dieses Modell funktioniert, erklärt der Beitrag Wet-Lease einfach erklärt.
Von der Flugschule zur Regionalairline
Die ersten Jahre von LGW hatten wenig mit dem späteren Turboprop-Betrieb zu tun. Nach der Gründung 1980 bot die Gesellschaft Charter- und Lufttaxi-Flüge an, also Einsätze auf Bestellung für Geschäftsreisende und kleine Gruppen. Hinzu kamen Foto- und Rundflüge sowie ein Inseldienst an die Nordsee. Dafür setzte LGW zunächst eine einmotorige Cessna U206G ein, ab 1988 auch die zweimotorige Britten-Norman Islander.
1992 kam der Schritt in den Linienverkehr. LGW flog nun planmäßig im Inland. Nach der Wiedervereinigung kamen Ziele wie Erfurt, Hannover, Paderborn/Lippstadt und Rostock hinzu; die meisten dieser Strecken wurden später wieder eingestellt. Das Rückgrat der Flotte bildeten ab dieser Zeit die Cessna 404 und vor allem die Dornier 228 – ein robuster Hochdecker mit zwei Turboprops und rund 19 Sitzen, der gut zu kurzen Strecken und kleineren Flughäfen passte. Eine bekannte Verbindung führte vom Flughafen Berlin-Tempelhof nach Hannover. Sie lief zweimal täglich, bis Ende September 1998 die ICE-Strecke zwischen beiden Städten den Flug überflüssig machte.
In den 2000er-Jahren gehörten unter anderem Dresden, Leipzig/Halle, Nürnberg, Stuttgart, Berlin-Tegel und Sylt zum Netz, dazu Zubringerflüge nach Düsseldorf. Im Jahr 2003 beförderte LGW auf ihren Linienflügen bis zu 50.000 Fluggäste – eine überschaubare Zahl, die zeigt, dass LGW bis dahin ein echter Nischenanbieter blieb.
| Zeitraum | Phase | Typische Flugzeuge |
|---|---|---|
| 1980–1991 | Charter, Lufttaxi und Rundflüge ab Dortmund | Cessna U206G, ab 1988 Britten-Norman Islander |
| 1992–2008 | Eigene Inlands-Linienflüge | Cessna 404, vor allem Dornier 228 |
| 2007/2008–2017 | Partner von Air Berlin | Dash 8-400 im Air-Berlin-Design |
| 2017–2020 | Wet-Lease für Eurowings | Dash 8-400, 2017/18 auch A319/A320 |
Partner von Air Berlin: die Dash-8-Jahre
Die große Wende kam im Herbst 2007. LGW wurde Regionalpartner von Air Berlin, damals die zweitgrößte Airline Deutschlands. Die LGW-Flüge waren nun auch über Air Berlin buchbar, einige eigene Strecken wie Dresden, Leipzig/Halle und Nürnberg gab LGW dafür auf. Die Verbindungen nach Stuttgart und Berlin-Tegel endeten im September 2008. 2008 nahm Air Berlin die Dash 8-400 in ihre Regionalflotte auf, und ab November 2008 flog LGW zehn Exemplare davon. Sie lösten die Dornier 228 ab.
Ab 2009 verschwand LGW nach außen fast komplett: Air Berlin stieg als Gesellschafter ein, und die Gesellschaft gab ihren eigenen Markenauftritt auf und flog nur noch unter Air-Berlin-Flugnummern. Der letzte Linienflug unter eigenem Namen ging laut Unterlagen am 14. Januar 2009 von Sylt nach Düsseldorf. Danach waren die LGW-Turboprops für Passagiere schlicht „die Propellermaschinen von Air Berlin“.
Die Flotte wuchs in den folgenden Jahren. Im Frühjahr 2015 stieg die Zahl der Dash 8-400 von zwölf auf siebzehn. Ein kurzer Ausflug in die Jetwelt blieb Episode: 2013 übernahm LGW drei Embraer 190 von der österreichischen Schwester Niki, gab sie aber im November 2013 wieder ab.
Ende Mai 2017 kündigte Air Berlin an, LGW für einen symbolischen Preis vollständig zu übernehmen; nach der Zustimmung des Bundeskartellamts war der Kauf im Juni 2017 abgeschlossen. Wenige Wochen später, am 15. August 2017, meldete Air Berlin selbst Insolvenz an. Die ganze Geschichte des Zusammenbruchs liest du auf der Seite zu Air Berlin und im Rückblick zur Air-Berlin-Geschichte.
Achtung Verwechslung
Eine Dash 8-400 im rot-weißen Air-Berlin-Look wurde von LGW betrieben, nicht von Air Berlin selbst. Wenn du alte Fotos sortierst, notiere LGW als Betreiber und Air Berlin als Design bzw. Vermarkter – so bleibt dein Logbuch korrekt.
Lufthansa, Eurowings und die A320-Episode
Nach der Air-Berlin-Insolvenz verhandelte die Lufthansa Group über Teile des Geschäfts. Am 12. Oktober 2017 einigte sie sich mit dem Insolvenzverwalter auf ein Paket, zu dem LGW gehörte. Die EU-Kommission genehmigte die Übernahme von LGW im Dezember 2017, im Januar 2018 war sie vollzogen. Das parallel geplante Geschäft mit Niki zog Lufthansa nach Bedenken aus Brüssel zurück.
Für LGW bedeutete das einen neuen Auftraggeber: Ab Ende Oktober 2017 flog die Airline im Wet-Lease für Eurowings, also mit eigenen Crews und eigener Betriebsgenehmigung, aber im Netz und unter den Flugnummern von Eurowings. Dabei kam es zu einer kurzen Besonderheit: LGW betrieb zusätzlich Jets aus der Airbus-A320-Familie, darunter A319. Die Airbusse wechselten bis Ende 2018 zu anderen Betreibern im Eurowings-Umfeld. Übrig blieben die Dash 8-400, die im Lauf der Zeit ins Eurowings-Design umlackiert wurden.
Für Spotter ist diese Phase ein dankbares Rätsel. Ein A320 im Eurowings-Look aus dem Winter 2017/2018 kann von LGW geflogen worden sein – erkennbar am ICAO-Code LGW in den Trackerdaten jener Zeit oder an Hinweisen in Fotodatenbanken. Mehr zu Strategien, ein bestimmtes Flugzeug über Jahre zu verfolgen, findest du im Guide Flugzeug per Kennzeichen verfolgen.
Dash 8 auf der Wunschliste?
Setz Typen wie die Dash 8-400 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn sie in deiner Nähe anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Zeitfracht übernimmt – und das abrupte Ende
Am 20. Februar 2019 gab Eurowings bekannt, dass die Lufthansa Group LGW an die Berliner Zeitfracht-Gruppe verkauft. Der Eigentümerwechsel wurde am 1. April 2019 wirksam. Zu diesem Zeitpunkt flog LGW 17 Dash 8-400, der langfristige Wet-Lease-Vertrag mit Eurowings lief weiter. Für Eurowings passte der Schritt zur eigenen Strategie, die Kurzstreckenflotte auf Airbus-Jets zu vereinheitlichen.
Zeitfracht besaß bereits die Kölner WDL Aviation und hatte mit LGW Größeres vor. Geplant war, die Dash 8-400 ab 2020 schrittweise durch Embraer-190-Jets zu ersetzen. Ab Herbst 2019 traten LGW und WDL außerdem gemeinsam unter der Marke German Airways auf. Lange hielt diese Phase nicht: Die Corona-Pandemie brachte den Luftverkehr im Frühjahr 2020 fast zum Stillstand.
Eurowings kündigte daraufhin alle Wet-Lease-Verträge – nicht nur den mit LGW. Am 24. März 2020 endeten die Flüge für Eurowings. Zwischen dem 8. und 18. April 2020 wurden die 15 verbliebenen Dash 8-400 von Düsseldorf und Saarbrücken nach Bratislava überführt. Die Flugzeuge gehörten nicht LGW, sondern waren beim Leasinggeber Nordic Aviation Capital angemietet und im Schnitt rund zwölf Jahre alt.
Am 22. April 2020 beantragte LGW beim Amtsgericht Düsseldorf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten noch rund 350 Menschen für die Airline, der Großteil davon im Cockpit und in der Kabine. Im Juni 2020 wurde bekannt, dass Zeitfracht LGW abwickelt. Wie das Ende von LGW in die Reihe europäischer Airline-Pleiten passt, ordnet der Beitrag Große Airline-Pleiten in Europa ein.
German Airways ist nicht gleich German Airways
Die heutige German Airways ist die frühere WDL Aviation mit Embraer-190-Flotte. Mit der Ex-LGW teilt sie die Konzernmutter und den Markennamen, unter dem LGW ab Herbst 2019 nur kurz auftrat.
Die Flotte im Überblick
| Typ | Zeitraum | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Cessna U206G / Britten-Norman Islander / Cessna 404 | 1980er bis 1990er | Charter, Inseldienst, später auch Linie | Kaum dokumentiert, echte Archivraritäten |
| Dornier 228 | 1992–2008 | Rückgrat im Linienverkehr | Kleiner Hochdecker mit eckigem Rumpf |
| Dash 8-400 | 2008–2020 | Regionalflotte für Air Berlin und Eurowings | Erst Air-Berlin-, dann Eurowings-Design |
| Embraer 190 | 2013 | Kurzzeitig von Niki übernommen | Nur wenige Monate im Bestand |
| Airbus A319/A320 | 2017–2018 | Wet-Lease für Eurowings | Eurowings-Optik, Betreiber nur über Trackerdaten erkennbar |
Die Dash 8-400 ist der Typ, den fast jeder mit LGW verbindet. Gebaut wurde sie ursprünglich von Bombardier in Toronto, heute gehört das Programm zu De Havilland Canada. Mit einer Reisegeschwindigkeit deutlich über der klassischer Turboprops eignete sie sich gut für Inlandsstrecken, auf denen Jets wirtschaftlich zu groß gewesen wären. Die genaue Bestuhlung der LGW-Maschinen wird je nach Quelle mit gut 70 Plätzen angegeben.
Woran du LGW erkennst
LGW hatte in der Dash-8-Zeit kaum einen eigenen Auftritt. Erkennen musst du die Airline daher an Typ, Zeitraum und Details:
- Der Typ: Eine Dash 8-400 im Air-Berlin- oder Eurowings-Design aus den Jahren 2008 bis 2020 ist fast immer ein LGW-Flugzeug. Keine andere deutsche Gesellschaft flog in dieser Zeit Dash 8 für diese beiden Marken.
- Das Design: Bis 2017 rotes Leitwerk mit dem weißen Air-Berlin-Logo und dem klein geschriebenen „airberlin“, danach die Eurowings-Lackierung.
- Das Kennzeichen: Deutsche Registrierung mit D-. Bei den Air-Berlin-Dash-8 waren Kennzeichen der Reihe D-ABQ.. üblich, etwa D-ABQE.
- Die Trackerdaten: Wenn du alte ADS-B-Aufzeichnungen oder Flugplandaten auswertest, verrät der ICAO-Code LGW bzw. das Rufzeichen WALTER den Betreiber.
Wie du eine Dash 8-400 sicher von einer ATR 72 unterscheidest – das wichtigste Turboprop-Paar an deutschen Flughäfen –, zeigt der Guide Turboprops unterscheiden. Kurz gesagt: Beide sind Hochdecker mit T-Leitwerk, doch die Dash 8 hat sehr lange Fahrwerksbeine, die in die Triebwerksgondeln einfahren, und einen spürbar längeren Rumpf. Die ATR 72 zieht ihr Hauptfahrwerk dagegen in Verkleidungen am Rumpf ein.
Typ bestimmen
Hochdecker, Hauptfahrwerk in den Triebwerksgondeln, langer schlanker Rumpf: Das ist die Dash 8-400.
Design zuordnen
Air-Berlin-Rot oder Eurowings-Optik? Das grenzt den Zeitraum ein.
Kennzeichen lesen
Das D-Kennzeichen hilft dir, die einzelne Maschine später in Datenbanken wiederzufinden.
Betreiber notieren
Trag LGW als Betreiber ein und die Marke separat – so bleibt deine Sammlung eindeutig.
LGW in Dortmund und Düsseldorf
Die Wurzeln von LGW liegen in Dortmund. Der dortige Flughafen war in den 1980er-Jahren noch ein kleiner Regionalflugplatz – genau das Umfeld, in dem eine Flugschule mit Lufttaxi-Betrieb gedeihen konnte. Wenn du heute in Dortmund spotten willst, zeigt dir der Guide Planespotting in Dortmund die besten Stellen. LGW-Maschinen wirst du dort zwar nicht mehr sehen, aber Turboprops und Regionalverkehr gehören weiterhin zum Bild.
In den späteren Jahren lag der Schwerpunkt in Düsseldorf. Dort hatte LGW zuletzt Sitz und Heimatbasis, und von dort aus flogen die Dash 8 für Air Berlin und Eurowings. Ein klassischer Ort für Fotos aus dieser Zeit war die Besucherterrasse am Flughafen Düsseldorf; einen Überblick über den Flughafen gibt die Seite zum Flughafen Düsseldorf.
Propeller richtig fotografieren
Wer Turboprops wie die Dash 8 aufnimmt, will die Propeller nicht eingefroren sehen. Wähle eine längere Verschlusszeit und zieh die Kamera mit. Wie das klappt, erklärt der Beitrag Propeller fotografieren.
Häufige Verwechslungen
- LGW für London-Gatwick halten – als Airline-Code der ICAO steht LGW für die Luftfahrtgesellschaft Walter, als IATA-Flughafencode für Gatwick.
- Dash 8 im Air-Berlin-Design als Air-Berlin-Betrieb notieren – geflogen hat LGW, Air Berlin war Vermarkter und Namensgeber.
- Ex-LGW mit der heutigen German Airways gleichsetzen – die heutige German Airways ist die frühere WDL Aviation.
- Eurowings-A320 aus 2017/18 automatisch Eurowings zuordnen – einige davon flog LGW im Wet-Lease.
- Die Dash 8-400 mit der ATR 72 verwechseln – beide haben ein T-Leitwerk; das Hauptfahrwerk in den Triebwerksgondeln und der längere Rumpf sprechen für die Dash 8.
- LGW für eine Lufthansa-Gründung halten – Lufthansa war nur gut ein Jahr Eigentümer, die Airline stammt aus Dortmund und ist viel älter.
Wahrscheinlich LGW, wenn …
- eine Dash 8-400 im Air-Berlin- oder Eurowings-Design zu sehen ist
- das Foto aus den Jahren 2008 bis 2020 stammt
- Trackerdaten den Code LGW oder das Rufzeichen WALTER zeigen
Genauer prüfen, wenn …
- ein Airbus im Eurowings-Look aus dem Winter 2017/2018 auftaucht
- eine Embraer 190 aus dem Jahr 2013 im Air-Berlin- oder Niki-Umfeld fliegt
Kein LGW, wenn …
- das Foto nach April 2020 entstanden ist
- eine Embraer 190 im Auftritt von German Airways unterwegs ist – das ist die frühere WDL Aviation
Turboprops im Blick behalten
Lass dich benachrichtigen, wenn eine Dash 8 oder ein bestimmtes Kennzeichen an deinem Flughafen anfliegt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die Luftfahrtgesellschaft Walter ist eine der unauffälligsten und zugleich interessantesten Airlines der jüngeren deutschen Luftfahrtgeschichte. Sie begann als Flugschul-Ableger in Dortmund, flog Jahrzehnte mit kleinen Turboprops im Inland und wurde dann zum Dienstleister im Hintergrund – erst für Air Berlin, dann für Eurowings. Drei Eigentümerwechsel in zwei Jahren und die Corona-Krise beendeten 2020 ihre Geschichte. Für Spotter bleibt die Lehre: Design und Betreiber sind zwei verschiedene Dinge, und gerade bei Turboprops lohnt der zweite Blick.
Kurzfazit
LGW (ICAO LGW, Rufzeichen WALTER) war eine historische Regionalairline aus Dortmund. Die Dash 8-400 im Air-Berlin- und Eurowings-Design von 2008 bis 2020 waren fast immer LGW-Flugzeuge – 2020 endete der Flugbetrieb nach der Kündigung des Wet-Lease durch Eurowings.
Zusammenfassung
- LGW wuchs aus einer Dortmunder Flugschule zur Regionalairline mit eigenen Inlandsstrecken und kleinen Turboprops wie der Dornier 228.
- Ab 2007 arbeitete LGW eng mit Air Berlin zusammen; die Dash 8-400 trugen das Air-Berlin-Design, betrieben wurden sie von LGW.
- Nach der Air-Berlin-Pleite flog LGW im Wet-Lease für Eurowings, kurz auch mit Airbus A319 und A320.
- Für Spotter heißt das: Eine Dash 8-400 im Air-Berlin- oder Eurowings-Look aus den Jahren 2008 bis 2020 gehört mit großer Wahrscheinlichkeit zu LGW.
Häufige Fragen
Welchen ICAO- und IATA-Code hatte LGW?
Der ICAO-Code war LGW, das Rufzeichen im Funk „WALTER“. Als IATA-Code wird HE genannt. In der Praxis tauchte HE kaum auf, weil LGW ab 2009 unter Air-Berlin-Flugnummern und später unter Eurowings-Flugnummern flog.
Was hat LGW mit London-Gatwick zu tun?
Nichts. LGW ist auch der IATA-Code des Londoner Flughafens Gatwick. Weil Airline-Codes (ICAO, drei Buchstaben) und Flughafencodes (IATA, drei Buchstaben) zwei verschiedene Systeme sind, können identische Buchstabenfolgen vorkommen. Achte also darauf, in welchem Feld eines Trackers oder Flugplans der Code steht.
Welche Flugzeuge flog LGW?
Am bekanntesten sind die Dash 8-400 (Q400), die LGW ab November 2008 einsetzte und zuletzt mit 15 Exemplaren flog. Davor bestand die Flotte aus kleinen Mustern wie Cessna 404, Britten-Norman Islander und vor allem der Dornier 228. 2013 flog LGW kurz Embraer 190 von Niki, 2017/2018 außerdem Airbus A319 und A320 für Eurowings.
War LGW eine Tochter von Air Berlin?
Ab Herbst 2007 war LGW enger Partner von Air Berlin; ab 2009 war Air Berlin an LGW beteiligt, und LGW flog unter deren Flugnummern. Vollständig übernommen hat Air Berlin die Gesellschaft im Juni 2017 – nur wenige Wochen vor der eigenen Insolvenz. Im Oktober 2017 einigte sich die Lufthansa Group mit dem Insolvenzverwalter auf den Kauf von LGW.
Was hat LGW mit Zeitfracht und German Airways zu tun?
Die Berliner Zeitfracht-Gruppe übernahm LGW zum 1. April 2019 von Lufthansa. Ab Herbst 2019 traten LGW und die Schwester WDL Aviation gemeinsam unter der Marke German Airways auf. Im Frühjahr 2020 endete der Flugbetrieb von LGW. Die heutige German Airways ist die frühere WDL Aviation aus Köln, eine Schwester aus derselben Gruppe.
Warum musste LGW 2020 aufgeben?
Eurowings kündigte zu Beginn der Corona-Krise alle Wet-Lease-Verträge, auch den mit LGW. Am 24. März 2020 endeten die Flüge für Eurowings, im April wurden die Dash 8 nach Bratislava überführt. Am 22. April 2020 beantragte LGW beim Amtsgericht Düsseldorf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, im Juni 2020 wurde die Abwicklung bekannt.
Wo kann ich heute noch LGW-Flugzeuge sehen?
Unter dem Namen LGW gar nicht mehr. Die Dash 8-400 waren geleast und gingen an den Leasinggeber zurück. Wenn du einzelne frühere LGW-Maschinen suchst, verfolgst du sie am besten über Seriennummer und Kennzeichen-Historie, denn bei neuen Betreibern tragen sie meist andere Kennzeichen.
Luftfahrtgesellschaft Walter im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypDornier 228
Langer, kantiger Rumpf, schlanker Hochdeckerflügel mit schräg abgeschnittenen Spitzen: Die Dornier 228 fliegt seit 1981 Inselstrecken, Küstenwache und Forschung. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
Weitere Airlines
Air Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
Low-CostEurowings
Die Direktflug-Airline der Lufthansa Group: Eurowings fliegt mit Jets der A320-Familie ab Düsseldorf und weiteren deutschen Basen quer durch Europa – und bekommt ab 2027 die Boeing 737 MAX 8.
CharterGerman Airways
Wet-Lease-Spezialist aus Köln mit Wurzeln bis 1955: German Airways fliegt ausschließlich Embraer E190 – meist für KLM Cityhopper, seit 2026 auch für Condor – und trägt Schwarz-Rot-Gold am Leitwerk.
CharterWDL Aviation
Historische Kölner ACMI-Airline mit Wurzeln in der Westdeutschen Luftwerbung von 1955: WDL Aviation flog BAe 146 im Wet-Lease für Airlines aus halb Europa, stieg 2019 auf die Embraer E190 um und lebt heute als German Airways weiter.
Low-CostNiki
Historische Airline aus Wien: 2003 von Niki Lauda aus Aero Lloyd Austria gegründet, eng mit Air Berlin verbunden, mit Airbus-A320-Familie unterwegs – und im Dezember 2017 insolvent.
NetzwerkLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Zeitfracht-Gruppe
Ein Speditionsunternehmen mit Wurzeln in Stendal, das 2017 in die Luftfahrt einstieg: Die Zeitfracht-Gruppe kaufte WDL Aviation und LGW und formte daraus German Airways – den Kölner E190-Betreiber, den du oft unter fremder Flugnummer siehst.
Airline-GruppeLufthansa Group
Die Lufthansa Group ist keine Airline, sondern ein Konzern mit einem Dutzend Flugbetrieben – von Lufthansa über SWISS und Austrian bis Eurowings und ITA Airways. Wer am Zaun nur den Kranich sucht, übersieht die halbe Gruppe.
FlughafenFlughafen Dortmund
Kompakter Low-Cost-Flughafen im Osten des Ruhrgebiets: eine einzige 2.000-Meter-Bahn, ein Terminal mit kostenloser Besucherterrasse und ein Flugplan, den Wizz Air mit Verbindungen nach Mittel- und Osteuropa prägt. 2026 feiert der Platz sein 100-jähriges Bestehen.
FlughafenFlughafen Düsseldorf
Größter Flughafen Nordrhein-Westfalens und Heimat der Eurowings: zwei dicht nebeneinander liegende Bahnen im Norden der Stadt, drei Terminals unter einem Dach, strenge Kapazitätsregeln – und für Spotter eine Lage, die sich seit der Pandemie spürbar verändert hat.
Wo du Luftfahrtgesellschaft Walter vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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