Das Wichtigste in Kürze
- Belair ist ein historischer Schweizer Ferienflieger: gegründet am 16. Oktober 2001 von Hotelplan, erster Flug am 3. November 2001, Ende des Flugbetriebs im Oktober 2017.
- Codes: IATA 4T, ICAO BHP, Rufzeichen „BELAIR“.
- Direkte Nachfolgerin der Balair: Hotelplan übernahm zwei Boeing 757 und rund 120 Beschäftigte, als die Swissair-Gruppe zusammenbrach.
- Zwei Epochen: erst Hotelplan-Ferienflieger mit 757 und 767, ab 2007 schrittweise Schweizer Flugbetrieb von Air Berlin mit Airbus-Jets.
- Mit Air Berlin am Boden: Die Pleite der Mutter im Jahr 2017 beendete auch Belair, die Gesellschaft ging 2018 endgültig in die Insolvenz.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Belair im Überblick
- 2.Die Vorgeschichte: Balair und das Swissair-Grounding
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Die Flotte von Belair
- 5.Die Hotelplan-Jahre (2001–2007)
- 6.Die Air-Berlin-Jahre (2007–2017)
- 7.Woran du Belair erkennst
- 8.Das Ende: von der Schließungsankündigung bis zur Insolvenz
- 9.Belair im Spotter-Alltag heute
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | 4T |
|---|---|
| ICAO-Code | BHP |
| Rufzeichen | BELAIR |
| Drehkreuze | ZRH, BSL |
| Status | Historisch – Flugbetrieb Ende Oktober 2017 mit dem Ende von Air Berlin eingestellt |
| Gegründet | 16. Oktober 2001 durch den Reiseveranstalter Hotelplan (Migros-Gruppe) |
| Erster Linien- bzw. Ferienflug | 3. November 2001 ab Zürich |
| Vorgängerin | Balair, deren letzter Flug am 5. Oktober 2001 in Zürich landete |
| Sitz | Glattbrugg (Gemeinde Opfikon) bei Zürich |
| Basen | Flughafen Zürich (ZRH) und EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg (BSL) |
| Geschäftsmodell | Ferienflüge für Reiseveranstalter, später Flugbetrieb innerhalb des Air-Berlin-Netzes |
| Eigentümer | Hotelplan (2001–2007), danach schrittweise Air Berlin; volle Kontrolle durch Air Berlin ab Oktober 2009 |
| Typische Flotte | Boeing 757-200 und 767-300ER (Hotelplan-Zeit), Airbus A319, A320 und A321 (Air-Berlin-Zeit) |
| Nachspiel | Übernahme der Gesellschaft durch die sbc AG im Januar 2018, endgültige Insolvenz im August 2018 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Belair Airlines?
- In den ersten Jahren provisorisch umlackierte Ex-Balair-Jets – wegen der kleinen Namensänderung optisch nah an der Balair
- Ab 2007 Flugzeuge im Air-Berlin-Design, als eigene Marke kaum noch zu erkennen
- Schweizer HB-Kennzeichen, etwa HB-IHR und HB-IHS bei den beiden Boeing 757
- Hotelplan-Zeit: Boeing 757-200 für Ferienstrecken, 767-300ER für die Langstrecke
- Air-Berlin-Zeit: Airbus der A320-Familie, im letzten Jahr vier A321 für Niki
- Flugnummern mit AB in der EU, mit 4T auf Strecken außerhalb der EU; im Funk „BELAIR“
Wer zwischen 2001 und 2017 auf der Zuschauerterrasse in Zürich stand, hat Belair fast sicher gesehen – nur hat man sie nicht immer erkannt. Erst sah sie aus wie die alte Balair, später wie Air Berlin. Dahinter steckte ein Schweizer Ferienflieger, den der Reiseveranstalter Hotelplan mitten im Swissair-Zusammenbruch aus dem Boden stampfte und der später zum Schweizer Arm von Air Berlin wurde. Diese Seite erzählt, wie Belair entstand, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie in alten Fotos und Logbüchern erkennst.
Dein Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Belair-Aufnahmen aus Zürich oder Basel jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Belair im Überblick
Belair Airlines war eine Schweizer Ferienfluggesellschaft, die von November 2001 bis Oktober 2017 flog. Ihr Sitz lag in Glattbrugg, einem Ortsteil von Opfikon direkt neben dem Flughafen Zürich. Später kam der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg als zweite Basis dazu. Das Geschäft bestand aus Ferienflügen in den Mittelmeerraum, nach Ägypten und auf die Kanaren.
Die Geschichte von Belair zerfällt in zwei klar getrennte Hälften. Bis 2007 war sie die Hausairline von Hotelplan, dem Reiseveranstalter der Migros, und flog mit Boeing 757 und 767. Danach stieg Air Berlin ein, übernahm die Airline schrittweise ganz und machte sie zu ihrem Schweizer Flugbetrieb mit Airbus-Jets im eigenen Design. Als Air Berlin 2017 zusammenbrach, war auch für Belair Schluss.
Für Spotter ist Belair heute ein Kapitel aus dem Archiv – aber ein spannendes. Sie verbindet zwei große Pleiten der Luftfahrtgeschichte, das Swissair-Grounding von 2001 und das Ende von Air Berlin 2017, und sie gehört zu den Airlines, deren Flugzeuge man auf Fotos leicht falsch zuordnet.
Die Vorgeschichte: Balair und das Swissair-Grounding
Um Belair zu verstehen, musst du einen Schritt zurückgehen. Der Name Balair stand in der Schweiz über Jahrzehnte für Ferien- und Charterflüge, zuletzt als Tochter der Swissair, die im Auftrag von Hotelplan flog. Mehr zur langen Geschichte dieser Marke findest du auf der Seite zu Balair.
Im Herbst 2001 brach die Swissair-Gruppe zusammen, und mit ihr endete auch die Balair. Ihr letzter Flug landete am 5. Oktober 2001 in Zürich. Hotelplan stand damit vor einem Problem: Die Gäste waren gebucht, die Ferienziele verkauft, aber die Airline fehlte. Der Veranstalter entschied sich gemeinsam mit dem Mutterkonzern Migros, selbst eine Fluggesellschaft zu gründen. Wie die Swissair selbst zerfiel und was aus ihr wurde, liest du auf der eigenen Seite.
5. Oktober 2001
Der letzte Balair-Flug landet in Zürich – Folge des Zusammenbruchs der Swissair-Gruppe.
16. Oktober 2001
Hotelplan gründet die Belair Airlines AG. Die beiden Boeing 757 der Balair und rund 120 frühere Balair-Beschäftigte wechseln zur neuen Firma.
3. November 2001
Erster kommerzieller Flug ab Zürich.
2007
Air Berlin steigt ein und beteiligt sich schrittweise mit bis zu 49 Prozent, die strategische Partnerschaft startet zum 1. November.
Oktober 2009
Air Berlin erlangt die volle Kontrolle. Bis November 2009 verlassen 757 und 767 die Flotte.
1. Januar 2010
Die Schweizer Crews von Air Berlin Switzerland, CHS Switzerland und Belair werden in der Belair Airlines AG zusammengeführt.
2017
Im Januar kündigt sich das Ende an, ab April fliegen A321 für Niki. Nach der Insolvenz von Air Berlin endet Ende Oktober auch der Belair-Flugbetrieb.
Das Tempo war bemerkenswert: Zwischen dem letzten Balair-Flug und dem ersten Belair-Flug lagen nicht einmal vier Wochen. Möglich war das, weil Hotelplan die beiden Boeing 757 der Balair übernehmen und auf erfahrenes Personal zurückgreifen konnte. Weil sich der Name nur um einen Buchstaben änderte, wurden die Flugzeuge mit wenig Aufwand provisorisch umlackiert – deshalb sahen die ersten Belair-Jets der alten Balair sehr ähnlich.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 4T: stand auf Tickets und in der Flugnummer, in der Air-Berlin-Zeit vor allem auf Strecken außerhalb der EU.
- ICAO-Code BHP: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
- Rufzeichen BELAIR: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
In der Air-Berlin-Zeit wird es knifflig: Flüge innerhalb der EU vermarktete Air Berlin unter ihrem eigenen Code AB, obwohl Belair sie durchführte. Nur für Ziele außerhalb der EU blieben eigene 4T-Flugnummern im Einsatz, weil dort bilaterale Verkehrsrechte an der Schweizer Airline hingen. Wer in alten Logbüchern eine AB-Flugnummer ab Zürich oder Basel findet, hatte also gut möglich eine Belair-Maschine vor sich.
Alte Fotos richtig beschriften
Notiere bei Belair-Bildern neben der Airline immer das Kennzeichen. Gerade in der Air-Berlin-Zeit verrät erst das Schweizer HB-Kennzeichen, dass du keine deutsche Air-Berlin-Maschine fotografiert hast. Wie die Schweizer Registrierungen aufgebaut sind, zeigt der Guide Schweizer HB-Kennzeichen.
Die Flotte von Belair
Die Flotte spiegelt die beiden Epochen der Airline genau wider. Unter Hotelplan setzte Belair auf Jets von Boeing, unter Air Berlin auf die A320-Familie von Airbus. Die Zahlen sind klein – Belair war nie eine große Airline, sondern ein kompakter Ferienflieger.
| Typ | Zeitraum (ca.) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 757-200 | 2001 bis 2009/2010 | Ferienstrecken ab Zürich | Zwei Exemplare, HB-IHR und HB-IHS, von der Balair übernommen |
| Boeing 767-300ER | bis 2009 | Langstrecke | Geleast, HB-ISE |
| Airbus A319 | ca. 2009 bis 2017 | Ferienflüge im Air-Berlin-Netz | In Air-Berlin-Lackierung, nur am HB-Kennzeichen erkennbar |
| Airbus A320 | ca. 2009 bis 2017 | Ferienflüge im Air-Berlin-Netz | In Air-Berlin-Lackierung, nur am HB-Kennzeichen erkennbar |
| Airbus A321 | 2017 | Ferienflüge für Niki | Vier Exemplare ab April 2017, danach an Niki übergeben |
Die beiden 757 sind für viele Spotter die eigentlichen Belair-Flugzeuge. Die schlanken Zweistrahler mit dem langen Rumpf und dem hohen Fahrwerk passten perfekt zum Ferienverkehr: genug Reichweite für die Kanaren oder Ägypten, genug Sitze für volle Pauschalreise-Flüge. Wer die 757 auf alten Fotos von der größeren 767 trennen will, findet die Unterschiede im Guide Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Ein besonderes Detail: Die 757 HB-IHR wurde gemeinsam mit der Rega so umgerüstet, dass sie bei Bedarf auch für Rückführungen von Patienten eingesetzt werden konnte. Im Alltag blieb sie ein Ferienflieger, aber die zusätzliche Rolle macht sie zu einer kleinen Rarität in der Schweizer Luftfahrtgeschichte.
Nach der vollständigen Übernahme durch Air Berlin wurden 757 und 767 im November 2009 ausgemustert; einzelne Quellen datieren das Ende der 757 erst auf 2010. Danach flog Belair nur noch Airbus-Jets der A320-Familie. Wie du A319, A320 und A321 auf Fotos auseinanderhältst, zeigt der Beitrag A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten.
Ex-Belair-Maschinen auf dem Schirm
Setz Kennzeichen und Typen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn ein passendes Flugzeug im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die Hotelplan-Jahre (2001–2007)
In den ersten Jahren war Belair im Kern ein Werkzeug des Reiseveranstalters: Hotelplan verkaufte die Pauschalreisen, Belair flog die Gäste. Das Modell kennst du von vielen europäischen Ferienfliegern, bei denen Veranstalter und Airline unter einem Dach stehen. Den Unterschied zwischen solchen Flügen und klassischem Linienverkehr erklärt der Beitrag Charterflug und Linienflug.
Mit der geleasten 767-300ER konnte Belair auch Ziele auf der Langstrecke bedienen – ein Angebot, das in der Schweiz nach dem Wegfall der Swissair-Strukturen neu sortiert werden musste. Daneben flog mit der bereits 1995 gegründeten Edelweiss Air ein weiterer Schweizer Ferienflieger, den es bis heute gibt. Wer die Schweizer Ferienflieger-Landschaft jener Jahre zusammensetzen will, sollte auch einen Blick auf Crossair werfen, aus der die heutige Swiss hervorging.
Ein Schweizer Muster
Nach dem Swissair-Grounding sortierte sich der Schweizer Markt komplett neu. Neben Belair und Edelweiss tauchten später weitere Anbieter wie Helvetic Airways und Chair Airlines auf – jede mit ihrer eigenen Nische zwischen Charter, Ferienflug und Wet-Lease.
Die Air-Berlin-Jahre (2007–2017)
2007 kam die Wende. Air Berlin stieg beim bisherigen Alleineigentümer Hotelplan ein und beteiligte sich schrittweise mit bis zu 49 Prozent. Die strategische Partnerschaft begann am 1. November 2007, im Oktober 2009 hatte Air Berlin die volle Kontrolle.
Für Spotter änderte sich damit vor allem die Optik. Die 757 wurden in Air-Berlin-Farben umlackiert, und Belair trat zunehmend unter der Marke der Mutter auf; ab November 2009 blieb der Name nur noch als Firmenname bestehen. Ab diesem Punkt war Belair von außen kaum noch als eigene Airline zu erkennen.
Zum 1. Januar 2010 bündelte Air Berlin ihre Schweizer Aktivitäten: Die Besatzungen von Air Berlin Switzerland, CHS Switzerland und Belair wurden in der Belair Airlines AG zusammengeführt. Belair war damit faktisch der Schweizer Flugbetrieb von Air Berlin – mit Abflügen ab Zürich und Basel innerhalb des Air-Berlin-Netzes. Vielflieger sammelten auf diesen Flügen Meilen im Air-Berlin-Programm topbonus.
Die ganze Geschichte der Mutter, von den Anfängen bis zum Zusammenbruch, liest du im Beitrag Air Berlin.
Woran du Belair erkennst
Die ehrliche Antwort: oft nur am Kennzeichen. Weil Belair nacheinander zwei fremde Designs trug, hilft der Schriftzug allein selten weiter. Die Epoche verrät dir, worauf du achten musst.
- 2001 bis 2007: provisorisch umlackierte Ex-Balair-Jets mit Belair-Namen, dazu Boeing 757 oder 767. Achte auf den Schriftzug – Balair oder Belair – und auf das Aufnahmedatum.
- 2007 bis 2009: die Boeing 757 im Air-Berlin-Design. Eine 757 mit Schweizer Kennzeichen in Air-Berlin-Farben ist ein starker Hinweis auf Belair.
- 2009 bis 2017: Airbus A319, A320 und A321 in Air-Berlin-Lackierung. Hier entscheidet fast nur das HB-Kennzeichen, ob du eine Belair- oder eine deutsche Air-Berlin-Maschine vor dir hattest.
Gerade die Übergangsphasen mit halb neuen Farben sind für Spotter interessant. Wie du solche Mischformen einordnest, zeigt der Guide zu Hybrid- und Mischlackierungen.
Zeigt dein altes Foto wirklich Belair?
- Schweizer Kennzeichen mit HB- am Rumpf
- Schriftzug „Belair“ – nicht „Balair“ – oder Air-Berlin-Design
- Typ Boeing 757, 767, Airbus A319, A320 oder A321
- Aufnahme aus der Zeit zwischen November 2001 und Oktober 2017
- Ort wie Zürich, Basel oder ein Ferienflughafen im Süden
- Flugnummer mit 4T oder Rufzeichen BELAIR im Logbuch notiert
Das Ende: von der Schließungsankündigung bis zur Insolvenz
Schon Anfang 2017 stand Belair auf der Kippe. Im Zuge der Air-Berlin-Sanierung bestätigte das Unternehmen am 13. Januar 2017, dass der Flugbetrieb Ende März enden sollte; kurz darauf wurde auch der Rückzug aus Basel angekündigt. Anfang März folgte die Kehrtwende: Der Betrieb wurde bis Ende Oktober 2017 verlängert, und ab dem 1. April flogen A321 für die Schwester Niki.
Januar 2017
Belair bestätigt das geplante Ende des Flugbetriebs zum Frühjahr, auch die Basis Basel steht vor dem Aus.
März/April 2017
Verlängerung bis Ende Oktober; ab April sind A321 im Auftrag von Niki unterwegs.
August 2017
Air Berlin beantragt Insolvenz. Ein Investor für einen Neustart – im Gespräch ist sogar der alte Name Balair – wird gehandelt, umgesetzt wird davon nichts.
Ende Oktober 2017
Mit dem Ende des Air-Berlin-Flugbetriebs stellt auch Belair den Betrieb ein. Die verbliebenen Flugzeuge gehen an Niki.
2018
Am 15. Januar übernimmt die Düsseldorfer sbc AG die Schweizer Gesellschaft, im August folgt die endgültige Insolvenz.
Belair gilt damit als letzte Gesellschaft der Air-Berlin-Gruppe, die in die Insolvenz ging. Das Streckennetz war bis zuletzt ein typisches Ferienflieger-Netz mit Zielen am Mittelmeer, in Ägypten und auf den Kanaren – also Flughäfen wie Palma de Mallorca, Gran Canaria oder Teneriffa Süd. Wie das Ende von Belair im Vergleich zu anderen Pleiten dasteht, ordnet der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa ein.
Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte
Ein Flugzeug unter Belair-Betrieb wirst du nicht mehr sehen. Was bleibt, sind Fotos aus der Zeit bis Oktober 2017 und frühere Belair-Maschinen, die bei anderen Betreibern weiterflogen oder ausgemustert wurden. Fotografiere wie immer nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus – was in der Schweiz gilt, erklärt der Beitrag Planespotting in der Schweiz.
Belair im Spotter-Alltag heute
Für dein Logbuch ist Belair vor allem ein Archiv-Thema. Wer in Zürich zwischen 2001 und 2009 fotografiert hat, findet die 757 und die 767 vielleicht noch in alten Ordnern – oft unter „Balair“ oder „Air Berlin“ abgelegt. Es lohnt sich, diese Bilder neu zu sichten und das Kennzeichen zu prüfen. Wie du den Lebenslauf eines Flugzeugs über die Seriennummer verfolgst, zeigt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Wer heute an den Ort der Belair-Geschichte zurückkehrt, findet in Zürich gute Standpunkte, etwa die Zuschauerterrasse B oder den Butzenbüel. Einen Überblick über alle Möglichkeiten am größten Schweizer Flughafen bietet der Guide zum Planespotting in Zürich.
Gute Chancen auf Belair-Spuren, wenn …
- du Fotos aus Zürich oder Basel aus der Zeit zwischen 2001 und 2017 durchsiehst
- du gezielt die Lebensläufe früherer Belair-Flugzeuge über Kennzeichen und Seriennummer verfolgst
Prüf es genau, wenn …
- eine 757 aus dem Herbst 2001 nach Balair aussieht – es kann schon Belair gewesen sein
- ein Airbus in Air-Berlin-Farben in Zürich steht – erst das HB-Kennzeichen zeigt, ob es Belair war
Keine Chance auf Belair, wenn …
- du heute im Flugplan nach 4T- oder BHP-Flügen suchst – die Airline fliegt seit Oktober 2017 nicht mehr
Häufige Verwechslungen
- Belair und Balair gleichsetzen – Balair endete am 5. Oktober 2001, Belair war die von Hotelplan neu gegründete Nachfolgerin.
- Belair für eine Swissair-Tochter halten – im Gegenteil, sie entstand gerade, weil die Swissair-Gruppe zusammengebrochen war.
- Jede Air-Berlin-Maschine in Zürich als deutsche Air Berlin notieren – mit HB-Kennzeichen war es sehr wahrscheinlich Belair.
- Die 757 HB-IHR für einen Ambulanzjet halten – sie war ein Ferienflieger mit zusätzlicher Rega-Ausrüstung für Rückführungen.
- AB-Flugnummern für einen Beweis gegen Belair nehmen – in der EU flog Belair unter dem Code von Air Berlin.
- Belair mit Niki verwechseln – 2017 flog Belair im Auftrag von Niki, blieb aber eine eigene Schweizer Gesellschaft.
Ferienflieger-Geschichte im eigenen Hangar
Sammle deine historischen Aufnahmen im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern über alte Schweizer Airlines aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Belair war eine Airline zwischen zwei Zusammenbrüchen: geboren aus dem Swissair-Grounding von 2001, beendet vom Aus von Air Berlin im Jahr 2017. Dazwischen lagen ein paar Jahre als Hotelplan-Ferienflieger mit Boeing 757 und 767 und eine längere Phase als unauffälliger Schweizer Flugbetrieb von Air Berlin. Für Spotter ist sie eine schöne Detektivaufgabe – erst die Ähnlichkeit zur Balair, dann das fremde Design, und am Ende entscheidet fast immer das Kennzeichen. Weitere Ferienflieger mit Geschichte findest du bei LTU und Germania.
Kurzfazit
Belair (IATA 4T, ICAO BHP) war ein Schweizer Ferienflieger aus Zürich, den Hotelplan 2001 als Nachfolger der Balair gründete und der ab 2007 zu Air Berlin gehörte. Der Flugbetrieb endete im Oktober 2017; auf alten Fotos verrät das HB-Kennzeichen, ob es wirklich Belair war.
Zusammenfassung
- Belair entstand im Herbst 2001 aus den Resten der Balair, als die Swissair-Gruppe zusammenbrach und Hotelplan eine eigene Airline für seine Ferienkunden brauchte.
- In den Hotelplan-Jahren flog Belair mit zwei Boeing 757 und einer geleasten 767-300ER ab Zürich in den Süden und auf die Langstrecke.
- Ab 2007 stieg Air Berlin ein, ab Oktober 2009 hatte sie die volle Kontrolle; Belair flog fortan mit Airbus-Jets im Air-Berlin-Design ab Zürich und Basel.
- Mit dem Ende von Air Berlin im Oktober 2017 stellte auch Belair den Flugbetrieb ein – für Spotter ist sie heute ein reines Archiv- und Kennzeichen-Thema.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Belair?
Belair flog mit dem IATA-Code 4T und dem ICAO-Code BHP, das Rufzeichen im Funk lautete „BELAIR“. In der Air-Berlin-Zeit liefen die meisten Flüge innerhalb der EU allerdings unter AB-Flugnummern. Eigene 4T-Nummern tauchten vor allem auf Strecken außerhalb der EU auf.
Was hat Belair mit Balair zu tun?
Belair war die direkte Nachfolgerin der Balair. Als die Swissair-Gruppe im Herbst 2001 zusammenbrach, landete am 5. Oktober 2001 der letzte Balair-Flug in Zürich. Hotelplan gründete daraufhin am 16. Oktober 2001 Belair, übernahm die beiden eigenen Boeing 757 und rund 120 frühere Balair-Beschäftigte.
Wem gehörte Belair?
Gründerin und zunächst Alleineigentümerin war der Reiseveranstalter Hotelplan, eine Tochter der Migros. Ab 2007 beteiligte sich Air Berlin schrittweise mit bis zu 49 Prozent, die strategische Partnerschaft begann am 1. November 2007. Im Oktober 2009 erlangte Air Berlin die volle Kontrolle.
Welche Flugzeuge flog Belair?
In der Hotelplan-Zeit waren es zwei Boeing 757-200 (HB-IHR und HB-IHS) sowie eine geleaste Boeing 767-300ER (HB-ISE) für die Langstrecke. Nach dem Einstieg von Air Berlin wechselte Belair auf Jets der Airbus-A320-Familie, im letzten Betriebsjahr waren vier A321 im Einsatz für Niki.
Wann stellte Belair den Flugbetrieb ein?
Ende Oktober 2017, zusammen mit dem Ende des eigenwirtschaftlichen Flugbetriebs von Air Berlin. Die Quellen nennen dafür teils den 27., teils den 28. Oktober 2017. Die Gesellschaft selbst wurde im Januar 2018 von der Düsseldorfer sbc AG übernommen und ging im August 2018 endgültig in die Insolvenz.
Gab es eine Verbindung zur Rega?
Ja. Die Boeing 757 HB-IHR wurde in Zusammenarbeit mit der Rega so umgerüstet, dass sie auch für Rückführungen von Patienten genutzt werden konnte. Mit den eigenen Ambulanzjets der Rettungsflugwacht hat das aber nichts zu tun – es war ein Ferienflieger mit zusätzlicher Spezialrolle.
Kann ich heute noch Belair-Flugzeuge sehen?
In Belair-Farben nicht mehr. Die Airline fliegt seit Oktober 2017 nicht mehr, und schon ab 2007 trugen ihre Maschinen das Air-Berlin-Design. Einzelne frühere Belair-Flugzeuge können bei anderen Betreibern weitergeflogen sein – das findest du über Kennzeichen und Seriennummer heraus.
Belair Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
Weitere Airlines
Balair
Historische Schweizer Airline (1925–2001): als Basler Luftverkehrs AG Mitgründerin der Swissair, ab 1953 Charter- und Hilfsflug-Spezialistin der Swissair-Gruppe, 1993 mit der Genfer CTA zu BalairCTA fusioniert und im Oktober 2001 mit dem Swissair-Ende eingestellt.
NetzwerkSwissair
Historische Schweizer Nationalairline von 1931 bis 2002: Swissair flog mit Caravelle, DC-8, Boeing 747, MD-11 und A330 von Zürich, Genf und Basel in die Welt – bis zum Grounding im Oktober 2001.
NetzwerkAir Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
Low-CostNiki
Historische Airline aus Wien: 2003 von Niki Lauda aus Aero Lloyd Austria gegründet, eng mit Air Berlin verbunden, mit Airbus-A320-Familie unterwegs – und im Dezember 2017 insolvent.
FerienfliegerEdelweiss Air
Der Ferienflieger aus Zürich mit der Alpenblume am Leitwerk: 1995 gegründet, seit 2008 eine Schwester von SWISS in der Lufthansa Group und gerade mitten im Wechsel von der A340 zur A350.
RegionalCrossair
Historische Regionalairline aus Basel: 1975 von Moritz Suter als Taxiflug-Firma gegründet, Erstkundin von Saab 340 und Saab 2000 und 2002 das Fundament von Swiss International Air Lines.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Zürich
Der größte Flughafen der Schweiz hat drei Pisten in drei Richtungen, ein Betriebskonzept, das mit Uhrzeit und Wetter wechselt, und ein offizielles Netz von Spotterpunkten rund um den Zaun. Wer die Konzepte kennt, steht in Zürich fast immer am richtigen Ort.
FlughafenEuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg
Ein Flughafen, zwei Staaten, drei Codes: Der EuroAirport liegt komplett auf französischem Boden, hat aber einen Schweizer Sektor mit eigener Zollstraße nach Basel. Für Spotter ist er vor allem wegen der Completion-Betriebe spannend – hier bekommen Privat- und VIP-Jets ihre Kabine, und manch unlackierter Großraumjet steht auf dem Vorfeld.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
Wo du Belair Airlines vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Butzenbüel und Spotterhügel am Flughafen Zürich
Den klassischen Spotterhügel beim Heligrill im Westen des Zürcher Flughafens gibt es seit September 2023 nicht mehr, und der Butzenbüel ist ein Parkhügel hinter The Circle – kein Spotterpunkt. Hier erfährst du, was es mit beiden Orten auf sich hat und wo du heute im Westen und rund um den Zaun legal spottest.
BesucherterrasseZuschauerterrasse B Flughafen Zürich
Auf dem Dach von Dock B stehst du mitten im Geschehen des größten Schweizer Flughafens: SWISS-Langstrecke, Rollverkehr direkt unter dir und schwere Starts auf der längsten Piste. Der wohl bekannteste legale Spotterplatz der Schweiz – mit Sicherheitskontrolle, Eintritt und klaren Regeln.
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