Flughafen Nürnberg

Zweitgrößter Flughafen Bayerns mit nur einer Piste, aber viel Charme: Ferienflieger, Low-Cost-Airlines und Zubringer zu den Drehkreuzen, eine kostenlose Besucherterrasse mit der Sonne im Rücken – und die U-Bahn fährt bis ans Terminal.

Auch bekannt als: Albrecht Dürer Airport Nürnberg · Nuremberg Airport · Airport Nürnberg · Flughafen Nürnberg GmbH (Betreiber)

DeutschlandDeutschlandFlughäfenNUE / EDDNseit 195510 Min. Lesezeit

NUE

IATA-Code

EDDN

ICAO-Code

2.700 m

einzige Piste 10/28

1955

Eröffnung im Knoblauchsland

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA NUE, ICAO EDDN: zweitgrößter Flughafen Bayerns, 2025 mit rund 4,5 Millionen Passagieren – ein neuer Rekord.
  • Eine Piste, 10/28, 2.700 Meter lang: Meist wird nach Westen auf der 28 gestartet und gelandet, bei Ostwind auf der 10.
  • Ferien- und Low-Cost-Flughafen: Ryanair, Corendon, Marabu und Eurowings haben Basen, dazu Zubringer zu den Drehkreuzen.
  • U-Bahn bis ans Terminal: Die U2 verbindet den Flughafen seit 1999 mit dem Hauptbahnhof.
  • Die Besucherterrasse ist der Einstieg: kostenlos, vor der Sicherheitskontrolle, Blick nach Norden mit der Sonne im Rücken.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.70 Jahre im Knoblauchsland
  8. 8.Eine Piste, zwei Richtungen
  9. 9.Betriebsrichtung: 28 oder 10?
  10. 10.Wer in Nürnberg fliegt
  11. 11.Gelegentliche Gäste und Besonderheiten
  12. 12.Spotten am Flughafen Nürnberg
  13. 13.Anbindung: mit der U-Bahn zum Gate
  14. 14.Fracht, Wachstum und Zukunft
  15. 15.Nürnberg im Vergleich
  16. 16.Fazit
  17. 17.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeNUE
ICAO-CodeEDDN
BetreiberFlughafen Nürnberg GmbH – Gesellschafter sind der Freistaat Bayern und die Stadt Nürnberg mit je 50 %
LageIm Knoblauchsland, rund 5 km nördlich der Nürnberger Innenstadt
Start- und LandebahnEine Bahn: 10/28, 2.700 m lang und 45 m breit; ILS der Kategorie III für die 28, Kategorie I für die 10
PassagierterminalEin Terminal mit zwei Abflughallen und einer Ankunftshalle, dazu Positionen mit Fluggastbrücken und Außenpositionen auf dem Vorfeld
Verkehr 2025Rund 4,5 Mio. Passagiere (Rekordjahr), knapp 52.900 Starts und Landungen, rund 4.700 t Luftfracht
BetriebszeitRund um die Uhr; kein Nachtflugverbot, aber seit 2014 Tag- und Nachtschutzzonen zum Lärmschutz
Eröffnung6. April 1955 am heutigen Standort – laut Flughafen der erste nach dem Krieg auf neuem Gelände gebaute Verkehrsflughafen in Deutschland
AnbindungU-Bahn-Linie U2 seit 1999, rund 12 bis 14 Minuten zum Hauptbahnhof; dazu Buslinien
Stationierte AirlinesBasen unter anderem von Ryanair, Corendon Airlines und Marabu; Eurowings eröffnete laut Flughafen 2023/2024 ebenfalls eine Basis (Stand Oktober 2026, kann sich mit jedem Flugplan ändern)
Für Spotter relevantKostenlose Besucherterrasse im Terminal mit Blick nach Norden auf Vorfeld und Piste, dazu Aussichtspunkte an beiden Pistenköpfen
Offizielle Websitewww.airport-nuernberg.de

Tätigkeitsfelder

Passagierverkehr – Ferienflüge ans Mittelmeer, auf die Kanaren und nach Ägypten, Low-Cost-Strecken in ganz Europa und Zubringer zu den großen Drehkreuzen
Luftfracht – Cargo Center für die Abfertigung von Luftfracht, seit 1971 in Betrieb
Bodenverkehrsdienste – über die Tochter AirPart GmbH
Parken, Shops und Energie – über die Töchter Flughafen Nürnberg Service GmbH und Flughafen Nürnberg Energie GmbH
Allgemeine Luftfahrt und Luftrettung – Business- und Ambulanzjets sowie die Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung
Besucherangebote – Besucherterrasse im Terminal und ausgewiesene Aussichtspunkte rund um die Piste

Struktur & Marken

AirPart GmbH – Bodenverkehrsdienste
Flughafen Nürnberg Service GmbH – Parken und Shops
Flughafen Nürnberg Energie GmbH – Energieversorgung

Geschichte im Zeitraffer

1930erDer erste Nürnberger Verkehrsflughafen am Marienberg geht in Betrieb. Im Zweiten Weltkrieg wird er zerstört.
1955Am 6. April eröffnet der neue Verkehrsflughafen im Knoblauchsland nördlich der Stadt – laut Flughafen der erste Neubau auf neuem Gelände im Nachkriegsdeutschland.
1958Mit einer Caravelle der Air France landet im Oktober das erste Düsenflugzeug in Nürnberg.
1963Mit Flügen nach Mallorca und an die Adria beginnt der Charter-Tourismus – bis heute das Rückgrat des Flughafens.
1968/69Die Piste wird auf ihre heutige Länge von 2.700 Metern verlängert; der Flughafen erhält die Zulassung für Schlechtwetteranflüge.
1970Am 12. Juli besucht erstmals eine Boeing 747 Nürnberg – laut Flughafen kommen rund 20.000 Schaulustige.
1975Hans-Rudolf Wöhrl gründet den Nürnberger Flugdienst (NFD), eine der Wurzeln der späteren Eurowings.
1981Ein neues Fluggastterminal mit Besucherterrasse und Restaurant ersetzt den Altbau.
1986Im Dezember zählt der Flughafen erstmals mehr als eine Million Passagiere in einem Jahr.
1997–2013Air Berlin betreibt in Nürnberg ein Drehkreuz, vor allem im Winter. Der letzte Umsteigeflug startet im April 2013 nach Agadir.
1999Die U-Bahn-Linie U2 erreicht den Flughafen. Im selben Zeitraum geht der 48 Meter hohe Tower in Betrieb.
2014Der Flughafen tritt als Albrecht Dürer Airport Nürnberg auf, benannt nach dem berühmten Maler der Stadt.
2019Die Insolvenz der Germania, die in Nürnberg eine Basis hatte, reißt eine Lücke in den Ferienflugplan.
2020–2021Die Corona-Pandemie bringt den regulären Flugbetrieb zeitweise zum Erliegen.
2023/2024Der Verkehr kehrt über die Marke von vier Millionen Passagieren zurück. Eurowings und Marabu eröffnen eigene Basen, neben Ryanair und Corendon Airlines.
2025Mit rund 4,5 Millionen Passagieren stellt der Flughafen einen neuen Rekord auf – 70 Jahre nach der Eröffnung im Knoblauchsland.

Flughafen Nürnberg aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Nürnberg

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – meist wird auf der 28 nach Westen gestartet und gelandet, bei Ostwind auf der 10
  • Eine Boeing 737-800 oder 737 MAX 8 von Ryanair notiert – die irische Airline hat in Nürnberg eine Basis und einen Wartungshangar
  • Einen Ferienflieger von Corendon, Marabu oder SunExpress erwischt
  • Einen Zubringer von Lufthansa, KLM, Air France oder Turkish Airlines fotografiert
  • Einen Jet von Wizz Air mit Ziel in Südosteuropa gesehen
  • Den Rettungshubschrauber Christoph 27 der DRF Luftrettung beim Start beobachtet
  • Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert – bei vielen 737 und A320 die einzige Chance, Maschinen auseinanderzuhalten

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Kostenlose Besucherterrasse außerhalb der Sicherheitskontrolle
  • Sonne auf der Terrasse fast den ganzen Tag im Rücken
  • U-Bahn bis direkt ans Terminal – vom Hauptbahnhof in rund einer Viertelstunde
  • Kompakt und übersichtlich: eine Piste, ein Vorfeld, kurze Wege
  • Bunter Mix aus Ferien-, Low-Cost- und Netzwerkairlines
  • Kein Nachtflugverbot – gelegentlich landen nachts umgeleitete Maschinen

Wo es hakt

  • Deutlich weniger Flugbewegungen als an den großen Drehkreuzen, Wartezeiten zwischen den Wellen
  • Großraumflugzeuge im Linienverkehr sind die große Ausnahme
  • Für die A380 ist der Flughafen nicht zugelassen
  • Im Winter dünnerer Flugplan als im Sommer
  • Für Flugzeuge auf der Piste brauchst du ein längeres Tele

Nürnberg ist kein Drehkreuz, und genau das macht den Flughafen für Spotter so angenehm. Eine Piste, ein Vorfeld, eine kostenlose Terrasse mit der Sonne im Rücken – und die U-Bahn hält direkt unter dem Terminal. Statt A380 und Großraumflotten erwartet dich ein bunter Mix aus Ferienfliegern, Low-Cost-Airlines und Zubringern zu den großen Drehkreuzen. Wer gerne viele verschiedene Lackierungen auf vergleichsweise wenigen Typen sammelt, ist im Knoblauchsland genau richtig.

Dein NUE-Logbuch beginnt hier

Sichtungen mit Kennzeichen, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

70 Jahre im Knoblauchsland

Der erste Nürnberger Verkehrsflughafen lag am Marienberg und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach einigen Jahren mit Übergangslösungen eröffnete am 6. April 1955 der neue Flughafen im Knoblauchsland, einer Gemüseanbaulandschaft nördlich der Stadt. Laut Flughafen war er der erste Verkehrsflughafen Deutschlands, der nach dem Krieg komplett auf neuem Gelände entstand – 2025 wurde er 70 Jahre alt.

Ab den 1960er-Jahren prägte der Urlaubsverkehr den Standort. 1963 starteten die ersten Charterflüge nach Mallorca und an die Adria, Ende des Jahrzehnts wurde die Piste auf ihre heutige Länge von 2.700 Metern verlängert. Ein Höhepunkt für die damaligen Zuschauer: Im Juli 1970 kam erstmals eine Boeing 747 nach Nürnberg, und laut Flughafen strömten rund 20.000 Menschen herbei, um den Jumbo zu sehen. 1981 eröffnete ein neues Terminal – schon damals mit Besucherterrasse.

Seit 2014 tritt der Flughafen als Albrecht Dürer Airport Nürnberg auf, benannt nach dem berühmtesten Künstler der Stadt. In Flugplänen und bei Spottern bleibt es trotzdem meist schlicht „NUE“.

4,5 Mio.Passagiere im Rekordjahr 2025
52.900Starts und Landungen 2025
2.700 mLänge der einzigen Piste
5 kmbis zur Nürnberger Innenstadt

Eine Piste, zwei Richtungen

Das Layout ist so übersichtlich wie kaum an einem anderen deutschen Verkehrsflughafen. Die einzige Start- und Landebahn trägt die Bezeichnung 10/28 und verläuft ungefähr in Ost-West-Richtung. Südlich davon liegen Terminal, Vorfeld und Tower, nördlich schließt Wald an. Wie die Zahlen in der Pistenbezeichnung zustande kommen, erklärt der Beitrag zu den Pistenbezeichnungen am Flughafen.

Bereich Lage Was du dort typischerweise siehst
Piste 10/28 nördlich des Terminals, Ost-West-Richtung Starts und Landungen in beiden Richtungen, je nach Wind
Hauptvorfeld direkt vor dem Terminal Abfertigung, Pushbacks, Rollverkehr – von der Terrasse aus bestens zu sehen
Außenpositionen am Vorfeldrand Low-Cost-Jets, die ohne Fluggastbrücke abgefertigt werden
Allgemeine Luftfahrt abseits des Hauptterminals Business- und Ambulanzjets, Hubschrauber der Luftrettung
Cargo Center auf dem Flughafengelände Frachtabfertigung

Für Spotter bedeutet das: Du musst nicht wie an großen Drehkreuzen rätseln, auf welcher Bahn gerade gelandet wird. Es gibt nur eine. Spannend bleibt allein die Frage, aus welcher Richtung der Verkehr kommt.

Betriebsrichtung: 28 oder 10?

Flugzeuge starten und landen gegen den Wind. Weil in Deutschland Westwetterlagen überwiegen, wird in Nürnberg meist in Betriebsrichtung 28 geflogen: Die Landungen kommen von Osten herein, die Starts gehen nach Westen. Dreht der Wind auf Ost, wechselt der Betrieb auf die 10, und das ganze Bild kehrt sich um. Für die 28 steht ein Instrumentenlandesystem der Kategorie III zur Verfügung, das auch bei sehr schlechter Sicht Anflüge erlaubt; die 10 ist mit einem ILS der Kategorie I ausgestattet. Was hinter diesen Kategorien steckt, steht im Beitrag zum ILS-Anflug.

Auf der Besucherterrasse spielt die Richtung eine kleinere Rolle, weil du Starts und Landungen seitlich auf der Bahn siehst. Willst du dagegen Anflugbilder am Pistenkopf, musst du auf der richtigen Seite stehen – im Osten bei Betriebsrichtung 28, im Westen bei Betriebsrichtung 10. Wie du Wind und Richtung vor dem Losfahren einschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen; das aktuelle Wetter liest du mit dem Beitrag METAR und TAF lesen direkt aus den Flugwettermeldungen für EDDN.

Licht und Seite zusammen denken

Die Piste liegt in Ost-West-Richtung, die Sonne steht mittags im Süden. Von der Terrasse und allen Punkten südlich der Bahn schaust du nach Norden und hast die Sonne tagsüber im Rücken. Auf der Nordseite fotografierst du dagegen den größten Teil des Tages ins Gegenlicht. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot planst du das vorab.

Wer in Nürnberg fliegt

Nürnberg ist ein klassischer Ferien- und Regionalflughafen. Mehrere Airlines haben hier Flugzeuge stationiert: Ryanair und Corendon Airlines, dazu laut Flughafen seit 2023/2024 auch Eurowings und Marabu. Ryanair betreibt zudem einen Wartungshangar am Flughafen – in einem Gebäude, das bereits in den 1960er-Jahren für Mittelstreckenjets gebaut wurde.

Dazu kommen Zubringer zu den großen Umsteigeflughäfen: Lufthansa nach Frankfurt, KLM nach Amsterdam, Air France nach Paris und Turkish Airlines nach Istanbul. Im Türkei-Verkehr sind außerdem SunExpress und Pegasus präsent, nach Südosteuropa fliegt Wizz Air. Ab dem Winter 2026/27 steht laut Streckenübersichten auch easyJet mit Verbindungen nach Großbritannien und Mailand im Flugplan. Flugpläne ändern sich mit jeder Saison – die folgende Übersicht gibt den Stand vom Oktober 2026 wieder.

Gruppe Beispiele (Stand Oktober 2026) Typisches Flugzeugbild
Low-Cost Ryanair, Wizz Air, Eurowings, easyJet, Vueling Boeing 737-800 und 737 MAX 8, A320-Familie
Ferienflieger Corendon, Marabu, SunExpress und weitere Türkei- und Ägypten-Airlines 737-800, 737 MAX, A320neo und A321neo
Netzwerk-Zubringer Lufthansa, KLM, Air France, Turkish Airlines A320-Familie, Regionaljets wie die Embraer E190
Allgemeine Luftfahrt Business- und Ambulanzjets, Rettungshubschrauber Business-Jets, Turboprops, Hubschrauber

Die Typenvielfalt ist damit überschaubar: Die Boeing 737-800 und die 737 MAX 8 dominieren den Low-Cost- und Ferienverkehr, dazu kommen A320, A320neo und A321neo. Die Zubringer bringen gelegentlich Regionaljets wie die Embraer E190 mit. Der Reiz liegt deshalb weniger in seltenen Mustern als in den vielen Airlines und Lackierungen. Wenn du die Typen noch auseinanderhalten lernst, hilft der Beitrag Airbus und Boeing unterscheiden.

Keine Sonderlackierung verpassen

Mit Planetrack setzt du Airlines, Kennzeichen und Special Liveries auf deine Alarmliste und wirst benachrichtigt, wenn sie nach Nürnberg kommen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Gelegentliche Gäste und Besonderheiten

Großraumflugzeuge sind im Nürnberger Linienverkehr die Ausnahme. Die 2.700 Meter lange Piste reicht für viele größere Muster, und über die Jahrzehnte landeten hier schon 747, A300 und sogar die Concorde. Heute bringen vor allem Charter, Sonderflüge und Umleitungen hin und wieder einen Widebody nach Franken. Für den Airbus A380 ist der Flughafen nicht zugelassen.

Eine Besonderheit ist der Betrieb rund um die Uhr. Nürnberg hat kein Nachtflugverbot; seit 2014 gelten aber Tag- und Nachtschutzzonen zum Lärmschutz. Weil an manchen anderen Flughäfen nachts strenge Regeln gelten, landen gelegentlich Maschinen in Nürnberg, die ihr eigentliches Ziel nicht mehr anfliegen dürfen. Planen kannst du solche Gäste kaum – mit einer Flugverfolgung bekommst du sie aber rechtzeitig mit. Wie das funktioniert, erklärt der Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B.

Am Flughafen stationiert ist außerdem die DRF Luftrettung mit dem Rettungshubschrauber Christoph 27 und einem Intensivtransporthubschrauber. Starts und Landungen der Hubschrauber sind gute Motive, wenn auf der Piste gerade Pause ist.

Spotten am Flughafen Nürnberg

Der erste Weg führt fast immer auf die Besucherterrasse. Sie liegt im 2. Obergeschoss des Terminals zwischen Abflughalle 1 und Abflughalle 2, also im öffentlichen Bereich vor der Sicherheitskontrolle, und ist kostenlos. Von dort schaust du nach Norden über das Vorfeld auf die Piste – mit der Sonne fast den ganzen Tag im Rücken. Abfertigung und Rollverkehr siehst du aus nächster Nähe, für Flugzeuge auf der Piste brauchst du ein Tele im Bereich von etwa 200 bis 400 Millimetern. Öffnungszeiten und Aufzugzeiten können sich ändern; prüf sie vor dem Besuch auf der Website des Flughafens.

Für mehr Nähe zu Starts und Landungen nennt der Flughafen selbst mehrere Punkte außerhalb des Zauns: im Westen an der Irrhainstraße mit einem Besucherhügel, im Osten an der Rathsbergstraße mit der Buchenbühler Höhe. Welcher Pistenkopf der richtige ist, hängt von der Betriebsrichtung ab. Alle Standpunkte, Lichtverhältnisse und Anreisetipps findest du ausführlich im Spot-Guide zur Besucherterrasse am Flughafen Nürnberg.

Wind und Betriebsrichtung prüfen

Westwind heißt Richtung 28, Ostwind Richtung 10. Daraus ergibt sich, an welchem Pistenkopf die Landungen ankommen.

Abflug- und Ankunftstafel checken

Der Verkehr kommt in Wellen. Ein Blick in den Flugplan zeigt dir, wann sich der Besuch lohnt und wann Pause ist.

Mit der U2 anreisen

Vom Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle Flughafen, die Station liegt direkt am Terminal. Für die Pistenköpfe brauchst du Fahrrad, Auto oder gute Schuhe.

Öffnungszeiten der Terrasse prüfen

Im Winter und bei Veranstaltungen kann es Abweichungen geben. Ein kurzer Blick auf die Website des Flughafens erspart dir eine Enttäuschung.

Kennzeichen mitschreiben

Bei vielen gleichen 737 und A320 ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber auseinanderzuhalten.

Zaun bleibt Zaun – und Drohnen bleiben zu Hause

Rund um den Flughafen führen Straßen und Wege nah an die Piste heran. Absperrungen, Sicherheitsbereiche und Hinweise des Flughafens gelten trotzdem ausnahmslos. Der Flughafen weist außerdem ausdrücklich auf ein Drohnenverbot im Flughafenbereich hin. Was erlaubt ist, fassen die Beiträge Ist Planespotting erlaubt? und Drohnen am Flughafen zusammen.

Anbindung: mit der U-Bahn zum Gate

Eine Besonderheit, die Nürnberg von fast allen anderen deutschen Flughäfen unterscheidet: Seit 1999 fährt die U-Bahn-Linie U2 bis ans Terminal. Vom Hauptbahnhof brauchst du je nach Angabe rund 12 bis 14 Minuten, die Endhaltestelle liegt direkt am Gebäude. Ergänzt wird die U-Bahn durch Buslinien. Mit dem Auto erreichst du den Flughafen über das Nürnberger Straßennetz und die Anbindung an die A3; Parkhäuser gibt es direkt am Terminal.

Für Spotter ist die U-Bahn ein echter Vorteil. Du kannst einen Besuch auf der Terrasse problemlos mit einem Stadtbummel kombinieren oder nach Feierabend für eine Stunde vorbeischauen. Wenn du bei der Anreise unterwegs bist, helfen dir die Tipps aus dem Beitrag Ausrüstungs-Checkliste fürs Planespotting, nichts Wichtiges zu Hause zu lassen.

Fracht, Wachstum und Zukunft

Mit rund 4.700 Tonnen im Jahr 2025 ist das Frachtaufkommen überschaubar. Das Cargo Center am Flughafen nahm 1971 den Betrieb auf. Bei diesen Mengen sind reine Frachtflugzeuge in Nürnberg eher selten zu sehen.

Beim Passagierverkehr geht es dagegen bergauf. Nach dem Ende des Air-Berlin-Drehkreuzes 2013, der Germania-Pleite 2019 und dem Einbruch während der Pandemie überschritt der Flughafen 2024 wieder die Marke von vier Millionen Fluggästen. 2025 übertraf er mit rund 4,5 Millionen Passagieren sogar den bisherigen Rekord von 2018. Neue Basen und zusätzliche Strecken zeigen, dass das Wachstum vor allem aus dem Ferien- und Low-Cost-Segment kommt. Auch ökologisch tut sich etwas: Der Flughafen hat unter anderem eine große Photovoltaikanlage auf dem Gelände gebaut und den Bucher Landgraben renaturiert.

Nürnberg passt zu dir, wenn …

  • du entspannt und kostenlos mit gutem Licht spotten willst
  • du ohne Auto anreist und einen festen, legalen Standpunkt suchst
  • du gerne viele Airlines und Lackierungen sammelst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du nur im Winter Zeit hast und dünnere Flugpläne in Kauf nimmst
  • du formatfüllende Bilder ohne langes Teleobjektiv möchtest

Eher woanders, wenn …

  • du regelmäßig Großraumflugzeuge und Langstrecke sehen willst
  • du Dauerbetrieb im Minutentakt erwartest

Nürnberg im Vergleich

In Bayern steht Nürnberg klar im Schatten des Flughafens München, der rund zehnmal so viele Passagiere abfertigt und mit Lufthansa-A380 und A350 die Langstrecke abdeckt. Wer nach einem Tag in Nürnberg Lust auf Großraumflugzeuge bekommt, findet sie dort am Besucherhügel. Vergleichbar mit Nürnberg ist eher der Flughafen Stuttgart: eine Piste, viel Ferien- und Punkt-zu-Punkt-Verkehr, eine gute Besucherterrasse.

Eine Übersicht über weitere lohnende Ziele findest du im Beitrag Die besten Spotting-Spots in Deutschland. Und wenn du gerade erst anfängst, ist Nürnberg mit seiner kompakten Anlage ein idealer Ort, um die Grundlagen aus dem Beitrag Planespotting für Einsteiger in der Praxis auszuprobieren.

Jeder Besuch auf der Terrasse zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald – die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Der Flughafen Nürnberg ist der Gegenentwurf zu den großen Drehkreuzen: klein, übersichtlich und ohne Hektik. Eine einzige Piste, eine kostenlose Terrasse mit gutem Licht und die U-Bahn direkt am Terminal machen ihn zu einem der einsteigerfreundlichsten Flughäfen in Deutschland. Den Reiz liefern nicht seltene Typen, sondern die Vielfalt an Ferien-, Low-Cost- und Netzwerkairlines – und die gelegentlichen Überraschungsgäste.

Wie überall entscheiden Betriebsrichtung, Licht und Flugplan über einen guten Tag. Wer das vorher klärt, steht im Knoblauchsland zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Kurzfazit

NUE ist Bayerns zweitgrößter Flughafen und ein entspannter Ort für Spotter. Mit kostenloser Terrasse und U-Bahn-Anschluss ist er ideal für Einsteiger – plane nach Betriebsrichtung und Flugplan, dann passt der Rest.

Zusammenfassung

  • Nürnberg ist kein Drehkreuz, sondern ein klassischer Regionalflughafen mit starkem Ferien- und Low-Cost-Anteil – kompakt und schnell zu erschließen.
  • Mit nur einer Piste und einer Terrasse direkt am Vorfeld hast du den gesamten Betrieb im Blick, vom Pushback bis zum Start.
  • Die Typenvielfalt lebt von Boeing 737 und A320-Familie in vielen Lackierungen, ergänzt um Regionaljets der Zubringer.
  • Wie überall entscheidet die Betriebsrichtung, ob du am Pistenkopf im Osten oder im Westen die besseren Anflugbilder bekommst.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Nürnberg?

Der IATA-Code ist NUE, der ICAO-Code EDDN. NUE findest du auf Bordkarten und Gepäckanhängern, EDDN nutzen Flugsicherung, Wetterdienste und Flugverfolgung. Den Unterschied erklärt der Beitrag IATA- und ICAO-Codes erklärt.

Wie viele Start- und Landebahnen hat der Flughafen Nürnberg?

Eine einzige: die Bahn 10/28, 2.700 Meter lang und 45 Meter breit. Sie verläuft ungefähr in Ost-West-Richtung. Für Anflüge auf die 28 steht ein Instrumentenlandesystem der Kategorie III zur Verfügung, für die 10 eines der Kategorie I.

Wer betreibt den Flughafen Nürnberg?

Die Flughafen Nürnberg GmbH. Ihre Gesellschafter sind der Freistaat Bayern und die Stadt Nürnberg mit jeweils 50 Prozent. Zur Gruppe gehören Tochterfirmen für Bodenverkehrsdienste, Parken und Shops sowie Energie.

Warum heißt der Flughafen Albrecht Dürer Airport?

Seit 2014 tritt der Flughafen unter der Marke Albrecht Dürer Airport Nürnberg auf. Namensgeber ist Albrecht Dürer, der berühmteste Maler der Stadt aus der Zeit um 1500. Im Alltag sprechen die meisten aber weiter einfach vom Flughafen Nürnberg oder von NUE.

Gibt es in Nürnberg ein Nachtflugverbot?

Nein, der Flughafen ist rund um die Uhr in Betrieb. Seit 2014 gelten Tag- und Nachtschutzzonen für den Lärmschutz der Anwohner. Weil an manchen größeren Flughäfen nachts strenge Beschränkungen gelten, landen gelegentlich umgeleitete Flüge in Nürnberg. Mehr dazu im Beitrag Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen.

Wo kann ich am Flughafen Nürnberg Flugzeuge beobachten?

Erste Adresse ist die kostenlose Besucherterrasse im 2. Obergeschoss des Terminals, zwischen Abflughalle 1 und 2. Dazu nennt der Flughafen Aussichtspunkte an der Irrhainstraße im Westen und an der Rathsbergstraße im Osten. Alle Details stehen im Spot-Guide zur Besucherterrasse am Flughafen Nürnberg.

Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen?

Mit der U-Bahn-Linie U2 ab Nürnberg Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle Flughafen. Die Fahrt dauert je nach Angabe rund 12 bis 14 Minuten, die Station liegt direkt am Terminal. Zusätzlich fahren Buslinien zum Flughafen. Takte und Betriebszeiten prüfst du am besten vorab in der Fahrplanauskunft.

Landen in Nürnberg auch Großraumflugzeuge?

Im Linienverkehr selten. Die Piste ist lang genug für viele Großraumjets, und Sonderflüge, Charter oder Umleitungen bringen hin und wieder größere Muster nach Franken. Für den Airbus A380 ist der Flughafen allerdings nicht zugelassen. Wer regelmäßig Langstrecke sehen will, fährt nach München oder Frankfurt.

Sichtungen rund um Flughafen Nürnberg sammeln

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

FR / RYR

Ryanair

Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.

XC / CAI

Corendon Airlines

Türkischer Ferienflieger aus Antalya mit kleiner Boeing-737-Flotte, rotem Stern am Leitwerk und zwei Schwester-Airlines in Malta und den Niederlanden – im Sommer an vielen deutschen Flughäfen zu Hause.

DI / MBU

Marabu Airlines

Die Ferienairline aus dem Condor-Umfeld: Sitz in Tallinn, Flugzeuge mit estnischem Kennzeichen, Abflüge ab deutschen Flughäfen wie Hamburg, Nürnberg und Leipzig/Halle – und eine Flotte aus Airbus A320neo.

EW / EWG

Eurowings

Die Direktflug-Airline der Lufthansa Group: Eurowings fliegt mit Jets der A320-Familie ab Düsseldorf und weiteren deutschen Basen quer durch Europa – und bekommt ab 2027 die Boeing 737 MAX 8.

XQ / SXS

SunExpress

Der türkische Ferienflieger aus Antalya gehört je zur Hälfte Lufthansa und Turkish Airlines, fliegt ausschließlich Boeing 737 und verbindet Deutschland so dicht mit der Türkei wie kaum eine andere Airline.

LH / DLH

Lufthansa

Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.

W6 / WZZ

Wizz Air

Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.

TK / THY

Turkish Airlines

Die türkische Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 1933 gegründet, seit 2008 in der Star Alliance und mit dem Drehkreuz Istanbul eine der Airlines, die die meisten Länder der Welt anfliegt.

Typische Flugzeuge

Spotting-Spots rund um Flughafen Nürnberg

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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