Canadian Airlines International

Historische kanadische Netzwerk-Airline aus Calgary: 1987 aus Pacific Western und CP Air entstanden, Gründungsmitglied von oneworld und 2000/2001 vollständig in Air Canada aufgegangen.

Auch bekannt als: Canadian Airlines · Canadian · Canadian Airlines International Ltd. · CP

KanadaKanadaNetzwerk-AirlinesIATA: CPICAO: CDN11 Min. Lesezeit

1987–2001

Jahre im Flugbetrieb

CP

IATA-Code (von CP Air übernommen)

97

Jets in der Flotte zum Ende

1999

Gründungsmitglied von oneworld

Das Wichtigste in Kürze

  • Canadian Airlines International war Kanadas zweite große Airline und flog von 1987 bis 2001 mit Sitz in Calgary.
  • Sie entstand 1987, als Pacific Western Airlines CP Air kaufte – samt der zuvor von CP Air übernommenen Eastern Provincial Airways und Nordair.
  • 1989 kam Wardair dazu und brachte begehrte Strecken nach Großbritannien und Europa.
  • Canadian war Gründungsmitglied von oneworld – mit American Airlines, British Airways, Cathay Pacific und Qantas.
  • Ende 1999 übernahm Air Canada die Kontrolle, zum 1. Januar 2001 war die Fusion abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Canadian Airlines im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Geschichte: von der Fusion bis zum Ende
  4. 4.Die Flotte im Überblick
  5. 5.Die Regionalpartner
  6. 6.Woran du Canadian erkennst
  7. 7.Sicherheit
  8. 8.Canadian heute: Spuren im Archiv und vor Ort
  9. 9.Häufige Verwechslungen
  10. 10.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeCP
ICAO-CodeCDN
RufzeichenCANADIAN
DrehkreuzeYVR, YYC, YYZ, YUL
Allianzoneworld
StatusHistorisch – Zusammenschluss mit Air Canada zum 1. Januar 2001 abgeschlossen
GeschäftsmodellNetzwerk-Airline mit Inlands-, USA-, Asien- und Europaverkehr
Entstehung27. März 1987, nachdem Pacific Western Airlines die Canadian Pacific Air Lines (CP Air) übernommen hatte
SitzCalgary, Alberta
DrehkreuzeVancouver (YVR), Calgary (YYC), Toronto-Pearson (YYZ) und Montréal-Dorval (YUL)
Allianzoneworld, Gründungsmitglied vom 1. Februar 1999 bis 1. Juni 2000
Flotte zum Ende (laut gängigen Nachschlagewerken)97 Jets: 43 Boeing 737-200, 23 Boeing 767-300ER, 14 McDonnell Douglas DC-10-30, 13 Airbus A320, 4 Boeing 747-400
MarkenzeichenGraue Streifen mit rotem Winkel am Leitwerk, ab 1999 die „Proud Wings“-Bemalung mit Kanadagans
EndeAb Dezember 1999 Tochter von Air Canada, Integration bis Januar 2001

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Canadian Airlines International?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Hellgraues und dunkelgraues Farbschema mit Marineblau und Rot – die Chevron-Bemalung von 1987
  • Am Leitwerk fünf graue Streifen, kombiniert mit einem roten Winkel
  • Schriftzug „Canadian“, bei dem das „a“ häufig als Pfeilspitze stilisiert erscheint („Canadi›n“)
  • Ab 1999 an wenigen Maschinen: Kanadagans am Leitwerk („Proud Wings“)
  • Übergangsoptik 2000/2001: Air-Canada-Ahornblatt am Leitwerk, „Canadian“ noch am Rumpf
  • Kanadisches Kennzeichen mit C-F oder C-G

Wer in den 1990er-Jahren in Vancouver, Calgary oder Toronto am Zaun stand, kam an ihr nicht vorbei: Canadian Airlines International, die graue Konkurrentin von Air Canada mit dem roten Winkel am Leitwerk. Knapp 14 Jahre lang war sie Kanadas zweite große Airline, Gründungsmitglied von oneworld und mit DC-10 und 747-400 auch in Asien und Europa unterwegs. Seit 2001 gibt es sie nicht mehr. Hier erfährst du, wie Canadian entstand, welche Flugzeuge sie flog, woran du ihre Bemalungen erkennst und wie du alte Fotos sauber einordnest.

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Canadian Airlines im Überblick

Canadian Airlines International war eine kanadische Netzwerk-Airline mit Sitz in Calgary, die von 1987 bis 2001 flog. Sie entstand am 27. März 1987 aus einer Übernahme: Die westkanadische Pacific Western Airlines kaufte die international tätige Canadian Pacific Air Lines, besser bekannt als CP Air. Laut gängigen Nachschlagewerken zahlte Pacific Western dafür rund 300 Millionen kanadische Dollar und übernahm Schulden von etwa 600 Millionen. CP Air hatte kurz zuvor bereits Eastern Provincial Airways aus Atlantik-Kanada und die in Québec verankerte Nordair geschluckt – in der neuen Airline flossen also gleich mehrere Gesellschaften zusammen.

Damit stand Air Canada zum ersten Mal ein wirklich ebenbürtiger Konkurrent gegenüber. Canadian betrieb Drehkreuze in Vancouver, Calgary, Toronto-Pearson und Montréal-Dorval, dazu wichtige Stationen in Edmonton, Halifax und Ottawa. Auf ihrem Höhepunkt 1996 beförderte die Airline nach verbreiteten Angaben rund 11,9 Millionen Passagiere zu über 160 Zielen in 17 Ländern.

Ihr Ende kam in zwei Schritten: Im Dezember 1999 übernahm Air Canada die Kontrolle, zum 1. Januar 2001 war die Fusion abgeschlossen.

CPIATA-Code in der Flugnummer
CDNICAO-Code
C-F / C-GKennzeichen-Präfix der Flotte

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code CP: Canadian übernahm den Code von CP Air. Er stand auf Tickets, Anzeigetafeln und Gepäckanhängern.
  • ICAO-Code CDN: der dreistellige Code für Flugpläne der Flugsicherung.
  • Rufzeichen CANADIAN: So meldeten sich die Crews im Funk – CP Air hatte noch „EMPRESS“ genutzt.
  • Kennzeichen C-F und C-G: Alle Flugzeuge waren in Kanada registriert. Wie Kennzeichen grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Weil der Code CP schon vor 1987 existierte, hilft dir bei alten Flugplänen, Tickets oder Bordkarten vor allem das Datum: Eine CP-Flugnummer vor März 1987 gehört zu CP Air, eine aus den Jahren danach zu Canadian.

Die Geschichte: von der Fusion bis zum Ende

1987: zwei Airlines werden eine

Bemerkenswert an der Fusion von 1987: Hier übernahm eine vor allem regional aufgestellte Airline die international tätige CP Air. Pacific Western aus Calgary brachte ein dichtes Netz in Westkanada ein, CP Air aus Vancouver die internationalen Strecken über den Pazifik, nach Europa und nach Südamerika. Aus beiden Welten wurde auch das Logo gebaut: Die fünf grauen Streifen stammten aus der Bemalung von Canadian Pacific und standen für fünf Kontinente, der rote Winkel war aus dem Logo von Pacific Western abgeleitet.

1989: Wardair kommt dazu

Zwei Jahre später übernahm Canadian die legendäre Charter- und Linienairline Wardair von Max Ward. Der Kauf brachte vor allem eines: Strecken nach Großbritannien und Europa, um die sich Canadian lange bemüht hatte. Mit Wardair kamen auch moderne Airbus A310 in die Flotte. Mehrere davon kauften 1992 die kanadischen Streitkräfte, die übrigen verließen im Lauf der 1990er die Flotte – auf der Langstrecke übernahm die Boeing 767-300ER ihre Rolle.

Die 1990er: Schulden, Partner und Krisen

Der Branchenabschwung von 1991 traf Canadian schwer. Die Airline straffte den Betrieb und restrukturierte Schulden von über 700 Millionen Dollar. Entscheidend war eine Finanzspritze von AMR, dem Mutterkonzern von American Airlines. American hielt schließlich 25 Prozent an Canadian – mehr erlaubten die kanadischen Regeln für ausländische Eigentümer nicht.

1996 kündigte Konzernchef Kevin Benson einen vierjährigen Sanierungsplan an. Doch die Asienkrise ab 1997 ließ den Verkehr auf den bis dahin einträglichen Pazifikstrecken einbrechen. Canadian geriet damit erneut in schwere Verluste.

Ein früher Online-Pionier

Canadian gilt in mehreren Darstellungen als eine der ersten Airlines mit eigener Website – sie ging im April 1994 online. Für Sammler alter Flugpläne und Werbematerialien ist die Zeit um 1994 bis 2000 deshalb doppelt spannend: Neben gedruckten Flugplänen existieren auch frühe Online-Auftritte in Webarchiven.

1999: Gründungsmitglied von oneworld

Am 21. September 1998 stellten fünf Airlines in London ein neues Bündnis vor, das am 1. Februar 1999 an den Start ging: oneworld. Neben American Airlines waren British Airways, Cathay Pacific, Qantas und eben Canadian dabei. Für die Kanadier war das ein logischer Schritt – mit American als Anteilseigner und Cathay sowie Qantas als Partner im Pazifik passte das Bündnis genau zu ihrem Netz. Wie sich die drei großen Allianzen unterscheiden, liest du im Überblick Star Alliance, oneworld und SkyTeam.

Kurz davor, im Januar 1999, präsentierte Canadian eine neue Bemalung: „Proud Wings“ mit einer Kanadagans am Leitwerk und neuem Schriftzug. Zum großen Umlackieren kam es aber nicht mehr.

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1999 bis 2001: der Übernahmekampf

Das Jahr 1999 entschied über die Zukunft des kanadischen Luftverkehrs. Im August schlug Air Canada vor, Canadians internationale Strecken zu kaufen und den Rest zum Zubringer zu machen – Canadian lehnte ab. Kurz darauf legte die Beteiligungsgesellschaft Onex, unterstützt von AMR, ein Angebot vor, beide Airlines zu übernehmen und zusammenzulegen. Canadians Verwaltungsrat stand dahinter. Air Canada konterte im Oktober mit einem eigenen Angebot.

Die Entscheidung fiel vor Gericht: Am 5. November 1999 erklärte ein Richter in Québec das Onex-Angebot für unzulässig, weil es gegen die Obergrenze von 10 Prozent für einzelne Aktionäre von Air Canada verstieß. Onex zog zurück. Am 8. Dezember 1999 übernahm Air Canada die Kontrolle, nach Freigabe durch die Wettbewerbsbehörde wurde Canadian am 23. Dezember 1999 offiziell Tochter von Air Canada.

Am 1. Juni 2000 verließ Canadian oneworld. Bis Oktober 2000 waren Systeme und Personal weitgehend integriert, zum 1. Januar 2001 war die Fusion abgeschlossen. Air Canada hielt danach über 90 Prozent des kanadischen Inlandsmarkts – Konkurrenz kam danach vor allem von jüngeren Airlines wie WestJet.

Die Flotte im Überblick

Zum Ende flog Canadian laut den gängigen Nachschlagewerken 97 Jets. Die Tabelle zeigt diesen Endstand, ergänzt um wichtige frühere Typen.

Typ Anzahl zum Ende Einsatz Spotter-Hinweis
Boeing 737-200 / -200 Advanced 43 Inland, USA, auch als Combi Lange, schlanke Triebwerke unter dem Flügel
Boeing 767-300ER 23 Langstrecke nach Asien und Europa Zweistrahler mit breitem Rumpf
McDonnell Douglas DC-10-30 14 Langstrecke Drittes Triebwerk im Seitenleitwerk
Airbus A320-200 13 Inland und transkontinental Einziger Airbus-Typ zum Ende
Boeing 747-400 4 Langstrecke, vor allem Asien Langes Oberdeck, Winglets
Airbus A310-300 – (bis 1990er) Aus dem Wardair-Erbe Mehrere gingen 1992 an die Streitkräfte

Die Boeing 737-200 war das Arbeitspferd im Inland. Einige Maschinen flogen als Combi mit Fracht und Passagieren in einer Kabine – ideal für Ziele im Norden. Wie du die 737-Generationen auseinanderhältst, zeigt der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX.

Auf der Langstrecke flog Canadian die McDonnell Douglas DC-10 in der Version -30, die Boeing 767-300ER und die Boeing 747-400. Im Inland ergänzte der Airbus A320 die 737. Aus der Wardair-Zeit stammte der Airbus A310.

Was nach der Fusion geschah

  • A320, 737-200, 767-300ER und 747-400 gingen an Air Canada beziehungsweise später an deren Töchter.
  • 737-200 und 747-400 wurden bei Air Canada 2004 ausgemustert.
  • 767-300ER flogen bei Air Canada noch fast zwei Jahrzehnte, einige danach als Frachter für Air Canada Cargo.
  • DC-10-30 übernahm Air Canada nicht – sie wurden bis zum Abschluss der Fusion verkauft oder abgestellt.

Das macht ehemalige Canadian-Jets zu dankbaren Recherche-Objekten: Ein Kennzeichen, das du 1998 in Canadian-Grau fotografiert hast, taucht womöglich Jahre später in Air-Canada-Farben wieder in deinem Archiv auf.

Die Regionalpartner

Wie viele Netzwerk-Airlines hatte Canadian ein dichtes Zubringernetz aus Tochter- und Partnergesellschaften:

  • Canadian Regional Airlines (1993–2001): hundertprozentige Tochter, hervorgegangen unter anderem aus Time Air und Ontario Express, mit Zielen in West- und Zentralkanada sowie den USA.
  • Inter-Canadien: Tochter von Canadian Regional für Québec sowie Verbindungen nach Ottawa und Toronto.
  • Calm Air: zu 45 Prozent im Besitz von Canadian Regional, unterwegs in Manitoba, Nordwest-Ontario und den Nordwest-Territorien.
  • Air Atlantic: Partner für Atlantik-Kanada.
  • Canadian North: 1989 für den Norden gegründet, 1998 verkauft – heute als Canadian North weiter aktiv.

In den Regionalflotten flogen unter anderem Dash 8, ATR 42, BAe 146 und die Fokker F28 Fellowship. Wer Turboprops sicher bestimmen will, findet Hilfe im Guide ATR und Dash 8 unterscheiden.

Woran du Canadian erkennst

Die Chevron-Bemalung (1987 bis 2001)

Die bekannteste Optik ist die Bemalung von 1987: ein Farbschema aus Hellgrau, Dunkelgrau, Marineblau und Rot, das sich an der späten Canadian-Pacific-Bemalung orientierte. Am Leitwerk liefen die fünf grauen Streifen, kombiniert mit dem roten Winkel. Am Rumpf stand der Schriftzug „Canadian“, bei dem das „a“ oft als Pfeilspitze gezeichnet war – daher die Schreibweise „Canadi›n“, die du in Foren und Fotodatenbanken findest.

„Proud Wings“ (ab 1999)

Ab Januar 1999 tauchte die neue Bemalung mit Kanadagans am Leitwerk auf. Weil Canadian kurz darauf an Air Canada ging, bekamen sie nur wenige Flugzeuge. Fotos mit der Gans grenzen die Aufnahme damit eng auf 1999 bis 2001 ein.

Die Übergangsoptik (2000/2001)

Besonders spannend für Sammler: Während der Integration trugen viele Maschinen das Ahornblatt von Air Canada am Leitwerk, während am Rumpf noch „Canadian“ stand. Solche Mischbemalungen sind typische Fusionsspuren – mehr dazu im Guide Hybrid- und Mischlackierungen erkennen.

Leitwerk prüfen

Graue Streifen mit rotem Winkel, Kanadagans oder schon das Ahornblatt? Das Leitwerk verrät die Epoche.

Schriftzug lesen

„Canadian“ am Rumpf grenzt die Aufnahme auf 1987 bis 2001 ein – „CP Air“ oder „Canadian Pacific“ auf die Zeit davor.

Typ bestimmen

DC-10-30 und 737-200 sind klassische Canadian-Motive, A310 deuten auf die frühen Jahre nach Wardair.

Kennzeichen notieren

Mit dem C-F- oder C-G-Kennzeichen verfolgst du den Lebenslauf der Maschine bis zu Air Canada oder späteren Betreibern.

Achtung Verwechslung

Die Canadian-Bemalung von 1987 baute auf der späten Canadian-Pacific-Bemalung auf, deshalb wirken Fotos aus den Jahren um 1986/87 leicht verwechselbar. Entscheidend ist der Schriftzug am Rumpf und der rote Winkel am Leitwerk, den erst Canadian einführte. Mehr Tipps zum Datieren alter Aufnahmen findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

Sicherheit

Nach den verbreiteten Nachschlagewerken gab es bei Flügen von Canadian Airlines International keine tödlichen Unfälle. Bekannte Zwischenfälle betrafen abgebrochene Starts: Im Oktober 1995 überrollte eine Maschine von Canadian in Vancouver nach einem Startabbruch wegen eines Verdichterpumpens das Pistenende, im September 1997 brach eine Crew in Peking den Start nach einem Triebwerksbrand ab. Achte bei Unfällen in der kanadischen Regionalfliegerei genau darauf, welche Gesellschaft geflogen ist – Partner und Töchter hatten eigene Betriebsgenehmigungen.

Canadian heute: Spuren im Archiv und vor Ort

Im Liniendienst ist Canadian seit 2001 verschwunden. Trotzdem lohnt sich die Spurensuche:

  • Archivfotos: Die meisten Canadian-Sichtungen findest du heute in Diasammlungen und Fotodatenbanken. Mit Kennzeichen und Datum kannst du jedes Bild sauber einordnen.
  • Vancouver: Der Flughafen war die Heimat von CP Air und ein wichtiges Drehkreuz von Canadian. Heute siehst du dort Air Canada und WestJet – gute Plätze zum Fotografieren zeigt der Spot-Guide Larry Berg Flight Path Park.
  • Toronto: Am Flughafen Toronto Pearson lieferten sich Air Canada und Canadian einst ihren direkten Wettbewerb.
  • Ottawa: Wer kanadische Luftfahrtgeschichte im Museum erleben will, findet sie im Canada Aviation and Space Museum.

Quellen kritisch prüfen

Bei historischen Airlines weichen Angaben zu Flottenzahlen, Übernahmesummen und Ausmusterungsjahren oft voneinander ab. Auch die Kaufpreise im Übernahmekampf 1999 werden je nach Quelle unterschiedlich angegeben. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten deshalb möglichst mit mehreren Quellen ab.

Häufige Verwechslungen

  • Canadian mit CP Air gleichsetzen – CP Air war die Vorgängerin bis 1987, Canadian entstand erst durch die Übernahme durch Pacific Western.
  • Canadian mit Canadian North verwechseln – die Arktis-Airline war nur bis 1998 eine Tochter und fliegt heute unter eigenem Namen weiter.
  • Jedes Ahornblatt für Air Canada pur halten – 2000/2001 trugen auch Canadian-Jets das Ahornblatt, mit „Canadian“ am Rumpf.
  • Canadian in der Star Alliance suchen – sie war oneworld-Gründungsmitglied, erst über Air Canada landete ihr Erbe im anderen Bündnis.
  • Die A310 für eigene Canadian-Bestellungen halten – sie kamen mit Wardair in die Flotte.
  • Die CP-Flugnummer immer Canadian zuordnen – vor 1987 gehörte der Code zu CP Air.

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Fazit

Canadian Airlines International war Kanadas große Alternative zu Air Canada. Aus Pacific Western, CP Air, Eastern Provincial, Nordair und Wardair zusammengewachsen, flog sie mit 737-200, DC-10, 767 und 747-400 von Calgary aus durch ganz Kanada und über den Pazifik. Als Gründungsmitglied von oneworld stand sie 1999 auf dem Höhepunkt ihrer internationalen Vernetzung – und wurde im selben Jahr von Air Canada übernommen. Für dich als Spotter lebt Canadian in Diasammlungen, in Übergangsbemalungen und in Kennzeichen weiter, die bei Air Canada noch lange flogen.

Kurzfazit

Canadian Airlines International (IATA CP, ICAO CDN, Rufzeichen CANADIAN) war die historische zweite Großairline Kanadas von 1987 bis 2001. Erkennbar an grauen Streifen mit rotem Winkel, oneworld-Gründungsmitglied – und 2001 in Air Canada aufgegangen.

Zusammenfassung

  • Canadian war der große Gegenspieler von Air Canada und deckte vor allem den Westen Kanadas, die Transpazifik-Strecken und ein dichtes Regionalnetz ab.
  • Die Flotte reichte von der robusten 737-200 für den Norden bis zu DC-10-30 und 747-400 auf der Langstrecke.
  • Für Spotter ist Canadian heute ein Archiv-Thema: Fotos aus den 1990er-Jahren, Übergangsbemalungen und Kennzeichen, die später bei Air Canada weiterflogen.
  • Die Airline zeigt exemplarisch, wie eine Allianz-Mitgliedschaft durch eine Übernahme endet: Mit dem Wechsel zu Air Canada wechselte Canadian faktisch in die Star Alliance.

Häufige Fragen

Wann gab es Canadian Airlines International?

Die Airline entstand am 27. März 1987, als Pacific Western Airlines die Canadian Pacific Air Lines (CP Air) übernahm. Am 23. Dezember 1999 wurde sie eine Tochter von Air Canada, die Fusion war zum 1. Januar 2001 abgeschlossen. Damit verschwand Canadian als eigenständige Airline.

Welche Codes hatte Canadian Airlines?

Canadian nutzte den IATA-Code CP, den sie von CP Air übernommen hatte, den ICAO-Code CDN und das Rufzeichen CANADIAN. Eine CP-Flugnummer aus der Zeit vor 1987 gehört also zu CP Air, eine aus der Zeit danach bis zur Fusion mit Air Canada zu Canadian.

War Canadian Airlines in einer Allianz?

Ja. Canadian gehörte zu den fünf Gründungsmitgliedern von oneworld, die am 1. Februar 1999 an den Start ging – zusammen mit American Airlines, British Airways, Cathay Pacific und Qantas. Nach der Übernahme durch Air Canada, die zur Star Alliance gehört, verließ Canadian oneworld am 1. Juni 2000.

Welche Flugzeuge flog Canadian Airlines?

Zum Ende umfasste die Flotte nach gängigen Nachschlagewerken 97 Jets: 43 Boeing 737-200, 23 Boeing 767-300ER, 14 McDonnell Douglas DC-10-30, 13 Airbus A320 und vier Boeing 747-400. Früher gehörten auch Airbus A310 aus dem Wardair-Erbe dazu. Die Regionalpartner flogen unter anderem Dash 8, Fokker F28 und BAe 146.

Warum wurde Canadian von Air Canada übernommen?

Canadian kämpfte in den 1990er-Jahren mit hohen Schulden und Verlusten, die Asienkrise ab 1997 traf die zuvor einträglichen Pazifikstrecken. 1999 wollte Onex mit Unterstützung von American Airlines beide Airlines übernehmen und zusammenlegen. Ein Gericht in Québec erklärte das Angebot im November 1999 für unzulässig, Onex zog zurück. Danach übernahm Air Canada die Kontrolle.

Was ist aus den Flugzeugen von Canadian geworden?

A320, 737-200, 767-300ER und 747-400 gingen an Air Canada über. Die 737-200 und die 747-400 wurden dort 2004 ausgemustert, die 767-300ER flogen deutlich länger, einige später als Frachter. Die DC-10-30 übernahm Air Canada nicht – sie wurden bis zum Abschluss der Fusion verkauft oder abgestellt.

Was hat Canadian Airlines mit Canadian North zu tun?

Canadian North entstand 1989 als Tochter von Canadian Airlines International für die Versorgung des kanadischen Nordens. 1998 wurde sie verkauft und fliegt bis heute unter eigenem Namen als Arktis-Airline – der Name erinnert noch an die frühere Mutter.

Was bedeutet die Kanadagans am Leitwerk?

Im Januar 1999 stellte Canadian die Bemalung „Proud Wings“ vor: eine Kanadagans am Leitwerk und ein neuer Schriftzug. Sie kam aber spät – die meisten Flugzeuge trugen bis zur Fusion weiter die alte Bemalung mit grauen Streifen und rotem Winkel. Fotos mit Gans sind deshalb seltener und gut datierbar.

Canadian Airlines International im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

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Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.

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Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.

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Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.

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Der erste Jet aus Amsterdam: Die Fokker F28 Fellowship flog 1967 zum ersten Mal, brachte Hecktriebwerke und aufklappbaren Heckkonus in die Fokker-Familie und ist heute fast nur noch im Museum zu sehen.

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Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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