Das Wichtigste in Kürze
- InterSky ist historisch: Die Regionalairline aus Bregenz flog vom 25. März 2002 bis zum 5. November 2015.
- Codes: IATA 3L, ICAO ISK, Rufzeichen „INTERSKY“.
- Österreichische Airline mit deutscher Heimatbasis: Der Sitz lag in Vorarlberg, geflogen wurde vor allem ab Friedrichshafen am Bodensee.
- Turboprops statt Jets: Rückgrat war die Dash 8-300, ab Anfang 2013 kamen zwei ATR 72-600 dazu.
- Abruptes Ende: Nach einem gescheiterten Verkauf holte die Leasingfirma am 5. November 2015 vier der fünf Flugzeuge ab, der Flugbetrieb endete noch am selben Abend.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | 3L |
|---|---|
| ICAO-Code | ISK |
| Rufzeichen | INTERSKY |
| Drehkreuze | FDH |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 5. November 2015 eingestellt, Insolvenzantrag wenige Tage später beim Landesgericht Feldkirch |
| Geschäftsmodell | Regionalairline mit Linienflügen im Dreiländereck Deutschland, Österreich und Schweiz, im Sommer dazu Ferienstrecken ans Mittelmeer und Charter |
| Sitz | Bregenz, Vorarlberg (Österreich); Flugbetrieb vom Flughafen Friedrichshafen aus |
| Gegründet | November 2001 von Renate Moser und Rolf Seewald; erster Flug am 25. März 2002 |
| Basen | Bern-Belp (BRN) in den Anfangsjahren, ab 2004 Friedrichshafen (FDH); zeitweise Flüge ab Karlsruhe/Baden-Baden und Memmingen |
| Eigentümer | Gründerfamilien Moser und Seewald, ab Anfang 2012 mehrheitlich die Investoren hinter Intro Aviation (Hans Rudolf Wöhrl, Peter Oncken) |
| Flotte zum Schluss | 5 Flugzeuge: 3 Dash 8-300 mit je 50 Sitzen und 2 ATR 72-600 mit je 70 Sitzen |
| Weitere Typen | zeitweise eine angemietete ATR 42 (2010) sowie ab 2013 kurzzeitig angemietete Flugzeuge, darunter eine ATR 72-200 |
| Mitarbeitende | rund 150 zum Ende 2015 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich InterSky?
- Kleine Hochdecker-Turboprops: Dash 8-300 mit Hauptfahrwerk in den langen Triebwerksgondeln und ab Anfang 2013 ATR 72-600 mit Fahrwerksverkleidungen am Rumpf
- Österreichische Kennzeichen mit OE-, belegt sind etwa OE-LIA und OE-LSB (Dash 8-300) sowie OE-LID (ATR 72-600)
- Eigene Bemalung mit dem Schriftzug „InterSky“ am Rumpf – keine Konzernoptik einer großen Airline
- Heimat war Friedrichshafen am Bodensee, nicht ein österreichischer Flughafen
- Flugnummern mit 3L, im Flugplan und in alten Tracker-Daten ISK, im Funk „INTERSKY“
Wer zwischen 2004 und 2015 am Bodensee unterwegs war, kennt das Bild: Eine kleine Propellermaschine mit dem Schriftzug InterSky dreht über dem See ein und landet in Friedrichshafen. Die Airline war klein, aber für die Region wichtig – und sie war ein kurioser Fall: österreichisch registriert, mit Sitz in Bregenz, aber mit Heimatbasis auf der deutschen Seeseite. Diese Seite zeigt dir, woher InterSky kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du ihre Maschinen im Fotoarchiv erkennst.
Archivsichtungen sauber festhalten
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – auch Bilder von Airlines, die es heute nicht mehr gibt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
InterSky im Überblick
InterSky war eine österreichische Regionalairline mit Sitz in Bregenz. Gegründet wurde die InterSky Luftfahrt GmbH im November 2001 von Renate Moser und Rolf Seewald. Die beiden waren in der Branche keine Neulinge: Kurz zuvor hatten sie ihre erste Airline, die Vorarlberger Rheintalflug, verkauft. Mit InterSky fingen sie praktisch von vorn an – mit einem einzigen Flugzeug, einer Dash 8-300.
Der erste Flug ging am 25. März 2002. Ausgangspunkt war damals nicht der Bodensee, sondern der Flughafen Bern-Belp: Von dort flog InterSky nach Berlin und Wien. Ab 2004 verlagerte die Airline ihren Schwerpunkt nach Friedrichshafen, 2005 zog sie sich aus Bern ganz zurück. Am Bodensee wurde InterSky zur prägenden Airline des Flughafens.
Rund 13 Jahre später war Schluss. Am 5. November 2015 holte die Leasingfirma vier der fünf Flugzeuge ab, und noch am Abend stellte InterSky den Flugbetrieb ein.
Die Geschichte in Etappen
Die Geschichte von InterSky lässt sich gut in Stationen erzählen – vom Neustart in Bern über die Jahre am Bodensee bis zum abrupten Ende.
2001/2002: Start in Bern
Gründung im November 2001, erster Flug am 25. März 2002. Mit einer Dash 8-300 verbindet InterSky Bern mit Berlin-Tempelhof und Wien. Das erste Jahr bringt hohe Verluste.
2003: neues Geschäftsmodell
Finanzchef Claus Bernatzik, der Sohn von Renate Moser, richtet die Airline nach Low-Cost-Vorbild neu aus: Bordverpflegung gegen Aufpreis, Tickets nur noch über die eigene Website.
2004/2005: Umzug an den Bodensee
Friedrichshafen wird zur Heimatbasis, Bern wird 2005 aufgegeben. Von nun an fliegt InterSky vom Bodensee in große deutsche Städte.
2008: Abschied von Tempelhof
Bis zur Schließung im Oktober 2008 fliegt InterSky den Berliner Innenstadtflughafen Tempelhof an. Danach geht es nach Berlin-Tegel. Die Flotte ist auf vier Dash 8-300 angewachsen.
2009/2010: Rekordjahre
Im Oktober 2009 fliegt der millionste Fluggast mit, 2010 wird mit mehr als 250.000 Fluggästen zum besten Jahr. Zeitweise ergänzt eine angemietete ATR 42 die Flotte.
2011/2012: Krise und neue Eigentümer
2011 gerät InterSky in finanzielle Schwierigkeiten. Im Januar 2012 geht eine Dash 8-300 an Maldivian, im Februar 2012 übernehmen die Investoren hinter Intro Aviation die Mehrheit. Im Sommer 2012 bestellt InterSky zwei ATR 72-600.
2013/2014: neue Strecken
Graz und Salzburg werden mit Zürich verbunden, ab Karlsruhe/Baden-Baden fliegt InterSky zeitweise nach Hamburg. Anfang 2013 gehen nacheinander die beiden ATR 72-600 in Dienst.
2015: Verkauf scheitert, Betrieb endet
Im Herbst sucht der Eigentümer einen Käufer, die Verhandlungen scheitern. Am 5. November 2015 holt der Leasinggeber die Flugzeuge ab, der Flugbetrieb endet. Kurz darauf folgt der Insolvenzantrag.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 3L: stand in der Flugnummer, also auf Bordkarte, Anzeigetafel und im Buchungssystem.
- ICAO-Code ISK: stand im Flugplan der Flugsicherung und taucht in alten Tracker-Daten auf.
- Rufzeichen INTERSKY: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Am letzten Abend 2015 waren die ISK-Codes übrigens gut zu verfolgen: Flüge, die eigentlich aus Düsseldorf oder Berlin-Tegel nach Friedrichshafen gehen sollten, landeten stattdessen in Maastricht. Wer damals einen Flugtracker offen hatte, konnte das Ende der Airline live mitverfolgen.
Alte Fotos zuordnen
Kennst du Datum und Kennzeichen eines alten Fotos, hilft der Abgleich mit historischen Flugplandaten. Wie österreichische Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Artikel zu den OE-Kennzeichen.
Die Flotte von InterSky
InterSky hat nie einen Jet betrieben. Die Airline setzte auf Turboprops mit 50 bis 70 Sitzen – genau die richtige Größe für Strecken zwischen Regionalflughäfen und Großstädten, auf denen ein Airbus oder eine Boeing zu groß gewesen wäre.
| Typ | Zeitraum | Sitze | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Dash 8-300 | 2002 bis 2015 | 50 | Rückgrat der Flotte, zeitweise vier Exemplare | Hochdecker mit T-Leitwerk, Hauptfahrwerk in langen Triebwerksgondeln |
| ATR 42 | 2010, angemietet | – | kurzzeitige Ergänzung | Kurzer Rumpf, Fahrwerk in Verkleidungen am Rumpf |
| ATR 72-600 | 2013 bis 2015 | 70 | Neueste und größte Flugzeuge | Langer Rumpf, sechsblättrige Propeller |
| ATR 72-200 | 2013, angemietet | – | Aushilfe im Wetlease | Ältere ATR-72-Generation mit vierblättrigen Propellern |
Zum Schluss, im November 2015, bestand die Flotte aus drei Dash 8-300 und zwei ATR 72-600. Die Dash 8-300 war das Flugzeug, mit dem InterSky angefangen hat und das du am ehesten mit der Airline verbindest. Sie stammt aus der Dash-8-Familie von De Havilland Canada, die später unter dem Dach von Bombardier gebaut wurde – deshalb liest du in manchen Quellen auch „Bombardier Dash 8 Q300“.
Die ATR 72-600 bestellte InterSky im Sommer 2012, Anfang 2013 gingen die beiden Maschinen nacheinander in Dienst. Sie gelten als die ersten ATR-Flugzeuge, die eine österreichische Airline in die eigene Flotte aufgenommen hat. Mit 70 Sitzen boten sie 20 Plätze mehr als die Dash 8-300. Hersteller ist das französisch-italienische Unternehmen ATR. Die kurzzeitig angemietete ATR 72-200 half ab 2013 zeitweise aus.
Bemerkenswert sind zwei Langstreckenflüge, mit denen InterSky ihre ATR 72-600 bekannt gemacht hat: Ende November 2013 flog OE-LID nonstop von Friedrichshafen ins russische Krasnodar, und im Juli 2015 brachte eine ATR 72-600 einen albanischen Fußballverein von Belfast nach Tirana. Beide Flüge dauerten mehr als fünf Stunden – für einen Regional-Turboprop eine ungewöhnliche Strecke.
Ehemalige InterSky-Maschinen wiederfinden
Leg Sichtungs-Alarme für Kennzeichen oder Typen an und lass dich benachrichtigen, wenn ein Flugzeug in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Belegte Kennzeichen
Eine vollständige Flottenliste mit allen Registrierungen ist in den Quellen nicht durchgehend dokumentiert. Einige Kennzeichen sind aber gut belegt:
| Kennzeichen | Typ | Was darüber bekannt ist |
|---|---|---|
| OE-LIA | Dash 8-300 | Flog am letzten Betriebstag noch Zürich–Graz |
| OE-LSB | Dash 8-300 | Stand in den letzten Tagen vor dem Ende in Friedrichshafen |
| OE-LIE | Dash 8-300 | Im Januar 2012 an Maldivian verkauft |
| OE-LID | ATR 72-600 | Flog im November 2013 nonstop von Friedrichshafen nach Krasnodar |
Alle Flugzeuge trugen österreichische Kennzeichen mit OE-, obwohl sie fast immer in Deutschland stationiert waren. Das ist der einfachste Weg, InterSky von deutschen Regionalairlines zu unterscheiden. Die ehemalige OE-LIE kannst du übrigens bei Maldivian auf den Malediven wiederfinden, sofern sie dort noch fliegt – prüf den aktuellen Stand vor der Suche.
Woran du InterSky erkennst
InterSky flog unter eigener Marke und nicht in der Optik eines großen Partners. Der Schriftzug „InterSky“ am Rumpf macht die Zuordnung deshalb einfacher als bei Airlines, die im Auftrag eines Konzerns geflogen sind. Schwieriger ist die Frage nach dem Typ – denn Dash 8 und ATR sehen auf den ersten Blick ähnlich aus.
Schriftzug suchen
Der Name InterSky am Rumpf ist der erste und deutlichste Hinweis.
Fahrwerk prüfen
Hauptfahrwerk in langen Triebwerksgondeln: Dash 8-300. Fahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf: ATR.
Kennzeichen lesen
OE-L… am Heck passt zu InterSky. Vergleiche mit der Tabelle oben.
Datum prüfen
Fotos nach dem 5. November 2015 zeigen nicht mehr InterSky – die Flugzeuge flogen dann für andere.
Beim Unterscheiden der Typen hilft der Guide ATR und Dash 8 unterscheiden. Die Faustregel: Beide haben ein T-Leitwerk, entscheidend ist das Fahrwerk. Die Dash 8 zieht es in die langen Triebwerksgondeln ein und steht hochbeinig da, die ATR verstaut es in Verkleidungen am Rumpf und hockt tief über dem Boden.
Achtung Verwechslung
Am Bodensee war InterSky nicht die einzige Regionalairline. Am Flugplatz Altenrhein auf der Schweizer Seite fliegt People’s, ebenfalls mit österreichischer Zulassung. Wer alte Fotos vom See sortiert, sollte deshalb immer auf Schriftzug und Kennzeichen achten.
Strecken und Stationen
Das Netz von InterSky war klein, aber gut durchdacht. Kern waren Verbindungen vom Bodensee in große deutsche Städte, auf denen Geschäftsreisende sonst lange Bahn- oder Autofahrten in Kauf nehmen mussten.
- Ab Friedrichshafen: Berlin (erst Tempelhof, dann Tegel), Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn, teils mehrmals täglich. Münster/Osnabrück wurde 2011 zugunsten weiterer Düsseldorf-Flüge aufgegeben.
- Österreich–Schweiz: Ab 2013 verband InterSky Graz und Salzburg mit Zürich. Wien flog die Airline bis Ende 2012 an.
- Ferienstrecken im Sommer: Saisonal ging es zu Zielen wie Elba, Menorca, Pula und Zadar, auch München und Altenrhein standen zeitweise im Sommerflugplan. Dazu kamen Charterflüge.
- Weitere Basen: Ab 2013 flog InterSky zeitweise ab Karlsruhe/Baden-Baden nach Hamburg, 2015 kam Memmingen hinzu, angebunden über Strecken ab Friedrichshafen.
Auf vielen Inlandsstrecken traf InterSky auf harte Konkurrenz. Als Germanwings 2010 auf der Strecke nach Köln/Bonn einstieg, zog sich InterSky dort zunächst zurück und kam erst später wieder. Ab Mai 2011 gab es zudem eine Vertriebskooperation mit Air Berlin – eine Partnerschaft beim Ticketverkauf, aber keine Übernahme.
Warum InterSky scheiterte
Kleine Regionalairlines leben mit dünnen Margen. InterSky war da keine Ausnahme: Gute und schlechte Jahre wechselten sich ab, und 2011 geriet die Airline in finanzielle Schwierigkeiten.
Was für das Modell sprach
- Klare Nische: Direktflüge vom Bodensee in große Städte
- Eigene Marke und eigener Ticketvertrieb
- Passende Flugzeuggröße für dünne Strecken
- Ferienstrecken als Zusatzgeschäft im Sommer
Was am Ende dagegen sprach
- Starke Konkurrenz durch größere Airlines auf Inlandsstrecken
- Kleine Flotte, kaum Reserven bei Ausfällen
- Fast alle Flugzeuge von einem Leasinggeber
- Verkauf an einen neuen Investor scheiterte
Im Februar 2012 stiegen Hans Rudolf Wöhrl und Peter Oncken mit ihrer Firma Intro Aviation ein und übernahmen die Mehrheit. 2014 war sogar ein Zusammengehen mit CityJet im Gespräch, das Intro Aviation damals gehörte. Daraus wurde nichts.
Im September 2015 wurde bekannt, dass InterSky verkauft werden sollte. Zugleich drohte das österreichische Verkehrsministerium mit dem Entzug der Betriebsgenehmigung, falls die Airline ihre finanzielle Leistungsfähigkeit nicht nachweist. Die Verhandlungen mit dem Investor MDA Mitteldeutsche Aviation scheiterten. Am 5. November 2015 holte die Leasingfirma Castlelake ihre Flugzeuge zurück: zwei ATR 72-600 und zwei Dash 8-300 wurden nach Maastricht-Aachen überführt. Rund 150 Beschäftigte verloren ihre Arbeit. Mehr zum Hintergrund findest du im Überblick zu großen Airline-Pleiten in Europa und zu den Regionalairlines in Europa.
Der letzte Tag
Der 5. November 2015 begann noch wie ein normaler Betriebstag. Am Abend strich InterSky alle Flüge und stoppte den Ticketverkauf. Mehrere Maschinen, die eigentlich aus Düsseldorf und Berlin-Tegel an den Bodensee zurückkehren sollten, flogen stattdessen nach Maastricht. Einen der letzten Einsätze flog die Dash 8-300 OE-LIA zwischen Zürich und Graz – laut Berichten das einzige Flugzeug im Eigentum der Airline, das deshalb nicht abgeholt wurde.
Am 9. November 2015 folgte der Insolvenzantrag beim Landesgericht Feldkirch, wenige Tage später ordnete das Gericht die Schließung an. Für Friedrichshafen bedeutete das Ende von InterSky einen spürbaren Einschnitt, weil viele direkte Verbindungen in deutsche Großstädte wegfielen.
Gute Chancen auf ein InterSky-Foto im Archiv, wenn …
- du zwischen 2004 und 2015 in Friedrichshafen gespottet hast
- auf dem Bild eine Dash 8-300 oder ATR 72-600 mit OE-Kennzeichen zu sehen ist
- du in den Jahren in Düsseldorf, Hamburg, Berlin oder Zürich Regionalverkehr fotografiert hast
Genauer prüfen, wenn …
- das Foto am Bodensee entstand, aber kein Schriftzug lesbar ist
- es eine angemietete Maschine in fremder Bemalung sein könnte
Kein InterSky, wenn …
- das Foto nach dem 5. November 2015 aufgenommen wurde
- das Flugzeug ein Jet ist – InterSky flog nur Turboprops
Spotten heute: Spuren am Bodensee
InterSky selbst siehst du nicht mehr. Spannend bleibt die Airline trotzdem. Viele Spotter haben in ihren Archiven Bilder aus Friedrichshafen, die sie nie sauber beschriftet haben. Tipps für ein durchdachtes Ablagesystem liefert der Artikel Flugzeugfotos archivieren.
Wer heute an den Bodensee fährt, findet dort weiter Luftfahrt zum Anfassen: Rund um die Messe AERO Friedrichshafen ist am Flughafen viel los, und auf der Schweizer Seite lohnt das Fliegermuseum Altenrhein einen Besuch. In Zürich, einem der letzten InterSky-Ziele, ist der Butzenbüel ein beliebter Spot. Und wer die Spur der Flotte verfolgen will: Am Flughafen Maastricht-Aachen endete 2015 der Weg der meisten InterSky-Flugzeuge.
Als Gegenstück aus Österreich lohnt ein Blick auf Tyrolean Airways, die ebenfalls Dash 8 flog, aber zur Austrian-Gruppe gehörte – und auf Austrian Airlines, die heute den Großteil des österreichischen Linienverkehrs stellt.
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Zäune und Absperrungen sind tabu, und Drohnen haben in der Nähe von Flughäfen nichts verloren.
Häufige Verwechslungen
- InterSky für eine deutsche Airline halten – Sitz und Kennzeichen waren österreichisch, nur die Heimatbasis lag in Deutschland.
- InterSky mit People’s verwechseln – beide sind Bodensee-Airlines mit OE-Kennzeichen, People’s fliegt aber ab Altenrhein und mit Jets.
- Dash 8-300 und ATR 72-600 durcheinanderbringen – beide haben ein T-Leitwerk, das sicherste Merkmal ist das Fahrwerk: Gondel bei der Dash 8, Rumpfverkleidung bei der ATR.
- Den Air-Berlin-Vertrieb als Übernahme deuten – es ging nur um den Ticketvertrieb, InterSky blieb eigenständig.
- Fotos nach November 2015 als InterSky notieren – ab dann flogen die Maschinen für neue Betreiber.
Deine Archivsichtungen in den Hangar
Poste alte Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen und sammle historische Airlines wie InterSky in deinem Hangar – sortiert und jederzeit wiederzufinden. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
InterSky war die Airline des Bodensees: österreichisch registriert, in Friedrichshafen zu Hause und mit kleinen Turboprops auf Strecken unterwegs, die für größere Airlines kaum lohnten. Dreizehn Jahre lang hat sie die Region mit Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn verbunden, bevor ein gescheiterter Verkauf und der Abzug der Leasingflugzeuge das Aus brachten. Mit Schriftzug, OE-Kennzeichen und einem Blick aufs Fahrwerk ordnest du deine Archivfotos sicher zu.
Kurzfazit
InterSky (IATA 3L, ICAO ISK) war eine historische Regionalairline aus Bregenz, die von 2002 bis November 2015 vor allem ab Friedrichshafen flog – mit Dash 8-300 und ATR 72-600. OE-Kennzeichen und Aufnahmedatum verraten dir, ob dein Foto wirklich InterSky zeigt.
Zusammenfassung
- InterSky war eine kleine Regionalairline mit eigener Marke, die vom Bodensee aus Großstädte wie Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn anflog.
- Für Spotter ist sie ein typischer Fall für das Archiv: Die Flotte war klein, die Kennzeichen sind überschaubar, und die Airline gibt es seit 2015 nicht mehr.
- Dash 8-300 und ATR 72-600 unterscheidest du am Fahrwerk und an den Triebwerksgondeln – beide sind Hochdecker mit Propellern und T-Leitwerk.
- Die Geschichte zeigt, wie knapp kleine Regionalairlines kalkulieren: Ein einzelner Leasinggeber konnte den Betrieb mit einem Schlag beenden.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte InterSky?
InterSky hatte den IATA-Code 3L und den ICAO-Code ISK. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „INTERSKY“. In alten Tracker- und Flugplandaten findest du die Flüge deshalb unter ISK, auf Bordkarten und Anzeigetafeln unter 3L.
Gibt es InterSky noch?
Nein. Am 5. November 2015 holte die Leasingfirma vier der fünf Flugzeuge ab und brachte sie nach Maastricht, noch am selben Abend endete der Flugbetrieb. Wenige Tage später wurde beim Landesgericht Feldkirch Insolvenz beantragt, das Gericht ordnete die Schließung des Unternehmens an.
War InterSky eine österreichische oder eine deutsche Airline?
Eine österreichische. Die InterSky Luftfahrt GmbH hatte ihren Sitz in Bregenz in Vorarlberg und flog mit österreichischen OE-Kennzeichen. Der wichtigste Flughafen lag aber auf der deutschen Seite des Bodensees: Friedrichshafen war ab 2004 die Heimatbasis.
Welche Flugzeuge flog InterSky?
Grundstock der Flotte war die Dash 8-300 mit 50 Sitzen; zeitweise flogen vier Exemplare. Anfang 2013 kamen zwei ATR 72-600 mit 70 Sitzen dazu, bestellt im Sommer 2012. Zum Schluss bestand die Flotte aus drei Dash 8-300 und zwei ATR 72-600. Zeitweise ergänzten eine angemietete ATR 42 und kurzzeitig angemietete Flugzeuge den Betrieb.
Wohin flog InterSky?
Ab Friedrichshafen vor allem nach Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn, dazu Verbindungen von Graz und Salzburg nach Zürich. Im Sommer kamen Ferienziele wie Elba, Menorca, Pula und Zadar hinzu. In den Anfangsjahren flog InterSky ab Bern nach Berlin und Wien, später zeitweise auch ab Karlsruhe/Baden-Baden und Memmingen.
Warum ist InterSky gescheitert?
Die Airline kämpfte über Jahre mit starker Konkurrenz auf ihren Inlandsstrecken und schwankenden Ergebnissen. 2015 wollten die Eigentümer sie verkaufen, die Verhandlungen mit einem Investor scheiterten aber. Die Behörde hatte zuvor mit dem Entzug der Betriebsgenehmigung gedroht, falls die finanzielle Leistungsfähigkeit nicht nachgewiesen wird. Am 5. November 2015 zog der Leasinggeber die Flugzeuge ab.
Wo konnte man InterSky spotten?
Am häufigsten in Friedrichshafen, außerdem an den Zielflughäfen wie Düsseldorf, Hamburg, Berlin-Tegel, Köln/Bonn und Zürich. Heute gibt es InterSky-Motive nur noch im Archiv. Ehemalige Flugzeuge kannst du bei neuen Betreibern wiederentdecken, wenn du ihre Seriennummern kennst.
InterSky im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
De Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)
Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.
FlugzeugtypATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypATR 72-200/210
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-100
Kurzer Rumpf, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Triebwerksgondeln: Die Dash 8-100 ist die Urversion der Dash-8-Familie. Seit 1984 im Dienst, längst nicht mehr gebaut und trotzdem in Norwegen und Kanada noch Alltag. So erkennst du sie.
Weitere Airlines
Tyrolean Airways
Historische Regionalairline aus Innsbruck: 1980 mit der Dash 7 gestartet, groß geworden mit Dash 8, Fokker und CRJ, ab 1998 Austrian-Tochter, später Austrian Arrows – und 2015 vollständig in Austrian Airlines aufgegangen.
RegionalPeople’s
Österreichische Regional-Airline mit Basis am Schweizer Flugplatz St. Gallen-Altenrhein: eine einzige Embraer 170, die Linie nach Wien und Ferienflüge ab dem Bodensee.
NetzwerkAustrian Airlines
Österreichs Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Wien: seit 2009 Teil der Lufthansa Group, seit 2000 in der Star Alliance – und mitten im größten Flottenumbau seit Jahren.
CharterCityJet
Irische Regionalairline, die 1994 London City mit Dublin verband und heute nur noch als ACMI-Anbieter fliegt: CityJet setzt CRJ900 in SAS-Farben ab Kopenhagen und Stockholm ein – früher waren es BAe 146 und Avro RJ85.
CharterAvanti Air
Kleine Charter- und Wet-Lease-Airline mit Wurzeln am Flughafen Siegerland: Avanti Air flog einst Fokker 100 für HOP! und Reiseveranstalter, heute sind zwei Dash 8 Q400 im Einsatz – eine echte Rarität fürs Logbuch.
Low-CostGermanwings
Historische Low-Cost-Airline aus Köln: 2002 als Ableger von Eurowings gestartet, ab 2009 Teil der Lufthansa-Gruppe, ab 2015 Flugbetrieb für Eurowings – und 2020 eingestellt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Friedrichshafen
Deutschlands südlichster Verkehrsflughafen ist klein, aber geschichtsträchtig: Hier begann der Platz als Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit, hier baute Dornier, und jeden April verwandelt die AERO den Bodensee-Airport in einen Treffpunkt der allgemeinen Luftfahrt. Dazu Ferienflieger, Dash 8 nach Berlin und Hamburg und ein Zeppelin NT vor der Tür.
FlughafenFlughafen Bern-Belp
Der kleine Flughafen der Bundesstadt: eine 1730 Meter lange Asphaltpiste im Aaretal, eine wechselvolle Airline-Geschichte mit dem Höhepunkt und dem Absturz von SkyWork – und mit dem Lufttransportdienst des Bundes ein Platz, an dem du Bundesratsjets, Rega-Helikopter und Kleinflugzeuge aus nächster Nähe siehst.
FlughafenFlughafen Memmingen
Vom Jagdbomber-Fliegerhorst zum nach eigenen Angaben bedeutendsten Low-Cost-Flughafen Süddeutschlands: Wo bis 2002 Starfighter und Tornados der Luftwaffe starteten, rollen heute Boeing 737 von Ryanair und Airbus-Jets von Wizz Air. FMM liegt direkt am Autobahnkreuz A7/A96, gehört Unternehmern aus der Region – und zählte 2025 rund 3,7 Millionen Passagiere.
FlughafenFlughafen Maastricht-Aachen
Kleiner Regionalflughafen mit großem Frachtprofil: In Beek bei Maastricht landen Großraumfrachter, Ferienjets und Business Jets an einer einzigen Piste – und das nur rund eine halbe Autostunde von Aachen entfernt.
Wo du InterSky vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Fliegermuseum Altenrhein am Flugplatz St. Gallen-Altenrhein
Am Südufer des Bodensees hält ein Verein Schweizer Fluggeschichte in der Luft: PC-7, P-3, Stearman und Do 27 fliegen hier noch. Was du heute siehst, was aus den Hunter-Jets wurde und wie du den Besuch am Flugplatz Altenrhein planst.
SpotterhügelButzenbüel und Spotterhügel am Flughafen Zürich
Den klassischen Spotterhügel beim Heligrill im Westen des Zürcher Flughafens gibt es seit September 2023 nicht mehr, und der Butzenbüel ist ein Parkhügel hinter The Circle – kein Spotterpunkt. Hier erfährst du, was es mit beiden Orten auf sich hat und wo du heute im Westen und rund um den Zaun legal spottest.
SpotterpunktSpotten am Flughafen Maastricht Aachen
Ein kleiner Flughafen mit großen Gästen: In Maastricht Aachen landen Frachter wie Boeing 747 und 777 neben Low-Cost-Jets und Ad-hoc-Chartern – an einer einzigen Piste, die du von Zaunspots auf beiden Seiten gut erreichst, nur eine halbe Stunde von Aachen entfernt.
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