InterSky

Historische Regionalairline aus Vorarlberg (2001–2015): Sitz in Bregenz, Heimatflughafen Friedrichshafen am Bodensee, Dash 8-300 und zuletzt ATR 72-600 – bis die Leasingfirma im November 2015 die Flugzeuge abholte.

Auch bekannt als: InterSky Luftfahrt GmbH · Intersky · flyintersky · 3L · ISK

ÖsterreichÖsterreichRegionalfluggesellschaftenIATA: 3LICAO: ISK12 Min. Lesezeit

3L / ISK

IATA- und ICAO-Code

2002–2015

Flugbetrieb

5

Flugzeuge zum Schluss

5. Nov. 2015

Letzter Betriebstag

Das Wichtigste in Kürze

  • InterSky ist historisch: Die Regionalairline aus Bregenz flog vom 25. März 2002 bis zum 5. November 2015.
  • Codes: IATA 3L, ICAO ISK, Rufzeichen „INTERSKY“.
  • Österreichische Airline mit deutscher Heimatbasis: Der Sitz lag in Vorarlberg, geflogen wurde vor allem ab Friedrichshafen am Bodensee.
  • Turboprops statt Jets: Rückgrat war die Dash 8-300, ab Anfang 2013 kamen zwei ATR 72-600 dazu.
  • Abruptes Ende: Nach einem gescheiterten Verkauf holte die Leasingfirma am 5. November 2015 vier der fünf Flugzeuge ab, der Flugbetrieb endete noch am selben Abend.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.InterSky im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Die Flotte von InterSky
  5. 5.Belegte Kennzeichen
  6. 6.Woran du InterSky erkennst
  7. 7.Strecken und Stationen
  8. 8.Warum InterSky scheiterte
  9. 9.Der letzte Tag
  10. 10.Spotten heute: Spuren am Bodensee
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-Code3L
ICAO-CodeISK
RufzeichenINTERSKY
DrehkreuzeFDH
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 5. November 2015 eingestellt, Insolvenzantrag wenige Tage später beim Landesgericht Feldkirch
GeschäftsmodellRegionalairline mit Linienflügen im Dreiländereck Deutschland, Österreich und Schweiz, im Sommer dazu Ferienstrecken ans Mittelmeer und Charter
SitzBregenz, Vorarlberg (Österreich); Flugbetrieb vom Flughafen Friedrichshafen aus
GegründetNovember 2001 von Renate Moser und Rolf Seewald; erster Flug am 25. März 2002
BasenBern-Belp (BRN) in den Anfangsjahren, ab 2004 Friedrichshafen (FDH); zeitweise Flüge ab Karlsruhe/Baden-Baden und Memmingen
EigentümerGründerfamilien Moser und Seewald, ab Anfang 2012 mehrheitlich die Investoren hinter Intro Aviation (Hans Rudolf Wöhrl, Peter Oncken)
Flotte zum Schluss5 Flugzeuge: 3 Dash 8-300 mit je 50 Sitzen und 2 ATR 72-600 mit je 70 Sitzen
Weitere Typenzeitweise eine angemietete ATR 42 (2010) sowie ab 2013 kurzzeitig angemietete Flugzeuge, darunter eine ATR 72-200
Mitarbeitenderund 150 zum Ende 2015

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich InterSky?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Kleine Hochdecker-Turboprops: Dash 8-300 mit Hauptfahrwerk in den langen Triebwerksgondeln und ab Anfang 2013 ATR 72-600 mit Fahrwerksverkleidungen am Rumpf
  • Österreichische Kennzeichen mit OE-, belegt sind etwa OE-LIA und OE-LSB (Dash 8-300) sowie OE-LID (ATR 72-600)
  • Eigene Bemalung mit dem Schriftzug „InterSky“ am Rumpf – keine Konzernoptik einer großen Airline
  • Heimat war Friedrichshafen am Bodensee, nicht ein österreichischer Flughafen
  • Flugnummern mit 3L, im Flugplan und in alten Tracker-Daten ISK, im Funk „INTERSKY“

Wer zwischen 2004 und 2015 am Bodensee unterwegs war, kennt das Bild: Eine kleine Propellermaschine mit dem Schriftzug InterSky dreht über dem See ein und landet in Friedrichshafen. Die Airline war klein, aber für die Region wichtig – und sie war ein kurioser Fall: österreichisch registriert, mit Sitz in Bregenz, aber mit Heimatbasis auf der deutschen Seeseite. Diese Seite zeigt dir, woher InterSky kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du ihre Maschinen im Fotoarchiv erkennst.

Archivsichtungen sauber festhalten

Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – auch Bilder von Airlines, die es heute nicht mehr gibt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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InterSky im Überblick

InterSky war eine österreichische Regionalairline mit Sitz in Bregenz. Gegründet wurde die InterSky Luftfahrt GmbH im November 2001 von Renate Moser und Rolf Seewald. Die beiden waren in der Branche keine Neulinge: Kurz zuvor hatten sie ihre erste Airline, die Vorarlberger Rheintalflug, verkauft. Mit InterSky fingen sie praktisch von vorn an – mit einem einzigen Flugzeug, einer Dash 8-300.

Der erste Flug ging am 25. März 2002. Ausgangspunkt war damals nicht der Bodensee, sondern der Flughafen Bern-Belp: Von dort flog InterSky nach Berlin und Wien. Ab 2004 verlagerte die Airline ihren Schwerpunkt nach Friedrichshafen, 2005 zog sie sich aus Bern ganz zurück. Am Bodensee wurde InterSky zur prägenden Airline des Flughafens.

Rund 13 Jahre später war Schluss. Am 5. November 2015 holte die Leasingfirma vier der fünf Flugzeuge ab, und noch am Abend stellte InterSky den Flugbetrieb ein.

3LIATA-Code der Airline
ISKICAO-Code in alten Flugplandaten
OE-österreichisches Kennzeichen-Präfix

Die Geschichte in Etappen

Die Geschichte von InterSky lässt sich gut in Stationen erzählen – vom Neustart in Bern über die Jahre am Bodensee bis zum abrupten Ende.

2001/2002: Start in Bern

Gründung im November 2001, erster Flug am 25. März 2002. Mit einer Dash 8-300 verbindet InterSky Bern mit Berlin-Tempelhof und Wien. Das erste Jahr bringt hohe Verluste.

2003: neues Geschäftsmodell

Finanzchef Claus Bernatzik, der Sohn von Renate Moser, richtet die Airline nach Low-Cost-Vorbild neu aus: Bordverpflegung gegen Aufpreis, Tickets nur noch über die eigene Website.

2004/2005: Umzug an den Bodensee

Friedrichshafen wird zur Heimatbasis, Bern wird 2005 aufgegeben. Von nun an fliegt InterSky vom Bodensee in große deutsche Städte.

2008: Abschied von Tempelhof

Bis zur Schließung im Oktober 2008 fliegt InterSky den Berliner Innenstadtflughafen Tempelhof an. Danach geht es nach Berlin-Tegel. Die Flotte ist auf vier Dash 8-300 angewachsen.

2009/2010: Rekordjahre

Im Oktober 2009 fliegt der millionste Fluggast mit, 2010 wird mit mehr als 250.000 Fluggästen zum besten Jahr. Zeitweise ergänzt eine angemietete ATR 42 die Flotte.

2011/2012: Krise und neue Eigentümer

2011 gerät InterSky in finanzielle Schwierigkeiten. Im Januar 2012 geht eine Dash 8-300 an Maldivian, im Februar 2012 übernehmen die Investoren hinter Intro Aviation die Mehrheit. Im Sommer 2012 bestellt InterSky zwei ATR 72-600.

2013/2014: neue Strecken

Graz und Salzburg werden mit Zürich verbunden, ab Karlsruhe/Baden-Baden fliegt InterSky zeitweise nach Hamburg. Anfang 2013 gehen nacheinander die beiden ATR 72-600 in Dienst.

2015: Verkauf scheitert, Betrieb endet

Im Herbst sucht der Eigentümer einen Käufer, die Verhandlungen scheitern. Am 5. November 2015 holt der Leasinggeber die Flugzeuge ab, der Flugbetrieb endet. Kurz darauf folgt der Insolvenzantrag.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code 3L: stand in der Flugnummer, also auf Bordkarte, Anzeigetafel und im Buchungssystem.
  • ICAO-Code ISK: stand im Flugplan der Flugsicherung und taucht in alten Tracker-Daten auf.
  • Rufzeichen INTERSKY: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.

Am letzten Abend 2015 waren die ISK-Codes übrigens gut zu verfolgen: Flüge, die eigentlich aus Düsseldorf oder Berlin-Tegel nach Friedrichshafen gehen sollten, landeten stattdessen in Maastricht. Wer damals einen Flugtracker offen hatte, konnte das Ende der Airline live mitverfolgen.

Alte Fotos zuordnen

Kennst du Datum und Kennzeichen eines alten Fotos, hilft der Abgleich mit historischen Flugplandaten. Wie österreichische Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Artikel zu den OE-Kennzeichen.

Die Flotte von InterSky

InterSky hat nie einen Jet betrieben. Die Airline setzte auf Turboprops mit 50 bis 70 Sitzen – genau die richtige Größe für Strecken zwischen Regionalflughäfen und Großstädten, auf denen ein Airbus oder eine Boeing zu groß gewesen wäre.

Typ Zeitraum Sitze Rolle Spotter-Hinweis
Dash 8-300 2002 bis 2015 50 Rückgrat der Flotte, zeitweise vier Exemplare Hochdecker mit T-Leitwerk, Hauptfahrwerk in langen Triebwerksgondeln
ATR 42 2010, angemietet – kurzzeitige Ergänzung Kurzer Rumpf, Fahrwerk in Verkleidungen am Rumpf
ATR 72-600 2013 bis 2015 70 Neueste und größte Flugzeuge Langer Rumpf, sechsblättrige Propeller
ATR 72-200 2013, angemietet – Aushilfe im Wetlease Ältere ATR-72-Generation mit vierblättrigen Propellern

Zum Schluss, im November 2015, bestand die Flotte aus drei Dash 8-300 und zwei ATR 72-600. Die Dash 8-300 war das Flugzeug, mit dem InterSky angefangen hat und das du am ehesten mit der Airline verbindest. Sie stammt aus der Dash-8-Familie von De Havilland Canada, die später unter dem Dach von Bombardier gebaut wurde – deshalb liest du in manchen Quellen auch „Bombardier Dash 8 Q300“.

Die ATR 72-600 bestellte InterSky im Sommer 2012, Anfang 2013 gingen die beiden Maschinen nacheinander in Dienst. Sie gelten als die ersten ATR-Flugzeuge, die eine österreichische Airline in die eigene Flotte aufgenommen hat. Mit 70 Sitzen boten sie 20 Plätze mehr als die Dash 8-300. Hersteller ist das französisch-italienische Unternehmen ATR. Die kurzzeitig angemietete ATR 72-200 half ab 2013 zeitweise aus.

Bemerkenswert sind zwei Langstreckenflüge, mit denen InterSky ihre ATR 72-600 bekannt gemacht hat: Ende November 2013 flog OE-LID nonstop von Friedrichshafen ins russische Krasnodar, und im Juli 2015 brachte eine ATR 72-600 einen albanischen Fußballverein von Belfast nach Tirana. Beide Flüge dauerten mehr als fünf Stunden – für einen Regional-Turboprop eine ungewöhnliche Strecke.

Ehemalige InterSky-Maschinen wiederfinden

Leg Sichtungs-Alarme für Kennzeichen oder Typen an und lass dich benachrichtigen, wenn ein Flugzeug in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Belegte Kennzeichen

Eine vollständige Flottenliste mit allen Registrierungen ist in den Quellen nicht durchgehend dokumentiert. Einige Kennzeichen sind aber gut belegt:

Kennzeichen Typ Was darüber bekannt ist
OE-LIA Dash 8-300 Flog am letzten Betriebstag noch Zürich–Graz
OE-LSB Dash 8-300 Stand in den letzten Tagen vor dem Ende in Friedrichshafen
OE-LIE Dash 8-300 Im Januar 2012 an Maldivian verkauft
OE-LID ATR 72-600 Flog im November 2013 nonstop von Friedrichshafen nach Krasnodar

Alle Flugzeuge trugen österreichische Kennzeichen mit OE-, obwohl sie fast immer in Deutschland stationiert waren. Das ist der einfachste Weg, InterSky von deutschen Regionalairlines zu unterscheiden. Die ehemalige OE-LIE kannst du übrigens bei Maldivian auf den Malediven wiederfinden, sofern sie dort noch fliegt – prüf den aktuellen Stand vor der Suche.

Woran du InterSky erkennst

InterSky flog unter eigener Marke und nicht in der Optik eines großen Partners. Der Schriftzug „InterSky“ am Rumpf macht die Zuordnung deshalb einfacher als bei Airlines, die im Auftrag eines Konzerns geflogen sind. Schwieriger ist die Frage nach dem Typ – denn Dash 8 und ATR sehen auf den ersten Blick ähnlich aus.

Schriftzug suchen

Der Name InterSky am Rumpf ist der erste und deutlichste Hinweis.

Fahrwerk prüfen

Hauptfahrwerk in langen Triebwerksgondeln: Dash 8-300. Fahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf: ATR.

Kennzeichen lesen

OE-L… am Heck passt zu InterSky. Vergleiche mit der Tabelle oben.

Datum prüfen

Fotos nach dem 5. November 2015 zeigen nicht mehr InterSky – die Flugzeuge flogen dann für andere.

Beim Unterscheiden der Typen hilft der Guide ATR und Dash 8 unterscheiden. Die Faustregel: Beide haben ein T-Leitwerk, entscheidend ist das Fahrwerk. Die Dash 8 zieht es in die langen Triebwerksgondeln ein und steht hochbeinig da, die ATR verstaut es in Verkleidungen am Rumpf und hockt tief über dem Boden.

Achtung Verwechslung

Am Bodensee war InterSky nicht die einzige Regionalairline. Am Flugplatz Altenrhein auf der Schweizer Seite fliegt People’s, ebenfalls mit österreichischer Zulassung. Wer alte Fotos vom See sortiert, sollte deshalb immer auf Schriftzug und Kennzeichen achten.

Strecken und Stationen

Das Netz von InterSky war klein, aber gut durchdacht. Kern waren Verbindungen vom Bodensee in große deutsche Städte, auf denen Geschäftsreisende sonst lange Bahn- oder Autofahrten in Kauf nehmen mussten.

  • Ab Friedrichshafen: Berlin (erst Tempelhof, dann Tegel), Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn, teils mehrmals täglich. Münster/Osnabrück wurde 2011 zugunsten weiterer Düsseldorf-Flüge aufgegeben.
  • Österreich–Schweiz: Ab 2013 verband InterSky Graz und Salzburg mit Zürich. Wien flog die Airline bis Ende 2012 an.
  • Ferienstrecken im Sommer: Saisonal ging es zu Zielen wie Elba, Menorca, Pula und Zadar, auch München und Altenrhein standen zeitweise im Sommerflugplan. Dazu kamen Charterflüge.
  • Weitere Basen: Ab 2013 flog InterSky zeitweise ab Karlsruhe/Baden-Baden nach Hamburg, 2015 kam Memmingen hinzu, angebunden über Strecken ab Friedrichshafen.

Auf vielen Inlandsstrecken traf InterSky auf harte Konkurrenz. Als Germanwings 2010 auf der Strecke nach Köln/Bonn einstieg, zog sich InterSky dort zunächst zurück und kam erst später wieder. Ab Mai 2011 gab es zudem eine Vertriebskooperation mit Air Berlin – eine Partnerschaft beim Ticketverkauf, aber keine Übernahme.

Warum InterSky scheiterte

Kleine Regionalairlines leben mit dünnen Margen. InterSky war da keine Ausnahme: Gute und schlechte Jahre wechselten sich ab, und 2011 geriet die Airline in finanzielle Schwierigkeiten.

Was für das Modell sprach

  • Klare Nische: Direktflüge vom Bodensee in große Städte
  • Eigene Marke und eigener Ticketvertrieb
  • Passende Flugzeuggröße für dünne Strecken
  • Ferienstrecken als Zusatzgeschäft im Sommer

Was am Ende dagegen sprach

  • Starke Konkurrenz durch größere Airlines auf Inlandsstrecken
  • Kleine Flotte, kaum Reserven bei Ausfällen
  • Fast alle Flugzeuge von einem Leasinggeber
  • Verkauf an einen neuen Investor scheiterte

Im Februar 2012 stiegen Hans Rudolf Wöhrl und Peter Oncken mit ihrer Firma Intro Aviation ein und übernahmen die Mehrheit. 2014 war sogar ein Zusammengehen mit CityJet im Gespräch, das Intro Aviation damals gehörte. Daraus wurde nichts.

Im September 2015 wurde bekannt, dass InterSky verkauft werden sollte. Zugleich drohte das österreichische Verkehrsministerium mit dem Entzug der Betriebsgenehmigung, falls die Airline ihre finanzielle Leistungsfähigkeit nicht nachweist. Die Verhandlungen mit dem Investor MDA Mitteldeutsche Aviation scheiterten. Am 5. November 2015 holte die Leasingfirma Castlelake ihre Flugzeuge zurück: zwei ATR 72-600 und zwei Dash 8-300 wurden nach Maastricht-Aachen überführt. Rund 150 Beschäftigte verloren ihre Arbeit. Mehr zum Hintergrund findest du im Überblick zu großen Airline-Pleiten in Europa und zu den Regionalairlines in Europa.

Der letzte Tag

Der 5. November 2015 begann noch wie ein normaler Betriebstag. Am Abend strich InterSky alle Flüge und stoppte den Ticketverkauf. Mehrere Maschinen, die eigentlich aus Düsseldorf und Berlin-Tegel an den Bodensee zurückkehren sollten, flogen stattdessen nach Maastricht. Einen der letzten Einsätze flog die Dash 8-300 OE-LIA zwischen Zürich und Graz – laut Berichten das einzige Flugzeug im Eigentum der Airline, das deshalb nicht abgeholt wurde.

Am 9. November 2015 folgte der Insolvenzantrag beim Landesgericht Feldkirch, wenige Tage später ordnete das Gericht die Schließung an. Für Friedrichshafen bedeutete das Ende von InterSky einen spürbaren Einschnitt, weil viele direkte Verbindungen in deutsche Großstädte wegfielen.

Gute Chancen auf ein InterSky-Foto im Archiv, wenn …

  • du zwischen 2004 und 2015 in Friedrichshafen gespottet hast
  • auf dem Bild eine Dash 8-300 oder ATR 72-600 mit OE-Kennzeichen zu sehen ist
  • du in den Jahren in Düsseldorf, Hamburg, Berlin oder Zürich Regionalverkehr fotografiert hast

Genauer prüfen, wenn …

  • das Foto am Bodensee entstand, aber kein Schriftzug lesbar ist
  • es eine angemietete Maschine in fremder Bemalung sein könnte

Kein InterSky, wenn …

  • das Foto nach dem 5. November 2015 aufgenommen wurde
  • das Flugzeug ein Jet ist – InterSky flog nur Turboprops

Spotten heute: Spuren am Bodensee

InterSky selbst siehst du nicht mehr. Spannend bleibt die Airline trotzdem. Viele Spotter haben in ihren Archiven Bilder aus Friedrichshafen, die sie nie sauber beschriftet haben. Tipps für ein durchdachtes Ablagesystem liefert der Artikel Flugzeugfotos archivieren.

Wer heute an den Bodensee fährt, findet dort weiter Luftfahrt zum Anfassen: Rund um die Messe AERO Friedrichshafen ist am Flughafen viel los, und auf der Schweizer Seite lohnt das Fliegermuseum Altenrhein einen Besuch. In Zürich, einem der letzten InterSky-Ziele, ist der Butzenbüel ein beliebter Spot. Und wer die Spur der Flotte verfolgen will: Am Flughafen Maastricht-Aachen endete 2015 der Weg der meisten InterSky-Flugzeuge.

Als Gegenstück aus Österreich lohnt ein Blick auf Tyrolean Airways, die ebenfalls Dash 8 flog, aber zur Austrian-Gruppe gehörte – und auf Austrian Airlines, die heute den Großteil des österreichischen Linienverkehrs stellt.

Sicherheit und Regeln

Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Zäune und Absperrungen sind tabu, und Drohnen haben in der Nähe von Flughäfen nichts verloren.

Häufige Verwechslungen

  • InterSky für eine deutsche Airline halten – Sitz und Kennzeichen waren österreichisch, nur die Heimatbasis lag in Deutschland.
  • InterSky mit People’s verwechseln – beide sind Bodensee-Airlines mit OE-Kennzeichen, People’s fliegt aber ab Altenrhein und mit Jets.
  • Dash 8-300 und ATR 72-600 durcheinanderbringen – beide haben ein T-Leitwerk, das sicherste Merkmal ist das Fahrwerk: Gondel bei der Dash 8, Rumpfverkleidung bei der ATR.
  • Den Air-Berlin-Vertrieb als Übernahme deuten – es ging nur um den Ticketvertrieb, InterSky blieb eigenständig.
  • Fotos nach November 2015 als InterSky notieren – ab dann flogen die Maschinen für neue Betreiber.

Deine Archivsichtungen in den Hangar

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Fazit

InterSky war die Airline des Bodensees: österreichisch registriert, in Friedrichshafen zu Hause und mit kleinen Turboprops auf Strecken unterwegs, die für größere Airlines kaum lohnten. Dreizehn Jahre lang hat sie die Region mit Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn verbunden, bevor ein gescheiterter Verkauf und der Abzug der Leasingflugzeuge das Aus brachten. Mit Schriftzug, OE-Kennzeichen und einem Blick aufs Fahrwerk ordnest du deine Archivfotos sicher zu.

Kurzfazit

InterSky (IATA 3L, ICAO ISK) war eine historische Regionalairline aus Bregenz, die von 2002 bis November 2015 vor allem ab Friedrichshafen flog – mit Dash 8-300 und ATR 72-600. OE-Kennzeichen und Aufnahmedatum verraten dir, ob dein Foto wirklich InterSky zeigt.

Zusammenfassung

  • InterSky war eine kleine Regionalairline mit eigener Marke, die vom Bodensee aus Großstädte wie Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn anflog.
  • Für Spotter ist sie ein typischer Fall für das Archiv: Die Flotte war klein, die Kennzeichen sind überschaubar, und die Airline gibt es seit 2015 nicht mehr.
  • Dash 8-300 und ATR 72-600 unterscheidest du am Fahrwerk und an den Triebwerksgondeln – beide sind Hochdecker mit Propellern und T-Leitwerk.
  • Die Geschichte zeigt, wie knapp kleine Regionalairlines kalkulieren: Ein einzelner Leasinggeber konnte den Betrieb mit einem Schlag beenden.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte InterSky?

InterSky hatte den IATA-Code 3L und den ICAO-Code ISK. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „INTERSKY“. In alten Tracker- und Flugplandaten findest du die Flüge deshalb unter ISK, auf Bordkarten und Anzeigetafeln unter 3L.

Gibt es InterSky noch?

Nein. Am 5. November 2015 holte die Leasingfirma vier der fünf Flugzeuge ab und brachte sie nach Maastricht, noch am selben Abend endete der Flugbetrieb. Wenige Tage später wurde beim Landesgericht Feldkirch Insolvenz beantragt, das Gericht ordnete die Schließung des Unternehmens an.

War InterSky eine österreichische oder eine deutsche Airline?

Eine österreichische. Die InterSky Luftfahrt GmbH hatte ihren Sitz in Bregenz in Vorarlberg und flog mit österreichischen OE-Kennzeichen. Der wichtigste Flughafen lag aber auf der deutschen Seite des Bodensees: Friedrichshafen war ab 2004 die Heimatbasis.

Welche Flugzeuge flog InterSky?

Grundstock der Flotte war die Dash 8-300 mit 50 Sitzen; zeitweise flogen vier Exemplare. Anfang 2013 kamen zwei ATR 72-600 mit 70 Sitzen dazu, bestellt im Sommer 2012. Zum Schluss bestand die Flotte aus drei Dash 8-300 und zwei ATR 72-600. Zeitweise ergänzten eine angemietete ATR 42 und kurzzeitig angemietete Flugzeuge den Betrieb.

Wohin flog InterSky?

Ab Friedrichshafen vor allem nach Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn, dazu Verbindungen von Graz und Salzburg nach Zürich. Im Sommer kamen Ferienziele wie Elba, Menorca, Pula und Zadar hinzu. In den Anfangsjahren flog InterSky ab Bern nach Berlin und Wien, später zeitweise auch ab Karlsruhe/Baden-Baden und Memmingen.

Warum ist InterSky gescheitert?

Die Airline kämpfte über Jahre mit starker Konkurrenz auf ihren Inlandsstrecken und schwankenden Ergebnissen. 2015 wollten die Eigentümer sie verkaufen, die Verhandlungen mit einem Investor scheiterten aber. Die Behörde hatte zuvor mit dem Entzug der Betriebsgenehmigung gedroht, falls die finanzielle Leistungsfähigkeit nicht nachgewiesen wird. Am 5. November 2015 zog der Leasinggeber die Flugzeuge ab.

Wo konnte man InterSky spotten?

Am häufigsten in Friedrichshafen, außerdem an den Zielflughäfen wie Düsseldorf, Hamburg, Berlin-Tegel, Köln/Bonn und Zürich. Heute gibt es InterSky-Motive nur noch im Archiv. Ehemalige Flugzeuge kannst du bei neuen Betreibern wiederentdecken, wenn du ihre Seriennummern kennst.

InterSky im Blick behalten

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