Österreichische OE-Kennzeichen: So funktioniert die Systematik

OE-L am Airliner, OE-X am Hubschrauber, OE-9 am Motorsegler: Die österreichischen Luftfahrzeugkennzeichen folgen einer klaren Tabelle. Hier liest du sie Buchstabe für Buchstabe und Ziffer für Ziffer.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202611 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • OE plus drei Buchstaben: Motorflugzeuge, Hubschrauber und Ballone tragen hinter OE- eine dreistellige Buchstabengruppe, deren erster Buchstabe die Klasse verrät.
  • OE-I und OE-L heißt: großer Jet: Diese beiden Buchstaben sind mehrmotorigen Flugzeugen über 20 Tonnen Höchstabflugmasse vorbehalten – darunter fällt jeder Airliner von Austrian.
  • Ziffern statt Buchstaben: Segelflugzeuge, Motorsegler, Ultraleichte und motorisierte Hänge- und Paragleiter bekommen vierstellige Nummern. Der Tausenderbereich verrät die Geräteart.
  • Sonderbuchstaben schlagen Gewicht: B steht für Luftfahrzeuge des Bundes, V für Erprobung, U für Zwischenbewilligungen, Y für unbemannte Luftfahrzeuge, X für Drehflügler, W für Wasserflugzeuge.
  • Kennzeichen kommen zurück: Ein gelöschtes Kennzeichen darf frühestens drei Jahre später wieder vergeben werden – notiere zu jeder Sichtung deshalb immer Datum und Typ.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.OE-Kennzeichen: die kurze Antwort
  2. 2.Die Buchstaben-Tabelle für Flugzeuge
  3. 3.Sonderbuchstaben: wenn nicht das Gewicht zählt
  4. 4.Die Zifferngruppen: Segelflug, Motorsegler, Ultraleicht
  5. 5.Airliner mit OE-L: die Flotte von Austrian
  6. 6.Ein OE-Kennzeichen in vier Schritten lesen
  7. 7.Wo das Kennzeichen angebracht ist
  8. 8.Vergabe, Reservierung und Wiedervergabe
  9. 9.Was nicht unter OE- fliegt
  10. 10.Wo du OE-Kennzeichen am besten sammelst
  11. 11.Fazit

Am Spotterhügel in Schwechat rollt eine Austrian-777 vorbei, OE-LPF am Heck. Ein paar Minuten später knattert ein Hubschrauber mit OE-X… über den Zaun, und am kleinen Flugplatz am Wochenende steht ein Segelflieger mit OE-5… neben einer Diamond mit OE-K…. Hinter diesen Zeichen steckt eine feste Tabelle. Wer die österreichischen OE-Kennzeichen lesen kann, weiß nach dem ersten Zeichen hinter dem Bindestrich, mit welcher Art Luftfahrzeug er es zu tun hat – und manchmal sogar, wie viele Sitze es hat. Dieser Guide erklärt dir die Systematik Buchstabe für Buchstabe.

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OE-Kennzeichen: die kurze Antwort

Ein österreichisches Kennzeichen besteht aus dem Staatszugehörigkeitszeichen OE, einem Bindestrich und dem Eintragungszeichen. Das Eintragungszeichen ist entweder eine dreistellige Buchstabengruppe – bei Motorflugzeugen, Hubschraubern, Ballonen und Luftschiffen – oder eine vierstellige Zifferngruppe bei Segelflugzeugen, Motorseglern, Ultraleichten und motorisierten Hänge- und Paragleitern. Der erste Buchstabe beziehungsweise der Ziffernbereich gibt die Luftfahrzeugklasse an.

Rechtsgrundlage ist die Zivilluftfahrzeug- und Luftfahrtgerät-Verordnung 2010, kurz ZLLV 2010. Ihre Anlage B legt fest, welcher Buchstabe und welcher Ziffernbereich zu welcher Klasse gehört. Das Register führt die Luftfahrtbehörde bei Austro Control: Sie teilt Kennzeichen zu, trägt ein, ändert und löscht. Die internationalen Grundlagen – ein Kennzeichen pro Flugzeug, Eintragung in nur einem Staat – erklärt der Überblick Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

OE-Staatszugehörigkeitszeichen Österreichs
3 / 4Buchstaben bei Motorflugzeugen, Ziffern bei Segelflug und UL
3 JahreMindestpause, bevor ein gelöschtes Kennzeichen neu vergeben wird

Die Buchstaben-Tabelle für Flugzeuge

Bei Starrflüglern entscheiden Motorenzahl und höchstzulässige Abflugmasse über den ersten Buchstaben. Bei den kleinen Einmotorigen kommt als Besonderheit die Zahl der Sitze dazu – das gibt es im deutschen System so nicht.

Erster Buchstabe Klasse nach ZLLV 2010, Anlage B Was du typischerweise siehst
OE-A…, OE-C… einmotorig bis 2.000 kg, Sitzzahl offen vor allem Zwei- und Dreisitzer wie die Diamond DA20 Katana
OE-D…, OE-K… einmotorig bis 2.000 kg, nur mit mehr als drei Sitzen Viersitzer wie Cessna 172 oder Diamond DA40
OE-E… einmotorig über 2.000 bis 5.700 kg einmotorige Turboprops
OE-F… mehrmotorig bis 5.700 kg leichte Zweimots wie die Diamond DA42 oder DA62
OE-G… ein- und mehrmotorig über 5.700 bis 14.000 kg mittlere Businessjets, größere Turboprops
OE-H… mehrmotorig über 14.000 bis 20.000 kg große Businessjets, kleinere Regionalflugzeuge
OE-I…, OE-L… mehrmotorig über 20.000 kg Airliner, große Langstrecken-Businessjets

Die Gewichtsgrenzen gelten jeweils „bis einschließlich“: Ein Flugzeug mit genau 2.000 kg fällt noch in die untere Klasse. Die Verordnung behält D und K Flugzeugen mit mehr als drei Sitzplätzen vor. Ein Zweisitzer unter zwei Tonnen bekommt deshalb immer A oder C, ein Viersitzer kann D oder K tragen, ist aber nicht zwingend darauf festgelegt. Das macht den ersten Buchstaben bei Leichtflugzeugen zum kleinen Rätsel: OE-K heißt nicht „Kunstflug“ oder „klein“, sondern schlicht „einmotorig, leicht, mehr als drei Sitze“.

Zum Vergleich: In Deutschland nennt der Buchstabe nach D- ebenfalls die Klasse, aber mit anderen Grenzen und ohne Sitzplatz-Kriterium. Den direkten Vergleich findest du im Artikel zu den deutschen Kennzeichen und Gewichtsklassen.

Diamond: Leichtflugzeuge aus Niederösterreich

Am österreichischen Kleinflugplatz siehst du viele Flugzeuge von Diamond Aircraft aus Wiener Neustadt. Sie sind ein gutes Übungsfeld: Eine zweisitzige DA20 landet zwingend in der A/C-Gruppe, eine viersitzige DA40 kann OE-D… oder OE-K… tragen, die zweimotorige DA42 gehört unter F. Ein Hersteller, mehrere Klassen – je nach Motorenzahl und Sitzen.

Sonderbuchstaben: wenn nicht das Gewicht zählt

Für bestimmte Bauarten und Verwendungen gibt die Verordnung eigene Buchstaben vor, die die Gewichtsregel ersetzen. Für Spotter sind das oft die spannendsten Kennzeichen.

Buchstabe Bedeutung Spotter-Relevanz
OE-X… Drehflügler: Hubschrauber und Tragschrauber Rettungs-, Polizei-, Arbeits- und Privathubschrauber
OE-W… Wasser- und Amphibienflugzeuge selten, an Seen und bei Veranstaltungen
OE-Z…, OE-R…, OE-S… Luftfahrzeuge leichter als Luft: Ballone und Luftschiffe Heißluftballone bei Ballonfestivals
OE-B… Luftfahrzeuge des Bundes zivil registrierte Maschinen staatlicher Stellen
OE-V… Experimental-Luftfahrzeuge sowie Erprobungs- und Prüfflüge Experimental- und Testflugzeuge
OE-U… Luftfahrzeuge mit Zwischenbewilligung nach dem Luftfahrtgesetz Überführungen, z. B. vor einem Export
OE-Y… unbemannte Luftfahrzeuge eingetragene unbemannte Luftfahrzeuge

Ein Hubschrauber mit OE-X ist für dich also sofort einsortiert, egal ob ein Airbus H135 oder eine Bell 407. Wie du die Muster dann unterscheidest, zeigt der Guide Hubschrauber spotten.

Die Buchstaben V und U hängen eng mit einer Regel aus § 6 und § 14 der ZLLV zusammen: Für Erprobungs- und Prüfflüge sowie für Zwischenbewilligungen vor einer Ausfuhr kann ein Kennzeichen auch ohne Eintragung im Register zugeteilt werden, höchstens für zwölf Monate. Solche Kennzeichen sind kurzlebig und deshalb bei Sammlern beliebt. Wie Hersteller weltweit mit Werks- und Testkennzeichen arbeiten, beschreibt der Artikel über Testkennzeichen und Werksregistrierungen.

Das seltene Kennzeichen nicht verpassen

Leg einen Sichtungs-Alarm für ein Kennzeichen wie OE-LPF an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn die Maschine im Anflug ist oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Die Zifferngruppen: Segelflug, Motorsegler, Ultraleicht

Die zweite Säule des Systems sind die Nummernkennzeichen. Hier steht hinter OE- keine Buchstabengruppe, sondern eine vierstellige Zahl. Der Tausenderbereich verrät die Geräteart, und die letzten Nummern eines Bereichs sind für Geräte in Erprobung reserviert.

Ziffernbereich Geräteart Bereich für Erprobung
OE-0001 bis OE-0999, OE-5000 bis OE-5999 Segelflugzeuge und bestimmte Ultraleichte –
OE-6000 bis OE-6989 motorisierte Hänge- und Paragleiter OE-6990 bis OE-6999
OE-7000 bis OE-7989 aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge OE-7990 bis OE-7999
OE-8000 bis OE-8989 gewichtskraftgesteuerte Ultraleichtflugzeuge (Trikes) OE-8990 bis OE-8999
OE-9000 bis OE-9989 Motorsegler und bestimmte Ultraleichte OE-9990 bis OE-9999

Damit kannst du am Segelfluggelände eine Menge ablesen: Ein Flieger mit OE-5… oder OE-0… ist in aller Regel ein Segelflugzeug, einer mit OE-9… meist ein Motorsegler, ob Reisemotorsegler oder eigenstartfähiges Segelflugzeug. OE-7… steht für das klassische Dreiachs-UL mit Steuerknüppel und Rudern, OE-8… für das Trike mit Pendelsteuerung. Wo du solche Plätze findest, steht im Guide Flugplätze auf Karten finden.

Ein Unterschied zu Deutschland

Deutschland gibt Ultraleichtflugzeugen und Motorseglern Buchstaben (D-M… und D-K…) und nur Segelflugzeugen Ziffern. Österreich setzt bei allen leichten Sportgeräten auf Zahlen. Ein „OE-9…“ und ein „D-K…“ können also dieselbe Geräteart bezeichnen.

Airliner mit OE-L: die Flotte von Austrian

Am Verkehrsflughafen begegnet dir vor allem die Gruppe OE-L…. Alle Jets von Austrian Airlines sind mehrmotorig und deutlich schwerer als 20 Tonnen, deshalb landen sie in der Klasse I/L. Ein paar Kennzeichen, die du kennen solltest:

  • OE-LPF – eine Boeing 777-200ER, die 2018 als erstes Flugzeug das aufgefrischte Austrian-Design trug.
  • OE-LPM – eine Boeing 787-9 aus der neuen Langstreckenflotte, die Austrian seit 2024 einsetzt.
  • OE-LBO – ein Airbus A320, der 2019 eine Retro-Lackierung im Stil der 1980er-Jahre erhielt.

Typisch für große Betreiber: Innerhalb von OE-L… werden oft Blöcke für eine Flottenfamilie genutzt, etwa OE-LP… für Langstrecken-Boeings und OE-LB… für Airbus-Schmalrumpfjets. Das ist eine Gewohnheit, keine Vorschrift – verlass dich beim Typ also nicht blind auf die Buchstaben, sondern prüfe ihn am Flugzeug. Mehr Austrian-Einzelstücke stellt der Artikel zu Sonderlackierungen aus Österreich und der Schweiz vor.

Nicht jedes OE-L gehört zu Austrian. Auch die Ein-Flugzeug-Airline People’s fliegt mit einem österreichischen Kennzeichen, OE-LMK an einer Embraer E170, obwohl ihre Basis in St. Gallen-Altenrhein in der Schweiz liegt. Historische Betreiber wie Lauda Air (1979–2013) oder Niki (2003–2017) sind heute nur noch auf alten Fotos und in Logbüchern zu finden.

Ein OE-Kennzeichen in vier Schritten lesen

Mit den beiden Tabellen kannst du jedes österreichische Kennzeichen in Sekunden einordnen. So gehst du vor:

1. Präfix prüfen

Steht OE- am Rumpf, ist das Luftfahrzeug in Österreich registriert. Über Betreiber oder Einsatzort sagt das noch nichts – siehe People’s.

2. Buchstabe oder Ziffer?

Folgen Ziffern, hast du ein Segelflugzeug, einen Motorsegler, ein UL oder einen motorisierten Gleiter vor dir. Folgen Buchstaben, ist es ein Motorflugzeug, ein Drehflügler oder ein Ballon.

3. Ersten Buchstaben oder Tausender deuten

L oder I heißt großer Mehrmotoriger, X Hubschrauber, D oder K Leichtflieger mit mehr als drei Sitzen, 9 meist Motorsegler. Sonderbuchstaben wie B, V oder U sind dein Hinweis auf etwas Ungewöhnliches.

4. Gegen den Typ prüfen

Passt die Klasse zum Flugzeug, das du siehst? Ein vermeintliches OE-L an einer Cessna oder ein OE-X an einem Jet ist fast immer ein Lesefehler.

Wo das Kennzeichen angebracht ist

Auch die Anbringung regelt die ZLLV 2010. Das Kennzeichen steht am Rumpf, an rumpfähnlichen Bauteilen, an Motorgondeln oder auf dem Seitenleitwerk und zusätzlich auf der Unterseite der linken Tragfläche. Die Schriftzeichen müssen am Rumpf, an den Gondeln und am Leitwerk mindestens 30 Zentimeter hoch sein, auf der Tragfläche mindestens 50 Zentimeter. Am Seitenleitwerk ist dabei ein Rand von mindestens 10 Zentimetern freizuhalten.

Wenn die Bauart diese Größen nicht zulässt, erlaubt die Verordnung kleinere Zeichen – aber nicht unter 15 Zentimetern am Rumpf oder Leitwerk und 25 Zentimetern auf der Tragfläche. Bei Ballonen und Luftschiffen steht das Kennzeichen auf der Hülle, mindestens 50 Zentimeter hoch. Für dich am Zaun heißt das: Bei Kleinflugzeugen im Überflug ist die Unterseite des linken Flügels oft die beste Stelle zum Ablesen. Einen länderübergreifenden Vergleich der Vorschriften liefert der Artikel Wo das Kennzeichen am Flugzeug stehen muss.

Vergabe, Reservierung und Wiedervergabe

Ein paar Regeln aus der Verordnung erklären Dinge, die dir beim Sammeln auffallen:

  • Ein Kennzeichen, ein Luftfahrzeug. Jede Buchstaben- oder Zifferngruppe gilt immer nur für eine Maschine, bei Freiballonen für eine Hülle.
  • Drei Jahre Sperrfrist. Nach der Löschung darf die Behörde ein Kennzeichen frühestens drei Jahre später neu vergeben. Über die Jahrzehnte kann dieselbe Kennung deshalb an ganz verschiedenen Flugzeugen hängen.
  • Keine Verwechslung mit Funksignalen. Buchstabengruppen, die mit Signalen im Flugfunk verwechselt werden könnten, vergibt die Behörde nicht.
  • Wunschkennzeichen per Reservierung. Austro Control bietet ein Formular, mit dem sich ein Kennzeichen reservieren lässt. Innerhalb der Klassenregeln kann ein Halter also eine bestimmte Kombination beantragen.

Das Register selbst kannst du über die Online-Abfrage von Austro Control durchsuchen. Die Behörde weist darauf hin, dass sie für Richtigkeit und Vollständigkeit der abgefragten Daten keine Gewähr übernimmt – für Spotter reicht es trotzdem, um eine Sichtung zu prüfen oder den Typ hinter einem Kennzeichen nachzuschlagen. Wie du eine Maschine anschließend auch live findest, beschreibt Ein Flugzeug per Kennzeichen verfolgen.

Kennzeichen und Hex-Code gehören zusammen

Neben dem sichtbaren Kennzeichen hat jedes Flugzeug eine 24-Bit-Transponderadresse, die ebenfalls über das Registrierungsland vergeben wird. Auf Flugradar-Karten taucht sie als sechsstelliger Hex-Code auf. Wie das zusammenhängt, erklärt der Artikel zur ICAO-24-Bit-Adresse.

Was nicht unter OE- fliegt

Nicht alles, was du in Österreich am Himmel siehst, trägt ein OE-Kennzeichen:

  • Militär: Die Kennzeichenregeln der ZLLV gelten für Zivilluftfahrzeuge. Flugzeuge und Hubschrauber des Bundesheeres tragen eigene militärische Kennungen.
  • Ausländische Registrierungen: Viele Flugzeuge, die regelmäßig in Wien oder Salzburg landen, sind woanders eingetragen – irische, maltesische oder US-Kennzeichen sind an österreichischen Flughäfen Alltag. Die wichtigsten Präfixe fasst der Guide zu den Länderkennungen an Flugzeugen zusammen.
  • Sammlungen und Vorführflotten: Im Hangar-7 in Salzburg oder im Aviaticum Wiener Neustadt lohnt es sich, genau hinzuschauen: Historische Flugzeuge sind nicht immer in Österreich registriert.

Und der Blick über die Grenze: Die Schweiz arbeitet mit HB- und ebenfalls einem Klassenbuchstaben, aber eigenen Grenzen. Die Details stehen im Artikel zu den Schweizer HB-Kennzeichen.

Wo du OE-Kennzeichen am besten sammelst

Für die großen OE-L-Jets ist der Flughafen Wien die erste Adresse, denn dort liegt das Drehkreuz von Austrian. Am Spotterhügel und auf der Besucherterrasse liest du Kennzeichen im Minutentakt. Einen kompletten Überblick über die Spots gibt der Planespotting-Guide für Wien-Schwechat. Kleinere Klassen wie OE-K, OE-F oder OE-X siehst du dagegen eher an Regionalflughäfen wie Salzburg mit seiner Besucherterrasse und an Sportflugplätzen.

Bevor du dich in Österreich an den Zaun stellst, lohnt ein Blick auf die Regeln vor Ort: Der Artikel Planespotting in Österreich fasst zusammen, was erlaubt ist. Und wenn aus dem Ablesen eine Sammelleidenschaft wird, zeigt Registrierungen sammeln, wie du dein System aufbaust.

Liest du OE-Kennzeichen sicher?

Hak ab, was du schon kannst – am Ende siehst du, wo du stehst.

  • Ich weiß, dass OE-I und OE-L für mehrmotorige Flugzeuge über 20 Tonnen stehen.
  • Ich erkenne Hubschrauber an OE-X.
  • Ich weiß, dass OE-D und OE-K nur an Leichtflugzeugen mit mehr als drei Sitzen stehen.
  • Ich ordne Ziffernkennzeichen dem Segelflug, UL oder Motorsegler zu.
  • Ich kenne Sonderbuchstaben wie B, V, U und Y.
  • Ich prüfe jedes gelesene Kennzeichen gegen den Typ, den ich sehe.

Österreichs Flotte, Kennzeichen für Kennzeichen

Poste deine Sichtung mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot, sammle sie im Hangar, führe eine Wunschliste der fehlenden OE-Kennzeichen und teile alles mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Die österreichischen Kennzeichen folgen einer klaren Tabelle aus der ZLLV 2010: Hinter OE- stehen bei Motorflugzeugen, Hubschraubern und Ballonen drei Buchstaben, bei Segelflugzeugen, Motorseglern und Ultraleichten vier Ziffern. Bei Flugzeugen bestimmen Motorenzahl, Masse und bei den Leichten sogar die Sitzzahl den ersten Buchstaben, Sonderbuchstaben markieren Hubschrauber, Wasserflugzeuge, Bundesluftfahrzeuge und Erprobungsträger. Wer das einmal verinnerlicht hat, sortiert jede Sichtung in Österreich schon beim ersten Zeichen ein.

Kurzfazit

OE-L oder OE-I heißt großer Jet, OE-X Hubschrauber, OE-D oder OE-K Leichtflieger mit mehr als drei Sitzen, Ziffern bedeuten Segelflug, Motorsegler oder UL. Prüf das Kennzeichen immer gegen den Typ und notiere das Datum – denn gelöschte Kennzeichen kommen nach drei Jahren wieder in den Umlauf.

Zusammenfassung

  • Rechtsgrundlage der österreichischen Kennzeichen ist die Zivilluftfahrzeug- und Luftfahrtgerät-Verordnung 2010 (ZLLV 2010), die Zuordnung der Buchstaben und Ziffern steht in ihrer Anlage B.
  • Das Register führt die Luftfahrtbehörde bei Austro Control. Dort lassen sich Kennzeichen reservieren und Einträge online abfragen.
  • Bei Motorflugzeugen entscheiden Motorenzahl und Höchstabflugmasse über den Buchstaben, bei kleinen Einmotorigen zusätzlich die Zahl der Sitze.
  • Für Spotter ist das System ein Schnellfilter: Schon der erste Buchstabe oder die erste Ziffer sagt dir, ob vor dir ein Airliner, ein Schulflugzeug, ein Hubschrauber oder ein Segelflieger steht.

Häufige Fragen

Wofür steht OE bei Flugzeugen?

OE ist das Staatszugehörigkeitszeichen Österreichs. Es steht vor jedem Kennzeichen eines in Österreich registrierten zivilen Luftfahrzeugs, getrennt durch einen Bindestrich vom Eintragungszeichen. Das Präfix stammt aus dem international an Österreich vergebenen Block von Funkrufzeichen.

Was bedeutet der Buchstabe nach OE-?

Er nennt die Luftfahrzeugklasse. Nach Anlage B der ZLLV 2010 stehen A, C, D und K für einmotorige Flugzeuge bis 2.000 kg (D und K nur bei mehr als drei Sitzen), E für einmotorige von 2.000 bis 5.700 kg, F für mehrmotorige bis 5.700 kg, G für Flugzeuge von 5.700 bis 14.000 kg, H für mehrmotorige von 14.000 bis 20.000 kg sowie I und L für mehrmotorige über 20.000 kg. Dazu kommen Sonderbuchstaben wie X für Drehflügler oder B für Luftfahrzeuge des Bundes.

Warum haben manche österreichische Kennzeichen Zahlen?

Segelflugzeuge, Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge und motorisierte Hänge- und Paragleiter erhalten statt drei Buchstaben eine vierstellige Zifferngruppe. Der Bereich verrät die Art: 0001 bis 0999 und 5000 bis 5999 für Segelflugzeuge, 6000er für motorisierte Hänge- und Paragleiter, 7000er für aerodynamisch gesteuerte und 8000er für gewichtskraftgesteuerte Ultraleichte, 9000er für Motorsegler.

Warum tragen Austrian-Flugzeuge OE-L?

Weil alle Jets von Austrian Airlines mehrmotorig sind und mehr als 20 Tonnen Höchstabflugmasse haben. Für diese Klasse sieht die Verordnung die Buchstaben I und L vor. Beispiele sind die Boeing 777-200ER OE-LPF, die Boeing 787-9 OE-LPM oder der Airbus A320 OE-LBO.

Welches Kennzeichen tragen Hubschrauber in Österreich?

Drehflügler – also Hubschrauber und Tragschrauber – bekommen den Buchstaben X, ihre Kennzeichen beginnen also mit OE-X. Eine Ausnahme sind Luftfahrzeuge des Bundes, die unabhängig von der Bauart unter OE-B laufen können.

Wer vergibt die OE-Kennzeichen?

Die Luftfahrtbehörde bei Austro Control führt das österreichische Luftfahrzeugregister. Sie teilt Kennzeichen zu, trägt Luftfahrzeuge ein, ändert und löscht Einträge. Über ein eigenes Formular lassen sich Kennzeichen auch reservieren, und das Register ist online abfragbar.

Kann ein OE-Kennzeichen zweimal vergeben werden?

Ja, aber nicht gleichzeitig. Ein Kennzeichen gilt immer nur für ein Luftfahrzeug. Nach der Löschung darf die Behörde dieselbe Buchstaben- oder Zifferngruppe frühestens nach drei Jahren neu zuteilen. Dieselbe Kennung kann über die Jahrzehnte also verschiedene Flugzeuge bezeichnen.

Tragen Flugzeuge des Bundesheeres OE-Kennzeichen?

Nein. Die Kennzeichenregeln der ZLLV gelten für Zivilluftfahrzeuge. Militärluftfahrzeuge des Bundesheeres tragen eigene militärische Kennungen. OE-B steht dagegen für zivil registrierte Luftfahrzeuge des Bundes.

PT

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