Das Wichtigste in Kürze
- Avanti Air ist eine kleine deutsche Charter- und ACMI-Airline mit Sitz in Haiger und Firmengebäude am Flughafen Siegerland.
- Codes: IATA 4A, ICAO ATV, Rufzeichen „AVANTI AIR“.
- Flotte 2026: zwei De Havilland Canada Dash 8-400 mit je 78 Sitzen, Kennzeichen D-AASH und D-AASG.
- Fokker-100-Ära: Von 2015 bis 2021 flog Avanti Air bis zu drei Fokker 100, unter anderem im Wet-Lease für HOP!.
- Keine A320-Familie: Ein Einstieg mit dem A319 wurde 2021 geprüft und verworfen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | 4A |
|---|---|
| ICAO-Code | ATV |
| Rufzeichen | AVANTI AIR |
| Geschäftsmodell | Wet-Lease (ACMI) für andere Airlines, Ad-hoc- und Sondercharter, Firmen- und Crew-Shuttles |
| Sitz | Haiger (Hessen), Firmengebäude am Flughafen Siegerland seit 2002 |
| Gegründet | 1994 von den Piloten Markus Baumann und Stefan Kissinger |
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Allianz | keine |
| Flotte (Stand 2026) | 2 De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400) mit je 78 Sitzen |
| Frühere Typen | Fokker 100, ATR 42 und ATR 72, Beechcraft 1900, Piaggio P180 Avanti und weitere Geschäftsflugzeuge |
| Zulassungen | Deutsches AOC mit weltweiter Betriebsgenehmigung, eigene CAMO und Part-145-Wartung, IOSA-registriert |
| Verband | Mitglied der European Regions Airline Association (ERA) seit 2005 |
| Rufzeichen | AVANTI AIR |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Avanti Air?
- Heute immer ein Turboprop vom Typ Dash 8-400: Schulterdecker mit zwei Propellertriebwerken, T-Leitwerk und langem, schlankem Rumpf
- Deutsche Kennzeichen aus der Reihe D-AAS… – bekannt sind D-AASH und D-AASG
- Auf dem Tracker mit ICAO-Code ATV, im Funk mit dem Rufzeichen „AVANTI AIR“
- Historisch: Fokker 100 mit den Kennzeichen D-AOLG, D-AGPH und D-AOLH, im Einsatz von 2015 bis 2021
- Kein Airbus: Eine A320-Familie hat Avanti Air nach allen verfügbaren Quellen nie betrieben
- Oft an Regional- und Ferienflughäfen statt an großen Drehkreuzen unterwegs, etwa in Friedrichshafen oder Graz
Avanti Air gehört zu den Airlines, die du nicht jeden Tag siehst – und genau das macht sie spannend. Die kleine Gesellschaft aus Mittelhessen fliegt fast nie unter eigenem Linienflugplan, sondern im Auftrag anderer: für Reiseveranstalter, für Fußballclubs, für Airlines, denen gerade ein Flugzeug fehlt. Früher war sie mit der Fokker 100 unterwegs, heute mit zwei Turboprops vom Typ Dash 8 Q400. Hier erfährst du, wie du Avanti Air sicher erkennst, was aus der Fokker-Zeit geworden ist und warum du hinter dem Namen keinen Airbus suchen musst.
Seltene Charterflieger festhalten
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Spot – und hast in deinem Hangar sofort im Blick, welche Avanti-Air-Maschine dir noch fehlt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Avanti Air im Überblick
Avanti Air ist eine deutsche Charter- und Wet-Lease-Airline. Die Verwaltung sitzt in Haiger, wenige Kilometer vom Flughafen Siegerland entfernt, wo die Airline seit 2002 ein eigenes Firmengebäude hat. Auf ihrer Website schreibt sich die Marke klein und zusammen: „avantiair“.
Das Geschäftsmodell ist bewusst schmal gehalten. Avanti Air vermietet Flugzeuge samt Besatzung, Wartung und Versicherung an andere Airlines – das sogenannte ACMI- oder Wet-Lease-Geschäft – und fliegt Ad-hoc-Charter rund um die Uhr. Dazu kommen Firmen- und Crew-Shuttles, Sonderflüge für Sportteams und Künstler sowie Wartungs- und Trainingsleistungen. Wie Wet-Lease grundsätzlich funktioniert, erklärt der Artikel Wet-Lease erklärt; den Unterschied zwischen Charter und Linie findest du unter Charterflug und Linienflug.
Technisch steht die Airline auf eigenen Beinen: Sie betreibt laut eigenen Angaben eine eigene CAMO und einen Part-145-Wartungsbetrieb, besitzt ein deutsches Luftverkehrsbetreiberzeugnis mit weltweiter Betriebsgenehmigung und ist im IOSA-Register der IATA geführt. Seit 2005 ist sie Mitglied im europäischen Regionalluftfahrtverband ERA.
Von der Piaggio Avanti zur Dash 8: die Geschichte
Gründung als Pilotenfirma
Avanti Air begann 1994 als Unternehmen für Flugzeugmanagement. Gegründet haben es die beiden Piloten Markus Baumann und Stefan Kissinger, die es bis heute führen. Das erste Flugzeug war eine Piaggio P180 Avanti – der zweimotorige Geschäftsreise-Turboprop mit den Druckpropellern gab der Firma ihren Namen. In den ersten Jahren kamen weitere Geschäftsflugzeuge hinzu, darunter eine King Air sowie Business-Jets wie Citation, Hawker 800 und Learjet.
1996 übernahm Avanti Air mit einer Beechcraft 1900C das erste eigene Verkehrsflugzeug und stieg ins Chartergeschäft ein. Bis 2000 folgten zwei Beechcraft 1900D. Mit ihnen flog die Airline Shuttles für die Öl- und Gasindustrie und 1999 einen Crew-Shuttle für die britische Britannia Airways. Im selben Zeitraum zog der Firmensitz von Frankfurt an den Flughafen Siegerland.
Die ATR-Jahre
2002 kam die erste ATR 42-300, 2005 die erste ATR 72-200. Mit den Turboprops flog Avanti Air Liniendienste im Auftrag anderer Gesellschaften, Frachtflüge für FedEx und Charter für Fußballclubs. Zu den Wet-Lease-Kunden gehörten Anfang der 2010er-Jahre unter anderem Air Berlin und die österreichische InterSky. 2010 erhielt Avanti Air die IOSA-Zertifizierung.
Die Fokker-100-Ära
Mitte der 2010er-Jahre wechselte Avanti Air zum Jet. 2015 erteilte die Behörde die Zulassung für die Fokker 100, im selben Jahr wurde die letzte ATR 72 ausgeflottet. Avanti Air war damit eine reine Jet-Airline. 2015 flog sie zudem Wet-Lease-Einsätze für Germania und Germanwings.
2016 kam die zweite Fokker 100 dazu, die D-AGPH. Für die Air-France-Regionaltochter HOP! flog Avanti Air ab 2016 im ACMI-Auftrag, etwa zwischen Paris-Orly und Tarbes-Lourdes. Ab 2017 kamen Sommercharter für den Reiseveranstalter Idealtours ab Innsbruck hinzu. 2018 vergrößerte sich die Flotte mit der D-AOLH auf drei Fokker 100.
Lange hielt das Jet-Kapitel trotzdem nicht. Schon 2019 suchte die Airline nach einem Nachfolger, die D-AGPH wurde im selben Jahr ausgeflottet. 2021 verkaufte Avanti Air die übrigen Fokker – nach Angaben des Unternehmens eine Folge der Corona-Krise. In einem Interview nannte Mitgründer Stefan Kissinger außerdem die aufwendige Wartung als Grund: Triebwerke ließen sich weltweit nur noch in einem einzigen Betrieb überholen.
Fokker 100 heute: historische Sichtung
Hast du eine Avanti-Air-Fokker im Archiv, gehört sie in die Kategorie „historisch“. Die Kennzeichen D-AOLG, D-AGPH und D-AOLH sind unter Avanti Air nicht mehr unterwegs. Mehr zum Hersteller liest du auf der Seite zu Fokker, die kleinere Schwester findest du unter Fokker 70.
Neustart mit der Dash 8 Q400
Als Fokker-Ersatz entschied sich Avanti Air für die De Havilland Canada Dash 8-400. Die erste Maschine, D-AASH, kam Ende 2021 zur Flotte und wird von der Airline dem Jahr 2022 zugeordnet; 2023 folgte die D-AASG. Mit den Q400 flog Avanti Air ab Graz Saisoncharter für die Reiseveranstalter Rhomberg Reisen und Springer Reisen, 2023 ACMI für Air Serbia und 2024 für die Kanalinsel-Airline Aurigny. Hinzu kam ein Shuttle-Dienst für Mercedes-AMG.
Seit Anfang 2026 fliegt Avanti Air für Air Uniqon, eine 2025 gegründete virtuelle Airline ohne eigene Flugzeuge. Die Verbindungen führen vom Flughafen Friedrichshafen unter anderem nach Berlin Brandenburg und Hamburg. Wie lange solche Aufträge laufen, ist bei einer ACMI-Airline nie sicher – prüf vor einem Spotting-Ausflug die aktuellen Flugpläne.
| Zeitraum | Typ | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| 1994–1999 | Piaggio P180, King Air und weitere Geschäftsflugzeuge | Anfänge als Flugzeugmanagement |
| ab 1996 | Beechcraft 1900C/D | Erste eigene Verkehrsflugzeuge |
| 2002–2015 | ATR 42 und ATR 72 | Turboprop-Charter und Wet-Lease |
| 2015–2021 | Fokker 100 (bis zu drei Maschinen) | Historisch: D-AOLG, D-AGPH, D-AOLH |
| seit 2021/2022 | Dash 8-400 (Q400) | Aktuell: D-AASH, D-AASG |
Warum keine A320-Familie?
Oft wird Avanti Air mit größeren Charterfliegern in einen Topf geworfen, die auf die A320-Familie setzen. Nach allen verfügbaren Quellen hat Avanti Air jedoch nie einen Airbus der A320-Familie betrieben. Auf der Suche nach einem Fokker-Nachfolger rechnete die Airline auch die Embraer E190 durch. In einem Interview vom November 2021 erklärte Stefan Kissinger, die E190 liege bei den Betriebskosten zu nah am Airbus A319 – und gegen den A319 habe man sich bewusst entschieden, weil der Wettbewerb in diesem Marktsegment kaum zu gewinnen sei.
Stattdessen setzte Avanti Air auf den Turboprop. Die Begründung: Die Dash 8 ist im Betrieb günstiger als ein vergleichbarer Jet und auf typischen Charterstrecken nur wenig langsamer. Gleichzeitig gibt es in diesem Segment weniger Konkurrenz. Für Gruppen von 60 bis 80 Fluggästen, wie sie die Airline mit der Fokker oft hatte, passt die Q400 gut.
A320 im Charterdienst gesehen?
Dann ist es nicht Avanti Air. Prüf ICAO-Code und Kennzeichen – Avanti Air fliegt mit ATV und D-AAS…-Kennzeichen. Wie du A318 bis A321 auseinanderhältst, zeigt der Guide A320-Familie unterscheiden.
Die aktuelle Flotte: Dash 8 Q400
Avanti Air betreibt 2026 zwei Dash 8-400. Laut Airline bieten beide Maschinen 78 Ledersitze in einer reinen Economy-Bestuhlung mit rund 76 Zentimetern Sitzabstand. An Bord sind zwei Piloten und zwei Flugbegleiter. Die Airline gibt eine Reisegeschwindigkeit von 330 Knoten und eine Reichweite von bis zu rund 2.775 Kilometern an, je nach Zuladung. Damit erreicht die Q400 von Mitteleuropa aus problemlos Ziele am Mittelmeer, etwa in Griechenland oder auf Korsika.
| Typ | Anzahl | Sitze | Kennzeichen | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| De Havilland Canada Dash 8-400 | 2 (Stand 2026) | 78 | D-AASH, D-AASG | Gebraucht übernommen, häufig an Regionalflughäfen |
Neuflugzeuge sind das nicht: Beide Maschinen wurden gebraucht übernommen. Die Q400 ist in Deutschland als Typ eher selten, weil die großen deutschen Airlines kaum Turboprops dieser Größe betreiben. Umso besser fällt sie auf, wenn sie an einem Regionalflughafen zwischen Jets auftaucht.
D-AASG noch nicht im Hangar?
Setz einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn sie in deiner Nähe anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Avanti Air erkennst
Bei einer Flotte aus zwei Flugzeugen ist die Zuordnung eigentlich einfach – wenn du weißt, worauf du achten musst. Weil Avanti Air oft für andere fliegt, kann die Flugnummer vom Kunden stammen. Verlass dich deshalb nicht auf den Namen auf der Anzeigetafel, sondern auf Typ, Kennzeichen und den ICAO-Code.
Typ prüfen
Ist es eine Dash 8-400? Jets und andere Turboprops schließen das heutige Avanti Air aus.
Kennzeichen lesen
D-AASH oder D-AASG am Rumpf passen zu Avanti Air.
Tracker abgleichen
Steht ATV im Flugplan, fliegt Avanti Air selbst.
Auftraggeber notieren
Fliegt die Maschine für einen Kunden, notier ihn zusätzlich – das macht die Sichtung später nachvollziehbar.
Die Dash 8-400 erkennst du an den hoch angesetzten Tragflächen, den zwei großen Propellertriebwerken, in deren Gondeln das Hauptfahrwerk verschwindet, und dem T-Leitwerk. Bei der ATR 72 sitzt das Hauptfahrwerk dagegen in Verkleidungen am Rumpf. Wie du die beiden Turboprop-Familien sicher trennst, zeigt der Guide Turboprops unterscheiden. Was die Buchstaben nach dem D- bedeuten, erklärt Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen.
Das spricht für Avanti Air
- Dash 8-400 mit deutschem Kennzeichen
- Kennzeichen D-AASH oder D-AASG
- ICAO-Code ATV auf dem Tracker
- Rufzeichen „AVANTI AIR“ im Funk
Das spricht gegen Avanti Air
- Jet, insbesondere ein Airbus der A320-Familie
- ATR 42 oder ATR 72 – die sind seit 2015 ausgeflottet
- Ausländisches Kennzeichen
- Fokker 100 mit aktuellem Flugdatum – das Kapitel ist seit 2021 beendet
Wie ICAO-Code, Flugnummer und Rufzeichen zusammenhängen, liest du unter Callsign und Flugnummer und in der Übersicht IATA- und ICAO-Codes erklärt.
Avanti Air spotten
Einen festen Heimatflughafen mit täglichem Verkehr hat Avanti Air für Spotter nicht. Die Maschinen sind dort, wo gerade ein Auftrag läuft. Das macht sie zu einer typischen „Glückssichtung“ – oder zu einem Ziel für gezielte Planung.
Friedrichshafen und die Air-Uniqon-Strecken
2026 ist der Bodensee die beste Adresse. Für Air Uniqon fliegt eine Q400 ab Friedrichshafen, unter anderem nach Berlin und Hamburg. Am BER bietet sich die Besucherterrasse am Flughafen Berlin an, in Hamburg der bekannte Affenfelsen. Dort ist ein Turboprop zwischen Airbus- und Boeing-Jets ein echter Hingucker.
Graz und Innsbruck
Im Sommer flog Avanti Air in den vergangenen Jahren Ferien-Charter ab dem Flughafen Graz. Zur Fokker-Zeit war Innsbruck eine Saisonbasis; von der Besucherterrasse in Innsbruck aus waren damals Fokker-Sichtungen vor Alpenpanorama möglich. Ob und wann es solche Saisonprogramme wieder gibt, hängt von den Reiseveranstaltern ab.
Regionalflughäfen und Sonderflüge
Sportcharter, Firmen-Shuttles und Ad-hoc-Flüge führen die Q400 auch an Flughäfen, an denen sie sonst nie auftaucht. Wenn ein Fußballclub zum Auswärtsspiel fliegt oder ein Unternehmen einen Shuttle bucht, kann sie plötzlich an deinem Heimatflughafen stehen. Tipps für kleinere Plätze findest du unter Regionalflughäfen in Deutschland und Spotting an kleinen Regionalflughäfen.
Gute Chancen auf Avanti Air, wenn …
- du 2026 in Friedrichshafen spottest
- der Tracker einen Flug mit ATV in der Nähe zeigt
- an deinem Flughafen ein Sportteam oder eine Reisegruppe per Charter erwartet wird
Prüf es vorher, wenn …
- du nach alten Berichten über Saisoncharter planst
- du Avanti Air an einem großen Drehkreuz suchst
Eher kein Avanti-Air-Tag, wenn …
- du gezielt eine Fokker 100 oder einen Airbus suchst
Weil die Flotte so klein ist, lohnt sich gezieltes Verfolgen per Kennzeichen. Wie das mit Tracking-Diensten funktioniert, zeigt der Artikel Flugzeug per Kennzeichen verfolgen. Wie selten deine Sichtung im Vergleich wirklich ist, kannst du mit dem Guide Seltenheit einer Sichtung einschätzen beurteilen.
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Gerade an kleinen Plätzen ist der Zaun oft nah – Absperrungen und Vorfeld sind trotzdem tabu. Was gilt, erklärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Avanti Air im Vergleich
Avanti Air ist nicht die einzige deutsche ACMI-Airline. Der Vergleich hilft beim Einordnen:
| Airline | Heimat | Typische Flugzeuge | Merkmal |
|---|---|---|---|
| Avanti Air | Haiger / Flughafen Siegerland | Dash 8-400 | Kleine Charter- und ACMI-Airline, früher Fokker 100 |
| German Airways | Köln | Embraer E190 | Wet-Lease-Spezialist der Zeitfracht-Gruppe |
| HOP! (früherer Kunde) | Frankreich | Regionaljets | Air-France-Regionaltochter, flog Avanti-Fokker im ACMI |
Wer sich für deutsche Wet-Lease-Anbieter interessiert, sollte auch German Airways kennen. Auch dort führt die Flugnummer oft zum Kunden, während Kennzeichen und ICAO-Code den tatsächlichen Betreiber verraten.
Häufige Verwechslungen
- Avanti Air mit der Piaggio P180 Avanti verwechseln – das Geschäftsflugzeug gab der Airline zwar den Namen, gehört aber längst nicht mehr zur Flotte.
- Avanti Air eine A320-Flotte zuschreiben – nach allen verfügbaren Quellen hat die Airline nie einen Airbus betrieben.
- Eine Fokker 100 heute Avanti Air zuordnen – die letzten Fokker wurden 2021 verkauft.
- Die Flugnummer für den Betreiber halten – im Wet-Lease steht oft der Kunde im Flugplan, nicht Avanti Air.
- Die Q400 mit einer ATR 72 verwechseln – die Lage des Hauptfahrwerks verrät den Unterschied.
Avanti Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt. Auf der Spot-Karte findest du den passenden Standort mit Anreise und bestem Licht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Avanti Air ist ein Stück deutscher Charter-Geschichte im Kleinformat: von der Piaggio Avanti über Beech 1900 und ATR bis zur Fokker 100 und schließlich zur Dash 8 Q400. Für Spotter ist die Airline heute vor allem eine Sammelaufgabe mit zwei Kennzeichen. Wer weiß, wo gerade ein Auftrag läuft, hat gute Chancen – alle anderen freuen sich über eine Überraschungssichtung am Regionalflughafen.
Kurzfazit
Avanti Air (IATA 4A, ICAO ATV) ist eine kleine Charter- und ACMI-Airline aus Haiger mit Wurzeln am Flughafen Siegerland. Nach der Fokker-100-Ära von 2015 bis 2021 fliegt sie heute zwei Dash 8 Q400 – eine A320-Familie hatte sie nie.
Zusammenfassung
- Avanti Air ist eine der kleinsten deutschen Airlines mit Linienjet-Vergangenheit. Heute fliegst du ihr nur noch in einem Typ über den Weg: der Dash 8 Q400.
- Weil die Airline vor allem im Auftrag anderer fliegt, taucht sie mal unter eigener Kennung ATV, mal im Flugplan eines Kunden auf. Kennzeichen und ICAO-Code sind dein sicherster Anker.
- Die Fokker-100-Zeit ist abgeschlossen. Wer D-AOLG, D-AGPH oder D-AOLH im Logbuch hat, besitzt heute eine historische Sichtung aus dem Avanti-Air-Kapitel.
- Mit nur zwei Flugzeugen ist die Flotte schnell komplett gesammelt – wenn du weißt, wo die Maschinen gerade im Einsatz sind.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat Avanti Air?
Avanti Air nutzt den IATA-Code 4A und den ICAO-Code ATV. Im Funk meldet sich die Besatzung als „AVANTI AIR“. Bei Wet-Lease-Einsätzen kann die Flugnummer allerdings vom Auftraggeber stammen.
Wo hat Avanti Air ihren Sitz?
Die Verwaltung sitzt in Haiger in Mittelhessen. Um die Jahrtausendwende verlegte die Airline ihren Firmensitz von Frankfurt an den Flughafen Siegerland, wo sie 2002 ein eigenes Firmengebäude bezog. Deshalb wird sie oft als Airline aus dem Siegerland bezeichnet.
Welche Flugzeuge fliegt Avanti Air heute?
Im Jahr 2026 besteht die Flotte aus zwei De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400) mit je 78 Sitzen. Die erste Maschine, D-AASH, kam um den Jahreswechsel 2021/2022, die zweite, D-AASG, folgte 2023.
Fliegt Avanti Air noch die Fokker 100?
Nein. Die Fokker 100 war von 2015 bis 2021 im Einsatz, zeitweise mit drei Maschinen. 2021 verkaufte Avanti Air die verbliebenen Jets, auch als Folge der Corona-Krise. Laut Unternehmen war zudem die Wartung immer aufwendiger geworden.
Hat Avanti Air Flugzeuge der A320-Familie?
Nach den verfügbaren Quellen nicht. Die Geschäftsführung prüfte 2021 den Airbus A319 als Fokker-Nachfolger, entschied sich aber dagegen und setzte stattdessen auf den Turboprop Dash 8. Siehst du eine A320 mit deutschem Kennzeichen im Charterdienst, gehört sie zu einer anderen Airline.
Was bedeutet ACMI bei Avanti Air?
ACMI steht für Aircraft, Crew, Maintenance und Insurance: Avanti Air stellt einer anderen Airline Flugzeug, Besatzung, Wartung und Versicherung bereit, der Kunde verkauft die Tickets. Kunden waren im Laufe der Jahre zum Beispiel HOP!, Air Serbia und Aurigny.
Für wen fliegt Avanti Air 2026?
Avanti Air nennt auf der eigenen Website Buchungspartner wie die Reiseveranstalter Rhomberg Reisen und Springer Reisen sowie Air Uniqon, für die sie ab Friedrichshafen fliegt. Hinzu kommen Ad-hoc-Charter, etwa für Sportteams oder Unternehmen. Aufträge wechseln häufig – prüf im Zweifel aktuelle Flugpläne.
Wo kann ich Avanti Air spotten?
Es gibt keinen festen Ort mit Dauerverkehr. Gute Chancen bieten Flughäfen, an denen gerade ein Auftrag läuft – 2026 etwa Friedrichshafen mit Flügen nach Berlin und Hamburg. Am einfachsten ist es, die beiden Kennzeichen gezielt zu verfolgen.
Avanti Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypFokker 100
Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypFokker 70
Kurz, gedrungen, zwei Tay-Triebwerke am Heck und ein Rumpfende, das bei der Landung aufklappt: Die Fokker 70 ist die kleine Schwester der Fokker 100 – bekannt von KLM Cityhopper, als Regierungsjet und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypATR 72-200/210
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypATR 42-300/320
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.
FlugzeugtypBeechcraft 1900D
19 Sitze, zwei PT6A, ein Buckel über der Kabine und kleine Flossen überall am Heck: Die Beechcraft 1900D ist der Zubringer-Turboprop, der Kanada, die USA und viele Inselnetze geprägt hat. So erkennst du sie.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
Weitere Airlines
German Airways
Wet-Lease-Spezialist aus Köln mit Wurzeln bis 1955: German Airways fliegt ausschließlich Embraer E190 – meist für KLM Cityhopper, seit 2026 auch für Condor – und trägt Schwarz-Rot-Gold am Leitwerk.
RegionalAir France Hop
Die Regionaltochter der Air France entstand 2013 aus Brit Air, Régional und Airlinair. Aus einem bunten Mix aus ATR, CRJ und Embraer ist inzwischen eine reine E170/E190-Flotte geworden, die unter Air-France-Flugnummern ab Paris-CDG und Lyon fliegt.
NetzwerkAir Serbia
Serbiens Nationalairline aus Belgrad: Nachfolgerin von Aeroput und JAT, gemischte Flotte aus Airbus, ATR und Embraer, A330 auf der Langstrecke nach Nordamerika und ein Doppeladler am Leitwerk.
RegionalAurigny
Die Airline der Kanalinsel Guernsey gehört der Inselregierung, fliegt heute fast nur noch ATR 72-600 und war Erstbetreiberin der dreimotorigen Britten-Norman Trislander.
RegionalInterSky
Historische Regionalairline aus Vorarlberg (2001–2015): Sitz in Bregenz, Heimatflughafen Friedrichshafen am Bodensee, Dash 8-300 und zuletzt ATR 72-600 – bis die Leasingfirma im November 2015 die Flugzeuge abholte.
Low-CostGermanwings
Historische Low-Cost-Airline aus Köln: 2002 als Ableger von Eurowings gestartet, ab 2009 Teil der Lufthansa-Gruppe, ab 2015 Flugbetrieb für Eurowings – und 2020 eingestellt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Fokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
FlughafenFlughafen Friedrichshafen
Deutschlands südlichster Verkehrsflughafen ist klein, aber geschichtsträchtig: Hier begann der Platz als Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit, hier baute Dornier, und jeden April verwandelt die AERO den Bodensee-Airport in einen Treffpunkt der allgemeinen Luftfahrt. Dazu Ferienflieger, Dash 8 nach Berlin und Hamburg und ein Zeppelin NT vor der Tür.
FlughafenFlughafen Graz
Österreichs ältester Verkehrsflughafen: eine 3.000-Meter-Piste im Grazer Feld, Zubringer nach München, Frankfurt und Zürich, viel Ferienverkehr – und eine lange Geschichte als Abfangjäger-Basis des Bundesheers. Für Spotter gibt es zwölf Fotolöcher im Zaun.
FlughafenFlughafen Innsbruck
Ein Flughafen mitten im Gebirge: eine 2.000-Meter-Piste im engen Inntal, Anflüge mit Spezialtraining für die Crews, Föhn als ständiger Begleiter – und an Winter-Samstagen ein Vorfeld voller Skicharter aus Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien.
Wo du Avanti Air vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse am Flughafen Berlin Brandenburg
Der einzige offizielle Aussichtspunkt am Hauptstadtflughafen: Die Besucherterrasse auf Terminal 1 liegt außerhalb des Sicherheitsbereichs, ist täglich geöffnet und mit der Bahn direkt erreichbar. Was du dort siehst, wann das Licht passt und wo ihre Grenzen liegen.
SpotterhügelAffenfelsen am Flughafen Hamburg
Der bekannteste Spotterpunkt am Hamburger Flughafen: Vom Affenfelsen an der Holtkoppel schaust du ohne Leiter über den Zaun auf die Piste 15/33 – mit Kiosk-Café direkt nebenan und der Sonne am Vormittag im Rücken.
BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Innsbruck
Die Besucherterrasse im Terminal des Flughafens Innsbruck ist kostenlos, ohne Sicherheitskontrolle erreichbar und blickt über das Vorfeld auf die Piste 08/26 vor der Nordkette. Unter der Woche ist es ruhig, an Winter-Wochenenden füllen Ski-Charter aus Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien das Vorfeld.
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