Flughafen Tempelhof: Vom Zentralflughafen zum Tempelhofer Feld

85 Jahre Flugbetrieb mitten in Berlin: wie Tempelhof vom Zentralflughafen der Luft Hansa zum Symbol der Luftbrücke wurde, warum er 2008 schloss und was Spotter dort heute noch finden.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202611 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • 85 Jahre Flugbetrieb: Tempelhof ging am 8. Oktober 1923 in Betrieb und schloss am 30. Oktober 2008 – einer der ältesten Verkehrsflughäfen Europas, die bis ins 21. Jahrhundert liefen.
  • Ein Gebäude in Superlativen: Der Bau von Ernst Sagebiel (1936–1941) hat rund 307.000 Quadratmeter Brutto-Grundfläche und einen etwa 1,2 Kilometer langen Bogen. Hangars, Abfertigung und Verwaltung liegen unter einem Dach.
  • Ort mit doppelter Geschichte: Vor 1945 standen auf dem Gelände NS-Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit und das KZ Columbia – nach 1948 wurde Tempelhof durch die Luftbrücke zum Symbol der Freiheit West-Berlins.
  • Zu klein für den Jetverkehr: Mit Pisten von rund 2 Kilometern Länge war Tempelhof auf Schmalrumpfflugzeuge begrenzt. Der große Verkehr wanderte schon ab den 1960er-Jahren nach Tegel.
  • Das Feld gehört heute allen: Seit Mai 2010 ist das frühere Flugfeld als Tempelhofer Feld öffentlich zugänglich, ein Volksentscheid 2014 schützt es vor Bebauung.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Tempelhof in Kürze
  2. 2.Die Anfänge: vom Exerzierplatz zum Flughafen
  3. 3.Der Sagebiel-Bau: Monumentalarchitektur mit dunkler Seite
  4. 4.1945 bis 1949: US-Basis und Luftbrücke
  5. 5.Die 1950er-Jahre: West-Berlins Tor zur Welt
  6. 6.Der lange Abschied: Tegel übernimmt
  7. 7.Schließung 2008: Volksentscheid und letzter Flug
  8. 8.Tempelhofer Feld: das Flugfeld als Park
  9. 9.Tempelhof heute: Was du als Luftfahrtfan entdecken kannst
  10. 10.Worauf du beim Besuch achten solltest
  11. 11.Fazit

Ein Flughafen, dessen Anflug zwischen Wohnblöcken hindurchführte, dessen Halle größer war als fast jedes andere Gebäude seiner Zeit und dessen Vorfeld zum Symbol einer ganzen Stadt wurde: Die Geschichte des Flughafens Tempelhof umfasst 85 Jahre Flugbetrieb und fast jedes große Kapitel des 20. Jahrhunderts. Hier findest du die wichtigsten Etappen vom Zentralflughafen der Luft Hansa über die Luftbrücke bis zum Tempelhofer Feld – und was du als Spotter heute noch dort entdecken kannst.

Luftfahrtgeschichte in deinem Hangar

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Tempelhof in Kürze

Der Flughafen Berlin-Tempelhof ging am 8. Oktober 1923 in Betrieb und schloss am 30. Oktober 2008. Dazwischen war er Heimatbasis der Deutschen Luft Hansa, Schauplatz des NS-Monumentalbaus von Ernst Sagebiel, US-Luftwaffenbasis, Drehkreuz der Berliner Luftbrücke und in den 1950er-Jahren einer der verkehrsreichsten Flughäfen Europas. Weil die Pisten kurz und das Umfeld dicht bebaut war, verlor er den großen Verkehr schon früh an Tegel. Heute ist das Flugfeld ein öffentlicher Park, das Gebäude ein denkmalgeschütztes Veranstaltungs- und Erinnerungsgelände.

1923Eröffnung als Berliner Verkehrsflughafen
1,2 kmLänge des bogenförmigen Sagebiel-Gebäudes
2008Ende des Flugbetriebs nach 85 Jahren

Die Anfänge: vom Exerzierplatz zum Flughafen

Das Tempelhofer Feld war ursprünglich ein militärischer Exerzier- und Paradeplatz am Südrand Berlins. Schon 1909 stiegen hier Motorflugzeuge auf, Flugpioniere nutzten die weite, flache Fläche für Vorführungen. Als die Hauptstadt nach dem Ersten Weltkrieg einen festen Verkehrsflughafen brauchte, beschloss der Magistrat Anfang 1923 den Ausbau, im Mai stimmten die Stadtverordneten zu.

Am 8. Oktober 1923 begann der Flugbetrieb mit zwei planmäßigen Verbindungen, unter anderem nach München und Richtung Danzig und Königsberg. Bis Jahresende kamen nur rund 100 Starts und Landungen zusammen – der Luftverkehr steckte noch in den Kinderschuhen, geflogen wurde mit kleinen einmotorigen Maschinen, etwa der Junkers F 13.

1924 gründete sich die Berliner Flughafen-Gesellschaft, in den folgenden Jahren entstanden Hallen und ein erstes Abfertigungsgebäude. Ein Detail, das damals weltweit auffiel: Ab 1927 hatte Tempelhof einen eigenen U-Bahnhof direkt vor der Tür.

Der eigentliche Durchbruch kam mit der Gründung der Deutschen Luft Hansa am 6. Januar 1926, aus der die heutige Lufthansa ihre Tradition ableitet. Die neue Gesellschaft machte Tempelhof zu ihrem Heimatflughafen. Von hier aus wuchs ein Streckennetz, das Berlin mit den großen Städten Europas verband – geflogen wurde zunehmend mit dreimotorigen Mustern wie der Junkers Ju 52, deren Geschichte unser Artikel über die „Tante Ju“ erzählt.

Der Sagebiel-Bau: Monumentalarchitektur mit dunkler Seite

Mitte der 1930er-Jahre war der alte Flughafen zu klein. Das Reichsluftfahrtministerium beauftragte 1935 den Architekten Ernst Sagebiel mit einem Neubau, der auf bis zu sechs Millionen Passagiere im Jahr ausgelegt war – ein für die Zeit gewaltiges Ziel. Gebaut wurde von 1936 bis 1941.

Das Ergebnis ist ein Gebäude, das du auf jedem Luftbild sofort erkennst: ein etwa 1,2 Kilometer langer Bogen, der das kreisrunde Flugfeld mit knapp zwei Kilometern Durchmesser einfasst. Mit rund 307.000 Quadratmetern Brutto-Grundfläche galt es zwei Jahre lang als flächengrößtes Gebäude der Welt. Das Konzept war seiner Zeit voraus: Abfertigung, Verwaltung und Hangars liegen in einem einzigen zusammenhängenden Bau, und ein weit auskragendes Vordach erlaubte es, Passagiere trockenen Fußes zum Flugzeug zu bringen.

Zur Geschichte gehört aber ebenso die dunkle Seite. Auf dem Gelände bestand bis November 1936 das KZ Columbia, das einzige offizielle Konzentrationslager auf Berliner Stadtgebiet. Im Zweiten Weltkrieg diente der unvollendete Bau der Rüstungsproduktion: Die Weser-Flugzeugbau fertigte hier in Lizenz fast 2.000 Sturzkampfbomber Ju 87 und rund 170 Jagdflugzeuge Fw 190, die Lufthansa baute Radargeräte. Ein großer Teil der Beschäftigten waren Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Der Betreiber des Geländes thematisiert diesen Teil der Geschichte heute ausdrücklich in seiner Erinnerungsarbeit.

Der letzte Lufthansa-Flug verließ Tempelhof am 22. April 1945. Wenige Tage später besetzte die Rote Armee den Flughafen.

Ein Bau, nie ganz fertig

Die Bauarbeiten am Sagebiel-Gebäude kamen im Krieg zum Erliegen, vollendet wurde es nie so, wie es geplant war. Das Gebäude, das später als Symbol der Freiheit galt, ist im Kern also ein unvollendeter Repräsentationsbau der NS-Zeit.

1945 bis 1949: US-Basis und Luftbrücke

Im Juli 1945 übergab die Rote Armee das Gelände an die US-Streitkräfte, Tempelhof lag nun im amerikanischen Sektor. Die Amerikaner nutzten den Platz fortan als Militärflugplatz. Schon im Mai 1946 landete mit einer Maschine der American Overseas Airlines wieder ein ziviles Flugzeug.

Weltberühmt wurde der Flughafen ab dem 26. Juni 1948. Die Sowjetunion hatte die Land- und Wasserwege nach West-Berlin gesperrt, und die Westalliierten versorgten die Stadt bis zum 12. Mai 1949 komplett aus der Luft. Tempelhof war neben dem britischen Gatow und dem in Rekordzeit angelegten Tegel einer der drei Zielflughäfen. Zeitweise setzten Versorgungsflugzeuge im 90-Sekunden-Takt auf. Um diesen Strom zu bewältigen, entstand eine zusätzliche südliche Piste.

Das wichtigste Arbeitspferd der Amerikaner war die viermotorige Douglas C-54 Skymaster, daneben flog vor allem in der Anfangsphase die Douglas C-47. Der US-Pilot Gail Halvorsen warf beim Anflug kleine Fallschirme mit Süßigkeiten für die Kinder ab – daraus entstand der Begriff „Rosinenbomber“, der bis heute an diesen Maschinen hängt. Die ganze Operation mit Zahlen, Routen und Flugzeugen beschreibt unser Artikel zur Berliner Luftbrücke 1948/49.

Vor dem Flughafengebäude steht seit dem 10. Juli 1951 das Luftbrückendenkmal von Eduard Ludwig. Seine drei nach Westen weisenden Bögen stehen für die drei Luftkorridore, über die West-Berlin während der Blockade versorgt wurde. Gegenstücke stehen am Frankfurter Flughafen und in Celle-Wietzenbruch. Das Denkmal erinnert auch an die Flieger und Helfer, die bei der Luftbrücke ums Leben kamen.

Die 1950er-Jahre: West-Berlins Tor zur Welt

Ab 1950 durfte der Berliner Senat einen Teil des Flughafens wieder zivil nutzen, das Militär blieb aber auf dem Gelände. Am 9. Juli 1951 eröffnete die neue zivile Abfertigung. Weil deutsche Gesellschaften West-Berlin wegen des alliierten Status nicht anfliegen durften, bestritten Airlines der Westmächte den Verkehr – allen voran Pan Am, die British European Airways und Air France. Mehr zur US-Gesellschaft erzählt unser Artikel zur Geschichte von Pan Am.

Die Zahlen stiegen rasant: Ende 1951 waren es rund 320.000 Passagiere, 1954 schon mehr als 650.000, 1960 etwa 1,5 Millionen. Der Betreiber zählt Tempelhof für diese Zeit neben London und Paris zu den größten Flughäfen Europas. Gleichzeitig war der Flughafen für viele Menschen, die aus der DDR in den Westen geflohen waren, der Weg in die Bundesrepublik – Flüge über die Luftkorridore umgingen die Transitstrecken am Boden.

Phase Zeitraum Rolle von Tempelhof Typischer Verkehr
Zentralflughafen 1923–1945 Heimatflughafen der Luft Hansa F 13, Ju 52 und andere Propellermuster
US-Basis und Luftbrücke 1945–1949 Versorgungsdrehkreuz West-Berlins C-47 und C-54 der US-Streitkräfte
Ziviler Hauptflughafen 1951–1960er West-Berlins wichtigster Verkehrsflughafen alliierte Airlines wie Pan Am, BEA, Air France
Nischenflughafen 1980er–2008 Geschäftsreise- und Regionalverkehr Turboprops und kleine Jets

Der lange Abschied: Tegel übernimmt

So wichtig Tempelhof war, technisch stieß er schnell an Grenzen. Die beiden Ost-West-Pisten waren nur rund zwei Kilometer lang, ringsum lagen Wohnviertel, und das Gebäude war auf Propellerflugzeuge zugeschnitten. Mit dem Jetzeitalter wurde das zum Problem.

Air France wechselte schon 1960 nach Tegel, 1968 folgten Charter- und Pauschalreiseflüge. Anfang der 1970er-Jahre wanderte auch der Linienverkehr ab, und im Sommer 1975 endete der zivile Betrieb vorerst – nur die US-Streitkräfte nutzten den Flughafen weiter. Wie Tegel diese Rolle übernahm und später selbst zur Legende wurde, liest du in unserem Artikel zur Geschichte des Flughafens Tegel und im Steckbrief zum Flughafen Berlin-Tegel.

Ab 1981 kehrte ziviler Verkehr in kleinem Umfang zurück, vor allem Geschäftsreise- und Regionalflüge. Nach der Wiedervereinigung erlebte Tempelhof noch einmal eine kleine Blüte: 1990 zählte er wieder mehr als 400.000 Fluggäste, und 1993 übergaben die US-Streitkräfte den Flughafen vollständig an die Berliner Flughafengesellschaft. Großraumflugzeuge kamen wegen der kurzen Pisten aber nie infrage, der Verkehr blieb auf Turboprops und kleinere Jets begrenzt.

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Schließung 2008: Volksentscheid und letzter Flug

Mit der Entscheidung für einen Berliner Großflughafen am Standort Schönefeld – den heutigen Flughafen Berlin Brandenburg – war das Ende der Innenstadtflughäfen politisch beschlossen. Der Senat setzte die Schließung von Tempelhof gegen Klagen von Fluggesellschaften durch, die Gerichte bestätigten den Termin Ende Oktober 2008.

Gegen das Aus regte sich Widerstand. Am 27. April 2008 stimmten die Berlinerinnen und Berliner in einem Volksentscheid über den Weiterbetrieb ab. Rund 60 Prozent der Abstimmenden votierten für Tempelhof, doch das entsprach nur knapp 22 Prozent aller Stimmberechtigten – das nötige Quorum von einem Viertel wurde verfehlt. Der Entscheid war damit nicht bindend.

2007 zählte Tempelhof noch rund 350.000 Passagiere, im Schließungsjahr 2008 knapp 280.000. Zum Schluss flogen nur noch wenige Gesellschaften ab Tempelhof, darunter Cirrus Airlines, InterSky und Brussels Airlines. Der 30. Oktober 2008 wurde zum Abschiedsabend:

  • Als letzter Jet startete um 22:12 Uhr eine Boeing 737-700 von Air Berlin mit der Registrierung D-ABAB nach Tegel.
  • Wenige Minuten später hob der letzte Linienflug ab, eine Dornier 328 von Cirrus Airlines nach Mannheim.
  • Kurz vor Mitternacht setzten eine Junkers Ju 52 und eine Douglas DC-3 den symbolischen Schlusspunkt – zwei Muster, die für die Anfänge und die Luftbrücke standen.

Ganz leer war der Platz danach noch nicht: Drei wegen des Wetters festsitzende Kleinflugzeuge starteten erst am 24. November 2008, darunter zwei Doppeldecker vom Typ Antonow An-2.

Sammlertipp für Spotter

Fotos, Bordkarten oder Gepäckanhänger mit dem IATA-Code THF oder dem ICAO-Code EDDI sind heute begehrte Erinnerungsstücke. Wer Tempelhof noch selbst erlebt hat, sollte seine alten Aufnahmen digitalisieren und mit Datum und Kennzeichen beschriften – sie sind inzwischen Zeitdokumente.

Tempelhofer Feld: das Flugfeld als Park

Nach dem letzten Flug stellte sich die Frage: Was tun mit einer riesigen Freifläche mitten in der Stadt? Berlin übernahm 2009 das Gelände vollständig und öffnete das frühere Flugfeld am 8. Mai 2010 für die Öffentlichkeit. Seitdem joggen, skaten, grillen und gärtnern hier die Berlinerinnen und Berliner – auf Pisten und Rollwegen, die noch deutlich zu erkennen sind.

Pläne für eine Randbebauung scheiterten am 25. Mai 2014 an einem weiteren Volksentscheid. Diesmal stimmte eine klare Mehrheit von rund 64 Prozent für den Erhalt des Feldes, und das Quorum wurde erreicht. Das Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes trat im Juni 2014 in Kraft und schützt die Freifläche weitgehend vor Bebauung.

Das Gebäude erlebte seitdem sehr unterschiedliche Nutzungen. Von Herbst 2015 bis Ende 2018 dienten die Hangars als Notunterkunft für Geflüchtete, zeitweise lebten dort bis zu 3.000 Menschen. Daneben finden in den Hallen Messen, Konzerte und Filmdrehs statt. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz, 2011 wurde sie als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet.

Tempelhof heute: Was du als Luftfahrtfan entdecken kannst

Flugzeuge landen in Tempelhof keine mehr, einen Besuch ist der Ort für Luftfahrtfans trotzdem wert. Diese Stationen lohnen sich:

1. Luftbrückendenkmal am Platz der Luftbrücke

Startpunkt fast jeder Tour. Die drei Bögen und die Inschrift am Sockel stellen die Verbindung zur Blockadezeit her – direkt am U-Bahnhof Platz der Luftbrücke.

2. Besucherzentrum und Führungen

Im Gebäude informiert ein Besucherzentrum über die Geschichte. Bei Führungen kommst du in Bereiche, die sonst geschlossen sind. Termine und Preise wechseln, also vorher auf der offiziellen Website nachsehen.

3. THF Tower

Von der Dachterrasse des Towers blickst du über das Vorfeld und das ganze Feld – der beste Ort, um die Dimensionen des Bogens zu verstehen.

4. Spaziergang über Pisten und Rollwege

Auf dem Tempelhofer Feld läufst du über die alten Start- und Landebahnen. Markierungen, Befeuerungsreste und die Ausmaße der Pisten machen den Flugbetrieb greifbar.

Wenn du die Berliner Luftfahrtgeschichte vertiefen willst, ergänzen zwei Museen den Besuch ideal: Das Deutsche Technikmuseum Berlin widmet sich ausführlich der Luft- und Raumfahrt und auch der Luftbrücke, und das Militärhistorische Museum am Flugplatz Berlin-Gatow liegt auf dem zweiten Luftbrücken-Flughafen. Für aktuellen Verkehr fährst du an den BER – welche Spots dort funktionieren, zeigt unser Planespotting-Guide für Berlin.

Worauf du beim Besuch achten solltest

  • Gebäude nur mit Führung: Große Teile des Flughafengebäudes sind nicht frei zugänglich. Das Feld dagegen ist tagsüber offen, schließt aber nachts – die Öffnungszeiten richten sich nach der Jahreszeit.
  • Respekt vor dem Ort: Tempelhof ist auch ein Ort von NS-Verbrechen und Zwangsarbeit. Gedenkorte auf und am Gelände erinnern daran.
  • Licht für Architekturfotos: Der lange Bogen wirkt bei flachem, seitlichem Licht am plastischsten. Prüf vorher mit einem Sonnenstands-Werkzeug, wann die Sonne auf die Feldseite des Gebäudes fällt.
  • Veranstaltungen im Blick behalten: Bei Großevents sind Teile des Vorfelds abgesperrt, gleichzeitig kommst du dann manchmal in Hangars, die sonst geschlossen sind.

Spots, Sichtungen und Community in einer App

Finde aktive Spots auf der Spot-Karte, poste deine Oldtimer-Sichtungen mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich mit anderen Luftfahrtfans aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Tempelhof war nie nur ein Flughafen. Er war Keimzelle der deutschen Linienluftfahrt, Monument eines verbrecherischen Regimes, Rettungsanker einer blockierten Stadt und in den 1950er-Jahren West-Berlins Fenster zur Welt. Dass er 2008 schloss, lag weniger an mangelnder Beliebtheit als an kurzen Pisten, enger Bebauung und der Entscheidung für einen zentralen Großflughafen. Geblieben sind ein Gebäude, das Architekturgeschichte geschrieben hat, und ein Feld, auf dem du heute über die Landebahn spazierst, über die einst die Rosinenbomber kamen. Mehr über die Entwicklung des Hobbys, das an Orten wie diesem entstand, erzählt unsere Geschichte des Planespotting.

Kurzfazit

Von 1923 bis 2008 spiegelte Tempelhof die Geschichte Berlins: Luft-Hansa-Basis, NS-Großbau, Luftbrücke, Stadtflughafen im Kalten Krieg. Heute ist das Gebäude Denkmal und Veranstaltungsort, das Flugfeld ein Park – und für Luftfahrtfans einer der eindrucksvollsten historischen Flughäfen Europas.

Zusammenfassung

  • Tempelhof entstand 1923 auf einem früheren Exerzierplatz, auf dem schon 1909 Motorflugzeuge aufstiegen, und war ab 1926 Heimatflughafen der Deutschen Luft Hansa.
  • Der monumentale Neubau ab 1936 blieb im Krieg unvollendet und diente der Rüstungsindustrie. Nach 1945 übernahmen die US-Streitkräfte den Flughafen.
  • Während der Berliner Luftbrücke 1948/49 landeten hier zeitweise im 90-Sekunden-Takt Versorgungsflugzeuge. In den 1950er-Jahren war Tempelhof West-Berlins Tor zur Welt.
  • Nach Verlagerung des Linienverkehrs nach Tegel blieb Tempelhof ein Nischenflughafen. Trotz eines Volksentscheids für den Weiterbetrieb endete der Flugbetrieb im Oktober 2008.

Häufige Fragen

Wann wurde der Flughafen Tempelhof eröffnet und wann geschlossen?

Der Flughafen ging am 8. Oktober 1923 in Betrieb. Der reguläre Flugbetrieb endete am 30. Oktober 2008, die Betriebsgenehmigung wurde zum 31. Oktober 2008 widerrufen. Einige wegen des Wetters festsitzende Kleinflugzeuge verließen den Platz noch am 24. November 2008.

Wer hat das Flughafengebäude Tempelhof entworfen?

Der Architekt Ernst Sagebiel plante den Neubau im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums. Gebaut wurde von 1936 bis 1941, vollendet wurde das Gebäude wegen des Krieges nie. Mit rund 307.000 Quadratmetern Brutto-Grundfläche zählte es zeitweise zu den flächengrößten Gebäuden der Welt.

Welche Rolle spielte Tempelhof bei der Berliner Luftbrücke?

Tempelhof war neben Gatow und dem eigens neu angelegten Tegel einer der Zielflughäfen der Luftbrücke vom 26. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949. Zeitweise starteten und landeten Maschinen im 90-Sekunden-Takt, für den Betrieb wurde eine zusätzliche südliche Piste gebaut. Das Luftbrückendenkmal vor dem Gebäude erinnert seit 1951 daran.

Warum wurde Tempelhof geschlossen?

Der Flughafen lag mitten im Wohngebiet, die Pisten waren für Großraumflugzeuge zu kurz, und die Politik wollte den Berliner Luftverkehr an einem Großflughafen bündeln. Der Senat setzte die Schließung juristisch durch. Ein Volksentscheid für den Weiterbetrieb im April 2008 erhielt zwar eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen, scheiterte aber am Zustimmungsquorum.

Welches war der letzte Flug ab Tempelhof?

Am Abend des 30. Oktober 2008 startete als letzter Jet eine Boeing 737-700 von Air Berlin nach Tegel, kurz darauf der letzte Linienflug von Cirrus Airlines nach Mannheim. Den symbolischen Schlusspunkt setzten kurz vor Mitternacht eine Junkers Ju 52 und eine Douglas DC-3.

Kann man den Flughafen Tempelhof heute besichtigen?

Ja. Das frühere Flugfeld ist als Tempelhofer Feld ein öffentlicher Park. Für das Gebäude gibt es ein Besucherzentrum, Führungen und den THF Tower mit Dachterrasse. Öffnungszeiten und Tickets prüfst du am besten aktuell auf der offiziellen Website des Standorts.

Was bedeuteten die Codes THF und EDDI?

THF war der IATA-Code des Flughafens, EDDI der ICAO-Code, der seit 1995 galt. Beide sind heute nur noch historisch – bei alten Flugtickets, Bordkarten oder Gepäckanhängern sind sie beliebte Sammelstücke.

PT

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