Flughafen Graz

Österreichs ältester Verkehrsflughafen: eine 3.000-Meter-Piste im Grazer Feld, Zubringer nach München, Frankfurt und Zürich, viel Ferienverkehr – und eine lange Geschichte als Abfangjäger-Basis des Bundesheers. Für Spotter gibt es zwölf Fotolöcher im Zaun.

Auch bekannt als: Graz Airport · Flughafen Graz-Thalerhof · Thalerhof · Fliegerhorst Nittner (früherer Militärteil) · Flughafen Graz Betriebs GmbH (Betreiber)

ÖsterreichÖsterreichFlughäfenGRZ / LOWGseit 191411 Min. Lesezeit

GRZ

IATA-Code

LOWG

ICAO-Code

3.000 m

Länge der Hauptpiste 16C/34C

1914

erster Start am Thalerhof

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA GRZ, ICAO LOWG: Österreichs ältester Verkehrsflughafen, 2025 mit 831.095 Passagieren.
  • Eine Hauptpiste, 3.000 Meter lang: 16C/34C in Nord-Süd-Richtung, flankiert von zwei kurzen Graspisten.
  • Zubringer statt Drehkreuz: Graz hängt an München, Frankfurt und Zürich – mit Lufthansa, Air Dolomiti und Swiss.
  • Bis 2008 Abfangjäger-Basis: Im Fliegerhorst Nittner standen Draken und zuletzt geleaste F-5E Tiger II des Bundesheers.
  • Zwölf Fotolöcher im Zaun sind der offizielle Einstieg fürs Spotten in Graz.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Vom k.u.k. Flugfeld zum Graz Airport
  8. 8.Fliegerhorst Nittner: Graz als Militärflugplatz
  9. 9.Eine Hauptpiste, zwei Grasbahnen
  10. 10.Wer heute in Graz landet
  11. 11.Verkehr: klein, aber stabil
  12. 12.Spotten in Graz: Fotolöcher und Besucherterrasse
  13. 13.Hubschrauber, Kleinflugzeuge und Museum
  14. 14.Graz im Vergleich
  15. 15.Fazit
  16. 16.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeGRZ
ICAO-CodeLOWG
BetreiberFlughafen Graz Betriebs GmbH, Marke Graz Airport – Mehrheitseigentümerin ist die städtische Holding Graz (93,9 %), daneben halten MCG Graz (6 %) und die GSU (0,1 %) Anteile
LageRund 9 km südlich der Grazer Innenstadt im Grazer Feld, größtenteils auf dem Gebiet von Feldkirchen bei Graz (Abtissendorf), ein kleinerer Teil in der Katastralgemeinde Thalerhof (Kalsdorf)
Hauptpiste16C/34C in Nord-Süd-Richtung, Asphalt, 3.000 m lang und 45 m breit; aus Richtung Süden (34C) mit Instrumentenlandesystem der Kategorie II/III, in Gegenrichtung (16C) sind 2.740 m nutzbar
GraspistenZwei kurze Grasbahnen beiderseits der Hauptpiste: 16L/34R (640 m) und 16R/34L (760 m) für die Allgemeine Luftfahrt, im Winter gesperrt
HöheRund 340 m über dem Meer
TerminalEin Passagierterminal mit 21 Check-in-Schaltern, 14 Gates und einer Besucherterrasse; die heutige Abflughalle stammt aus dem Jahr 2005
Verkehr 2025831.095 Passagiere und 10.427 Flüge im Linien- und Gelegenheitsverkehr (Statistik Austria)
Militärische NutzungBis 2008 Abfangjäger-Standort des Bundesheers im Fliegerhorst Nittner auf der Westseite; 2013 zog das Bundesheer endgültig ab
Weitere NutzerNotarzthubschrauber Christophorus 12 des ÖAMTC, ein Stützpunkt der Flugpolizei, Segelflugvereine und Fallschirmspringer
Für Spotter relevantZwölf Fotolöcher im Zaun an verschiedenen Stellen des Geländes, dazu eine Besucherterrasse am Terminal
Offizielle Websitewww.graz-airport.at

Tätigkeitsfelder

Linienverkehr – Zubringerflüge zu den Drehkreuzen München, Frankfurt und Zürich sowie Städteverbindungen etwa nach Berlin, Düsseldorf, Hamburg, London und Istanbul
Ferien- und Charterverkehr – Saisonflüge ans Mittelmeer, auf die Kanaren und nach Ägypten
Allgemeine Luftfahrt – General Aviation Center seit 2003, Graspisten für Kleinflugzeuge, Segelflug und Fallschirmsprung auf der Westseite
Bodenverkehrsdienste und Fracht – Abfertigung über die Tochter Flughafen Graz Bodenservices, Frachtabfertigung gemeinsam mit Swissport
Parken und Immobilien – Parkhaus und Parkflächen über die Tochter Airport Parking Graz

Struktur & Marken

Flughafen Graz Bodenservices GmbH – Bodenabfertigung (92,6 %)
Airport Parking Graz GmbH – Parkhaus und Parkflächen (85 %)
Flughafen Graz Sicherheitsdienste GmbH – Sicherheitskontrollen (49 %)
Swissport Cargo Services Graz GmbH – Frachtabfertigung (49 %)

Geschichte im Zeitraffer

1913Auf dem Thalerhof im Grazer Feld legt die k.u.k. Armee ein Flugfeld mit Hangars und Graspiste an.
1914Am 26. Juni hebt das erste Flugzeug ab. Im Ersten Weltkrieg errichten die Behörden auf dem Gelände das Internierungslager Thalerhof, in dem vor allem Ruthenen festgehalten wurden; Tausende kamen dort ums Leben.
1925Graz wird Teil des ersten innerösterreichischen Flugnetzes auf der Linie Wien–Graz–Klagenfurt.
1955Eine 1.500 Meter lange, befeuerte Betonpiste geht in Betrieb. Im selben Jahr erhält Österreich mit dem Staatsvertrag die Lufthoheit zurück.
1966Die Strecke Graz–Linz–Frankfurt bringt den ersten internationalen Linienanschluss.
1969Neues Terminalgebäude, die Piste wächst auf 2.500 Meter.
1981Am 29. März landet eine Concorde von British Airways in Graz.
1984Zum 70-Jahr-Jubiläum kommen über 100.000 Besucher, erstmals landet eine Boeing 747 der Lufthansa.
1988Mit dem Saab 35 Draken bekommt das Bundesheer neue Abfangjäger – eine der beiden Draken-Staffeln fliegt vom Fliegerhorst Nittner in Graz.
1994Ein neues Passagierterminal geht in Betrieb.
2002–2005Neuer Tower (2002), General Aviation Center (2003) und am 22. März 2005 die neue Abflughalle.
2004–2008Geleaste F-5E Tiger II aus der Schweiz übernehmen ab Graz die Luftraumüberwachung, bis der Eurofighter in Zeltweg einsatzbereit ist.
2008Am 1. Oktober endet der militärische Flugbetrieb in Graz. Am 23. Dezember begrüßt der Flughafen erstmals den millionsten Passagier eines Jahres.
2013Am 9. Dezember schließt die Bundesheer-Werft – das Bundesheer verlässt den Fliegerhorst Nittner.
2024Zum 110-jährigen Bestehen tritt der Flughafen mit neuem Erscheinungsbild als Graz Airport auf.
2026Austrian Airlines stellt die Verbindung Graz–Wien mit dem Winterflugplan ein; der letzte Flug ist für den 23. Oktober angekündigt.

Flughafen Graz aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Graz

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Eine Embraer von Air Dolomiti auf dem Zubringer nach München oder Frankfurt erwischt
  • Den Swiss-Umlauf aus Zürich und den Lufthansa-Flug aus München am selben Tag notiert
  • Einen Ferienflieger aus der Türkei oder Ägypten im Sommerflugplan fotografiert
  • Einen der zwölf Fotolöcher im Zaun ausprobiert – und die Perspektiven an verschiedenen Stellen verglichen
  • Landungen auf der 34C mit Instrumentenanflug aus Süden beobachtet
  • Den Notarzthubschrauber Christophorus 12 beim Start erwischt
  • Draken und Hunter im Österreichischen Luftfahrtmuseum am Flughafengelände besucht
  • Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Zwölf offizielle Fotolöcher im Zaun – legales Spotten ohne Leiter-Akrobatik
  • Eigener Bahnhof Flughafen Graz-Feldkirchen, mit der S-Bahn rund 13 Minuten vom Hauptbahnhof
  • Übersichtlicher Betrieb mit einer Hauptpiste – du verpasst kaum eine Bewegung
  • Bunte Mischung aus Zubringern, Ferienfliegern, Allgemeiner Luftfahrt und Hubschraubern
  • Luftfahrtmuseum mit Militärjets direkt am Gelände

Wo es hakt

  • Wenig Linienverkehr – rund 10.000 kommerzielle Flüge im Jahr, oft lange Pausen dazwischen
  • Großraumflugzeuge sind die absolute Ausnahme
  • Militärischer Flugbetrieb ist seit 2008 Geschichte
  • Im Winter dünnerer Flugplan, die Graspisten sind dann gesperrt
  • Mit dem Ende des Austrian-Inlandsflugs nach Wien fällt eine Linienverbindung weg

Graz ist kein Ort für Superjumbos, aber einer für Geduldige mit einem Faible für Geschichte. Der Flughafen im Grazer Feld ist der älteste Verkehrsflughafen Österreichs, war jahrzehntelang Heimat der Abfangjäger des Bundesheers und hat heute eine Besonderheit, die viele größere Airports nicht bieten: zwölf offizielle Fotolöcher im Zaun. Wer weiß, wann die Zubringer aus München, Frankfurt und Zürich kommen und in welche Richtung gerade gelandet wird, nimmt hier einen entspannten Spottertag mit – inklusive Rettungshubschrauber, Kleinflugzeugen und einem Luftfahrtmuseum am Rand des Vorfelds.

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Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Vom k.u.k. Flugfeld zum Graz Airport

Die Geschichte beginnt 1913. Damals legte die k.u.k. Armee auf dem Thalerhof südlich von Graz ein Flugfeld mit Hangars und Graspiste an, am 26. Juni 1914 startete dort das erste Flugzeug. Der Flughafen sieht sich deshalb als ältesten Österreichs und feierte 2014 seinen 100. Geburtstag. Zur Geschichte des Ortes gehört allerdings auch ein dunkles Kapitel: Während des Ersten Weltkriegs bestand auf dem Gelände das Internierungslager Thalerhof, in dem die Behörden vor allem Ruthenen als angebliche Russland-Sympathisanten festhielten. Tausende Menschen starben dort.

In der Zwischenkriegszeit war Graz 1925 Teil des ersten innerösterreichischen Flugnetzes auf der Linie Wien–Graz–Klagenfurt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Luftfahrt in Österreich zunächst stark eingeschränkt, erst ab 1951 durfte Graz wieder in den internationalen Verkehr eingebunden werden. 1955 – im Jahr des Staatsvertrags – bekam der Flughafen eine 1.500 Meter lange, befeuerte Betonpiste. Sie wuchs 1969 auf 2.500 Meter und erreichte später ihre heutige Länge von 3.000 Metern.

Ein paar Ereignisse sind bei Grazer Luftfahrtfans bis heute Gesprächsthema: Am 29. März 1981 landete eine Concorde von British Airways am Thalerhof, und zum 70-Jahr-Jubiläum 1984 kam erstmals eine Lufthansa-Boeing 747 – vor über 100.000 Besuchern. Mehr zum Überschallflugzeug steht in der Geschichte der Concorde.

831.095Passagiere im Jahr 2025
10.427kommerzielle Flüge 2025
3.000 mLänge der Hauptpiste
12Fotolöcher im Zaun

Fliegerhorst Nittner: Graz als Militärflugplatz

Über Jahrzehnte teilten sich zivile Luftfahrt und Bundesheer den Platz. Der militärische Teil lag auf der Westseite des Geländes und bildete zusammen mit der zugehörigen Kaserne den Fliegerhorst Nittner. Für Spotter war Graz damit lange einer der spannendsten Flugplätze des Landes, denn hier standen die Abfangjäger, die den österreichischen Luftraum überwachten.

Ab 1988 setzte das Bundesheer den Saab 35 Draken ein, gebrauchte Maschinen aus Schweden. Eine der beiden Draken-Staffeln des Überwachungsgeschwaders war in Graz stationiert, die andere in Zeltweg. Als der Draken ausgemustert wurde und sein Nachfolger noch nicht bereitstand, mietete Österreich zwölf F-5E Tiger II von der Schweizer Luftwaffe. Diese Leihjets flogen vom Fliegerhorst Nittner aus und übernahmen ab Juli 2005 die gesamte Luftraumüberwachung.

Mit dem Eurofighter änderte sich das Bild: Das Bundesheer stationierte die neuen Jets ausschließlich in Zeltweg. In Graz endete der militärische Flugbetrieb deshalb am 1. Oktober 2008. Die Werft arbeitete noch bis Dezember 2013 weiter, dann verließ das Bundesheer den Standort. Das frühere Militärgelände wird heute unter dem Namen „Airbase One“ zivil vermarktet, unter anderem für Freizeitangebote.

Militär sehen in der Steiermark

Wer heute österreichische Militärjets erleben will, fährt nach Zeltweg in der Obersteiermark – dort sind die Eurofighter stationiert, und dort findet auch die Flugshow statt, die der Beitrag zur AIRPOWER in Zeltweg vorstellt. In Graz selbst erinnern vor allem die Jets im Luftfahrtmuseum an die Militärzeit.

Eine Hauptpiste, zwei Grasbahnen

Das Layout ist schnell erklärt. Die asphaltierte Hauptpiste 16C/34C verläuft in Nord-Süd-Richtung, ist 3.000 Meter lang und 45 Meter breit. Das Instrumentenlandesystem der Kategorie II/III gibt es nur für Anflüge aus Süden auf die 34C; in Gegenrichtung auf der 16C sind 2.740 Meter nutzbar. Östlich und westlich der Hauptpiste liegen zwei kurze Graspisten für Kleinflugzeuge, die im Winter gesperrt sind.

Piste Belag Abmessungen Was du dort typischerweise siehst
16C/34C Asphalt 3.000 × 45 m Linien- und Ferienflieger, Geschäftsreisejets
16L/34R (Ost) Gras 640 × 30 m Kleinflugzeuge, nur eingeschränkt genutzt
16R/34L (West) Gras 760 × 25 m Kleinflugzeuge, nur eingeschränkt genutzt
Westseite – – Segelflug und im Sommer Absetzflüge für Fallschirmspringer

Welche Richtung gerade gilt, entscheidet wie überall der Wind: Flugzeuge starten und landen gegen ihn. Kommt er aus Süden, wird Richtung Süden auf der 16C gestartet und gelandet, bei Nordwind auf der 34C. Für Anflugbilder musst du am richtigen Ende des Platzes stehen – die Grundlagen erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen, und mit einer Flugverfolgung per ADS-B siehst du live, von wo die nächste Maschine kommt.

Licht bei einer Nord-Süd-Piste

Bei einer Piste in Nord-Süd-Richtung wandert die Sonne quer über den Platz. Vormittags hast du sie auf der Ostseite im Rücken, wenn du nach Westen auf die Piste blickst, nachmittags ist es umgekehrt. Mit dem Planetrack-Sonnenstand-Planer siehst du vorab, welches Fotoloch zu welcher Uhrzeit das bessere Licht hat. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Wer heute in Graz landet

Graz ist kein Drehkreuz, sondern ein Zubringerflughafen. Den Kern des Linienverkehrs bilden Flüge zu den großen Umsteigeflughäfen der Lufthansa Group: Lufthansa und ihre italienische Regionaltochter Air Dolomiti verbinden Graz mit München und Frankfurt, Swiss fliegt nach Zürich. Air Dolomiti setzt dabei auf Regionaljets von Embraer, etwa die E195; welches Muster auf den Lufthansa- und Swiss-Umläufen kommt, wechselt mit dem Flugplan.

Eine große Änderung steht im Herbst 2026 an: Austrian Airlines stellt laut eigener Ankündigung die Inlandsstrecke Graz–Wien mit dem Winterflugplan ein, der letzte Flug ist für den 23. Oktober 2026 vorgesehen. Die Airline begründete das mit hohen Verlusten auf der Strecke, die fast nur von Umsteigern genutzt wurde. Im Gegenzug setzt die Gruppe auf den Verbindungen nach München und Frankfurt teils größere Flugzeuge ein und bietet im Winter zusätzliche Flüge nach Zürich an.

Daneben fliegt Eurowings nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg und im Sommer zu zahlreichen Ferienzielen am Mittelmeer und auf den Kanaren. British Airways verbindet Graz über ihre Tochter BA Euroflyer mit London-Gatwick, Pegasus mit Istanbul-Sabiha Gökçen. Im Ferienverkehr kommen unter anderem SunExpress und Corendon hinzu, außerdem Croatia Airlines und die deutsche Avanti Air mit kleineren Verbindungen. Für Sommer 2027 hat der Flughafen eine neue Strecke von Air Cairo nach Hurghada angekündigt.

Verkehrsart Typische Airlines (Stand Oktober 2026) Typisches Flugzeugbild
Zubringer zu Drehkreuzen Lufthansa, Air Dolomiti, Swiss Regionaljets und kleinere Mittelstreckenjets
Städteverbindungen Eurowings, British Airways (BA Euroflyer), Pegasus Airbus A320-Familie und Boeing 737
Ferienflüge Eurowings, SunExpress, Corendon und weitere Schmalrumpfjets, saisonal stark schwankend
Allgemeine Luftfahrt Privat- und Geschäftsflieger, Flugschulen Kleinflugzeuge, Business-Jets, Segelflugzeuge
Hubschrauber ÖAMTC (Christophorus 12), Flugpolizei Rettungs- und Polizeihubschrauber

Flugpläne ändern sich in Graz besonders schnell – einzelne Strecken kommen und gehen oft mit dem Saisonwechsel. Schau vor dem Besuch auf die Abflug- und Ankunftstafel des Flughafens.

Kein Ferienflieger entwischt dir

Mit Planetrack setzt du Airlines, Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und bekommst einen Sichtungs-Alarm, wenn sie Graz anfliegen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Verkehr: klein, aber stabil

Mit 831.095 Passagieren im Jahr 2025 lag Graz laut Statistik Austria um 1,4 Prozent über dem Vorjahr und war nach Wien, Salzburg und Innsbruck der viertgrößte Flughafen Österreichs. Das Niveau vor der Pandemie, als Graz rund eine Million Fluggäste im Jahr zählte, hat der Flughafen noch nicht wieder erreicht. Im Linien- und Gelegenheitsverkehr kam Graz 2025 auf 10.427 Flüge – also im Schnitt knapp 30 Starts und Landungen am Tag. Hinzu kommen zahlreiche Bewegungen der Allgemeinen Luftfahrt.

Für dich bedeutet das: Der Betrieb kommt in Wellen. Morgens und abends fliegen die Zubringer zu den Drehkreuzen, an Ferienwochenenden im Sommer kommen die Charterflüge dazu. Dazwischen gibt es Phasen, in denen sich nur Kleinflugzeuge und Hubschrauber bewegen. Eine Fracht-Drehscheibe ist Graz nicht; reine Frachtflüge spielen kaum eine Rolle.

Spotten in Graz: Fotolöcher und Besucherterrasse

Graz geht mit Spottern ausgesprochen freundlich um. Vor einigen Jahren hat der Flughafen an verschiedenen Stellen des Außenbereichs insgesamt zwölf Fotolöcher in den Zaun eingebaut – Öffnungen mit freier Sicht auf Piste und Vorfeld. Eine Karte mit den Standorten stellt der Flughafen auf seiner Website im Bereich „Planespotting & mehr“ bereit. Am Terminal gibt es zusätzlich eine Besucherterrasse; Öffnungszeiten und Bedingungen erfährst du direkt beim Flughafen.

Welches Fotoloch das richtige ist, hängt von Betriebsrichtung und Tageszeit ab. Für Anflugbilder zählt, auf welcher Seite des Platzes gerade gelandet wird – richte deine Wahl danach. Plätze entlang der Piste liefern Seitenansichten beim Rollen und Abheben. Weil der Verkehr überschaubar ist, lohnt es sich, nicht stur an einem Platz zu bleiben, sondern zwischen zwei Wellen den Standort zu wechseln.

Wie du an Zäunen generell zu sauberen Bildern kommst, erklärt der Beitrag Durch den Zaun fotografieren. Was in Österreich rechtlich gilt, fasst Planespotting in Österreich zusammen, und Tipps für kleinere Plätze mit dünnem Flugplan findest du unter Spotting an kleinen Regionalflughäfen.

Flugplan checken

Zubringer und Ferienflieger kommen in Wellen. Ein Blick auf die Ankunftstafel spart dir lange Wartezeiten.

Wind und Pistenrichtung prüfen

Südwind heißt Betrieb auf der 16C, Nordwind auf der 34C. Danach richtet sich, an welchem Ende du stehst.

Fotoloch auswählen

Die Karte des Flughafens zeigt alle zwölf Standorte. Wähl das Loch passend zu Richtung und Licht.

Mit der S-Bahn anreisen

Der Bahnhof Flughafen Graz-Feldkirchen liegt wenige Gehminuten vom Terminal, der Hauptbahnhof ist mit der S-Bahn rund 13 Minuten entfernt.

Kennzeichen mitschreiben

Gerade bei Regionaljets der Konzernairlines ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber auseinanderzuhalten.

Fotoloch heißt nicht Freifahrtschein

Die Fotolöcher sind ein Angebot des Flughafens – Absperrungen, Sicherheitsbereiche und Anweisungen von Sicherheitspersonal und Polizei gelten trotzdem ausnahmslos. Drohnen haben in der Nähe des Flughafens nichts verloren; die Regeln stehen im Beitrag Drohne fliegen in Österreich.

Hubschrauber, Kleinflugzeuge und Museum

Was Graz von vielen Regionalflughäfen abhebt, ist das, was neben dem Linienverkehr passiert. Am Flughafen ist der Notarzthubschrauber Christophorus 12 des ÖAMTC stationiert. Auch die Flugpolizei unterhält in Graz einen Stützpunkt. Auf der Westseite fliegen mehrere Segelflugvereine, im Sommer starten Absetzmaschinen für Fallschirmspringer, und das General Aviation Center fertigt seit 2003 Geschäfts- und Privatflieger ab. Wer Hubschrauber sicher bestimmen will, findet Hilfe im Beitrag Hubschrauber spotten.

Im Südosten des Geländes liegt das Österreichische Luftfahrtmuseum, betrieben von einem privaten Verein und seit 1981 am Flughafen zu Hause. 1996 stürzte eine Museumshalle unter Schneelast ein – ein schwerer Rückschlag für die Sammlung. Zu den Exponaten gehören zwei Saab Draken, eine Hawker Hunter, Varianten der MiG-21 und eine Transall C-160. Für Fans der Militärzeit ist das die beste Möglichkeit, einen Draken aus der Nähe zu sehen. Wer noch mehr österreichische Luftfahrtgeschichte sucht, findet sie im Aviaticum in Wiener Neustadt.

Graz passt zu dir, wenn …

  • du entspannt ohne Gedränge spotten willst
  • du Zubringer der Lufthansa-Gruppe und Ferienflieger sammelst
  • du dich für österreichische Militärluftfahrtgeschichte interessierst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du nur im Winter Zeit hast und mit einem dünneren Flugplan rechnen musst
  • du aktive Militärjets erwartest – die fliegen heute in Zeltweg

Eher woanders, wenn …

  • du Großraumflugzeuge und Langstrecke sehen willst
  • du viele Bewegungen pro Stunde brauchst

Graz im Vergleich

Innerhalb Österreichs spielt der Flughafen Wien in einer völlig anderen Liga: Drehkreuz von Austrian, Langstrecke und über 30 Millionen Passagiere. Näher an Graz liegen die übrigen Regionalflughäfen. Der Flughafen Salzburg lebt stark vom Winter-Charterverkehr, der Flughafen Innsbruck bietet anspruchsvolle Anflüge zwischen den Bergen, und der Flughafen Linz wird von Fracht und vom Lufttransport des Bundesheers geprägt. Am kleinsten ist der Flughafen Klagenfurt – historisch eng mit Graz verbunden, denn die beiden Städte lagen schon 1925 an derselben Fluglinie.

Für die Bestimmung der Maschinen helfen dir außerdem der Beitrag zu den österreichischen OE-Kennzeichen und der Überblick, wie du Regionaljets unterscheidest.

Jedes Fotoloch zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte mit Bewertungen und Community-Fotos, Wetter und Wind am Flughafen – das alles bündelt Planetrack in einer App. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Der Flughafen Graz ist ein Regionalflughafen mit langer Vorgeschichte. Vom k.u.k. Flugfeld über die Abfangjäger-Jahre im Fliegerhorst Nittner bis zum heutigen Graz Airport hat der Thalerhof über ein Jahrhundert Luftfahrt erlebt. Heute dominieren Zubringer zu den Drehkreuzen der Lufthansa-Gruppe und Ferienflieger, ergänzt durch Hubschrauber und Allgemeine Luftfahrt.

Für Spotter ist Graz kein Ziel für große Mengen, aber für ruhige, gut planbare Tage. Die zwölf Fotolöcher im Zaun nehmen dir die größte Sorge an kleinen Plätzen ab – den sauberen Blick auf die Piste. Wer Flugplan, Wind und Licht vorher klärt, steht im Grazer Feld zur richtigen Zeit am richtigen Loch.

Kurzfazit

GRZ ist Österreichs ältester Verkehrsflughafen und bis 2008 Abfangjäger-Basis des Bundesheers. Heute punktet er mit zwölf Fotolöchern im Zaun, S-Bahn-Anschluss und einem Museum am Gelände – plane nach Flugplan und Pistenrichtung, denn der Verkehr kommt in Wellen.

Zusammenfassung

  • Graz ist ein klassischer Regionalflughafen: wenig Großverkehr, aber eine bunte Mischung aus Zubringern, Ferienfliegern und Allgemeiner Luftfahrt.
  • Die Geschichte reicht bis 1914 zurück und umfasst Jahrzehnte als Militärflugplatz – vom k.u.k. Flugfeld bis zur Abfangjäger-Basis des Bundesheers.
  • Für Spotter hat der Flughafen eigens Fotolöcher in den Zaun geschnitten; dazu kommt eine Besucherterrasse am Terminal.
  • Wer gezielt kommt, plant nach Flugplan und Betriebsrichtung – zwischen den Wellen ist es oft lange ruhig.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Graz?

Der IATA-Code ist GRZ, der ICAO-Code LOWG. GRZ siehst du auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LOWG verwenden Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.

Wie viele Pisten hat der Flughafen Graz?

Eine asphaltierte Hauptpiste, die 16C/34C mit 3.000 Metern Länge und 45 Metern Breite. Links und rechts davon liegen zwei kurze Graspisten von 640 und 760 Metern, die nur eingeschränkt für Kleinflugzeuge genutzt werden und im Winter gesperrt sind.

Ist der Flughafen Graz noch ein Militärflugplatz?

Nein. Der Westteil war als Fliegerhorst Nittner lange Standort des Bundesheers, zuletzt für die Abfangjäger. Mit der Konzentration der Eurofighter in Zeltweg endete der militärische Flugbetrieb am 1. Oktober 2008, die Werft schloss im Dezember 2013. Das frühere Militärgelände wird heute zivil vermarktet.

Fliegt Austrian Airlines noch von Graz nach Wien?

Austrian hat angekündigt, die Inlandsstrecke Graz–Wien mit dem Winterflugplan 2026 einzustellen; der letzte Flug ist für den 23. Oktober 2026 angekündigt. Die Verbindungen der Lufthansa-Gruppe nach München, Frankfurt und Zürich bleiben laut Airline bestehen. Prüf vor dem Besuch den aktuellen Flugplan.

Wo kann ich am Flughafen Graz spotten?

Der Flughafen hat an verschiedenen Stellen des Geländes insgesamt zwölf Fotolöcher in den Zaun eingebaut, durch die du freie Sicht aufs Geschehen hast. Eine Karte der Standorte findest du auf der Website von Graz Airport. Am Terminal gibt es außerdem eine Besucherterrasse.

Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen Graz?

Mit der S-Bahn bis zur Station Flughafen Graz-Feldkirchen, rund 420 Meter bzw. etwa sieben Gehminuten vom Terminal entfernt. Vom Grazer Hauptbahnhof dauert die Fahrt mit der S1 etwa 13 Minuten. Zusätzlich hält die Regionalbuslinie 630 am Terminal.

Gibt es am Flughafen Graz ein Luftfahrtmuseum?

Ja. Das Österreichische Luftfahrtmuseum liegt im Südostteil des Flughafengeländes und wird von einem privaten Verein betrieben. Zu sehen sind unter anderem Saab Draken, Hawker Hunter, MiG-21 und eine Transall C-160. Öffnungszeiten erfährst du direkt beim Museum.

Sichtungen rund um Flughafen Graz sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

OS / AUA

Austrian Airlines

Österreichs Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Wien: seit 2009 Teil der Lufthansa Group, seit 2000 in der Star Alliance – und mitten im größten Flottenumbau seit Jahren.

LH / DLH

Lufthansa

Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.

EN / DLA

Air Dolomiti

Die italienische Regionalairline der Lufthansa Group aus Verona: reine Embraer-Flotte, eigene Marke statt Kranich und Flüge von Italien zu den Drehkreuzen München und Frankfurt.

LX / SWR

Swiss International Air Lines

Die Schweizer Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 2002 aus Crossair und dem Erbe der Swissair entstanden, heute Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance.

EW / EWG

Eurowings

Die Direktflug-Airline der Lufthansa Group: Eurowings fliegt mit Jets der A320-Familie ab Düsseldorf und weiteren deutschen Basen quer durch Europa – und bekommt ab 2027 die Boeing 737 MAX 8.

PC / PGT

Pegasus Airlines

Die türkische Low-Cost-Airline aus Istanbul-Sabiha Gökçen: fast reine Airbus-A320neo-Familie, ein dichtes Deutschland-Netz und seit Oktober 2026 die Smartwings-Gruppe unter dem eigenen Dach.

XQ / SXS

SunExpress

Der türkische Ferienflieger aus Antalya gehört je zur Hälfte Lufthansa und Turkish Airlines, fliegt ausschließlich Boeing 737 und verbindet Deutschland so dicht mit der Türkei wie kaum eine andere Airline.

XC / CAI

Corendon Airlines

Türkischer Ferienflieger aus Antalya mit kleiner Boeing-737-Flotte, rotem Stern am Leitwerk und zwei Schwester-Airlines in Malta und den Niederlanden – im Sommer an vielen deutschen Flughäfen zu Hause.

Typische Flugzeuge

Spotting-Spots rund um Flughafen Graz

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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