Das Wichtigste in Kürze
- IATA GRZ, ICAO LOWG: Österreichs ältester Verkehrsflughafen, 2025 mit 831.095 Passagieren.
- Eine Hauptpiste, 3.000 Meter lang: 16C/34C in Nord-Süd-Richtung, flankiert von zwei kurzen Graspisten.
- Zubringer statt Drehkreuz: Graz hängt an München, Frankfurt und Zürich – mit Lufthansa, Air Dolomiti und Swiss.
- Bis 2008 Abfangjäger-Basis: Im Fliegerhorst Nittner standen Draken und zuletzt geleaste F-5E Tiger II des Bundesheers.
- Zwölf Fotolöcher im Zaun sind der offizielle Einstieg fürs Spotten in Graz.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom k.u.k. Flugfeld zum Graz Airport
- 8.Fliegerhorst Nittner: Graz als Militärflugplatz
- 9.Eine Hauptpiste, zwei Grasbahnen
- 10.Wer heute in Graz landet
- 11.Verkehr: klein, aber stabil
- 12.Spotten in Graz: Fotolöcher und Besucherterrasse
- 13.Hubschrauber, Kleinflugzeuge und Museum
- 14.Graz im Vergleich
- 15.Fazit
- 16.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | GRZ |
|---|---|
| ICAO-Code | LOWG |
| Betreiber | Flughafen Graz Betriebs GmbH, Marke Graz Airport – Mehrheitseigentümerin ist die städtische Holding Graz (93,9 %), daneben halten MCG Graz (6 %) und die GSU (0,1 %) Anteile |
| Lage | Rund 9 km südlich der Grazer Innenstadt im Grazer Feld, größtenteils auf dem Gebiet von Feldkirchen bei Graz (Abtissendorf), ein kleinerer Teil in der Katastralgemeinde Thalerhof (Kalsdorf) |
| Hauptpiste | 16C/34C in Nord-Süd-Richtung, Asphalt, 3.000 m lang und 45 m breit; aus Richtung Süden (34C) mit Instrumentenlandesystem der Kategorie II/III, in Gegenrichtung (16C) sind 2.740 m nutzbar |
| Graspisten | Zwei kurze Grasbahnen beiderseits der Hauptpiste: 16L/34R (640 m) und 16R/34L (760 m) für die Allgemeine Luftfahrt, im Winter gesperrt |
| Höhe | Rund 340 m über dem Meer |
| Terminal | Ein Passagierterminal mit 21 Check-in-Schaltern, 14 Gates und einer Besucherterrasse; die heutige Abflughalle stammt aus dem Jahr 2005 |
| Verkehr 2025 | 831.095 Passagiere und 10.427 Flüge im Linien- und Gelegenheitsverkehr (Statistik Austria) |
| Militärische Nutzung | Bis 2008 Abfangjäger-Standort des Bundesheers im Fliegerhorst Nittner auf der Westseite; 2013 zog das Bundesheer endgültig ab |
| Weitere Nutzer | Notarzthubschrauber Christophorus 12 des ÖAMTC, ein Stützpunkt der Flugpolizei, Segelflugvereine und Fallschirmspringer |
| Für Spotter relevant | Zwölf Fotolöcher im Zaun an verschiedenen Stellen des Geländes, dazu eine Besucherterrasse am Terminal |
| Offizielle Website | www.graz-airport.at |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Graz aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Graz
- Eine Embraer von Air Dolomiti auf dem Zubringer nach München oder Frankfurt erwischt
- Den Swiss-Umlauf aus Zürich und den Lufthansa-Flug aus München am selben Tag notiert
- Einen Ferienflieger aus der Türkei oder Ägypten im Sommerflugplan fotografiert
- Einen der zwölf Fotolöcher im Zaun ausprobiert – und die Perspektiven an verschiedenen Stellen verglichen
- Landungen auf der 34C mit Instrumentenanflug aus Süden beobachtet
- Den Notarzthubschrauber Christophorus 12 beim Start erwischt
- Draken und Hunter im Österreichischen Luftfahrtmuseum am Flughafengelände besucht
- Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Zwölf offizielle Fotolöcher im Zaun – legales Spotten ohne Leiter-Akrobatik
- Eigener Bahnhof Flughafen Graz-Feldkirchen, mit der S-Bahn rund 13 Minuten vom Hauptbahnhof
- Übersichtlicher Betrieb mit einer Hauptpiste – du verpasst kaum eine Bewegung
- Bunte Mischung aus Zubringern, Ferienfliegern, Allgemeiner Luftfahrt und Hubschraubern
- Luftfahrtmuseum mit Militärjets direkt am Gelände
Wo es hakt
- Wenig Linienverkehr – rund 10.000 kommerzielle Flüge im Jahr, oft lange Pausen dazwischen
- Großraumflugzeuge sind die absolute Ausnahme
- Militärischer Flugbetrieb ist seit 2008 Geschichte
- Im Winter dünnerer Flugplan, die Graspisten sind dann gesperrt
- Mit dem Ende des Austrian-Inlandsflugs nach Wien fällt eine Linienverbindung weg
Graz ist kein Ort für Superjumbos, aber einer für Geduldige mit einem Faible für Geschichte. Der Flughafen im Grazer Feld ist der älteste Verkehrsflughafen Österreichs, war jahrzehntelang Heimat der Abfangjäger des Bundesheers und hat heute eine Besonderheit, die viele größere Airports nicht bieten: zwölf offizielle Fotolöcher im Zaun. Wer weiß, wann die Zubringer aus München, Frankfurt und Zürich kommen und in welche Richtung gerade gelandet wird, nimmt hier einen entspannten Spottertag mit – inklusive Rettungshubschrauber, Kleinflugzeugen und einem Luftfahrtmuseum am Rand des Vorfelds.
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Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Airline und Spot festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom k.u.k. Flugfeld zum Graz Airport
Die Geschichte beginnt 1913. Damals legte die k.u.k. Armee auf dem Thalerhof südlich von Graz ein Flugfeld mit Hangars und Graspiste an, am 26. Juni 1914 startete dort das erste Flugzeug. Der Flughafen sieht sich deshalb als ältesten Österreichs und feierte 2014 seinen 100. Geburtstag. Zur Geschichte des Ortes gehört allerdings auch ein dunkles Kapitel: Während des Ersten Weltkriegs bestand auf dem Gelände das Internierungslager Thalerhof, in dem die Behörden vor allem Ruthenen als angebliche Russland-Sympathisanten festhielten. Tausende Menschen starben dort.
In der Zwischenkriegszeit war Graz 1925 Teil des ersten innerösterreichischen Flugnetzes auf der Linie Wien–Graz–Klagenfurt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Luftfahrt in Österreich zunächst stark eingeschränkt, erst ab 1951 durfte Graz wieder in den internationalen Verkehr eingebunden werden. 1955 – im Jahr des Staatsvertrags – bekam der Flughafen eine 1.500 Meter lange, befeuerte Betonpiste. Sie wuchs 1969 auf 2.500 Meter und erreichte später ihre heutige Länge von 3.000 Metern.
Ein paar Ereignisse sind bei Grazer Luftfahrtfans bis heute Gesprächsthema: Am 29. März 1981 landete eine Concorde von British Airways am Thalerhof, und zum 70-Jahr-Jubiläum 1984 kam erstmals eine Lufthansa-Boeing 747 – vor über 100.000 Besuchern. Mehr zum Überschallflugzeug steht in der Geschichte der Concorde.
Fliegerhorst Nittner: Graz als Militärflugplatz
Über Jahrzehnte teilten sich zivile Luftfahrt und Bundesheer den Platz. Der militärische Teil lag auf der Westseite des Geländes und bildete zusammen mit der zugehörigen Kaserne den Fliegerhorst Nittner. Für Spotter war Graz damit lange einer der spannendsten Flugplätze des Landes, denn hier standen die Abfangjäger, die den österreichischen Luftraum überwachten.
Ab 1988 setzte das Bundesheer den Saab 35 Draken ein, gebrauchte Maschinen aus Schweden. Eine der beiden Draken-Staffeln des Überwachungsgeschwaders war in Graz stationiert, die andere in Zeltweg. Als der Draken ausgemustert wurde und sein Nachfolger noch nicht bereitstand, mietete Österreich zwölf F-5E Tiger II von der Schweizer Luftwaffe. Diese Leihjets flogen vom Fliegerhorst Nittner aus und übernahmen ab Juli 2005 die gesamte Luftraumüberwachung.
Mit dem Eurofighter änderte sich das Bild: Das Bundesheer stationierte die neuen Jets ausschließlich in Zeltweg. In Graz endete der militärische Flugbetrieb deshalb am 1. Oktober 2008. Die Werft arbeitete noch bis Dezember 2013 weiter, dann verließ das Bundesheer den Standort. Das frühere Militärgelände wird heute unter dem Namen „Airbase One“ zivil vermarktet, unter anderem für Freizeitangebote.
Militär sehen in der Steiermark
Wer heute österreichische Militärjets erleben will, fährt nach Zeltweg in der Obersteiermark – dort sind die Eurofighter stationiert, und dort findet auch die Flugshow statt, die der Beitrag zur AIRPOWER in Zeltweg vorstellt. In Graz selbst erinnern vor allem die Jets im Luftfahrtmuseum an die Militärzeit.
Eine Hauptpiste, zwei Grasbahnen
Das Layout ist schnell erklärt. Die asphaltierte Hauptpiste 16C/34C verläuft in Nord-Süd-Richtung, ist 3.000 Meter lang und 45 Meter breit. Das Instrumentenlandesystem der Kategorie II/III gibt es nur für Anflüge aus Süden auf die 34C; in Gegenrichtung auf der 16C sind 2.740 Meter nutzbar. Östlich und westlich der Hauptpiste liegen zwei kurze Graspisten für Kleinflugzeuge, die im Winter gesperrt sind.
| Piste | Belag | Abmessungen | Was du dort typischerweise siehst |
|---|---|---|---|
| 16C/34C | Asphalt | 3.000 × 45 m | Linien- und Ferienflieger, Geschäftsreisejets |
| 16L/34R (Ost) | Gras | 640 × 30 m | Kleinflugzeuge, nur eingeschränkt genutzt |
| 16R/34L (West) | Gras | 760 × 25 m | Kleinflugzeuge, nur eingeschränkt genutzt |
| Westseite | – | – | Segelflug und im Sommer Absetzflüge für Fallschirmspringer |
Welche Richtung gerade gilt, entscheidet wie überall der Wind: Flugzeuge starten und landen gegen ihn. Kommt er aus Süden, wird Richtung Süden auf der 16C gestartet und gelandet, bei Nordwind auf der 34C. Für Anflugbilder musst du am richtigen Ende des Platzes stehen – die Grundlagen erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen, und mit einer Flugverfolgung per ADS-B siehst du live, von wo die nächste Maschine kommt.
Licht bei einer Nord-Süd-Piste
Bei einer Piste in Nord-Süd-Richtung wandert die Sonne quer über den Platz. Vormittags hast du sie auf der Ostseite im Rücken, wenn du nach Westen auf die Piste blickst, nachmittags ist es umgekehrt. Mit dem Planetrack-Sonnenstand-Planer siehst du vorab, welches Fotoloch zu welcher Uhrzeit das bessere Licht hat. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Wer heute in Graz landet
Graz ist kein Drehkreuz, sondern ein Zubringerflughafen. Den Kern des Linienverkehrs bilden Flüge zu den großen Umsteigeflughäfen der Lufthansa Group: Lufthansa und ihre italienische Regionaltochter Air Dolomiti verbinden Graz mit München und Frankfurt, Swiss fliegt nach Zürich. Air Dolomiti setzt dabei auf Regionaljets von Embraer, etwa die E195; welches Muster auf den Lufthansa- und Swiss-Umläufen kommt, wechselt mit dem Flugplan.
Eine große Änderung steht im Herbst 2026 an: Austrian Airlines stellt laut eigener Ankündigung die Inlandsstrecke Graz–Wien mit dem Winterflugplan ein, der letzte Flug ist für den 23. Oktober 2026 vorgesehen. Die Airline begründete das mit hohen Verlusten auf der Strecke, die fast nur von Umsteigern genutzt wurde. Im Gegenzug setzt die Gruppe auf den Verbindungen nach München und Frankfurt teils größere Flugzeuge ein und bietet im Winter zusätzliche Flüge nach Zürich an.
Daneben fliegt Eurowings nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg und im Sommer zu zahlreichen Ferienzielen am Mittelmeer und auf den Kanaren. British Airways verbindet Graz über ihre Tochter BA Euroflyer mit London-Gatwick, Pegasus mit Istanbul-Sabiha Gökçen. Im Ferienverkehr kommen unter anderem SunExpress und Corendon hinzu, außerdem Croatia Airlines und die deutsche Avanti Air mit kleineren Verbindungen. Für Sommer 2027 hat der Flughafen eine neue Strecke von Air Cairo nach Hurghada angekündigt.
| Verkehrsart | Typische Airlines (Stand Oktober 2026) | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| Zubringer zu Drehkreuzen | Lufthansa, Air Dolomiti, Swiss | Regionaljets und kleinere Mittelstreckenjets |
| Städteverbindungen | Eurowings, British Airways (BA Euroflyer), Pegasus | Airbus A320-Familie und Boeing 737 |
| Ferienflüge | Eurowings, SunExpress, Corendon und weitere | Schmalrumpfjets, saisonal stark schwankend |
| Allgemeine Luftfahrt | Privat- und Geschäftsflieger, Flugschulen | Kleinflugzeuge, Business-Jets, Segelflugzeuge |
| Hubschrauber | ÖAMTC (Christophorus 12), Flugpolizei | Rettungs- und Polizeihubschrauber |
Flugpläne ändern sich in Graz besonders schnell – einzelne Strecken kommen und gehen oft mit dem Saisonwechsel. Schau vor dem Besuch auf die Abflug- und Ankunftstafel des Flughafens.
Kein Ferienflieger entwischt dir
Mit Planetrack setzt du Airlines, Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und bekommst einen Sichtungs-Alarm, wenn sie Graz anfliegen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Verkehr: klein, aber stabil
Mit 831.095 Passagieren im Jahr 2025 lag Graz laut Statistik Austria um 1,4 Prozent über dem Vorjahr und war nach Wien, Salzburg und Innsbruck der viertgrößte Flughafen Österreichs. Das Niveau vor der Pandemie, als Graz rund eine Million Fluggäste im Jahr zählte, hat der Flughafen noch nicht wieder erreicht. Im Linien- und Gelegenheitsverkehr kam Graz 2025 auf 10.427 Flüge – also im Schnitt knapp 30 Starts und Landungen am Tag. Hinzu kommen zahlreiche Bewegungen der Allgemeinen Luftfahrt.
Für dich bedeutet das: Der Betrieb kommt in Wellen. Morgens und abends fliegen die Zubringer zu den Drehkreuzen, an Ferienwochenenden im Sommer kommen die Charterflüge dazu. Dazwischen gibt es Phasen, in denen sich nur Kleinflugzeuge und Hubschrauber bewegen. Eine Fracht-Drehscheibe ist Graz nicht; reine Frachtflüge spielen kaum eine Rolle.
Spotten in Graz: Fotolöcher und Besucherterrasse
Graz geht mit Spottern ausgesprochen freundlich um. Vor einigen Jahren hat der Flughafen an verschiedenen Stellen des Außenbereichs insgesamt zwölf Fotolöcher in den Zaun eingebaut – Öffnungen mit freier Sicht auf Piste und Vorfeld. Eine Karte mit den Standorten stellt der Flughafen auf seiner Website im Bereich „Planespotting & mehr“ bereit. Am Terminal gibt es zusätzlich eine Besucherterrasse; Öffnungszeiten und Bedingungen erfährst du direkt beim Flughafen.
Welches Fotoloch das richtige ist, hängt von Betriebsrichtung und Tageszeit ab. Für Anflugbilder zählt, auf welcher Seite des Platzes gerade gelandet wird – richte deine Wahl danach. Plätze entlang der Piste liefern Seitenansichten beim Rollen und Abheben. Weil der Verkehr überschaubar ist, lohnt es sich, nicht stur an einem Platz zu bleiben, sondern zwischen zwei Wellen den Standort zu wechseln.
Wie du an Zäunen generell zu sauberen Bildern kommst, erklärt der Beitrag Durch den Zaun fotografieren. Was in Österreich rechtlich gilt, fasst Planespotting in Österreich zusammen, und Tipps für kleinere Plätze mit dünnem Flugplan findest du unter Spotting an kleinen Regionalflughäfen.
Flugplan checken
Zubringer und Ferienflieger kommen in Wellen. Ein Blick auf die Ankunftstafel spart dir lange Wartezeiten.
Wind und Pistenrichtung prüfen
Südwind heißt Betrieb auf der 16C, Nordwind auf der 34C. Danach richtet sich, an welchem Ende du stehst.
Fotoloch auswählen
Die Karte des Flughafens zeigt alle zwölf Standorte. Wähl das Loch passend zu Richtung und Licht.
Mit der S-Bahn anreisen
Der Bahnhof Flughafen Graz-Feldkirchen liegt wenige Gehminuten vom Terminal, der Hauptbahnhof ist mit der S-Bahn rund 13 Minuten entfernt.
Kennzeichen mitschreiben
Gerade bei Regionaljets der Konzernairlines ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber auseinanderzuhalten.
Fotoloch heißt nicht Freifahrtschein
Die Fotolöcher sind ein Angebot des Flughafens – Absperrungen, Sicherheitsbereiche und Anweisungen von Sicherheitspersonal und Polizei gelten trotzdem ausnahmslos. Drohnen haben in der Nähe des Flughafens nichts verloren; die Regeln stehen im Beitrag Drohne fliegen in Österreich.
Hubschrauber, Kleinflugzeuge und Museum
Was Graz von vielen Regionalflughäfen abhebt, ist das, was neben dem Linienverkehr passiert. Am Flughafen ist der Notarzthubschrauber Christophorus 12 des ÖAMTC stationiert. Auch die Flugpolizei unterhält in Graz einen Stützpunkt. Auf der Westseite fliegen mehrere Segelflugvereine, im Sommer starten Absetzmaschinen für Fallschirmspringer, und das General Aviation Center fertigt seit 2003 Geschäfts- und Privatflieger ab. Wer Hubschrauber sicher bestimmen will, findet Hilfe im Beitrag Hubschrauber spotten.
Im Südosten des Geländes liegt das Österreichische Luftfahrtmuseum, betrieben von einem privaten Verein und seit 1981 am Flughafen zu Hause. 1996 stürzte eine Museumshalle unter Schneelast ein – ein schwerer Rückschlag für die Sammlung. Zu den Exponaten gehören zwei Saab Draken, eine Hawker Hunter, Varianten der MiG-21 und eine Transall C-160. Für Fans der Militärzeit ist das die beste Möglichkeit, einen Draken aus der Nähe zu sehen. Wer noch mehr österreichische Luftfahrtgeschichte sucht, findet sie im Aviaticum in Wiener Neustadt.
Graz passt zu dir, wenn …
- du entspannt ohne Gedränge spotten willst
- du Zubringer der Lufthansa-Gruppe und Ferienflieger sammelst
- du dich für österreichische Militärluftfahrtgeschichte interessierst
Bedingt geeignet, wenn …
- du nur im Winter Zeit hast und mit einem dünneren Flugplan rechnen musst
- du aktive Militärjets erwartest – die fliegen heute in Zeltweg
Eher woanders, wenn …
- du Großraumflugzeuge und Langstrecke sehen willst
- du viele Bewegungen pro Stunde brauchst
Graz im Vergleich
Innerhalb Österreichs spielt der Flughafen Wien in einer völlig anderen Liga: Drehkreuz von Austrian, Langstrecke und über 30 Millionen Passagiere. Näher an Graz liegen die übrigen Regionalflughäfen. Der Flughafen Salzburg lebt stark vom Winter-Charterverkehr, der Flughafen Innsbruck bietet anspruchsvolle Anflüge zwischen den Bergen, und der Flughafen Linz wird von Fracht und vom Lufttransport des Bundesheers geprägt. Am kleinsten ist der Flughafen Klagenfurt – historisch eng mit Graz verbunden, denn die beiden Städte lagen schon 1925 an derselben Fluglinie.
Für die Bestimmung der Maschinen helfen dir außerdem der Beitrag zu den österreichischen OE-Kennzeichen und der Überblick, wie du Regionaljets unterscheidest.
Jedes Fotoloch zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte mit Bewertungen und Community-Fotos, Wetter und Wind am Flughafen – das alles bündelt Planetrack in einer App. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Der Flughafen Graz ist ein Regionalflughafen mit langer Vorgeschichte. Vom k.u.k. Flugfeld über die Abfangjäger-Jahre im Fliegerhorst Nittner bis zum heutigen Graz Airport hat der Thalerhof über ein Jahrhundert Luftfahrt erlebt. Heute dominieren Zubringer zu den Drehkreuzen der Lufthansa-Gruppe und Ferienflieger, ergänzt durch Hubschrauber und Allgemeine Luftfahrt.
Für Spotter ist Graz kein Ziel für große Mengen, aber für ruhige, gut planbare Tage. Die zwölf Fotolöcher im Zaun nehmen dir die größte Sorge an kleinen Plätzen ab – den sauberen Blick auf die Piste. Wer Flugplan, Wind und Licht vorher klärt, steht im Grazer Feld zur richtigen Zeit am richtigen Loch.
Kurzfazit
GRZ ist Österreichs ältester Verkehrsflughafen und bis 2008 Abfangjäger-Basis des Bundesheers. Heute punktet er mit zwölf Fotolöchern im Zaun, S-Bahn-Anschluss und einem Museum am Gelände – plane nach Flugplan und Pistenrichtung, denn der Verkehr kommt in Wellen.
Zusammenfassung
- Graz ist ein klassischer Regionalflughafen: wenig Großverkehr, aber eine bunte Mischung aus Zubringern, Ferienfliegern und Allgemeiner Luftfahrt.
- Die Geschichte reicht bis 1914 zurück und umfasst Jahrzehnte als Militärflugplatz – vom k.u.k. Flugfeld bis zur Abfangjäger-Basis des Bundesheers.
- Für Spotter hat der Flughafen eigens Fotolöcher in den Zaun geschnitten; dazu kommt eine Besucherterrasse am Terminal.
- Wer gezielt kommt, plant nach Flugplan und Betriebsrichtung – zwischen den Wellen ist es oft lange ruhig.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Graz?
Der IATA-Code ist GRZ, der ICAO-Code LOWG. GRZ siehst du auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LOWG verwenden Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Wie viele Pisten hat der Flughafen Graz?
Eine asphaltierte Hauptpiste, die 16C/34C mit 3.000 Metern Länge und 45 Metern Breite. Links und rechts davon liegen zwei kurze Graspisten von 640 und 760 Metern, die nur eingeschränkt für Kleinflugzeuge genutzt werden und im Winter gesperrt sind.
Ist der Flughafen Graz noch ein Militärflugplatz?
Nein. Der Westteil war als Fliegerhorst Nittner lange Standort des Bundesheers, zuletzt für die Abfangjäger. Mit der Konzentration der Eurofighter in Zeltweg endete der militärische Flugbetrieb am 1. Oktober 2008, die Werft schloss im Dezember 2013. Das frühere Militärgelände wird heute zivil vermarktet.
Fliegt Austrian Airlines noch von Graz nach Wien?
Austrian hat angekündigt, die Inlandsstrecke Graz–Wien mit dem Winterflugplan 2026 einzustellen; der letzte Flug ist für den 23. Oktober 2026 angekündigt. Die Verbindungen der Lufthansa-Gruppe nach München, Frankfurt und Zürich bleiben laut Airline bestehen. Prüf vor dem Besuch den aktuellen Flugplan.
Wo kann ich am Flughafen Graz spotten?
Der Flughafen hat an verschiedenen Stellen des Geländes insgesamt zwölf Fotolöcher in den Zaun eingebaut, durch die du freie Sicht aufs Geschehen hast. Eine Karte der Standorte findest du auf der Website von Graz Airport. Am Terminal gibt es außerdem eine Besucherterrasse.
Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen Graz?
Mit der S-Bahn bis zur Station Flughafen Graz-Feldkirchen, rund 420 Meter bzw. etwa sieben Gehminuten vom Terminal entfernt. Vom Grazer Hauptbahnhof dauert die Fahrt mit der S1 etwa 13 Minuten. Zusätzlich hält die Regionalbuslinie 630 am Terminal.
Gibt es am Flughafen Graz ein Luftfahrtmuseum?
Ja. Das Österreichische Luftfahrtmuseum liegt im Südostteil des Flughafengeländes und wird von einem privaten Verein betrieben. Zu sehen sind unter anderem Saab Draken, Hawker Hunter, MiG-21 und eine Transall C-160. Öffnungszeiten erfährst du direkt beim Museum.
Sichtungen rund um Flughafen Graz sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Austrian Airlines
Österreichs Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Wien: seit 2009 Teil der Lufthansa Group, seit 2000 in der Star Alliance – und mitten im größten Flottenumbau seit Jahren.
LH / DLHLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
EN / DLAAir Dolomiti
Die italienische Regionalairline der Lufthansa Group aus Verona: reine Embraer-Flotte, eigene Marke statt Kranich und Flüge von Italien zu den Drehkreuzen München und Frankfurt.
LX / SWRSwiss International Air Lines
Die Schweizer Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 2002 aus Crossair und dem Erbe der Swissair entstanden, heute Teil der Lufthansa Group und Mitglied der Star Alliance.
EW / EWGEurowings
Die Direktflug-Airline der Lufthansa Group: Eurowings fliegt mit Jets der A320-Familie ab Düsseldorf und weiteren deutschen Basen quer durch Europa – und bekommt ab 2027 die Boeing 737 MAX 8.
PC / PGTPegasus Airlines
Die türkische Low-Cost-Airline aus Istanbul-Sabiha Gökçen: fast reine Airbus-A320neo-Familie, ein dichtes Deutschland-Netz und seit Oktober 2026 die Smartwings-Gruppe unter dem eigenen Dach.
XQ / SXSSunExpress
Der türkische Ferienflieger aus Antalya gehört je zur Hälfte Lufthansa und Turkish Airlines, fliegt ausschließlich Boeing 737 und verbindet Deutschland so dicht mit der Türkei wie kaum eine andere Airline.
XC / CAICorendon Airlines
Türkischer Ferienflieger aus Antalya mit kleiner Boeing-737-Flotte, rotem Stern am Leitwerk und zwei Schwester-Airlines in Malta und den Niederlanden – im Sommer an vielen deutschen Flughäfen zu Hause.
Typische Flugzeuge
Embraer E195
Der größte E-Jet der ersten Generation: Die E195 streckt die E190 um rund 2,4 Meter und bringt typischerweise gut 100 bis 120 Passagiere in einer 2+2-Kabine in die Luft. In Europa ist sie vor allem im Lufthansa-Konzern zu Hause.
FlugzeugtypAirbus A220-300
Schlanker Rumpf, riesige Getriebefan-Triebwerke, große Fenster: Die A220-300 begann als Bombardier CS300 und ist heute bei Swiss, airBaltic und Air France Alltag. So erkennst du sie.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypSaab 35 Draken
Ein Flügel wie eine Pfeilspitze mit Knick, kein Höhenleitwerk, eine einzige hohe Flosse: Der Saab 35 Draken war Schwedens Mach-2-Jäger und bis 2005 der Abfangjäger des österreichischen Bundesheers. So erkennst du ihn und hier findest du ihn heute.
FlugzeugtypNorthrop F-5 Tiger II
Klein, spitz, laut und unverwechselbar rot-weiß über den Alpen: Die F-5 Tiger II prägt seit 1978 die Schweizer Luftwaffe und die Patrouille Suisse. So erkennst du den leichten Kampfjet und nutzt die letzten Jahre bis zur Ausmusterung.
FlugzeugtypEurofighter EF2000 Typhoon
Entenflügel vor dem Cockpit, großer Deltaflügel, ein breiter Lufteinlass wie ein Lächeln unter der Nase: Der Eurofighter ist das Rückgrat der Luftwaffe. So erkennst du ihn und weißt, wo du ihn in Deutschland siehst.
Spotting-Spots rund um Flughafen Graz
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse Flughafen Salzburg
Die Besucherterrasse am Terminal 1 ist der einfachste Einstieg ins Spotting in Salzburg: kostenlos, mit dem Obus erreichbar und mit Blick über das Vorfeld auf die Piste 15/33, den Hangar-7 und die Salzburger Berge. An Winter-Samstagen wird sie zum Treffpunkt der Szene.
SpotterhügelSpotterhügel Flughafen Wien
Seit die Besucherterrasse auf Terminal 3 geschlossen ist, führt in Wien kaum ein Weg am Spotterhügel vorbei: ein vom Flughafen aufgeschütteter Erdhügel östlich der Piste 16/34, kostenlos, rund um die Uhr erreichbar und morgens mit der Sonne im Rücken.
Weitere Einträge
Flughafen Wien-Schwechat
Größter Flughafen Österreichs und Drehkreuz von Austrian Airlines: zwei sich kreuzende Pisten, ein Terminal 3 im Umbau, starker Low-Cost-Verkehr – und seit dem Aus der Besucherterrasse ein Spotterhügel als wichtigster legaler Standpunkt.
FlughafenFlughafen Salzburg
Österreichs zweitgrößter Flughafen hat nur eine Piste, einen Anflug fast immer von Norden über Bayern und einen Wintersamstag, der aus dem ruhigen Regionalflughafen einen der spannendsten Charterplätze der Alpen macht – mit Hangar-7 und Bergkulisse als Zugabe.
FlughafenFlughafen Klagenfurt
Kärntens einziger Verkehrsflughafen: eine 2.720-Meter-Piste am Stadtrand von Klagenfurt, ein Jahrhundert Geschichte, eine umstrittene Teilprivatisierung mit Rückkauf durch die öffentliche Hand – und ein kleiner, aber bunter Flugplan mit Austrian, Eurowings, Ryanair und SkyAlps.
FlughafenFlughafen Linz
Der frühere Blue Danube Airport ist klein im Passagierverkehr, aber Österreichs zweitwichtigster Frachtflughafen. Dazu teilt er sich die Piste mit dem Fliegerhorst Vogler des Bundesheers – und bietet Spottern eine Dachterrasse und Spotterlöcher im Zaun.
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