Das Wichtigste in Kürze
- IATA THF, ICAO EDDI: Berlins Stadtflughafen von 1923 bis zum letzten Flug am 30. Oktober 2008.
- Symbol der Luftbrücke: Ab Juni 1948 landeten hier die US-Transporter, die West-Berlin während der Blockade versorgten.
- Der Sagebiel-Bau ist rund 1,2 km lang, nie ganz fertig geworden und steht seit 1995 unter Denkmalschutz.
- Zu klein für die Jet-Ära: 1975 zog der Linienverkehr nach Tegel, danach blieben vor allem kleinere Maschinen.
- Heute Tempelhofer Feld: Auf den alten Bahnen sind Spaziergänger, Radfahrer und Kiter unterwegs – per Volksentscheid 2014 vor Bebauung geschützt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Exerzierplatz zum Flughafen
- 7.Der Bau von Ernst Sagebiel
- 8.Kriegsende und US-Flughafen
- 9.Die Luftbrücke 1948/49
- 10.Tor nach West-Berlin
- 11.Zu klein für die Jet-Ära
- 12.Comeback als Stadtflughafen
- 13.Volksentscheid und der letzte Flugtag
- 14.Das Tempelhofer Feld heute
- 15.Tempelhof als Spotter erleben
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | THF |
|---|---|
| ICAO-Code | EDDI |
| Status | Geschlossen – Flugbetrieb eingestellt am 30. Oktober 2008 |
| Lage | Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Neukölln, wenige Kilometer südlich der Berliner Mitte und innerhalb des S-Bahn-Rings; U-Bahnhof Platz der Luftbrücke direkt vor dem Gebäude |
| Eröffnung | Flugbetrieb ab dem 8. Oktober 1923 auf dem früheren Exerzierplatz Tempelhofer Feld |
| Start- und Landebahnen (historisch) | Zwei parallele Bahnen in Ost-West-Richtung: 09L/27R (2.094 m) und 09R/27L (1.840 m), jeweils 42,5 m breit und asphaltiert |
| Flughafengebäude | Bogenförmiger Bau nach Plänen von Ernst Sagebiel, errichtet ab 1936, rund 1,2 km lang, etwa 307.000 m² Brutto-Grundfläche; nie ganz fertiggestellt |
| Rolle in der Luftbrücke | Ab dem 26. Juni 1948 wichtigster Landeplatz der US-Versorgungsflüge, letzte Luftbrücken-Landung am 30. September 1949 |
| Verkehr | Höchststand 1971 mit gut 5,5 Mio. Passagieren; 2007 noch rund 350.000 Fluggäste |
| Denkmalschutz | Gebäudeensemble seit 1995 als Baudenkmal geschützt |
| Nachnutzung | Gebäude betrieben von der Tempelhof Projekt GmbH (Führungen, Ausstellungen, Veranstaltungen); das Flugfeld ist seit dem 8. Mai 2010 als Tempelhofer Feld öffentlich zugänglich, gepflegt von der Grün Berlin GmbH |
| Offizielle Website | www.thf-berlin.de |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Berlin-Tempelhof aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Berlin-Tempelhof
- Der riesige, leicht gebogene Bau mit dem Vordach im Hintergrund – ein Tempelhof-Foto ist daran sofort zu erkennen
- Alte Aufnahmen sauber mit THF bzw. EDDI verschlagwortet
- Ein Bild der Alliiertenzeit im Archiv – etwa Pan Am mit der Boeing 727 oder BEA mit der Viscount oder der One-Eleven
- Ein Luftbrücken-Motiv mit C-54 Skymaster oder C-47 – meist aus Archiven, Museen oder von Gedenkflügen
- Das Luftbrückendenkmal mit seinen drei nach Westen weisenden Rippen auf dem Platz vor dem Gebäude
- Auf dem Tempelhofer Feld die breiten Asphaltbahnen, auf denen heute Radfahrer, Skater und Kiter statt Flugzeuge unterwegs sind
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Einmalige Geschichte: Luft-Hansa-Heimat, Luftbrücke, Alliiertenflughafen und Stadtflughafen in einem
- Eines der größten Gebäude Europas mit spektakulärem, weit auskragendem Vordach über dem Vorfeld
- Mitten in der Stadt und per U-Bahn direkt erreichbar
- Gebäude mit Führungen und Ausstellungen, Flugfeld frei begehbar – Geschichte zum Anfassen
- Das Luftbrückendenkmal direkt vor der Tür
Wo es hakt
- Seit Oktober 2008 kein Flugbetrieb – Flugzeuge siehst du hier nicht mehr
- Die Bahnen waren für große Jets schon in den 1970er-Jahren zu kurz
- Das Gebäude ist nur bei Führungen, Ausstellungen und Veranstaltungen von innen zu sehen
- Teile des Areals sind Baustelle oder nicht öffentlich zugänglich
- Die Zukunft des Feldrands wird politisch weiter kontrovers diskutiert
Kaum ein Flughafen der Welt hat so viel Geschichte auf so engem Raum erlebt wie Tempelhof. Hier landete die Deutsche Luft Hansa, hier kamen während der Blockade 1948/49 die „Rosinenbomber“ herein, hier flogen Pan Am und British European Airways durch die Luftkorridore nach West-Berlin. Seit dem 30. Oktober 2008 startet in Tempelhof nichts mehr – aber das gewaltige Gebäude steht noch, und auf den alten Bahnen bist du heute zu Fuß, mit dem Rad oder dem Kite unterwegs. Für Spotter ist THF ein Stück Luftfahrtgeschichte, das du noch heute betreten kannst.
Deine Tempelhof-Bilder gehören ins Logbuch
Mit Planetrack postest du auch historische Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so bekommt THF einen festen Platz in deiner Sammlung. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Exerzierplatz zum Flughafen
Lange bevor hier Linienflugzeuge landeten, war das Tempelhofer Feld ein Exerzier- und Paradeplatz der preußischen Armee. Die große, flache Fläche zog früh Luftfahrtpioniere an: Ballone und Luftschiffe stiegen hier auf, und 1909 führte Orville Wright auf dem Feld Motorflüge vor – nur sechs Jahre nach dem ersten Flug der Brüder Wright in Kitty Hawk.
1923 beschlossen die Berliner Stadtverordneten, hier einen Verkehrsflughafen anzulegen. Am 8. Oktober 1923 begann der Flugbetrieb, anfangs mit einfachen, provisorischen Anlagen. Drei Jahre später machte die frisch gegründete Deutsche Luft Hansa Tempelhof zu ihrem Heimatflughafen. Damit wurde der Platz zum Zentrum des deutschen Luftverkehrs – mit Maschinen wie der Junkers Ju 52, deren Geschichte der Beitrag zur „Tante Ju“ erzählt.
Der Bau von Ernst Sagebiel
Ab 1936 entstand nach Plänen des Architekten Ernst Sagebiel ein neues Flughafengebäude, das alles Bisherige in den Schatten stellte. Der Bau beschreibt einen weiten Bogen von rund 1,2 Kilometern Länge und kommt auf etwa 307.000 Quadratmeter Brutto-Grundfläche. Damals galt er als eines der flächengrößten Gebäude der Welt. Er war als Repräsentationsbau des nationalsozialistischen Regimes gedacht – mit Empfangshalle, Hangars und einer Dachtribüne, auf der Zehntausende Flugschauen verfolgen konnten.
Fertig wurde der Bau nie. Mit Kriegsbeginn stockten die Arbeiten, die Haupthalle blieb in Teilen ein Rohbau. Stattdessen wurden in den Hallen Militärflugzeuge gefertigt und repariert, überwiegend durch Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Auch das nahe Konzentrationslager Columbia, das von 1934 bis 1936 bestand, gehört zur Geschichte des Ortes. Wer heute über das Gelände geht, begegnet also auch dieser dunklen Seite der Geschichte.
Architektonisch besonders ist das weit auskragende Vordach über dem Vorfeld. Die Flugzeuge rollten bis unter das Dach, sodass Passagiere im Trockenen ein- und aussteigen konnten. Auf historischen Bildern ist genau diese Kulisse – Flugzeugheck unter dem riesigen Dach – das sicherste Erkennungsmerkmal für Tempelhof. Seit 1995 steht das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz.
Tempelhof im Bild erkennen
Achte auf alten Fotos auf den langen, gebogenen Gebäuderiegel mit dem flachen Vordach und den Hangartoren. Wenn du solche Funde ordnest, hilft eine feste Ordnerstruktur – Tipps dazu stehen im Beitrag zum Archivieren von Flugzeugfotos.
Kriegsende und US-Flughafen
Ende April 1945 besetzte die Rote Armee den Flughafen. Nach der Aufteilung Berlins in Sektoren lag Tempelhof im amerikanischen Sektor, und Anfang Juli 1945 übernahmen die US-Streitkräfte. Für die Amerikaner wurde der Platz als „Tempelhof Central Airport“ zum wichtigsten Stützpunkt in der Stadt, den sie bis in die 1990er-Jahre nutzten.
Schon 1946 kehrte auch der zivile Luftverkehr zurück. Am 18. Mai 1946 nahm American Overseas Airlines den ersten kommerziellen Liniendienst nach dem Krieg auf. Später übernahm Pan Am diese Gesellschaft und damit den Berlin-Verkehr. Für Lufthansa blieb Berlin bis 1990 tabu: Nach dem Viermächte-Status durften im Linienverkehr nur Airlines der drei Westalliierten die Stadt anfliegen, und zwar durch festgelegte Luftkorridore über die DDR.
Die Luftbrücke 1948/49
Im Juni 1948 riegelte die Sowjetunion die Land- und Wasserwege nach West-Berlin ab. Die Westalliierten antworteten mit einer beispiellosen Versorgung aus der Luft. Am 26. Juni 1948 landeten die ersten amerikanischen Transporter in Tempelhof, die Briten flogen ab dem 28. Juni nach Gatow. Ab Dezember 1948 kam der Flughafen im französischen Sektor hinzu, den du heute als Tegel kennst.
Zu Beginn setzten die Amerikaner vor allem die zweimotorige C-47 (militärische DC-3) ein, rasch dominierte die viermotorige C-54 Skymaster. Die Maschinen landeten in so dichter Folge, dass Tempelhof für viele Berliner zum Inbegriff der Luftbrücke wurde. Der amerikanische Pilot Gail Halvorsen warf beim Anflug Süßigkeiten an kleinen Taschentuch-Fallschirmen für Kinder ab – daher stammt der Spitzname „Rosinenbomber“.
| Kennzahl Luftbrücke | Wert |
|---|---|
| Beginn der US-Flüge nach Tempelhof | 26. Juni 1948 |
| Ende der Blockade | 12. Mai 1949 |
| Letzte Luftbrücken-Landung | 30. September 1949 in Tempelhof |
| Flüge insgesamt | mehrere Hunderttausend (die Angaben schwanken je nach Zählweise) |
| Eingeflogene Fracht | gut 2,1 Mio. Tonnen, vor allem Kohle und Lebensmittel |
| Rekordtag („Osterparade“) | 15./16. April 1949 mit fast 1.400 Flügen in 24 Stunden |
Die Luftbrücke forderte Opfer: Bei Abstürzen und Unfällen kamen amerikanische und britische Flieger sowie deutsche Helfer ums Leben, die Zahlenangaben unterscheiden sich je nach Quelle. An sie erinnert das Luftbrückendenkmal auf dem Platz der Luftbrücke, enthüllt am 10. Juli 1951 und entworfen von Eduard Ludwig. Seine drei Rippen weisen nach Westen, in Richtung der drei Luftkorridore. Die Berliner gaben ihm den Spitznamen „Hungerharke“. Die ganze Geschichte erzählt der Beitrag zur Berliner Luftbrücke, mehr zum wichtigsten Flugzeug der ersten Wochen findest du im Porträt der Douglas DC-3.
Rosinenbomber auf dem Radar
Mit den Sichtungs-Alarmen von Planetrack erfährst du, wenn ein Flugzeugtyp oder Kennzeichen, das du beobachtest, an deinem Flughafen anfliegt oder landet – praktisch, wenn eine historische DC-3 oder Ju 52 zu Gast ist. Planetrack startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Tor nach West-Berlin
Nach der Blockade wurde Tempelhof zum zivilen Drehkreuz West-Berlins. 1951 nahm ein ziviles Terminal den Betrieb auf, im selben Jahr zog British European Airways (BEA) mit ihrem Berlin-Verkehr nach Tempelhof. Air France flog ab 1950 ebenfalls hierher, wechselte aber 1960 nach Tegel. Weil Lufthansa nicht nach Berlin durfte, bedienten Pan Am und BEA einen Großteil der innerdeutschen Strecken von und nach West-Berlin – ein Netz, das es so nirgendwo sonst gab.
Die Flugzeuge dieser Zeit sind heute Klassiker. Pan Am setzte in den 1950er-Jahren Kolbenmotor-Flugzeuge wie die Douglas DC-6 ein und stellte ab 1966 auf die Boeing 727 um – eine Vorführmaschine von Boeing war bereits 1964 in Tempelhof gelandet. BEA flog ab 1958 unter anderem die Turboprop Vickers Viscount und ab Ende der 1960er-Jahre die BAC One-Eleven. Ihren Höhepunkt erreichte die Entwicklung 1971 mit gut 5,5 Millionen Passagieren im Jahr.
| Zeitraum | Wer Tempelhof prägte | Typische Flugzeuge |
|---|---|---|
| 1923–1945 | Deutsche Luft Hansa, europäischer Linienverkehr | Junkers-Typen wie die Ju 52 |
| 1948–1949 | US-Luftwaffe während der Luftbrücke | C-47, C-54 |
| 1950–1975 | Pan Am, BEA, zeitweise Air France | DC-6, Viscount, Boeing 727, One-Eleven |
| 1981–2008 | Regional- und Geschäftsreiseverkehr, zuletzt Cirrus Airlines und Brussels Airlines im Linienverkehr | Turboprops und Regionaljets wie die Dornier 328, Geschäftsreiseflugzeuge |
Die Typen in der Tabelle sind Beispiele der jeweiligen Epoche, keine vollständige Flottenliste.
Zu klein für die Jet-Ära
So zentral die Lage war, so eng war der Platz. Die beiden parallelen Bahnen 09L/27R (2.094 m) und 09R/27L (1.840 m) lagen mitten im Stadtgebiet und ließen sich nicht verlängern. Rundherum standen Wohnblocks, im Osten lag Neukölln, im Westen Schöneberg. Mit immer größeren Jets und wachsendem Verkehr stieß Tempelhof an seine Grenzen.
Die Lösung hieß Tegel. Dort war 1974 das neue Terminal fertig geworden, und zum 1. September 1975 zogen Pan Am und British Airways mit ihrem gesamten Berlin-Verkehr um. Tempelhof verlor damit über Nacht seinen Linienverkehr und blieb vor allem Militärflugplatz der Amerikaner. Wie es in Tegel weiterging, liest du im Eintrag zum Flughafen Berlin-Tegel und im Magazinbeitrag zur Geschichte von Tegel.
Comeback als Stadtflughafen
1981 öffnete Tempelhof wieder für zivile Flüge, nun mit kleineren Maschinen für Geschäftsreisende und Regionalverbindungen. Nach der Wiedervereinigung fielen die alliierten Beschränkungen: Ab dem 3. Oktober 1990 durften auch andere Gesellschaften als die der Westalliierten hier landen. 1993 zog sich die US Air Force zurück und übergab den Flughafen vollständig an die Berliner Flughafen-Gesellschaft. Der ICAO-Code des Platzes lautete zuletzt EDDI.
In den folgenden Jahren war Tempelhof ein beliebter Stadtflughafen für Geschäftsreisende: kurze Wege, U-Bahn vor der Tür, kleine Flugzeuge. Zuletzt flogen im Linienverkehr nur noch Cirrus Airlines und Brussels Airlines, dazu kamen Geschäftsreise- und Privatflüge. Große Verkehrszahlen erreichte der Platz nie wieder: 2007 wurden noch rund 350.000 Fluggäste abgefertigt.
Alte Bilder sammeln
Dias, Abzüge und frühe Digitalbilder aus Tempelhof gehören an einen Ort – auch Familienfotos vom Abflug.
Ort und Zeit festhalten
Verschlagworte mit THF bzw. EDDI und notiere Datum und Jahrzehnt der Aufnahme.
Kennzeichen recherchieren
Über das Kennzeichen findest du den weiteren Lebensweg eines Flugzeugs – viele Tempelhof-Maschinen flogen später unter anderer Flagge.
Epoche zuordnen
Pan-Am-727, BEA-Viscount oder Dornier 328: Der Flugzeugtyp verrät dir oft schon, aus welchem Jahrzehnt ein Bild stammt.
Volksentscheid und der letzte Flugtag
Das Ende war lange beschlossen. Im Konsensbeschluss von 1996 einigten sich Bund, Berlin und Brandenburg auf einen großen Hauptstadtflughafen in Schönefeld – und darauf, die innerstädtischen Flughäfen zu schließen. Gegen die Schließung von Tempelhof regte sich Widerstand. Beim Volksentscheid am 27. April 2008 stimmten rund 60 Prozent der Teilnehmenden für den Weiterbetrieb. Weil das aber nur knapp 22 Prozent aller Stimmberechtigten waren und ein Viertel nötig gewesen wäre, scheiterte der Entscheid am Quorum.
Am 30. Oktober 2008 war Schluss. Am Abend startete eine Boeing 737-700 von Air Berlin als letzter Jet, kurz danach hob eine Dornier 328 von Cirrus Airlines nach Mannheim als letzter Linienflug ab. Den symbolischen Schlusspunkt setzten kurz vor Mitternacht eine Ju 52 und eine DC-3, die als letzte offizielle Starts gemeinsam abhoben – zwei Flugzeugtypen, die für die Luft-Hansa-Zeit und die Luftbrücke stehen. Einige Kleinflugzeuge, darunter Antonov An-2, starteten erst am 24. November 2008. Wie du solche Abschiede bei anderen Gelegenheiten festhältst, beschreibt der Beitrag zu Abschieds- und Erstflügen.
Kein Flugbetrieb, keine Drohnen
Auch ohne Flugzeuge liegt das Tempelhofer Feld mitten in der Hauptstadt, wo für Drohnen strenge Regeln gelten. Bevor du hier oder anderswo eine Drohne startest, lies den Beitrag zu Drohnen in Flughafennähe und prüfe die aktuellen Geozonen.
Das Tempelhofer Feld heute
Nach dem letzten Flug blieb das Feld zunächst zu. Am 8. Mai 2010 öffnete es als öffentlicher Park, und die Berliner nahmen die alten Bahnen sofort in Beschlag. Heute ist das Tempelhofer Feld eine der bekanntesten Freiflächen Berlins. Auf den breiten Asphaltbahnen fahren Radfahrer, Skater und Kitebuggys, es gibt Grillbereiche, eine Hundeauslaufzone, Gemeinschaftsgärten und geschützte Wiesen für Feldlerchen. Gepflegt wird das Feld von der Grün Berlin GmbH, die Öffnungszeiten richten sich nach der Jahreszeit.
Politisch bleibt das Feld ein Dauerthema. Beim Volksentscheid am 25. Mai 2014 stimmten rund 64 Prozent dafür, die Fläche von Bebauung freizuhalten; daraus entstand das Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes. Trotzdem wird immer wieder über eine Randbebauung diskutiert, etwa im Rahmen eines vom Senat angestoßenen Ideenwettbewerbs. Wie es mit dem Feldrand weitergeht, ist Stand Oktober 2026 offen.
Auch das Gebäude hat neue Aufgaben. Die Tempelhof Projekt GmbH vermarktet Hangars und Hallen für Messen, Konzerte und Veranstaltungen; auch Rennen der Formel E fanden auf dem Vorfeld statt. Von Herbst 2015 bis Ende 2018 dienten mehrere Hangars als Notunterkunft für Geflüchtete, bis 2019 stand zusätzlich ein Containerdorf auf dem Gelände.
| Ort | Was dich erwartet |
|---|---|
| Besucherzentrum am Platz der Luftbrücke | Startpunkt für Führungen durch das Gebäude, auch in sonst gesperrte Bereiche |
| THF Tower | Aussichtsterrasse mit Blick über Vorfeld und Feld |
| Luftbrückendenkmal | Gedenkort für die Toten der Luftbrücke direkt vor dem Gebäude |
| Tempelhofer Feld | frei zugängliche Fläche mit den früheren Start- und Landebahnen |
Öffnungszeiten, Führungstermine und Preise ändern sich regelmäßig – prüfe die aktuellen Angaben vor deinem Besuch auf der offiziellen Website.
Vom Feld zum Vorfeld
Planetrack zeigt dir auf der Spot-Karte Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos für deinen Spot am BER – und der Sonnenstand-Planer findet das passende Zeitfenster für deinen Berlin-Tag. Planetrack startet bald – die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Tempelhof als Spotter erleben
Flugzeuge siehst du in Tempelhof nicht mehr – aber kaum ein Ort in Deutschland lässt dich Luftfahrtgeschichte so direkt spüren. Ein guter Plan für einen Berlin-Tag: Starte am Luftbrückendenkmal, mach eine Führung durch das Gebäude und lauf anschließend über das Feld bis zur Mitte einer der alten Bahnen. Von dort bekommst du ein Gefühl dafür, wie eng der Platz zwischen den Häusern von Neukölln und Schöneberg lag.
Wer danach echte Flugzeuge sehen will, fährt an den Flughafen Berlin Brandenburg. Die Besucherterrasse am BER bietet einen legalen Blick auf das Vorfeld; mehr Standorte und Tipps sammelt der Spotting-Guide für den BER. Historische Flugzeuge findest du im Deutschen Technikmuseum in Kreuzberg, das ebenfalls einen Luftbrücken-Bezug hat, und auf dem früheren britischen Luftbrückenflugplatz Gatow im Militärhistorischen Museum – den Besuch planst du mit dem Spot-Eintrag zum Flugplatz Gatow. Weitere Ziele listet der Überblick über Luftfahrtmuseen in Deutschland.
Tempelhof ist dein Thema, wenn …
- dich die Luftbrücke und die Alliiertenzeit interessieren
- du alte Berlin-Fotos sortieren und mit Kennzeichen ergänzen willst
- du Flughafenarchitektur aus erster Hand erleben möchtest
Bedingt interessant, wenn …
- du Stadtgeschichte und Luftfahrt bei einem Berlin-Besuch verbinden willst
- dich die Nachnutzung früherer Flughafenflächen interessiert
Eher woanders, wenn …
- du heute startende und landende Flugzeuge fotografieren willst – dafür ist der BER da
Fazit
Tempelhof war Pionierfeld, Luft-Hansa-Heimat, Symbol der Luftbrücke und Tor nach West-Berlin. Das riesige Gebäude von Ernst Sagebiel erzählt dabei auch von der dunklen Seite der deutschen Geschichte – und vom Wandel zu einem Ort, an dem die Rosinenbomber die Stadt am Leben hielten. Weil der Flughafen mitten in der Stadt lag, wurde er in der Jet-Ära zu klein und schloss 2008 endgültig.
Für dich als Spotter ist THF heute zweierlei: ein Archivthema für alte Bilder und Logbuchseiten, und ein Ort, den du tatsächlich betreten kannst. Wer einmal auf der alten Bahn 09L/27R steht und das Gebäude am Horizont sieht, versteht, warum so viele Berliner an diesem Flughafen hingen. Die ausführliche Geschichte liest du im Magazinbeitrag zum Flughafen Tempelhof, die Airline-Seite dazu im Porträt von Pan Am.
Kurzfazit
Berlin-Tempelhof (THF/EDDI) ist seit dem 30. Oktober 2008 geschlossen. Luftbrücke, Sagebiel-Bau und Luftbrückendenkmal machen ihn zu einem Pflichtziel für Luftfahrtfans – das Tempelhofer Feld ist frei zugänglich, Flugzeuge fotografierst du in Berlin heute am BER.
Zusammenfassung
- Tempelhof gehört zu den ältesten Verkehrsflughäfen Deutschlands und war ab 1926 die Heimat der Deutschen Luft Hansa.
- Während der Luftbrücke 1948/49 wurde der Flughafen zum Symbol für die Versorgung West-Berlins aus der Luft.
- Nach dem Umzug des Linienverkehrs nach Tegel blieb Tempelhof ein Platz für Regional- und Geschäftsflüge, bis er 2008 schloss.
- Für Spotter ist THF heute ein Geschichts- und Archivthema – plus ein Besuch auf dem Feld und am Luftbrückendenkmal.
Häufige Fragen
Was waren die Codes des Flughafens Tempelhof?
Der IATA-Code lautete THF, der ICAO-Code EDDI. Das Kürzel THF lebt heute im Namen der Veranstaltungs- und Führungsangebote im Gebäude weiter.
Wann wurde der Flughafen Tempelhof geschlossen?
Der Flugbetrieb endete am 30. Oktober 2008. Am Abend startete eine Dornier 328 von Cirrus Airlines nach Mannheim als letzter Linienflug, kurz vor Mitternacht hoben eine Junkers Ju 52 und eine Douglas DC-3 gemeinsam ab. Ein paar Kleinflugzeuge, darunter Antonov An-2, verließen den Platz erst am 24. November 2008.
Warum wurde Tempelhof geschlossen?
Berlin, Brandenburg und der Bund wollten den Luftverkehr an einem großen Standort am Stadtrand bündeln. Schon der Konsensbeschluss von 1996 sah dafür die Schließung von Tempelhof vor. Ein Volksentscheid für den Weiterbetrieb erhielt im April 2008 zwar rund 60 Prozent Ja-Stimmen, verfehlte aber das nötige Quorum. Der Verkehr ging zunächst nach Tegel und Schönefeld, heute konzentriert er sich am BER.
Welche Rolle spielte Tempelhof in der Luftbrücke?
Tempelhof im amerikanischen Sektor war neben Gatow und später Tegel einer der drei Berliner Landeplätze. Ab dem 26. Juni 1948 landeten hier US-Transporter, zunächst C-47, später vor allem die viermotorigen C-54. Mehr dazu liest du im Beitrag zur Berliner Luftbrücke.
Kann ich das Flughafengebäude besichtigen?
Ja. Die Tempelhof Projekt GmbH bietet Führungen durch sonst gesperrte Bereiche an und betreibt ein Besucherzentrum am Platz der Luftbrücke sowie den THF Tower mit Dachterrasse. Termine, Preise und Öffnungszeiten ändern sich – schau vor deinem Besuch auf die offizielle Website.
Was ist das Tempelhofer Feld?
Das frühere Flugfeld ist seit dem 8. Mai 2010 eine öffentliche Freifläche. Auf den alten Bahnen und Rollwegen wird geradelt, geskatet und gekitet, es gibt Grillbereiche, Gemeinschaftsgärten und Schutzzonen für Feldlerchen. Die Öffnungszeiten richten sich nach der Jahreszeit, nachts ist das Feld geschlossen.
Wo spotte ich heute in Berlin?
Am BER im Süden der Stadt, etwa von der Besucherterrasse. Historische Flugzeuge siehst du im Deutschen Technikmuseum und im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow.
Sichtungen rund um Flughafen Berlin-Tempelhof sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Deutsche Luft Hansa
Historische deutsche Staatsairline von 1926 bis 1945: Drehkreuz Berlin-Tempelhof, Ju 52 als Arbeitspferd, Fw 200 Condor für Rekordflüge, Katapultpost über den Südatlantik – und rechtlich keine Vorgängerin der heutigen Lufthansa.
PA / PAAPan American World Airways
Historische US-Weltairline: Pan Am flog von 1927 bis 1991, brachte 707 und 747 in den Liniendienst, verband West-Berlin mit Westdeutschland und ging nach Lockerbie und Golfkrieg unter.
BA / BAWBritish Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
AF / AFRAir France
Frankreichs Netzwerk-Airline mit dem Drehkreuz Paris-Charles de Gaulle: Gründungsmitglied von SkyTeam, Teil der Air France-KLM-Gruppe und mit einer Langstreckenflotte aus Airbus A350 und Boeing 777.
AB / BERAir Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
SN / BELBrussels Airlines
Belgiens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Brüssel: entstanden aus dem Erbe der Sabena, seit 2009 in der Star Alliance, seit 2017 vollständig Teil der Lufthansa Group – und der Konzernspezialist für Afrika.
Typische Flugzeuge
Douglas C-54 Skymaster
Die C-54 Skymaster war der Langstrecken-Lastesel der US-Streitkräfte und das Rückgrat der Berliner Luftbrücke. Hier findest du die Militärversionen, ihre Geschichte als Rosinenbomber und die Exemplare, die heute noch stehen oder fliegen.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypJunkers Ju 52/3m (Tante Ju)
Wellblech, drei Sternmotoren und ein unverwechselbares Brummen: Die Junkers Ju 52 war das Rückgrat der frühen Lufthansa und flog bis 2018 noch Passagiere. So erkennst du die Tante Ju – und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
FlugzeugtypVickers Viscount
Riesige ovale Fenster, vier pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turbinen und ein Platz in den Geschichtsbüchern: Die Vickers Viscount brachte 1953 als erstes Turboprop-Flugzeug den Linienverkehr in Schwung. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du die letzten Exemplare findest.
FlugzeugtypBAC One-Eleven
Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.
FlugzeugtypDornier 328
Schlanker Rumpf, T-Leitwerk, sechs Propellerblätter pro Seite und erstaunlich schnell: Die Dornier 328 ist das letzte komplett in Deutschland entwickelte Verkehrsflugzeug. So erkennst du den seltenen Turboprop aus Oberpfaffenhofen.
Spotting-Spots rund um Flughafen Berlin-Tempelhof
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse am Flughafen Berlin Brandenburg
Der einzige offizielle Aussichtspunkt am Hauptstadtflughafen: Die Besucherterrasse auf Terminal 1 liegt außerhalb des Sicherheitsbereichs, ist täglich geöffnet und mit der Bahn direkt erreichbar. Was du dort siehst, wann das Licht passt und wo ihre Grenzen liegen.
MuseumLuftwaffenmuseum am Flugplatz Berlin-Gatow
Auf dem ehemaligen RAF-Flugplatz im Berliner Südwesten stehen Starfighter, MiGs, Transall und Noratlas Seite an Seite – kostenlos, ohne Zaun und ohne Wartezeit auf den nächsten Anflug. So holst du als Spotter das Meiste aus dem Besuch heraus.
Weitere Einträge
Flughafen Berlin-Tegel
Historischer Flughafen im Norden Berlins: 1948 während der Luftbrücke gebaut, ab 1974 mit dem berühmten Sechseck-Terminal, jahrzehntelang Tor der Alliierten nach West-Berlin und Heimat von Air Berlin – bis zum letzten Linienflug am 8. November 2020.
FlughafenFlughafen Berlin Brandenburg
Der Hauptstadtflughafen mit der langen Vorgeschichte: zwei parallele Pisten am Südrand Berlins, viel Europaverkehr mit Low-Cost- und Netzwerkairlines, eine Handvoll Langstrecken, die Flugbereitschaft der Bundesregierung – und eine Besucherterrasse direkt über dem Vorfeld.
MuseumDeutsches Technikmuseum Berlin
Über dem Landwehrkanal in Kreuzberg hängt eine Douglas C-47 am Dach – das Wahrzeichen des Deutschen Technikmuseums. Drinnen erzählt die Ausstellung „Vom Ballon zur Luftbrücke“ mit über 40 Flugzeugen und Großobjekten deutsche Luftfahrtgeschichte, von der Jeannin-Stahltaube über die Ju 52 bis zur Luftbrücke 1948/49.
MuseumMilitärhistorisches Museum Flugplatz Berlin-Gatow
Auf dem ehemaligen Fliegerhorst und späteren RAF-Flugplatz Gatow im Berliner Westen zeigt die Bundeswehr ihre Luftwaffensammlung: Jets aus NATO und Warschauer Pakt, Hubschrauber, Flugabwehrraketen und die Geschichte eines Flugplatzes, der Luftkriegsschule, Luftbrücke und Kalten Krieg erlebt hat. Der Eintritt ist frei.
Passende Guides aus dem Blog
- Flughafen Tempelhof: Vom Zentralflughafen zum Tempelhofer Feld
- Die Berliner Luftbrücke 1948/49: Rosinenbomber, Logistik und Flughäfen
- Flughafen Berlin-Tegel: Architektur, Geschichte und Schließung
- Douglas DC-3: das Flugzeug, das die Luftfahrt veränderte
- Junkers Ju 52: Die Geschichte der Tante Ju bis zu den letzten Rundflügen
- Pan Am: Aufstieg und Fall einer Luftfahrtlegende
- Abschieds- und Erstflüge spotten: Retirement-Flights, Erstlandungen und Sonderflüge finden
- Flugzeugfotos archivieren: Ordnerstruktur und Dateinamen nach Kennzeichen, Typ und Datum

