Das Wichtigste in Kürze
- Germanwings ist eine historische deutsche Low-Cost-Airline aus Köln: gestartet im Oktober 2002, Flugbetrieb 2020 eingestellt.
- Codes: IATA 4U, ICAO GWI, Rufzeichen „GERMANWINGS“.
- Die Wurzeln liegen bei Eurowings – ab 2009 gehörte Germanwings ganz zur Lufthansa-Gruppe, ab 2015 drehte sich das Verhältnis um und Germanwings flog für Eurowings.
- Die Flotte bestand fast nur aus Airbus A319 und A320, ergänzt um kurzzeitig geleaste Boeing 717 und Flugzeuge der MD-80-Familie.
- Flug 9525 am 24. März 2015 mit 150 Toten ist das schwerste Ereignis der Firmengeschichte und hat die Diskussion um Cockpit-Regeln in Europa geprägt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Germanwings im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Von Eurowings zu Lufthansa – und zurück
- 5.Die Flotte von Germanwings
- 6.Woran du Germanwings erkennst
- 7.Basen und Strecken
- 8.Flug 9525
- 9.Das Ende: Aufgehen in Eurowings
- 10.Germanwings im Spotter-Alltag heute
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | 4U |
|---|---|
| ICAO-Code | GWI |
| Rufzeichen | GERMANWINGS |
| Drehkreuze | CGN, STR |
| Status | Historisch – Flugbetrieb im Frühjahr 2020 eingestellt, die Marke war schon ab Oktober 2015 in Eurowings aufgegangen |
| Ursprung | Mitte der 1990er-Jahre als Eurowings Flug GmbH gegründet (Quellen nennen 1996 oder 1997), Tochter der damaligen Eurowings Luftverkehrs AG |
| Start als Germanwings | 27. Oktober 2002, erste Flüge ab Köln/Bonn mit Airbus A319 |
| Sitz | Köln |
| Geschäftsmodell | Low-Cost-Airline im Punkt-zu-Punkt-Verkehr, ab 2013 auch Lufthansa-Direktflüge außerhalb der Drehkreuze, ab 2015 reiner Wet-Lease-Betreiber für Eurowings |
| Konzern | Lufthansa-Gruppe, hundertprozentige Tochter seit dem 1. Januar 2009 |
| Basen (Auswahl) | Köln/Bonn, Stuttgart (seit 2003), Hamburg, Berlin-Tegel, Düsseldorf, Hannover, München, Dortmund, Nürnberg |
| Allianz | keine eigene Mitgliedschaft |
| Flotte im März 2020 | 34 Flugzeuge der A320-Familie, überwiegend Airbus A319 |
| Fluggäste 2012 | rund 7,8 Millionen |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Germanwings?
- Bis 2013 Schriftzug „germanwings“ in Kleinbuchstaben, Rumpf mit metallisch wirkendem Grau sowie Akzenten in Gelb und Burgunderrot
- Ab Juli 2013 weißer Rumpf mit grauem Bauch, ein aus zwei Kondensstreifen geformtes „W“ im Logo und der Zusatz „Lufthansa Group“
- Fast immer ein Flugzeug der A320-Familie: A319 oder A320
- Deutsches Kennzeichen: eigene A319 meist D-AKN.. oder D-AGW.., von Lufthansa übernommene Jets D-AIP.. oder D-AIQ..
- Flugnummer mit 4U, ab 2015 zunehmend EW – im Flugplan der Flugsicherung GWI
- Zahlreiche Sonderlackierungen wie „Bearbus“, eine pinke T-Mobile-Werbung oder „Biene Maja“
Wer zwischen 2002 und 2015 in Köln/Bonn, Stuttgart oder Hamburg auf der Terrasse stand, hatte Germanwings fast immer vor der Linse: weiße Airbusse, der Schriftzug in Kleinbuchstaben und eine erstaunliche Menge an Sonderlackierungen. Heute fliegt keine Maschine mehr unter diesem Namen. Diese Seite zeigt dir, wie aus einem Eurowings-Ableger die Low-Cost-Marke der Lufthansa-Gruppe wurde, welche Flugzeuge Germanwings flog, was Flug 9525 bedeutet und woran du die Airline in alten Fotos und Logbüchern sicher erkennst.
Alte Fotos, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch deine Germanwings-Bilder jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Germanwings im Überblick
Germanwings war eine deutsche Low-Cost-Airline mit Sitz in Köln, die von 2002 bis 2020 flog. Sie gehörte zu den ersten Billigfliegern aus Deutschland und war über Jahre die preisgünstige Marke der Lufthansa Group. Ihre Heimat war der Flughafen Köln/Bonn, wo am 27. Oktober 2002 die ersten Flüge abhoben.
Das Profil hat sich dabei zweimal grundlegend verändert. Bis 2013 war Germanwings ein klassischer Low-Cost-Anbieter mit Direktflügen von deutschen Flughäfen in Städte und Urlaubsregionen Europas. Dann übernahm sie die Direktflüge von Lufthansa außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München. Ab Herbst 2015 trat die Marke schließlich hinter Eurowings zurück, und Germanwings flog nur noch im Auftrag der Schwester.
Im April 2020, mitten in der Corona-Krise, verkündete Lufthansa das Aus für den Flugbetrieb. Wie das Geschäftsmodell der Billigflieger grundsätzlich funktioniert, erklärt der Beitrag Wie Billigflieger funktionieren.
Die Geschichte in Etappen
Die Wurzeln von Germanwings liegen bei der Eurowings aus Dortmund. Mitte der 1990er-Jahre gründete sie eine eigene Tochter, die Eurowings Flug GmbH, die zunächst im Charterverkehr flog. Als in Europa die Billigflieger aufkamen, machte Eurowings daraus 2002 ein eigenes Low-Cost-Angebot – unter dem neuen Namen Germanwings und mit Köln/Bonn als Ausgangspunkt. Fast zeitgleich startete TUI mit Hapag-Lloyd Express einen direkten Konkurrenten, ebenfalls mit einer Basis in Köln/Bonn.
1996/1997
Eurowings gründet die Eurowings Flug GmbH als hundertprozentige Tochter.
2002
Die Tochter heißt jetzt Germanwings GmbH. Am 27. Oktober starten die ersten Flüge ab Köln/Bonn mit Airbus A319.
2003–2010
Neue Basen kommen dazu, darunter Stuttgart im September 2003 und Hannover 2010. Im September 2010 tritt Germanwings dem Vielfliegerprogramm Miles & More bei.
2009
Seit dem 1. Januar ist Germanwings eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Lufthansa AG.
2013/2014
Ab dem 1. Juli 2013 übernimmt die „neue Germanwings“ Schritt für Schritt die Lufthansa-Direktflüge außerhalb von Frankfurt und München. Düsseldorf folgt als letzter großer Standort ab März 2014.
2015
Am 24. März verunglückt Flug 9525. Im Oktober geht die Marke in Eurowings auf, ab dem 1. November fliegt Germanwings im Wet-Lease für Eurowings.
2020
Die Flotte steht wegen der Corona-Krise am Boden. Am 7. April gibt Lufthansa bekannt, dass Germanwings den Flugbetrieb nicht wieder aufnimmt.
Die ersten Jahre waren geprägt von Wachstum. Germanwings eröffnete Basen an vielen großen deutschen Flughäfen und flog zeitweise rund 130 Ziele in Deutschland, Europa und Nordafrika an. Bis 2012 lag die Zahl der Fluggäste bei rund sieben bis acht Millionen im Jahr. Den großen Sprung brachte erst der Umbau in der Lufthansa-Gruppe: Im ersten Jahr der „neuen Germanwings“ ab Juli 2013 waren es nach Konzernangaben mehr als 16 Millionen. Pläne, Germanwings mit Eurowings und TUIfly zusammenzulegen, wurden um 2008 diskutiert, aber nie umgesetzt.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 4U: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln, etwa bei 4U9525.
- ICAO-Code GWI: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
- Rufzeichen GERMANWINGS: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Nach dem Übergang zu Eurowings verloren die eigenen Codes an Bedeutung. Die Flüge wurden unter EW-Nummern verkauft, auch wenn ein Germanwings-Flugzeug mit Germanwings-Crew vorne saß. Ab Ende 2017, spätestens ab Ende März 2018, flog Germanwings nur noch unter Eurowings-Flugnummern; die eigenen Codes tauchten danach im Wesentlichen bei Überführungsflügen auf. Warum Rufzeichen und Codes manchmal verwirrend auseinanderlaufen, zeigt der Beitrag zu Airline-Rufzeichen.
Flugnummer und Betreiber trennen
Notiere bei Fotos aus den Jahren 2015 bis 2020 nicht nur die Flugnummer. Ein EW-Flug konnte von Eurowings selbst, von Germanwings oder von einem Wet-Lease-Partner geflogen werden. Das Kennzeichen und der Betreiber im Flugplan verraten dir, wer wirklich unterwegs war. Mehr dazu im Guide Wet-Lease erklärt.
Von Eurowings zu Lufthansa – und zurück
Das Verhältnis zwischen Germanwings und Eurowings ist eine der verwirrendsten Konzerngeschichten der deutschen Luftfahrt. Erst war Germanwings die Tochter von Eurowings. Dann kaufte Lufthansa beide, und Germanwings wurde die wichtigere Marke. Am Ende ging Germanwings wieder in Eurowings auf.
| Zeitraum | Rolle von Germanwings | Was du auf Fotos siehst |
|---|---|---|
| 2002–2008 | Low-Cost-Tochter der Eurowings | Germanwings-Design, eigene A319 |
| 2009–2012 | Tochter der Lufthansa, eigenständige Low-Cost-Airline | Germanwings-Design, Flotte wächst langsam |
| 2013–2015 | Übernimmt die Lufthansa-Direktflüge außerhalb der Drehkreuze | Neues Design, viele frühere Lufthansa-Airbusse |
| 2015–2020 | Wet-Lease-Betreiber für Eurowings | Zunehmend Eurowings-Design auf Germanwings-Flugzeugen |
| ab 2020 | Kein Flugbetrieb mehr | Flugzeuge fliegen bei Eurowings weiter |
Hinter dem Umbau ab 2013 stand ein Problem von Lufthansa: Die Direktflüge zwischen deutschen Städten und Europa, die nicht über Frankfurt oder München liefen, schrieben Verluste. Germanwings bekam den Auftrag, sie günstiger zu fliegen. Rund 30 Lufthansa-Flugzeuge wechselten dafür zur Tochter, dazu kamen Flugzeuge von Eurowings. Ende 2014 bestand die Flotte aus deutlich mehr als 80 Maschinen. Was hinter solchen Mehrmarken-Konzepten steckt, ordnet der Beitrag zu Mehrmarkenstrategien ein.
Der Kurs währte nicht lange. Im Dezember 2014 kündigte Lufthansa einen weiteren Umbau im Billigsegment an, im Januar 2015 folgte die Entscheidung, die Marke Germanwings durch Eurowings zu ersetzen. Ab dem 25. Oktober 2015 war Eurowings Vertragspartner der Fluggäste, ab dem 1. November 2015 flog Germanwings im Wet-Lease – Flugzeug und Crew kamen von Germanwings, die Marke von Eurowings. Ab Anfang 2016 leitete auch die Germanwings-Website auf Eurowings um.
Die Flotte von Germanwings
Germanwings war eine fast reine Airbus-Airline. Das Rückgrat bildete die Airbus A319, mit der die Airline 2002 startete. Ab 2003 kam die etwas längere Airbus A320 dazu, deren Zahl mit dem Lufthansa-Umbau 2013 deutlich wuchs. Beide Typen stammen vom Hersteller Airbus.
Im März 2020, als der Flugbetrieb endete, umfasste die Flotte laut Nachschlagewerken 34 Flugzeuge mit einem Durchschnittsalter von gut 15 Jahren, überwiegend A319.
| Typ | Einsatz bei Germanwings | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Airbus A319 | 2002–2020 | Rückgrat der Flotte, viele Kennzeichen D-AKN.. und D-AGW.. |
| Airbus A320 | ab 2003 | Viele kamen ab 2013 von Lufthansa |
In den Anfangsjahren brauchte Germanwings zeitweise mehr Kapazität, als die eigene Flotte hergab. Dann mietete sie Flugzeuge samt Crew bei anderen Airlines an:
- Boeing 717-200: zwei Maschinen der spanischen Aebal, 2004 und 2005.
- MD-80-Familie: je eine MD-81, MD-82 und MD-83 von skandinavischen Anbietern, 2007.
Solche Wet-Lease-Flugzeuge sind heute echte Raritäten im Archiv. Wer eine Boeing 717 mit Germanwings-Flugnummer im Logbuch hat, darf sich freuen. Ob A319 oder A320 auf deinem Foto zu sehen ist, entscheidest du am sichersten über Rumpflänge und Notausgänge, wie es der Guide A318, A319, A320 und A321 auseinanderhalten zeigt.
Ex-Germanwings-Airbusse aufspüren
Richte Sichtungs-Alarme für die Kennzeichen früherer Germanwings-Airbusse ein und lass dich benachrichtigen, wenn eine Maschine im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Germanwings erkennst
Das Erscheinungsbild hat sich in den 18 Jahren mehrfach gewandelt. In der ersten Phase trugen die Airbusse den Schriftzug „germanwings“ in Kleinbuchstaben, einen metallisch wirkenden grauen Anstrich und kräftige Akzente in Gelb und Burgunderrot. Mit dem Lufthansa-Umbau kam im Juli 2013 ein neuer Auftritt: weißer Rumpf, grauer Bauch, ein „W“ aus zwei stilisierten Kondensstreifen und der Zusatz „Lufthansa Group“. Ab 2015 bekamen immer mehr Germanwings-Flugzeuge das Eurowings-Design, obwohl Germanwings sie weiter betrieb.
Das zuverlässigste Merkmal bleibt deshalb das Kennzeichen. Viele eigene A319 trugen Kennzeichen aus den Reihen D-AKN.. und D-AGW… Die Airbusse, die 2013 und 2014 von Lufthansa kamen, behielten ihre Lufthansa-Kennzeichen wie D-AIP.. oder D-AIQ… Wie deutsche Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.
Zeigt dein altes Foto wirklich Germanwings?
- Schriftzug „germanwings“ oder „Germanwings“ am Rumpf
- Airbus A319 oder A320
- Deutsches Kennzeichen mit D-, etwa D-AKN.., D-AGW.., D-AIP.. oder D-AIQ..
- Aufnahme aus der Zeit zwischen Ende 2002 und Anfang 2020
- Ort wie Köln/Bonn, Stuttgart, Hamburg, Berlin-Tegel oder Düsseldorf
- Flugnummer mit 4U oder Betreiber GWI im Flugplan
Sonderlackierungen
Germanwings war bekannt für auffällige Sonderlackierungen. Einige gut dokumentierte Beispiele:
| Zeitraum | Motiv | Hinweis |
|---|---|---|
| vor 2013 | „Bearbus“ | Städtewerbung mit Motiv aus dem Berliner Wappen |
| vor 2013 | T-Mobile | Werbelackierung in Pink |
| Sommer 2014 | „Wickie und die starken Männer“ | Zeichentrick-Motiv |
| ab August 2014 | „Die Biene Maja“ | auf einem Airbus A320 |
Welche Maschine welches Motiv trug, prüfst du am besten über Fotodatenbanken und das Kennzeichen. Die frühen Städte- und Werbelackierungen verschwanden mit dem neuen Auftritt 2013. Wenn dich das Thema reizt, findest du mehr in den Beiträgen zu Sonderlackierungen deutscher Airlines und zu Werbelackierungen.
Basen und Strecken
Das Herz von Germanwings schlug in Köln/Bonn. Von hier startete 2002 alles, hier saß die Verwaltung. Im September 2003 kam Stuttgart als zweite große Basis dazu; der Flughafen Stuttgart blieb bis zum Schluss einer der wichtigsten Standorte. Später folgten unter anderem Hamburg, Berlin-Tegel, Hannover, Dortmund, Nürnberg, München und – mit dem Lufthansa-Umbau – Düsseldorf.
Im März 2020 verteilte sich die Flotte laut Nachschlagewerken auf Köln/Bonn mit sieben Flugzeugen, Stuttgart und Berlin-Tegel mit je fünf, Hamburg mit vier, München mit drei und Dortmund mit einem Flugzeug. Die Ziele reichten von deutschen Städten über europäische Metropolen bis in klassische Urlaubsregionen am Mittelmeer.
Wer die alten Germanwings-Standorte heute besucht, sieht dort vor allem die Nachfolgerin Eurowings. Gute Plätze dafür sind die Besucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn, die Besucherterrasse am Flughafen Stuttgart und die Besucherterrasse am Flughafen Hamburg. Für Köln/Bonn hilft dir außerdem der Guide Planespotting in Köln/Bonn.
Flug 9525
Am 24. März 2015 startete ein Germanwings-Airbus A320 mit dem Kennzeichen D-AIPX in Barcelona, Ziel war Düsseldorf. An Bord waren 144 Fluggäste und sechs Besatzungsmitglieder. Rund 40 Minuten nach dem Start stürzte die Maschine in den französischen Alpen bei Prads-Haute-Bléone ab. Niemand überlebte.
Die französische Untersuchungsbehörde BEA leitete die Untersuchung, die deutsche BFU unterstützte sie. Der Abschlussbericht vom 13. März 2016 kam zu dem Ergebnis, dass der Copilot sich allein im Cockpit eingeschlossen und das Flugzeug absichtlich in den Sinkflug gebracht hatte. Unter den Opfern waren 16 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrkräfte eines Gymnasiums aus Haltern am See.
Das Unglück hatte Folgen über Germanwings hinaus. Die Agentur der EU für Flugsicherheit (EASA) empfahl vorübergehend, dass immer zwei Personen im Cockpit sein sollten; deutsche Airlines führten diese Regel ein. Später ersetzte ein risikobasierter Ansatz die starre Vorgabe. Germanwings nutzte die Flugnummer 9525 danach nicht mehr. In Le Vernet nahe der Absturzstelle und in Haltern am See erinnern Gedenkstätten an die Opfer.
Respekt im Archiv
Fotos des Unglücksflugzeugs aus der Zeit vor 2015 existieren in vielen Spotter-Archiven. Wenn du solche Bilder teilst, ordne sie sachlich ein und denk an die Angehörigen. Was rechtlich bei Fotos von Unfällen gilt, erklärt der Beitrag zu Fotos von Flugunfällen und Notlandungen.
Das Ende: Aufgehen in Eurowings
Nach 2015 war Germanwings für Fluggäste praktisch unsichtbar: Gebucht wurde bei Eurowings, geflogen wurde unter EW-Flugnummern, und immer mehr Flugzeuge trugen das Eurowings-Design. Im Oktober 2019 übernahm Germanwings noch die Münchner Basis von Eurowings Europe.
März 2020
Eurowings streicht in der Corona-Krise den Großteil des Flugplans, die gesamte Germanwings-Flotte bleibt am Boden.
24. März 2020
Der letzte Passagierflug für Eurowings, EW1979 von Hamburg nach München, landet mit der A319 D-AKNU.
7. April 2020
Lufthansa gibt bekannt, dass Germanwings den Flugbetrieb nicht wieder aufnimmt. Eurowings übernimmt die Aufgaben selbst.
Danach
Viele Flugzeuge fliegen bei Eurowings weiter. Die Gesellschaft selbst blieb laut Nachschlagewerken zunächst bestehen.
Wie der Fall Germanwings im Vergleich zu echten Pleiten dasteht, lohnt einen Blick: Anders als Air Berlin oder Germania ging Germanwings nicht insolvent, sondern wurde vom eigenen Konzern stillgelegt. Den Rahmen dazu liefert der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa.
Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte
Ein Flugzeug in Germanwings-Farben im Linienbetrieb wirst du nicht mehr sehen. Was bleibt, sind Fotos bis 2020 und frühere Germanwings-Maschinen, die bei Eurowings oder anderen Airlines weiterfliegen oder schon ausgemustert sind. Fotografiere sie wie jedes andere Flugzeug nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.
Germanwings im Spotter-Alltag heute
Für dein Logbuch ist Germanwings vor allem ein Archiv-Thema. Wer zwischen 2002 und 2020 an einem deutschen Flughafen fotografiert hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Germanwings-Maschinen auf der Speicherkarte. Es lohnt sich, diese Bilder nachträglich zu ordnen: Typ, Kennzeichen, Ort und Datum machen aus einem Erinnerungsfoto einen sauberen Logbuch-Eintrag.
Spannend ist auch die Suche nach dem Verbleib. Weil viele Flugzeuge bei Eurowings weiterflogen, kannst du manche frühere Germanwings-Maschine noch im Alltag sehen – nur eben im Eurowings-Design. Viele der älteren Airbusse sind inzwischen ausgemustert. Den Lebenslauf eines Flugzeugs verfolgst du am besten über Kennzeichen und Seriennummer, wie es der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug? beschreibt.
Gute Chancen auf Germanwings-Spuren, wenn …
- du dein Fotoarchiv aus den Jahren 2002 bis 2020 durchsiehst
- du gezielt nach Kennzeichen früherer Germanwings-A319 suchst
Prüf es genau, wenn …
- ein Foto aus 2015 bis 2020 einen Eurowings-Airbus zeigt – dann kann Germanwings der Betreiber gewesen sein
- ein A320 ein Lufthansa-Kennzeichen trägt, aber im Germanwings-Design fliegt
Keine Chance auf Germanwings, wenn …
- du heute im Flugplan nach 4U-Flugnummern suchst – unter dieser Marke wird nicht mehr geflogen
Häufige Verwechslungen
- Germanwings und Germania gleichsetzen – Germania war eine unabhängige Berliner Airline, Germanwings eine Lufthansa-Tochter aus Köln.
- Germanwings für eine Eurowings-Gründung von 2015 halten – es war eher umgekehrt: Germanwings entstand 2002 aus Eurowings und ging 2015 wieder darin auf.
- Jeden Eurowings-Airbus von 2015 bis 2020 für Eurowings-Betrieb halten – viele flogen im Wet-Lease für Germanwings.
- Lufthansa-Kennzeichen für Lufthansa-Flüge halten – ab 2013 flogen zahlreiche D-AIP.. und D-AIQ.. für Germanwings.
- Germanwings mit Lufthansa CityLine verwechseln – CityLine flog als Regionaltochter für Lufthansa, Germanwings war die Low-Cost-Marke.
Geschichte im eigenen Hangar
Sammle deine Germanwings-Fotos im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Germanwings ist eine Airline mit mehreren Leben: Billigflieger-Pionier aus Köln/Bonn, Low-Cost-Marke der Lufthansa, Wet-Lease-Betreiber für Eurowings. Dazu kommt Flug 9525, der die Geschichte der Airline für immer prägt. Für Spotter bleibt vor allem das Archiv: A319 und A320 mit klaren Kennzeichen, eine Reihe bunter Sonderlackierungen und Flugzeuge, die bei Eurowings weiterflogen.
Kurzfazit
Germanwings (IATA 4U, ICAO GWI) flog von 2002 bis 2020 als Low-Cost-Airline der Lufthansa-Gruppe mit Heimat Köln/Bonn. Die Flotte bestand fast nur aus A319 und A320, das Kennzeichen zeigt dir, ob ein Foto wirklich Germanwings zeigt.
Zusammenfassung
- Germanwings war die erste große Low-Cost-Marke im Umfeld von Lufthansa: Sie startete 2002 in Köln/Bonn und wuchs mit Basen in ganz Deutschland.
- Ab 2013 übernahm Germanwings die Lufthansa-Direktflüge außerhalb von Frankfurt und München – und mit ihnen viele Lufthansa-Airbusse.
- Ab Oktober 2015 verkaufte nur noch Eurowings die Flüge, Germanwings flog sie im Wet-Lease; 2020 endete der Flugbetrieb in der Corona-Krise.
- Für Spotter ist Germanwings ein Archiv-Thema: Kennzeichen, Sonderlackierungen und der Wechsel der Flugzeuge zu Eurowings machen alte Fotos spannend.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Germanwings?
Germanwings flog mit dem IATA-Code 4U in der Flugnummer und dem ICAO-Code GWI. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit „GERMANWINGS“. Nach dem Übergang zu Eurowings liefen die Flüge zunehmend unter EW-Flugnummern; den Code 4U nutzte Germanwings zum Schluss kaum noch.
Seit wann gehörte Germanwings zu Lufthansa?
Germanwings entstand als Tochter der Eurowings, an der Lufthansa bereits beteiligt war. Seit dem 1. Januar 2009 war Germanwings eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Lufthansa AG.
Welche Flugzeuge flog Germanwings?
Fast ausschließlich Airbus A319 und A320. Zum Schluss, im März 2020, waren es laut Nachschlagewerken 34 Flugzeuge, überwiegend A319. In den Anfangsjahren mietete Germanwings kurzzeitig auch Boeing 717 und Flugzeuge der MD-80-Familie anderer Airlines an.
Warum heißt Germanwings heute Eurowings?
Die Lufthansa-Gruppe entschied sich Anfang 2015, ihr Low-Cost-Geschäft unter der Marke Eurowings zu bündeln. Ab dem 25. Oktober 2015 war Eurowings Vertragspartner der Fluggäste, ab dem 1. November 2015 flog Germanwings im Wet-Lease für Eurowings – also mit eigenen Flugzeugen und Crews, aber unter fremder Marke.
Was geschah bei Germanwings-Flug 9525?
Am 24. März 2015 stürzte ein Airbus A320 (D-AIPX) auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen ab. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben. Laut Abschlussbericht der französischen Untersuchungsbehörde BEA brachte der Copilot das Flugzeug absichtlich zum Absturz, nachdem er allein im Cockpit war.
Wann hat Germanwings den Flugbetrieb eingestellt?
Im April 2020 gab Lufthansa bekannt, den Flugbetrieb von Germanwings nicht wieder aufzunehmen. Die gesamte Flotte stand zu diesem Zeitpunkt wegen der Corona-Krise bereits am Boden. Die Aufgaben übernahm Eurowings selbst.
Ist Germanwings dasselbe wie Germania?
Nein. Germania war eine unabhängige Airline aus Berlin, die 2019 insolvent wurde. Germanwings gehörte zur Lufthansa-Gruppe und saß in Köln. Die Namen ähneln sich, die Codes nicht: Germania flog mit ST und GMI, Germanwings mit 4U und GWI.
Germanwings im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypBoeing 717-200
T-Leitwerk, zwei Triebwerke am Heck, kurzer Rumpf: Die 717 ist der letzte Nachfahre der DC-9 und eigentlich eine McDonnell Douglas. In Europa ist sie verschwunden – so erkennst du sie und weißt, wo sie noch fliegt.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-80
Lang wie eine Zigarre, zwei kräftige Triebwerke am Heck: Die MD-80-Familie war von 1980 bis in die 2010er-Jahre ein Standardjet in Europa und den USA. So unterscheidest du MD-81, -82, -83, -87 und -88 und findest heute noch einen „Mad Dog“.
Weitere Airlines
Eurowings
Die Direktflug-Airline der Lufthansa Group: Eurowings fliegt mit Jets der A320-Familie ab Düsseldorf und weiteren deutschen Basen quer durch Europa – und bekommt ab 2027 die Boeing 737 MAX 8.
NetzwerkLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
RegionalLufthansa CityLine
Die frühere Regional- und Zubringertochter der Lufthansa: Wurzeln von 1958, als CityLine ab 1992 im Einsatz, mit CRJ, Avro RJ85, Embraer und sogar A340 – im April 2026 ging der Flugbetrieb zu Ende.
FerienfliegerGermania
Historische Berliner Charter- und Ferienairline (1986–2019): hervorgegangen aus der Kölner SAT von 1978, zuletzt mit gut 30 Airbus A319, A321 und Boeing 737-700 an vielen Regionalflughäfen unterwegs – bis zur Insolvenz im Februar 2019.
Low-CostHapag-Lloyd Express
Historischer Billigflieger der TUI aus Hannover: Hapag-Lloyd Express flog ab Dezember 2002 mit gelben Boeing 737 im Look eines New Yorker Taxis und ging im Januar 2007 in der Marke TUIfly auf.
NetzwerkAir Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Lufthansa Group
Die Lufthansa Group ist keine Airline, sondern ein Konzern mit einem Dutzend Flugbetrieben – von Lufthansa über SWISS und Austrian bis Eurowings und ITA Airways. Wer am Zaun nur den Kranich sucht, übersieht die halbe Gruppe.
FlughafenFlughafen Köln/Bonn
Tagsüber Eurowings und Ferienflieger, abends die Frachter von UPS und FedEx, im Westen die Regierungsjets der Flugbereitschaft: Köln/Bonn ist kein Drehkreuz für Passagiere, aber einer der abwechslungsreichsten Flughäfen Deutschlands – mit Bahnhof unter den Terminals und kostenloser Dachterrasse.
FlughafenFlughafen Stuttgart
Eine einzige Piste auf der Filderebene, knapp 9,6 Millionen Passagiere im Jahr und eine kostenlose Terrasse mitten im Terminal: Stuttgart ist kein Drehkreuz, aber ein entspannter Flughafen für Spotter – mit Eurowings, Ferienfliegern und mehr Überraschungen, als man denkt.
FlughafenFlughafen Düsseldorf
Größter Flughafen Nordrhein-Westfalens und Heimat der Eurowings: zwei dicht nebeneinander liegende Bahnen im Norden der Stadt, drei Terminals unter einem Dach, strenge Kapazitätsregeln – und für Spotter eine Lage, die sich seit der Pandemie spürbar verändert hat.
Wo du Germanwings vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn
Die Dachterrasse auf Terminal 1 ist der bequemste legale Standpunkt am Flughafen Köln/Bonn: kostenlos, ohne Sicherheitskontrolle, mit dem Zug direkt erreichbar – und mit Blick auf Vorfeld, Hauptpiste und den militärischen Teil des Platzes.
BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Stuttgart
Kostenlos, mitten im Terminal und mit Blick auf das Vorfeld und das westliche Ende der einzigen Piste: Die Besucherterrasse auf dem Dach von Terminal 3 ist der einfachste Einstieg ins Planespotting auf den Fildern – am besten an Sommerabenden.
BesucherterrasseBesucherterrassen am Flughafen Hamburg
Zwei Terrassen auf Ebene 3 der Terminals, täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet und direkt an der S1: Der einfachste Einstieg ins Spotten in Hamburg – mit Blick aufs Vorfeld, Ferngläsern und kurzen Wegen zu Café und Toilette.
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