Das Wichtigste in Kürze
- Air UK ist eine historische britische Regionalairline: entstanden 1980 aus vier Gesellschaften, ab 1998 unter dem Namen KLM uk unterwegs.
- Codes: IATA UK, ICAO UKA, Rufzeichen „UKAY“.
- Größte Regionalairline Großbritanniens zum Start 1980, mit rund 1.700 Beschäftigten und über einer Million Fluggästen im Jahr.
- Fokker und BAe 146 als Rückgrat: Turboprops wie die F27 prägten die Anfangsjahre, später kamen BAe 146-300 und Fokker 100.
- Schrittweise zu KLM: 1987 erste Beteiligung, 1995 45 Prozent, 1997 vollständige Übernahme.
- Nachwirkung: Ehemalige Air-UK-Strecken und BAe 146 gingen ab 2000 an die KLM-Billigtochter Buzz, der Rest an KLM Cityhopper.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | UK |
|---|---|
| ICAO-Code | UKA |
| Rufzeichen | UKAY |
| Drehkreuze | STN, NWI |
| Status | Historisch – 1998 in KLM uk umbenannt, 2002/2003 in KLM Cityhopper aufgegangen |
| Geschäftsmodell | Regionale Linienflüge im Inland und nach Westeuropa, dazu Zubringer nach Amsterdam |
| Gegründet | 1. Januar 1980 durch Fusion, erster Flugbetrieb am 16. Januar 1980 |
| Vorgänger | British Island Airways, Air Anglia, Air Wales und Air Westward |
| Eigentümer | Zunächst British & Commonwealth, ab 1987 KLM-Beteiligung, ab 1997 vollständig KLM |
| Wichtigste Basen | London-Stansted (STN) ab 1988, Norwich (NWI) als Wartungsbasis |
| Prägende Typen | Fokker F27, Handley Page Herald, Fokker F28, BAe 146, Fokker 50, Fokker 100, Shorts 360 |
| Ferientochter | Air UK Leisure (ab 1987) mit Boeing 737 und später 767 |
| Ende des Namens | Januar 1998: neuer Markenname KLM uk mit eigener Lackierung |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Air UK?
- Schriftzug „Air UK“ am Rumpf, ab 1987 mit auffälliger Lücke als „U K“
- Britisches Kennzeichen mit G-, bei BAe 146-300 etwa G-UKHP
- Typischer Mix aus Fokker-Turboprops (F27, Fokker 50) und BAe 146 bzw. Fokker 100
- Drei Bemalungen: 1980 ganz blau bzw. blauer Rumpf mit weißem Leitwerk, ab 1987 weiß mit blauen Zierstreifen im Union-Flag-Stil, ab 1994 dunkelblaues Leitwerk
- Heute nur noch auf historischen Fotos und vereinzelt im Museum zu sehen
Wenn du alte Flugpläne britischer Regionalflughäfen aus den 1980er- und 1990er-Jahren durchblätterst, stößt du ständig auf einen Namen: Air UK. Die Airline verband Schottland, Nordengland, East Anglia und die Kanalinseln miteinander und mit dem Kontinent – vor allem mit Amsterdam. Für Fans europäischer Regionalflugzeuge ist sie ein echter Klassiker, denn bei Air UK flogen Fokker F27, Handley Page Herald, BAe 146 und Fokker 100 Seite an Seite. Hier erfährst du, wie die Airline entstand, was ihre Flotte ausmachte, woran du sie auf alten Fotos erkennst und wie aus ihr schließlich KLM uk wurde.
Historische Airline
Air UK trat 1998 unter dem neuen Namen KLM uk auf und ging 2002/2003 in KLM Cityhopper auf. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Gesellschaft. Die Codes UK und UKA stehen hier für Air UK.
Air UK im Überblick
Air UK war eine britische Regionalairline, die zum 1. Januar 1980 durch eine Fusion entstand; der erste Flugbetrieb unter dem neuen Namen lief am 16. Januar 1980. Die beiden großen Partner waren British Island Airways (BIA) und Air Anglia aus Norwich. Beide hatten kurz vorher jeweils eine kleinere Gesellschaft geschluckt: BIA im März 1979 Air Westward, Air Anglia im Juni 1979 Air Wales. Aus vier Airlines wurde so eine.
Hinter Air UK stand die Holding British Air Transport, die zu 90 Prozent dem Mischkonzern British & Commonwealth und zu 10 Prozent dem Versicherer Eagle Star gehörte. Zum Start war Air UK die größte Regionalairline Großbritanniens und der drittgrößte britische Linienanbieter – mit rund 1.700 Beschäftigten, etwa 40 Flugzeugen und über einer Million Fluggästen im Jahr.
Die Zentrale lag anfangs in Redhill, dem früheren Sitz von BIA, später in Crawley und ab 1988 am Flughafen London-Stansted. Das wichtigste Technikzentrum blieb über die ganze Zeit Norwich, die alte Heimat von Air Anglia. In den ersten Jahren gab es zusätzlich eine Wartungsbasis in Blackpool, die bei den Sparrunden Anfang der 1980er-Jahre geschlossen wurde.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code UK: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und in Flugplänen.
- ICAO-Code UKA: diente der Flugsicherung zur Kennung der Flüge.
- Rufzeichen UKAY: so meldeten sich die Besatzungen im Funk – lautmalerisch für „UK“.
Die Codes blieben auch nach der Umbenennung in KLM uk zunächst in Gebrauch. Wenn du alte Flugpläne oder Bordkarten auswertest, ordnest du Flüge mit „UK“ vor der Nummer aus dieser Zeit also meist Air UK oder KLM uk zu. Wie die beiden Code-Systeme funktionieren, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Und warum Rufzeichen manchmal ganz anders klingen als der Airline-Name, liest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Regionalklassiker im eigenen Hangar
Mit Planetrack hältst du Fokker, BAe 146 und andere Regionalflugzeuge mit Foto, Typ, Kennzeichen und Flughafen fest – und baust dir Stück für Stück eine Sammlung europäischer Regionalklassiker auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
1980: Start als „Third Force“ der Regionen
Fusion von BIA, Air Anglia, Air Wales und Air Westward. Air UK bedient zum Start 33 Ziele, darunter Aberdeen, Amsterdam, Belfast, Dublin, Jersey, Guernsey, die Isle of Man sowie Bergen und Stavanger in Norwegen.
Anfang der 1980er: harter Sparkurs
Schließung der Basen Bournemouth, Humberside und Stansted, Netz schrumpft auf 14 Ziele, Belegschaft halbiert sich. Ab November 1981 fliegt Air UK wieder ab Stansted, zunächst nach Amsterdam.
1985–1988: Wachstum und KLM steigt ein
Übernahme von Zubringerstrecken der British Caledonian, Gründung von Air UK Leisure, 14,9 Prozent für KLM, Umzug der Zentrale nach Stansted und Ankunft der BAe 146.
1990er: Stansted-Ausbau und Jets
Ab 1991 im neuen Stansted-Terminal, Strecken unter anderem nach Frankfurt, Hamburg und München. Fokker 100 und Fokker 50 kommen, 1995 steigt KLM auf 45 Prozent.
1997–1998: Vollständig KLM
KLM kauft 1997 die restlichen Anteile, zum Januar 1998 wird aus Air UK die KLM uk mit neuer Bemalung.
Die drei Londoner Flughäfen
Eine Besonderheit von Air UK: Sie war die erste britische Linienairline, die alle drei großen Londoner Flughäfen bediente – Heathrow, Gatwick und Stansted. Im April 1980 übernahm sie von British Airways mehrere Regionalstrecken, etwa Heathrow–Guernsey, Manchester–Isle of Man, Leeds–Belfast und Leeds–Dublin sowie Edinburgh–Jersey. Nach dem Ende der British Caledonian erhielt Air UK 1988 die Rechte für Gatwick–Glasgow und Gatwick–Edinburgh; schon 1985 hatte sie BCal-Zubringer ab Glasgow und Newcastle nach Amsterdam übernommen.
Am stärksten verbunden bleibt der Name aber mit London-Stansted. Ab 1988 saß dort die Zentrale, ab 1991 war Air UK Mieterin im damals neuen Terminal. Das Netz ab Stansted wuchs Anfang der 1990er-Jahre deutlich und reichte unter anderem nach Frankfurt, Hamburg, München, Madrid und Zürich. Wirtschaftlich blieb Stansted allerdings ein schwieriges Pflaster – der Flughafen hatte damals noch längst nicht die Bedeutung, die er später durch die Low-Cost-Airlines bekam.
Die Flotte: Fokker, Herald und BAe 146
Air UK war über weite Strecken eine Turboprop-Airline mit ein paar Jets. Erst in den 1990er-Jahren verschob sich das Verhältnis Richtung Strahlflugzeuge. Die wichtigsten Muster im Überblick:
| Typ | Zeitraum bei Air UK | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Fokker F27 Friendship | 1980–1998 | Arbeitspferd auf Regionalstrecken | Anfangs Serie 100/200 ex Air Anglia, später F27-500 |
| Handley Page Herald | Anfang 1980er | Regionalstrecken | Britischer Hochdecker, ex BIA |
| Fokker F28 Fellowship | Anfang 1980er | Jet der Anfangszeit | Kam von Air Anglia |
| BAC One-Eleven | Anfang 1980er | Jet der Anfangszeit | Aus der BIA-Flotte |
| Embraer Bandeirante | Anfang 1980er | Dünne Strecken | Kleiner Turboprop aus Brasilien |
| Shorts 330 und 360 | ab 1983 | Kurze Regionalstrecken | Kastenförmiger Rumpf |
| BAe 146-100/-200/-300 | ab Ende der 1980er | Jets für Stansted, Schottland, Amsterdam | 146-300 wurde zum Haupttyp |
| Fokker 100 | 1990er | Europa-Strecken | Elf Exemplare im Jahr 1997 |
| Fokker 50 | 1990er | Nachfolger der F27 | Neun Exemplare im Jahr 1997 |
Ein paar Zahlen zeigen, wie sich die Flotte wandelte: Im Sommer 1980 bestand sie aus 37 Flugzeugen, darunter 14 F27, elf Herald, sechs Bandeirante, vier One-Eleven und zwei F28. Nach dem Sparkurs waren es 1983 nur noch 21. Im Frühjahr 1997, kurz vor dem Ende des Namens, flogen 36 Maschinen für Air UK: zehn BAe 146-300, eine 146-100, fünf F27-500, neun Fokker 50 und elf Fokker 100. Die Belegschaft war in dieser Zeit wieder auf rund 2.000 Menschen gewachsen.
Fokker F27 und Fokker 50
Kein Typ prägte Air UK so lange wie die Fokker F27 Friendship. Air Anglia hatte bereits zehn F27 in die Fusion eingebracht, und der niederländische Schulterdecker blieb bis zum Schluss im Einsatz – zuletzt auch als Frachtversion F27-500F. Die Maschinen pendelten zwischen britischen Regionalflughäfen, den Kanalinseln und Amsterdam. In den 1990er-Jahren übernahm die modernere Fokker 50 nach und nach ihre Aufgaben. Unter KLM uk lösten ab Ende 1998 dann ATR 72 die Fokker 50 ab. Mehr zum niederländischen Hersteller findest du unter Fokker. Wie du die verschiedenen Turboprop-Familien auseinanderhältst, zeigt der Artikel Turboprops unterscheiden.
Handley Page Herald
Die Dart Herald war ein britischer Hochdecker mit zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und kam mit British Island Airways zu Air UK. Im Juli 1980 flogen elf Exemplare, 1983 waren es noch sechs, Mitte der 1980er-Jahre war der Typ aus der Flotte verschwunden. Eine Herald ist zugleich eines der wenigen greifbaren Stücke Air UK: Die G-ASKK steht im City of Norwich Aviation Museum.
BAe 146: der Jet für Stansted
1987 bestellte Air UK die ersten BAe 146, den Anfang machte die 146-200. Später flogen auch die kürzere 146-100 und vor allem die gestreckte 146-300, die zum wichtigsten Jet der Airline wurde. Der leise Vierstrahler passte gut zu kurzen Pisten und zu Strecken zwischen Stansted, Schottland und dem Kontinent. Viele der BAe 146-300 erlebten nach dem Ende von Air UK noch eine zweite Karriere bei Buzz. Der Hersteller British Aerospace gehört heute zu BAE Systems.
Fokker 100 und die Jets der Anfangszeit
In den 1990er-Jahren ergänzte die Fokker 100 die BAe 146 auf Europa-Strecken. Zuvor hatten die von BIA geerbte BAC One-Eleven und die Fokker F28 Fellowship von Air Anglia die Jet-Rolle übernommen. Für kleine Strecken gab es außerdem die Embraer Bandeirante sowie die Shorts 330 und Shorts 360 mit ihrem markant kastenförmigen Rumpf.
Fokker und BAe 146 auf der Wunschliste
Setz seltene Regionaltypen wie Fokker 50, Fokker 100 oder BAe 146 auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn einer in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Air UK Leisure: der Ferienableger
1987 gründete Air UK gemeinsam mit Viking International eine Charter-Tochter: Air UK Leisure. Sie begann mit drei gebrauchten Boeing 737-200, ab Oktober 1988 kamen sieben neue Boeing 737-400. Ab 1993 flog die Tochter zusätzlich zwei Boeing 767-300ER unter dem Namen Leisure International Airways auf Ferien-Langstrecken. Später verkaufte Air UK das Geschäft an Unijet, ein Unternehmen der First-Choice-Gruppe.
Damit war Air UK in zwei Welten unterwegs: Linien-Regionalverkehr mit kleinen Flugzeugen auf der einen Seite, Pauschalreisen mit Boeing-Jets auf der anderen. Wie sich die beiden Geschäftsmodelle unterscheiden, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Der Weg zu KLM
Die Verbindung zu den Niederlanden war von Anfang an da: Amsterdam gehörte schon 1980 zu den Zielen. Ab 1987 wurde daraus eine feste Partnerschaft, als KLM 14,9 Prozent an der Holding erwarb. 1995 erhöhte KLM auf 45 Prozent, 1997 kaufte sie die restlichen Anteile von British & Commonwealth. Zum Januar 1998 bekam die Airline den Namen KLM uk und eine neue Lackierung.
Unter KLM uk verschob sich der Schwerpunkt klar Richtung Zubringerverkehr: Ab Ende 1999 konzentrierte sich die Airline auf rund 15 britische Regionalflughäfen mit Verbindungen nach Amsterdam-Schiphol. Strecken ohne Amsterdam-Bezug wechselten ab Januar 2000 zur neuen KLM-Billigtochter Buzz oder wurden eingestellt, darunter alle Kanalinsel-Verbindungen. Zusätzlich bot KLM uk Flüge ab London City an, im Codeshare mit Cityjet. Dieses Prinzip – viele kleine Flughäfen speisen ein großes Drehkreuz – erklärt der Artikel über Hub-and-Spoke und Point-to-Point.
Am 1. November 2002 verschmolz KLM uk mit der niederländischen Regionaltochter zu KLM Cityhopper UK, im März 2003 ging auch diese in KLM Cityhopper auf. Die Flugzeuge wechselten in dieser Phase ins niederländische Register. Heute gehört KLM zur Gruppe Air France-KLM.
Buzz: das Billig-Experiment
Buzz startete am 4. Januar 2000 mit Basis in Stansted und übernahm frühere Air-UK-Strecken sowie BAe 146-300 aus der alten Flotte, später kamen Boeing 737-300 dazu. KLM verkaufte Buzz 2003 an Ryanair, im Oktober 2004 endete der Flugbetrieb. Die heutige Ryanair-Tochter Buzz aus Polen trägt zwar denselben Namen, ist aber eine ganz andere Gesellschaft.
Woran du Air UK erkennst
Auf alten Fotos ist Air UK gut zu identifizieren, wenn du die drei Bemalungen kennst:
- 1980: Zunächst ein komplett blaues Flugzeug mit weiß-rot-weißem Fensterband. Die Luftfahrtbehörde CAA bemängelte, dass die Maschinen vor blauem Himmel schlecht zu sehen waren. Air UK änderte die Bemalung daraufhin auf einen blauen Rumpf mit weißem Leitwerk.
- 1987: Weißer Rumpf und weißes Leitwerk, drei blaue Zierstreifen, die in eine stilisierte Union Flag am Leitwerk übergehen. Der Schriftzug zeigte die Lücke nun zwischen „U“ und „K“ statt zwischen „Air“ und „UK“.
- 1994: Die letzte Bemalung mit einer dunkelblauen Zierlinie und dunkelblauem Leitwerk, die Elemente der Vorgänger aufgriff.
Nach Fusionen und Übernahmen gab es häufig Zwischenstände, in denen Maschinen noch Spuren der Vorgänger trugen – mehr dazu im Artikel über Hybrid- und Mischlackierungen. Wie Airlines ihren Auftritt grundlegend ändern, zeigt Wenn Airlines ihr Design wechseln.
Spricht für Air UK
- Schriftzug „Air UK“ oder „U K“ am Rumpf
- G-Kennzeichen an F27, Herald, BAe 146 oder Fokker 100
- Aufnahme aus Norwich, Stansted, Edinburgh, Glasgow, Aberdeen oder Amsterdam
- Foto aus der Zeit zwischen 1980 und 1997
Spricht dagegen
- KLM-Schriftzug – dann ist es KLM uk oder schon KLM Cityhopper
- Foto nach 1998
- Niederländisches PH-Kennzeichen
Die Kennzeichen helfen dir oft weiter: Manche Maschinen trugen sogar die Buchstaben „UK“ im Kennzeichen, etwa die BAe 146-300 G-UKHP. Wie das britische Register aufgebaut ist und wie du alte Registrierungen nachschlägst, erklärt der Artikel zu britischen G-Kennzeichen.
Alte Flughafenfotos auswerten
Hast du Fotos von Urlaubsflügen nach Jersey, Guernsey oder Amsterdam aus den 1980ern? Eine F27 oder Herald mit blauem Air-UK-Schriftzug ist gut möglich. Achte auf das Kennzeichen hinten am Rumpf – damit ordnest du das Flugzeug meist eindeutig zu. Tipps zum Erkennen alter Typen findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Zwischenfälle
Air UK blieb in ihrer Geschichte von tödlichen Unfällen verschont. Dokumentiert sind mehrere Zwischenfälle mit Sachschaden: 1984 wurde eine abgestellte Herald in Bournemouth von einem Lastwagen gerammt und abgeschrieben. 1990 landete eine F27 in Amsterdam nach einem Fahrwerksdefekt und wurde danach abgeschrieben. 1992 rollte eine BAe 146-300 bei Nässe und Seitenwind in Aberdeen über das Pistenende hinaus, und im Dezember 1997 schoss eine F27-500 bei starkem Seitenwind in Guernsey über die Piste hinaus – alle 54 Menschen an Bord blieben unverletzt, das Flugzeug wurde abgeschrieben.
Air UK heute: Spuren im Museum
Live spotten kannst du Air UK nicht mehr. Wenn du dich trotzdem auf die Suche machst, lohnt sich vor allem ein Abstecher nach East Anglia.
Herald G-ASKK in Norwich
- Im City of Norwich Aviation Museum direkt am Flughafen Norwich
- Handley Page Dart Herald, die früher für Air UK flog
- Norwich war über die ganze Zeit Technikbasis der Airline
Die Flughäfen von damals
- Stansted, Edinburgh und Glasgow sind weiter spannende Spotting-Ziele
- Statt Air UK fliegen dort heute andere Regional- und Low-Cost-Airlines
Prüf vor einem Museumsbesuch immer die aktuellen Öffnungszeiten und die Aufstellung der Flugzeuge, denn Exponate werden gelegentlich umgestellt, restauriert oder umlackiert. Auch die Flughäfen des alten Netzes lohnen einen Blick: Edinburgh, Glasgow und London-Gatwick sind weiterhin interessante Ziele. Wer KLM-Zubringer von heute sehen will, ist in Schiphol richtig – der Spotting-Guide für Schiphol hilft bei der Planung.
Häufige Verwechslungen
- Air UK mit Air UK Leisure gleichsetzen – die Ferientochter flog Boeing 737 und 767 im Charter, die Mutter vor allem Regionalflugzeuge im Linienverkehr.
- Den IATA-Code UK einer heutigen Airline zuordnen – in historischen Unterlagen bis Anfang der 2000er steht UK für Air UK bzw. KLM uk.
- KLM uk für eine eigene Neugründung halten – es war dieselbe Gesellschaft mit neuem Namen.
- Die britische Buzz mit der polnischen Buzz verwechseln – die eine war KLMs Billigtochter (2000–2004), die andere gehört zur heutigen Ryanair-Gruppe.
- Air UK mit Flybe oder bmi regional verwechseln – auch Flybe und bmi regional flogen britische Regionalstrecken, waren aber eigenständige Gesellschaften.
Einen Überblick über die Regionalairlines des Kontinents – von früher bis heute – bietet der Artikel Regionalairlines in Europa. Zu den britischen Zeitgenossen von Air UK gehören außerdem Dan-Air und bmi British Midland; die schottische Loganair fliegt bis heute.
Deine Regionalflieger-Sichtungen sauber sortiert
Poste Fotos von Fokker, BAe 146 oder ATR mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot, tausch dich in der Community mit anderen Fans britischer Luftfahrtgeschichte aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Air UK war keine glamouröse Langstrecken-Airline, sondern das Rückgrat des britischen Regionalverkehrs der 1980er- und 1990er-Jahre. Aus vier kleineren Gesellschaften entstanden, überstand sie einen harten Sparkurs, baute Stansted mit auf und wurde über die KLM-Beteiligung zum wichtigsten britischen Zubringer für Amsterdam. Für Spotter steht sie für eine Ära, in der Fokker F27, Herald und BAe 146 auf britischen Vorfeldern zum Alltag gehörten. Heute findest du Air UK nur noch auf alten Fotos und im Museum in Norwich – dort lohnt sich der genaue Blick auf Schriftzug und Kennzeichen.
Kurzfazit
Air UK (IATA UK, ICAO UKA) war eine historische britische Regionalairline von 1980 bis 1998 mit Basen in Norwich und Stansted. Bekannt ist sie für ihre Fokker- und BAe-146-Flotte und den schrittweisen Übergang zu KLM. Ab 1998 hieß sie KLM uk und ging 2002/2003 in KLM Cityhopper auf.
Zusammenfassung
- Air UK bündelte 1980 mehrere britische Regionalairlines zu einer schlagkräftigen Gesellschaft und war damals der größte Regionalanbieter des Landes.
- Typisch war die Flotte aus Fokker-Turboprops, Handley Page Herald und später BAe 146 und Fokker 100 – ein Paradies für Fans europäischer Regionalflugzeuge.
- Über die KLM-Beteiligung wurde Air UK nach und nach zum britischen Zubringer für Amsterdam-Schiphol und hieß ab 1998 KLM uk.
- Live spotten kannst du Air UK nicht mehr – eine ehemalige Air-UK-Herald steht aber im Museum in Norwich.
Häufige Fragen
Gibt es Air UK heute noch?
Nein. Air UK wurde im Januar 1998 in KLM uk umbenannt, nachdem KLM 1997 alle Anteile übernommen hatte. Am 1. November 2002 ging KLM uk mit KLM Cityhopper zusammen, 2003 verschwand auch der letzte Rest der britischen Gesellschaft. Eine Airline namens Air UK gibt es heute nicht mehr.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Air UK?
Air UK nutzte den IATA-Code UK und den ICAO-Code UKA. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „UKAY“. Unter KLM uk blieben diese Codes zunächst bestehen. Sie beziehen sich auf die historische Airline.
Aus welchen Airlines ist Air UK entstanden?
Air UK entstand zum 1. Januar 1980 aus British Island Airways und Air Anglia sowie den kleineren Gesellschaften Air Westward und Air Wales, die kurz zuvor in den beiden größeren Partnern aufgegangen waren. Air Anglia brachte ihre Basis in Norwich ein, British Island Airways ihre Zentrale in Redhill.
Welche Flugzeuge flog Air UK?
Das Rückgrat bildeten die Fokker F27 Friendship und die Handley Page Herald, dazu anfangs BAC One-Eleven, Fokker F28 und Embraer Bandeirante sowie Shorts 330 und 360. Ab Ende der 1980er-Jahre kamen BAe 146 in drei Versionen, in den 1990ern die Fokker 100 und die Fokker 50 dazu. Die ATR 72 flog erst unter dem Namen KLM uk.
Was war Air UK Leisure?
Air UK Leisure war ab 1987 die Charter-Tochter von Air UK. Sie startete mit gebrauchten Boeing 737-200, flog ab 1988 neue 737-400 und setzte ab 1993 zwei Boeing 767-300ER unter der Marke Leisure International Airways auf Ferien-Langstrecken ein. Später ging das Unternehmen an Unijet aus der First-Choice-Gruppe.
Was hat Air UK mit Buzz zu tun?
Buzz war die Billigtochter der KLM-Gruppe mit Basis London-Stansted und startete am 4. Januar 2000. Mehrere frühere Air-UK-Strecken wechselten zu Buzz, ebenso BAe 146-300 aus der alten Air-UK-Flotte. 2003 verkaufte KLM Buzz an Ryanair, im Herbst 2004 endete der Flugbetrieb. Mit der heutigen Ryanair-Tochter Buzz aus Polen hat diese britische Buzz nichts zu tun.
Wo kann ich heute noch ein Air-UK-Flugzeug sehen?
Im City of Norwich Aviation Museum direkt am Flughafen Norwich steht die Handley Page Dart Herald G-ASKK, die früher für Air UK flog. Prüf vor dem Besuch Öffnungszeiten und Aufstellung, denn Exponate werden gelegentlich umgestellt oder restauriert.
Air UK im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Fokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
FlugzeugtypFokker F28 Fellowship
Der erste Jet aus Amsterdam: Die Fokker F28 Fellowship flog 1967 zum ersten Mal, brachte Hecktriebwerke und aufklappbaren Heckkonus in die Fokker-Familie und ist heute fast nur noch im Museum zu sehen.
FlugzeugtypFokker 50
Hoher Flügel, sechsblättrige Propeller und eine lange Reihe kleiner Fenster: Die Fokker 50 war der letzte Turboprop aus den Niederlanden. Heute fliegt sie nur noch bei wenigen Betreibern – so findest und erkennst du sie.
FlugzeugtypFokker 100
Zwei Tay-Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und ein Heckkonus, der sich bei der Landung aufklappt: Die Fokker 100 ist der größte Verkehrsjet, den Fokker je gebaut hat – und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypBAe 146-100
Die BAe 146-100 ist die kürzeste und älteste Version des vierstrahligen britischen Regionaljets – Ausgangspunkt der ganzen Jumbolino-Familie und jahrzehntelang das Flugzeug der Royal Family.
FlugzeugtypBAe 146-200
Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, Muschel-Heck: Die BAe 146-200 ist die mittlere und meistgesehene Version des britischen Vierstrahlers. Heute fliegt sie vor allem als Löschflugzeug über Nordamerika.
FlugzeugtypBAe 146-300
Die längste Version der BAe 146 hat rund 100 Sitze, vier Triebwerke und einen hohen Flügel. Als leiser Nachtfrachter „Quiet Trader“ fliegt sie in Australien bis heute.
FlugzeugtypShorts 360
Kastenförmiger Rumpf, abgestrebter Hochdecker, ein großes Seitenleitwerk: Die Shorts 360 ist die gestreckte Weiterentwicklung der Shorts 330 – und heute vor allem als Frachter unterwegs.
FlugzeugtypShorts 330
Ein Rumpf wie ein Container, ein hoher Flügel auf Streben und zwei kleine Seitenleitwerke: Die Shorts 330 aus Belfast ist einer der eigenwilligsten Turboprops der Luftfahrt – und heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypBAC One-Eleven
Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.
FlugzeugtypEmbraer EMB 110 Bandeirante
Tiefdecker, zwei PT6-Turboprops, rund 15 bis 21 Sitze: Mit dem Bandeirante begann 1968 die Geschichte von Embraer. So erkennst du den brasilianischen Zubringer-Klassiker und findest die letzten Exemplare.
Weitere Airlines
KLM Royal Dutch Airlines
Die niederländische Netzwerk-Airline mit dem hellblauen Rumpf: 1919 gegründet, Drehkreuz Amsterdam-Schiphol, Teil von Air France-KLM und Mitglied von SkyTeam – mitten im Umbau von Boeing zu Airbus.
RegionalKLM Cityhopper
Die Regionaltochter von KLM fliegt ab Amsterdam-Schiphol mit einer reinen Embraer-Flotte durch Europa – in voller KLM-Bemalung und unter KL-Flugnummern. Wer sie erkennen will, schaut auf Typ und Kennzeichen.
NetzwerkBritish Caledonian
Historische britische Airline mit Basis Gatwick: BCal flog von 1970 bis 1988 mit One-Eleven, DC-10 und Boeing 747 nach Afrika, Amerika und Asien, bevor British Airways sie übernahm.
NetzwerkBritish Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
CharterDan-Air
Historische britische Charter- und Linienairline (1953–1992) mit Basis London-Gatwick: Dan-Air betrieb die größte Comet-Flotte der Welt, brachte die BAe 146 in den Liniendienst und flog jahrzehntelang ab Berlin-Tegel. 1992 ging sie für ein symbolisches Pfund an British Airways.
RegionalFlybe
Historische britische Regionalairline aus Exeter: Aus Jersey European wurde Flybe, zeitweise Europas größte Regionalairline und weltweit größter Betreiber der Dash 8 Q400. Nach der Pleite im März 2020 folgte 2022 ein Neustart aus Birmingham, der im Januar 2023 endete.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen London-Stansted
Londons drittgrößter Flughafen ist das Reich von Ryanair: eine einzige Bahn, über 30 Millionen Passagiere im Jahr, nachts und morgens Großraumfrachter – und ein Terminal von Norman Foster, das die Flughafenarchitektur weltweit geprägt hat.
FlughafenFlughafen Amsterdam Schiphol
Sechs Start- und Landebahnen, ein einziges Terminal und das Heimatdrehkreuz der KLM: Schiphol ist einer der größten Flughäfen Europas – und mit offiziellen Spotterplätzen wie an der Polderbaan einer der spotterfreundlichsten.
Airline-GruppeAir France-KLM
Air France-KLM ist ein französisch-niederländischer Konzern mit zwei Netzwerk-Airlines, zwei Transavia-Betrieben und eigenen Regionaltöchtern. Wer am Zaun nur auf Blau-Weiß-Rot oder KLM-Blau achtet, verpasst die halbe Gruppe.
HerstellerFokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
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