Das Wichtigste in Kürze
- Dan-Air ist eine historische britische Airline: gegründet 1953, Flugbetrieb 1992 eingestellt.
- Codes: IATA DA, ICAO DAN, Rufzeichen „DAN-AIR“.
- Größte Comet-Flotte der Welt: Ab 1966 kaufte Dan-Air gebrauchte Comet 4 in großer Zahl, die letzte ging im November 1980 außer Dienst.
- Pionier bei mehreren Typen: erster britischer Betreiber der Boeing 727 und weltweit erste Airline mit BAe 146 im Liniendienst (1983).
- Starke Berlin-Verbindung: Von 1968 an flog Dan-Air fast 25 Jahre ab Berlin-Tegel, vor allem in den Urlaub.
- Ende bei British Airways: BA übernahm 1992 Strecken ab Gatwick und zwölf Boeing 737.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | DA |
|---|---|
| ICAO-Code | DAN |
| Rufzeichen | DAN-AIR |
| Drehkreuze | LGW, TXL, MAN |
| Status | Historisch – Flugbetrieb 1992 eingestellt, Übernahme durch British Airways |
| Geschäftsmodell | Charter- und Ferienflüge, ab 1956 zusätzlich Linienverkehr |
| Gegründet | 21. Mai 1953 als Dan Air Services Limited |
| Muttergesellschaft | Davies and Newman, Schiffsmakler aus der City of London |
| Namensherkunft | Initialen der Muttergesellschaft: Davies And Newman |
| Wichtigste Basen | London-Gatwick (LGW), Berlin-Tegel (TXL), Manchester (MAN), dazu Newcastle |
| Prägende Typen | de Havilland Comet 4, BAC One-Eleven, Boeing 727, Boeing 737, HS 748, BAe 146 |
| Rekordjahr | 1989 mit rund 6,2 Millionen Fluggästen |
| Ende | Herbst 1992: Kauf durch British Airways für 1 Pfund, Ende als eigene Airline am 27. November 1992 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Dan-Air?
- Schriftzug „Dan-Air London“ am Rumpf – das „London“ machte klar, dass die Airline britisch und nicht dänisch war
- Britisches Kennzeichen mit G-, bei der Comet oft noch die alte Registrierung aus BOAC-Zeiten wie G-APD…
- Bunter Typen-Mix: Comet, One-Eleven, 727, 737, HS 748 und BAe 146 standen gleichzeitig im Einsatz
- Über die Jahre vier verschiedene Lackierungen – erst in den 1980ern wurde eine einheitlich auf die ganze Flotte gebracht
- Heute nur noch im Museum oder auf historischen Fotos zu sehen
Wer sich für britische Luftfahrtgeschichte interessiert, kommt an Dan-Air nicht vorbei. Die Airline aus London war fast vier Jahrzehnte lang ein fester Teil des Ferienflugs – und sie hatte eine Vorliebe für Flugzeuge, die andere schon ausgemustert hatten. Dadurch flog bei Dan-Air eine bunte Mischung aus Typen, darunter so viele Comets wie bei keiner anderen Airline. Diese Seite zeigt dir, was Dan-Air ausmachte, welche Flugzeuge du ihr zuordnen kannst und wo du ihre Spuren heute noch findest.
Historische Airline
Dan-Air hat den Flugbetrieb 1992 eingestellt. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die Zeit von 1953 bis 1992. Die Codes DA und DAN stehen hier für die historische Airline.
Dan-Air im Überblick
Dan-Air war eine britische Charter- und Linienairline, gegründet am 21. Mai 1953 als Dan Air Services Limited. Dahinter stand kein Luftfahrtunternehmen, sondern ein Schiffsmakler: die Londoner Firma Davies and Newman. Aus deren Initialen – Davies And Newman – entstand der Name. Mit Dänemark hatte die Airline nichts zu tun. Genau deshalb stand jahrelang „Dan-Air London“ auf den Flugzeugen.
Das erste Flugzeug war eine gebrauchte Douglas DC-3. In den ersten Jahren zog Dan-Air mehrfach um: von Southend nach Blackbushe und 1960 schließlich nach London-Gatwick, das bis zum Schluss die wichtigste Basis blieb. Später kamen Manchester, Newcastle und – für deutsche Spotter besonders spannend – Berlin-Tegel dazu.
Das Geschäft war zunächst Charter: Fracht im Auftrag anderer Airlines, später vor allem Pauschalreisen in den Süden. Ab 1956 kamen erste Linienflüge dazu, ab 1960 baute Dan-Air ein ganzjähriges Liniennetz auf. Den Höhepunkt erreichte die Airline 1989 mit rund 6,2 Millionen Fluggästen. Nur drei Jahre später war sie Geschichte.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code DA: stand in den Flugnummern, auf Tickets und in Flugplänen.
- ICAO-Code DAN: diente der Flugsicherung zur Kennung der Flüge.
- Rufzeichen DAN-AIR: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Wenn du alte Flugpläne, Tickets oder Fotos mit Flugnummern auswertest, hilft dir dieses Wissen bei der Zuordnung. Wie IATA- und ICAO-Codes grundsätzlich funktionieren, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Und warum manche Airline-Rufzeichen eine eigene Geschichte haben, liest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Klassiker im eigenen Hangar
Mit Planetrack hältst du auch Museumsflugzeuge mit Foto, Typ und Kennzeichen fest – und baust dir eine Sammlung britischer Jet-Klassiker auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
1953–1959: Fracht und Charter
Gründung durch Davies and Newman, erste DC-3, ab 1954 drei ehemalige Avro York der Royal Air Force als Frachter. 1956 folgt mit Blackbushe–Jersey die erste, saisonale Linie.
1960er: Gatwick und erste Druckkabinen
Umzug nach Gatwick, Start des Liniennetzes „Link City“ und die Airspeed Ambassador als erster Typ mit Druckkabine. Ab 1966 kommt die Comet 4.
1970er: Jets für den Urlaubsboom
Boeing 707 für Charter über den Atlantik, ab 1973 die Boeing 727, ab 1974 die One-Eleven im Linienverkehr. 1972 übernimmt Dan-Air Skyways und damit weitere HS 748.
1980er: Neue Jets, neues Image
Abschied von der Comet 1980, Erstbetreiber der BAe 146 1983, erstmals neue Boeing 737 direkt ab Werk, für kurze Zeit auch Airbus A300. Rekordjahr 1989.
1990–1992: Krise und Ende
Umbaupläne hin zu mehr Linienverkehr, Verkauf von Flugzeugen und Unternehmensteilen, schließlich Übernahme durch British Airways.
Link City: ein Liniennetz quer durchs Land
1960 startete Dan-Air ihre erste ganzjährige Linie zwischen Bristol, Cardiff und Liverpool, anfangs mit kleinen de Havilland Dove. Daraus wuchs das Netz „Link City“, das den Südwesten Englands über die Midlands und den Nordwesten mit dem Nordosten verband. Im selben Jahr flog Dan-Air ab Bristol und Cardiff erstmals planmäßig ins Ausland, nach Basel. In den 1980er-Jahren kamen Linien ab Gatwick nach Zürich, Lissabon und Madrid dazu, ab Manchester nach Amsterdam. Damit stand Dan-Air immer mit einem Bein im Charter- und mit dem anderen im Liniengeschäft. Wo der Unterschied liegt, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Die Flotte: Gebrauchtjets mit Charakter
Dan-Air war berühmt dafür, Flugzeuge günstig aus zweiter Hand zu übernehmen und lange zu fliegen. Das sorgte für einen ungewöhnlich bunten Typen-Mix. Die wichtigsten Muster im Überblick:
| Typ | Zeitraum bei Dan-Air | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Douglas DC-3 | ab 1953 | Erstes Flugzeug der Airline | Kolbenmotor-Klassiker der Anfangsjahre |
| Avro York | ca. 1954–1964 | Frachter, auch für andere Airlines | Ehemalige Militärmaschinen |
| Airspeed Ambassador | 1960–1971 | Erster Typ mit Druckkabine | Hochdecker mit zwei Kolbenmotoren |
| de Havilland Comet 4 | 1966–1980 | Charter, auch ab Berlin | Größte Comet-Flotte der Welt |
| Boeing 707-321 | 1971–1978 | Transatlantik-Charter | Nur zwei Exemplare, ex Pan Am |
| Boeing 727-100/-200 | ab 1973 | Charter, auch ab Berlin | Erster britischer 727-Betreiber |
| BAC One-Eleven | bis 1992 | Linie und Charter | Ab 1974 auch auf Dan-Air-Linien |
| Hawker Siddeley HS 748 | 1970er–1992 | Linienverkehr, Nordsee-Ölindustrie | Weitere Exemplare kamen 1972 mit Skyways |
| BAe 146 | ab 1983 | Linienverkehr, u. a. Gatwick–Bern | Weltweit erster Liniendienst |
| Airbus A300 | späte 1980er | Charter | Erster Großraumjet, nur wenige Jahre im Einsatz |
| Boeing 737-200/-300/-400 | 1980er–1992 | Charter und Linie | Zwölf Exemplare gingen an British Airways |
Comet 4: das Markenzeichen
Keine andere Airline flog so viele de Havilland Comet wie Dan-Air. Die ersten beiden kamen 1966 von BOAC, danach kaufte Dan-Air über Jahre Comets von verschiedenen Vorbesitzern auf, als diese auf modernere Jets umstiegen. Insgesamt kamen so bis 1976 rund 50 Exemplare zusammen – nicht alle flogen gleichzeitig, manche dienten auch als Ersatzteilspender. Die Comets brachten Urlauber aus Großbritannien und Berlin ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Im November 1980 nahm Dan-Air die letzte Comet aus dem Dienst – damit endete ein prägendes Kapitel der Airline. Mehr zum Typ liest du im Artikel über die De Havilland Comet als ersten Düsenjet.
Boeing 727 und 737
Am 13. April 1973 ging bei Dan-Air die erste Boeing 727-100 in Dienst, eine gebrauchte Maschine von Japan Air Lines. Dan-Air war damit der erste britische Betreiber des Dreistrahlers. Später kam auch die längere 727-200 dazu. Die in Berlin stationierten 727 hatten Zusatztanks und weniger Sitze, um ohne Zwischenstopp bis auf die Kanarischen Inseln zu kommen.
In den 1980er-Jahren holte Dan-Air erstmals fabrikneue Boeing 737 in die Flotte. Im Einsatz standen die Varianten 737-200, 737-300 und 737-400. Die geplante Straffung der Flotte auf wenige Typen kam bis zum Ende nicht mehr zum Abschluss. Hersteller beider Typen ist Boeing.
One-Eleven, HS 748 und BAe 146
1974 setzte Dan-Air erstmals Jets auf ihren Linien ein: Auf der Strecke Gatwick–Newcastle flogen zunächst Comets, ab November 1974 übernahm die BAC One-Eleven. Ab Ende 1988 bot Dan-Air auf umgebauten One-Eleven 500 die „Class Elite“ an, ein Angebot für Geschäftsreisende. Der Turboprop Hawker Siddeley HS 748 wurde zum Arbeitspferd auf den Regionallinien; mit der Übernahme der Airline Skyways kamen 1972 weitere Exemplare dazu. Außerdem flog Dan-Air mit der HS 748 im Auftrag der Ölindustrie zwischen dem schottischen Festland und den Shetlandinseln.
Ein echtes Stück Luftfahrtgeschichte ist die BAe 146. Dan-Air war Erstkunde und setzte den leisen Vierstrahler im Mai 1983 als erste Airline der Welt im Liniendienst ein – auf der Strecke Gatwick–Bern. Hersteller war British Aerospace, heute Teil von BAE Systems.
Die BAe 146 auf der Wunschliste
Setz klassische Typen wie BAe 146 oder Avro RJ auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn einer in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Dan-Air in Berlin-Tegel
Für deutsche Luftfahrtfans ist Dan-Air vor allem eine Berliner Geschichte. Bis zur Wiedervereinigung durften nur Airlines der Westalliierten West-Berlin anfliegen – also amerikanische, britische und französische Gesellschaften. Für Reiseveranstalter in der Stadt waren britische Charter-Airlines deshalb unverzichtbar.
Am 31. März 1968 startete Dan-Air zum ersten Mal in Tegel, mit einer Comet nach Málaga. Ab 1969 unterhielt die Airline dort eine eigene Basis, an der über mehr als zwei Jahrzehnte bis zu fünf Flugzeuge stationiert waren. Zur Hochzeit Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre arbeiteten rund 170 Menschen für Dan-Air in Berlin, und jährlich flogen mehr als 300.000 Fluggäste mit ihr ab Tegel. In Berlin waren nacheinander Comet, One-Eleven, 707, 727 und später 737, HS 748 und BAe 146 zu sehen.
Neben Urlaubsflügen betrieb Dan-Air ab Berlin auch Linien, etwa nach Amsterdam und Saarbrücken. Für Fluggäste aus Berlin gab es sogar ein deutschsprachiges Bordmagazin namens „Kompass“. Mehr über den Flughafen, an dem all das stattfand, liest du in der Geschichte des Flughafens Tegel.
Alte Tegel-Fotos auswerten
Hast du Familienfotos oder Dias vom Flughafen Tegel aus den 1970ern? Eine Comet oder 727 mit „Dan-Air London“-Schriftzug ist dort gut möglich. Achte auf das Kennzeichen am Rumpf – damit lässt sich das Flugzeug meist eindeutig zuordnen. Wie britische Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Artikel zu britischen G-Kennzeichen.
Woran du Dan-Air erkennst
Auf historischen Fotos ist Dan-Air nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, weil sich die Bemalung mehrmals änderte. Insgesamt trugen die Flugzeuge über die Jahrzehnte vier Lackierungen. Erst mit der Image-Erneuerung in den 1980er-Jahren bekam die ganze Flotte ein einheitliches Erscheinungsbild; davor flogen gebrauchte Maschinen teils noch mit Spuren der Vorbesitzer. Ehemalige Skyways-HS-748 bekamen zeitweise sogar eine Mischlackierung. Solche Übergangsbemalungen sind typisch nach Übernahmen – mehr dazu im Artikel über Hybrid- und Mischlackierungen.
Verlässliche Merkmale sind:
- Schriftzug „Dan-Air London“ am Rumpf – der Zusatz „London“ verschwand erst rund ein Jahr vor dem Ende.
- Britisches Kennzeichen mit G- vorn, bei Comets oft mit Registrierungen aus der Zeit bei BOAC.
- Der Flugzeugtyp: Eine Comet in Charter-Bemalung aus den 1970ern war sehr oft eine Dan-Air.
Spricht für Dan-Air
- Schriftzug „Dan-Air“ oder „Dan-Air London“
- G-Kennzeichen an Comet, 727, One-Eleven oder BAe 146
- Aufnahme aus Gatwick, Manchester, Newcastle oder Berlin-Tegel
- Foto aus der Zeit zwischen 1953 und 1992
Spricht dagegen
- Comet in BOAC-Farben – das kann auch ein Museumsflugzeug nach der Dan-Air-Zeit sein
- Foto nach November 1992
- Nicht-britisches Kennzeichen
Wenn dich die großen Bemalungen der Luftfahrtgeschichte interessieren, lohnt ein Blick in die legendären Airline-Lackierungen.
Unfälle
Zur Geschichte von Dan-Air gehören auch schwere Unglücke. Am 3. Juli 1970 stürzte eine Comet 4 als Flug 1903 bei Arbúcies in Spanien ab, 112 Menschen starben. Am 31. Juli 1979 verunglückte eine HS 748 beim Start in Sumburgh auf den Shetlandinseln und stürzte ins Meer; 17 der 47 Insassen kamen ums Leben. Das folgenschwerste Unglück ereignete sich am 25. April 1980: Flug 1008, eine Boeing 727, prallte im Anflug auf den Flughafen Teneriffa Los Rodeos (heute Teneriffa Nord) gegen einen Berg. Alle 146 Menschen an Bord starben. Es gilt als schwerster Unfall mit einem britisch registrierten Flugzeug.
Das Ende 1992
Ende der 1980er-Jahre stand Dan-Air vor einem Umbau. Die Airline wollte stärker auf Linienverkehr setzen, die Flotte auf wenige Typen reduzieren und verkaufte dafür Flugzeuge und Unternehmensteile, darunter den Wartungsbetrieb Dan-Air Engineering. Ab 1990 flog Dan-Air ganzjährig zwischen Gatwick und Tegel, 1991 übernahm sie die meisten Gatwick-Strecken der zusammengebrochenen Air Europe. Die Sanierung reichte aber nicht.
Im Herbst 1992 kaufte British Airways Dan-Air für den symbolischen Preis von einem Pfund und übernahm dafür Verpflichtungen in Höhe von rund 50 Millionen Pfund. BA behielt die Kurzstrecken-Linien ab Gatwick und zwölf der modernsten Boeing 737, die übrigen Flugzeuge wurden verkauft. Nur ein kleiner Teil der Belegschaft wechselte zu British Airways. Am 27. November 1992 endete Dan-Air als eigenständige Airline; die Gesellschaft wurde in British Airways (European Operations at Gatwick) umbenannt.
Damit teilt Dan-Air das Schicksal anderer britischer Traditionsnamen, die in British Airways aufgingen oder vom Markt verschwanden – etwa British Caledonian, die 1988 übernommen wurde, oder später bmi British Midland. Auch BEA British European Airways gehört zu den Vorgängern von BA.
Dan-Air heute: Spuren im Museum
Live spotten kannst du Dan-Air nicht mehr. Ein paar Flugzeuge aus ihrer Flotte haben aber überlebt – vor allem Comets.
Comet 4 G-APDB in Duxford
- Im Imperial War Museum Duxford bei Cambridge
- Flog seit 1969 für Dan-Air, letzter Einsatz Ende November 1973
- Stand in Duxford zunächst in Dan-Air-Farben, trägt heute wieder BOAC-Farben
Comet 4C G-BDIW in Hermeskeil
- In der Flugausstellung Hermeskeil im Hunsrück
- Flog von 1975 bis 1980 für Dan-Air, also in der Spätphase der Comet-Ära
- Der nächste Dan-Air-Bezug für Spotter aus Deutschland
Comet 4C G-BDIX in East Fortune
- Im National Museum of Flight östlich von Edinburgh
- Ehemalige Dan-Air-Comet; prüf vorab, wie sie aktuell ausgestellt ist
Dazu kommt die ehemalige Dan-Air-Comet 4B G-APYD des Science Museum, die im Depot in Wroughton steht und nicht regulär zu besichtigen ist. Planst du einen Ausflug, prüf vorher immer die aktuellen Öffnungszeiten und die Aufstellung der Flugzeuge – Exponate werden gelegentlich umgestellt, restauriert oder umlackiert. Tipps zum Erkennen alter Typen findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Fotografieren im Museum
Halte dich an die Regeln des jeweiligen Museums, besonders bei Absperrungen und Stativen in Hallen. Viele Häuser erlauben private Fotos, gewerbliche Aufnahmen aber nur nach Absprache.
Die Flughäfen von Dan-Air heute
Auch wenn Dan-Air verschwunden ist: Ihre wichtigsten Flughäfen sind für Spotter weiter interessant. London-Gatwick war die Heimatbasis, von Manchester und Newcastle aus startete die Airline ebenfalls regelmäßig. Heute fliegen dort andere Charter- und Ferienairlines – in gewisser Weise sind sie die Nachfolger des Geschäfts, das Dan-Air mit aufgebaut hat. Berlin-Tegel ist dagegen seit 2020 geschlossen.
Häufige Verwechslungen
- Dan-Air für eine dänische Airline halten – der Name stammt von Davies And Newman, die Airline war britisch.
- Jede Comet in Dan-Air-Farben für ein Original halten – Museumsflugzeuge werden mitunter umlackiert; G-APDB etwa trägt heute wieder BOAC-Farben.
- Dan-Air mit aktuellen Airlines mit ähnlichem Namen verwechseln – die historische Dan-Air endete 1992.
- Die BAe 146 für einen späteren Typ halten – der Liniendienst begann schon 1983, mit Dan-Air.
- Den IATA-Code DA einer heutigen Airline zuordnen – in historischen Unterlagen steht DA für Dan-Air.
Deine Museums-Sichtungen sauber sortiert
Poste Fotos von Comet, One-Eleven oder BAe 146 mit Typ, Kennzeichen und Ort, tausch dich in der Community mit anderen Klassiker-Fans aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Dan-Air war keine glamouröse Staatsairline, sondern ein findiger Charterspezialist mit einem Händchen für Gebrauchtflugzeuge. Genau das macht sie für Luftfahrtfans so reizvoll: Die größte Comet-Flotte der Welt, der erste britische 727-Einsatz, der weltweit erste BAe-146-Liniendienst und eine jahrzehntelange Basis in Berlin-Tegel stehen in ihrer Bilanz. Heute begegnest du Dan-Air nur noch im Museum und auf alten Fotos – dort aber lohnt sich der genaue Blick auf Schriftzug und Kennzeichen.
Kurzfazit
Dan-Air (IATA DA, ICAO DAN) war eine historische britische Charter- und Linienairline von 1953 bis 1992 mit Basis Gatwick. Bekannt ist sie für die größte Comet-Flotte der Welt, den ersten BAe-146-Liniendienst und ihre Berlin-Basis. 1992 ging sie in British Airways auf.
Zusammenfassung
- Dan-Air war über fast 40 Jahre eine der wichtigsten britischen Charter-Airlines und baute nebenbei ein eigenes Liniennetz auf.
- Typisch war die Strategie, gebrauchte Flugzeuge günstig zu übernehmen – am bekanntesten die Comet 4, von der Dan-Air mehr Exemplare flog als jede andere Airline.
- Für deutsche Spotter ist Dan-Air vor allem über Berlin-Tegel interessant, wo die Airline über zwei Jahrzehnte Flugzeuge stationiert hatte.
- Live spotten kannst du Dan-Air nicht mehr – ehemalige Dan-Air-Comets stehen aber in Museen in Großbritannien und im Hunsrück.
Häufige Fragen
Gibt es Dan-Air heute noch?
Nein. Dan-Air geriet Anfang der 1990er-Jahre in finanzielle Schwierigkeiten und wurde im Herbst 1992 von British Airways für den symbolischen Preis von einem Pfund übernommen. Am 27. November 1992 endete der Betrieb als eigenständige Airline. Heute existiert keine Fluggesellschaft unter diesem Namen.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Dan-Air?
Dan-Air nutzte den IATA-Code DA und den ICAO-Code DAN. Im Funk meldete sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „DAN-AIR“. Diese Codes beziehen sich auf die historische Airline – auf aktuellen Flugtrackern begegnen sie dir in diesem Zusammenhang nicht mehr.
Woher kommt der Name Dan-Air?
Der Name hat nichts mit Dänemark zu tun. Er setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Muttergesellschaft Davies And Newman zusammen, einem Londoner Schiffsmakler. Um Verwechslungen vorzubeugen, stand lange „Dan-Air London“ auf den Flugzeugen.
Warum ist Dan-Air für die Comet so bekannt?
Dan-Air kaufte ab 1966 gebrauchte de Havilland Comet 4 von anderen Airlines auf, als diese auf modernere Jets umstiegen. So entstand die größte Comet-Flotte der Welt. Für Charterflüge in den Süden waren die gebrauchten Jets günstig zu haben. Die letzten Comets setzte Dan-Air bis November 1980 ein.
Welche Rolle spielte Dan-Air bei der BAe 146?
Dan-Air war die erste Airline, die die BAe 146 im Liniendienst einsetzte. Im Mai 1983 flog sie den ersten planmäßigen Flug mit dem Typ zwischen London-Gatwick und Bern. Der kurze und leise Vierstrahler passte gut zum kleinen Flughafen der Schweizer Hauptstadt.
Was hatte Dan-Air mit Berlin zu tun?
Sehr viel. Am 31. März 1968 startete Dan-Air zum ersten Mal ab Berlin-Tegel, damals mit einer Comet nach Málaga. Ab 1969 hatte die Airline eine eigene Basis in Tegel mit bis zu fünf stationierten Flugzeugen. Von dort ging es vor allem in Urlaubsgebiete, dazu kamen Linienflüge etwa nach Amsterdam und Saarbrücken.
Wo kann ich heute noch Dan-Air-Flugzeuge sehen?
Nur noch in Museen. Die Comet 4 G-APDB im Imperial War Museum Duxford flog zuletzt für Dan-Air, trägt heute aber wieder BOAC-Farben. Die Comet 4C G-BDIW der Flugausstellung Hermeskeil war ebenfalls eine Dan-Air-Maschine, und im National Museum of Flight in East Fortune steht mit G-BDIX eine weitere ehemalige Dan-Air-Comet. Prüf vor dem Besuch Öffnungszeiten und Aufstellung.
Welche schweren Unfälle hatte Dan-Air?
Der schwerste war der Absturz von Flug 1008 am 25. April 1980: Eine Boeing 727 prallte im Anflug auf Teneriffa (Los Rodeos) gegen einen Berg, alle 146 Menschen an Bord kamen ums Leben. Bereits 1970 war eine Comet 4 bei Arbúcies in Spanien abgestürzt, dabei starben 112 Menschen.
Dan-Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
De Havilland DH.106 Comet
Vier Triebwerke versteckt in den Flügelwurzeln, eine schlanke Nase und ein Kapitel Luftfahrtgeschichte, das Triumph und Tragödie vereint: Die De Havilland Comet eröffnete 1952 das Jetzeitalter im Linienverkehr. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo sie heute steht.
FlugzeugtypBAC One-Eleven
Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBAe 146-100
Die BAe 146-100 ist die kürzeste und älteste Version des vierstrahligen britischen Regionaljets – Ausgangspunkt der ganzen Jumbolino-Familie und jahrzehntelang das Flugzeug der Royal Family.
FlugzeugtypHawker Siddeley HS 748
Tiefdecker, zwei pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turboprops und ein Fahrwerk für Schotterpisten: Die HS 748 war Großbritanniens Antwort auf die Fokker F27 – als Airliner, Frachter und Militärtransporter. Heute ist sie ein seltener Fang.
Weitere Airlines
British Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
NetzwerkBritish Caledonian
Historische britische Airline mit Basis Gatwick: BCal flog von 1970 bis 1988 mit One-Eleven, DC-10 und Boeing 747 nach Afrika, Amerika und Asien, bevor British Airways sie übernahm.
Netzwerkbmi British Midland
Historische britische Airline (1938–2012) aus den East Midlands: von der Flugschule in Derby zur zweitgrößten Airline in London-Heathrow, Star-Alliance-Mitglied, zuletzt Lufthansa-Tochter und 2012 von IAG übernommen und in British Airways eingegliedert.
NetzwerkBritish European Airways
Historische britische Staatsairline für Europa und das Inland: BEA flog von 1946 bis 1974 ab London-Heathrow, machte die Viscount und die Trident groß und verband West-Berlin mit Westdeutschland, bevor sie in British Airways aufging.
CharterTitan Airways
Britische Charter- und Wet-Lease-Airline aus London-Stansted: springt kurzfristig für andere Airlines ein, fliegt VIP-Charter, Fracht mit umgebauten A321 und betreibt den A321neo der britischen Regierung.
CharterAstraeus Airlines
Historische britische Charter- und Wet-Lease-Airline aus Gatwick (2002–2011): Astraeus flog Boeing 737 und 757 für Reiseveranstalter, Iceland Express und andere Airlines – und stellte Iron Maiden die 757 „Ed Force One“, oft mit Sänger Bruce Dickinson im Cockpit.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen London-Gatwick
Eine einzige Hauptbahn, über 40 Millionen Passagiere im Jahr und orange Airbusse im Minutentakt: Gatwick ist Londons zweitgrößter Flughafen und ein Lehrstück dafür, wie viel Verkehr eine Bahn tragen kann. Für Spotter heißt das: kaum Leerlauf, viel easyJet, dazu Langstrecke von TUI, Norse, British Airways und den Golf-Carriern.
MuseumImperial War Museum Duxford
Duxford ist Museum und aktiver Flugplatz zugleich: In den Hangars des früheren RAF-Jägerflugplatzes stehen Concorde, SR-71 und B-52, auf dem Vorfeld warten flugfähige Spitfires – und mehrmals im Jahr hebt alles ab, was Propeller hat. Der Guide für Airshow-Besucher und Spotter.
MuseumFlugausstellung Hermeskeil
Die Flugausstellung Hermeskeil im Hunsrück ist eine der größten privaten Flugzeugsammlungen Deutschlands. Seit 1973 trägt die Familie Junior hier über hundert zivile und militärische Fluggeräte zusammen – von der Lufthansa-Super-Constellation über Comet und VC10 bis zu MiGs aus NVA-Beständen. Mittendrin: ein begehbarer Concorde-Nachbau, in dem das Museumscafé untergebracht ist.
MuseumNational Museum of Flight East Fortune
Schottlands nationales Luftfahrtmuseum liegt auf dem ehemaligen Flugplatz RAF East Fortune in East Lothian. In vier Ausstellungshangars stehen die British-Airways-Concorde G-BOAA, die Vulcan XM597 aus dem Falklandkrieg, der älteste erhaltene Harrier und eine Sammlung ziviler Flugzeuge mit Bezug zu Schottland.
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