Das Wichtigste in Kürze
- Die Shorts 360 ist die gestreckte Shorts 330: längerer Rumpf mit zwei zusätzlichen Sitzreihen, 36 statt rund 30 Plätze.
- Schnellster Erkennungsweg: Shorts-Kastenrumpf mit Flügelstreben, aber nur ein Seitenleitwerk – dann ist es eine 360, keine 330.
- Drei Hauptversionen: 360-100, 360-200 (anfangs „360 Advanced“) und 360-300 mit sechsblättrigen Propellern, dazu der Frachter 360-300F.
- Die Produktion endete 1991 nach 165 Exemplaren; viele Maschinen fliegen heute als Frachter, vor allem in Nordamerika.
- Im Flugplan und in Tracking-Diensten erscheint der Typ als SH36.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Shorts 360?
- 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 3.Shorts 360 oder Shorts 330?
- 4.Die Varianten im Überblick
- 5.Vom Pendlerflieger zum Frachtesel
- 6.Shorts 360 oder ein anderer Turboprop?
- 7.Wo du die Shorts 360 heute antriffst
- 8.Fototipps speziell für die Shorts 360
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Short Brothers, Belfast (Nordirland) |
|---|---|
| Werksbezeichnung | SD3-60 |
| ICAO-Typcode | SH36 |
| Erstflug | 1. Juni 1981 (Prototyp G-ROOM) |
| Erstauslieferung | November 1982 an Suburban Airlines (USA) |
| Bauzeit | 1981 bis 1991 |
| Gebaute Exemplare | 165 |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PT6A (je nach Version -65R, -65AR oder -67R) |
| Länge | rund 21,6 m |
| Spannweite | rund 22,8 m |
| Höhe | rund 7,2 m |
| Sitzplätze | 36, in dichter Bestuhlung bis 39 |
| Max. Startgewicht | rund 11,8 t (360-100) bis rund 12,3 t (360-300) |
| Status | Produktion eingestellt; heute überwiegend als Frachter im Einsatz |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kastenförmiger, fast rechteckiger Rumpfquerschnitt – typisch für die Shorts-Familie
- Hochdecker mit schräger Flügelstrebe auf jeder Seite, die von einem kurzen Stummelflügel unten am Rumpf zur Tragfläche läuft
- Ein einzelnes, gepfeiltes Seitenleitwerk – die Shorts 330 und die Skyvan haben dagegen zwei Endscheiben-Seitenleitwerke
- Rumpfheck läuft schlank nach oben zu, statt kastig abzuschließen wie bei der 330
- Hauptfahrwerk zieht sich in Verkleidungen an den Stummelflügeln ein
- Zwei PT6A-Turboprops in schlanken Gondeln vorn an der Flügelvorderkante, je nach Version fünf- oder sechsblättrige Propeller
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein eckiger, fast schuhkartonartiger Rumpf, darüber eine abgestrebte Tragfläche, zwei schlanke Turboprops und ein hohes, nach hinten geneigtes Seitenleitwerk: Wenn dir so ein Flugzeug begegnet, steht sehr wahrscheinlich eine Shorts 360 vor dir. Der nordirische Regionalflieger aus den Achtzigern ist heute eine echte Rarität vor europäischen Linsen – und gerade deshalb ein begehrter Eintrag in jeder Typenliste. Diese Seite zeigt dir, wie du die 360 sicher von ihrer Schwester Shorts 330 und anderen Turboprops unterscheidest, welche Varianten es gibt und warum du sie heute vor allem als Frachter antriffst.
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Was ist die Shorts 360?
Die Shorts 360 ist ein zweimotoriger Regional-Turboprop mit 36 Sitzen, gebaut von Short Brothers in Belfast. Werksintern hieß sie SD3-60, im Alltag setzte sich „Shorts 360“ oder „Short 360“ durch. Sie ist die konsequente Weiterentwicklung der Shorts 330, die wiederum auf den kantigen Kleintransporter Shorts Skyvan zurückgeht. Alle drei teilen dieselbe Grundidee: ein kastenförmiger Rumpf mit großem, nutzbarem Innenraum, eine hoch angesetzte, abgestrebte Tragfläche und robuste Technik für kurze Strecken.
Short Brothers stellte das Projekt am 10. Juli 1980 vor. Ziel war ein größeres Flugzeug für Regionalairlines, denen die rund 30 Plätze der 330 nicht mehr reichten. Statt eines völlig neuen Entwurfs streckte Shorts den bewährten Rumpf und überarbeitete das Heck grundlegend. Der Prototyp mit dem Kennzeichen G-ROOM – lesbar als Anspielung auf die geräumige Kabine – startete am 1. Juni 1981 zum Erstflug, nach Angaben der Literatur rund ein halbes Jahr früher als geplant. Die Musterzulassung folgte im September 1981. Wie britische Kennzeichen dieser Art aufgebaut sind, zeigt der Beitrag Britische G-Kennzeichen.
Erstkunde war die US-Regionalairline Suburban Airlines, die ihre erste Maschine im November 1982 übernahm. Damit war die 360 von Anfang an auch ein amerikanisches Flugzeug – eine Rolle, die sie bis heute spielt. Bis zum Produktionsende 1991 entstanden 165 Exemplare; die letzte Auslieferung erfolgte im Juni 1991.
Was der Hersteller heute ist
Short Brothers gehört zu den ältesten Flugzeugbauern der Welt: Die Firma wurde 1908 gegründet und ist seit Langem in Belfast ansässig. 1989 übernahm Bombardier das Unternehmen, also schon während der letzten Produktionsjahre der 360. 2020 wechselte das Belfaster Werk im Zuge des Verkaufs von Bombardiers Strukturbau-Sparte zu Spirit AeroSystems. Eigene Verkehrsflugzeuge baut Shorts heute nicht mehr; am Standort entstehen Baugruppen für andere Hersteller.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die Shorts-Familie ist so eigenwillig gezeichnet, dass du sie schon aus großer Entfernung als „irgendeine Shorts“ erkennst. Die eigentliche Arbeit besteht darin, die 360 von der 330 zu trennen. Dafür reichen drei Blicke.
Kastenrumpf prüfen
Der Rumpf hat einen fast rechteckigen Querschnitt mit flachen Seitenwänden. Kein anderer Regional-Turboprop dieser Größe sieht so kantig aus – das ist das Familienmerkmal von Skyvan, 330 und 360.
Streben und Stummelflügel suchen
Von einem kurzen Stummelflügel unten am Rumpf läuft auf jeder Seite eine schräge Strebe zur Tragfläche. In der Verkleidung am Stummelflügel verschwindet beim Einfahren auch das Hauptfahrwerk.
Leitwerk zählen
Ein einzelnes, hohes und gepfeiltes Seitenleitwerk bedeutet Shorts 360. Zwei Endscheiben an den Enden des Höhenleitwerks bedeuten Shorts 330 oder Skyvan – oder eine C-23 Sherpa.
Diese Kombination grenzt sehr sicher ein. Der Rest ist Feinarbeit: Das Rumpfheck der 360 ist neu geformt und zieht sich schlanker nach oben zum Leitwerk, während die 330 hinten eher kastig abschließt. Durch das hohe Seitenleitwerk wirkt die 360 im Profil deutlich „aufgerichteter“. Am Ende bestätigt wie immer das Kennzeichen den Typ – wie du es liest und nachschlägst, erklärt der Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Von vorn sehen 330 und 360 fast identisch aus. Achte deshalb auf das Heck: Schon ein kurzer Blick auf die Silhouette gegen den Himmel zeigt, ob dort ein Seitenleitwerk steht oder zwei. Steht die Maschine auf dem Vorfeld, hilft die Seitenansicht mit der Fensterzahl – die 360 hat mehr Fenster vor dem Flügel.
Shorts 360 oder Shorts 330?
Die beiden Typen teilen Tragfläche, Cockpit-Grundaufbau und den typischen Kastenquerschnitt. Unterschiede gibt es bei Länge, Heck und Motorisierung.
| Merkmal | Shorts 330 | Shorts 360 |
|---|---|---|
| ICAO-Typcode | SH33 | SH36 |
| Erstflug | 22. August 1974 | 1. Juni 1981 |
| Seitenleitwerk | zwei Endscheiben | eines, gepfeilt |
| Länge | rund 17,7 m | rund 21,6 m |
| Spannweite | rund 22,8 m | rund 22,8 m |
| Höhe | knapp 5 m | rund 7,2 m |
| Sitzplätze | bis 30 | 36, dicht bestuhlt bis 39 |
| Gebaute Exemplare | 141 | 165 |
Die Längenzahl sollte dich nicht täuschen: Der eigentliche Rumpfeinsatz ist mit rund 91 Zentimetern eher klein und bringt zwei zusätzliche Sitzreihen. Die übrige Mehrlänge ergibt sich vor allem aus dem neu gestalteten, länger auslaufenden Heck. Die Spannweite ist praktisch gleich geblieben, weshalb die 360 im Verhältnis von Flügel zu Rumpf gestreckter wirkt.
Achtung bei Militärmaschinen
Die C-23B+ Sherpa ist ein Sonderfall: Für das US-Militär wurden 28 zivile Shorts 360 umgebaut und mit dem Doppelleitwerk der Sherpa ausgestattet. Sie hat also den längeren 360-Rumpf, aber das Heck einer 330-Variante. Hier hilft nur das Kennzeichen – oder ein Blick in den Beitrag Militärtransporter erkennen.
Die Varianten im Überblick
Über die Bauzeit hat Shorts die 360 mehrfach modernisiert. Von außen unterscheiden sich die Versionen nur in Details, am deutlichsten an den Propellern.
Zählst du also sechs Blätter pro Propeller, hast du eine 360-300 oder -300F vor dir. Bei fünf Blättern ist es eine -100 oder -200 – diese beiden trennst du von außen kaum, hier entscheidet die Seriennummer im Register. Bei Propellern lohnt übrigens die richtige Belichtung: Wie du die Blätter mit Bewegungsunschärfe statt eingefroren zeigst, steht im Beitrag Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Vom Pendlerflieger zum Frachtesel
In den Achtzigern war die 360 ein typisches Zubringerflugzeug: robust, geräumig und mit reichlich Platz für Gepäck. Bei Turboprop-Konkurrenten wie Saab 340 oder Embraer EMB 120 Brasilia war die Shorts zwar langsamer und weniger elegant, punktete aber mit günstigen Betriebskosten und einer breiten Kabine. Neben zahlreichen US-Regionalairlines setzten auch europäische Gesellschaften auf den Typ, darunter Aer Lingus, Loganair und Olympic Airways – alles historische Einsätze, keine der genannten Airlines fliegt die 360 heute noch.
Mit dem Aufkommen schnellerer Turboprops und kleiner Regionaljets verlor die 360 im Passagierverkehr an Boden. Ihr kastiger Rumpf machte sie dafür ideal für eine zweite Karriere: Der rechteckige Querschnitt nimmt Container und Paletten fast ohne Raumverlust auf. Viele Maschinen wurden deshalb zu Frachtern umgebaut und fliegen seitdem Pakete, Post und Expressgut auf Zubringerstrecken. Auch in Deutschland war das zu sehen: Die Frachtgesellschaft Nightexpress setzte die 360 bis 2017 ein.
Heute ist der wichtigste Betreiber die US-Gesellschaft Air Cargo Carriers mit Sitz in Milwaukee, Wisconsin. Sie wirbt selbst damit, die weltweit größte zivile Flotte von Shorts 330 und 360 zu betreiben. Eine Erhebung von 2017 zählte damals noch 41 aktive Shorts 360, davon 17 bei Air Cargo Carriers. Wie viele es im Oktober 2026 genau sind, lässt sich ohne aktuelle Flottendatenbank nicht seriös sagen – die Zahl dürfte durch Alter und Ausmusterungen weiter gesunken sein.
Keine Shorts mehr verpassen
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Shorts 360 oder ein anderer Turboprop?
Wer die Shorts noch nie live gesehen hat, verwechselt sie am ehesten mit anderen Hochdeckern oder kleinen Regional-Turboprops. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: kleiner Zweimot-Hochdecker
Shorts 360
Kastenrumpf, Flügelstreben und ein einzelnes, gepfeiltes Seitenleitwerk sind das typische 360-Bild. Zähl jetzt die Propellerblätter: sechs bedeuten 360-300 oder -300F.
Shorts 330 oder Skyvan
Zwei Seitenleitwerke und ein Kastenrumpf sprechen für die 330 oder – wenn das Flugzeug sehr kurz ist und ein festes Fahrwerk hat – für die Skyvan. Ein langer Rumpf mit Doppelleitwerk kann auch eine C-23B+ Sherpa sein.
Anderer Hochdecker
Ohne den typischen Shorts-Kastenrumpf und das gepfeilte Leitwerk kommen andere Hochdecker wie Dornier Do 228, Twin Otter oder ATR infrage. Prüf die Flügel: Streben und festes Fahrwerk sprechen eher für die Twin Otter, eine strebenlose, schlanke Fläche für die Do 228, ein T-Leitwerk für die ATR.
Die wichtigsten Abgrenzungen im Detail:
- Shorts 330: gleiche Familie, aber Doppelleitwerk und kürzerer Rumpf.
- Shorts Skyvan: viel kleiner, festes Fahrwerk, Doppelleitwerk und eine große Heckladeklappe.
- DHC-6 Twin Otter: ebenfalls abgestrebter Hochdecker, aber deutlich kleiner, mit festem Fahrwerk und einfachem, ungepfeiltem Seitenleitwerk.
- Dornier Do 228: Hochdecker ohne Streben, schlanker Rumpf, markante Flügelform.
- ATR 42-300: Hochdecker ohne Streben, T-Leitwerk, runder Rumpf und Fahrwerk in Rumpfverkleidungen.
- Saab 340 und Beechcraft 1900D: Tiefdecker – damit ist eine Verwechslung schon beim ersten Blick auf die Flügel ausgeschlossen.
Mehr zu den Merkmalen moderner Regional-Turboprops findest du im Beitrag Turboprops unterscheiden.
Wo du die Shorts 360 heute antriffst
Ehrlich gesagt: In Deutschland, Österreich und der Schweiz brauchst du für eine Shorts 360 vor allem Glück. Die Zeiten, in denen Frachtgesellschaften sie regelmäßig über deutsche Flughäfen schickten, sind vorbei. Gelegentlich tauchen Maschinen bei Überführungen, Wartungsflügen oder Ad-hoc-Frachtaufträgen auf. Solche Bewegungen kündigen sich selten lange vorher an.
| Region | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| USA, vor allem Mittlerer Westen und Osten | mittel | Hier sitzt mit Air Cargo Carriers der größte verbliebene Betreiber |
| Weitere Regionen mit Feeder-Frachtverkehr | niedrig bis mittel | Einzelne kleine Betreiber, Bestand wechselt häufig |
| Deutschland, Österreich, Schweiz | sehr niedrig | Kein regelmäßiger Einsatz bekannt, nur Durchreisen und Sonderflüge |
| Luftfahrtmuseen | gering, prüfen | Einzelne ausgemusterte Exemplare – vor dem Besuch nachfragen |
Flotten ändern sich
Bei einem Typ, der seit 1991 nicht mehr gebaut wird, verschwinden jedes Jahr Maschinen aus dem Dienst. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern prüf vor einer Tour oder Reise in einem Tracking-Dienst, ob gerade Flugzeuge mit dem Typcode SH36 unterwegs sind.
Wie du solche Flüge live verfolgst, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Willst du eine bestimmte Maschine im Blick behalten, hilft dir der Beitrag Ein Flugzeug per Kennzeichen verfolgen; wie du dir Benachrichtigungen für einen Typ einrichtest, steht unter Alarme in der Flugverfolgung einrichten. Wie selten deine Sichtung tatsächlich ist, schätzt du mit dem Guide Seltenheit einer Sichtung einschätzen ein. Und für einen Überblick, woran du Frachter allgemein erkennst, lohnt sich Frachtflugzeuge erkennen.
Bereit für die Shorts-Jagd?
- Ich habe in einem Tracking-Dienst nach dem Typcode SH36 gefiltert.
- Ich kenne den Unterschied zwischen einem und zwei Seitenleitwerken.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe eine kurze Verschlusszeit-Reihe für die Propeller eingeplant.
Fototipps speziell für die Shorts 360
Die Shorts ist kein elegantes Flugzeug – und genau das macht sie fotogen. Ihr Charakter liegt in den Ecken und Kanten.
Seitenprofil zeigen
Kastenrumpf, Streben und das hohe Seitenleitwerk kommen im Profil am besten zur Geltung. Genau hier trennt sich die 360 auch sichtbar von der 330.
Dreiviertelansicht von vorn
Schräg von vorn zeigt sich der rechteckige Rumpfquerschnitt mit den Stummelflügeln und Streben – das Detail, das jeder Betrachter sofort als „Shorts“ erkennt.
Propeller mit Bewegung
Eine zu kurze Verschlusszeit friert die Propeller ein, und das Flugzeug wirkt wie abgestellt. Mit etwas längerer Belichtung und Mitziehen bekommst du eine sichtbare Propellerscheibe.
Kennzeichen sauber erwischen
Bei einem seltenen Typ ist das Kennzeichen Gold wert. Plane mindestens ein Bild, auf dem es klar lesbar ist – für die Bestimmung der Variante und deine Sammlung.
Wann das Licht an deinem Spot passt, rechnest du vorab mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot aus. Weil die 360 schon zu den Klassikern zählt, lohnt sich auch ein Blick in Oldtimer am Himmel erkennen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Shorts 360, wenn …
- der Rumpf kastig ist und die Flügel abgestrebt sind
- nur ein hohes, gepfeiltes Seitenleitwerk am Heck steht
- das Fahrwerk in Verkleidungen an Stummelflügeln einfährt
- im Tracking-Dienst SH36 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Maschine nur von vorn siehst – dann sind 330 und 360 kaum zu trennen
- es sich um ein Militärflugzeug handelt, denn die C-23B+ hat den 360-Rumpf mit Doppelleitwerk
- die Propeller im Bild verwischt sind und du fünf und sechs Blätter nicht unterscheiden kannst
Es ist keine Shorts 360, wenn …
- du zwei Seitenleitwerke siehst und der Rumpf kurz ist – dann ist es eine 330 oder Skyvan
- der Rumpf rund ist und die Flügel ohne Streben auskommen
- die Tragfläche unten am Rumpf sitzt
- das Fahrwerk dauerhaft ausgefahren bleibt
Fazit
Die Shorts 360 ist der Beweis, dass ein Flugzeug nicht schön sein muss, um lange zu fliegen. Aus der 330 entwickelt, mit längerem Rumpf und neuem Heck, war sie in den Achtzigern ein verbreiteter Zubringer auf beiden Seiten des Atlantiks. Heute schlägt sie sich vor allem als Frachter durch, und in Europa ist jede Sichtung ein kleines Ereignis. Für die Bestimmung genügen Kastenrumpf, Flügelstreben und ein Blick aufs Heck; die Propellerblätter verraten dir die Variante, das Kennzeichen liefert die Bestätigung.
Kurzfazit
Kastenrumpf, abgestrebter Hochdecker, ein einzelnes gepfeiltes Seitenleitwerk: Das ist die Shorts 360. Wer sie gezielt sucht, filtert nach SH36 – und braucht in Mitteleuropa Geduld oder eine Reise in die USA.
Zusammenfassung
- Die Shorts 360 wurde 1980 als SD3-60 vorgestellt, flog am 1. Juni 1981 zum ersten Mal und ging im November 1982 bei Suburban Airlines in den Liniendienst.
- Gegenüber der Shorts 330 ist der Rumpf länger, das Heck neu geformt und das Doppelleitwerk durch ein einzelnes, gepfeiltes Seitenleitwerk ersetzt.
- Bis 1991 entstanden 165 Maschinen; eine Frachtversion und spätere Umbauten machten den Typ zum Arbeitstier im Feeder-Frachtverkehr.
- In Europa ist die 360 heute ein seltener Gast – wer sie sehen will, braucht Geduld, Tracking-Dienste und manchmal eine Reise.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Shorts 330 und Shorts 360?
Die 360 ist eine gestreckte und überarbeitete 330. Ein Rumpfeinsatz von rund 91 cm schafft Platz für zwei zusätzliche Sitzreihen, das Heck ist neu gestaltet und trägt statt der zwei Endscheiben-Seitenleitwerke der 330 ein einzelnes, gepfeiltes Seitenleitwerk. Dadurch ist die 360 auch deutlich höher: rund 7,2 m gegenüber knapp 5 m bei der 330.
Welchen ICAO-Typcode hat die Shorts 360?
Die Shorts 360 läuft im ICAO-Verzeichnis der Flugzeugtypen unter SH36. Hersteller-Bezeichnungen sind SD3-60 und Short 360. Mit dem Code findest du die Maschinen gezielt in Tracking-Diensten.
Wie viele Shorts 360 wurden gebaut?
Insgesamt entstanden 165 Exemplare. Die Produktion lief von 1981 bis 1991; die letzte Maschine wurde im Juni 1991 ausgeliefert.
Gibt es die Shorts 360 als Frachter?
Ja. Die 360-300F war ab Werk als Frachter ausgelegt und nimmt fünf LD3-Container oder entsprechende Paletten auf. Den ersten 360-300F erhielt 1989 die deutsche Rheinland Air Service. Zusätzlich wurden viele Passagiermaschinen später zu Frachtern umgebaut.
Welche Triebwerke hat die Shorts 360?
Zwei Turboprops der Pratt & Whitney Canada PT6A-Familie. Die 360-100 nutzte die PT6A-65R, die 360-200 die stärkere PT6A-65AR, die 360-300 schließlich die PT6A-67R mit sechsblättrigen Propellern.
Was hat die Shorts 360 mit der C-23 Sherpa zu tun?
Die C-23 Sherpa war die Militärversion der Shorts 330. Für das US-Militär wurden zusätzlich 28 zivile Shorts 360 zur C-23B+ umgebaut; sie kombinieren den 360-Rumpf mit dem Doppelleitwerk der Sherpa. Eine C-23B+ sieht deshalb von hinten wie eine 330 aus, ist aber länger.
Kann ich die Shorts 360 in Deutschland noch sehen?
Nur mit Glück. Früher flog sie hier unter anderem bei Frachtanbietern wie Nightexpress, die den Typ bis 2017 einsetzten. Heute ist sie in Mitteleuropa eine Rarität, etwa bei Überführungen oder Ad-hoc-Frachtflügen. Ob gerade eine SH36 in der Nähe ist, prüfst du am besten live in einem Tracking-Dienst.
Shorts 360 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
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Ein Rumpf wie ein Container, ein hoher Flügel auf Streben und zwei kleine Seitenleitwerke: Die Shorts 330 aus Belfast ist einer der eigenwilligsten Turboprops der Luftfahrt – und heute ein seltener Fang.
TurbopropShorts SC.7 Skyvan
Ein Rumpf wie ein Schuhkarton, ein festes Fahrwerk und eine Heckklappe, aus der Fallschirmspringer ins Freie laufen: Der Skyvan aus Belfast ist der eigenwilligste STOL-Transporter Europas und bis heute im Einsatz.
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Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
TurbopropDornier 228
Langer, kantiger Rumpf, schlanker Hochdeckerflügel mit schräg abgeschnittenen Spitzen: Die Dornier 228 fliegt seit 1981 Inselstrecken, Küstenwache und Forschung. So erkennst du sie und ihre Varianten.
TurbopropDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
TurbopropBeechcraft 1900D
19 Sitze, zwei PT6A, ein Buckel über der Kabine und kleine Flossen überall am Heck: Die Beechcraft 1900D ist der Zubringer-Turboprop, der Kanada, die USA und viele Inselnetze geprägt hat. So erkennst du sie.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Bombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
HerstellerSpirit AeroSystems
Fast jeder 737-Rumpf der letzten Jahrzehnte kam aus Wichita: Spirit AeroSystems war der größte unabhängige Hersteller von Flugzeugstrukturen, baute für Boeing und Airbus – und wurde im Dezember 2025 zwischen beiden aufgeteilt.
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