Virgin Express

Historische Low-Cost-Airline aus Brüssel: 1996 aus der EuroBelgian Airlines entstanden, mit Boeing 737-300 und -400 vor allem in den Süden Europas unterwegs und 2006/2007 in Brussels Airlines aufgegangen.

Auch bekannt als: EuroBelgian Airlines · EBA · Virgin Express France · Virgin Express Ireland · TV

BelgienBelgienLow-Cost-AirlinesIATA: TVICAO: VEX12 Min. Lesezeit

TV

IATA-Code

VEX

ICAO-Code

1996–2007

Jahre unter dem Namen Virgin Express

737

Rückgrat der Flotte

Das Wichtigste in Kürze

  • Virgin Express ist eine historische belgische Low-Cost-Airline: 1996 aus der EuroBelgian Airlines hervorgegangen, ab 2007 Teil von Brussels Airlines.
  • Codes: IATA TV, ICAO VEX, Rufzeichen „VIRGIN EXPRESS“. Die Vorgängerin EBA flog als BQ bzw. EBA mit dem Rufzeichen „BELSTAR“.
  • Die Flotte war eine 737-Flotte: Boeing 737-300 und 737-400, dazu nur kurz geleaste Exoten wie A320, DC-10 oder TriStar.
  • Heimat war der Flughafen Brüssel, von dort ging es vor allem in den Mittelmeerraum, etwa nach Barcelona, Rom, Madrid oder Nizza.
  • Das Ende kam durch Fusion, nicht durch Pleite: SN Airholding übernahm Virgin Express, 2006 folgte die Zusammenführung mit SN Brussels Airlines.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Virgin Express im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Das Geschäftsmodell: Billigflug ab Brüssel
  5. 5.Die Flotte von Virgin Express
  6. 6.737-300 oder 737-400? So unterscheidest du sie
  7. 7.Woran du Virgin Express erkennst
  8. 8.Der Weg zu Brussels Airlines
  9. 9.Belgiens Airline-Landschaft rund um Virgin Express
  10. 10.Virgin Express im Spotter-Alltag heute
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeTV
ICAO-CodeVEX
RufzeichenVIRGIN EXPRESS
DrehkreuzeBRU
StatusHistorisch – ab 2006 mit SN Brussels Airlines zusammengeführt, seit dem 25. März 2007 fliegt die gemeinsame Airline als Brussels Airlines
VorgängerEuroBelgian Airlines (EBA), gegründet im November 1991, Flugbetrieb ab April 1992
Virgin-ÜbernahmeApril 1996, die Virgin Group übernimmt die Mehrheit und benennt die Airline in Virgin Express um
GeschäftsmodellLow-Cost-Linienflüge ab Brüssel, vor allem nach Südeuropa, Tickets überwiegend online
Sitz und DrehkreuzFlughafen Brüssel in Zaventem (BRU), Firmensitz im Gebäude 116 auf dem Flughafengelände
AblegerVirgin Express France (1996–1999) und Virgin Express Ireland (1998–2001)
EigentümerVirgin Group bis 2004, danach SN Airholding, die Holding hinter SN Brussels Airlines
FlotteFast nur Boeing 737-300 und 737-400, Anfang 2007 noch zehn Flugzeuge (je fünf pro Typ)
Fluggäste 2004rund 2,05 Millionen

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Virgin Express?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Auffällig viel Rot in der Bemalung, dazu das bekannte Virgin-Logo in Schreibschrift
  • Schriftzug „Virgin Express“ am Rumpf
  • Typ fast immer eine Boeing 737-300 oder 737-400
  • Belgische Kennzeichen mit OO-, etwa OO-VEN oder OO-VEX
  • Flugnummer mit TV, im Flugplan der Flugsicherung VEX bzw. „VIRGIN EXPRESS“
  • Fotos meist aus Brüssel oder von Zielen in Südeuropa, aufgenommen zwischen 1996 und Anfang 2007

Wer in den späten 1990er-Jahren in Brüssel spotten war, sah neben den Sabena-Jets ziemlich sicher auch rote Boeing 737 mit dem Virgin-Logo. Virgin Express war der belgische Billigflieger aus Richard Bransons Virgin Group – und eine der Airlines, aus denen später Brussels Airlines hervorging. Diese Seite zeigt dir, woher Virgin Express kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos sicher erkennst.

Dein Archiv, sauber sortiert

Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so findest du auch deine alten Virgin-Express-Bilder jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Virgin Express im Überblick

Virgin Express war eine belgische Low-Cost-Airline mit Sitz am Flughafen Brüssel, die von 1996 bis zur Fusion mit SN Brussels Airlines flog. Ihr Firmensitz lag direkt auf dem Gelände des Flughafens Brüssel in Zaventem, und von dort starteten auch fast alle Flüge. Das Konzept war für die Zeit typisch: günstige Linienflüge ohne Schnickschnack, Tickets vor allem über das Internet, Ziele vor allem im Süden Europas.

Als Marke gehörte Virgin Express zur Virgin Group, die auch hinter Virgin Atlantic stand. Mit der britischen Langstrecken-Airline hatte der Brüsseler Billigflieger aber operativ wenig zu tun – es war eine eigene Gesellschaft mit eigenem Flugbetrieb, eigener Flotte und belgischen Kennzeichen.

Gemessen an der späteren Low-Cost-Welle war Virgin Express eher klein: 2004 beförderte die Airline rund 2,05 Millionen Fluggäste und hatte gut 700 Beschäftigte. Spannend ist sie trotzdem, weil sie in Belgien eine Brücke schlägt – von der Charterzeit der frühen 1990er über die Konkurrenz mit Sabena bis zur heutigen Brussels Airlines.

TVIATA-Code in der Flugnummer
VEXICAO-Code der Airline
OO-Belgisches Kennzeichen-Präfix

Die Geschichte in Etappen

Die Vorgeschichte beginnt mit einem Scheitern. Die belgische Charterairline Trans European Airways stellte im Herbst 1991 den Betrieb ein. Aus ihren Resten gründeten Victor Hasson und Georges Gutelman im November 1991 die EuroBelgian Airlines, kurz EBA. Sie startete im April 1992 mit Boeing 737-300 und flog vor allem im Charterverkehr.

1991/1992

Gründung der EuroBelgian Airlines im November 1991, Start des Flugbetriebs im April 1992 mit Boeing 737-300.

1996

Im April übernimmt die Virgin Group die EBA, im September folgt die Umbenennung in Virgin Express. Aus der Charterairline wird ein Billigflieger mit neuen Codes.

1996–2001

Virgin Express wächst und gründet Ableger in Frankreich (1996–1999) und Irland (1998–2001). Beide verschwinden nach wenigen Jahren wieder.

2001/2002

Sabena geht im November 2001 in Konkurs. Mit SN Brussels Airlines entsteht 2002 eine neue Konkurrentin am selben Flughafen.

2004/2005

Virgin einigt sich im Oktober 2004 auf den Verkauf. Ab April 2005 stehen Virgin Express und SN Brussels Airlines unter dem Dach der SN Airholding.

2006/2007

Am 31. März 2006 wird die Fusion angekündigt, am 7. November 2006 der Name Brussels Airlines vorgestellt. Ab dem 25. März 2007 fliegt die gemeinsame Airline unter diesem Namen.

Mit der Übernahme durch Virgin änderte sich vor allem der Auftritt und die Richtung. Virgin Express setzte auf Linienflüge zu niedrigen Preisen und wollte damit Sabena auf dem belgischen Markt herausfordern. Schon nach kurzer Zeit arbeitete die Airline aber auch mit Sabena zusammen: Ab Oktober 1996 flog Virgin Express im Rahmen einer Vereinbarung die Sabena-Verbindung zwischen Brüssel und London-Heathrow, 1997 kamen weitere Strecken wie Barcelona nach demselben Muster dazu. Nach dem Ende der Sabena wiederholte sich das Spiel mit SN Brussels Airlines – erst Wettbewerber, schließlich Fusionspartner.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code TV: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code VEX: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
  • Rufzeichen VIRGIN EXPRESS: so meldete sich die Besatzung im Funk.

Für die Zeit davor brauchst du andere Codes. EuroBelgian Airlines flog mit dem IATA-Code BQ, dem ICAO-Code EBA und dem Rufzeichen „BELSTAR“. Stößt du in einem alten Logbuch auf BQ oder BELSTAR, ist also dieselbe Firma gemeint – nur vor der Virgin-Zeit. Wie Rufzeichen entstehen und warum manche so eigenwillig klingen, liest du im Beitrag zu Airline-Rufzeichen und ihrer Geschichte.

Alte Notizen richtig deuten

Notiere bei alten Belgien-Fotos immer Datum, Kennzeichen und Schriftzug. Dieselbe 737 kann zwischen 1992 und 2012 nacheinander bei EBA, Virgin Express und Brussels Airlines geflogen sein. Wie du das Alter und den Lebenslauf eines Flugzeugs nachprüfst, zeigt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.

Das Geschäftsmodell: Billigflug ab Brüssel

Virgin Express gehörte zur ersten Generation europäischer Low-Cost-Airlines, ungefähr zeitgleich mit dem Aufstieg von Ryanair und easyJet. Die Grundzutaten waren dieselben: ein einheitlicher Flugzeugtyp, einfacher Service an Bord und ein Vertrieb, der stark auf das Internet setzte. Wie dieses Modell im Detail funktioniert, erklärt der Beitrag Wie Billigflieger funktionieren.

Ein wichtiger Unterschied zu Ryanair und easyJet: Virgin Express hatte praktisch nur eine Basis, den Flughafen Brüssel. Die Airline verteilte ihre Flugzeuge nicht über viele Basen in Europa, sondern flog sternförmig von Zaventem aus. Damit stand sie direkt neben Sabena und später SN Brussels Airlines am selben Flughafen – Konkurrenz und Zusammenarbeit lagen entsprechend nah beieinander.

Die Ziele lagen vor allem im Mittelmeerraum. Typisch waren Städte wie Barcelona, Rom, Madrid, Lissabon, Málaga, Faro oder Nizza. Dazu kamen Verbindungen in den Norden, etwa nach Kopenhagen, Stockholm und Göteborg.

Billigflieger mit Ablegern

Ende der 1990er-Jahre versuchte Virgin Express, das Modell zu exportieren. Virgin Express France gab es von 1996 bis 1999, Virgin Express Ireland von 1998 bis 2001. Beide Ableger blieben kurze Episoden – auf Fotos aus diesen Jahren lohnt sich deshalb der Blick aufs Kennzeichen, das statt OO- auch F- oder EI- zeigen kann.

Die Flotte von Virgin Express

Die Flotte machte Virgin Express zu einer typischen 737-Airline der 1990er. Fast alle Flugzeuge gehörten zur zweiten Generation der Boeing 737, der sogenannten Classic-Familie. Hersteller war Boeing.

Typ Anzahl über die Jahre Im Einsatz Spotter-Hinweis
Boeing 737-300 15 1996–2007 Kürzere Classic-Version, schon bei EBA im Einsatz
Boeing 737-400 11 1996–2007 Längerer Rumpf, mehr Sitze
Boeing 737-200 2 1997 Kurzzeitig geleast, schlanke Triebwerke
Airbus A320 1 1997 Kurzzeitig geleast
Lockheed L-1011 TriStar 1 1998 Kurzzeitig geleast, drei Triebwerke
McDonnell Douglas DC-10-30 1 1998 Für Sommercharter

Anfang 2007, kurz vor dem Übergang zu Brussels Airlines, bestand die Flotte noch aus zehn Flugzeugen: fünf 737-300 und fünf 737-400. Die geleasten Exoten wie TriStar und DC-10 waren nur kurze Gastspiele – Fotos davon in Virgin-Express-Diensten sind entsprechend selten und für Sammler besonders reizvoll.

Eine technische Besonderheit nennen französischsprachige Nachschlagewerke: Um 2005 bekam die 737-300 mit dem Kennzeichen OO-VEX nachgerüstete Winglets, insgesamt waren demnach drei 737-300 so ausgestattet. Bei der 737 Classic war das selten. Wie du die verschiedenen Flügelspitzen auseinanderhältst, zeigt der Guide zu Winglets, Sharklets und Co..

Ex-Virgin-Express-Maschinen aufspüren

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737-300 oder 737-400? So unterscheidest du sie

Auf alten Fotos sehen die beiden Classic-Versionen sehr ähnlich aus: gleiche Bemalung, unten abgeflachte Triebwerkseinläufe, gleiche Cockpitfenster. Der wichtigste Unterschied ist die Länge.

Das spricht für die 737-300

  • Kompakter Rumpf, wirkt etwas gedrungen
  • Ein Notausgang über dem Flügel pro Seite
  • Auf Datenbanken als B733 geführt

Das spricht für die 737-400

  • Sichtbar längerer Rumpf vor und hinter dem Flügel
  • Zwei Notausgänge über dem Flügel pro Seite
  • Auf Datenbanken als B734 geführt

Am sichersten zählst du die Notausgänge über dem Flügel: einer bei der 737-300, zwei bei der 737-400. Die flache Unterseite der Triebwerkseinläufe trennt beide Classic-Versionen zugleich von der älteren 737-200 mit ihren schlanken, langen Triebwerken. Den Überblick über alle Generationen bietet der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.

Woran du Virgin Express erkennst

Die Bemalung folgte dem Virgin-Stil: viel Rot, dazu das Virgin-Logo in Schreibschrift und der Schriftzug „Virgin Express“ am Rumpf. Damit unterschied sich die Airline deutlich vom eher zurückhaltenden Auftritt der Sabena. Die Kennzeichen waren belgisch und begannen mit OO-, bekannte Beispiele sind OO-VEN und OO-VEX.

Gleichzeitig ist Vorsicht angebracht: Die rote Farbe und das Virgin-Logo findest du auch bei anderen Airlines der Virgin-Familie. Eine britische Langstrecken-Maschine von Virgin Atlantic ist allerdings meist ein Großraumflugzeug – eine rote 737 in Brüssel mit OO-Kennzeichen spricht dagegen klar für Virgin Express.

Zeigt dein altes Foto wirklich Virgin Express?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Rote Bemalung mit Virgin-Logo in Schreibschrift
  • Schriftzug „Virgin Express“ am Rumpf
  • Typ Boeing 737-300 oder 737-400
  • Belgisches Kennzeichen mit OO-
  • Aufnahme aus der Zeit zwischen 1996 und Anfang 2007
  • Ort Brüssel oder ein Ziel in Südeuropa

In den Monaten rund um die Fusion trugen manche Maschinen Mischformen aus alten und neuen Elementen. Solche Übergangslackierungen sind ein eigenes Sammelgebiet – wie du sie erkennst, erklärt der Beitrag zu Hybrid- und Mischlackierungen, und warum Airlines überhaupt ihren Auftritt wechseln, liest du unter Wenn Airlines ihr Design wechseln.

Der Weg zu Brussels Airlines

Das Ende von Virgin Express war keine Pleite, sondern ein geordneter Übergang. Nach dem Konkurs der Sabena im November 2001 war am Flughafen Brüssel Platz für einen Neuanfang. Die neue SN Brussels Airlines flog ab Februar 2002 vor allem mit Regionaljets, Virgin Express mit 737 – und beide teilten sich denselben Heimatflughafen.

Oktober 2004

Virgin vereinbart den Verkauf von Virgin Express. Beide Brüsseler Airlines kommen unter ein gemeinsames Dach.

12. April 2005

Die neue Struktur unter der SN Airholding steht. Virgin Express und SN Brussels Airlines gehören nun derselben Holding.

31. März 2006

Beide Airlines kündigen an, zu einer einzigen Gesellschaft zu verschmelzen.

7. November 2006

Am Flughafen Brüssel wird der Name des neuen Unternehmens vorgestellt: Brussels Airlines.

25. März 2007

Die gemeinsame Airline fliegt unter dem Namen Brussels Airlines. Der Name Virgin Express verschwindet vom Himmel.

Weil Ankündigung, Namensvorstellung und Betriebsstart über ein Jahr verteilt sind, findest du in Quellen sowohl 2006 als auch 2007 als Ende von Virgin Express. Für dein Archiv ist der 25. März 2007 der praktischere Stichtag: Fotos davor zeigen in der Regel noch die Virgin-Marke.

Die 737 aus der Virgin-Express-Flotte flogen danach für Brussels Airlines weiter. Erst Ende 2012 stellte Brussels Airlines die letzten 737-300 und -400 außer Dienst und setzte danach auf Airbus. Heute gehört Brussels Airlines vollständig zur Lufthansa Group – ein Stück Virgin-Express-Geschichte steckt also mittelbar auch im Lufthansa-Konzern.

Belgiens Airline-Landschaft rund um Virgin Express

Virgin Express war nicht die einzige belgische Airline jener Jahre, die heute Geschichte ist. Neben der großen Sabena gab es deren Charter-Tochter Sobelair, die bis 2004 flog, und die Regionalairline VLM Airlines mit Basis in Antwerpen. Im Ferienverkehr ist heute TUI fly Belgium eine feste Größe.

Wer sich durch alte Brüssel-Fotos aus den späten 1990ern klickt, findet deshalb eine bunte Mischung: Sabena-Langstrecke, Sobelair-Charter, Regionaljets und dazwischen die roten Virgin-737. Gerade diese Vielfalt macht das Archiv aus dieser Zeit so interessant.

Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte

Eine 737 in Virgin-Express-Farben wirst du im Linienbetrieb nicht mehr sehen. Was bleibt, sind Fotos aus den Jahren bis 2007 und frühere Maschinen, die bei anderen Betreibern weiterflogen oder längst ausgemustert sind. Fotografiere wie immer nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.

Virgin Express im Spotter-Alltag heute

Für dein Logbuch ist Virgin Express ein Archiv-Thema. Hast du zwischen 1996 und 2007 in Brüssel oder an einem Mittelmeer-Flughafen fotografiert, lohnt sich ein Blick in alte Ordner oder Dias. Typ, Kennzeichen, Ort und Datum machen aus einem Erinnerungsfoto einen sauberen Eintrag – und über das Kennzeichen findest du heraus, wo die Maschine vorher und nachher unterwegs war.

Den Ort der Geschichte kannst du trotzdem besuchen. Am Flughafen Brüssel findest du mit der Spotterzone Steenokkerzeel einen offiziellen Spotterplatz, an dem heute der Verkehr der Nachfolgerin Brussels Airlines vorbeizieht.

Gute Chancen auf Virgin-Express-Spuren, wenn …

  • du dein Fotoarchiv aus Brüssel zwischen 1996 und 2007 durchsiehst
  • du gezielt nach dem Verbleib früherer 737-300 und -400 suchst

Prüf es genau, wenn …

  • ein Foto aus 2006 oder 2007 stammt – dann kann es schon eine Übergangslackierung sein
  • das Kennzeichen nicht mit OO- beginnt – dann kann ein Ableger oder eine Leasing-Maschine dahinterstecken

Keine Chance auf Virgin Express, wenn …

  • du heute im Flugplan nach TV-Flugnummern suchst – die Airline fliegt seit 2007 nicht mehr unter diesem Namen

Häufige Verwechslungen

  • Virgin Express mit Virgin Atlantic gleichsetzen – beide gehörten zur Virgin Group, waren aber getrennte Airlines mit völlig anderem Einsatzgebiet.
  • EuroBelgian und Virgin Express als zwei Firmen sehen – es war dieselbe Gesellschaft, nur vor und nach der Übernahme durch Virgin.
  • Virgin Express für pleite halten – die Airline wurde verkauft und mit SN Brussels Airlines verschmolzen.
  • 737-300 und 737-400 verwechseln – zähl die Notausgänge über dem Flügel: einer oder zwei.
  • Das Ende pauschal auf 2006 datieren – angekündigt wurde die Fusion 2006, unter dem neuen Namen flog die Airline ab März 2007.
  • Jede Virgin-Express-Maschine für belgisch halten – die Ableger in Frankreich und Irland nutzten andere Kennzeichen.

Geschichte im eigenen Hangar

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Fazit

Virgin Express war Belgiens Billigflieger der Virgin-Ära: aus einer Charterairline entstanden, mit roten Boeing 737 ab Brüssel in den Süden unterwegs und am Ende Baustein von Brussels Airlines. Für Spotter ist sie ein kleines, aber dankbares Archiv-Kapitel – mit überschaubarer Flotte, klaren Codes und Flugzeugen, deren Lebenslauf sich über das Kennzeichen gut nachverfolgen lässt.

Kurzfazit

Virgin Express (IATA TV, ICAO VEX) flog von 1996 bis 2007 ab Brüssel, fast ausschließlich mit Boeing 737-300 und -400. Rote Bemalung und Virgin-Logo verraten die Airline, das OO-Kennzeichen und das Aufnahmedatum machen die Zuordnung sicher.

Zusammenfassung

  • Virgin Express war der Brüsseler Billigflieger der Virgin Group und lebte von günstigen Direktflügen in den Süden.
  • Fast jede Maschine war eine Boeing 737-300 oder -400 mit belgischem OO-Kennzeichen, was die Typbestimmung leicht und die Unterscheidung der Varianten spannend macht.
  • Mit der Übernahme durch SN Airholding und der Fusion entstand Brussels Airlines, die die 737 noch bis 2012 im Einsatz hatte.
  • Für Spotter ist Virgin Express heute ein Archiv-Thema: alte Fotos richtig zuordnen und den Lebensweg einzelner Kennzeichen verfolgen.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Virgin Express?

Virgin Express flog mit dem IATA-Code TV und dem ICAO-Code VEX. Im Funk meldete sich die Besatzung als „VIRGIN EXPRESS“. Vor der Umbenennung nutzte die Vorgängerin EuroBelgian Airlines den IATA-Code BQ, den ICAO-Code EBA und das Rufzeichen „BELSTAR“.

Wie entstand Virgin Express?

Die Wurzeln liegen bei der EuroBelgian Airlines (EBA), die Victor Hasson und Georges Gutelman im November 1991 gründeten, nachdem die belgische Charterairline Trans European Airways den Betrieb eingestellt hatte. EBA flog ab April 1992 mit Boeing 737-300. Im April 1996 übernahm die Virgin Group von Richard Branson die Mehrheit und machte daraus Virgin Express.

Welche Flugzeuge flog Virgin Express?

Das Rückgrat bildeten die Boeing 737-300 und die Boeing 737-400. Über die Jahre waren es insgesamt rund 15 Exemplare der 737-300 und 11 der 737-400, Anfang 2007 noch je fünf. Kurzfristig kamen 1997 und 1998 geleaste Maschinen dazu, darunter ein Airbus A320, zwei Boeing 737-200, eine Lockheed L-1011 TriStar und eine McDonnell Douglas DC-10-30 für Sommercharter.

Wann hat Virgin Express aufgehört zu fliegen?

Am 31. März 2006 kündigten Virgin Express und SN Brussels Airlines die Fusion an, am 7. November 2006 wurde der neue Name Brussels Airlines vorgestellt. Unter dieser Marke flog die gemeinsame Airline ab dem 25. März 2007. Je nach Quelle wird das Ende von Virgin Express deshalb auf 2006 oder 2007 datiert.

Gehörte Virgin Express zu Virgin Atlantic?

Nein. Beide gehörten zur Virgin Group von Richard Branson, waren aber eigenständige Airlines. Virgin Atlantic ist eine britische Langstrecken-Airline, Virgin Express war ein belgischer Billigflieger mit Kurz- und Mittelstrecke ab Brüssel.

War Virgin Express insolvent?

Nein. Virgin Express ging nicht pleite, sondern wurde verkauft und verschmolzen. Im Oktober 2004 einigte sich Virgin auf den Verkauf, ab 2005 standen Virgin Express und SN Brussels Airlines unter dem Dach der SN Airholding. Daraus entstand Brussels Airlines.

Wohin flog Virgin Express?

Der Schwerpunkt lag auf Zielen im Mittelmeerraum, etwa Barcelona, Rom, Madrid, Nizza, Lissabon, Málaga oder Faro. Dazu kamen Verbindungen nach Skandinavien wie Kopenhagen oder Stockholm und über Jahre auch Flüge nach London-Heathrow im Auftrag der Sabena. Ausgangspunkt fast aller Flüge war der Flughafen Brüssel.

Kann man Virgin-Express-Flugzeuge heute noch sehen?

In Virgin-Express-Farben nicht mehr. Die 737 wechselten zu Brussels Airlines, die die letzten 737-300 und -400 Ende 2012 außer Dienst stellte. Einzelne frühere Maschinen flogen danach bei anderen Betreibern weiter – über das Kennzeichen und die Seriennummer kannst du ihren Weg nachverfolgen.

Virgin Express im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Boeing 737-300

Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-400

Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-200

Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

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Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

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Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.

Flugzeugtyp

Lockheed L-1011 TriStar

Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.

Weitere Airlines

Netzwerk

Brussels Airlines

Belgiens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Brüssel: entstanden aus dem Erbe der Sabena, seit 2009 in der Star Alliance, seit 2017 vollständig Teil der Lufthansa Group – und der Konzernspezialist für Afrika.

Netzwerk

Sabena

Historische belgische Nationalairline von 1923 bis 2001: Sabena flog von Brüssel nach Europa, Nordamerika und vor allem nach Afrika – mit Caravelle, Boeing 707, 747 und zuletzt Airbus A330 und A340, bis der Konkurs im November 2001 alles beendete.

Ferienflieger

Sobelair

Historische belgische Charterairline (1946–2004) mit Basis Brüssel: Vom Kongo-Verkehr mit DC-3 und DC-4 über Sabena-Caravelles bis zu Boeing 737 und 767 für Ferienflüge ans Mittelmeer und in die Karibik. Nach dem Ende der Mutter Sabena hielt sie sich noch gut zwei Jahre, im Januar 2004 kam das Aus.

Regional

VLM Airlines

Historische belgische Regionalairline aus Antwerpen (1992–2018). VLM flog fast ausschließlich Fokker 50, machte die Strecke Antwerpen–London City groß, gehörte zeitweise zu Air France-KLM und endete nach Insolvenz und Neustart im Spätsommer 2018.

Netzwerk

Virgin Atlantic

Die britische Langstrecken-Airline mit dem roten Leitwerk: 1984 von der Virgin Group gestartet, Drehkreuz London-Heathrow, seit 2023 in SkyTeam und mit einer reinen Flotte aus zweistrahligen Großraumjets.

Low-Cost

Ryanair

Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

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Wo du Virgin Express vor die Linse bekommst

Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

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PT

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