Das Wichtigste in Kürze
- Zurück bei Tata: Gegründet 1932 von J. R. D. Tata, 1953 verstaatlicht, seit Januar 2022 wieder im Besitz der Tata-Gruppe.
- Zwei Marken: Air India als Netzwerk-Airline (AI/AIC) und Air India Express als Low-Cost-Tochter (IX/AXB).
- Vistara ist Geschichte: Das Gemeinschaftsunternehmen mit Singapore Airlines ging im November 2024 in Air India auf; SIA hält seither 25,1 Prozent.
- Rekordbestellung 2023: 470 Flugzeuge bei Airbus und Boeing, darunter A350, 787-9 und 777-9 – die Flotte ändert sich in den nächsten Jahren stark.
- Neues Gesicht: Seit 2023 läuft die Umstellung auf Rot, Aubergine und Gold – alte und neue Lackierungen fliegen parallel.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Von Tata Airlines zur Staatsairline
- 8.Fusion, Krise und Privatisierung
- 9.Die Gruppe im Überblick
- 10.Air India: die Netzwerk-Airline
- 11.Vistara: die Premium-Tochter, die in Air India aufging
- 12.Air India Express: Orange und Türkis
- 13.Die Rekordbestellung von 2023
- 14.Lackierungen: vom Konark-Rad zum Fensterrahmen
- 15.Flug AI171: ein schwerer Einschnitt
- 16.Air India in Europa erleben
- 17.Das Umfeld: Konkurrenz und Vergleich
- 18.Fazit
- 19.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rechtsträger | Air India Limited – Muttergesellschaft der Gruppe; Air India Express ist eine Tochter von Air India |
|---|---|
| Eigentümer | Tata Sons mit 74,9 %, Singapore Airlines mit 25,1 % (seit der Vistara-Fusion im November 2024) |
| Sitz | Gurugram im Bundesstaat Haryana, südwestlich von Delhi |
| Rolle im System | Airline-Gruppe – Air India ist zugleich Netzwerk-Airline und Konzernmutter |
| Netzwerk-Airline | Air India (IATA AI, ICAO AIC, Rufzeichen AIRINDIA) |
| Low-Cost | Air India Express (IATA IX, ICAO AXB, Rufzeichen EXPRESS INDIA) |
| Drehkreuze | Delhi als Hauptdrehkreuz, dazu Mumbai und Bengaluru |
| Allianz | Star Alliance – Air India ist seit dem 11. Juli 2014 Mitglied |
| Führung | Vorsitzender N. Chandrasekaran; CEO und Managing Director seit August 2026 Tewolde GebreMariam, Nachfolger von Campbell Wilson (Stand Oktober 2026) |
| Länderkennung | VT- für alle in Indien zugelassenen Flugzeuge der Gruppe |
| Bestimmungsweg im Feld | Lackierung, Rumpftitel, Rufzeichen im ADS-B-Signal (AIC oder AXB) und Flugzeugmuster |
| Offizielle Website | www.airindia.com |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Air India Group aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Air India Group
- Air India fliegt in der seit 2023 eingeführten Lackierung mit weißem Rumpf, kräftigem Rot und einem Leitwerk in Aubergine-Tönen mit goldenem Fenstermotiv
- Ältere Maschinen tragen noch das frühere Design mit rotem Schwan und Konark-Rad am Leitwerk – ein gutes Datierungsmerkmal fürs Archiv
- Air India Express erkennst du an Orange und Türkis, dazu an Leitwerken mit Motiven aus indischer Textil- und Volkskunst
- Frühere Vistara-Jets können noch in den Farben der ehemaligen Tochter oder in Mischlackierung unterwegs sein, solange die Umlackierung läuft
- Im ADS-B-Rufzeichen steht AIC für Air India und AXB für Air India Express
- Ein ATR in rot-weißen Farben mit indischem Kennzeichen gehört meist zu Alliance Air – die ist seit 2022 keine Konzerntochter mehr
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Großraumvielfalt unter einem Dach: Boeing 777, 787 und Airbus A350
- Air India ist in Europa regelmäßig zu sehen, vor allem in London-Heathrow
- Laufender Lackierungswechsel liefert alte, neue und Mischdesigns parallel
- Neue Muster rollen zu: A350-1000, 787-9 und 777-9 stehen im Auftragsbuch
Wo es hakt
- Spotting in Indien ist heikel – an den Heimatflughäfen gibt es keine offiziellen Spotterplätze
- Viele Langstreckenflüge starten und landen zu Tagesrandzeiten oder nachts
- Air India Express ist in Europa praktisch nicht zu sehen
- Durch Umlackierungen und Tochterwechsel ist die Zuordnung einzelner Kennzeichen aufwendig
Ein Großraumjet mit rotem Bauch und Leitwerk in Aubergine und Gold im Anflug auf Heathrow, eine orange-türkise Boeing 737 auf dem Vorfeld in Dubai, ein A320neo in einer Mischlackierung aus zwei Airlines in Delhi: Alle drei gehören zur Air India Group. Hinter ihr steht die Tata-Gruppe, die die Airline 1932 gegründet, 1953 an den Staat verloren und 2022 zurückgekauft hat. Seitdem hat sich mehr verändert als in den Jahrzehnten davor: Aus vier Airlines wurden zwei Marken, die Flotte wird mit einer der größten Bestellungen der Luftfahrtgeschichte erneuert, und auch die Lackierung ist neu. Für dein Logbuch heißt das: Genau hinschauen lohnt sich.
Air India und Air India Express sauber trennen
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Airline, Flugzeugtyp, Flughafen und Spot fest – vom A350 in Heathrow bis zur 737 MAX in Dubai. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Von Tata Airlines zur Staatsairline
Die Geschichte beginnt mit einem Postflug. Am 15. Oktober 1932 steuerte J. R. D. Tata, der erste Inder mit Pilotenlizenz, eine kleine de Havilland Puss Moth von Karachi über Ahmedabad nach Bombay. Das war der Startschuss für Tata Airlines, eine Sparte des gleichnamigen Industriekonzerns. Aus dem Postdienst wurde schnell ein Passagierbetrieb, und 1946 wandelte Tata die Fluggesellschaft in eine Aktiengesellschaft um – mit neuem Namen: Air India.
Mit der Unabhängigkeit Indiens kam der Staat ins Spiel. Er beteiligte sich zunächst am internationalen Ableger, 1953 übernahm er schließlich die Mehrheit. Die Luftfahrt wurde neu geordnet: Air India International flog ins Ausland, die staatliche Indian Airlines übernahm das Inlandsnetz. J. R. D. Tata blieb noch lange Vorsitzender, doch die Airline gehörte nicht mehr seiner Gruppe.
Die folgenden Jahrzehnte machten Air India zu einem Symbol des modernen Indiens. 1960 kam die Boeing 707 – Air India war damit die erste asiatische Airline mit Jets. Zuvor hatte die Super Constellation die Langstrecke geprägt. 1971 landete der erste Jumbo, eine Boeing 747-200B mit dem Namen „Emperor Ashoka“, und ab 1986 ergänzte der Airbus A310 die Flotte. Das bekannteste Markenzeichen dieser Zeit war der Maharaja, das Maskottchen mit Turban und Schnurrbart, das über Jahrzehnte für Air India warb.
Fusion, Krise und Privatisierung
2007 legte die Regierung Air India und Indian Airlines zusammen. Auf dem Papier war das ein starker nationaler Anbieter, in der Praxis kamen zwei Belegschaften, zwei Flotten und hohe Schulden zusammen. Die Airline schrieb über Jahre Verluste und musste immer wieder vom Staat gestützt werden. Ein erster Anlauf zur Star Alliance wurde 2011 ausgesetzt, weil Air India die Anforderungen noch nicht erfüllte. Am 11. Juli 2014 klappte der Beitritt dann doch.
Parallel wuchs im Inland die Konkurrenz. Private Airlines wie IndiGo und SpiceJet eroberten mit niedrigen Preisen den Markt. Tata selbst kehrte ebenfalls in die Luftfahrt zurück: mit AirAsia India zusammen mit der malaysischen AirAsia-Gruppe und mit Vistara, einem Gemeinschaftsunternehmen mit Singapore Airlines. Vistara hob am 9. Januar 2015 zum ersten Flug von Delhi nach Mumbai ab und positionierte sich als Premium-Airline.
Nach mehreren gescheiterten Verkaufsversuchen kam die Wende im Oktober 2021: Die Regierung erteilte Tata den Zuschlag für Air India. Das Paket umfasste Air India, die Low-Cost-Tochter Air India Express und die Hälfte der Bodenabfertigungsgesellschaft AISATS. Der Unternehmenswert lag bei 180 Milliarden Rupien. Am 27. Januar 2022 wurde die Airline übergeben – nach rund 69 Jahren war Air India wieder bei der Familie, die sie gegründet hatte. Die Regionaltochter Alliance Air gehörte nicht zum Paket und blieb beim Staat.
Die Gruppe im Überblick
Tata hat nach der Übernahme schnell aufgeräumt. Aus vier Airlines – Air India, Air India Express, Vistara und AirAsia India – wurden zwei Marken. Wie Konzerne solche Markenfamilien grundsätzlich aufbauen, erklärt der Beitrag Mehrmarkenstrategien von Airlines.
| Airline / Marke | Rolle | IATA / ICAO | Drehkreuze bzw. Basen | Status |
|---|---|---|---|---|
| Air India | Netzwerk und Langstrecke | AI / AIC | Delhi, Mumbai, Bengaluru | aktiv |
| Air India Express | Low-Cost | IX / AXB | u. a. Delhi, Mumbai, Bengaluru, Südindien | aktiv |
| Vistara | Premium-Inlands- und Auslandsverkehr | UK / VTI | Delhi | 2024 in Air India aufgegangen |
| AIX Connect (ehem. AirAsia India) | Low-Cost | – | Bengaluru | 2024 in Air India Express aufgegangen |
Gesellschaftsrechtlich ist Air India Limited die Mutter. Air India Express ist ihre Tochter, die Beteiligung an AISATS hängt ebenfalls am Konzern. Seit der Vistara-Fusion hält Singapore Airlines 25,1 Prozent an Air India, Tata Sons den Rest. Den Vorsitz führt N. Chandrasekaran, Chef der Tata-Holding. Operativ leitete der Neuseeländer Campbell Wilson die Airline ab 2022; im August 2026 wurde Tewolde GebreMariam, langjähriger Chef von Ethiopian Airlines, zum CEO und Managing Director ernannt (Stand Oktober 2026).
Konzern, Marke, Betreiber
Der Konzern ist die Air India Group mit Air India Limited als Mutter. Die Marke steht am Rumpf, etwa „Air India Express“. Der Betreiber ist die Gesellschaft mit eigenem Luftverkehrsbetreiberzeugnis und eigenem Rufzeichen. Bei der Air India Group sind Marke und Betreiber heute deckungsgleich – das macht die Zuordnung einfacher als bei Konzernen mit vielen Regionalbetreibern.
Air India: die Netzwerk-Airline
Air India ist der Kern der Gruppe. Das wichtigste Drehkreuz liegt am Flughafen Delhi, dazu kommen Mumbai und Bengaluru. Von dort verbindet die Airline das riesige indische Inlandsnetz mit Europa, Nordamerika, Südostasien, Australien und der Golfregion. Als Mitglied der Star Alliance arbeitet sie mit Partnern wie Lufthansa, Singapore Airlines oder United zusammen; einen Vergleich der Bündnisse liefert der Beitrag Star Alliance, oneworld und SkyTeam.
Die Großraumflotte besteht aus Boeing 777-300ER, Boeing 787-8, den von Vistara übernommenen 787-9 und dem Airbus A350-900. Die ersten A350 kamen ab Ende 2023 zur Flotte und gingen im Januar 2024 in den Liniendienst. Auf der Kurz- und Mittelstrecke fliegt Air India die A320-Familie, vom älteren A319 und A321 bis zum A320neo und A321neo. Wie du neo und ceo unterscheidest, zeigt der Beitrag A320neo oder ceo?.
Einige Muster sind bereits Geschichte. Die Boeing 747-400, lange auch für Regierungsflüge im Einsatz, verließ die Flotte endgültig 2024, als die letzten Maschinen verkauft wurden. Die 777-200LR, mit der Air India einst Ultralangstrecken flog, hat ihre große Zeit ebenfalls hinter sich: Einen Teil der Maschinen verkaufte die Airline schon 2013 und 2014.
Parallel läuft ein großes Kabinen-Nachrüstprogramm für die älteren Flugzeuge. Die Narrowbodys aus der A320neo-Familie sind bereits umgebaut, bei den 787-8 und 777-300ER ist die Nachrüstung im Gang. Für dich bedeutet das: Einzelne Flugzeuge verschwinden immer wieder für Wochen in der Werft und tauchen danach oft frisch lackiert auf.
Vistara: die Premium-Tochter, die in Air India aufging
Vistara war in ihren knapp zehn Jahren ein Liebling vieler Spotter. Das Gemeinschaftsunternehmen gehörte zu 51 Prozent Tata Sons und zu 49 Prozent Singapore Airlines, flog unter dem IATA-Code UK und setzte auf eine edle Lackierung in Aubergine und Gold. Die Flotte bestand aus Jets der A320neo-Familie, darunter auch A321LR, und aus sieben Boeing 787-9.
Mit der Tata-Übernahme von Air India war klar, dass zwei Vollservice-Airlines unter einem Dach nicht dauerhaft nebeneinander existieren würden. Ende 2022 vereinbarten Tata und Singapore Airlines die Fusion, 2023 und 2024 gaben Wettbewerbsbehörde und Gericht grünes Licht. Am 12. November 2024 wurde die Fusion vollzogen. Rund 70 Flugzeuge wechselten zu Air India, Singapore Airlines erhielt im Gegenzug 25,1 Prozent am fusionierten Unternehmen.
Für Spotter ist die Fusion ein Geschenk mit Ablaufdatum. Solange die Umlackierung läuft, fliegen frühere Vistara-Jets in ihrem alten Design, in Mischformen oder schon in Air-India-Farben. Wie du solche Übergangslackierungen erkennst und richtig einträgst, erklärt der Beitrag Hybrid- und Mischlackierungen erkennen. Wichtig fürs Logbuch: Betreiber ist inzwischen Air India, auch wenn am Rumpf noch „Vistara“ steht.
Air India Express: Orange und Türkis
Air India Express startete am 29. April 2005 als Low-Cost-Tochter von Air India. Ihr ursprünglicher Schwerpunkt waren Verbindungen aus Süd- und Westindien in die Golfstaaten, wo viele indische Arbeitskräfte leben. Lange flog sie fast ausschließlich die Boeing 737-800.
Nach der Tata-Übernahme wurde Air India Express zum Sammelbecken des Low-Cost-Geschäfts. Am 1. Oktober 2024 ging AIX Connect, die frühere AirAsia India, in ihr auf. Damit kamen Airbus-Jets der A320-Familie in die bis dahin reine Boeing-Flotte. Gleichzeitig wächst die Flotte der Boeing 737 MAX 8 kräftig, denn ein großer Teil der in der Rekordorder enthaltenen 737 MAX ist für Air India Express vorgesehen. Die Grundlagen des Geschäftsmodells beschreibt der Beitrag Wie Billigflieger funktionieren.
Seit Oktober 2023 trägt Air India Express ein eigenes Design in Orange und Türkis. Die Leitwerke zeigen Muster, die von indischer Textil- und Volkskunst inspiriert sind – nicht jedes Flugzeug sieht gleich aus, was die Airline zu einer kleinen Sammelaufgabe macht. Im Inland konkurriert Air India Express vor allem mit IndiGo und Akasa Air.
Zur Geschichte der Airline gehören auch zwei schwere Unfälle: 2010 kam eine 737-800 in Mangalore über das Bahnende hinaus, 2020 verunglückte eine weitere 737-800 bei der Landung auf dem Tafelberg-Flughafen von Kozhikode.
Die Rekordbestellung von 2023
Im Februar 2023 machte Air India weltweit Schlagzeilen: Die Airline bestellte 470 Flugzeuge auf einen Schlag, verteilt auf beide großen Hersteller.
| Hersteller | Muster | Anzahl |
|---|---|---|
| Airbus | A320neo-Familie | 210 |
| Airbus | A350 | 40 |
| Boeing | 737 MAX | 190 |
| Boeing | 787-9 | 20 |
| Boeing | 777-9 | 10 |
Im Dezember 2024 folgten 100 weitere Airbus-Jets, und auch danach hat die Gruppe nachgelegt und einzelne Positionen umgewandelt – etwa A321neo in den A321XLR. Zum Auftragsbestand gehört auch der A350-1000, dessen erste Exemplare ab 2026 erwartet werden. Die Boeing 777-9 ist bestellt, ihr Auslieferungstermin hängt aber an der Zulassung des Musters. Alle Angaben geben den Stand Oktober 2026 wieder; Auslieferungen verschieben sich in der Branche derzeit häufig.
Hinter der Bestellung steht der Umbauplan Vihaan, den Air India im September 2022 vorgestellt hat. Er umfasst neben der Flotte auch Kabinen, Netz, Service und Technik. Für dich als Spotter heißt das vor allem: Bei Airbus und Boeing rollen für Air India laufend neue Flugzeuge aus der Halle, oft schon in der neuen Lackierung. Den A350 und die 787 auseinanderzuhalten lernst du im Beitrag A350 oder Boeing 787?.
Neue Air-India-Jets nicht verpassen
Setz den A350-1000 oder die 777-9 von Air India auf die Wunschliste in deinem Hangar und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein bestimmtes Kennzeichen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Lackierungen: vom Konark-Rad zum Fensterrahmen
Im August 2023 stellte Air India ihre neue Markenidentität vor. Kernstück ist ein goldener Rahmen namens „Vista“, der an die Spitzbogenfenster indischer Paläste erinnert. Die Lackierung setzt auf einen weißen Rumpf mit großen Air-India-Titeln, einen roten Unterbau und ein Leitwerk in Aubergine und Rot mit goldenem Fenstermotiv. Einer der ersten Jets im neuen Design war der A350.
Das alte Design zeigt den roten fliegenden Schwan, der als Teil des Konark-Rads gestaltet ist – ein Motiv nach dem Sonnentempel von Konark. Viele Flugzeuge, vor allem ältere Großraumjets, fliegen damit noch, werden aber nach und nach umlackiert. Wenn du die Übergangsphase dokumentieren willst, ist jetzt die richtige Zeit. Gezielte Tipps zur Jagd auf Sonderdesigns gibt der Beitrag Special Liveries finden.
Marke grob einordnen
Rot mit Aubergine und Gold oder rotes Konark-Rad heißt Air India, Orange und Türkis Air India Express. Aubergine ohne Air-India-Titel deutet auf eine frühere Vistara-Maschine.
Rumpftitel lesen
„Air India Express“ steht deutlich am Rumpf. Bei Mischlackierungen hilft der Titel oft mehr als das Leitwerk.
Rufzeichen prüfen
AIC steht für Air India, AXB für Air India Express. Wie Rufzeichen und Flugnummer zusammenhängen, erklärt der Beitrag Callsign und Flugnummer.
Kennzeichen notieren
Das VT-Kennzeichen bleibt beim Flugzeug, auch wenn es von Vistara zu Air India oder von Air India zu Air India Express wechselt. Grundlagen liefert der Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen.
Sicher ein Konzernflugzeug, wenn …
- Lackierung, Rufzeichen und VT-Kennzeichen zur selben Marke passen
- eine 777-300ER oder ein A350 mit Air-India-Titeln in Heathrow landet
- eine 737 MAX in Orange und Türkis mit Rufzeichen AXB rollt
Genauer hinsehen, wenn …
- ein Jet in Vistara-Farben auftaucht – Betreiber ist heute Air India
- ein Airbus der A320-Familie in Express-Farben fliegt – er kann von AIX Connect oder Air India stammen
- ein Air-India-Flug mit fremdem Flugzeug im Wet-Lease kommt
Kein Konzernbetrieb, wenn …
- ein ATR von Alliance Air rollt – die Airline ist seit 2022 nicht mehr im Konzern
- nur ein Codeshare eines Star-Alliance-Partners vorliegt
- es um IndiGo, SpiceJet oder Akasa Air geht – sie sind Konkurrenten
Flug AI171: ein schwerer Einschnitt
Am 12. Juni 2025 stürzte Air-India-Flug AI171 kurz nach dem Abheben in Ahmedabad ab. Die Boeing 787-8 war auf dem Weg nach London-Gatwick. Von den 242 Menschen an Bord überlebte nur einer, auch am Boden starben zahlreiche Menschen. Es war der erste Totalverlust einer Boeing 787. Die Untersuchung führt die indische Flugunfalluntersuchungsbehörde AAIB, die bereits einen vorläufigen Bericht veröffentlicht hat. Zur Ursache verweisen wir auf deren Veröffentlichungen statt auf Spekulationen. Für Spotter ist das Thema vor allem ein Grund für Respekt: Bilder vom Unglücksort oder von betroffenen Kennzeichen gehören nicht in die Sammlung.
Air India in Europa erleben
In Indien selbst ist Spotting schwierig. Flughäfen gelten als sensible Einrichtungen, offizielle Spotterplätze gibt es an den Drehkreuzen nicht, und Sicherheitskräfte reagieren schnell. Was du vor Ort beachten musst, steht im Beitrag Planespotting in Indien. Der einfachere Weg führt deshalb über Europa.
Der wichtigste Ort ist London-Heathrow, wo Air India mehrmals täglich mit Großraumjets landet. Gute Standorte sind Hatton Cross und die Myrtle Avenue, mehr dazu im Guide Planespotting in Heathrow. Auch Birmingham wird von Air India angeflogen, und in Deutschland ist Frankfurt das klassische Ziel. Welche Strecken mit welchem Muster bedient werden, ändert sich mit dem Flugplan – prüf den Stand vor dem Besuch.
Nur von öffentlich zugänglichen Standorten
Zäune, Sperrzonen und Hausrecht der Flughäfen sind tabu – in Indien noch mehr als in Europa. Was hierzulande erlaubt ist, steht im Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.
Das Umfeld: Konkurrenz und Vergleich
Im indischen Markt ist IndiGo der größte Rivale, mit einer riesigen Flotte der A320neo-Familie. Dazu kommen SpiceJet und Akasa Air. International konkurriert Air India vor allem mit den Golf-Airlines, die viele Inder über ihre Drehkreuze nach Europa und Nordamerika bringen. Die Partnerschaft mit Singapore Airlines verbindet Air India zudem eng mit Südostasien.
Im Vergleich zu europäischen Konzernen wie der Lufthansa Group ist die Air India Group schlank aufgebaut: eine Netzwerk-Airline, eine Low-Cost-Marke, keine eigenen Regionalbetreiber. Ähnlich übersichtlich ist die Qantas Group, bei der die Mutter-Airline ebenfalls zugleich Konzernspitze ist.
Deine Air-India-Sammlung im Hangar
Hak Air India und Air India Express Typ für Typ ab, finde auf der Spot-Karte die besten Plätze in Heathrow und teil deine Fotos mit der Community. Planetrack startet bald – sichere dir deinen Platz auf der Warteliste.
Fazit
Die Air India Group ist ein Konzern im Umbruch: zurück bei Tata, verdichtet auf zwei Marken und mitten in einer Flottenerneuerung, die ihresgleichen sucht. Air India steht für Langstrecke mit 777, 787 und A350, Air India Express für den Low-Cost-Verkehr mit 737 und A320-Familie. Wer Lackierung, Rumpftitel, Rufzeichen und Kennzeichen zusammen liest, ordnet jede Sichtung korrekt zu – und wer alte Konark-Rad-Lackierungen oder frühere Vistara-Jets noch festhalten will, nutzt die nächsten Jahre.
Kurzfazit
Die Air India Group bündelt Air India und Air India Express unter der Tata-Gruppe, mit Singapore Airlines als Minderheitsaktionär. Für die Sichtung zählen Rufzeichen und VT-Kennzeichen – die Lackierung allein führt in der Übergangszeit leicht in die Irre.
Zusammenfassung
- Die Air India Group ist der Luftfahrtkonzern der Tata-Gruppe: Air India für Netz und Langstrecke, Air India Express für den Low-Cost-Verkehr.
- Nach der Übernahme 2022 hat Tata vier Airlines auf zwei Marken verdichtet: Vistara ging in Air India auf, AIX Connect in Air India Express.
- Mit 470 bestellten Flugzeugen von 2023 und weiteren Aufträgen erneuert der Konzern seine Flotte grundlegend.
- Für Spotter in Europa zählt vor allem die Langstrecke: 777, 787 und A350 im neuen oder alten Design, etwa in Heathrow, Birmingham oder Frankfurt.
Häufige Fragen
Welche Airlines gehören zur Air India Group?
Im Kern zwei: Air India als Netzwerk-Airline und Air India Express als Low-Cost-Tochter. Die früheren Marken Vistara und AIX Connect sind 2024 in diesen beiden aufgegangen. Dazu kommt die Beteiligung an der Bodenabfertigungsgesellschaft AISATS.
Wem gehört Air India?
Seit dem 27. Januar 2022 wieder der Tata-Gruppe. Nach der Fusion mit Vistara im November 2024 hält Tata Sons 74,9 Prozent an Air India, Singapore Airlines 25,1 Prozent.
Was ist aus Vistara geworden?
Vistara war ein Gemeinschaftsunternehmen von Tata (51 Prozent) und Singapore Airlines (49 Prozent), das ab Januar 2015 flog. Am 12. November 2024 wurde die Fusion mit Air India vollzogen. Die rund 70 Flugzeuge, darunter A320neo, A321neo und sieben Boeing 787-9, fliegen seither für Air India und werden nach und nach umlackiert.
Wie viele Flugzeuge hat Air India 2023 bestellt?
470: 250 bei Airbus, nämlich 210 aus der A320neo-Familie und 40 A350, sowie 220 bei Boeing, nämlich 190 737 MAX, 20 787-9 und 10 777-9. Die 737 MAX sind vor allem für Air India Express vorgesehen. Im Dezember 2024 kamen 100 weitere Airbus-Jets hinzu. Einzelne Positionen wurden seither umgewandelt, etwa A321neo in A321XLR.
Welche Codes nutzt die Air India Group?
Air India fliegt als AI (IATA) beziehungsweise AIC (ICAO) mit dem Rufzeichen AIRINDIA. Air India Express nutzt IX und AXB mit dem Rufzeichen EXPRESS INDIA. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Beitrag IATA- und ICAO-Codes.
Gehört Alliance Air noch zu Air India?
Nein. Die Regionalairline mit ATR-Turboprops war lange eine Air-India-Tochter, wurde vor der Privatisierung aber herausgelöst und blieb beim Staat. Seit April 2022 ist sie keine Konzerntochter mehr – ein ATR mit indischem Kennzeichen ist also kein Flugzeug der Air India Group.
Wo sehe ich Air India in Europa?
Am verlässlichsten in London-Heathrow. Auch Birmingham wird angeflogen, und in Deutschland ist Frankfurt das klassische Ziel. Strecken und Muster wechseln mit dem Flugplan – prüf den aktuellen Stand vor dem Besuch.
Darf ich in Indien Flugzeuge fotografieren?
Flughäfen gelten in Indien als sensible Einrichtungen, offizielle Spotterplätze gibt es an den großen Drehkreuzen nicht. Fotografieren am Zaun kann zu Kontrollen führen. Was du beachten musst, steht im Beitrag Planespotting in Indien.
Sichtungen rund um Air India Group sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Air India
Indiens Flag Carrier gehört seit 2022 wieder zur Tata-Gruppe, hat 2024 Vistara übernommen und baut die Flotte mit A350, 787 und A320neo-Familie radikal um – mit neuer Bemalung und vielen Übergangs-Liveries.
IX / AXBAir India Express
Die Low-Cost-Airline der Air-India-Gruppe: gemischte Flotte aus Boeing 737 und Airbus A320, Wachstum mit der 737-8, starke Golf-Verbindungen und eine auffällige orange-türkise Bemalung seit 2023.
SQ / SIASingapore Airlines
Die Netzwerk-Airline aus Singapur: reines Drehkreuz Changi, größter A350-Betreiber, Erstkunde von A380 und 787-10 – und in Frankfurt und München ein Pflichtmotiv für Langstrecken-Fans.
6E / IGOIndiGo
Indiens größte Airline: eine der größten Airbus-A320neo-Flotten der Welt, dazu ATR-Turboprops, eine Rekordbestellung über 500 Flugzeuge und A350 für die Langstrecke ab 2027.
QP / AKJAkasa Air
Indiens jüngste große Low-Cost-Airline: Start im August 2022, ausschließlich Boeing 737 MAX, orange Heckpartie mit violettem Schriftzug und eine Bestellung über 226 Flugzeuge.
SG / SEJSpiceJet
Indiens rot-weiße Low-Cost-Airline: Boeing 737 auf den Hauptstrecken, Dash 8 Q400 für Regionalflüge, eine eigene Frachtsparte – und eine Flotte, in der viele Flugzeuge abgestellt sind.
Typische Flugzeuge
Airbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A350-1000
Schwarze Cockpit-Maske, gebogene Flügelspitzen und ein Rumpf von fast 74 Metern auf sechsrädrigen Fahrwerken: Die A350-1000 ist die große A350. So erkennst du sie und trennst sie sicher von A350-900 und Boeing 777.
FlugzeugtypBoeing 787-8 Dreamliner
Glatte Nase mit nur vier Cockpitfenstern, gezackte Triebwerkshinterkanten und Flügel, die sich im Flug weit nach oben biegen: Die 787-8 ist der kürzeste Dreamliner. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 787-9 Dreamliner
Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.
FlugzeugtypBoeing 777-300ER
Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.
FlugzeugtypBoeing 777-9 (777X)
Klappbare Flügelspitzen, das größte Triebwerk der Welt und der längste Passagierjet überhaupt: Die 777-9 ist Boeings neuer Langstrecken-Riese. So erkennst du sie – und so stehen Zulassung und Erstauslieferung.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypBoeing 747-400
Der meistgebaute Jumbo: Woran du die Boeing 747-400 und ihre Frachter erkennst, wie du sie von 747-8 und älteren 747 abgrenzt und wo du sie Stand Oktober 2026 noch erwischst.
Spotting-Spots rund um Air India Group
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Hatton Cross am Flughafen London Heathrow
Hatton Cross ist für die meisten Spotter nur die U-Bahn-Station auf dem Weg zur Myrtle Avenue. Dabei liegen rund um den Knoten an der Südostecke von Heathrow eigene Standpunkte unter dem Anflug auf die 27L – mit anderem Licht, anderen Winkeln und kürzeren Wegen.
AnflugschneiseMyrtle Avenue am Flughafen London Heathrow
Am Ende einer ruhigen Wohnstraße in Hatton liegt eine Wiese direkt unter dem Endanflug auf die Piste 27L. Hier ziehen A380, 777 und A350 so tief über dich hinweg wie kaum irgendwo sonst in Europa – vorausgesetzt, du kennst den Runway-Wechsel von Heathrow.
Weitere Einträge
Flughafen Delhi Indira Gandhi International
Indiens verkehrsreichster Flughafen: Indira Gandhi International in Delhi hat vier Start- und Landebahnen, Indiens ersten erhöhten Rollweg und ist Heimat von Air India und einer der größten Basen von IndiGo. Für Spotter ein Fest aus A320neo, 787 und A350 – mit Regeln, die du vorher kennen musst.
AllianzStar Alliance
Die 1997 gegründete Luftfahrtallianz rund um Lufthansa, United und Air Canada – mit Sitz in Frankfurt am Main und eigener Allianz-Sonderlackierung.
FlughafenFlughafen London Heathrow
Europas verkehrsreichster Flughafen kommt mit nur zwei Bahnen aus – und genau das macht ihn für Spotter so spannend: Großraumflugzeuge im Minutentakt, ein fester Runway-Wechsel um 15 Uhr und mit der Myrtle Avenue einer der bekanntesten Anflugspots der Welt.
FlughafenFlughafen Birmingham
Der größte Flughafen der englischen Midlands: eine einzige 3.052 Meter lange Bahn, ein Terminal, vier Low-Cost- und Ferienbasen und täglich der Emirates-A380 – dazu ein denkmalgeschütztes Art-déco-Terminal von 1939 und mehrere Spotterplätze rund um den Zaun.
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