Flughafen Delhi Indira Gandhi International

Indiens verkehrsreichster Flughafen: Indira Gandhi International in Delhi hat vier Start- und Landebahnen, Indiens ersten erhöhten Rollweg und ist Heimat von Air India und einer der größten Basen von IndiGo. Für Spotter ein Fest aus A320neo, 787 und A350 – mit Regeln, die du vorher kennen musst.

Auch bekannt als: Indira Gandhi International Airport · IGI Airport · Delhi Airport · Palam Airport (bis 1986) · Delhi International Airport Limited – DIAL (Betreiber)

FlughäfenDEL / VIDPseit 196212 Min. Lesezeit

DEL

IATA-Code

VIDP

ICAO-Code

4

Start- und Landebahnen

77,8 Mio.

Passagiere im Jahr 2024

Das Wichtigste in Kürze

  • IATA DEL, ICAO VIDP: der verkehrsreichste Flughafen Indiens, 2024 mit rund 77,8 Millionen Passagieren.
  • Vier Bahnen: 11R/29L ist mit 4.430 Metern die längste, die vierte Bahn 11L/29R kam 2023 hinzu – zusammen mit Indiens erstem erhöhten Rollweg.
  • Drehkreuz von Air India und eine der wichtigsten Basen von IndiGo – A320neo-Familie in hoher Dichte, dazu 777, 787 und A350.
  • Betrieben von DIAL: GMR Group 74 %, Airports Authority of India 26 % – seit 2006 privat geführt.
  • Spotten mit Vorsicht: Es gibt keinen offiziellen Spotterplatz, und Flughäfen gelten in Indien als sensible Orte.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Von RAF Palam zum Drehkreuz Indiens
  8. 8.Vier Bahnen und ein Rollweg auf Stelzen
  9. 9.Drei Terminals, zwei Seiten
  10. 10.Air India: das Heimatdrehkreuz der Tata-Airline
  11. 11.IndiGo: die Flotte, die nie aufhört
  12. 12.Wer sonst in Delhi fliegt
  13. 13.Spotten in Delhi: anders als in Europa
  14. 14.Nebel, Smog und Hitze
  15. 15.Hub-Wellen und Tagesrhythmus
  16. 16.Fracht, Ausbau und die Konkurrenz aus Jewar
  17. 17.Delhi im Vergleich
  18. 18.Fazit
  19. 19.Häufige Fragen

Steckbrief

IATA-CodeDEL
ICAO-CodeVIDP
BetreiberDelhi International Airport Limited (DIAL) – Mehrheitseigner ist die GMR Group (74 %), die staatliche Airports Authority of India hält 26 %
Eigentümer des GeländesAirports Authority of India (AAI); DIAL betreibt den Flughafen seit Mai 2006 im Rahmen einer Konzession
LageIm Stadtteil Palam, rund 15 km südwestlich des Bahnhofs New Delhi, auf etwa 237 m Höhe
Start- und LandebahnenVier Bahnen in grob Ost-West-Richtung: 11R/29L (4.430 m), 11L/29R (4.400 m), 10/28 (3.813 m) und 09/27 (2.816 m)
PassagierterminalsTerminal 1 im Nordosten (Inland), Terminal 2 und Terminal 3 im Südwesten; T3 ist das große Terminal für internationale Flüge und Air India
Wichtigste NutzerAir India (Drehkreuz) und IndiGo (große Basis), dazu Air India Express, SpiceJet und Akasa Air
Verkehr2024 rund 77,8 Mio. Passagiere; im indischen Geschäftsjahr 2025/26 rund 78,7 Mio. Passagiere und gut 470.000 Flugbewegungen
LuftfrachtIm Geschäftsjahr 2025/26 gut 1,1 Mio. Tonnen
AllwetterbetriebILS nach CAT III-B auf drei der vier Bahnen – wichtig für die dichten Nebellagen im nordindischen Winter
Für Spotter relevantKeine offizielle Besucherterrasse; Flughäfen gelten in Indien als sensible Einrichtungen – Fotos am Zaun können Ärger mit Sicherheitskräften bringen
Offizielle Websitewww.newdelhiairport.in

Tätigkeitsfelder

Passagierverkehr – größtes Drehkreuz Indiens mit Inlands-, Regional- und Langstreckenverkehr in drei Terminals
Luftfracht – eigene Frachtterminals, dazu Fracht im Bauch der Großraumflugzeuge und reine Frachtairlines
Infrastruktur – Betrieb von vier Bahnen, Vorfeldern, Rollwegen und Terminals durch DIAL
Immobilien und Gewerbe – Hotel- und Bürobezirk Aerocity direkt am Flughafen

Struktur & Marken

Delhi International Airport Limited (DIAL) – Betreibergesellschaft, mehrheitlich im Besitz der GMR Group

Geschichte im Zeitraffer

1943Die britischen Streitkräfte legen im Zweiten Weltkrieg den Militärflugplatz RAF Palam an.
1962Der zivile Linienverkehr zieht vom kleinen Flughafen Safdarjung in der Stadt nach Palam um.
1986Am 1. Mai eröffnet das neue internationale Terminal 2. Gleichzeitig erhält der Flughafen den Namen der früheren Premierministerin Indira Gandhi.
2006Am 2. Mai übernimmt DIAL, ein Konsortium unter Führung der GMR Group, den Betrieb. Die Airports Authority of India bleibt mit 26 % beteiligt.
2008Die heute längste Bahn 11R/29L mit 4.430 m geht in Betrieb.
2009Im Februar öffnet das Inlandsterminal 1D. Seit diesem Jahr ist Delhi nach Passagieren der verkehrsreichste Flughafen Indiens.
2010Am 3. Juli nimmt das große Terminal 3 den Betrieb auf – rechtzeitig vor den Commonwealth Games in Delhi.
2023Am 14. Juli werden die vierte Bahn 11L/29R und der doppelte, erhöhte Eastern Cross Taxiway eingeweiht.
2024GMR übernimmt den 10-Prozent-Anteil von Fraport an DIAL und hält damit 74 %. Parallel läuft der Umbau von Terminal 1 zu einem integrierten Inlandsterminal.
2026Am 28. März wird in Jewar der Noida International Airport eingeweiht, im Juni beginnt dort der Linienverkehr – der zweite große Flughafen der Hauptstadtregion.

Flughafen Delhi Indira Gandhi International aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Flughafen Delhi Indira Gandhi International

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Einen Air-India-Großraumjet am Heimatdrehkreuz gesehen – Boeing 777, Boeing 787 oder Airbus A350
  • Eine IndiGo-Maschine der A320neo-Familie notiert – und gleich danach die nächste
  • Eine ATR 72-600 im Regionalverkehr erwischt
  • Ein Flugzeug auf dem erhöhten Rollweg im Osten des Flughafens gesehen
  • Bei Winternebel eine Landung im CAT-III-Betrieb erlebt
  • Einen Golf-Carrier oder eine europäische Airline in Delhi festgehalten
  • Das Kennzeichen (VT-…) jeder indischen Sichtung notiert

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Enorme Dichte an Schmalrumpfjets – IndiGo und Air India liefern fast im Minutentakt Bewegungen
  • Air-India-Langstrecke mit 777, 787 und A350 am Heimatflughafen
  • Vier Bahnen und ein erhöhter Rollweg als ungewöhnliches Motiv
  • Große Auswahl an Golf-Carriern und internationalen Airlines
  • Metro-Anbindung an Terminal 3 und Terminal 1

Wo es hakt

  • Kein offizieller Spotterplatz und keine Besucherterrasse
  • Fotografieren an Flughäfen ist in Indien heikel – Sicherheitskräfte reagieren schnell
  • Im Winter häufig dichter Nebel und Smog, im Sommer extreme Hitze und Dunst
  • Weitläufiges Gelände mit getrennten Terminalbereichen
  • Auch militärisch genutzt – zusätzliche Sensibilität rund um das Gelände

Wenn in Indien irgendwo Luftfahrt im großen Maßstab passiert, dann in Delhi. Indira Gandhi International – kurz IGI – ist seit 2009 der verkehrsreichste Flughafen des Landes und spielt längst in der Liga der ganz großen Drehkreuze der Welt mit. Vier Bahnen, drei Terminals und ein Flugplan, in dem IndiGo und Air India im Minutentakt abheben: Für Spotter ist DEL ein Ort, an dem du in einer Stunde mehr Bewegungen siehst als an manchen europäischen Flughäfen an einem ganzen Tag. Gleichzeitig gelten hier andere Regeln als im Besucherpark von München oder Frankfurt – und die musst du kennen, bevor du die Kamera auspackst.

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Sichtungen mit Kennzeichen, Typ und Airline festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Von RAF Palam zum Drehkreuz Indiens

Die Wurzeln des Flughafens sind militärisch. 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, legten die Briten im Südwesten der Stadt den Flugplatz RAF Palam an. Ziviler Linienverkehr lief damals noch über den kleinen Flughafen Safdarjung mitten in der Stadt. Erst 1962 zog der Linienbetrieb nach Palam um, denn Safdarjung bot für den wachsenden Verkehr zu wenig Platz. An den alten Namen erinnert bis heute der ICAO-Code VIDP – das P wird allgemein mit Palam in Verbindung gebracht.

1986 kam der große Schnitt: Am 1. Mai eröffnete das neue internationale Terminal 2, und der Flughafen erhielt den Namen der 1984 ermordeten Premierministerin Indira Gandhi. Im Alltag hört man trotzdem bis heute oft einfach „IGI“ oder „Delhi Airport“.

Den nächsten Wendepunkt brachte das Jahr 2006. Die indische Regierung übergab den Betrieb an ein privates Konsortium, die Delhi International Airport Limited (DIAL). Den Ton gibt die GMR Group an, die nach dem Ausstieg von Malaysia Airports und zuletzt 2024 von Fraport heute 74 Prozent hält; die staatliche Airports Authority of India ist mit 26 Prozent beteiligt und bleibt Eigentümerin des Geländes. Unter DIAL wuchs der Flughafen in wenigen Jahren massiv: neue Bahn 2008, Terminal 3 im Jahr 2010, vierte Bahn 2023.

77,8 Mio.Passagiere im Jahr 2024
470.000+Flugbewegungen im Geschäftsjahr 2025/26
4.430 mLänge der längsten Bahn 11R/29L
4Start- und Landebahnen

Vier Bahnen und ein Rollweg auf Stelzen

Mit vier Bahnen gehört Delhi zu den am besten ausgebauten Flughäfen Asiens. Alle vier Pisten verlaufen grob in Ost-West-Richtung, aber nicht ganz parallel – das erklärt die unterschiedlichen Kennungen 09/27, 10/28 und 11/29.

Bahn Länge Inbetriebnahme Was du wissen musst
11R/29L 4.430 m × 60 m 2008 Längste Bahn, wichtig für schwere Langstreckenjets
11L/29R 4.400 m × 45 m 2023 Vierte Bahn, angebunden über den erhöhten Rollweg
10/28 3.813 m × 46 m – Zweite lange Hauptbahn im Süden des Systems
09/27 2.816 m × 45 m vor 1947 Ursprüngliche, britisch gebaute Bahn von RAF Palam

Das spektakulärste Bauwerk ist der Eastern Cross Taxiway. Gemeinsam mit der vierten Bahn wurde im Juli 2023 ein rund 2,1 Kilometer langes Paar erhöhter Rollwege eröffnet – der erste seiner Art in Indien. Er verbindet die Bahnen im Norden mit dem Terminalbereich im Süden, ohne dass die Maschinen eine aktive Bahn kreuzen müssen. Nach Angaben aus der Planungsphase verkürzt das die Rollstrecke für betroffene Flugzeuge um bis zu rund sieben Kilometer. Für dich ergibt sich daraus ein ungewöhnliches Motiv: Flugzeuge, die auf einer Brückenkonstruktion rollen.

Welche Bahn gerade für Starts und welche für Landungen genutzt wird, hängt wie überall von Wind, Verkehrsaufkommen und Vorgaben der Flugsicherung ab. Prüf das live in einer Flugverfolgung, bevor du dich festlegst. Die Grundlagen dazu stehen im Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Drei Terminals, zwei Seiten

Das Gelände ist zweigeteilt, und das gehört in jede Planung. Terminal 1 liegt im Nordosten, Terminal 2 und Terminal 3 im Südwesten – dazwischen liegen die Bahnen und mehrere Kilometer Straße.

Terminal 3 ist das Herzstück. Es ging am 3. Juli 2010 in Betrieb, kurz vor den Commonwealth Games in Delhi, und war bei der Eröffnung auf rund 34 Millionen Passagiere im Jahr ausgelegt. Hier fertigen die internationalen Airlines und Air India ab, hier stehen die Großraumflugzeuge an den Fluggastbrücken.

Terminal 2 stammt aus dem Jahr 1986 und dient heute vor allem dem Inlandsverkehr. Nach einer Renovierung wird es wieder für Flüge genutzt; welche Airlines und Flüge dort jeweils abgefertigt werden, wechselt mit dem Flugplan.

Terminal 1 ist das Inlandsterminal der Low-Cost-Airlines. Die früheren Gebäude 1C und 1D wurden in den letzten Jahren zu einem großen, integrierten Terminal umgebaut, das auf bis zu rund 40 Millionen Passagiere im Jahr ausgelegt ist.

Terminal Lage Typisches Flugzeugbild
Terminal 3 Südwesten Air-India-Langstrecke, Golf-Carrier, europäische und asiatische Airlines
Terminal 2 Südwesten, neben T3 Inlandsverkehr mit Schmalrumpfjets
Terminal 1 Nordosten A320neo-Familie und 737 der Low-Cost-Airlines, Regionalverkehr
Frachtbereich eigenes Areal Frachtairlines und Beiladefracht in Großraumflugzeugen

Terminal vorher prüfen

Die Zuordnung der Airlines zu den Terminals hat sich in Delhi in den letzten Jahren mehrfach verschoben. Schau vor dem Abflug auf deiner Bordkarte oder auf der Website des Flughafens nach, wo dein Flug abgefertigt wird – ein Wechsel zwischen T1 und T3 kostet viel Zeit. Mit Planetrack hast du Wetter, Wind und Pisten am Flughafen auf einen Blick.

Air India: das Heimatdrehkreuz der Tata-Airline

Für Langstreckenfans ist Delhi vor allem eines: das wichtigste Drehkreuz von Air India. Seit 2022 gehört die Airline wieder zur Tata-Gruppe, die sie einst gegründet hatte, und hat seitdem ihre Konzerngesellschaften neu sortiert. Die frühere Vistara ging Ende 2024 in Air India auf, die Low-Cost-Töchter wurden unter Air India Express gebündelt. Einen Überblick über die Struktur bietet die Seite zur Air India Group.

Am Vorfeld von Terminal 3 siehst du die Großraumflotte der Airline: Boeing 777-300ER, die 787-8 und 787-9 sowie den Airbus A350-900, das jüngste Großraummuster der Airline. Auf der Kurz- und Mittelstrecke fliegt die Airline Maschinen der A320-Familie. Welche Typen gerade auf welchen Strecken unterwegs sind, ändert sich mit Auslieferungen und Umflottungen – Stand Oktober 2026 lohnt ein Blick in aktuelle Flottenlisten.

Air India ist Mitglied der Star Alliance. Deshalb tauchen in Delhi regelmäßig Partner wie Lufthansa auf, die Delhi von Frankfurt und München aus bedient. Zur Unterscheidung von A350 und 787, die sich auf den ersten Blick ähneln, hilft dir der Beitrag A350 oder Boeing 787?

A350 und 787 im Blick behalten

Mit Planetrack setzt du Typen, Kennzeichen und Airlines auf die Wunschliste deines Hangars und bekommst einen Sichtungs-Alarm bei Anflug und Landung. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

IndiGo: die Flotte, die nie aufhört

Wenn Air India die Langstrecke prägt, prägt IndiGo die Masse. Indiens größte Airline hat in Delhi eine ihrer wichtigsten Basen, und ihre Maschinen der A320neo-Familie sind auf den Vorfeldern allgegenwärtig. Du siehst den A320neo und den längeren A321neo in schneller Folge, im Regionalverkehr ergänzt durch die Turboprops vom Typ ATR 72-600. Auf einigen internationalen Strecken nutzt IndiGo zudem angemietete Großraumflugzeuge – auch hier gilt: Stand Oktober 2026 kann sich das Bild schnell ändern.

Für Spotter liegt der Reiz bei IndiGo weniger im einzelnen Flugzeug als in der Menge – und in der Disziplin, die du brauchst, um die vielen gleich lackierten Jets auseinanderzuhalten. Ohne Kennzeichen geht hier gar nichts. Indische Flugzeuge tragen das Länderpräfix VT-, gefolgt von drei Buchstaben. Ob ein Jet ein neo oder noch ein ceo ist, erkennst du an Triebwerken und Details; der Beitrag A320neo oder ceo? zeigt, worauf es ankommt.

Wer sonst in Delhi fliegt

Neben den beiden Platzhirschen bedienen weitere indische Airlines den Flughafen. SpiceJet hat eine Basis in Delhi und fliegt unter anderem Boeing 737 und die Turboprop Dash 8-400. Akasa Air setzt auf die Boeing 737 MAX 8. Dazu kommt die staatliche Regionalairline Alliance Air.

International ist die Auswahl groß. Besonders präsent sind die Golf-Carrier, die Delhi mit ihren eigenen Drehkreuzen verbinden: Emirates aus dem Flughafen Dubai, Qatar Airways aus Doha und Etihad aus Abu Dhabi. Aus Europa kommen unter anderem Lufthansa, British Airways, Air France und Turkish Airlines, aus Südostasien etwa Singapore Airlines. Welche Airline welchen Typ schickt, hängt von Saison und Flugplan ab.

Spotten in Delhi: anders als in Europa

Hier liegt der wichtigste Unterschied zu europäischen Flughäfen. Einen Besucherhügel, eine Aussichtsterrasse oder einen geduldeten Spotterplatz wie in München gibt es in Delhi nicht. Flughäfen gelten in Indien als sensible Einrichtungen, und auf dem Gelände in Palam ist zusätzlich die indische Luftwaffe präsent. Wer mit einem langen Teleobjektiv am Zaun steht, muss damit rechnen, angesprochen, kontrolliert oder weggeschickt zu werden – im ungünstigen Fall mit deutlich unangenehmeren Folgen.

Das heißt nicht, dass du in Delhi keine Flugzeuge fotografieren kannst. Es heißt, dass du die Situation realistisch einschätzen und dich an die Spielregeln halten musst. Was in Indien grundsätzlich gilt und welche Erfahrungen andere Spotter gemacht haben, fasst der Beitrag Planespotting in Indien zusammen.

Im Zweifel: Kamera runter

Fotografiere keine Sicherheitseinrichtungen, Kontrollstellen, Militärflugzeuge oder Personal. Spricht dich Sicherheitspersonal an, bleib ruhig, erklär dein Hobby und folge den Anweisungen. Drohnen sind rund um den Flughafen tabu. Allgemeine Hinweise zur Rechtslage bietet auch Ist Planespotting erlaubt?

Welche Wege bleiben? Drei Ansätze haben sich bewährt, wenn du ohnehin über Delhi reist:

Aus dem Terminal

In den Abflugbereichen gibt es Fensterfronten mit Blick aufs Vorfeld. Fotografier dezent und ohne großes Equipment – und respektiere Hinweise vor Ort.

Aus dem Flugzeug

Beim Rollen siehst du in Delhi oft Dutzende Flugzeuge an den Positionen. Ein Fensterplatz auf der richtigen Seite zahlt sich aus – Tipps dazu im Beitrag zum Fensterplatz für Flugzeugfotos.

Aus der Umgebung

Im Hotel- und Bürobezirk Aerocity am Flughafen liegen zahlreiche Hotels. Je nach Lage und Zimmer siehst du von dort Anflüge – ohne an einem Zaun stehen zu müssen.

Sichtungen sauber erfassen

Notier Kennzeichen, Typ und Airline direkt. Bei Dutzenden IndiGo-Jets in einer Stunde verlierst du sonst schnell den Überblick.

Nebel, Smog und Hitze

Das Wetter ist in Delhi ein eigenes Kapitel. Im Winter, besonders von Dezember bis Januar, liegt über der nordindischen Ebene häufig dichter Nebel, oft vermischt mit Smog. Der Flughafen hat sich darauf eingestellt: Drei seiner vier Bahnen sind für Anflüge nach CAT III-B ausgerüstet, und Delhi gehört zu den wenigen Flughäfen in Indien mit dieser Ausstattung. Trotzdem kommt es bei extremen Lagen zu Verspätungen und Umleitungen.

Für Fotos heißt das: Morgens siehst du im Winter manchmal kaum bis zum Bahnende, mittags wird es oft besser. Im Frühsommer wird es dagegen sehr heiß, und Hitzeflimmern macht Aufnahmen über lange Distanzen weich. In der Monsunzeit bringen kräftige Regenfälle teils dramatische Wolkenbilder – aber auch nasses Equipment. Wie du mit schwierigem Licht und Wetter umgehst, erklärt der Beitrag Planespotting bei schlechtem Wetter.

Licht und Bahnrichtung zusammen denken

Die Bahnen liegen grob in Ost-West-Richtung, die Sonne steht mittags im Süden. Fotografierst du vom Süden aus nach Norden, hast du sie tagsüber im Rücken. Mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack siehst du vorab, wann das Licht auf deiner Seite steht.

Hub-Wellen und Tagesrhythmus

Delhi ist ein Umsteigedrehkreuz, und das merkst du am Flugplan. Air India bündelt Zubringer und Langstrecke in Wellen, IndiGo verbindet Inlandsziele im Akkord. Viele Langstreckenflüge Richtung Europa und Nordamerika starten zu Tagesrandzeiten oder nachts, sodass die ganz großen Jets nicht immer bei bestem Licht unterwegs sind. Wie solche Wellen entstehen und wie du sie für deine Planung nutzt, steht im Beitrag zu Hub-Wellen an Drehkreuzen.

Die Flugbewegungen verteilen sich dabei über den ganzen Tag. Mehr als 470.000 Starts und Landungen im Geschäftsjahr 2025/26 bedeuten rechnerisch weit über tausend Bewegungen pro Tag. Langweilig wird es auf diesem Flughafen also selten – entscheidend ist eher, ob du einen Platz findest, von dem aus du das Geschehen legal verfolgen kannst.

Fracht, Ausbau und die Konkurrenz aus Jewar

Delhi ist auch ein wichtiger Frachtflughafen. Im Geschäftsjahr 2025/26 schlug er gut 1,1 Millionen Tonnen Luftfracht um, ein großer Teil davon im Bauch der Großraumflugzeuge, dazu kommen reine Frachtairlines mit eigenen Maschinen.

Beim Ausbau hat DIAL in den letzten Jahren viel umgesetzt: die vierte Bahn, den erhöhten Rollweg und das zusammengelegte Terminal 1. Langfristige Ausbaupläne sehen weitere Terminals vor, deren Bau an die Entwicklung der Passagierzahlen geknüpft ist. Gleichzeitig bekommt der Flughafen Gesellschaft: Ende März 2026 wurde im südöstlich gelegenen Jewar der Noida International Airport eingeweiht, im Juni 2026 startete dort der Linienverkehr. Er ist der zweite große Flughafen der Hauptstadtregion. Wie sich der Verkehr zwischen beiden Standorten verteilt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Delhi passt zu dir, wenn …

  • du indische Airlines und ihre Flotten kennenlernen willst
  • du ohnehin über Delhi reist und Sichtungen aus Terminal oder Flugzeug sammelst
  • du große Mengen A320neo-Familie und Air-India-Langstrecke suchst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du im Winter reist und Nebel einkalkulieren musst
  • du gern mit großem Teleobjektiv arbeitest

Eher woanders, wenn …

  • du einen offiziellen, entspannten Spotterplatz suchst
  • du mit Kontrollen durch Sicherheitskräfte nicht umgehen willst

Delhi im Vergleich

Wer Delhi mit den großen Drehkreuzen am Golf vergleicht, merkt schnell den Unterschied: Dubai und Doha leben vom Umsteigeverkehr einer einzigen großen Airline, Delhi dagegen von einem riesigen Inlandsmarkt mit zwei dominanten Gesellschaften. Ein ähnlich lebhaftes Bild mit völlig anderen Rahmenbedingungen bietet der Flughafen Singapur Changi.

Aus deutscher Sicht sind Frankfurt und München die Brücke nach Delhi – von beiden Flughäfen fliegt Lufthansa nonstop dorthin. Wenn du Spotting mit einer Reise verbinden willst, findest du Ideen im Beitrag Planespotting im Urlaub.

Jede Sichtung in Delhi zählt

Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Sonnenstand-Planer und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

Fazit

Indira Gandhi International ist der Flughafen, an dem du Indiens Luftfahrt in ihrer ganzen Größe erlebst: vier Bahnen, ein erhöhter Rollweg, Air India mit 777, 787 und A350 am Heimatdrehkreuz und eine IndiGo-Flotte, deren Maschinen in schier endloser Folge starten und landen. Für Spotter heißt das: Bewegungen gibt es hier fast rund um die Uhr.

Was Delhi von europäischen Flughäfen unterscheidet, sind die Rahmenbedingungen. Es gibt keinen offiziellen Spotterplatz, die Sicherheitskultur ist streng, und das Wetter reicht von Winternebel bis Sommerhitze. Wer das akzeptiert, Sichtungen aus Terminal, Hotel oder Flugzeugfenster sammelt und die Kennzeichen sauber notiert, nimmt aus Delhi trotzdem eine prall gefüllte Sammlung mit.

Kurzfazit

DEL ist Indiens größtes Drehkreuz und Heimat von Air India und einer der größten IndiGo-Basen. Die Ausbeute ist riesig, die Regeln sind streng: kein offizieller Spotterplatz, also lieber aus Terminal, Hotel und Flugzeug fotografieren und Nebel im Winter einplanen.

Zusammenfassung

  • Delhi ist Indiens wichtigstes Luftfahrt-Drehkreuz – mit vier Bahnen, drei Terminals und einem Verkehrsaufkommen auf dem Niveau der größten Flughäfen der Welt.
  • Air India und IndiGo prägen das Bild: Großraumflugzeuge der Tata-Airline auf der einen Seite, eine riesige Flotte der A320neo-Familie auf der anderen.
  • Für Spotter ist die Ausbeute groß, die Rahmenbedingungen sind aber anders als in Europa: kein Besucherhügel, strenge Sicherheitskultur, Nebel im Winter.
  • Wer die Regeln respektiert und eher aus dem Terminal, dem Hotel oder dem Flugzeugfenster fotografiert, kommt trotzdem zu starken Sichtungen.

Häufige Fragen

Was sind die Codes des Flughafens Delhi?

Der IATA-Code ist DEL, der ICAO-Code VIDP. DEL steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, VIDP nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste. Das P wird allgemein mit dem alten Namen Palam in Verbindung gebracht.

Wie viele Start- und Landebahnen hat der Flughafen Delhi?

Vier: 11R/29L mit 4.430 Metern, 11L/29R mit 4.400 Metern, 10/28 mit 3.813 Metern und die ursprüngliche, britisch gebaute Bahn 09/27 mit 2.816 Metern. Die vierte Bahn 11L/29R ist seit Juli 2023 in Betrieb.

Wer betreibt den Flughafen Delhi?

Die Delhi International Airport Limited (DIAL). Sie gehört zu 74 Prozent der GMR Group und zu 26 Prozent der staatlichen Airports Authority of India, der das Gelände gehört. DIAL führt den Flughafen seit Mai 2006.

Welche Airlines haben in Delhi ihr Drehkreuz?

Allen voran Air India, die hier ihr wichtigstes Drehkreuz betreibt. IndiGo, Air India Express und SpiceJet haben große Basen in Delhi, auch Akasa Air fliegt den Flughafen an. Dazu kommen Regionalgesellschaften wie Alliance Air.

Darf ich am Flughafen Delhi Flugzeuge fotografieren?

Vorsicht ist angebracht. Flughäfen gelten in Indien als sensible Einrichtungen, und Delhi wird zusätzlich militärisch genutzt. Einen offiziellen Spotterplatz gibt es nicht. Fotografieren am Zaun kann zu Kontrollen und Ärger führen. Infos zur Lage im Land findest du im Beitrag Planespotting in Indien.

Wann ist in Delhi Nebel am häufigsten?

Im nordindischen Winter, vor allem von Dezember bis Januar, liegt oft dichter Nebel über Delhi, häufig vermischt mit Smog. Drei der vier Bahnen sind deshalb für Anflüge nach CAT III-B ausgerüstet. Für Fotos bedeutet das: Morgens siehst du manchmal kaum etwas, gegen Mittag klart es eher auf.

Wie komme ich mit der Metro zum Flughafen?

Terminal 3 erreichst du mit der Airport Express Line der Delhi Metro (Station IGI Airport), die auch Aerocity anbindet. Terminal 1 im Nordosten hat eine eigene Station an der Magenta Line. Plane die Wege zwischen den Terminals ein – sie liegen auf gegenüberliegenden Seiten des Geländes.

Ist Delhi der einzige große Flughafen der Hauptstadtregion?

Nicht mehr ganz. Ende März 2026 wurde in Jewar südöstlich von Delhi der Noida International Airport eingeweiht, seit Juni 2026 läuft dort Linienverkehr. Indira Gandhi International bleibt aber das mit Abstand größte Drehkreuz der Region.

Sichtungen rund um Flughafen Delhi Indira Gandhi International sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Passende Airlines

Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.

Typische Flugzeuge

Flugzeugtyp

Airbus A320neo

Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.

Flugzeugtyp

Airbus A321neo

Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

Boeing 787-8 Dreamliner

Glatte Nase mit nur vier Cockpitfenstern, gezackte Triebwerkshinterkanten und Flügel, die sich im Flug weit nach oben biegen: Die 787-8 ist der kürzeste Dreamliner. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Boeing 787-9 Dreamliner

Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.

Flugzeugtyp

Boeing 777-300ER

Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.

Flugzeugtyp

Airbus A350-900

Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

ATR 72-600

Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.

Flugzeugtyp

Boeing 737 MAX 8

Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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