Das Wichtigste in Kürze
- Die 737-100 ist die Urversion der Boeing 737 – einer der meistgebauten Verkehrsjet-Familien der Welt.
- Erstkunde war Lufthansa: Am 19. Februar 1965 startete Boeing das Programm mit der Bestellung aus Deutschland, im Februar 1968 begann der Liniendienst.
- Nur 30 Stück wurden gebaut, weil die gestreckte 737-200 die Airlines schnell mehr überzeugte.
- Von der 737-200 trennst du sie über die Rumpflänge: Die -100 ist rund 1,9 m kürzer und wirkt fast quadratisch.
- Ein einziges Exemplar ist erhalten: der Prototyp NASA 515 im Museum of Flight in Seattle.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Boeing 737-100?
- 2.Die Vorgeschichte: Boeings Nachzügler im Kurzstreckenmarkt
- 3.Lufthansa gibt den Startschuss
- 4.Warum nur 30 Exemplare?
- 5.Technik im Detail: Schubumkehr und Verbesserungen
- 6.So erkennst du eine 737-100
- 7.Das zweite Leben der 737-100
- 8.NASA 515: die erste 737 als Forschungsflugzeug
- 9.Wo du die 737-100 heute siehst
- 10.Spotting-Tipps: Raritäten gezielt jagen
- 11.Fototipps für die Museums-737
- 12.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 13.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing |
|---|---|
| Familie | 737 Original (737-100, 737-200), später Classic, NG und MAX |
| ICAO-Typcode | B731 |
| Programmstart | 19. Februar 1965 mit Lufthansa als Erstkunde |
| Rollout | 17. Januar 1967 |
| Erstflug | 9. April 1967 |
| Zulassung (FAA) | 15. Dezember 1967 |
| Erster Liniendienst | 10. Februar 1968 bei Lufthansa |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney JT8D (Turbofan mit niedrigem Nebenstromverhältnis) |
| Länge | rund 28,6 m (94 Fuß) |
| Höhe | rund 11,3 m (37 Fuß) |
| Sitzplätze | bis zu rund 118 |
| Max. Startgewicht | rund 50 t |
| Produktion | 30 Exemplare, ausgeliefert 1967 bis 1969 |
| Erstbesteller | Lufthansa (22), Malaysia-Singapore Airlines (5), Avianca (2), dazu der Prototyp |
| Status | Historisch – einziges erhaltenes Exemplar ist der Prototyp im Museum of Flight, Seattle |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei schlanke, lange Triebwerksgondeln der JT8D, die ohne ausgeprägten Pylon direkt unter dem Flügel sitzen
- Sehr kurzer, gedrungener Rumpf von rund 28,6 m – Länge und Spannweite wirken fast gleich groß
- Rumpfquerschnitt und Cockpitform wie bei 707 und 727: sechs Sitze pro Reihe, die typische spitze Boeing-Nase der 1960er
- Niedriges Fahrwerk, die Hauptfahrwerksräder liegen eingefahren offen im Rumpfbauch – wie bei allen 737
- Rund 1,9 m kürzer als die 737-200: vor und hinter dem Flügel sitzen weniger Fenster
- Heute nur noch als Museumsstück zu sehen, in NASA-Bemalung
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kurzer, fast quadratisch wirkender Jet mit zwei schlanken Triebwerken direkt unter dem Flügel, die Nase spitz wie bei der 727: So begann eine der erfolgreichsten Geschichten der Luftfahrt. Die Boeing 737-100 war die allererste Version der 737, und ihr Erstkunde kam aus Deutschland. Mit Lufthansa ging sie im Februar 1968 in den Liniendienst. Gebaut wurden nur 30 Stück, erhalten ist ein einziges. Hier erfährst du, wie die Ur-737 entstand, woran du sie erkennst, was sie von der 737-200 unterscheidet und wo du das letzte Exemplar besuchen kannst.
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Was ist die Boeing 737-100?
Die 737-100 ist das Erstmodell der Boeing 737, eines zweistrahligen Schmalrumpfjets für Kurz- und Mittelstrecken. Sie bot in dichter Bestuhlung Platz für bis zu rund 118 Passagiere, angetrieben von zwei Pratt-&-Whitney-Turbofans vom Typ JT8D. Das maximale Startgewicht lag bei rund 50 Tonnen. Heute zählt man sie zusammen mit der gestreckten 737-200 zur Generation der 737 Original – die Familie, aus der später die Classic-, NG- und MAX-Versionen hervorgingen.
Besonders an der -100 ist ihre Rolle als Anfang: Die 737 gehört zu den meistgebauten Verkehrsflugzeugen überhaupt, aber die Urversion selbst blieb ein kleines Kapitel. Nach nur 30 Exemplaren übernahm die längere 737-200 die Produktion. Einen Überblick über alle Generationen bekommst du im Beitrag Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden, mehr zum Hersteller auf der Seite zu Boeing.
Die Vorgeschichte: Boeings Nachzügler im Kurzstreckenmarkt
Mitte der 1960er-Jahre war Boeing im Kurzstreckenmarkt spät dran. Die britische BAC One-Eleven und die Douglas DC-9 hatten gezeigt, dass Airlines kleine Jets für dichte Netze wollten, und beide waren schon verkauft, als Boeing noch plante. Boeing setzte deshalb auf Bewährtes: Rumpfquerschnitt und Cockpitform übernahm man von der Boeing 707 und der 727, viele Systeme ebenfalls. Das sparte Entwicklungszeit und brachte einen Vorteil, den die Konkurrenz nicht hatte: sechs Sitze pro Reihe statt fünf.
Bei der Triebwerksposition ging Boeing einen anderen Weg als One-Eleven und DC-9. Statt am Heck sitzen die beiden JT8D unter dem Flügel, sehr nah an dessen Unterseite. Das hielt das Heck frei für Kabine und Fracht, machte die Triebwerke gut erreichbar für die Wartung und erlaubte ein kurzes, leichtes Fahrwerk. Die Kehrseite zeigt sich bis heute: Der Platz unter dem Flügel ist knapp, was Boeing Jahrzehnte später bei den großen MAX-Triebwerken noch beschäftigt hat. Das Cockpit war von Anfang an für zwei Piloten ausgelegt, ohne Flugingenieur.
Auffällig ist die Proportion: Spannweite und Länge der -100 liegen fast gleichauf, was der kleinen Boeing ein gedrungenes Aussehen gibt.
Lufthansa gibt den Startschuss
Am 19. Februar 1965 startete Boeing das 737-Programm – zusammen mit der Bestellung von Lufthansa. Die Airline suchte einen wirtschaftlichen Jet für ihr europäisches Netz, und die Quellen nennen für die Erstbestellung rund zwanzig Maschinen. Die Kundenbezeichnung lautete 737-130; die „30“ steht nach Boeings damaligem Schema für Lufthansa. Für die Kranich-Airline war das ein historischer Schritt: Sie war die erste Airline außerhalb der USA, die ein neues Boeing-Verkehrsflugzeug als Erstkunde auf den Markt brachte.
Im April 1965 kam ein Auftrag, der die Geschichte der 737 entscheidend prägte. United Airlines wollte mehr Sitze und bestellte eine gestreckte Version. Daraus wurde die 737-200 – und damit war die -100 schon vor ihrem Erstflug nicht mehr das einzige Modell.
Der erste Prototyp rollte am 17. Januar 1967 aus der Halle und flog am 9. April 1967, gesteuert von den Boeing-Testpiloten Brien Wygle und Lew Wallick. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erteilte die Musterzulassung am 15. Dezember 1967. Dabei erhielt die 737 als erstes Flugzeug schon mit der Erstzulassung die Freigabe für Anflüge nach Kategorie II, also für Landungen bei deutlich eingeschränkter Sicht.
Lufthansa übernahm ihre erste Maschine am 28. Dezember 1967 und setzte die 737 ab dem 10. Februar 1968 im Liniendienst ein. Insgesamt kamen 22 Flugzeuge zu Lufthansa, ausgeliefert bis Anfang 1969. Intern lief der Typ als „B 737 A“. Mehr zur Rolle der Airline im heutigen Konzern liest du auf der Seite zur Lufthansa Group.
Kundennummern lesen lernen
Bei alten Boeing-Typen verraten die letzten beiden Ziffern den Erstkunden. Eine 737-130 ist ab Werk eine Lufthansa-Maschine, auch der erhaltene Prototyp NASA 515 wird als 737-130 geführt.
Warum nur 30 Exemplare?
Die -100 verlor schnell gegen ihre eigene Schwester. Die 737-200 flog schon im August 1967 erstmals, wurde wenige Tage nach der -100 zugelassen und ging im April 1968 bei United in Dienst. Sie bot mehr Sitze, mehr Treibstoff und eine deutlich größere Reichweite – bei fast gleichen Betriebskosten pro Flug. Für die meisten Airlines war die Rechnung damit klar.
Neben Lufthansa bestellten nur zwei weitere Kunden die -100 neu: Malaysia-Singapore Airlines übernahm fünf Maschinen, Avianca bestellte zwei. Die letzte gebaute 737-100 ging im Oktober 1969 an Malaysia-Singapore Airlines. Danach baute Boeing nur noch die -200 und ihre Weiterentwicklungen.
| Merkmal | 737-100 | 737-200 |
|---|---|---|
| ICAO-Typcode | B731 | B732 |
| Erstflug | 9. April 1967 | 8. August 1967 |
| Erstkunde | Lufthansa | United Airlines |
| Länge | rund 28,6 m | rund 30,5 m |
| Sitzplätze (max.) | rund 118 | rund 130 |
| Max. Startgewicht | rund 50 t | rund 58 t |
| Gebaut | 30 | über 1.100 |
Der zusätzliche Rumpf der -200 sitzt zu etwa gleichen Teilen vor und hinter dem Flügel. Wer beide Versionen auf alten Fotos vergleicht, sieht bei der -200 deshalb mehr Fenster vor der Flügelwurzel und ein etwas gestreckteres Verhältnis von Rumpf zu Flügel.
Technik im Detail: Schubumkehr und Verbesserungen
Die ersten 737 hatten ein Problem, das im Betrieb schnell auffiel. Die Schubumkehrer stammten von den äußeren Triebwerksgondeln der 727 und arbeiteten unter dem 737-Flügel nicht gut. Beim Ausfahren konnten sie das Flugzeug sogar leicht anheben und damit die Bremswirkung der Räder verringern.
Boeing reagierte 1968 mit einer Überarbeitung: Die Triebwerksgondeln bekamen eine Verlängerung des Abgasrohrs um rund 1,2 Meter und neue Schubumkehrer in Klappenbauweise, die den Abgasstrahl wirksamer umlenken. Ab März 1969 war das Standard, für bereits ausgelieferte Maschinen gab es eine Nachrüstung. Im selben Zug verbesserte Boeing Verkleidungen am Übergang von Gondel und Flügel sowie die Klappen und Vorflügel, was Nutzlast, Reichweite und die Leistung auf kurzen Pisten erhöhte.
Für Spotter heißt das: Auf frühen Fotos siehst du an den Gondeln kurze Enden mit dem alten Umkehrer, auf späteren Bildern ein längeres Abgasrohr hinter dem Flügel. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du bei Pratt & Whitney.
So erkennst du eine 737-100
Da es nur noch ein Exemplar gibt, wirst du die -100 vor allem im Museum und auf historischen Fotos bestimmen. Drei Schritte reichen dafür.
Generation einordnen
Lange, schlanke JT8D-Gondeln dicht unter dem Flügel bedeuten 737 Original. Die Classic-Versionen ab 737-300 haben dicke, unten abgeflachte CFM56-Triebwerke – das ist ein ganz anderes Bild.
Rumpflänge abschätzen
Wirkt der Jet fast quadratisch, mit Länge und Spannweite nahezu gleich, spricht das für die -100. Die -200 ist sichtbar gestreckter.
Kennzeichen oder Werknummer prüfen
Bei so wenigen Exemplaren ist die Werknummer die sichere Antwort. Lufthansa-Maschinen tragen die Kundenbezeichnung 737-130.
Schnellbestimmung: frühe Kurzstreckenjets
Boeing 737-100
Triebwerke direkt unter dem Flügel und ein sehr kurzer Rumpf sprechen für die Urversion. Prüf die Werknummer – heute ist es fast sicher NASA 515.
Boeing 737-200
Gleiche Triebwerke, aber knapp zwei Meter mehr Rumpf. Die -200 war die meistgebaute Version der 737 Original.
Boeing 737 Classic
Die großen CFM56-Triebwerke mit abgeflachter Unterseite gehören zur 737-300, -400 oder -500.
Douglas DC-9 oder BAC One-Eleven
Hecktriebwerke mit T-Leitwerk sind das Konzept der direkten Konkurrenten aus den 1960ern.
Boeing 727
Drei Hecktriebwerke und ein T-Leitwerk: Das ist die große Schwester, von der die 737 Rumpf und Cockpit geerbt hat.
Wie du solche Merkmale systematisch abklopfst, erklärt der Einstieg Flugzeugtypen erkennen für Anfänger. Für ältere Muster lohnt außerdem Oldtimer am Himmel erkennen.
Das zweite Leben der 737-100
Lufthansa flog ihre -100 bis Anfang der 1980er-Jahre und verkaufte sie zwischen 1981 und 1983. Abnehmer waren unter anderem die US-Billigairline People Express und Far Eastern Air Transport aus Taiwan. Die fünf Maschinen von Malaysia-Singapore Airlines gingen 1979 und 1980 an Air Florida. Die zwei für Avianca gebauten Flugzeuge kamen nach gängigen Angaben nie bei der Kolumbianerin zum Einsatz und gingen über Boeing an Aloha Airlines auf Hawaii.
Die zuletzt gebaute -100 hatte eine besonders lange Karriere: Nach Malaysia-Singapore Airlines und Air Florida diente sie 23 Jahre lang als VIP-Flugzeug der mexikanischen Luftwaffe, bevor sie 2006 zerlegt wurde. Heute fliegt keine 737-100 mehr, und mit Ausnahme des Prototyps sind alle Exemplare verschwunden.
NASA 515: die erste 737 als Forschungsflugzeug
Der allererste 737-Prototyp mit der Werknummer 19437 blieb zunächst bei Boeing als Testflugzeug. Anfang der 1970er-Jahre übernahm ihn die NASA, registrierte ihn als N515NA und betrieb ihn vom Langley Research Center in Virginia aus. Als fliegendes Labor testete die Maschine unter anderem elektronische Cockpitanzeigen, ein zusätzliches Forschungscockpit in der Kabine und Systeme zur Erkennung von Windscherungen – Technik, die später im Linienverkehr Standard wurde.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten Forschung endete der Einsatz, und die Maschine kam nach Seattle zurück. Seit 2003 gehört sie zur Sammlung des Museum of Flight, als Leihgabe der NASA. Damit ist sie nicht nur die erste 737 überhaupt, sondern nach gängigen Angaben auch die letzte erhaltene 737-100.
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Wo du die 737-100 heute siehst
Es gibt genau eine Adresse: das Museum of Flight am Boeing Field in Seattle. NASA 515 steht dort im Aviation Pavilion, einem überdachten, an den Seiten offenen Ausstellungsbereich neben anderen Boeing-Klassikern. Der Standort hat einen Bonus für Spotter: Das Museum liegt direkt an einem aktiven Flughafen, an dem regelmäßig auch Boeing-Maschinen zu sehen sind. Tipps zum Standpunkt findest du beim Spot Museum of Flight am Boeing Field.
| Ort | Was du siehst | Hinweis |
|---|---|---|
| Museum of Flight, Seattle | Prototyp 737-130, Werknummer 19437, als NASA 515 | Aviation Pavilion, Leihgabe der NASA |
| Boeing Field, Seattle | Aktiver Flugbetrieb neben dem Museum | Museumsbesuch und Spotting lassen sich kombinieren |
In Deutschland steht keine erhaltene 737-100, obwohl Lufthansa der wichtigste Betreiber war. Wer im deutschsprachigen Raum auf Spurensuche gehen will, findet in der Übersicht der Luftfahrtmuseen in Deutschland Häuser mit Exponaten aus der frühen Jet-Ära.
Ausstellungen ändern sich
Museumsflugzeuge werden restauriert, umgestellt oder zeitweise eingelagert. Prüf vor deiner Reise direkt beim Museum, ob NASA 515 gerade zugänglich ist und wie die aktuellen Öffnungszeiten aussehen.
Spotting-Tipps: Raritäten gezielt jagen
Eine 737-100 kommt nicht mehr an deinen Zaun – das einzige Exemplar fliegt nicht. Wer die Ur-737 in die Sammlung holen will, plant eine Reise. Etwas leichter, aber ebenfalls selten geworden ist die Schwester 737-200, die lange bei Spezialbetreibern in entlegenen Regionen flog – ob und wo sie gerade noch unterwegs ist, prüfst du am besten aktuell. Ideen dafür findest du in Seltene Flugzeuge spotten.
Bereit für die Ur-737?
- Ich habe geprüft, ob NASA 515 aktuell im Aviation Pavilion zu sehen ist.
- Ich kenne Werknummer und Kennzeichen für mein Logbuch.
- Ich habe ein Weitwinkel für Aufnahmen aus der Nähe dabei.
- Ich weiß, wann das Licht am Boeing Field günstig steht.
- Ich habe Zeit für ein paar Bonusbilder vom aktiven Flugbetrieb eingeplant.
Fototipps für die Museums-737
Proportion zeigen
Das Typische an der -100 ist ihr gedrungener Rumpf. Eine Aufnahme schräg von vorn mit dem ganzen Flügel im Bild zeigt, wie nah Länge und Spannweite beieinanderliegen.
Triebwerke im Detail
Die schlanken JT8D-Gondeln dicht unter dem Flügel unterscheiden die Original-737 von allen späteren Generationen. Ein Detailbild von der Seite dokumentiert das am besten.
Mischlicht beherrschen
Unter einem Dach mit offenen Seiten wechselt das Licht stark. Belichte auf die hellen Rumpfflächen und hol die Schatten später in der Bearbeitung zurück.
Welche Brennweite wofür taugt, erklärt Objektiv und Brennweite fürs Planespotting. Wer sich für die Farben der frühen Jet-Ära interessiert, wird bei den legendären Airline-Lackierungen fündig.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine 737-100, wenn …
- zwei schlanke JT8D-Gondeln direkt unter dem Flügel sitzen
- der Rumpf mit rund 28,6 m fast so lang wie die Spannweite wirkt
- die Typbezeichnung 737-130 oder der Code B731 genannt wird
- du vor NASA 515 im Museum of Flight stehst
Sieh genauer hin, wenn …
- es um ein altes Lufthansa-Foto geht – Lufthansa flog auch die längere 737-200
- der Rumpf etwas gestreckter wirkt – dann ist es eher eine -200
- du nur die Nase siehst – Cockpit und Rumpfquerschnitt teilt die 737 mit 707 und 727
Es ist keine 737-100, wenn …
- die Triebwerke dick und unten abgeflacht sind – dann ist es eine 737-300 oder ein anderes Classic-Modell
- Winglets an den Flügelspitzen sitzen – dann ist es meist eine NG wie die 737-700
- die Triebwerke am Heck hängen – dann ist es eine DC-9 oder One-Eleven
- die Maschine aktiv im Liniendienst fliegt – eine flugfähige -100 gibt es nicht mehr
Fazit
Die 737-100 ist der kleine Anfang einer riesigen Familie. Boeing kam spät in den Kurzstreckenmarkt, setzte auf den breiten Rumpf von 707 und 727 und hängte die Triebwerke unter den Flügel. Lufthansa gab 1965 den Startschuss und brachte den Typ 1968 in den Liniendienst. Weil die gestreckte 737-200 schnell überzeugte, blieb es bei 30 Exemplaren, und nur der Prototyp hat überlebt. Für Spotter ist die -100 damit ein Ziel für die Reiseplanung: einmal Seattle, einmal NASA 515.
Kurzfazit
Schlanke JT8D-Triebwerke dicht unter dem Flügel, ein fast quadratischer Rumpf und die Kundennummer 737-130: Das ist die Ur-737. Sehen kannst du sie nur noch im Museum of Flight in Seattle – als erste und letzte ihrer Art.
Zusammenfassung
- Boeing entwickelte die 737 als Antwort auf die BAC One-Eleven und die Douglas DC-9 und übernahm dafür viel von 707 und 727.
- Lufthansa gab den Startschuss, erhielt 22 Maschinen und setzte sie von 1968 bis Anfang der 1980er-Jahre im Europaverkehr ein.
- Weitere Neumaschinen gingen nur an Malaysia-Singapore Airlines und Avianca, bevor die längere 737-200 die Produktion übernahm.
- Der allererste 737-Prototyp flog jahrzehntelang als Forschungsflugzeug für die NASA und steht seit 2003 im Museum of Flight in Seattle.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Boeing 737-100?
Die 737-100 läuft unter B731. Die gestreckte 737-200 hat den Code B732, die späteren Classic-Versionen B733 bis B735. Eine aktive B731 findest du in Tracking-Diensten nicht mehr, der Code taucht höchstens noch in Datenbanken und Typenlisten auf.
Warum war Lufthansa Erstkunde der 737?
Lufthansa suchte Mitte der 1960er-Jahre einen wirtschaftlichen Jet für kurze und mittlere Strecken in Europa. Boeing startete das 737-Programm am 19. Februar 1965 zusammen mit der Lufthansa-Bestellung. Damit war Lufthansa die erste Airline außerhalb der USA, die ein neues Boeing-Verkehrsflugzeug als Erstkunde auf den Markt brachte.
Wie viele Boeing 737-100 wurden gebaut?
Nur 30 Stück. Lufthansa erhielt 22, Malaysia-Singapore Airlines fünf und Avianca zwei; dazu kommt der Prototyp, den Boeing selbst als Testflugzeug nutzte. Die letzte -100 wurde im Oktober 1969 ausgeliefert.
Wie unterscheide ich die 737-100 von der 737-200?
Am sichersten über die Rumpflänge: Die -200 ist vor und hinter dem Flügel gestreckt und mit rund 30,5 m knapp zwei Meter länger als die -100. Triebwerke, Cockpit und Flügelkonzept sind sehr ähnlich. Weil es nur noch eine einzige -100 gibt, ist die Frage in der Praxis aber vor allem beim Bestimmen alter Fotos relevant.
Gibt es noch eine 737-100?
Ja, genau eine: den ersten 737-Prototyp mit der Werknummer 19437, bekannt als NASA 515. Er steht im Museum of Flight in Seattle, ist eine Leihgabe der NASA und wird im überdachten Aviation Pavilion gezeigt. Alle übrigen 737-100 gelten als verschrottet.
Was hat die NASA mit der ersten 737 gemacht?
Die NASA übernahm den Prototyp Anfang der 1970er-Jahre und betrieb ihn vom Langley Research Center in Virginia aus als Forschungsflugzeug. Getestet wurden dort unter anderem elektronische Cockpitanzeigen und die Erkennung von Windscherungen in der Luft – Technik, die später in viele Verkehrsflugzeuge einfloss.
Was wurde aus den Lufthansa-737-100?
Nach dem Verkauf flogen sie im Ausland weiter: Lufthansa verkaufte ihre 737-100 zwischen 1981 und 1983 unter anderem an die US-Airline People Express und an Far Eastern Air Transport aus Taiwan. In Deutschland blieb die 737 aber präsent, weil Lufthansa längst auf die größere 737-200 umgestiegen war.
Boeing 737-100 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
MuseumThe Museum of Flight
Das Museum of Flight an der Südwestecke von Boeing Field in Seattle zeigt mehr als 150 Luft- und Raumfahrzeuge – darunter den allerersten Boeing 747 mit der Kennung RA001, eine British-Airways-Concorde, die erste Air Force One mit Strahltriebwerken und Boeings Geburtsstätte, die Red Barn. Nebenan landet und startet echter Verkehr.
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