Das Wichtigste in Kürze
- First Air war eine kanadische Arktis-Airline, die Gemeinden in Nunavut, Nunavik und den Nordwest-Territorien mit dem Süden verband.
- Codes: IATA 7F, ICAO FAB, Rufzeichen „FIRST AIR“; der rechtliche Name lautete Bradley Air Services.
- Inuit-Eigentum: Ab 1990 gehörte die Airline der Makivik Corporation, also den Inuit Nunaviks.
- Markenzeichen der Flotte war die Boeing 737-200 Combi mit Gravel-Kit für Schotterpisten, ergänzt durch ATR-Turboprops.
- Seit November 2019 ist First Air Geschichte: Sie ging mit Canadian North zusammen, deren Name blieb.
Inhaltsverzeichnis
- 1.First Air im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Wachstum im Norden: Übernahmen und Netz
- 4.Die Flotte: 737-200, ATR und viel Geschichte
- 5.Das Gravel-Kit: ein Jet für Schotterpisten
- 6.Woran du First Air erkennst
- 7.Flug 6560: das schwerste Unglück
- 8.Die Fusion mit Canadian North
- 9.First Air heute: Spuren für Spotter
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | 7F |
|---|---|
| ICAO-Code | FAB |
| Rufzeichen | FIRST AIR |
| Drehkreuze | YFB, YZF, YRT |
| Status | Historisch – seit dem 1. November 2019 Teil von Canadian North; Name und Code 7F wurden aufgegeben |
| Firmierung | Bradley Air Services Limited, Markenname First Air |
| Gegründet | 1946 von Russell „Russ“ Bradley als Flugschule in Ottawa, ab 1950 als Bradley Air Services in Carp (Ontario) |
| Linienverkehr | Ab 1973, zunächst zwischen Ottawa und North Bay mit einem achtsitzigen Flugzeug |
| Eigentümer | Ab 1990 die Makivik Corporation, die Organisation der Inuit Nunaviks im Norden Québecs |
| Sitz | Kanata, ein Vorort von Ottawa; Hangar, Fracht und Wartung am Flughafen Ottawa |
| Drehkreuze | Iqaluit (YFB), Yellowknife (YZF) und Rankin Inlet (YRT) |
| Netz | Mehr als 30 Ziele in Nunavut, Nunavik und den Nordwest-Territorien, dazu Ottawa, Montreal und Edmonton als südliche Tore |
| Typische Flotte | Boeing 737-200 Combi, ATR 42 und ATR 72, früher auch Boeing 727, HS 748, L-100 Hercules, Twin Otter und DC-3 |
| Allianz | keine; Codeshares unter anderem mit Air Greenland, Air North und Calm Air |
| Nachfolger | Canadian North (IATA 5T, ICAO AKT), betrieben weiterhin über Bradley Air Services |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich First Air?
- Weißer Rumpf mit roten Akzenten – Rot und Weiß waren die Farben der Marke
- Das Inukshuk-Logo, ein stilisierter Steinmann der Inuit, als Markenzeichen
- Viele Jets waren Boeing 737-200 Combi mit großer Frachttür vorn links
- Am Bugfahrwerk ein Schotterabweiser, vor den Triebwerken lange Sonden – das Gravel-Kit
- Kanadische Kennzeichen mit dem Präfix C-, zum Beispiel C-GNWN
- Im Funk und auf Trackern lange FAB mit dem Rufzeichen „FIRST AIR“
Wenn kanadische Spotter von der „echten“ Arktis-Luftfahrt sprechen, fällt fast immer ein Name: First Air. Die Airline brachte über Jahrzehnte Menschen, Post, Lebensmittel und Baumaterial in Gemeinden, die keine Straßenverbindung in den Süden haben – und das oft mit einer Boeing 737-200, die auf Schotterpisten landete. Seit 2019 gibt es First Air nicht mehr, ihre Geschichte lebt in Canadian North weiter. Diese Seite zeigt dir, was die Airline ausmachte, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Historische Sichtungen im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ und Airline fest – auch eine 737-200 aus deinem Archiv bekommt dort ihren Platz. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
First Air im Überblick
First Air war eine historische kanadische Regional-Airline mit Sitz in Kanata bei Ottawa. Ihre Flugzeuge verbanden die Arktisgebiete Nunavut, Nunavik und die Nordwest-Territorien untereinander und mit den Städten im Süden. Die wichtigsten Knoten im Norden waren Iqaluit, Yellowknife und Rankin Inlet. Hangar, Frachtabfertigung und Wartung saßen am Flughafen Ottawa.
Rechtlich hieß das Unternehmen bis zuletzt Bradley Air Services Limited, First Air war der Markenname. Die Wurzeln reichen bis 1946 zurück: Damals gründete der Flugpionier Russell „Russ“ Bradley in Ottawa eine Flugschule. 1950 zog sie nach Carp westlich der Stadt und nannte sich Bradley Air Services. In den folgenden Jahrzehnten machte sich die Firma mit Charter- und Versorgungsflügen in der Arktis einen Namen, bevor sie 1973 mit einem Linienflug zwischen Ottawa und North Bay begann – anfangs mit einem Flugzeug für acht Passagiere.
Den Charakter der Airline prägte ein Eigentümerwechsel im Jahr 1990: Die Makivik Corporation, die Organisation der Inuit Nunaviks im Norden Québecs, kaufte das Unternehmen. Damit gehörte First Air den Menschen, die einen großen Teil ihrer Kundschaft ausmachten. Anders als Air Canada war First Air nie Mitglied einer Allianz, arbeitete aber per Codeshare unter anderem mit Air Greenland, Air North und Calm Air zusammen.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 7F: stand in den Flugnummern, auf Tickets und in Flugplänen.
- ICAO-Code FAB: nutzte die Flugsicherung, er tauchte auch auf Flugtrackern auf.
- Rufzeichen FIRST AIR: So meldeten sich die Crews im Funk.
Nach der Fusion verschwand 7F, die gemeinsame Airline übernahm den Code 5T von Canadian North. Das Rufzeichen „FIRST AIR“ blieb noch eine Weile in Gebrauch und wurde Anfang 2021 abgelöst. Seitdem fliegt Canadian North als AKT mit dem Rufzeichen „ARCTIC“. Für dich heißt das: Siehst du in alten ADS-B-Logs aus 2020 noch FAB, kann das bereits ein Flug im gemeinsamen Netz gewesen sein. Wie du Tracker-Historien sauber liest, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Wachstum im Norden: Übernahmen und Netz
Die heutige Struktur des Nordverkehrs ist das Ergebnis vieler Zusammenschlüsse, und First Air war daran kräftig beteiligt. Schon früh baute Bradley Air Services sein Geschäft in der Ostarktis aus, in den 1990er-Jahren folgten zwei Airlines aus Yellowknife: 1995 Ptarmigan Airways, 1997 NWT Air. Beide gingen in First Air auf und brachten das Netz in den westlichen Teil der Arktis.
Am Ende flog First Air mehr als 30 Ziele in Nunavut, Nunavik und den Nordwest-Territorien an. Dazu kamen Verbindungen in den Süden, unter anderem nach Ottawa, Montreal, Edmonton und Winnipeg. Im Norden standen Orte wie Iqaluit, Rankin Inlet, Cambridge Bay, Resolute, Inuvik, Hay River und Whitehorse im Flugplan. Viele davon hatten keine Straße in den Süden – das Flugzeug war Bus, Lkw und Postauto in einem.
Warum Fracht so wichtig war
In vielen Arktisgemeinden kommt außerhalb der kurzen Schiffssaison fast alles per Flugzeug: frische Lebensmittel, Medikamente, Ersatzteile. Deshalb setzte First Air auf Combi-Flugzeuge, in denen vorn Fracht und hinten Passagiere Platz haben. Wie du Frachter und Combis unterscheidest, liest du im Guide Frachtflugzeuge erkennen.
Die Flotte: 737-200, ATR und viel Geschichte
First Air flog über die Jahrzehnte eine bunte Mischung, die zu den Bedingungen im Norden passte. Die Flotte war zuletzt eher klein und alt: Kurz vor dem Ende umfasste sie rund 18 Flugzeuge mit einem Durchschnittsalter von etwa 27 Jahren.
| Typ | Rolle bei First Air | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Boeing 737-200 Combi | Jet-Rückgrat im Norden, Passagiere und Fracht | Viele mit Gravel-Kit für Schotterpisten |
| ATR 42 | Turboprop für kürzere Strecken, ab 2001 als Ersatz der HS 748 | Hochdecker mit T-Leitwerk |
| ATR 72 | Größerer Turboprop, auch als Combi | Längerer Rumpf als die ATR 42 |
| Hawker Siddeley HS 748 | Älterer Combi-Turboprop, letzte Maschine 2011 ausgemustert | Tiefdecker mit zwei Dart-Turboprops |
| Boeing 727-100/-200 | Ältere Jets, letzte 727 im Jahr 2010 ausgemustert | Dreistrahler mit T-Leitwerk, historisch |
| Lockheed L-100 Hercules | Frachter für sperrige Ladung | Zivile Hercules, historisch |
| Boeing 767-200 Frachter | Zeitweise geleast, ab 2009 | Seltener Großraumjet bei First Air |
| DHC-6 Twin Otter, DC-3 | Kleinere Flugzeuge für kurze Pisten | Historisch, robust im Buschflugbetrieb |
Die Boeing 737-200 war das Flugzeug, mit dem First Air am stärksten verbunden wird. Für kürzere Strecken setzte die Airline Turboprops ein: Ab Ende 2001 ersetzte die ATR 42 nach und nach die Hawker Siddeley HS 748, dazu kamen Combi-Versionen der ATR 72-200. Über viele Jahre gehörte außerdem die DHC-6 Twin Otter aus kanadischer Produktion zur Flotte. Für schwere Fracht war die Lockheed L-100 Hercules im Einsatz, die zivile Variante des bekannten Militärtransporters. Bei den Jets gehörten vor der 737-Ära auch Boeing 727-200 und die 727-100 zur Flotte, ab 2009 kam für einige Jahre ein geleaster Frachter vom Typ Boeing 767-200 hinzu.
Zeitweise gehörte auch ein geleaster Avro RJ zur Flotte. Solche Einzelstücke sind für Sammler besonders reizvoll, weil sie in kaum einer Flottenübersicht auftauchen.
737-200 auf der Wunschliste
Setz seltene Typen wie die 737-200 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Das Gravel-Kit: ein Jet für Schotterpisten
Viele Pisten in der kanadischen Arktis waren lange nicht asphaltiert, sondern bestanden aus Schotter. Für die meisten Düsenflugzeuge ist das ein Ausschlusskriterium: Steine, die vom Fahrwerk hochgeschleudert oder von den Triebwerken angesaugt werden, können schwere Schäden anrichten. Boeing bot für die 737-200 deshalb ein Unpaved Strip Kit an, im Spotter-Jargon schlicht Gravel-Kit.
Schotterabweiser am Bug
Ein breites Blech hinter dem Bugrad lenkt Steine nach unten ab, bevor sie gegen Rumpf und Triebwerke fliegen.
Wirbelauflöser am Triebwerk
Eine lange Sonde ragt vorn aus dem Triebwerk. Sie bläst Luft nach unten und verhindert, dass ein Luftwirbel Kies vom Boden ansaugt.
Boeing entwickelte das Kit, weil die 737-200 dank ihrer guten Kurzstart-Eigenschaften Plätze erreichen konnte, an denen andere Jets nicht sicher operieren. Genau diese Kombination aus Jet-Tempo und Schotterpisten-Tauglichkeit erklärt, warum die alten 737-200 in Nordkanada so lange flogen. Wie du die 737-Generationen auseinanderhältst, zeigt dir der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
Gravel-Kits gab es nicht nur bei First Air. Auch Canadian North, Air Inuit und Nolinor Aviation flogen 737-200 mit solchen Umbauten, in Alaska nutzte Alaska Airlines das Kit bis zur Ausmusterung ihrer 737-200 im Jahr 2007.
So erkennst du ein Gravel-Kit auf Fotos
Achte auf zwei Dinge: das flache, fast schaufelartige Blech am Bugfahrwerk und die schmale Stange, die vorne unten aus jedem Triebwerkseinlauf ragt. Beides ist auf Seitenaufnahmen gut zu sehen – auch auf alten, unscharfen Archivbildern.
Woran du First Air erkennst
Die Bemalung von First Air war in Rot und Weiß gehalten. Wichtigstes Markenzeichen war das Inukshuk-Logo: ein stilisierter Steinmann, wie ihn die Inuit als Wegzeichen in der baumlosen Landschaft errichten. Bei der Fusion kündigten die Eigentümer an, genau dieses Logo und die rot-weiße Farbwelt für die gemeinsame Marke Canadian North zu übernehmen. Wer alte Fotos sortiert, sollte deshalb genau hinschauen, welcher Schriftzug auf dem Rumpf steht.
Hilfreich sind auch die Typen selbst. Eine 737-200 Combi erkennst du an der großen Frachttür vorn links, eine Gravel-Kit-Maschine an den oben beschriebenen Anbauten. Dazu kommt das kanadische Kennzeichen mit C- am Heck. Wie Kennzeichen aufgebaut sind und warum sie die beste Grundlage für eine sichere Zuordnung sind, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Das spricht für First Air
- Schriftzug „First Air“ auf dem Rumpf
- Aufnahme vor November 2019
- Flugnummer mit 7F oder Tracker-Code FAB
- 737-200 Combi oder ATR mit C-Kennzeichen
Das spricht für Canadian North
- Schriftzug „Canadian North“, ab Dezember 2021 mit neuer Bemalung
- Flugnummer mit 5T, ab 2021 Tracker-Code AKT
- Neuere 737-300, 737-400 oder 737-700 in der Flotte
- Aufnahme ab 2020
Flug 6560: das schwerste Unglück
Am 20. August 2011 verunglückte First-Air-Flug 6560, ein Charterflug von Yellowknife nach Resolute in Nunavut. Die Boeing 737-210C mit dem Kennzeichen C-GNWN, gebaut 1975 und mit Gravel-Kit ausgerüstet, prallte im Anflug rund eine Seemeile östlich der Piste gegen einen Hügel. Zwölf der 15 Menschen an Bord starben, drei Passagiere überlebten schwer verletzt. Gerettet wurden sie von kanadischen Soldaten, die wegen der Militärübung Operation Nanook vor Ort waren.
Die kanadische Untersuchungsbehörde TSB stufte das Unglück als Controlled Flight into Terrain ein, also als Flug in das Gelände ohne technischen Defekt als Hauptursache. Sie nannte mehrere Faktoren: einen spät begonnenen Sinkflug, einen Autopiloten, der im Endanflug teilweise ausgekuppelt war, Kursabweichungen in Nähe des magnetischen Nordpols und eine Kommunikation im Cockpit, in der die Warnungen des Ersten Offiziers nicht durchdrangen. Ihren Abschlussbericht veröffentlichte die Behörde im März 2014. Er gilt bis heute als wichtiges Lehrstück zu instabilen Anflügen.
Die Fusion mit Canadian North
Über Jahre flogen First Air und Canadian North im Norden nebeneinander und teilweise auf denselben Strecken. Ein erster Anlauf zur Fusion begann im April 2014, wurde im Oktober 2014 aber abgebrochen; die Codeshare-Zusammenarbeit lief noch bis 2017 weiter.
Der zweite Versuch klappte: Im September 2018 unterzeichneten Makivik und die Inuvialuit-Eigentümer von Canadian North eine verbindliche Vereinbarung. Im Juni 2019 gab die kanadische Regierung unter Auflagen grünes Licht, im Juli 2019 schlossen die Eigentümer die Transaktion ab. Am 1. November 2019 flogen beide Airlines erstmals mit einem gemeinsamen Flugplan. Der Name First Air verschwand, der Name Canadian North blieb – aber mit dem Inukshuk und den roten Farben der First Air. Ab Dezember 2021 trat die Airline mit einer neuen Canadian-North-Bemalung auf. 2025 verkauften die Inuit-Eigentümer Canadian North an die Exchange Income Corporation.
Echte First Air ist es, wenn …
- das Foto vor November 2019 entstanden ist und „First Air“ auf dem Rumpf steht
- die Flugnummer mit 7F beginnt
Genau hinsehen, wenn …
- die Aufnahme zwischen November 2019 und Ende 2021 entstanden ist
- du nur einen Tracker-Eintrag mit FAB hast, aber kein Foto
Kein First Air, wenn …
- eine 737-700 oder die neue Canadian-North-Bemalung zu sehen ist
Interessant für Datenfans: Die Flugzeuge von Canadian North sind bis heute auf Bradley Air Services registriert – also auf das Unternehmen, das einst als First Air auftrat. Auch der Sitz der Airline liegt inzwischen in Ottawa. Die 737-200 hielt sich bei Canadian North noch bis 2023: Die letzte planmäßige Passagierverbindung mit dem Typ fand im Mai 2023 statt.
First Air heute: Spuren für Spotter
Eine aktive First-Air-Sichtung ist heute nicht mehr möglich. Trotzdem gibt es Wege, die Airline ins Logbuch zu holen:
- Archiv auswerten: Alte Fotos aus Ottawa, Montreal, Edmonton oder Yellowknife lassen sich über Kennzeichen und Datum sauber zuordnen. Hilfreich ist der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
- Nachfolger spotten: Mit Canadian North fliegst du heute im Grunde im Netz der früheren First Air. Auch Air Inuit, ebenfalls im Besitz von Makivik, prägt den Verkehr im Norden Québecs.
- Museen besuchen: Im Raum Ottawa, der alten Heimat von Bradley Air Services, liegt das Canada Aviation and Space Museum mit viel kanadischer Luftfahrtgeschichte.
- Seltenheit einordnen: Wie wertvoll eine alte Sichtung ist, kannst du mit dem Guide Wie selten ist meine Sichtung? einschätzen.
Wer sich für die übrigen Typen der Arktis-Luftfahrt interessiert, findet beim Thema ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden die passenden Merkmale. Und wer die Geschichte des kanadischen Westens weiterverfolgen will, schaut sich Pacific Western Airlines an – eine Vorgängerin von Canadian North, die ebenfalls Hercules-Frachter flog.
Vorsicht bei Datenbanken
Weil die Flugzeuge von Canadian North weiter auf Bradley Air Services registriert sind, führt dich ein Blick ins Register allein schnell in die Irre: Der Halter ist derselbe wie zu First-Air-Zeiten. Prüf deshalb immer auch Datum, Bemalung und Flugnummer.
Häufige Verwechslungen
- First Air mit Canadian North gleichsetzen – bis Ende Oktober 2019 waren es zwei getrennte Airlines mit eigenen Codes.
- Rot-weißes Inukshuk-Logo automatisch First Air zuordnen – nach der Fusion nutzte auch Canadian North diese Marke.
- Jede 737-200 im Norden für First Air halten – auch Canadian North, Air Inuit, Nolinor und Air North flogen den Typ.
- Gravel-Kit für Standard halten – nicht jede 737-200 hatte die Anbauten; auf Fotos lässt es sich gut prüfen.
- ATR 42 und ATR 72 verwechseln – die 72 ist deutlich länger und hat mehr Fenster.
- Bradley Air Services für eine andere Airline halten – es war die rechtliche Firma hinter First Air.
Arktis-Luftfahrt im Blick
Beobachte Typen wie die 737-200 oder einzelne Kennzeichen, poste deine Sichtungen mit Airline und Flughafen und tausch dich mit anderen Spottern über seltene Maschinen aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
First Air war mehr als eine Regional-Airline: Sie war über Jahrzehnte eine Lebensader für Gemeinden ohne Straßenanschluss und gehörte ab 1990 den Inuit selbst. Für Spotter steht sie vor allem für die 737-200 Combi mit Gravel-Kit, ein Jet, der auf Schotterpisten landete, wo andere längst aufgegeben hätten. Seit 2019 lebt die Airline in Canadian North weiter – und jede alte Aufnahme mit dem Schriftzug „First Air“ ist heute ein kleines Stück kanadischer Luftfahrtgeschichte.
Kurzfazit
First Air (IATA 7F, ICAO FAB) war eine historische Arktis-Airline aus Kanada im Besitz der Inuit Nunaviks. Bekannt wurde sie durch die Boeing 737-200 Combi mit Gravel-Kit; am 1. November 2019 ging sie in Canadian North auf.
Zusammenfassung
- First Air war über Jahrzehnte eine Lebensader des kanadischen Nordens – für Passagiere, Post, Lebensmittel und Baumaterial.
- Spotter verbinden die Airline vor allem mit der 737-200 Combi, die mit Gravel-Kit auf unbefestigten Arktispisten landete.
- Der Name verschwand 2019 durch die Fusion mit Canadian North; die Inukshuk-Marke und die rot-weiße Farbwelt flossen in die neue Airline ein.
- Fotos von First Air sind heute Archivmaterial – wer eine Sichtung im Logbuch hat, besitzt ein echtes Stück Arktis-Luftfahrtgeschichte.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte First Air?
First Air flog mit dem IATA-Code 7F und dem ICAO-Code FAB, das Rufzeichen im Funk lautete „FIRST AIR“. Nach der Fusion mit Canadian North wurde 7F aufgegeben; seit 2021 tritt die gemeinsame Airline als 5T beziehungsweise AKT mit dem Rufzeichen „ARCTIC“ auf.
Gibt es First Air noch?
Nein, nicht unter diesem Namen. Am 1. November 2019 legten First Air und Canadian North ihre Flugpläne zusammen und fliegen seitdem als Canadian North. Die Gesellschaft Bradley Air Services, hinter der First Air stand, existiert aber weiter: Die Flugzeuge von Canadian North sind auf sie registriert.
Wem gehörte First Air?
Ab 1990 gehörte First Air der Makivik Corporation, die die Inuit Nunaviks im Norden der Provinz Québec vertritt. Canadian North gehörte dem Inuvialuit-Konzern aus den Nordwest-Territorien. Durch die Fusion gehörte die gemeinsame Airline zunächst Inuit-Organisationen; 2025 wurde Canadian North an die Exchange Income Corporation verkauft.
Was ist ein Gravel-Kit bei der Boeing 737-200?
Das Gravel-Kit, von Boeing als Unpaved Strip Kit angeboten, schützt die 737-200 auf Schotterpisten vor Schäden durch Steine. Dazu gehören ein Abweiser am Bugfahrwerk, der Kies vom Rumpf und den Triebwerken fernhält, und Wirbelauflöser vor den Triebwerkseinläufen, die verhindern, dass ein Luftwirbel Steine vom Boden ansaugt.
Warum flog First Air so alte Flugzeuge?
Viele Arktispisten waren nicht asphaltiert. Die 737-200 konnte mit Gravel-Kit dort landen, wo andere Jets nicht sicher operieren, und als Combi trägt sie Passagiere und Fracht zugleich. Deshalb hielten First Air und später Canadian North lange an der 737-200 fest; Canadian North setzte sie noch bis 2023 im Linienverkehr ein.
Was geschah bei First-Air-Flug 6560?
Am 20. August 2011 prallte eine Boeing 737-210C (C-GNWN) im Anflug auf Resolute in Nunavut gegen einen Hügel östlich der Piste. Zwölf der 15 Menschen an Bord kamen ums Leben, drei Passagiere überlebten. Die kanadische Untersuchungsbehörde TSB stufte das Unglück als Controlled Flight into Terrain ein und nannte unter anderem einen instabilen Anflug, Kursabweichungen und Probleme in der Kommunikation im Cockpit.
Kann man First-Air-Flugzeuge heute noch sehen?
Unter dem Namen First Air nicht mehr. Einzelne frühere Flugzeuge flogen noch eine Zeit lang bei Canadian North, die letzte planmäßige Passagierverbindung einer 737-200 von Canadian North fand im Mai 2023 statt. Wer First Air im Logbuch haben möchte, ist heute auf Archivfotos und Museumsbesuche angewiesen.
First Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypATR 42-300/320
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.
FlugzeugtypATR 72-200/210
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 72-200 und -210 sind die erste Generation der großen ATR. Viele fliegen heute fensterlos als Frachter. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypHawker Siddeley HS 748
Tiefdecker, zwei pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turboprops und ein Fahrwerk für Schotterpisten: Die HS 748 war Großbritanniens Antwort auf die Fokker F27 – als Airliner, Frachter und Militärtransporter. Heute ist sie ein seltener Fang.
FlugzeugtypLockheed L-100 Hercules
Gleicher Flügel, gleiche Rampe, aber ziviles Kennzeichen: Die L-100 ist die Frachtversion der Hercules. Hier erfährst du, wie du sie von der C-130 trennst, welche Rumpflängen es gibt und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypBoeing 767-200/-200ER
Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.
Weitere Airlines
Canadian North
Die Airline der kanadischen Arktis: Aus der Fusion mit First Air entstanden, fliegt Canadian North Boeing 737 und ATR-Turboprops – oft als Combi mit Fracht und Passagieren in einer Kabine – nach Nunavut, in die Nordwest-Territorien und nach Nunavik.
RegionalAir Inuit
Die Lebensader Nunaviks: Seit 1978 verbindet Air Inuit die Inuit-Dörfer im Norden Québecs untereinander und mit Montréal – mit Dash 8, Twin Otter und Boeing 737 Combi auf Schotterpisten.
RegionalAir North
Die Airline des Yukon: Von Whitehorse aus verbindet Air North den hohen Norden Kanadas mit Vancouver, Calgary und Edmonton – mit ATR 42 für die Arktis und Boeing 737 für den Süden.
CharterNolinor Aviation
Charterairline aus Mirabel bei Montréal, die mit der weltweit größten Flotte der Boeing 737-200 Passagiere, Fracht und Treibstoff zu Minen und Schotterpisten im Norden Kanadas fliegt.
NetzwerkAir Greenland
Die Airline Grönlands: ein einziger roter Großraumjet nach Kopenhagen, Dash 8 zwischen den Küstenorten und eine große Hubschrauberflotte – dazu ein Streckennetz, das sich mit drei neuen Flughäfen gerade grundlegend verändert.
NetzwerkPacific Western Airlines
Historische Airline aus Westkanada (1946–1987): Pacific Western Airlines wuchs vom Buschflug-Betrieb in British Columbia zur Regionalgröße mit Hercules-Frachtern und Boeing 737 – und schluckte 1987 CP Air, woraus Canadian Airlines International entstand.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
HerstellerDe Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
Wo du First Air vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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