Canadian North

Die Airline der kanadischen Arktis: Aus der Fusion mit First Air entstanden, fliegt Canadian North Boeing 737 und ATR-Turboprops – oft als Combi mit Fracht und Passagieren in einer Kabine – nach Nunavut, in die Nordwest-Territorien und nach Nunavik.

Auch bekannt als: Bradley Air Services · First Air · 5T

KanadaKanadaRegionalfluggesellschaftenIATA: 5TICAO: AKT12 Min. Lesezeit

5T

IATA-Code

AKT

ICAO-Code

2019

Fusion mit First Air

2023

Letzter Linienflug der 737-200 Combi

Das Wichtigste in Kürze

  • Canadian North ist die große Airline der kanadischen Arktis und verbindet Nunavut, die Nordwest-Territorien und Nunavik mit Ottawa und Edmonton.
  • Codes: IATA 5T, ICAO AKT, Rufzeichen „ARCTIC“. Die alten Codes von First Air (7F/FAB) gibt es nicht mehr.
  • Seit 1. November 2019 sind First Air und Canadian North eine Airline – mit dem Namen Canadian North und der Bemalung von First Air.
  • Combi ist Alltag: 737-300, 737-400 und ATR 42-300 fliegen als Mischversion mit Fracht und Passagieren in einer Kabine.
  • Die 737-200 mit Gravel-Kit ist Geschichte: Der letzte Linienflug ging am 6. Mai 2023 von Yellowknife nach Cambridge Bay.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Canadian North im Überblick
  2. 2.Zwei Wurzeln: Canadian North und First Air
  3. 3.Neuer Eigentümer: Exchange Income Corporation
  4. 4.Die Flotte: 737 Classic, 737-700 und ATR
  5. 5.Abschied von der 737-200 Combi mit Gravel-Kit
  6. 6.Combi erklärt: Fracht und Passagiere in einer Kabine
  7. 7.Woran du Canadian North erkennst
  8. 8.Netz und Partner
  9. 9.Canadian North spotten
  10. 10.Ein schwerer Unfall: First Air 6560
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-Code5T
ICAO-CodeAKT
RufzeichenARCTIC
DrehkreuzeYFB, YZF
GeschäftsmodellRegional- und Versorgungsairline für die kanadische Arktis mit Linien-, Fracht- und Charterflügen
Rechtlicher BetreiberBradley Air Services Limited, die frühere First-Air-Gesellschaft
SitzOttawa, Ontario
WurzelnBradley Air Services ab 1946 (später First Air), Canadian North ab 1989 als Tochter von Canadian Airlines International
FusionZusammenschluss mit First Air zum 1. November 2019 unter dem Namen Canadian North
EigentümerSeit Juli 2025 Exchange Income Corporation (Winnipeg); vorher Makivvik und die Inuvialuit Development Corporation
DrehkreuzeIqaluit (YFB) und Yellowknife (YZF), südliche Tore Ottawa (YOW) und Edmonton (YEG)
Allianzkeine
FlottentypenBoeing 737-300, 737-400 und 737-700, ATR 42-300, ATR 42-500 und ATR 72-500 als Frachter
Historische TypenBoeing 737-200 Combi mit Gravel-Kit (letzter Linienflug im Mai 2023), Fokker F28, Fokker 100, Dash 8
MarkenzeichenInukshuk-Logo am Leitwerk, übernommen aus der früheren First-Air-Bemalung

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Canadian North?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Am Leitwerk ein stilisierter Inukshuk – die Steinfigur der Inuit stammt aus der letzten First-Air-Bemalung
  • Auf der Langstrecke im Norden fast immer eine Boeing 737 Classic oder 737-700, auf kurzen Pisten eine ATR 42
  • Viele Maschinen sind Combi-Versionen: große Frachttür vorn links, dahinter die Passagierkabine
  • Kanadisches Kennzeichen mit C-F oder C-G; Halter im Register ist Bradley Air Services
  • Flugnummern mit 5T, auf dem Tracker der ICAO-Code AKT und im Funk das Rufzeichen „ARCTIC“
  • Bis 2023 die 737-200 mit Gravel-Kit: Steinschlag-Abweiser am Bugfahrwerk als auffälligstes Merkmal

Wenn du in Ottawa am Zaun stehst und eine ältere Boeing 737 mit einer Steinfigur am Leitwerk landet, ist das wahrscheinlich Canadian North. Die Airline versorgt die kanadische Arktis – mit Passagieren, Post, Lebensmitteln und Baumaterial, oft alles im selben Flugzeug. Für Spotter ist das eine kleine Fundgrube: Combi-Versionen der 737 Classic, ATR 42 mit Schotterpisten-Zulassung und bis 2023 sogar die legendäre 737-200 mit Gravel-Kit. Hier erfährst du, wie die Airline entstanden ist, was sie fliegt und wie du sie erkennst.

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Canadian North im Überblick

Canadian North ist eine kanadische Regional- und Versorgungsairline mit Sitz in Ottawa. Sie fliegt in die Territorien Nunavut und Nordwest-Territorien sowie nach Kuujjuaq in Nunavik, dem Inuit-Gebiet im Norden Québecs. Die meisten Orte dort haben keine Straßenanbindung an den Süden. Was nicht im kurzen Sommer per Schiff kommt, kommt per Flugzeug – deshalb spielt Fracht bei Canadian North eine viel größere Rolle als bei einer normalen Passagierairline.

Die Drehkreuze im Norden sind Iqaluit auf Baffin Island, Hauptstadt von Nunavut, und Yellowknife, Hauptstadt der Nordwest-Territorien. Dazu kommt Cambridge Bay als wichtiger Knoten in der Kitikmeot-Region. Im Süden verbinden Ottawa und Edmonton das Netz mit dem Rest Kanadas, außerdem steht Winnipeg im Flugplan.

Wer die Geschichte kennt, versteht die Flotte besser. Canadian North ist eigentlich zwei Airlines in einer: das alte Canadian North aus dem Westen der Arktis und First Air aus dem Osten.

5TIATA-Code in der Flugnummer
AKTICAO-Code auf dem Tracker
C-Kennzeichen-Präfix aus Kanada

Zwei Wurzeln: Canadian North und First Air

Das alte Canadian North

Canadian North entstand 1989 als Tochter von Canadian Airlines International, die 1987 aus Pacific Western Airlines und CP Air hervorgegangen war – beide brachten Erfahrung im Nordverkehr mit. Auch Wardair, 1989 von Canadian übernommen, hatte ihre Wurzeln als Buschfluggesellschaft in Yellowknife.

1998 übernahm die Gesellschaft Norterra die Airline. Sie gehörte zu gleichen Teilen der Inuvialuit Development Corporation, die die Inuvialuit im Westen der Arktis vertritt, und der Nunasi Corporation aus Nunavut. Von 2003 an zeigte das Logo drei Symbole des Nordens: Eisbär, Mitternachtssonne und Nordlicht. 2014 übernahmen die Inuvialuit auch die zweite Hälfte.

First Air und Bradley Air Services

Die zweite Wurzel ist deutlich älter. Russ Bradley gründete 1946 in Ottawa eine Flugschule, aus der 1950 Bradley Air Services wurde. Unter dem Namen First Air begann 1973 der Linienverkehr, anfangs mit einem kleinen Achtsitzer zwischen Ottawa und North Bay. Später wuchs First Air in die Arktis hinein, kaufte 1995 Ptarmigan Airways und 1997 NWT Air aus Yellowknife. Seit 1990 gehörte First Air der Makivik Corporation (heute Makivvik), die die Inuit Nunaviks vertritt.

First Air war für Spotter schon immer interessant: Boeing 727 als Combi und Frachter, eine Boeing 767 als Frachter, Hawker Siddeley 748 und bis 2015 Lockheed L-100 Hercules. Der letzte zivile Hercules-Flug in Kanada ging im April 2015 mit einer First-Air-Maschine zu Ende.

Die Fusion

Ein erster Anlauf zur Fusion scheiterte 2014. Im September 2018 unterzeichneten Makivik und die Inuvialuit-Gruppe dann einen verbindlichen Vertrag, im Juni 2019 gab die Bundesregierung unter Auflagen grünes Licht. Am 1. November 2019 wurden beide Airlines zusammengeführt. Das Ergebnis ist eine Mischung, die Einsteiger gern verwirrt:

  • Name: Canadian North
  • Bemalung: die neue First-Air-Optik mit Inukshuk
  • Rechtlicher Betreiber: Bradley Air Services, also die frühere First-Air-Gesellschaft
  • Code: 5T von Canadian North, der First-Air-Code 7F fiel weg

Anfang 2021 verschwanden auch die alten Rufzeichen „FIRST AIR“ und „EMPRESS“. Seitdem fliegt die Airline als 5T/AKT mit dem Rufzeichen „ARCTIC“.

Alte Fotos richtig zuordnen

Ein Foto mit First-Air-Schriftzug und Inukshuk aus der Zeit vor 2019 ist eine First-Air-Sichtung, auch wenn das Flugzeug heute für Canadian North fliegt. Notier Airline und Datum getrennt vom Kennzeichen – dann bleibt deine Sammlung sauber. Wie du ein Kennzeichen einordnest, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Neuer Eigentümer: Exchange Income Corporation

Über Jahrzehnte war die Airline in Inuit-Hand. Im Februar 2025 gaben Makivvik als Mehrheitseigner und die Inuvialuit Development Corporation den Verkauf an die Exchange Income Corporation (EIC) aus Winnipeg bekannt, laut Berichten für 205 Millionen kanadische Dollar. Die Behörden stimmten zu, am 2. Juli 2025 war der Kauf abgeschlossen.

EIC betreibt bereits andere Airlines im Norden, darunter Calm Air, die ebenfalls Nunavut anfliegt, und Perimeter Aviation in Manitoba. Die Strecke Kuujjuaq–Montreal war nicht Teil des Geschäfts; sie war zur Übernahme durch Air Inuit vorgesehen, die Airline von Makivvik für Nunavik. Für Spotter änderte sich zunächst wenig: Name, Codes und Bemalung blieben.

Die Flotte: 737 Classic, 737-700 und ATR

Canadian North fliegt zwei Flugzeugfamilien: Boeing 737 für längere Strecken und größere Pisten, ATR-Turboprops für kurze und unbefestigte Pisten. Laut kanadischem Luftfahrzeugregister sind es rund drei Dutzend Flugzeuge, alle auf Bradley Air Services eingetragen (Stand 2026).

Typ Sitze laut Canadian North Combi Spotter-Hinweis
Boeing 737-700 134 oder 138 nein Modernster Typ, 737 Next Generation
Boeing 737-400 156 nein Längste 737 der Flotte
Boeing 737-400 Combi 72 plus 4 Paletten ja Große Frachttür vorn links
Boeing 737-300 136 nein 737 Classic mit flachen Triebwerksgondeln
Boeing 737-300 QC 80 plus 3 Paletten ja Quick Change: Kabine lässt sich umbauen
ATR 42-300/-320 bis 42 ja Combi für Schotter- und Eispisten
ATR 42-500 bis 42 nein Sechsblatt-Propeller
ATR 72-500F Frachter – Reiner Frachter

Die Boeing 737-700 ist das jüngste Muster und fliegt vor allem auf den langen Strecken nach Süden. Die Boeing 737-400 und die Boeing 737-300 gehören zur Generation 737 Classic – Typen, die du in Europa kaum noch im Passagierverkehr siehst. Hersteller ist in beiden Fällen Boeing.

Bei den Turboprops setzt Canadian North auf ATR. Die ATR 42-300 ist hier als Combi im Einsatz und kann auf Schotter- und Eispisten landen. Die ATR 42-500 fliegt als reine Passagierversion, die ATR 72-500 nur als Frachter. Früher flogen auch Dash 8, Fokker F28 und Fokker 100 für die Airline.

Eine 737 Combi auf der Wunschliste?

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Abschied von der 737-200 Combi mit Gravel-Kit

Lange war Canadian North einer der bekanntesten Betreiber der Boeing 737-200 mit Gravel-Kit. Dieser Umbausatz erlaubt dem Jet Starts und Landungen auf Schotterpisten, wie es sie in vielen arktischen Orten gibt. Am auffälligsten ist ein Abweiser am Bugfahrwerk, der aufgewirbelte Steine vom Rumpf fernhält. Dazu kommen Schutzmaßnahmen an Fahrwerk und Triebwerken, damit kein Kies angesaugt wird oder Leitungen beschädigt.

Die letzte war C-GDPA, eine 737-200 Combi, die beim Abschied gut 43 Jahre alt war. Im Dezember 2022 kündigte Canadian North das Ende an: Auf Schotterpisten setzt die Airline seitdem auf ATR-Turboprops. Der letzte Linienflug ging am 6. Mai 2023 von Yellowknife nach Cambridge Bay, am Tag danach wurde die Maschine nach Edmonton überführt. Den Umlauf Yellowknife–Cambridge Bay–Kugluktuk übernahmen ATR.

Wer die 737-200 im Norden heute noch erleben will, muss zu anderen Betreibern schauen. In Kanada flog die 737-200 zuletzt noch bei Nolinor Aviation. Mehr zur Unterscheidung der Generationen findest du im Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.

Historische Sichtung

Hast du eine Canadian-North- oder First-Air-737-200 im Archiv, ist das inzwischen ein Stück Luftfahrtgeschichte. Notier sie als historische Sichtung mit Datum – der Typ ist bei dieser Airline nicht mehr im Einsatz.

Combi erklärt: Fracht und Passagiere in einer Kabine

Das Prinzip der Combi ist für die Arktis ideal. Viele Orte bekommen nur wenige Flüge pro Woche, und jeder Flug muss sowohl Menschen als auch Versorgungsgüter mitnehmen. Bei einer Combi wird der vordere Teil des Hauptdecks zum Frachtraum, dahinter sitzen die Passagiere. Eine Trennwand trennt beide Bereiche.

Frachttür suchen

Eine große Tür vorn links hinter dem Cockpit ist das deutlichste Combi-Merkmal.

Fensterreihe prüfen

Bei manchen Combis sind vorn Fenster verschlossen oder fehlen ganz – dort stehen die Paletten.

Abfertigung beobachten

Wird am Stand ein Hubwagen oder Hauptdeckloader an die vordere Tür gefahren, lädt die Crew Paletten aufs Hauptdeck.

Typ notieren

Halte Combi oder Passagierversion getrennt fest – für Sammler ist das ein eigener Eintrag.

Die 737-300 QC ist eine besondere Variante: QC steht für Quick Change. Die Kabine lässt sich schnell umrüsten, sodass die Maschine je nach Bedarf mehr Passagiere oder bis zu drei Paletten plus 80 Passagiere mitnimmt.

Woran du Canadian North erkennst

Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist der Inukshuk am Leitwerk. Diese aus Steinen aufgeschichtete Menschenfigur ist ein Wegzeichen der Inuit und stammt aus der Bemalung, die First Air kurz vor der Fusion eingeführt hatte. Seit Dezember 2021 läuft der gesamte Betrieb unter dem Namen Canadian North. Das frühere Logo mit Eisbär, Mitternachtssonne und Nordlicht ist dagegen Geschichte.

Weitere Hinweise:

  • Kennzeichen: Kanadische Flugzeuge tragen ein C- vorn, bei Verkehrsflugzeugen meist C-F oder C-G.
  • Typ-Mix: Eine Airline, die gleichzeitig 737-300, 737-400, 737-700 und ATR 42 fliegt, ist in Ottawa oder Edmonton selten.
  • Tracker: Dort erscheint der ICAO-Code AKT, nicht die Flugnummer mit 5T.

Das spricht für eine 737 Classic (-300/-400)

  • Triebwerksgondeln unten abgeflacht
  • Kürzerer, breiterer Flügel – Winglets sind nachgerüstet möglich und kein sicheres Merkmal
  • Auf Trackern als B733 oder B734 geführt

Das spricht für eine 737-700

  • Längerer, schlankerer Flügel der Next Generation
  • Kürzerer Rumpf als die 737-400
  • Auf Trackern als B737 geführt

Bei den Turboprops hilft dir der Guide ATR 42/72 und Dash 8 unterscheiden. Kurzform: Die ATR ist ein Schulterdecker mit T-Leitwerk und Hauptfahrwerk in Verkleidungen am Rumpf, die ATR 42 ist deutlich kürzer als die ATR 72.

Netz und Partner

Das Netz konzentriert sich auf den Norden: rund zwei Dutzend Orte in Nunavut und den Nordwest-Territorien, von Grise Fiord und Resolute im hohen Norden bis Inuvik, Hay River und Fort Simpson im Westen. Dazu kommen Kuujjuaq sowie die südlichen Tore Ottawa, Edmonton und Winnipeg. Toronto, Calgary und Montreal standen zeitweise im Plan, wurden aber wieder aufgegeben.

Einer Allianz gehört Canadian North nicht an. Stattdessen gibt es Partnerschaften: Codeshares mit Air North aus dem Yukon und mit Calm Air, dazu Anschlussmöglichkeiten für Umsteiger in den Süden, etwa zu Air Canada und WestJet. Seit 2024 bietet die Airline zudem Anschlüsse an den wöchentlichen Flug von Air Greenland zwischen Nuuk und Iqaluit.

Neben dem Linienverkehr fliegt Canadian North Charter in ganz Nordamerika, etwa für Bergbauprojekte oder Gruppen, und unterhält dafür ein eigenes Charterterminal in Edmonton.

Canadian North spotten

Für Spotter aus Europa ist Canadian North ein Ziel für die Kanada-Reise, denn Linienflüge nach Europa gibt es nicht. Die besten Chancen hast du hier:

Gute Chancen, wenn …

  • du in Ottawa oder Edmonton spottest, wo die 737 aus dem Norden ankommen und abfliegen
  • du nach Iqaluit oder Yellowknife reist und dort den ganzen Mix aus 737 und ATR siehst
  • du den Flugplan vorher prüfst, denn viele Strecken gehen nur wenige Male pro Woche

Prüf es vorher, wenn …

  • du in Winnipeg bist – dort ist die Airline seltener zu sehen
  • du auf eine bestimmte Combi hoffst, denn die Einsätze wechseln je nach Fracht

Eher kein Canadian-North-Tag, wenn …

  • du in Toronto, Montreal oder Calgary spottest – diese Strecken sind eingestellt

Im Norden kommen besondere Bedingungen dazu: lange Polarnächte im Winter, extreme Kälte und Licht, das im Sommer kaum untergeht. Tipps für Kälte und Akkus findest du im Beitrag Planespotting im Winter. Und weil Canadian North in Europa eine echte Rarität ist, lohnt sich ein Blick in seltene Flugzeuge spotten und in Wie selten ist meine Sichtung?. Einzelne Maschinen findest du mit dem Guide Flugzeug per Kennzeichen verfolgen. Wer die Arktis-Fliegerei vergleichen will, schaut sich zusätzlich Air Inuit an, die in Nunavik ähnlich arbeitet.

Sicherheit und Regeln

Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Gerade an kleinen arktischen Flughäfen sind Vorfeld und Piste oft nur durch einfache Zäune getrennt – das heißt nicht, dass du sie betreten darfst. Drohnen haben in Flughafennähe nichts verloren.

Ein schwerer Unfall: First Air 6560

Zur Geschichte gehört auch ein tragisches Kapitel. Am 20. August 2011 verunglückte eine First-Air-737-200 Combi mit dem Kennzeichen C-GNWN im Anflug auf Resolute in Nunavut. Von 15 Menschen an Bord starben zwölf, drei überlebten schwer verletzt. Die kanadische Untersuchungsbehörde TSB stellte fest, dass die Maschine im Wolkenanflug seitlich vom Anflugkurs abgekommen war; ein spät begonnener Sinkflug, ein teilweise ungewollt getrennter Autopilot, eine Abweichung des Kompasssystems und Abstimmungsprobleme im Cockpit spielten zusammen. Das Flugzeug prallte in Hügel östlich der Piste, kurz nachdem die Besatzung ein Durchstartmanöver eingeleitet hatte.

Häufige Verwechslungen

  • Canadian North mit Canadian Airlines verwechseln – Canadian Airlines International war die Mutter des alten Canadian North und verschwand 2001.
  • Inukshuk-Bemalung für First Air halten – seit der Fusion fliegen die Maschinen als Canadian North, auch wenn die Optik von First Air stammt.
  • Den alten Code 7F suchen – First Air flog mit 7F/FAB, heute gilt 5T/AKT.
  • Jede 737 für eine 737-200 halten – die 737-200 hat Canadian North 2023 ausgemustert; heute sind es 737 Classic und 737-700.
  • Combi und Passagierversion gleichsetzen – die 737-400 Combi hat eine große Frachttür und weniger Sitze als die normale 737-400.
  • ATR 42 für ATR 72 halten – die ATR 72 fliegt bei Canadian North nur als Frachter, im Passagierverkehr ist es die kürzere ATR 42.

Canadian North im Blick behalten

Beobachte einzelne Kennzeichen oder die Airline und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Canadian North ist keine Airline für den schnellen Haken in der Sammlung, sondern ein Stück gelebte Arktis-Luftfahrt. Hinter dem Namen stecken zwei traditionsreiche Gesellschaften, eine Flotte aus 737 Classic, 737-700 und ATR 42 und eine Betriebsweise, in der Fracht genauso wichtig ist wie Passagiere. Die 737-200 mit Gravel-Kit ist inzwischen Geschichte, doch Combi-Jets und Schotterpisten-Turboprops machen jede Sichtung weiterhin besonders.

Kurzfazit

Canadian North (IATA 5T, ICAO AKT) ist die aus der Fusion mit First Air entstandene Airline der kanadischen Arktis. Achte auf den Inukshuk am Leitwerk, die Combi-Frachttür und das C-Kennzeichen – am leichtesten erwischst du sie in Ottawa und Edmonton.

Zusammenfassung

  • Canadian North erkennst du am Inukshuk am Leitwerk und an einer Flotte aus älteren Boeing 737 und ATR-42-Turboprops.
  • Für Spotter sind die Combi-Versionen das Highlight: Frachttür vorn, Paletten hinter dem Cockpit, Passagiere dahinter.
  • Im Süden siehst du die Airline am ehesten in Ottawa und Edmonton, im Norden an den Drehkreuzen Iqaluit und Yellowknife.
  • Seit 2025 gehört Canadian North zur Exchange Income Corporation, die mit Calm Air und Perimeter weitere Airlines im Norden betreibt.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hat Canadian North?

Der IATA-Code ist 5T, der ICAO-Code AKT, das Rufzeichen im Funk „ARCTIC“. Vor der vollständigen Zusammenführung nutzte Canadian North das Rufzeichen „EMPRESS“, First Air flog mit 7F/FAB und dem Rufzeichen „FIRST AIR“. Diese alten Rufzeichen wurden Anfang 2021 aufgegeben.

Was ist aus First Air geworden?

First Air und Canadian North haben zum 1. November 2019 fusioniert. Die neue Airline trägt den Namen Canadian North, übernahm aber die neue First-Air-Bemalung mit dem Inukshuk. Rechtlich fliegt sie über die Gesellschaft Bradley Air Services, also das alte First-Air-Unternehmen. Den Code 7F gibt es seitdem nicht mehr.

Wem gehört Canadian North?

Bis 2025 gehörte die Airline Inuit-Organisationen: Makivvik aus Nunavik als Mehrheitseigner und der Inuvialuit Development Corporation. Im Februar 2025 vereinbarten beide den Verkauf an die Exchange Income Corporation aus Winnipeg, der Abschluss wurde am 2. Juli 2025 gemeldet. Der Kaufpreis lag laut Berichten bei 205 Millionen kanadischen Dollar.

Fliegt Canadian North noch die Boeing 737-200?

Nein. Die letzte 737-200 Combi mit Gravel-Kit, C-GDPA, flog ihren letzten Linienflug am 6. Mai 2023 von Yellowknife nach Cambridge Bay. Die Airline ersetzte sie auf Schotterpisten durch ATR-Turboprops. In Kanada flogen 737-200 zuletzt noch bei anderen Betreibern wie Nolinor Aviation.

Was bedeutet Combi bei Canadian North?

Eine Combi ist ein Flugzeug, das Fracht und Passagiere gleichzeitig im Hauptdeck transportiert. Vorn sitzen Paletten hinter einer großen Frachttür, dahinter die Fluggäste. Die 737-400 Combi nimmt bis zu vier Paletten und 72 Passagiere mit, die umrüstbare 737-300 bis zu drei Paletten und 80 Passagiere. Auch die ATR 42-300 fliegt als Combi.

Wohin fliegt Canadian North?

Der Schwerpunkt liegt in Nunavut und den Nordwest-Territorien, dazu kommt Kuujjuaq in Nunavik. Im Süden sind Ottawa und Edmonton die wichtigsten Tore, außerdem Winnipeg. Drehkreuze im Norden sind Iqaluit und Yellowknife. Flüge nach Toronto, Calgary und Montreal hat die Airline wieder eingestellt.

Wo kann ich Canadian North spotten?

Am einfachsten in Ottawa und Edmonton, wo die 737 aus dem Norden ankommen. Wer in den Norden reist, sieht in Iqaluit und Yellowknife den ganzen Mix aus 737 und ATR. In Europa ist Canadian North nicht im Linienverkehr unterwegs.

Gehört Canadian North zu einer Allianz?

Nein. Canadian North ist in keiner Allianz, arbeitet aber mit Partnern zusammen: Codeshares bestehen mit Air North und Calm Air, seit 2024 gibt es eine Interline-Partnerschaft mit Air Greenland. Außerdem sammeln Fluggäste Aeroplan-Meilen.

Canadian North im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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