Malév Hungarian Airlines

Historische Staatsairline Ungarns: 1946 als ungarisch-sowjetische Maszovlet gegründet, ab 1954 Malév, später mit Boeing 737 und 767 im Westen angekommen, ab 2007 in oneworld – und am 3. Februar 2012 am Boden.

Auch bekannt als: Malév · MALÉV · Magyar Légiközlekedési Vállalat · Maszovlet · MA

UngarnUngarnNetzwerk-AirlinesIATA: MAICAO: MAH12 Min. Lesezeit

MA

IATA-Code

MAH

ICAO-Code

1946–2012

Jahre im Flugbetrieb

22

Flugzeuge bei der Einstellung

Das Wichtigste in Kürze

  • Malév ist eine historische ungarische Airline: gegründet 1946 als Maszovlet, ab 1954 unter dem Namen Malév, Flugbetrieb eingestellt am 3. Februar 2012.
  • Codes: IATA MA, ICAO MAH, Rufzeichen „MALEV“ – Heimatbasis war Budapest-Ferihegy.
  • Zwei Flotten-Welten: erst Li-2, Il-14, Il-18, Tu-134 und Tu-154, ab 1988 Boeing 737, später auch 767 und Fokker 70.
  • Langstrecke mit der Boeing 767: Ab Anfang der 1990er-Jahre flog Malév nach New York und Toronto, bis 2008.
  • Das Ende kam über Nacht: Nach einem EU-Urteil zu unerlaubten Staatshilfen und Beschlagnahmungen im Ausland blieben ab dem 3. Februar 2012 alle Flugzeuge am Boden.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Malév im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Die Flotte: von Tupolew zu Boeing
  5. 5.Mit der 767 über den Atlantik
  6. 6.Eigentümer, oneworld und das Ende
  7. 7.Woran du Malév erkennst
  8. 8.Malév im Spotter-Alltag heute
  9. 9.Häufige Verwechslungen
  10. 10.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeMA
ICAO-CodeMAH
RufzeichenMALEV
DrehkreuzeBUD
Allianzoneworld
StatusHistorisch – Flugbetrieb am 3. Februar 2012 eingestellt, Insolvenz am 14. Februar 2012 festgestellt
Gegründet29. März 1946 als Maszovlet, ein ungarisch-sowjetisches Gemeinschaftsunternehmen
Name MalévAb 25. November 1954, nachdem Ungarn die sowjetischen Anteile übernommen hatte
GeschäftsmodellStaatliche Netzwerk-Airline (Flag Carrier) mit Kurz-, Mittel- und zeitweise Langstrecke
Sitz und DrehkreuzBudapest, Flughafen Ferihegy (heute Budapest Liszt Ferenc, BUD)
Allianzoneworld, Mitglied vom 29. März 2007 bis zur Einstellung 2012
VielfliegerprogrammDuna Club
Eigentümer (Auswahl)Lange der ungarische Staat; 2007 AirBridge mit russischen Investoren, 2010 Rückverstaatlichung
Flotte bei Einstellung22 Flugzeuge: 6 Boeing 737-600, 7 737-700, 5 737-800 und 4 Dash 8 Q400
Fluggäste 2011rund 3,2 Millionen

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Malév Hungarian Airlines?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „MALÉV“ in Großbuchstaben mit Akzent auf dem É
  • Ungarisches Kennzeichen mit HA-, bei Jets oft in Reihen wie HA-L..
  • Flugnummer mit MA, im Flugplan der Flugsicherung MAH bzw. „MALEV“
  • Bis 2001 sowjetische Typen wie Tu-154 und Tu-134, danach fast nur noch Boeing 737 und Turboprops
  • Ab 2007 zusätzlich das oneworld-Logo am Rumpf einzelner Maschinen
  • Retro-Bemalung von 1957 auf der Dash 8 Q400 HA-LQD zum 65. Geburtstag 2011

Wer in Budapest am Flughafen steht, sieht heute vor allem Pink und Lila von Wizz Air. Bis 2012 war das anders: Da gehörte Ferihegy der Malév, der ungarischen Staatsairline mit dem Akzent im Namen. 66 Jahre lang flog sie unter wechselnden Vorzeichen – erst mit sowjetischen Propellerflugzeugen und Tupolews, später mit Boeing 737 und 767 bis nach New York. Diese Seite fasst zusammen, wie Malév entstand, welche Flugzeuge sie flog, warum sie so abrupt endete und wo du ihre Spuren heute noch findest.

Dein Archiv, sauber sortiert

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Malév im Überblick

Malév war die nationale Fluggesellschaft Ungarns und flog von 1946 bis 2012. Ihr Sitz und ihr einziges Drehkreuz lagen in Budapest, am Flughafen Ferihegy, der heute Budapest Liszt Ferenc heißt. Der Name ist eine Abkürzung von Magyar Légiközlekedési Vállalat, frei übersetzt „Ungarisches Luftverkehrsunternehmen“.

Kaum eine europäische Airline hat so viele politische Umbrüche durchlebt. Malév begann als ungarisch-sowjetisches Gemeinschaftsunternehmen, flog jahrzehntelang mit Flugzeugen aus der Sowjetunion und öffnete sich ab Ende der 1980er-Jahre dem Westen. In den 2000er-Jahren folgten Privatisierung, russische Investoren, die Rückkehr zum Staat und schließlich der Beitritt zur Allianz oneworld. Am Ende stand ein Urteil der EU-Kommission zu unzulässigen Staatshilfen – und am 3. Februar 2012 das plötzliche Aus.

Zum Schluss beschäftigte Malév rund 2.600 Menschen und beförderte 2011 etwa 3,2 Millionen Fluggäste. Ihr Streckennetz umfasste mehr als 50 Städte in 34 Ländern.

MAIATA-Code in der Flugnummer
MAHICAO-Code der Airline
HA-Kennzeichen-Präfix Ungarns

Die Geschichte in Etappen

Die Wurzeln von Malév liegen in der Nachkriegszeit. Am 29. März 1946 entstand die Maszovlet als Gemeinschaftsunternehmen von Ungarn und der Sowjetunion. Die ersten Flugzeuge waren Lisunow Li-2, ein sowjetischer Lizenzbau der DC-3, dazu kleine Po-2, die unter anderem für Luftpost eingesetzt wurden. 1950 zog der Betrieb an den neuen Flughafen Ferihegy, der für die folgenden sechs Jahrzehnte das Zuhause der Airline blieb.

1946

Gründung der Maszovlet als ungarisch-sowjetisches Gemeinschaftsunternehmen, Start mit Li-2.

1954

Am 25. November übernimmt Ungarn die sowjetischen Anteile – die Airline heißt ab jetzt Malév.

1960–1974

Die viermotorige Il-18 kommt, 1968 folgt mit der Tu-134 der erste Jet, ab Mitte der 1970er-Jahre fliegt die Tu-154 im Liniendienst.

1988

Am 18. November trifft mit einer Boeing 737-200 das erste westliche Flugzeug in Budapest ein.

1990er-Jahre

Boeing 767 für die Langstrecke nach New York und Toronto, Fokker 70 für kleinere Strecken, Alitalia steigt als Anteilseigner ein.

2001–2007

Die letzte Tu-154 geht 2001, ab 2003 ersetzt die 737 Next Generation die älteren 737. 2007 Privatisierung und oneworld-Beitritt.

2010–2012

Rückverstaatlichung 2010, EU-Entscheidung zu Staatshilfen im Januar 2012, Einstellung des Flugbetriebs am 3. Februar 2012.

Mit Ungarns Übernahme der sowjetischen Anteile 1954 wurde Malév eine rein ungarische Staatsairline. Ihr Netz wuchs in den folgenden Jahrzehnten vor allem in Richtung der anderen Ostblock-Hauptstädte, aber auch nach Westeuropa und in den Nahen Osten. In dieser Zeit war Malév Teil einer ganzen Familie staatlicher Airlines aus dem Osten Europas – vergleichbar mit ČSA in Prag, LOT in Warschau, Balkan in Sofia oder der Interflug in der DDR.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code MA: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code MAH: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
  • Rufzeichen MALEV: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.

Das Kennzeichen-Präfix der Malév-Flotte war das ungarische HA-. Viele Verkehrsflugzeuge trugen Kennzeichen in Reihen, an denen erfahrene Spotter den Typ fast schon ablesen konnten – etwa HA-LCG bei der Tu-154 im Aeropark oder HA-MOA bei einer Il-18. Wie Länderpräfixe grundsätzlich funktionieren, erklärt der Beitrag zu Länderkennungen an Flugzeugen.

Alte Fotos richtig beschriften

Notiere bei Malév-Fotos immer Kennzeichen und genauen Typ. Gerade die Boeing 737 flogen nach 2012 bei anderen Airlines weiter – über das Kennzeichen und die Seriennummer verfolgst du ihren Lebenslauf. Wie das geht, zeigt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.

Die Flotte: von Tupolew zu Boeing

Die Flottengeschichte von Malév ist eine kleine Zeitreise durch den Verkehrsflugzeugbau des 20. Jahrhunderts. Bis Ende der 1980er-Jahre stammten fast alle Flugzeuge aus der Sowjetunion, danach dominierte Schritt für Schritt Boeing.

Die sowjetische Ära

Nach Li-2 und Il-14 kam ab 1960 die Iljuschin Il-18, ein viermotoriger Turboprop, der bis 1989 im Einsatz blieb. 1968 startete mit der Tupolew Tu-134 das Jet-Zeitalter; insgesamt 14 Exemplare flogen bis 1998 für Malév. Das bekannteste Flugzeug dieser Zeit ist aber die Tupolew Tu-154: Der Dreistrahler mit den Triebwerken am Heck war ab den 1970er-Jahren das Rückgrat der Mittelstrecke. Malév setzte 18 Maschinen ein, die letzte schied 2001 aus – damit war die Airline nach rund 55 Jahren frei von Flugzeugen sowjetischer Bauart. Ergänzt wurde die Flotte zeitweise durch die kleine Jakowlew Jak-40.

Wer tiefer in diese Flugzeugfamilie einsteigen will, findet im Beitrag zu sowjetischen Verkehrsflugzeugen und beim Hersteller Tupolew die Hintergründe.

Der Schritt nach Westen

Am 18. November 1988 traf in Budapest die erste Boeing 737-200 ein. Malév gehörte damit zu den ersten Airlines im damaligen Ostblock, die ein westliches Verkehrsflugzeug betrieben. In den 1990er-Jahren folgten 737-300 und 737-400, für die Langstrecke kamen Boeing 767-200ER und 767-300ER hinzu, für kleinere Strecken ab 1995 die Fokker 70. Später ergänzten Bombardier CRJ200 und Dash 8 Q400 den Regionalverkehr.

Ab 2003 tauschte Malév die älteren 737 gegen die Next Generation aus. Am Ende flog eine überschaubare, moderne Flotte mit einem Durchschnittsalter von rund acht Jahren:

Typ Zeitraum bei Malév Einsatz Spotter-Hinweis
Iljuschin Il-18 1960–1989 Mittelstrecke, später Fracht Vier Propellerturbinen, heute im Aeropark
Tupolew Tu-134 1968–1998 Kurz- und Mittelstrecke Erster Jet, verglaste Bugnase
Tupolew Tu-154 1970er–2001 Mittelstrecke Drei Hecktriebwerke, T-Leitwerk
Boeing 737-200 ab 1988 Kurz- und Mittelstrecke Erstes westliches Muster
Boeing 767-300ER 1992–2008 Langstrecke Flog nach New York und Toronto
Boeing 767-200ER 1993–2009 Langstrecke Kürzerer Rumpf als die -300ER
Fokker 70 1995–2010 Kurzstrecke Hecktriebwerke, schlanker Rumpf
Boeing 737-600 bis 2012 Kurzstrecke 6 Stück, kürzeste NG
Boeing 737-700 bis 2012 Kurz- und Mittelstrecke 7 Stück, größte Gruppe zum Schluss
Boeing 737-800 bis 2012 Mittelstrecke 5 Stück
Dash 8 Q400 bis 2012 Regionalverkehr 4 Stück, eine davon in Retro-Farben

2009 unterzeichnete Malév außerdem eine Absichtserklärung über 15 Suchoi Superjet 100. Die Bestellung wurde 2011 auf Eis gelegt – geflogen ist der Superjet für Malév nie.

Die vielen 737-Generationen machen Malév-Fotos zu einer guten Übung. Ob du eine 737-200, eine Classic oder eine Next Generation vor dir hast, erkennst du an Triebwerken, Rumpflänge und Flügelspitzen – Schritt für Schritt erklärt im Guide zu den Generationen der Boeing 737. Für die Langstrecken-Jets hilft dir Boeing 757 und 767 unterscheiden.

Ex-Malév-Maschinen aufspüren

Leg Sichtungs-Alarme für die Kennzeichen früherer Malév-737 an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine davon im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Mit der 767 über den Atlantik

Ein Höhepunkt der Malév-Geschichte war die Langstrecke. Seit Anfang der 1990er-Jahre verband die Airline Budapest mit New York JFK und Toronto. Für ungarische Auswanderer und ihre Familien war das eine wichtige Brücke, für Spotter in Budapest ein Grund, auf die großen Zweistrahler zu warten. Eingesetzt wurden Boeing 767 in den Versionen -200ER und -300ER.

Wirtschaftlich blieb die Langstrecke schwierig. Im November 2007 wurden die Flüge nach Nordamerika ausgesetzt, im Juli 2008 endgültig gestrichen. Die 767 verließen danach die Flotte. Von da an war Malév eine reine Kurz- und Mittelstrecken-Airline mit Schwerpunkt Europa und Naher Osten.

Eigentümer, oneworld und das Ende

Die letzten zwei Jahrzehnte von Malév waren von wechselnden Eigentümern geprägt. In den 1990er-Jahren beteiligte sich Alitalia mit 30 Prozent, später lag die Airline wieder fast vollständig in der Hand der staatlichen Privatisierungsagentur. 2007 übernahm die Investorengruppe AirBridge nahezu alle Anteile; 2009 beteiligte sich die russische Staatsbank Vnesheconombank an AirBridge, und Aeroflot erhielt Einfluss auf die Geschäftsführung. Im Februar 2010 holte der ungarische Staat die Airline mit einer Kapitalerhöhung zurück und hielt danach 95 Prozent.

Mitten in diese Phase fiel der Beitritt zu oneworld am 29. März 2007 – auf den Tag genau 61 Jahre nach der Gründung. Malév war damit Partner von British Airways, Iberia, Finnair und American Airlines. Welche Allianz-Logos auf Flugzeugen auftauchen, zeigt der Beitrag zu Allianz-Lackierungen.

9. Januar 2012

Die EU-Kommission erklärt Staatshilfen aus den Jahren 2007 bis 2010 für unzulässig. Malév muss rund 38 Milliarden Forint zurückzahlen – etwa so viel wie der gesamte Umsatz eines Jahres.

Ende Januar 2012

Malév erklärt, den Betrieb nicht mehr finanzieren zu können. Lieferanten verlangen Vorkasse, im Ausland werden zwei Flugzeuge von Gläubigern festgesetzt.

3. Februar 2012

Am frühen Morgen stellt Malév den gesamten Flugbetrieb ein – nach 66 Jahren.

14. Februar 2012

Das Hauptstädtische Gericht in Budapest stellt die Zahlungsunfähigkeit fest, ein Liquidator übernimmt.

Für den Flughafen Budapest war das ein Schock: Malév stand für einen großen Teil des Verkehrs und der Einnahmen, vor allem für die Umsteiger. In die Lücke stießen Low-Cost-Airlines. Die in Budapest ansässige Wizz Air baute ihr Angebot in Ungarn 2012 kräftig aus, und Ryanair kündigte kurz nach dem Aus eine Basis in Budapest an. Wie Malév im Vergleich zu anderen Zusammenbrüchen dasteht, ordnet der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa ein.

Ein Ende ohne Abschiedsflug

Anders als bei vielen Airlines, die langsam ausliefen, gab es bei Malév keinen angekündigten letzten Linienflug. Der Betrieb endete von einem Tag auf den anderen, Fluggäste im Ausland mussten auf andere Airlines ausweichen. Wer an diesen Tagen in Budapest fotografiert hat, besitzt heute echte Zeitdokumente.

Woran du Malév erkennst

Auf Fotos aus den letzten Jahren erkennst du Malév am weißen Rumpf mit dem Schriftzug „MALÉV“ in Großbuchstaben – das Akzentzeichen über dem É ist ein gutes Erkennungsmerkmal. Dazu kommen das ungarische Kennzeichen mit HA- und, ab 2007, bei einzelnen Maschinen das oneworld-Logo.

Bei älteren Aufnahmen hilft der Flugzeugtyp: Eine Tu-154 oder Il-18 mit HA-Kennzeichen in Budapest ist mit großer Wahrscheinlichkeit Malév. Zum 65. Geburtstag 2011 lackierte die Airline außerdem die Dash 8 Q400 HA-LQD in der Bemalung von 1957 – eines der wenigen Retro-Motive der Airline. Mehr solche Rückblicke versammelt der Beitrag zu Retro-Lackierungen.

Zeigt dein altes Foto wirklich Malév?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Schriftzug „MALÉV“ mit Akzent auf dem É
  • Ungarisches Kennzeichen mit HA- am Rumpf
  • Typ wie Tu-154, Tu-134, Il-18, Boeing 737, 767, Fokker 70 oder Dash 8 Q400
  • Flugnummer mit MA oder Rufzeichen MALEV in deinen Notizen zum Foto
  • Aufnahme aus der Zeit vor Februar 2012
  • Ort Budapest-Ferihegy oder eine Malév-Destination

Malév im Spotter-Alltag heute

Im Linienverkehr wirst du Malév nicht mehr sehen. Es gibt aber drei Wege, der Airline trotzdem nahezukommen.

Erstens: der Aeropark. Am Flughafen Budapest stehen im Freiluftmuseum Aeropark mehrere frühere Malév-Flugzeuge, darunter die Tu-154B-2 HA-LCG, die Tu-134 HA-LBE und zwei Il-18. Viele kannst du betreten. Je nach Betriebsrichtung ziehen dabei aktuelle Anflüge über das Gelände – alt und neu in einem Bild.

Zweitens: das eigene Archiv. Wer zwischen den 1980er-Jahren und 2012 in Budapest, Frankfurt, Berlin, Hamburg oder an einem anderen Malév-Ziel fotografiert hat, findet mit etwas Glück Malév-Maschinen auf alten Speicherkarten oder Dias. Typ, Kennzeichen, Ort und Datum machen daraus saubere Logbuch-Einträge.

Drittens: das zweite Leben der Flugzeuge. Viele Boeing 737 der letzten Malév-Flotte gingen nach 2012 an neue Betreiber. Über das Kennzeichen und die Seriennummer findest du heraus, wo eine frühere Malév-Maschine heute fliegt – oder ob sie schon ausgemustert ist.

Gute Chancen auf Malév-Spuren, wenn …

  • du den Aeropark am Budapester Flughafen besuchst
  • du dein Fotoarchiv aus der Zeit vor Februar 2012 durchsiehst
  • du gezielt nach Kennzeichen früherer Malév-737 suchst

Prüf es genau, wenn …

  • ein sowjetisches Flugzeug mit HA-Kennzeichen nicht in Budapest steht – es kann auch ein anderer Betreiber gewesen sein
  • eine Dash 8 Q400 in ungewohnter Bemalung auftaucht – das kann die Retro-Maschine HA-LQD sein

Keine Chance auf Malév, wenn …

  • du heute im Flugplan nach MA-Flugnummern suchst – die Airline fliegt seit 2012 nicht mehr

Sicherheit und Regeln

Auch für Museums- und Flughafenbesuche gilt: Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus, halte dich an Absperrungen und die Hausordnung des Museums. Drohnen haben in der Nähe von Flughäfen nichts verloren.

Häufige Verwechslungen

  • Malév und Wizz Air gleichsetzen – Wizz Air ist eine eigenständige Low-Cost-Airline, die 2003 gegründet wurde und nach dem Ende von Malév in Budapest wuchs.
  • Die Gründung auf 1954 datieren – den Namen Malév gab es ab 1954, die Airline selbst flog schon seit 1946 als Maszovlet.
  • Jede Tu-154 für Malév halten – der Typ flog bei vielen Airlines im damaligen Ostblock. Erst das HA-Kennzeichen und der Schriftzug machen die Zuordnung sicher.
  • Die 767-Zeit überschätzen – Langstrecke flog Malév nur von Anfang der 1990er-Jahre bis 2008.
  • Malév für eine Low-Cost-Airline halten – mit oneworld, Vielfliegerprogramm und Drehkreuz war sie eine klassische Netzwerk-Airline.
  • Alte Flugdaten ohne Jahr lesen – Airline-Codes können nach dem Ende einer Airline neu vergeben werden; prüf bei MA-Einträgen immer das Datum.

Geschichte im eigenen Hangar

Sammle deine Malév-Fotos im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Malév erzählt in 66 Jahren die Geschichte Ungarns: sowjetische Gründung, Tupolews und Iljuschins im Kalten Krieg, eine der ersten Boeing-Flotten im Ostblock, Langstrecke nach Nordamerika, oneworld – und ein abruptes Ende im Februar 2012. Für Spotter bleibt die Airline ein lohnendes Archiv-Thema, und im Aeropark kannst du ihre Klassiker sogar betreten.

Kurzfazit

Malév (IATA MA, ICAO MAH) war von 1946 bis 2012 die Staatsairline Ungarns mit Drehkreuz Budapest. Schriftzug „MALÉV“ und HA-Kennzeichen verraten sie auf alten Fotos, Tu-154 und Il-18 in Malév-Farben siehst du heute im Aeropark.

Zusammenfassung

  • Malév war 66 Jahre lang die Airline Ungarns und spiegelte die Geschichte des Landes: sowjetische Gründung, Ostblock-Flotte, Öffnung zum Westen und schließlich EU-Recht.
  • Mit der Boeing 737-200 kam 1988 das erste westliche Flugzeug – Malév gehörte damit zu den ersten Ostblock-Airlines mit Boeing-Jets.
  • In den 2000er-Jahren bestand die Flotte aus Boeing 737 der Next Generation und Dash 8 Q400; die letzte Tu-154 verließ die Flotte 2001.
  • Für Spotter lebt Malév im Aeropark am Budapester Flughafen weiter, wo Tu-154, Tu-134 und Il-18 in Malév-Farben stehen.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Malév?

Malév flog mit dem IATA-Code MA in der Flugnummer und dem ICAO-Code MAH. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „MALEV“. Seit der Einstellung 2012 tauchen diese Codes nur noch in alten Flugplänen, Logbüchern und Fotodatenbanken auf.

Wann hat Malév den Flugbetrieb eingestellt?

Am 3. Februar 2012 in den frühen Morgenstunden. Zuvor hatte die EU-Kommission im Januar 2012 entschieden, dass Staatshilfen aus den Jahren 2007 bis 2010 unzulässig waren und zurückgezahlt werden mussten. Lieferanten verlangten Vorkasse, im Ausland wurden zwei Flugzeuge von Gläubigern festgesetzt. Am 14. Februar 2012 stellte das Hauptstädtische Gericht in Budapest die Zahlungsunfähigkeit fest.

Was bedeutet der Name Malév?

Malév ist die Abkürzung von Magyar Légiközlekedési Vállalat, sinngemäß „Ungarisches Luftverkehrsunternehmen“. Den Namen trug die Airline ab dem 25. November 1954. Davor hieß sie Maszovlet und war ein ungarisch-sowjetisches Gemeinschaftsunternehmen.

Welche Flugzeuge flog Malév?

In den ersten Jahrzehnten sowjetische Typen: Li-2, Il-14, Il-18, Tu-134, Tu-154 und Jak-40. Ab 1988 kamen Boeing 737 in mehreren Generationen dazu, in den 1990er-Jahren Boeing 767-200ER und 767-300ER für die Langstrecke sowie Fokker 70. Bei der Einstellung bestand die Flotte aus 22 Flugzeugen: Boeing 737-600, 737-700, 737-800 und Dash 8 Q400.

War Malév Mitglied einer Allianz?

Ja. Malév trat am 29. März 2007 der Allianz oneworld bei – auf den Tag genau 61 Jahre nach der Gründung. Partner waren damit unter anderem British Airways, American Airlines, Iberia und Finnair. Mit der Einstellung des Flugbetriebs endete die Mitgliedschaft.

Flog Malév auch auf der Langstrecke?

Ja. Seit Anfang der 1990er-Jahre verband Malév Budapest mit New York JFK und Toronto, eingesetzt wurden Boeing 767. Im November 2007 wurden die Flüge ausgesetzt und im Juli 2008 endgültig gestrichen; die 767 verließen die Flotte bis 2009.

Wo kann ich heute noch Malév-Flugzeuge sehen?

Am besten im Aeropark am Flughafen Budapest. Dort stehen unter anderem die Tu-154B-2 HA-LCG, die Tu-134 HA-LBE und zwei Il-18 in Malév-Farben, viele davon begehbar. Die Sammlung kann sich ändern – prüf vor dem Besuch die Angaben des Museums.

Welche Airlines übernahmen nach Malév in Budapest?

Vor allem Low-Cost-Airlines füllten die Lücke. Die in Budapest ansässige Wizz Air baute ihr Angebot 2012 deutlich aus, Ryanair kündigte kurz nach dem Aus eine Basis in Budapest an. Eine neue ungarische Netzwerk-Airline mit Drehkreuz gibt es seitdem nicht.

Malév Hungarian Airlines im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Tupolew Tu-154

Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und lange Gondeln hinter dem Flügel: Die Tu-154 war das Arbeitspferd von Aeroflot und dem Ostblock. Heute ist sie fast nur noch im Museum zu sehen.

Flugzeugtyp

Tupolew Tu-134

Verglaste Nase, zwei Triebwerke am Heck, hohes T-Leitwerk und Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-134 war der Kurzstreckenjet des Ostblocks und bei der Interflug der erste Jet. Heute begegnest du ihr fast nur noch im Museum.

Flugzeugtyp

Iljuschin Il-18

Vier Propellerturbinen unter einem langen, geraden Flügel, ein schlanker Rumpf und ein tiefes, sonores Brummen: Die Il-18 war der erste große Turboprop-Airliner der Sowjetunion und in den 1960er-Jahren das Rückgrat der Interflug. So erkennst du den Klassiker.

Flugzeugtyp

Boeing 737-600

Nur 69 Exemplare, kein Winglet, ein Rumpf so kurz wie bei der alten 737-500: Die 737-600 ist die seltenste 737 der Next Generation. So erkennst du sie – und weißt, wo sie noch fliegt.

Flugzeugtyp

Boeing 737-700

Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.

Flugzeugtyp

Boeing 737-800

Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.

Flugzeugtyp

Boeing 767-200/-200ER

Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.

Flugzeugtyp

Boeing 767-300ER

Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.

Flugzeugtyp

Fokker 70

Kurz, gedrungen, zwei Tay-Triebwerke am Heck und ein Rumpfende, das bei der Landung aufklappt: Die Fokker 70 ist die kleine Schwester der Fokker 100 – bekannt von KLM Cityhopper, als Regierungsjet und heute ein seltener Fang.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)

Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.

Weitere Airlines

Low-Cost

Wizz Air

Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.

Netzwerk

Czech Airlines

Historische tschechische Nationalairline: ČSA flog von 1923 bis Oktober 2024 ab Prag, war früh mit der Tu-104 im Jetzeitalter, flog die Il-62 bis nach New York und lebt heute nur noch als Marke an Airbus-Jets von Smartwings weiter.

Netzwerk

LOT Polish Airlines

Polens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Warschau: gegründet 1928, seit 2003 in der Star Alliance, erster Dreamliner-Betreiber Europas – und vor dem Wechsel von Embraer auf Airbus A220.

Netzwerk

Interflug

Historische Staatsairline der DDR: 1958 gegründet, ab 1963 alleiniger ziviler Luftverkehr der DDR mit Il-18, Tu-134 und Il-62 ab Berlin-Schönefeld – und 1991 nach dem Ende der DDR abgewickelt.

Netzwerk

Balkan Bulgarian Airlines

Historische Staatsairline Bulgariens aus Sofia: als TABSO mit sowjetischer Beteiligung groß geworden, ab 1968 Balkan, früher Exportkunde von Tu-134 und Tu-154 und nach der Wende mit Boeing und Airbus unterwegs – bis zur Insolvenz im Herbst 2002.

Netzwerk

JAT Yugoslav Airlines

Historische Nationalairline Jugoslawiens aus Belgrad: 1947 gestartet, mit Caravelle, DC-9, Boeing 727, DC-10 und als erste europäische Airline mit der 737-300 groß geworden, durch Sanktionen in den 1990er-Jahren fast stillgelegt, ab 2003 Jat Airways und seit Oktober 2013 Air Serbia.

Flughäfen & Hersteller dazu

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Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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