Das Wichtigste in Kürze
- Balkan Bulgarian Airlines war die Staatsairline Bulgariens mit Drehkreuz Sofia; ihre Wurzeln reichen bis 1947 zurück, im Herbst 2002 war nach der Insolvenz Schluss.
- Codes: IATA LZ, ICAO LAZ, Rufzeichen „BALKAN“ – der IATA-Code entspricht dem bulgarischen Kennzeichen-Präfix LZ-.
- Drei Namen, eine Linie: staatlicher Luftverkehr ab 1947, die bulgarisch-sowjetische TABSO ab 1949 und Balkan ab 1968.
- Früher Kunde sowjetischer Jets: Balkan flog die Tu-134 ab 1968 und die Tu-154 ab 1972 als einer der ersten Betreiber außerhalb der Sowjetunion.
- Nach der Wende kamen Boeing 737, Airbus A320 und Boeing 767 dazu; die Privatisierung 1999 an ein israelisches Konsortium scheiterte.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | LZ |
|---|---|
| ICAO-Code | LAZ |
| Rufzeichen | BALKAN |
| Drehkreuze | SOF |
| Status | Historisch – nach Insolvenz im Herbst 2002 aufgelöst; Nachfolgerin ist die im Dezember 2002 gestartete Bulgaria Air |
| Geschäftsmodell | Staatliche Netzwerk-Airline mit Inlands-, Europa- und Fernstrecken ab Sofia, dazu umfangreicher Charterverkehr an die Schwarzmeerküste |
| Vorgänger | Ab 1947 staatlicher Luftverkehr (erster Flug Sofia–Burgas am 29. Juni 1947), ab 1949 die bulgarisch-sowjetische TABSO |
| Name Balkan | Ab 1968; offiziell Balkan Bulgarian Air Transport, im Alltag Balkan Bulgarian Airlines oder kurz Balkan |
| Sitz und Drehkreuz | Sofia (SOF); weitere wichtige Flughäfen waren Burgas, Warna und Plovdiv |
| Eigentümer | Bis 1999 Staatsbesitz (die sowjetischen Anteile kaufte Bulgarien 1954 zurück), danach mehrheitlich bei einem israelischen Konsortium um die Zeevi-Gruppe |
| Allianz | keine |
| Prägende Typen | Lisunow Li-2, Iljuschin Il-14 und Il-18, Tupolew Tu-134 und Tu-154, Jakowlew Jak-40, Antonow An-12 und An-24 |
| Westliche Typen | Ab 1990/91 Boeing 737-500, Airbus A320 und zwei Boeing 767-200ER, später auch Boeing 737-300 und ATR 42 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Balkan Bulgarian Airlines?
- Bulgarisches Kennzeichen mit LZ-, etwa LZ-BTN an einer Tu-154 oder LZ-TUB an einer Tu-134
- Schriftzug „Balkan“ am Rumpf; Fotos aus der Zeit vor 1968 zeigen stattdessen TABSO-Titel
- Fast ausschließlich sowjetische Typen bis Ende der 1980er-Jahre: Il-18, Tu-134, Tu-154, Jak-40, An-24
- Ab 1990 auch westliche Jets wie Boeing 737-500, Airbus A320 und Boeing 767-200ER mit LZ-Kennzeichen
- Flugnummern mit LZ, im Funk das Rufzeichen BALKAN, im Flugplan der Code LAZ
- Heute nur noch auf Archivfotos – seit 2002 fliegt keine Balkan mehr
Wer in den 1970er- oder 1980er-Jahren an einem europäischen Flughafen stand, kennt den Sound: das Fauchen einer Tu-154 mit ihren drei Hecktriebwerken, am Rumpf der Schriftzug „Balkan“, am Heck ein Kennzeichen mit LZ-. Balkan Bulgarian Airlines war die Staatsairline Bulgariens, einer der treuesten Kunden des sowjetischen Flugzeugbaus und für viele Urlauber das Ticket an die Schwarzmeerküste. 2002 war nach über einem halben Jahrhundert bulgarischer Staatsluftfahrt Schluss. Hier erfährst du, woher die Airline kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Historische Airline
Balkan Bulgarian Airlines wurde nach der Insolvenz im Herbst 2002 aufgelöst. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die heutige bulgarische Nationalairline ist Bulgaria Air – eine eigenständige, 2002 gegründete Gesellschaft.
Balkan im Überblick
Balkan Bulgarian Airlines war die staatliche Airline Bulgariens mit Sitz und Drehkreuz in Sofia. Ihre Geschichte beginnt 1947 mit dem ersten Flug des staatlichen Luftverkehrs von Sofia nach Burgas, setzt sich ab 1949 mit der bulgarisch-sowjetischen TABSO fort und mündet 1968 in den Namen Balkan. Offiziell hieß die Gesellschaft Balkan Bulgarian Air Transport, im Alltag sprach man von Balkan Bulgarian Airlines oder einfach von Balkan.
Typisch für Balkan war die Doppelrolle: Einerseits Linienairline eines Ostblockstaats mit einem erstaunlich weiten Netz bis nach Afrika, in den Nahen Osten und nach Asien, andererseits Ferienflieger, der Urlauber aus Ost und West an die Schwarzmeerküste brachte. Daneben betrieb Balkan über Jahrzehnte auch Spezialflüge, etwa mit Agrarflugzeugen und Hubschraubern.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code LZ: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code LAZ: Kennung im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen BALKAN: so meldeten sich die Crews im Funk.
Eine hübsche Eselsbrücke für dein Archiv: Der IATA-Code LZ entspricht dem bulgarischen Kennzeichen-Präfix LZ-. Verwechseln solltest du beides trotzdem nicht – das eine steht in der Flugnummer, das andere am Flugzeug. Die heutige Bulgaria Air fliegt übrigens mit eigenen Codes, nicht mit LZ. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.
Ostblock-Klassiker im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – auch deine Archivfotos von Balkan, Interflug oder Malév bekommen so ihren Platz in der Sammlung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Geschichte: von TABSO zu Balkan
Die Anfänge nach dem Krieg (1947–1949)
Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Bulgarien einen staatlichen Luftverkehr auf. Am 29. Juni 1947 startete der erste Flug von Sofia über Plovdiv nach Burgas – mit einer Junkers Ju 52, dem robusten Dreimotorer, dessen Geschichte der Artikel Junkers Ju 52 erzählt. Bald darauf kamen Lisunow Li-2 dazu, die sowjetische Lizenzversion der Douglas DC-3.
TABSO: die bulgarisch-sowjetische Gemeinschaftsairline (1949–1968)
Unter sowjetischem Einfluss entstand daraus eine bulgarisch-sowjetische Gemeinschaftsairline, die ab 1949 als TABSO firmierte. Die sowjetische Seite brachte Flugzeuge ein, die bulgarische Flughäfen, Gebäude und Personal. 1954 kaufte Bulgarien die sowjetischen Anteile zurück, TABSO war fortan rein staatlich. Ab 1956 flogen Iljuschin Il-14, und 1962 kam mit der Iljuschin Il-18 der erste Turboprop für lange Strecken – mit ihm erreichte TABSO Ziele weit außerhalb Europas.
In diese Zeit fällt auch eine Episode, die viele westdeutsche Urlauber betraf: Ende der 1960er-Jahre entstand die Chartergesellschaft Bulair, die vor allem Urlauber aus Westeuropa, darunter aus der Bundesrepublik, an die Schwarzmeerküste nach Warna und Burgas flog. Anfang der 1970er-Jahre wurde Bulair wieder aufgelöst, ihre Flugzeuge gingen an die Staatsairline. Den Unterschied zwischen Charter- und Liniengeschäft erklärt Charterflug und Linienflug.
Balkan und die Ära der Tupolew-Jets (1968–1989)
1968 erhielt die Airline den Namen Balkan. Im selben Jahr nahm sie mit der Tupolew Tu-134 ihren ersten Jet in Betrieb und war damit der erste ausländische Kunde des Typs; eine der ersten Strecken führte von Sofia nach London. 1972 folgte die Tu-154 – auch hier gehörte Balkan zu den ersten Betreibern außerhalb der Sowjetunion. Ergänzt wurde die Flotte durch kleine Jak-40 für Inlandsstrecken, An-24-Turboprops und An-12-Frachter.
Das Streckennetz wuchs beachtlich. Laut der englischsprachigen Wikipedia flog Balkan um 1970 in 22 Länder in Europa, Afrika und Asien, in den 1970er-Jahren kamen weitere Ziele in Afrika und Asien hinzu. Ende der 1980er-Jahre beförderte die Airline nach diesen Angaben rund drei Millionen Fluggäste im Jahr – etwa zu gleichen Teilen im Inland, im Charter und im internationalen Linienverkehr. 1988 trat Balkan der IATA bei. Wie sich die sowjetischen Muster dieser Zeit entwickelten, zeigt Sowjetische Verkehrsflugzeuge.
Zu dieser Ära gehören auch schwere Unglücke. 1966 stürzte eine Il-18 der TABSO bei Bratislava ab, 82 Menschen starben. Im Januar 1971 verunglückte eine Il-18 im Nebel beim Anflug auf Zürich, 45 Menschen kamen ums Leben. Am 16. März 1978 stürzte die Tu-134 LZ-TUB bei Gabare ab – mit 73 Todesopfern der schwerste Flugunfall in der Geschichte Bulgariens. 1984 verunglückte eine weitere Tu-134 im Schneetreiben beim Anflug auf Sofia.
Die Wende und der Schwenk nach Westen (1989–1999)
Mit dem Ende des Ostblocks änderte sich alles. 1990 wurde die Regionalairline Hemus Air als zweite Staatsairline abgespalten, private Konkurrenten kamen auf den Markt, und die staatlichen Zuschüsse brachen weg. Balkan reagierte mit westlichem Gerät: Ab 1990 flogen Boeing 737-500, 1991 kamen Airbus A320 und zwei von Air France geleaste Boeing 767-200ER hinzu. Die 767 gingen bis 1998 an Air France zurück, die A320 an andere Leasingnehmer. Später ergänzten Boeing 737-300 und Ende 1999 zwei ATR 42 die Flotte. Die Tu-154 blieb dennoch das Rückgrat.
Privatisierung und Ende (1999–2002)
1999 verkaufte die bulgarische Regierung die Mehrheit an Balkan an ein israelisches Konsortium um die Zeevi-Gruppe; anfangs war auch die Muttergesellschaft von Arkia beteiligt. Der Kaufpreis war symbolisch niedrig, verbunden mit Investitionszusagen. Die Rechnung ging nicht auf: Anfang 2001 stellte der Eigentümer die Finanzierung ein, Balkan musste den Flugbetrieb vorübergehend einstellen und kam unter Zwangsverwaltung. 2002 verkaufte die Airline Start- und Landerechte in London-Heathrow an British Airways. Im Herbst 2002 lehnten die Gläubiger einen Sanierungsplan ab und stimmten für die Auflösung.
Der Staat reagierte schnell: Eine neu gegründete Gesellschaft übernahm den Betrieb und startete am 4. Dezember 2002 – erst für kurze Zeit als Balkan Air Tour, dann als Bulgaria Air. Balkan reiht sich damit in die Liste der osteuropäischen Staatsairlines ein, die den Übergang in die Marktwirtschaft nicht überlebten; mehr dazu in Große Airline-Pleiten in Europa.
1947–1949: Staatlicher Luftverkehr
Erster Flug Sofia–Burgas mit Ju 52, danach Li-2.
1949–1968: TABSO
Bulgarisch-sowjetische Gemeinschaftsairline, ab 1954 rein staatlich, ab 1962 Il-18 auf langen Strecken.
1968–1989: Balkan
Neuer Name, Tu-134 ab 1968, Tu-154 ab 1972, weites Netz und viel Charterverkehr.
1990–2002: Westflotte und Ende
Boeing 737, A320 und 767, Privatisierung 1999, Insolvenz und Auflösung 2002.
Balkan und Deutschland
Für deutsche Spotter war Balkan aus zwei Richtungen sichtbar. Im Westen flog die Airline Linie nach Frankfurt und brachte im Charter Urlauber an die bulgarische Küste. Im Osten gehörte Balkan zum Alltag: In den 1980er-Jahren starteten Charterflüge ab Berlin-Schönefeld, Dresden, Erfurt und Leipzig nach Burgas und Warna – neben der DDR-Staatsairline Interflug, deren Geschichte der Artikel Interflug ausführlich erzählt. Wer Fotoalben aus DDR-Urlauben durchblättert, findet dort nicht selten eine Tu-154 mit LZ-Kennzeichen auf dem Vorfeld in Burgas.
| Region | Ziele (Auswahl) | Hinweis |
|---|---|---|
| Bulgarien | Sofia, Burgas, Warna, Plovdiv | Nach 1989 nur noch die internationalen Flughäfen |
| Deutschland | Frankfurt, Berlin, Charter ab DDR-Flughäfen | Wichtiger Charter- und Linienmarkt |
| Westeuropa | London, Paris, Rom, Madrid, Zürich, Stockholm | Linienverkehr |
| Naher Osten und Afrika | Kairo, Damaskus, Beirut, Tripolis, Lagos, Accra | Traditionell starke Märkte |
| Asien | Bangkok, Colombo, Malé | Fernstrecken, lange mit der Tu-154 |
Die Tabelle fasst Ziele aus verschiedenen Jahrzehnten zusammen, nicht einen einzelnen Flugplan.
Die Flotte
Die Flotte von Balkan spiegelt die politische Geschichte Bulgariens: erst sowjetisch, dann gemischt. Die englischsprachige Wikipedia nennt in ihrer Flottenübersicht für 1970 und 1980 jeweils 54 Flugzeuge, für 1990 rund 69 und für 2000 noch 44 – inklusive Kleinflugzeugen für Agrar- und Sondereinsätze.
| Typ | Zeitraum | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Lisunow Li-2 | ab den späten 1940er-Jahren | Erste Linienflüge | Sowjetische DC-3-Lizenz |
| Iljuschin Il-14 | ab 1956 | Inland und Europa | Zweimotoriger Kolbenmotor-Klassiker |
| Iljuschin Il-18 | ab 1962 | Mittel- und Langstrecke | Viermotoriger Turboprop, Balkan flog ihn sehr lange |
| Tupolew Tu-134 | ab 1968, in den 1990er-Jahren ausgemustert | Europa | Erster Jet; Balkan war der erste Exportkunde |
| Tupolew Tu-154 | ab 1972 | Rückgrat auf Mittel- und Langstrecke | Um 2000 noch über 20 Exemplare der Versionen B und M |
| Jakowlew Jak-40 | ab 1974 | Inland | Kleiner Dreistrahler |
| Antonow An-24 und An-12 | ab den 1960er-Jahren | Regionalverkehr bzw. Fracht | Hochdecker |
| Boeing 737-300/-500 | ab 1990 | Europa | Erste westliche Jets |
| Airbus A320 | 1991 bis spätestens 1998 | Europa | Später weitergegeben |
| Boeing 767-200ER | 1991 bis spätestens 1998 | Langstrecke | Von Air France geleast |
Hersteller der sowjetischen Flotte waren unter anderem Tupolew und Antonow. Für Agrar- und Sondereinsätze nutzte Balkan außerdem Kleinflugzeuge und Hubschrauber, um 2000 auch die tschechische Let L-410.
Tu-154: das Gesicht der Airline
Kein Typ prägte Balkan so sehr wie die Tu-154. Mit drei Triebwerken am Heck, T-Leitwerk und der markanten Fahrwerksverkleidung an den Flügeln ist sie auch auf unscharfen Fotos sofort zu erkennen. Balkan flog über die Jahre mehrere Versionen, zuletzt die B- und die modernisierte M-Version, und setzte sie lange auch auf Fernstrecken ein – einen Kauf der Il-62 sparte sich die Airline laut englischsprachiger Wikipedia. Wie du Tu-154B und Tu-154M unterscheidest, steht auf der Typenseite.
Tu-134 und Il-18: die Klassiker davor
Die Tu-134 mit ihrer verglasten Bugnase war Balkans erster Jet und eine Zeit lang das Arbeitspferd auf den Europastrecken. Die Il-18 dagegen blieb erstaunlich lange in der Flotte: Noch um 2000 führte die Flottenliste einzelne Exemplare. Für Liebhaber alter Turboprops ist sie heute eines der begehrtesten Archivmotive. Tipps für solche Oldtimer findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Tu-154 auf der Wunschliste
Setz seltene Typen wie die Tu-154 oder die Il-18 auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eines der wenigen noch fliegenden Exemplare in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Balkan erkennst
Das sicherste Merkmal ist das Kennzeichen. Bulgarische Flugzeuge tragen das Präfix LZ-, bei Balkan etwa LZ-TUB an einer Tu-134 oder LZ-BED an einer Il-18. Am Rumpf stand der Name „Balkan“; auf Fotos aus der Zeit vor 1968 liest du stattdessen TABSO. Die Bemalung änderte sich über die Jahrzehnte mehrfach – achte deshalb vor allem auf Titel, Kennzeichen und Typ.
Ein zweites Indiz ist der Typ im Zusammenspiel mit dem Jahr: Eine Tu-154 mit LZ-Kennzeichen kann in den 1970er- und 1980er-Jahren fast nur Balkan gehören. Nach 1990 wird es kniffliger, denn private bulgarische Airlines flogen ebenfalls sowjetische Typen mit LZ-Kennzeichen. Bei westlichen Typen hilft der Blick auf die Titel, gerade bei geleasten Maschinen mit Resten der Vorbesitzer-Bemalung; mehr dazu in Hybrid- und Mischlackierungen erkennen.
Spricht für Balkan
- LZ-Kennzeichen an Il-18, Tu-134 oder Tu-154 aus den 1970er- und 1980er-Jahren
- Schriftzug „Balkan“ am Rumpf
- Aufnahme aus Burgas oder Warna mit Ferienfliegern aus der DDR oder dem Westen daneben
- Boeing 737-500, A320 oder 767-200ER mit LZ-Kennzeichen aus den 1990er-Jahren
Spricht dagegen
- Schriftzug „Bulgaria Air“ – dann ist es die Nachfolgerin ab Dezember 2002
- Titel „TABSO“ – dann stammt das Foto aus der Zeit vor 1968
- Titel von Hemus Air oder privaten Airlines – dann flog eine andere bulgarische Gesellschaft
Archivfotos richtig einordnen
Notiere bei alten Balkan-Fotos immer Kennzeichen, Typ, Ort und – so gut es geht – das Jahr. Gerade Tu-154 wechselten nach 2002 oft den Betreiber oder trugen in der Übergangszeit Titel der Nachfolgegesellschaft. Mit Planetrack postest du solche Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen und behältst deine Ostblock-Sammlung im Hangar beisammen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Balkan im Ostblock-Umfeld
Balkan gehörte zu einer Familie staatlicher Airlines, die alle ähnlich ausgestattet waren: Aeroflot als großer Bruder, dazu Interflug in der DDR, Malév in Ungarn, TAROM in Rumänien, ČSA in der Tschechoslowakei und LOT in Polen. Auch die jugoslawische JAT und die kubanische Cubana setzten sowjetische Typen ein. Interflug, Malév und Balkan haben gemeinsam, dass sie die Jahre nach der Wende nicht überlebten – nur ihre Nachfolger oder Schwesterairlines fliegen heute weiter.
Gute Chancen auf Balkan-Material, wenn …
- du Urlaubsfotos von der bulgarischen Schwarzmeerküste aus den 1970er- bis 1990er-Jahren hast
- du Fotoarchive aus DDR-Flughäfen oder aus Frankfurt und Zürich durchsuchst
- du nach früheren Balkan-Tu-154 suchst, die später bei anderen Betreibern flogen
Keine Chance, wenn …
- du Balkan live am Zaun erwischen willst – die Airline gibt es seit 2002 nicht mehr
Häufige Verwechslungen
- Balkan und Bulgaria Air gleichsetzen – Bulgaria Air ist eine 2002 neu gegründete Gesellschaft mit eigenen Codes.
- TABSO und Balkan als zwei Airlines sehen – es ist dieselbe Linie unter verschiedenen Namen.
- IATA-Code und Kennzeichen verwechseln – LZ steht bei Balkan sowohl in der Flugnummer als auch am Flugzeug, meint aber zwei verschiedene Dinge.
- Jede bulgarische Tu-154 Balkan zuschreiben – nach 1990 flogen auch andere bulgarische Airlines sowjetische Typen.
- Tu-134 und Tu-154 verwechseln – die Tu-134 hat zwei Triebwerke am Heck und meist eine verglaste Nase, die Tu-154 drei.
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Fazit
Balkan Bulgarian Airlines war über Jahrzehnte das Aushängeschild der bulgarischen Luftfahrt. Aus dem staatlichen Luftverkehr von 1947 und der bulgarisch-sowjetischen TABSO wurde 1968 eine Airline, die als früher Kunde von Tu-134 und Tu-154 ein weites Netz aufbaute und Millionen Urlauber an die Schwarzmeerküste brachte. Nach der Wende versuchte Balkan mit Boeing und Airbus den Neustart, doch Schulden und eine gescheiterte Privatisierung beendeten 2002 diese Geschichte. Für Spotter bleibt eine Airline, die sich auf Archivfotos dank LZ-Kennzeichen, Balkan-Schriftzug und Tupolew-Flotte gut zuordnen lässt.
Kurzfazit
Balkan Bulgarian Airlines (IATA LZ, ICAO LAZ) war die historische Staatsairline Bulgariens mit Drehkreuz Sofia. Sie flog vor allem Il-18, Tu-134 und Tu-154, ab 1990 auch Boeing und Airbus, und wurde nach der Insolvenz 2002 durch Bulgaria Air abgelöst.
Zusammenfassung
- Balkan verband Sofia mit Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien und brachte zugleich Hunderttausende Urlauber an die bulgarische Schwarzmeerküste nach Burgas und Warna.
- Spotter in Ost- und Westdeutschland kannten die Airline vor allem von Charterflügen – in der DDR starteten in den 1980er-Jahren Flüge ab Berlin-Schönefeld, Dresden, Erfurt und Leipzig an die Küste.
- Nach 1989 fehlten Subventionen und lukrative Strecken; die Privatisierung 1999 brachte keine Wende, 2001 stand der Flugbetrieb zeitweise still, im Herbst 2002 folgte die Auflösung.
- Auf Archivfotos erkennst du Balkan am LZ-Kennzeichen, am Schriftzug „Balkan“ und an der Flotte aus Il-18, Tu-134 und Tu-154.
Häufige Fragen
Gibt es Balkan Bulgarian Airlines heute noch?
Nein. Balkan wurde nach der Insolvenz im Herbst 2002 aufgelöst, nachdem die Gläubiger einen Sanierungsplan abgelehnt hatten. Der bulgarische Staat gründete daraufhin eine neue Airline, die am 4. Dezember 2002 den Betrieb aufnahm – zunächst kurz als Balkan Air Tour, dann als Bulgaria Air.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Balkan?
Balkan flog unter dem IATA-Code LZ und dem ICAO-Code LAZ. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „BALKAN“. Bulgaria Air nutzt eigene Codes (FB und LZB).
Was war TABSO?
TABSO war die bulgarisch-sowjetische Gemeinschaftsairline, die ab 1949 unter diesem Namen flog. Die Sowjetunion stellte Flugzeuge, Bulgarien Flughäfen und Personal. 1954 übernahm Bulgarien die sowjetischen Anteile, 1968 wurde aus TABSO die Balkan.
Welche Flugzeuge flog Balkan?
Bis Ende der 1980er-Jahre fast nur sowjetische Muster: Li-2, Il-14, Il-18, Tu-134, Tu-154, Jak-40, An-12 und An-24. Ab 1990 kamen westliche Typen hinzu, darunter Boeing 737-500, Airbus A320 und Boeing 767-200ER, später auch 737-300 und ATR 42. Die Tu-154 blieb bis zuletzt ein Rückgrat der Flotte.
Warum ging Balkan pleite?
Nach dem Ende des Ostblocks fielen Subventionen weg, Konkurrenz und Schulden wuchsen. 1999 verkaufte die Regierung die Mehrheit an ein israelisches Konsortium um die Zeevi-Gruppe. Der neue Eigentümer stellte 2001 die Finanzierung ein, der Flugbetrieb ruhte zeitweise, und im Herbst 2002 stimmten die Gläubiger für die Auflösung.
Flog Balkan nach Deutschland?
Ja. Neben Linienflügen, etwa nach Frankfurt und Berlin, war der Charterverkehr wichtig: Ende der 1960er-Jahre flog die Chartergesellschaft Bulair unter anderem westdeutsche Urlauber, in den 1980er-Jahren gingen Charterflüge ab Berlin-Schönefeld, Dresden, Erfurt und Leipzig nach Burgas und Warna.
Ist Bulgaria Air dieselbe Airline wie Balkan?
Rechtlich nicht. Bulgaria Air ist eine 2002 neu gegründete Gesellschaft, die als Nachfolgerin von Balkan auftrat und Teile des Betriebs übernahm. Sie fliegt mit eigenen Codes und einer anderen Flotte.
Balkan Bulgarian Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Tupolew Tu-154
Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und lange Gondeln hinter dem Flügel: Die Tu-154 war das Arbeitspferd von Aeroflot und dem Ostblock. Heute ist sie fast nur noch im Museum zu sehen.
FlugzeugtypTupolew Tu-134
Verglaste Nase, zwei Triebwerke am Heck, hohes T-Leitwerk und Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-134 war der Kurzstreckenjet des Ostblocks und bei der Interflug der erste Jet. Heute begegnest du ihr fast nur noch im Museum.
FlugzeugtypIljuschin Il-18
Vier Propellerturbinen unter einem langen, geraden Flügel, ein schlanker Rumpf und ein tiefes, sonores Brummen: Die Il-18 war der erste große Turboprop-Airliner der Sowjetunion und in den 1960er-Jahren das Rückgrat der Interflug. So erkennst du den Klassiker.
FlugzeugtypJakowlew Jak-40
Ein kleiner Jet mit geraden Flügeln, drei Triebwerken am Heck und einer Treppe, die unter dem Rumpfende herausklappt: Die Jak-40 sollte in der Sowjetunion Propellerflugzeuge auf kurzen Graspisten ablösen – und flog sogar ab Hamburg. So erkennst du den Klassiker.
FlugzeugtypAntonov An-24
Zwei Propellerturbinen, ein hoch angesetzter Flügel und robuste Technik für Schotterpisten: Die An-24 war das Arbeitspferd der sowjetischen Regionalluftfahrt. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.
FlugzeugtypAntonov An-12
Verglaste Nase, vier brummende Turboprops und ein Heck, an dem früher ein Bordschütze saß: Die An-12 ist ein Frachter aus den 1950ern, der bis heute durch Europa fliegt. So erkennst du sie und so erwischst du sie.
FlugzeugtypJunkers Ju 52/3m (Tante Ju)
Wellblech, drei Sternmotoren und ein unverwechselbares Brummen: Die Junkers Ju 52 war das Rückgrat der frühen Lufthansa und flog bis 2018 noch Passagiere. So erkennst du die Tante Ju – und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypBoeing 737-500
Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 767-200/-200ER
Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypATR 42-300/320
Hochdecker, T-Leitwerk und nur vier Blätter pro Propeller: Die ATR 42-300 und -320 sind die erste Generation des ATR-Turboprops. Heute triffst du sie vor allem als Frachter. So erkennst du sie.
FlugzeugtypLet L-410 Turbolet
Kleiner Hochdecker, fünfblättrige Propeller, oft Tanks an den Flügelspitzen: Der L-410 Turbolet aus Kunovice fliegt seit 1969 Pendler, Fracht und Fallschirmspringer. So erkennst du ihn.
Weitere Airlines
Bulgaria Air
Die bulgarische Nationalairline aus Sofia: Nachfolgerin der Balkan Bulgarian Airlines, seit 2023 mit Airbus A220 und dazu A320 und Embraer 190 auf Strecken quer durch Europa.
NetzwerkInterflug
Historische Staatsairline der DDR: 1958 gegründet, ab 1963 alleiniger ziviler Luftverkehr der DDR mit Il-18, Tu-134 und Il-62 ab Berlin-Schönefeld – und 1991 nach dem Ende der DDR abgewickelt.
NetzwerkAeroflot
Russlands nationale Airline mit Drehkreuz Moskau-Scheremetjewo: einst die größte Fluggesellschaft der Welt, heute mit Airbus- und Boeing-Flotte unter Sanktionen und seit 2022 aus dem EU-Luftraum verbannt.
NetzwerkMalév Hungarian Airlines
Historische Staatsairline Ungarns: 1946 als ungarisch-sowjetische Maszovlet gegründet, ab 1954 Malév, später mit Boeing 737 und 767 im Westen angekommen, ab 2007 in oneworld – und am 3. Februar 2012 am Boden.
NetzwerkTAROM
Rumäniens staatliche Airline mit der Schwalbe am Leitwerk: einst Il-62, Boeing 707 und in Lizenz gebaute One-Eleven, heute eine kleine Flotte aus Boeing 737 und ATR 72 mit Drehkreuz Bukarest.
NetzwerkCzech Airlines
Historische tschechische Nationalairline: ČSA flog von 1923 bis Oktober 2024 ab Prag, war früh mit der Tu-104 im Jetzeitalter, flog die Il-62 bis nach New York und lebt heute nur noch als Marke an Airbus-Jets von Smartwings weiter.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Sofia Vasil Levski
Bulgariens wichtigster Flughafen am Ostrand der Hauptstadt: eine lange Piste in Ost-West-Richtung, zwei Terminals, Bulgaria Air mit neuen A220, die Low-Cost-Basen von Wizz Air und Ryanair, eine Luftwaffenstaffel auf dem Gelände – und Spots am Zaun, die du größtenteils ohne Leiter nutzt.
FlughafenFlughafen Burgas
Das Tor zur bulgarischen Schwarzmeerküste: Burgas bringt jeden Sommer Urlauber an den Sonnenstrand, nach Nessebar und Sosopol. Eine 3.200 Meter lange Piste, ein modernes Terminal, viele Ferienflieger aus Polen, Großbritannien, Tschechien und Deutschland – und ein Winter, in dem es sehr ruhig wird.
HerstellerTupolew
Kein Name steht so sehr für die sowjetische Zivilluftfahrt wie Tupolew: Vom ersten Strahlverkehrsflugzeug Tu-104 über den Dreistrahler Tu-154 bis zum Überschalljet Tu-144 prägte das Moskauer Konstruktionsbüro jahrzehntelang den Himmel über Osteuropa. Hier erfährst du, wie die wichtigsten Muster entstanden, woran du sie erkennst und wo du sie heute noch vor die Linse bekommst – meist im Museum, manchmal noch in der Luft.
HerstellerAntonov
Vom Doppeldecker An-2 bis zur An-225 Mrija, dem größten Flugzeug, das je kommerziell Fracht flog: Das Kiewer Konstruktionsbüro Antonov hat Luftfahrtgeschichte geschrieben. Hier erfährst du, wie der Hersteller entstand, was der Krieg verändert hat, wie du seine Muster erkennst und warum Leipzig/Halle heute der wichtigste Ort für Antonov-Sichtungen in Europa ist.
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