Das Wichtigste in Kürze
- Interflug war die staatliche Fluggesellschaft der DDR: gegründet 1958, ab 1963 alleiniger Anbieter im zivilen Luftverkehr, letzter Flug am 30. April 1991.
- Codes: IATA IF, ICAO IFL, Rufzeichen „INTERFLUG“; Heimatbasis war Berlin-Schönefeld.
- Die Flotte war sowjetisch geprägt: Il-18 als Propeller-Arbeitspferd, Tu-134 auf europäischen Strecken, Il-62 als Flaggschiff auf der Langstrecke.
- 1989 kam der Airbus A310 – drei Maschinen, die nach der Wiedervereinigung an die Luftwaffe gingen.
- Zu sehen gibt es Interflug heute im Museum, etwa die Il-62 „Lady Agnes“ in Stölln oder Il-18 und Tu-134 in Hermeskeil.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | IF |
|---|---|
| ICAO-Code | IFL |
| Rufzeichen | INTERFLUG |
| Drehkreuze | SXF |
| Status | Historisch – letzter Linienflug am 30. April 1991, danach abgewickelt |
| Gegründet | September 1958 als GmbH, zunächst als Reservegesellschaft neben der Deutschen Lufthansa der DDR |
| Linienbetrieb | ab 1963, nach Übernahme von Flugzeugen, Personal und Strecken der aufgelösten Deutschen Lufthansa der DDR |
| Sitz und Drehkreuz | Berlin-Schönefeld (SXF), der damalige Zentralflughafen der DDR |
| Geschäftsmodell | Staatliche Fluggesellschaft mit Linien-, Charter- und Frachtverkehr, dazu ein eigener Agrarflug-Bereich |
| Wichtigste Typen | Iljuschin Il-18, Tupolew Tu-134, Iljuschin Il-62, ab 1989 Airbus A310 |
| Fluggäste 1983 | rund 1,3 Millionen |
| Ende | Abwicklung von der Treuhandanstalt am 7. Februar 1991 beschlossen, letzter Flug Wien–Berlin-Schönefeld am 30. April 1991 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Interflug?
- Schriftzug „INTERFLUG“ in Großbuchstaben am Rumpf
- Fast immer ein sowjetischer Typ: Il-18 mit vier Propellern, Tu-134 mit verglaster Nase oder Il-62 mit vier Hecktriebwerken
- Kennzeichen mit DM- bis 1981, danach DDR-; in der Wendezeit erhielten einige Maschinen deutsche D--Kennzeichen
- Typische Kennzeichen-Reihen: DM-/DDR-SE.. für die Il-62, DM-/DDR-SC.. für die Tu-134, DM-/DDR-ST.. für die Il-18
- Die einzigen westlichen Jets der Flotte waren drei Airbus A310 ab 1989
- Fotos stammen zwingend aus der Zeit bis April 1991 – heute gibt es Interflug nur noch im Museum
Wer heute auf alte Spotterfotos aus Schönefeld oder Leipzig stößt, sieht eine Luftfahrt, die es so nicht mehr gibt: Iljuschin-Propeller, Tupolew-Jets mit verglaster Nase und Kennzeichen, die mit DM- oder DDR- beginnen. Dahinter steckt fast immer die Interflug, die staatliche Fluggesellschaft der DDR. Diese Seite fasst zusammen, wie die Airline entstand, welche Flugzeuge sie flog, warum 1989 plötzlich ein Airbus in ihren Farben auftauchte – und wo du ihre Maschinen heute noch findest.
Historische Fotos sauber archivieren
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so bekommt auch das alte DDR-SEG-Foto aus dem Familienalbum seinen festen Platz. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Interflug im Überblick
Interflug war die staatliche Fluggesellschaft der DDR und flog bis zum 30. April 1991. Ab 1963 lag der gesamte zivile Luftverkehr des Landes in ihrer Hand: Linienflüge ins In- und Ausland, Charterflüge in Urlaubsgebiete, Fracht und sogar die Landwirtschaftsfliegerei. Heimat und Drehkreuz war der Flughafen Berlin-Schönefeld, den die DDR zum Zentralflughafen ausgebaut hatte – auf dessen Gelände heute der Flughafen Berlin Brandenburg liegt.
Gemessen an westlichen Airlines blieb Interflug klein. 1983 beförderte sie rund 1,3 Millionen Fluggäste, das Streckennetz war damals etwa 122.000 Kilometer lang. Ihr Gewicht lag woanders: Interflug war für die DDR Aushängeschild, Devisenbringer und politisches Instrument zugleich. Die Flotte stammte fast vollständig aus der Sowjetunion – erst ganz am Ende kamen westliche Jets dazu.
Wenn du die Geschichte im Erzählformat lesen willst, findest du sie im Magazinbeitrag zur Interflug. Hier geht es um den kompakten Steckbrief und um das, was für Spotter zählt.
Die Geschichte in Etappen
Die Gründung der Interflug ist eine Folge des geteilten Deutschlands. Die DDR startete 1955 zunächst mit einer eigenen Deutschen Lufthansa. Weil die westdeutsche Lufthansa gegen die Nutzung des Namens vorging, drohten im Ausland Rechtsstreitigkeiten. Die DDR gründete deshalb im September 1958 die Interflug als zweite Gesellschaft – als Ausweichlösung für den Fall, dass der Name Lufthansa aufgegeben werden müsste. 1963 war es so weit.
1955
Die Deutsche Lufthansa der DDR nimmt am 1. Mai den Flugbetrieb auf, zunächst mit Flugzeugen vom Typ Il-14.
1958
Gründung der Interflug als GmbH. Sie fliegt zunächst parallel zur Ost-Lufthansa.
1963
Die Ost-Lufthansa wird aufgelöst. Interflug übernimmt Flugzeuge, Personal, Strecken und den Agrarflug.
1960er/1970
Die Il-18 wird zum Arbeitspferd, Ende der 1960er-Jahre kommt die Tu-134 als erster Jet für Europa, 1970 die Il-62 für die Langstrecke.
1981
Das Nationalitätskennzeichen wechselt von DM- auf DDR-.
1988/1989
Bestellung von drei Airbus A310, Übergabe an Interflug 1989.
1990/1991
Eine Lufthansa-Beteiligung scheitert, die Treuhandanstalt beschließt die Abwicklung. Am 30. April 1991 endet der Flugbetrieb.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code IF: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code IFL: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
- Rufzeichen INTERFLUG: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Da Interflug seit 1991 nicht mehr fliegt, begegnen dir diese Codes nur in historischen Unterlagen. Wichtiger sind für Spotter die Kennzeichen. Bis Oktober 1981 trugen die Flugzeuge das Präfix DM-, danach DDR- – die Il-62 der späteren „Lady Agnes“ wurde zum Beispiel am 15. Oktober 1981 von DM-SEG in DDR-SEG umregistriert. Die Buchstaben nach dem Präfix verraten oft den Typ: Bekannte Il-62 trugen SE.., erhaltene Tu-134 und Il-18 etwa SC.. und ST.. In der Wendezeit erhielten einzelne Maschinen bereits westdeutsche D-Kennzeichen; der letzte Flug 1991 lief mit der Tu-134 D-AOBC.
Kennzeichen als Zeitstempel
Am Präfix kannst du ein altes Interflug-Foto grob datieren: DM- heißt vor Herbst 1981, DDR- heißt danach, D- deutet auf 1990/91. Wie sich die deutschen Kennzeichen über die Jahrzehnte entwickelt haben, erklärt die Geschichte der deutschen Luftfahrzeugkennzeichen, die Grundlagen der Nationalitätskennungen stehen in Länderkennungen bei Flugzeugen.
Die Flotte der Interflug
Die Flotte spiegelte die Bindung der DDR an die Sowjetunion. Bis 1989 flogen im Linienverkehr praktisch nur Typen aus sowjetischer Produktion – ähnlich wie bei Aeroflot, Malév, LOT, TAROM oder Balkan Bulgarian Airlines. Mitte der 1980er-Jahre zählte die Gesamtflotte rund 50 Flugzeuge, 1990 waren es etwa 45.
| Typ | Einsatz bei Interflug | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Iljuschin Il-14 | ab 1955 (Ost-Lufthansa), bis in die 1960er | Erster Standardtyp | Zweimotoriger Kolbenmotor-Flieger, teils in der DDR in Lizenz gebaut |
| Iljuschin Il-18 | ab Anfang der 1960er bis 1991 | Mittelstrecke, Charter, Fracht | Vier Turboprops, lange das Arbeitspferd |
| Antonov An-24 | Inlandsverkehr ab 1967, bis 1980 | Inlandsstrecken | Zweimotoriger Schulterdecker |
| Tupolew Tu-134 | ab Ende der 1960er bis 1991 | Europa | Erster Jet auf Europastrecken, verglaste Bugnase |
| Iljuschin Il-62 | ab 1970 bis 1991 | Langstrecke, Ferienflüge | Flaggschiff mit vier Hecktriebwerken |
| Airbus A310 | 1989 bis 1991 | Langstrecke | Drei Maschinen, einziger westlicher Jet |
| Let L-410 | ab 1982 | Kleinere Einsätze | Kleines zweimotoriges Turboprop-Flugzeug |
Die Il-62 war das Prestigeflugzeug. Mit ihr konnte Interflug ab 1970 erstmals Fernziele mit Jets bedienen, und bis zur Ankunft der A310 galt sie als wirtschaftlichster Typ der Flotte. Wie du den Vierstrahler mit seinem T-Leitwerk und der Heckstütze erkennst, steht im Typ-Eintrag zur Il-62. Die Tu-134 bediente die europäischen Hauptstädte und war bis zum letzten Flugtag im Einsatz. Die Tu-134 stammt vom Konstruktionsbüro Tupolew, die Il-62 und die Il-18 von Iljuschin, die An-24 von Antonov. Einen Überblick über die ganze Typenfamilie gibt der Beitrag zu sowjetischen Verkehrsflugzeugen.
Eine Interflug-Besonderheit war der Agrarflug. Die Betriebsabteilung übernahm Pflanzenschutz und Düngung aus der Luft, ab 1967 auch mit der tschechoslowakischen Z-37 Čmelák. Ende der 1980er-Jahre gehörten rund 280 Flugzeuge zu diesem Bereich – mehr als zur eigentlichen Verkehrsflotte.
Sowjetische Typen auf der Wunschliste
Setz Il-62, Tu-134 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn ein seltener Typ deinen Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Der Airbus A310: ein Westjet für die DDR
Die spektakulärste Flottenentscheidung fiel kurz vor dem Ende. 1988 bestellte Interflug drei Airbus A310 im Wert von rund 420 Millionen D-Mark. Vermittelt hatte das Geschäft der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß, der zugleich dem Aufsichtsrat von Airbus vorstand; finanziert wurde es über westliche Banken. 1989 wurden die nach Interflug-Wünschen ausgestatteten A310-304 übergeben – die ersten Airbus-Flugzeuge einer Airline aus dem damaligen Ostblock. Die Besatzungen wurden in Frankreich und Westdeutschland ausgebildet, und als Teil der Exportauflagen lief die Wartung im Westen bei Lufthansa Technik.
Nach dem Ende der Interflug übernahm die Bundesrepublik alle drei Maschinen für die Luftwaffe. Eine flog als „Konrad Adenauer“ (10+21) für die Flugbereitschaft Kanzler und Minister zu Staatsbesuchen. 2014 ging sie an Novespace und fliegt seit 2015 als Parabelflugzeug von Bordeaux aus. Die 10+23 kam nach ihrer Ausmusterung im Herbst 2025 in den Serengeti-Park Hodenhagen, der daraus ein Restaurant machen will. So hat die Interflug-A310 eine der ungewöhnlichsten Biografien eines deutschen Verkehrsflugzeugs. Mehr zum Typ und zu seinem Hersteller Airbus liest du im Eintrag zur A310.
Ein Flugzeug, drei Leben
Interflug, Flugbereitschaft, Parabelflüge: Wer eine Ex-Interflug-A310 im Logbuch hat, sollte das jeweilige Kennzeichen und den Betreiber zum Zeitpunkt der Aufnahme notieren. Nur so bleibt die Sichtung später eindeutig zuordenbar.
Woran du Interflug erkennst
Weil die Airline seit 1991 nicht mehr fliegt, erkennst du Interflug vor allem auf alten Fotos, in Museen und in Sammlungen. Drei Merkmale helfen dir zuverlässig weiter: der Schriftzug „INTERFLUG“ am Rumpf, die sowjetischen Typen und die Kennzeichen mit DM- oder DDR-. Die Bemalung selbst hat sich über die Jahrzehnte verändert; frühe Maschinen aus der Ost-Lufthansa wurden zunächst umlackiert, später nur mit dem Interflug-Logo ergänzt. Wie andere Bemalungen der Luftfahrtgeschichte aussahen, zeigt der Beitrag zu legendären Airline-Lackierungen.
Zeigt dein altes Foto wirklich Interflug?
- Schriftzug „INTERFLUG“ am Rumpf
- Kennzeichen mit DM- oder DDR- am Heck
- Typ Il-18, Tu-134, Il-62 oder A310
- Aufnahme aus der Zeit vor Mai 1991
- Ort wie Berlin-Schönefeld, Leipzig, Dresden oder Erfurt
- Kennzeichen-Reihe SE.., SC.. oder ST.. nach dem Präfix
Vorsicht bei Il-62 und Tu-134 mit DDR-Kennzeichen: Die DDR-Staatsführung nutzte dieselben Typen als Regierungsflugzeuge, und manche Maschinen flogen in Interflug-Optik für staatliche Stellen. Die Tu-154 der DDR etwa gehörte nie zur Interflug-Flotte, sondern zur Regierungsstaffel. Ein DDR-Kennzeichen allein bedeutet also nicht automatisch einen Linienflug. Wie man Regierungsflieger heute erkennt, zeigt der Guide Regierungsflugzeuge spotten.
Drehkreuz und Strecken
Das Herz der Interflug schlug in Schönefeld. Von dort ging es nach Osteuropa und in die Sowjetunion, aber auch in westliche Städte wie Wien, Amsterdam oder ab 1979 Athen. Die Strecke nach Amsterdam bediente Interflug gemeinsam mit KLM; die Flüge in die Niederlande mussten einen Umweg über Dänemark nehmen. Dazu kamen Charterflüge, die Reiseveranstalter und Reisebüros in West-Berlin und der Bundesrepublik verkauften – eine wichtige Devisenquelle.
Auf der Langstrecke flog die Airline etwa ab Mitte der 1970er-Jahre unter anderem nach Havanna, Hanoi und Maputo, ab 1988 nach Singapur und ab 1989 nach Peking und Bangkok. Daheim spielten die Flughäfen Leipzig/Halle mit dem Messeverkehr, Dresden und Erfurt eine Rolle. Ab dem 11. August 1989 flog Interflug zwischen Leipzig und Düsseldorf, 1990 kamen Verbindungen ab Dresden nach Köln und Hamburg hinzu.
Schwere Unfälle
Zur Geschichte gehören auch Unglücke. Am 14. August 1972 stürzte die Il-62 DM-SEA bei Königs Wusterhausen ab, alle 156 Menschen an Bord kamen ums Leben – der schwerste Flugunfall auf deutschem Boden bis heute. Am 17. Juni 1989 schoss die Il-62 DDR-SEW in Schönefeld über das Pistenende hinaus; 113 Menschen waren an Bord, insgesamt starben 22 Menschen, einschließlich der Opfer am Boden. Wer Fotos dieser Kennzeichen findet, sollte sie mit Respekt behandeln.
Das Ende: Abwicklung 1991
Mit dem Mauerfall verlor Interflug ihr Monopol und ihren staatlichen Rückhalt. 1990 deckten die Ticketerlöse nur noch etwa die Hälfte der Kosten. Die Lufthansa wollte zunächst einsteigen: Im Frühjahr 1990 war von einer Beteiligung von 26 Prozent die Rede, Anfang Juli war sie sogar zur vollständigen Übernahme bereit. Das Bundeskartellamt lehnte den Zusammenschluss Ende Juli 1990 ab.
30. Juli 1990
Das Bundeskartellamt untersagt die Übernahme durch die Lufthansa.
7. Februar 1991
Die Treuhandanstalt beschließt die Abwicklung. Zu diesem Zeitpunkt hat Interflug noch rund 2.900 Beschäftigte und 20 Flugzeuge.
30. April 1991
Der letzte Linienflug aus Wien landet mit der Tu-134 D-AOBC in Schönefeld.
Danach
Flugzeuge werden verkauft, verschrottet oder an Museen abgegeben. Die Lufthansa übernimmt rund 1.000 Mitarbeiter, darunter viele Techniker.
Die Lufthansa baute ihr eigenes Angebot ab Berlin und in den neuen Ländern auf, die A310 gingen an die Luftwaffe, viele sowjetische Maschinen fanden keine Abnehmer. Wie das Ende der Interflug im Vergleich zu anderen Zusammenbrüchen dasteht, ordnet der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa ein. Eine spätere Berliner Airline mit ganz anderem Hintergrund war übrigens Air Berlin – sie entstand im Westteil der Stadt als US-Gesellschaft.
Interflug im Spotter-Alltag heute
Im Luftverkehr wirst du keine Interflug mehr sehen. Dafür ist die Airline in Ostdeutschland erstaunlich präsent – am Boden. Die bekannteste Maschine ist die Il-62 „Lady Agnes“ (ex DDR-SEG) am Flugplatz Stölln/Rhinow im Havelland. Am 23. Oktober 1989 setzte Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach sie auf der nur rund 860 Meter langen Graspiste auf; die Landung kam ins Guinness-Buch der Rekorde. Benannt ist sie nach Agnes, der Frau des Flugpioniers Otto Lilienthal, und heute beherbergt sie die Ausstellung „Unterwegs mit der Interflug“.
Weit im Westen zeigt die Flugausstellung Hermeskeil eine Il-18 (DDR-STH) und eine Tu-134A (DDR-SCK) aus der Interflug-Flotte. Welche weiteren Sammlungen sich lohnen, findest du in der Übersicht Luftfahrtmuseen in Deutschland, und wie du Oldtimer sicher bestimmst, erklärt Oldtimer am Himmel erkennen.
Wer die Orte der Interflug-Geschichte mit aktuellem Verkehr verbinden will, findet an der Besucherterrasse am Flughafen Berlin und an der Besucherterrasse am Flughafen Leipzig/Halle gute Standpunkte. Mit Planetrack siehst du an solchen Spots Wetter, Wind und aktive Pisten und planst mit dem Sonnenstand-Planer das beste Licht.
Gute Chancen auf Interflug-Spuren, wenn …
- du Museen wie Stölln/Rhinow oder Hermeskeil besuchst
- du alte Fotoarchive aus Schönefeld, Leipzig oder Dresden durchsiehst
Prüf es genau, wenn …
- eine Il-62 oder Tu-134 ein DDR-Kennzeichen trägt – sie kann auch ein Regierungsflugzeug gewesen sein
- ein Foto aus 1990/91 stammt und das Flugzeug schon ein D-Kennzeichen hat
Keine Chance auf Interflug, wenn …
- du heute im Flugplan nach IF-Flugnummern suchst – die Airline fliegt seit April 1991 nicht mehr
Häufige Verwechslungen
- Interflug und Ost-Lufthansa gleichsetzen – die Deutsche Lufthansa der DDR flog ab 1955, Interflug übernahm erst 1963 den gesamten Betrieb.
- Jede DDR-Il-62 für einen Linienflieger halten – auch die Staatsführung nutzte den Typ als Regierungsflugzeug.
- Die A310 für eine Lufthansa-Maschine halten – die drei Interflug-A310 flogen in Interflug-Farben und gingen später an die Luftwaffe.
- DM- und DDR- für verschiedene Länder halten – beide Präfixe gehörten zur DDR, der Wechsel erfolgte 1981.
- Schönefeld mit dem heutigen BER gleichsetzen – der BER liegt am selben Standort, ist aber ein neuer Flughafen.
- Interflug mit Air Berlin verwechseln – Air Berlin entstand im Westteil der Stadt und hatte mit der DDR-Airline nichts zu tun.
Luftfahrtgeschichte im eigenen Hangar
Sammle deine Interflug-Fotos und Museumsbesuche im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Ort und tausch dich in der Community mit anderen Spottern aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Interflug war mehr als eine Airline: Sie war das Tor der DDR zur Welt, betrieben mit Il-18, Tu-134 und Il-62 und am Ende sogar mit Airbus A310. Für Spotter lebt sie in Kennzeichen, alten Fotos und Museumsflugzeugen weiter. Wer DM- und DDR-Präfixe, Kennzeichen-Reihen und Typen sauber notiert, macht aus einem Museumsbesuch oder einem Archivfund einen echten Logbuch-Eintrag.
Kurzfazit
Interflug (IATA IF, ICAO IFL) war von 1963 bis 1991 die staatliche Fluggesellschaft der DDR mit Basis Schönefeld. Sowjetische Typen und DM-/DDR-Kennzeichen verraten die Airline – heute findest du sie vor allem im Museum.
Zusammenfassung
- Interflug entstand 1958 als Reservegesellschaft, weil die Lufthansa der DDR im Namensstreit mit der westdeutschen Lufthansa stand, und übernahm 1963 den gesamten zivilen Luftverkehr.
- Von Schönefeld aus flog die Airline nach Osteuropa, in den Westen und auf der Langstrecke unter anderem nach Kuba, Vietnam, Mosambik und Singapur.
- Nach dem Mauerfall scheiterte eine Lufthansa-Beteiligung am Bundeskartellamt; die Treuhandanstalt beschloss im Februar 1991 die Abwicklung.
- Für Spotter ist Interflug ein Thema für Archiv, Museum und Kennzeichen-Sammlung: DM- und DDR-Kennzeichen gibt es im heutigen Luftverkehr nicht mehr.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Interflug?
Interflug flog mit dem IATA-Code IF in der Flugnummer und dem ICAO-Code IFL. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „INTERFLUG“. Weil die Airline seit 1991 nicht mehr existiert, tauchen diese Codes nur noch in historischen Flugplänen, Tickets und Logbüchern auf.
Warum hieß die DDR-Airline nicht Lufthansa?
Die DDR betrieb ab 1955 tatsächlich eine eigene Deutsche Lufthansa. Die westdeutsche Lufthansa ging juristisch gegen die Namensnutzung vor. Um im Ausland nicht in Streit zu geraten, entstand 1958 die Interflug als zweite Gesellschaft. 1963 wurde die Ost-Lufthansa aufgelöst, und Interflug übernahm Flugzeuge, Personal und Strecken.
Welche Flugzeuge flog Interflug?
Die Flotte bestand fast vollständig aus sowjetischen Typen: in der Frühzeit Il-14, ab Anfang der 1960er-Jahre die viermotorige Il-18, ab Ende der 1960er-Jahre die Tu-134 und ab 1970 die Il-62 für die Langstrecke. Im Inland flog von 1967 bis 1980 die An-24. 1989 kamen drei Airbus A310 dazu. Der Agrarflug setzte vor allem kleine Flugzeuge wie die Z-37 Čmelák ein.
Wie kam die DDR zu einem Airbus?
Interflug bestellte 1988 drei Airbus A310, vermittelt unter anderem über Franz Josef Strauß. Die Übergabe erfolgte 1989 – die A310 gilt als erstes Airbus-Flugzeug einer Airline aus dem damaligen Ostblock. Die Besatzungen wurden in Frankreich und Westdeutschland geschult, die Wartung übernahm Lufthansa Technik.
Was wurde aus den Interflug-A310?
Nach der Abwicklung übernahm die Bundesrepublik die drei Maschinen für die Luftwaffe. Eine von ihnen flog als „Konrad Adenauer“ (10+21) für die Flugbereitschaft und fliegt heute als Parabelflugzeug bei Novespace in Bordeaux. Die 10+23 kam im Herbst 2025 in den Serengeti-Park Hodenhagen, der sie als Restaurant nutzen will.
Wann war der letzte Flug der Interflug?
Am 30. April 1991 landete der letzte Linienflug aus Wien in Berlin-Schönefeld, durchgeführt mit einer Tu-134. Zuvor hatte die Treuhandanstalt am 7. Februar 1991 die Abwicklung beschlossen. Die Lufthansa übernahm rund 1.000 der zuvor etwa 8.000 Beschäftigten.
Wo kann ich heute Interflug-Flugzeuge sehen?
Am bekanntesten ist die Il-62 „Lady Agnes“ (ex DDR-SEG) am Flugplatz Stölln/Rhinow, die 1989 auf der kurzen Graspiste landete und heute eine Ausstellung zur Interflug beherbergt. In der Flugausstellung Hermeskeil stehen eine Il-18 (DDR-STH) und eine Tu-134A (DDR-SCK). Prüf Öffnungszeiten vor deinem Besuch.
Was bedeuten die Kennzeichen DM- und DDR-?
DM- war das ursprüngliche Nationalitätskennzeichen der DDR. Im Herbst 1981 wechselte die DDR auf das Präfix DDR-; aus der späteren „Lady Agnes“ wurde so im Oktober 1981 aus DM-SEG die DDR-SEG. Nach der Wiedervereinigung erhielten noch fliegende Maschinen westdeutsche D-Kennzeichen.
Interflug im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Iljuschin Il-62
Vier Triebwerke paarweise am Heck, ein hohes T-Leitwerk und eine ausfahrbare Stütze unter dem Rumpfende: Die Il-62 war der erste sowjetische Langstreckenjet, Flaggschiff der Interflug und Regierungsflieger vieler Staaten. So erkennst du den Klassiker.
FlugzeugtypIljuschin Il-18
Vier Propellerturbinen unter einem langen, geraden Flügel, ein schlanker Rumpf und ein tiefes, sonores Brummen: Die Il-18 war der erste große Turboprop-Airliner der Sowjetunion und in den 1960er-Jahren das Rückgrat der Interflug. So erkennst du den Klassiker.
FlugzeugtypTupolew Tu-134
Verglaste Nase, zwei Triebwerke am Heck, hohes T-Leitwerk und Fahrwerksgondeln hinter dem Flügel: Die Tu-134 war der Kurzstreckenjet des Ostblocks und bei der Interflug der erste Jet. Heute begegnest du ihr fast nur noch im Museum.
FlugzeugtypTupolew Tu-154
Drei Triebwerke am Heck, ein hohes T-Leitwerk und lange Gondeln hinter dem Flügel: Die Tu-154 war das Arbeitspferd von Aeroflot und dem Ostblock. Heute ist sie fast nur noch im Museum zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A310
Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypAntonov An-24
Zwei Propellerturbinen, ein hoch angesetzter Flügel und robuste Technik für Schotterpisten: Die An-24 war das Arbeitspferd der sowjetischen Regionalluftfahrt. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.
FlugzeugtypLet L-410 Turbolet
Kleiner Hochdecker, fünfblättrige Propeller, oft Tanks an den Flügelspitzen: Der L-410 Turbolet aus Kunovice fliegt seit 1969 Pendler, Fracht und Fallschirmspringer. So erkennst du ihn.
Weitere Airlines
Lufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
NetzwerkAeroflot
Russlands nationale Airline mit Drehkreuz Moskau-Scheremetjewo: einst die größte Fluggesellschaft der Welt, heute mit Airbus- und Boeing-Flotte unter Sanktionen und seit 2022 aus dem EU-Luftraum verbannt.
StaatsflugFlugbereitschaft des BMVg
Der Lufttransportverband der Luftwaffe für Regierung, Parlament und Bundeswehr: drei Airbus A350-900, A319, A321 und A321LR, Bombardier Global 5000 und 6000 sowie Cougar-Hubschrauber – mit militärischen Kennungen statt Kennzeichen und Basen in Köln/Bonn und Berlin.
NetzwerkMalév Hungarian Airlines
Historische Staatsairline Ungarns: 1946 als ungarisch-sowjetische Maszovlet gegründet, ab 1954 Malév, später mit Boeing 737 und 767 im Westen angekommen, ab 2007 in oneworld – und am 3. Februar 2012 am Boden.
NetzwerkLOT Polish Airlines
Polens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Warschau: gegründet 1928, seit 2003 in der Star Alliance, erster Dreamliner-Betreiber Europas – und vor dem Wechsel von Embraer auf Airbus A220.
NetzwerkTAROM
Rumäniens staatliche Airline mit der Schwalbe am Leitwerk: einst Il-62, Boeing 707 und in Lizenz gebaute One-Eleven, heute eine kleine Flotte aus Boeing 737 und ATR 72 mit Drehkreuz Bukarest.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Berlin Brandenburg
Der Hauptstadtflughafen mit der langen Vorgeschichte: zwei parallele Pisten am Südrand Berlins, viel Europaverkehr mit Low-Cost- und Netzwerkairlines, eine Handvoll Langstrecken, die Flugbereitschaft der Bundesregierung – und eine Besucherterrasse direkt über dem Vorfeld.
FlughafenFlughafen Leipzig/Halle
Tagsüber ein kleiner Ferienflughafen, nachts eines der größten Frachtdrehkreuze Europas: Leipzig/Halle ist der Europa-Hub von DHL, Heimat der AeroLogic-777F und Standort der Antonow An-124 – und damit ein Flughafen, an dem Spotter nach anderen Regeln planen als anderswo.
FlughafenFlughafen Dresden
Kleiner Verkehrsflughafen mit großer Industriegeschichte: In Dresden-Klotzsche flog 1958 der erste deutsche Strahlverkehrsjet, heute bauen die Elbe Flugzeugwerke hier Airbus-Passagierjets zu Frachtern um. Dazu kommen Lufthansa-Zubringer, Swiss, Ferienflieger und eine kostenlose Aussichtsplattform im Terminal.
MuseumFlugausstellung Hermeskeil
Die Flugausstellung Hermeskeil im Hunsrück ist eine der größten privaten Flugzeugsammlungen Deutschlands. Seit 1973 trägt die Familie Junior hier über hundert zivile und militärische Fluggeräte zusammen – von der Lufthansa-Super-Constellation über Comet und VC10 bis zu MiGs aus NVA-Beständen. Mittendrin: ein begehbarer Concorde-Nachbau, in dem das Museumscafé untergebracht ist.
Wo du Interflug vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse am Flughafen Berlin Brandenburg
Der einzige offizielle Aussichtspunkt am Hauptstadtflughafen: Die Besucherterrasse auf Terminal 1 liegt außerhalb des Sicherheitsbereichs, ist täglich geöffnet und mit der Bahn direkt erreichbar. Was du dort siehst, wann das Licht passt und wo ihre Grenzen liegen.
BesucherterrasseBesucherterrasse am Flughafen Leipzig/Halle
Der alte Tower zwischen Passagierterminal und General Aviation Terminal ist die klassische Besucherterrasse am Frachtdrehkreuz Leipzig/Halle. Was du von dort siehst, warum du vor der Anreise den Status prüfen musst und welche legalen Alternativen es am Flughafen gibt.
BesucherterrasseBesucherterrasse am Flughafen Dresden
Am Flughafen Dresden gibt es keine Freiluftterrasse, sondern eine verglaste Aussichtsplattform auf der Galerieebene des Terminals. Sie kostet nichts, hat den S-Bahnhof im eigenen Gebäude und zeigt dir Vorfeld und Piste 04/22 – mit allen Vor- und Nachteilen der Panoramascheibe.
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